Leser-Rezension zu „Das Haus in den Dünen” von Ulrich Hefner
am 5.06.2010
Ein Feuerteufel treibt sein Unwesen um Wilhelmshaven. Immerwieder gehen Schuppen und Hütten in Flammen auf, ohne das der Täter Spuren hinterläßt. Bei einem der Brände stirbt ein "Penner". Dann wird in Wilhelmshaven ein Lkw-Fahrer ermordet - durch einen finalen Kopfschuss regelrecht hingerichtet. Auch hier keine Hinweise am Tatort - außer einem Hemdknopf neben dem Opfer. Erst Spuren deuten auf ein familiäres Motiv - weisen dann aber auf die organisierte Schleuserkriminalität. Nach einem 2. Mord an einem Lkw-Fahrer und dem Mord an einem Hafenarbeiter deutet alles auf einen Rachfeldzug. Gleichzeitig gelingt in der Fahndung nach dem Feuerteufel ein Durchbruch. Aber noch vor einer Festnahme wird der Feuerteufel ebenfalls durch den unbekannten Rächer hingerichtet. Hinweise in die Vergangenheit der Opfer führen zu einem Brand 19 Jahre zuvor auf Spiekeroog und einem Verbrechen, begangen durch fünf Jugendliche. Die Opfer damals: 2 junge Mädchen (Zwillinge). Ein missglückter Anschlag auf den 5. Täter von damals führt letztendlich zur Täterin und zu deren Festnahme.
Man merkt am ganzen Roman, daß hier ein Autor am Werke ist, der sich mit der Polizei und den Ermittlungsmethoden sehr gut auskennt - keine Überraschung, den Ulrich Hefner ist Polizeibeamter und schöpft somit aus seinem großen Erfahrungsschatz. Es war eine Freude den Roman zu lesen. Endlich einmal ein toller klassischer Krimi mit allem was dazu gehört, ohne aber zu übertreiben. Man hat fast den Eindruck selbst an den Ermittlungen teilzunehmen und es ist nachvollziehbar, wie die Ermittler zu ihren Ergebnissen kommen. Die Fuldaer Zeitung verglich Ulrich Hefner mit Henning Mankell und seinen Ermittler Martin Trevisan mit Kurt Wallander - und kam zum Schluss, daß Mankell seinen Meister gefunden. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Ein Tipp für jeden Krimifan.

