Leser-Rezensionen zu „Das Herz der Nacht” von Ulrike Schweikert
Rezension verfasst vor 2 Monaten (3)
Einleitung:
In der örtlichen Bücherei kann ich es einfach nicht lassen, bei den Neuerscheinungen zu stöbern.
Oft gebe ich ein paar Bücher ab und nehme genau so viele wieder mit *g*
Dieses Mal hielt ich das Buch „Das Herz der Nacht“ von Ulrike Schweikert in den Händen.
Das Cover hatte mich neugierig gemacht und als ich auf der Rückseite des Buches erfuhr, dass es um Vampire gehen sollte, nahm ich das Buch sofort mit.
Die Autorin:
Ich weiß gar nicht, wie ich diese klasse Autorin bisher übersehen konnte.
Die faszinierende Frau wurde in Schwäbisch Hall geboren und lebt derzeit in der Nähe von Stuttgart.
Sie hat Geologie und Journalismus studiert und das merkt man, wenn man ein Buch von ihr liest.
Dies ist mein Erstling von ihr und doch war ich gleich gefangen in ihrem gekonnten Schreibstil, der detailgetreuen Darstellung des Lebens der Städter und Adligen, ihrer Gepflogenheiten und natürlich ganz besonders der Schauplätze.
Der erste Roman von Ulrike Schweikert war „Die Tochter des Salzsieders“.
Diesen und ihre anderen Romane werde ich nach der Lektüre dieses Buches auch lesen, weil ihr Schreibstil mich einfach überzeugt hat.
Toll finde ich, dass die Autorin über Historisches und Vampire schreibt.
Beides sind Themen, welche mich sehr begeistern und interessieren.
Fakten zum Buch:
Das gebundene Taschenbuch erschien im Oktober 2009 beim Egmont-Lyx-Verlag.
Es umfasst 478 Seiten und ist im Buchhandel für 19,95 Euro zu haben.
Der Verlag über das Buch:
Wien im 19. Jahrhundert.
In den Salons des Hofadels und der schönen Fürstin Therese Kinsky wird der Vampir András Petru Báthory von den Damen umschwärmt.
Da erschüttert eine grausame Mordserie die Kaiserstadt, und András gerät unter Verdacht.
Die Schlinge zieht sich zu.
Als es fast zu spät ist, erkennt er, dass nicht nur seine Existenz auf dem Spiel steht.
Ein Wettlauf beginnt, um die zu retten, die er liebt.
Der Verlag nennt sich selbst einen Verlag für Romantik-Fantasy mit Biss.
Das hat mich neugierig gemacht und so habe ich ein bisschen auf der Homepage des Verlags gestöbert.
Das tolle Angebot ist einen Klick wert www.egmont-lyx.de
Die Geschichte und meine Meinung dazu:
Wir befinden uns im Wien, genauer gesagt im 19.Jahrhundert zur Kaiserzeit.
Ein Prolog entführt uns ins Leben der einfachen Bürger und wir bekommen einen seltsamen Mord mit.
In der Welt von Kaffehausbesitzern, Rittmeistern und Kriminalkomissären, vollbringt ein dunkles Wesen sein düsteres Werk…
Die Autorin zieht mich gleich in den ersten Seiten in ihren Bann und ich wünsche mich schon fast zurück in das Wien des vergangenen Jahrhunderts.
Im ersten Kapitel lernen wir Fürstin Therese Josepha Kinsky kennen.
Diese ist gerade mit ihrem Groom bei einer nächtlichen Ausfahrt, als sie die Kontrolle über die Pferde verliert.
Der geheimnisvolle Graf Andras Petru Báthory, ein ehemaliger Fürst aus den Karpaten, rettet ihr das Leben und eine zarte Freundschaft beginnt zu keimen.
Aus der Freundschaft wird im Laufe des Buches Liebe, doch diese muss viele Wendungen und Wirrungen hinnehmen.
Da gibt es gesellschaftliche Verpflichtungen und Regeln, den untreuen Fürsten, klatschsüchtige Hofdamen, bornierte Adlige und vieles mehr.
Nach wenigen Seiten habe ich das Gefühl, selbst im Wien vergangener Jahre zu flanieren und die Szenerie aus dem Blickwinkel eines Beobachters zu verfolgen.
Im zweiten Kapitel lernen wir den geheimnisvollen Vampirgrafen besser kennen und verfolgen gebannt, wie er und die Fürstin sich freundschaftlich näher kommen.
Er ist fasziniert von ihrer erfrischend ehrlichen Art, ihrer bissigen Ironie und ihrem Freimut.
