Rezension verfasst vor 2 Jahren
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Jonas ist Angesteller, wohnt in Wien und ist bereits seit vielen Jahren mit der Flugbegleiterin Marie zusammen. Sein Leben kann wohl als recht durchschnittlich, aber nicht unglücklich bezeichnet werden. Bis er eines Tages, am 4. Juli, aufwacht und alles sich verändert hat: ausser ihm gibt es keinen Menschen und auch kein Tier mehr auf der Welt! Das Begreifen dieser Tatsache dauert lange an und Jonas kann auch keinen Grund dafür finden, immer wieder meint er, doch die Zeichen anderer Menschen zu finden, die aber nur von ihm selbst stammen. Mit den vergehenden Wochen kommt der Wahnsinn und der "kafkaeske Alptraum" (Le magazine littéraire) nimmt seinen Lauf....
Auch ich war von Thomas Glavinics "Das bin doch ich" so begeistert, dass ich voller Enthusiasmus mit diesem Roman begonnen habe. Die Grundidee an sich ist zwar nicht neu, doch immer wieder spannend: ausser der Hauptperson ist auf einmal kein Mensch mehr auf der Welt. In anderen Romanen wird dies dann verschieden gelöst, mal sind es Ausserirdische, dann wieder eine tödliche Krankheit - hier fehlt bis zum Ende jeglicher Hinweis auf eine Lösung. So langweilte ich mich leider auch mehr und mehr, denn auch die unerklärlichen Hinweise auf andere Menschen sind dann doch "nur" Jonas selbst zuzuschreiben. Zwar fand ich die Beschreibung von seinem Verhalten interessant, jedoch oft nicht nachvollziehbar. Warum gehen Strom und Wasser noch? Hat er nichts Besseres zu tun, als sich zu besaufen und "Loveparade" zu kucken? Mir hat es hier also zu sehr an der Umsetzung gemangelt, als dass mich der Roman wirklich gefesselt und unterhalten hätte - leider. Mit "Das bin doch ich" hat der Autor ja bewiesen, dass er es besser kann!
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