Rezension verfasst vor 3 Monaten
(8)
Wer nur den Titel liest, mag misstrauisch die Augenbrauen hochziehen, doch Tatsache bleibt, dass wohl kein anderer Bericht über das Trampen so sehr zum Kult avanciert ist wie Tony Hawks "Mit dem Kühlschrank durch Irland". Und fast ein jeder der es gelesen hat, wird am Ende sagen: "Absolut zu Recht."
Von der ersten Seite an ist man von Hawks Erzählungen gepackt, zieht einen dieser schrullige Engländer mit seinem treuen, eckigen Reisegefährten in den Bann. Noch nie zuvor hab ich mich bei einer Lektüre so köstlich amüsiert, so herzhaft und tränenreich gelacht. Der schräge Humor sorgt einfach für beste Unterhaltung, wobei man hier auch dem deutschen Übersetzer ein dickes Kompliment machen muss. Dieser hat den Ton sehr gut getroffen und Hawks brachialen, trockenen Wortwitz perfekt ins Deutsche übertragen.
Natürlich werden auch Irland-Freunde hier bestens auf ihre Kosten kommen, da Hawks nicht nur die Eigenheiten und Marotten der Bewohner der grünen Insel aufs Korn nimmt, sondern anhand netter, kleiner Anekdoten das Land an sich dem Leser näher bringt. Was das angeht sind durchaus Parallelen zum Autor-Kollegen Bill Bryson zu erkennen, wobei dieser viel mehr an Hintergrundinformationen recherchiert, während sich Hawks, wie beim Antritt zur Begleichung seiner Wettschulden, einfach blind ins Abenteuer stürzt und aus seinem komödiantischen Repertoire schöpft, welches keine Grenzen zu kennen scheint. Gleichzeitig erkennt der aufmerksame Leser zwischen den Zeilen auch den ein oder anderen Hieb in Richtung Gesellschaft.
Besonders wir Deutschen sollten vielleicht einmal darüber nachdenken, ob wir einem Fremden in Begleitung eines Kühlschranks dieselbe freundliche Unterstützung angeboten oder ihn nicht doch stattdessen schroff des Grundsstücks verwiesen hätten.
Insgesamt ein schrecklich amüsantes Buch, das auch nach zweimaliger Lektüre nichts von seinem Charme verliert und in den Bücherschrank eines jeden Irland-Liebhabers gehört..
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