Sie ist bezaubert von seiner charmanten Art und seinem schönen, ebenmäßigen Aussehen.
Jedoch ist sie auch verwirrt, weil er ihre Verabredungswünsche zurück weist und nur in der Abenddämmerung erscheint.
Gemeinsam erobern sie die Wiener Welt der Opern und des Theaters.
Das dritte Kapitel handelt besonders von Fürst Ferdinand Rudolf Kinsky von Wchinitz und Tettau.
Der Fürst ist mir recht schnell unsympathisch.
Er behandelt Therese wie ein Vieh, wertet sie ab, schlägt sie und vergnügt sich stattdessen unter aller Augen mit anderen Damen.
Weiter lernt man die Bediensteten des Hauses kennen, sowie den Charakter der einzelnen Personen.
Fürst Báthory wacht darüber mit Argusaugen und man merkt, wie sehr er die Gräfin lieb gewonnen hat.
Gegen Ende des Kapitels lernt man den jungen Virtuosen Carl Eduard Wallberg, seinen Vater und seine Schwester Karoline kennen.
Das vierte Kapitel entführt uns in den Salon der Karoline Pichler.
Der Vampirgraf und die Wiener Gräfin statten ihm einen Besuch ab und unterhalten sich bei musikalischen Darbietungen.
Am nächsten Morgen geschieht ein weiterer Mord und nach und nach gerät Andras zunehmend in Verdacht.
In Kapitel fünf lernen wir Karoline Maria Wallberg kennen, die Schwester des Virtuosen Carl Eduard Wallberg.
Sie führt ein bescheidenes Leben mit ihrem Vater und ihrer kleinen Tochter, welche ein trauriges Geheimnis verbirgt.
Graf Báthory stattet der Familie einen Besuch ab und entscheidet sich dazu, bei Karoline Pianounterricht zu nehmen.
Für einen Musikkenner wäre es sicherlich eine Freude, so viel über Komponenten aus dem vergangenen Jahrhundert zu lesen und darin zu schwelgen, welche Freude die junge Frau am Pianospiel verspürt.
Der Graf und die junge Frau freunden sich langsam an und treffen sich von nun an regelmäßig in ihrem seltsamen Arrangement.
Kapitel sechs trägt den Namen Pianoforte und passt sehr gut zu den Geschehnissen.
Der Graf hatte es sich zum Ziel gemacht, das meisterliche Pianospiel zu erlernen.
Langsam aber stetig kommt er Karolines Geheimnis auf die Spur und versucht ihr zu helfen, sich selbst zu helfen.
Kapitel sieben führt uns zu einem weiteren Mordfall, der die Wiener Kommissäre Hofbauer und Schobermeier in Atem hält.
Eine junge Frau ist verschwunden, eine von vielen in letzter Zeit.
Immer wieder war Andras in der Nähe des Tatorts und langsam dämmert es diesem und seinem stummen Diener Goran, dass ihm da jemand eine Falle stellen will.
Ich muss zugeben, dass der Graf in seinen Handlungen auch nicht immer clever und vorausschauend gehandelt hat und so sein Übriges dazu beigetragen hat, in Verdacht zu geraten.
In Kapitel acht lernen wir Karolines Tochter Sophie und ihre morbide Faszination für den Tod und alte Gräber kennen.
Das Kind war mir von Anfang an sehr sympathisch.
Derweil gehen die Ermittlungen voran, die Fürstin vergeht vor Sehnsucht und Andras hält sich im Hintergrund.
Kapitel neun entführt uns zu einer Soiree im Hause Windisch-Graetz.
Graf Andras Petru Báthory kommt mehr und mehr in Bedrängnis und trifft sich trotzdem zu der gesellschaftlichen Veranstaltung mit Fürstin Kinsky.
Wieder einmal muss er sie vor dem Zorn ihres frivolen Mannes schützen und hat doch selbst weit schlimmere Probleme, die bis an die Stufen seines Palais führen.
Kapitel zehn lässt uns an der nächtlichen Ausfahrt der Fürstin mit ihrem geheimnisvollen Grafen teilhaben.
Ein Ruhepol inmitten des Chaos um sie herum.
Die Ermittlungen gehen weiter, neue Morde geschehen und der gehörnte Gatte vergnügt sich mit seinen „Ballettratten“ und seinem „drallen rosa Bonbon“, wie die Fürstin seine Geliebten nennt.
Kapitel elf beschäftigt sich mit Sophie, der Tochter von Caroline Wallberg.
Wir bekommen mehr von ihrem Lebensumständen, ihrem Umfeld und ihrem Charakter mit, während sich drum herum die Ereignisse immer mehr zuspitzen.
