Lasse Lucidor war ein Sauf-und Raufbold,Träumer und Rebell,Sänger und Dichter.Der Francois Villon Schwedens.Er lebte im 17.Jahrhundert,war Zeitgenosse des 30jährigen Krieges.Hier,bei Torbjörn Säfve,sitzt er in einer Wirtschaft und erzählt einem Leutnant monologisierend seine Lebensgeschichte.Vom ersten bis zum sechsten Maß.Aus seiner Jugend: "Ich selbst blieb immer öfter im Haus - um die Magie zu erlernen und alle FESTEN REGELN in substanzloses Pulver zu verwandeln.Ich las Cicero.Er schenkte mir die Schlagfertigkeit,er zeigte mir,wie man mit schlauer >Verzagtheit< das Firmament der Unvernunft trifft und umstürzt.Ich las Livius.Er lehrte mich,wie eine scheinbar sinnlose Kette von Ereignissen zu einer Anekdote werden kann,ein Rundgang um den Hals deines Wissens.Daß die Geschichte Wiederholung ist - in Wellen und Kreisen...Und was lernte ich nicht von Ovid? WIE MAN SICH AUS EINEM MENSCHEN MIT STEIFEM RÜCKGRAT IN WASSER MIT EINEM TIERHERZEN VERWANDELT.Das war das Wichtigste: das Glück der Lebendigkeit.Eine logische Reise durch die Logik - damit sie einen am Ende nicht einfängt.Die magische Vereinigung von Verstand und Gefühl." Aus seiner Zeit in England: "In der Schlucht in Old Sarum flüsterte Mary:>Wenn der Mensch ganz ist und in seiner natürlichen Verfassung,dann hat sein Körper kein Gewicht.< Sie war sehr vernünftig.Sie lehrte mich die Oberhoheit der Frau.Sie lehrte mich das rote Dreieck,den weißen Halbmond,den blauen Kreis,das gelbe Viereck,das schwarze Ei.Feuer,Wasser,Luft,Erde und Geist.Wein,Fisch,Fleisch,Brot,die zitternde Umarmung,wenn das Schweigen spricht und das Sprechen verstummt.Wir tanzten um das Feuer jede Nacht.Wir sahen Bilder in den Flammen,in der Glut." Aus seiner Zeit in Frankreich: ">Sei du selbst,Therese.Wenn du du selbst bist,beherrrschst du die ganze Welt.Horche auf deine Gefühle.Wenn du dich verliebst,dann liebe.Wenn du dich nicht verliebst,dann geh deiner Wege.< Das fand sie so hilfreich,daß ihre ganze Verwirrung und ihre Furcht wie ein leichter Schleier im Wald verschwanden.Sie nahm meine Hand in die ihre und drückte sie.Sie schaute mir in die Augen.Sie beugte sich vor und küßte meine Nase.Meine Lungen wurden von aller Ruhe dieser Welt erfüllt.Alles wurde Musik: das Knirschen der Karossenräder im Sand des Weges,der leichte Lufthauch in den Gardinen,das raschelnde Flüstern ihres sagenhaften Kleides.Ich hielt ihre Hand.Sie hielt meine Hand.Ich wollte mich hinausbeugen,um vor Glück zu weinen,ohne daß sie es sähe.Ich war in dem Wasser,das die Philosopen himmlisch nennen." Aus,aus,aus.Lasse breitet nicht nur seine Lebensgeschichte,er breitet Europa aus,ein barbarisches Europa,von Eitelkeit und Grausamkeit zerfressen,er reibt es dem Leutnant wieder und wieder unter die Nase,wie böse seine Welt ist,die Welt des Krieges und der Krieger,die Welt der machtgeilen Männer.Er sagt ihm: es gibt nur einen Grund für einen Mann geil zu sein und dieser Grund ist die Liebe.Vergiß den Krieg und halt dich an die Liebe,Leutnat! Und die Liebe,die ist sinnlich,die ist lebendig,die ist frei und tut niemand weh.Wohl dem,der es versteht,sie so zu leben.Ich weiß nicht,ob Torbjörn Säfve es versteht die Liebe so zu leben,wie er es seinem Held zuschreibt und ich glaub kaum,daß sein Held die Liebe so (frauenfreundlich) lebte (und die Frauen ihn so freundlich liebten),wie es Säfve für ihn erfindet.Aber die Utopie ist schön und berauschend und vor allem wild und Mary und die >Stammler< tanzen ihren Tanz um die Glut herum,solange bis die Funken überspringen.