Rezension vom 14.07.2010
(9)
Nur für eingefleischte Katzenliebhaber zu empfehlen
Manchmal sagt der Originaltitel mehr aus, als seine Übersetzung. In der englischen Ur-Fassung heißt “Alles für die Katz” von Tom Cox “Under the paw”. Und das trifft den Kern wesentlich besser. Obwohl es statt “Unter der Pfote” eigentlich “Unter der Knute” heißen müsste.
Tom Cox bezeichnet sich in seinem Buch als Katzenmann. Ein Exemplar von dem bislang nur das weibliche Pendant, die “Katzennärrin” bekannt war. Cox beschreibt diese Spezies folgendermaßen: “Meist handelt es sich um eine kinderlose Frau, die ihr Leben- zum Nachteil häuslicher und persönlicher Hygiene- ganz ihrer Obsession für Katzen widmet. Die Emanzipation hat also auch vor den Tierbesitzern nicht halt gemacht. Nur das Cox nicht so streng riecht, wie er versichert.
Nach einer Einführung, die den Leser über alle Katzen informiert, die dem Autor vom Innern des Mutterleibes bis zu seinem 22. Lebensjahr direkt oder indirekt begegnet sind, beginnt die eigentliche Geschichte. Als sich Cox in die Frau seines Lebens verliebt und den wichtigsten Mann in deren Leben davon überzeugen muss, dass er der richtige ist. Sie ahnen es bereits? Natürlich handelt es sich nicht um den Vater der sagenhaften Freundin Dee, sondern um deren psychopathischen Kater The Bear. Ein wahres Monstrum, sowohl die körperlichen Ausmaße als auch den Charakter betreffend.
Von nun an begleitet der Leser Cox bis in sein jetziges, das 33. Lebensjahr. Diese 11 Jahre sind geprägt von zahllosen Umzügen und diverser Katzen bzw. Katern. Katzen die in Betten urinieren und in Handtaschen koten, das Katzenklo aber beharrlich meiden. Warum wird nicht ganz deutlich! Wahrscheinlich wegen der vielen Ortswechsel. Katzen die Häuser und Wohnungen chaotisch verwüsten, bluttriefende halbtote Mäuse oder Vögel in der Küche ablegen, sämtliche Persönlichkeitsrechte ihrer Besitzer ignorieren und nervtötende sowie Schlafraubende Angewohnheiten wie zum Beispiel Mitternachtsmahlzeiten bevorzugen. Dafür aber von ihren Eigentümern umso mehr geliebt, gelobt und belohnt werden.
Muss ich mehr erzählen? Für einen Katzenbesitzer ist dieses Buch vielleicht lustig und unterhaltsam. Man kann Cox Machwerk locker nebenbei lesen. Ist aber ziemlich schnell gelangweilt von der Flut lieblos aneinandergereihter Katzenanekdoten. Lieblos im Hinblick auf den Leser. Cox scheint seine vierbeinigen Freunde über die Maßen zu lieben. Weswegen die Episoden auch ziemlich bald nerven. Gerade wenn man selber keine Katze hat und an diesem Zustand auch nichts ändern will.
Für alle die mit Katzen und/oder generell mit übertriebenen Tiernarren nichts anfangen können, unbedingt Finger weg. Dann ist die Lektüre absolut überflüssig und erzeugt eher ein ungläubiges bis ärgerliches Kopfschütteln.
Mehr
Weniger
0 Kommentare