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Vor 2 Jahren
(10)Thomas Stangl zeigt uns hier einen Kosmos der vorbeirauschenden Möglichkeiten. Ein fulminanter Streich ist der zeitliche Ablauf. Nicht nur, dass Lebende und Tote (in Wien) nebeneinander leben, während sich die Hauptakteure (Emilia und Andreas) niemals begegnen. Der Roman durchzieht die Erlebnisse der beiden Hauptpersonen zeitlich voneinander abgegrenzt. Emilia taucht im Sommer 1937 auf, Andreas in den Siebzigern. Auch sind es keine echten Déja`-vus, die da vorbeizihen, sondern es sind schon literarisch klassische Doppelgänger. Die lebenden Hauptpersonen verfolgen sich als Tote selbst. Die Ansichten werden auseinander gerrissen, die Gedanken reichen sich weiter, bis die Toten sie erlernen und neu interpretieren. Es sind die Gedanken der Toten, die in den Köpfen der Lebenden kreisen.
Zwei Geschichten, die einfach umgedreht wirken, wenn da nicht das Leben wäre.
Ein fulminanter Roman, die Sprache gleitet poetisch an Erinnerungen und eigenen Überlegungen vorbei - sie hält niemals an.
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