Rezension verfasst vor 1 Jahr
(5)
Jack und Neal spielen die alten Bob-Dylan-Songs und schreiben Gedichte im Stil ihrer Vorbilder. Mary hat nur Augen für Jack, diesen unnahbaren Typ, der ein zweiter Kerouac werden will. Um an Jack heranzukommen, freundet Mary sich mit dem sensiblen Neal an. Sie beginnen eine Affäre, und irgendwann ist Jack mit von der Partie. Die gemeinsamen Ausschweifungen stürzen Neal in eine tiefe Krise. Zu spät sehen Mary und Jack ein, daß sie ihr Spiel zu weit getrieben haben
Meinung:
Toby Litt versucht hier eine Art englisches Road Movie vor dem Hintergrund der Beatnik Ära. Nur leben seine Protagonisten in den 9zigern, aber verweigern sich allem, was nach 1966 geschah, genauer nach dem Unfall von Bob Dylan am 29. Juli 1966. Für die beiden Engländer, die sich nach Kerouac und Cassidy ebenfalls Jack und Neal nennen auch 30 Jahre später ein nachhaltiges Ereignis.
Nachdem sie Mary kennenlernen, die sich mit ihnen auf die Reise nach Brighton macht und dort eine Dreierbeziehung eingeht, ist nichts mehr wie zuvor. Neal verschwindet eines Tages einfach und niemand weiß wie es weiter gehen soll.
Die Protagonisten sind in sich zerrissen, versuchen zu schreiben wie ihre Vorbilder doch scheitern kläglich. Selbst die Herstellung eines Literaturmagazins wird zur Zerreißprobe. Sie scheinen einen verrückten Lebensstil zu leben, kommen aber immer wieder an die Grenzen ihrer selbst erfundenen Welt.
Ich weiß nicht ob der Autor dieses Lebensgefühl einmal selbst erlebt hat, denn er beschreibt zwar dieses zwingende Gefühl unterwegs sein zu müssen, aber es bleibt bei der Beschreibung. Es bleibt auf halbem Wege stecken und kommt nicht heraus. Es verharrt in der Darstellung.
Die Erkenntnis, dass man Lebensgefühle, Lebenseinstellungen nicht in eine andere Zeit herüber retten und auch nicht im Detail nachvollziehen kann bleibt als Fazit über.
Toby Litt hat eine ansprechende Story geschrieben, die nicht immer überzeugen kann, letztendlich aber genug Kraft hat, um vor dem Hintergrund der Beat Generation bestehen zu können. Allerdings sollte man zu mindestens „On the Road – Unterwegs“ von Jack Kerouac gelesen haben, um die Gedanken- und Gefühlswelt von Jack und Neal nachvollziehen zu können.
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