Das zwölfte Kapitel trägt zu Recht den Titel Aristokratentheater.
Andras wird von dem unbekannten Mörder bedrängt, gleichzeitig verzehrt er sich vor Sehnsucht nach Therese.
Diese begleitet er zu einer Familienaufführung, bei der sie sich angenehm amüsieren.
In Kapitel dreizehn schlägt Andras Stimmung rapide um, da sein unbekannter Gegner immer dreister wird.
Dies führt die Kriminaloberkommissäre immer mehr auf seine Spur und doch sind sie immer einen Tick zu spät dran.
Kapitel vierzehn führt uns ins Palais Fries, den Wohnsitz von Graf Báthory.
Dieser übt emsig das Pianospiel, kann jedoch aufgrund der Ereignisse nicht zur Ruhe kommen.
Das fünfzehnte Kapitel nennt sich Blut und Verlangen und genau darum geht es.
Fürstin Kinsky kämpft mit sich und ihren Gefühlen.
Liebt sie Andras? Soll sie der Versuchung nachgeben? Welches dunkle Geheimnis umgibt ihn?
Während sie diesen Dingen langsam auf die Schliche kommt, greift ihr eifersüchtiger Mann auf unschöne Weise ein.
Kapitel sechzehn handelt von einer Hausdurchsuchung und den Konsequenzen daraus.
Die Spannung steigt in Kapitel siebzehn in der Wiener Michaelergruft.
Kapitel achtzehn handelt von der Schlittenfahrt des Adels.
Therese und Graf Báthory fahren nehmen gemeinsam am Rennen teil.
Das Lesen dieses Kapitel hat mir sehr viel Spaß gemacht, weil es mal eine andere Note in den Alltag des Adels bringt und mir die mir unbekannte Tradition der Schlittenrennen näher bringt.
Der Maskenball in Schönbrunn in Kapitel neunzehn fördert ein weiteres Mordopfer zu Tage und offenbart Andras die Art seines Feindes.
In Kapitel zwanzig entführt Graf Báthory seine Fürstin Kinsky ins Zauberland.
Was es damit auf sich hat, müsst ihr selbst lesen…
Kapitel 21 löst das Rätsel um den Mörder und dessen Auftraggeber.
Mit dieser Wendung hätte ich nicht gerechnet.
Das 22.Kapitel ist mehr als spannend. Andras bekommt den wahren Feind zu Gesicht und muss alles tun um sich und seine Lieben zu schützen.
Doch ob ihm das gelingt?
In den Kapiteln 23 und 24 flieht Andras nach Hamburg.
Wen er mitnimmt und warum sie fliehen verrate ich natürlich nicht…
In Kapitel 25 wird es auch in Hamburg brenzlig, denn die Stadt steht in Flammen.
Andras muss alles erdenklich Mögliche tun um sich und seine Lieben zu schützen und den Feind zu besiegen.
Dabei stellen sich ihm viele Steine in den Weg.
Der Showdown ist so spannend geschrieben, dass ich das Buch keine Sekunde aus der Hand legen konnte, ehe ich wusste, wie es weiter gehen würde.
Kapitel 26 spielt in einer buchstäblichen Flammenhölle.
Andras muss viel aufs Spiel setzen, um seine Ziele zu erreichen.
Ob er es schafft seine Lieben zu retten und dem beinahe übermächtigen Feind und den Flammen zu trotzen?
Als ich dieses Kapitel las, stiegen mir Tränen in die Augen.
Die Charaktere um Peter von Borgo (so nennt sich Andras in Wien) sind mir dermaßen ans Herz gewachsen, dass mich das Bild nach dem Kampf und in der Flammenhölle rührt.
Der Autorin ist eine gute Mischung aus Spannung, Dramatik und Hoffnung gelungen, die mich zwischen Melancholie und Freude schwanken lässt.
Der Epilog spannt geschickt den Bogen in eine Zeit in der Zukunft.
Wir befinden uns nach wie vor in Hamburg und erfahren, was aus den noch lebenden und Untoten handelnden Personen geworden ist und noch werden könnte.
Das Buch endet mit einer Danksagung der Autorin, sowie einer Leseprobe aus ihrem Roman „Feuer der Rache“ (Ein Peter-von-Borgo-Roman)
Ein Ausblick:
Die Danksagung der Autorin lässt erwarten, dass ein weiterer Band über die Vergangenheit von Peter von Borgo erscheinen wird.
Ich freue mich sehr darauf, ärgere mich aber auch ein bisschen.
