Rezension verfasst vor 2 Jahren
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Muss man über Terry Pratchett schreiben? Keine Ahnung. Auf jeden Fall muss man ihn lesen. Was von außen wie wirrer Klamauk wirkt, der durch eine noch wirrere Fantasywelt spukt, birgt in sich kleine Spuren Weisheit, psychologische Finesse und gesellschaftskritische Beobachtungen, die sich gewaschen haben.
So ist es auch mit "Weiberregiment". Die junge Polly wird Soldat – Soldat, nicht Soldatin, denn Frauen dürfen sich im von unsinnigen Regeln beherrschten Borograwien nicht wie Männer kleiden –, um nach dem Verbleib ihres Bruders zu forschen. Während sie mit ihrer kleinen Truppe, der letzten, die Borograwien noch in die Schlacht zu werfen hat, Richtung Kriegsschauplatz zieht, stellt sich allmählich heraus, dass sie nicht der einzige Soldat ist, der früher Röcke trug.
Zwischen Lachen und unvermuteter Rührung begleiten wir Polly auf ihrem Weg durch eine harsche Welt, erleben, wie ein geläuterter Vampir vor Kaffeedurst fast die Kontrolle über sich verliert, grinsen über die Socken und ihre zweckentfremdete Anwendung in Hosen und werfen dank Pratchett mitten durch all die Absurditäten einen scharfen Blick auf unsere eigene Welt.
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