jüngst las ich den irgendwo getwitterten satz über ein buch von david foster wallace: "ein unglaublich lustiges und kluges buch." nun habe ich den autor nie selber gelesen, was aber auch volkommen irrelevant ist, denn so etwas schreibt, sagt oder twittert man einfach nicht, das ist ja ungeheuerlich. ich schämte mich beim lesen regelrecht für die gesamte menschheit, weil sie so etwas hervorzubringen im stande ist.
und diese unerfreuliche anekdote bringt mich in die bedrängnis, diese buchrezension schreiben zu müssen, ohne diesen oder einen vergleichbaren satz zu benutzen. okay, lustig ist das buch vordergründig nicht und "hintergründig witzig" wäre dann wieder eine solche formulierung aus dem zentrum jener linksspießerhölle, in der die roger-willemsen-freunde im fegefeuer hocken und sich über geistreiche zeitungsbeiträge, ironische abhandlungen und sarkastische "spiegel"-glossen freuen. und diese szenen will ich ja wirklich meiden.
also dann: in diesem buch explodiert kein auto, niemand erschießt jemanden, kein irrer komplott wird geschmiedet, niemand verschwört sich hinter einem rücken gegen den rückeninhaber, keine plötzliche krankheit tritt auf und zerstört ein vorherrschendes idyll. stattdessen geht es hier um das leben, wie es sich so darstellt: schnöde und banal, als verkettung von situationen, aber immer total wichtig, weil es ja das einzige ist, was wir haben. das leben eben. unser leben. auch das noch.
das wird bei peltzer ohnehin immer sehr deutlich, wie dicht das leben sein kann, lauter beobachtungen, frustrationen, hoffnungen, geschichten eben, die sich summieren, aber keine stringenz erzeugen, weil die eine geschichte ja von der anderen nichts weiß. stattdessen herrscht verwirrung vor, in all der komplexität, aber der mensch schlägt sich durch, sucht sich seinen weg, findet immer einen weg, nicht den besten weg, sondern eben einen weg, zu einem ziel, weil jeder weg ein ziel hat, das ziel ist, man weiß schon.
natürlich geht es hier, wie in jedem guten buch, um liebe, weil es ja sonst um nichts gehen kann, nicht ernsthaft jedenfalls. um liebe in ihrer fragilität und unwahrscheinlichkeit, problematik, erzählt aber nicht als problemfall, sondern als zwangsläufigkeit, die geschichte von chancen und möglichkeiten und entscheidungen im gewaltigen feld der weltkontingenz, der arme kleine arsch von mensch, der alles darf, nur nicht sich unterkriegenlassen.
er ist kein verlierer, er ist kein held, der mensch. er ist mensch, darum heißt er so, darum benimmt er sich so, die ganze zeit: affig, dumm, eigen, menschlich.
wen das alles nicht interessiert - und dafür gibt es sicher busladungen von guten und besten argumenten -, der sollte sich das buch dennoch kaufen. auf der letzten seite wird nämlich die internetseite lovelybooks.de beworben und der leser wird aufgefordert, doch seine meinung zum gelesenen dort kundzutun.
ansonsten ist das buch im übrigen überragend.