Rezension verfasst vor 5 Monaten
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Leichenraub - Ein Buch aus der Jane Rizzoli und Maura Isles- Reihe? Weit gefehlt, Jane Rizzoli hat wohl noch Babyjahr und Maura spielt nur eine ganz kleine Nebenrolle. Durch das Buch habe ich mich die ersten 100 Seiten mehr oder weniger gequält, wollte schon aufhören zu lesen.
Wie schon bei "Todsünde" habe ich gedacht, Tess Gerritsen schreibt ein Buch für angehende Anatomiestudenten. Ihre schriftstellerischen Ergüsse über das Sezieren von Leichen fingen an, mich zu nerven.
Zum Inhalt:
Julia Hamill, frisch geschieden, kauft sich ein Haus mit einem großen Grundstück und versucht ihren Kummer in Gartenarbeit zu ertränken.
Dabei stößt sie auf ein Skelett und Maura Isles stellt bei ihrem kurzen Gastauftritt fest, dass es sich um ein 200 Jahre altes Skelett einer jungen Frau handelt.
Parallel hierzu wird ein historischer Krimi erzählt, der in Boston des 19. Jahrhunderts spielt.
Rose Conelly muss im Krankenhaus mit erleben wie ihre Schwester an Kindbettfieber stirbt. Der Vater gibt das Kind frei, aber Rose nimmt sich des Kindes an und muss dabei erkennen, dass es auch Andere auf das Kind abgesehen haben. Nebenbei erschüttert eine grausame Mordserie Boston und Rose muss auch noch feststellen, dass Morde mit ihrer Nichte im Zusammenhang stehen, denn alle, die bei der Geburt des Kindes dabei waren, sterben. Hilfe erhält sie von dem jungen Medizinstudenten Norris Marschall, der sich das Geld für sein Studium u.a. damit verdient "Leichen für anatomische Zwecke" zu rauben.
Julia Hamill erfährt dieses aus Briefen, auf die sie bei ihren Nachforschungen gestoßen ist. Vergangenheit und Gegenwart werden gekonnt miteinander verknüpft und nach einem Drittel des Buches kommt endlich die gewünschte Spannung auf.
Jeder Gerritsen Fan wird wissen, dass sie selber Ärztin ist, aber es handelt sich schließlich um einen Thriller und deswegen finde ich, dass die Beschreibung einer Handamputation, beschrieben bis ins kleinste Detail, nicht Inhalt eines Romans sein muss und die Liebesgeschichte von Julia Hamill finde ich ein bisschen zu kitschig, aber insgesamt hat es der "historische" Thriller (mit eingebauter Version einer Dr. Semmelweißgeschichte) aufgrund des spannenden ( unerwarteten) Endes letztendlich doch noch auf 4 Sterne geschafft.
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