Leser-Rezension zu „Die Jesuitin von Lissabon” von Titus Müller
am 28.03.2010
Das Erdbeben von Lissabon am 01.11.1755 vergleicht Titus Müller mit dem Ereignis des 11.Septemer 2001, was den Eindruck auf die Zeitgenossen angeht. Eine Zeitenwende, eine völlige Zerstörung einer Stadt, einer Lebensart. Von den Folgen dieser Zerstörung hat sich Lissabon bis heute nicht erholt, die Bedeutung, die es vorher als Weltstadt hatte, hat es nie wieder erlangt.
Titus Müller ist einer der wenigen Autoren, denen ich einen "Die ...in" Romantitel verzeihe, weil ich weiß in welcher Qualität er seine Bücher abliefert.
Dieses hier ist wieder sehr eindringlich, schildert das Leben vor und nach der Katastrophe, die Versuche der Geistlichkeit, zuvörderst eber der Jesuiten Gewinn an Macht aus der Tragödie zu schlagen und den Versuch der Moderne über das Alte zu triumphieren. Naturwissenschaftliche Erklärung kämpft gegen Gottesfurcht. Geburtsadel kämpft gegen Geistes- nd Geldadel. Die historische Geschichte wird dabei in eine spannende Handlung verpackt. Durch den Klappentext darf man sich nicht verwirren lassen, Die Liebe kommt nicht zu kurz in dem Buch, spielt aber keineswegs die herausragende Rolle.
Fazit; Für Freunde des historischen Romans ein Highlight dieses Bücherjahres.

