Leser-Rezension zu „Holzfällen” von Thomas Bernhard
am 15.12.2009
Der Erzähler wird von Leuten, mit denen er vor vielen Jahren sehr eng befreundet war, die er jetzt aber abgrundtief verabscheut, zu einem künstlerischen Abendmahl eingeladen. Er sitzt dann dort im Halbdunkel in seinem Ohrensessel, schnödet innerlich über die Anwesenden und lässt Vergangenes vorbeiziehen. Am Ende des Buch verabschiedet er sich so heuchlerisch, wie er gekommen ist. Auch Wien bekommt sein Fett weg, wird als Künstlervernichtungsmaschine beschimpft, aber gleichzeitig dringt irgendwie doch auch die Liebe zu dieser Stadt durch. Bezeichnend für dieses Buch, wo das eine zum andern werden kann und wieder zurück. Ausserordentlich.

