Heureka! In Ankh-Morporks Alchimistengilde hat man eine unglaubliche Entdeckung gemacht. Und zwar wie man aus Blei... äh, nein, das wäre eine andere Geschichte... wie man aus Licht, ja aus Licht, Gold macht. Das klingt unglaublich nicht wahr, ja, es klingt fast magisch. Deswegen verziehen sich die Alchimisten an einen Ort, weit entfernt von der Unsichtbaren Universität und den sehr eifersüchtig über ihre Magie wachenden Zauberern, an einen einsamen Ort in der Wüste, wo nichts ist. Ein einsamer Ort namens Holy Wood.
Inhalt:
Die beweglichen Bilder, der Traum vom Film fährt vielen Scheibenweltlern ins Blut und sie strömen nach Holy Wood auf der Suche nach dem Glück. Es ist wie ein Stück vom Himmel, Zwerge und Trolle schlagen sich nicht länger die Köpfe ein, jeder wittert die Chance auf Ruhm und so tummeln sich an einem Ort wo früher nichts war außer Sonne, Strand und ein Berg hunderte von Menschen und anderen Ethnien, alle darum bemüht sich ein Plätzchen an der Sonne zu sichern...
doch einstmals gab es an diesem Ort schon einmal eine Stadt... und tief unter den neuen Bretterbuden und hastig errichteten Kulissen regt sich etwas.
Victor Tugelbend, eigentlich Student in der Unsichtbaren Universität, folgt ebenso diesem seltsamen Ruf wie die Melkerin Ginger und der Straßenköter Gaspode, während in der Unsichtbaren Universität ein seltsames altes Gerät anfängt Kugeln durch die Gegend zu schießen.
Hintergründe:
Pratchett widmet sich in diesem Band seiner Scheibenwelt dem Film, der Filmwirtschaft und Produktion und zieht sie ordentlich durch den Kakao. Es gibt Anspielungen zu Hauf auf bekannte Film-Klassiker, Schauspieler und alles was sich rund um das große Kino dreht... und wie er es gerne macht, lässt er den Film als eine neue Entität erscheinen, als etwas, das lebendig wird.
Bewertung:
„Voll im Bilder“ oder im Original „Moving Pictures“ ist Pratchetts 10. Scheibenweltroman und er leidet meiner Meinung nach noch ein wenig zu arg unter dem Slapstick-Syndrom das mir die aller ersten Romane aus der Scheibenwelt wirklich zum gruseln machte. Es passiert viel und ständig etwas neues und auf jeder Seite findet sich mindestens ein Witz, aber die meisten davon kamen bei mir nicht wirklich an. Was sonst so oft beim Lesen von Pratchetts Romanen passiert, dass ich plötzlich und unverhofft laut loslachen musste, dass stellte sich hier leider nicht ein. Die komischen Situationen sind für meinen Geschmack einfach viel zu konstruiert, die Persiflagen bemüht, und manches wirklich schon fast unnötig auf witzig getrimmt.
Sehr schön hingegen ist der Teil um Gaspode, eine meiner liebsten Figuren, der hier zum ersten Mal auftaucht und gleich einen guten Teil der Handlung bestimmt. Das macht wirklich Spaß, man muss schmunzeln und ich erinnerte mich an all die anderen Bücher wo der „Wunderhund“ die ein oder andere Rolle spielte. Etwas seltsam allerdings, das Gaspode am Ende seine Stimme wieder verliert... (Wo hat er sie nur für den nächsten Roman wieder her?)
Fazit:
Drei Sterne und ein halber.
Ein ordentlicher und solider Scheibenwelt Roman aber sicherlich nicht der beste und auch nicht einer meiner liebsten. Ich finde Pratchett viel großartiger wenn er sich selbst etwas mehr Tiefgründigkeit zugesteht und nicht nur auf der Oberfläche entlang plätschert.
Am besten zu lesen, während einer langen Zugfahrt oder in den Tagen vor der Oscar-Verleihung