Leser-Rezension zu „Das Mädchen mit dem Perlenohrring” von Tracy Chevalier
am 13.04.2011
Griet wird, nach dem ihr Vater sein Augenlicht verloren hat und somit Arbeitsunfähig ist, als Dienstmagd im Hause Vermeer angestellt. Vermeer ist ein bekannter Maler in Delft und Griet soll in seinem Atelier putzen, jedoch so, dass Vermeer, mit dem Blick eines Malers, nicht bemerkt das sie jemals etwas angerührt hat.
Mit der Zeit lernt Griet diese Aufgabe zu schätzen und verliert sich in der Liebe zur Kunst.
Als Vermeer beschließt sie zu malen, wird Griet bewusst, dass es ihr Ende in dem Hause sein wird...
Vieles kann man über dieses Buch sagen, z.B. das es sehr einfühlsam mit dem Thema Kunst umgeht, oder geschickt ein Begehren in Worte verpackt, was ich jedoch gerne zu dem Buch sagen möchte hat nichts damit zu tun. Natürlich hat Tracy Chevalier ein wirklich erstaunliches Buch geschaffen mit einer zauberhaften Sprache und einem sehr bewegendem Schreibstil, doch ich möchte auf die Protagonistin Griet eingehen. Von vornherein war sie mir unsäglich unsympathisch. Natürlich muss man sich nicht jede Schikane gefallen lassen, aber ihre Handlungen waren meines Erachtens viel zu häufig überzogen oder irrational. Dementsprechend ist ihr Ende in dem Hause Vermeer kein Wunder.
Ihre Geschichte hat mich gepackt, aber ich muss gestehen das mir ihre 'Gegenspielerin' Catharina deutlich besser gefallen hat. Dadurch das es aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, ist man gezwungen sich zu identifizieren und um ehrlich zu sein war ich die meiste Zeit nicht gewillt das zu tun. Ich fand sie einfach unsympathisch.
Vier Sterne gibt es von mir, denn Tracy Chevalier hat der bezaubernden Dame aus Vermeers Bild einen Namen, einen Hintergrund und eine Geschichte gegeben, die irgendwie auch passend erscheint. Dennoch muss ich sagen, dass ich nicht so gefesselt war, eben weil ich Griet nicht so recht gemocht habe.

