Rezension zu "Der Tod in Venedig" von Thomas Mann

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labellokiss

Vor 2 Jahren

(11)

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten hat mir "Der Tod in Venedig" doch noch ganz gut gefallen, was aber mehr an der sprachlichen Ausgefeiltheit als an der eigenartigen Handlung selbst liegt.

Thomas Mann erzählt die Geschichte des 50-jährigen Gustav von Aschenbach, einem weltbekannten und zudem narzisstischen Autor, der aufgrund einer sehr merkwürdigen Begegnung mit einem in Wanderstracht gekleideten Fremden mit totenschädelhaften Gesichtszügen beschließt, zu verreisen.

Seine Reise führt Aschenbach nach Italien, wo er letztendlich nach einer sonderbaren Schiffs- und anschließender Gondelfahrt in einem Hotel in Venedig landet. Dort trifft er nach ein paar Tagen zufällig auf den Jungen Tadzio, der mit seiner Familie dort die Ferien verbringt und in den Aschenbach sich fast augenblicklich verliebt, das er in dem Jungen göttliche Schönheit und künstlerische Vollendung sieht.

Aschenbach entwickelt im Laufe der Handlung einer immer stärkere und immer krankhaftere Passion für Tadzio und beginnt langsam aber unaufhaltsam alle Regeln von Anstand und Ehre zu vergessen, er verfolgt Tadzio und dessen Familie exzessiv auf deren Ausflüge und entwickelt wahnhafte Phantasien. Und obwohl das schwülheiße Wetter Aschenbach stark zusetzt und außerdem eine Choleraepidemie ausbricht, bleibt der Autor trotzdem in Venedig und riskiert so seine Erkrankung, die ihm letzten Endes auch den Tod bringt.

Thomas Mann schafft es sehr geschickt den moralischen Verfall Aschenbachs mit dem Ausarten von Gewalt, Lügen und Betrug in Venedig zu verknüpfen und so ist das Buch schriftstellerisch wirklich sehr gut gelungen und verdient sicher eine genauere Auseinandersetzung mit den sprachlichen Feinheiten. Aber wegen der wirklich sehr merkwürdigen Handlung konnte ich leider nicht mehr als drei Sterne geben.

Autor: Thomas Mann
Buch: Interpretationshilfe Deutsch / Der Tod in Venedig
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