Leser-Rezension zu „Daheimbleiben kann jeder” von Thomas Baumann
am 3.08.2009
Wenn man sich das Cover des Buches ansieht, wird schon klar: "Daheimbleiben kann jeder" steht ganz im Zeichen des Urlaubs - und zwar einem, in dem immer nicht alles gutgehen muss, sondern es ebenso möglich ist, dass die Flut deinen Grill mit dir fortreißt. Leider hat es zusammen mit Baumanns Grill leider auch den Großteil seines Humors erwischt und hinterlässt teilweise frustrierte Leser, die sich auf ein erholsames und vergnügliches Buch gefreut hatten.
Ich denke, es ist schon lange her, dass ich so viel Zeit für so ein kurzes Buch gebraucht habe, denn ich musste mich teilweise wirklich hindurchquälen. Das liegt einerseits daran, dass sich kein roter Faden hindurchzieht, der es spannend machen würde, weiterzulesen. Nein, man springt eher von Kapitel zu Kapitel, freut sich, wenn man eines abgeschlossen hat und hofft auf besseres - oft vergebens.
Denn das Problem der meisten Kapitel ist: Sie sind einfach nicht lustig, nicht einmal ansatzweise. Viele bestehen einfach nur aus aneinandergereihten Banalitäten, die weder lustig, noch lehrreich, noch sonst irgend etwas sind. Man fragt sich sogar: Was soll das alles? Was will Baumann mir damit sagen? Auch das ist nämlich ein Problem mancher Kapitel – sie haben einfach keine Aussage. Während das Kapitel über Koffer z.B. noch einigermaßen unterhaltsam ist, fragt man sich bei dem Kapitel über „Tote“ auf Mallorca, ob es nicht nur zu dem Zweck ins Buch aufgenommen wurde, um eine möglichst hohe Seitenzahl zu erreichen. Und auch die Gastkapitel passen in diesem Sinne prima ins Buch – während ich anfangs hoffte, die Kapitel, die nicht von Baumann stammen, könnten lustiger sein, folgte rasch die Ernüchterung: Sie sind genauso langweilig, uninteressant und ohne Aussage.
Nebenbei bemerkt habe ich mir besonders gern an den Kopf gefaßt, wenn Baumann mal wieder versucht hat, ein vermeintliches Interview zu führen – besonders hier hagelt es Banalitäten und Langeweile. Er weiß es einfach nicht, interessante oder lustige Fragen zu stellen. Besonders „gut“: Ein Interview mit einem kleinen Jungen über…nichts.
Nach dem Lesen dieses Buches muß ich leider feststellen: Nie mehr Urlaubsbücher und vor allem nie mehr Thomas Baumann. Mir hat er die Lust auf Urlaub mit diesem Buch wirklich gründlich vermiest.
Gut, nach der immerhin ganz netten Leseprobe war es einen Versuch wert und ich kann nicht abstreiten, daraus etwas gelernt zu haben: „Schuster, bleib bei deinen Leisten“ oder: Wenn du generell Urlaubsbüchern gegenüber skeptisch bist, lies lieber einen Krimi – damit weißt du, was du hast.