Der Schreibstil der Autorin ist klasse und ich werde mit Freuden weitere Bücher von ihr lesen.
Ich habe das Buch jedoch mit der Erwartung ausgeliehen, einen in sich geschlossenen Vampirroman ohne weitere Fortsetzungen zu entleihen.
Da verliere ich nämlich wie bei den Black Dagger Romanen, von denen es mittlerweile auf Deutsch glaube ich sechzehn Bände gibt, langsam den Überblick.
Mein Fazit:
Dieser Vampirroman macht mich sprachlos.
Die Bücherei hat ihn unter der Rubrik Horror eingeordnet.
Meiner Meinung müsste dafür eine eigene Kategorie erfunden werden, in etwa die Kategorie Historischer-Vampirkrimi mit romantischen Elementen.
In der Danksagung der Autorin erfuhr ich, welche Mühe hinter diesem Buch steckt.
Für ihre Geschichte über Hamburg und Wien und ihre Darstellung der Sitten und Gebräuche in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts, hat die Autorin viel an Recherche investiert.
Dazu hat sie viele Bücher zu den Themen durchgearbeitet, um zum Beispiel den Brand in Hamburg detailgetreu nach historischem Vorbild zu rekonstruieren.
Dabei fand sie auch die Ideen für ihre Charaktere und deren Geschichte.
Das reichte ihr jedoch nicht aus und so recherchierte sie vor Ort und in Museen.
Hut ab vor so viel Engagement !
Ihre Mühe war es allemal wert, denn ich halte ein Buch voll lebendiger Geschichte und Charaktere in der Hand.
Der Autorin gelingt es, lebendige Charaktere zu gestalten, indem sie diese nach und nach in deren Umfeld und mit deren Gewohnheiten darstellt.
Oft stehen einzelne Personen und deren Motive im Vordergrund, so dass man sich leicht in sie hineinversetzen kann.
So habe ich schnell Personen gefunden, die mir sympathisch und eher unsympathisch sind.
Die Emotionen der Gräfin zum Beispiel tragen dazu bei, dass ich wütend auf die erfundene Figur ihres eifersüchtigen Gatten bin.
Die Figur der Karoline ist sehr facettenreich und mitreißend.
Sophie schloß ich sofort in mein Herz.
Der Adel und das Bürgertum werden sehr lebensnah dargestellt und bekommen so ihren eigenen Charme.
Peter von Borgo alias Andras wird erst durch sein Umfeld und seinen Charakter so richtig lebendig und ist der rote Faden des Buches.
Alles wirkt so lebensnah und detailliert, dass man sich darin verlieren könnte.
Ich denke, dass macht auch den Reiz aus, die anderen Bücher der Reihe zu lesen.
Wer einen Band gelesen hat, will mehr!
In diesem Buch fand ich Spannung, Zerstreuung, lebendige Geschichte, einen leichten Grusel, der steig steigt und einen kleinen Hauch Erotik.
Viel Spaß beim Lesen, Bewerten und Kommentieren wünscht
Alchemilla
Rezension verfasst vor 4 Monaten (4)
Ich fand es super, wusste bis zum Ende nicht wer es war. Die Charakter waren sehr gut und der Schauplatz mit Wien gut gewählt.
Rezension verfasst vor 10 Monaten (15)
"Nein, ins Zauberland gelangte man nur in der Kutsche, die der Magier aussandte, und nur, wenn man ihm vertraute, dass sein Zauber gelingen würde."
----------
Inhalt: Der Vampir Graf András Petru Báthory ist eine ungewöhnliche, aber begehrte Erscheinung in Wiens hoher Gesellschaft. Obwohl viele Frauen den geheimnisvollen Grafen umschwärmen, schenkt er seine Aufmerksamkeit zwei ganz besonderen Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Der Fürstin Therese Kinsky und der Pianistin Karoline Wallberg. Mit der einen genießt er das kurzweilige Wiener Nachtleben, bei der anderen nimmt er Klavierunterricht. Währenddessen wird die Stadt Schauplatz einer grausamen Mordserie. Was zunächst wie eine bedauernswerte, aber weit entfernte Tragödie scheint, drängt sich zunehmend in den Vordergrund - und in András Leben. Irgendjemand scheint darauf aus zu sein, ihm die Morde unterzuschieben und die Schlinge zieht sich immer weiter zu. Als András erkennt und begreift ist es beinahe schon zu spät...
----------
Meine Meinung: Was sind das nur für Zeiten, in denen ich in Tränen des Glücks ausbreche, wenn ein Vampir sagt, er könne erst nach Sonnenuntergang ausgehen? An diesem Punkt hatte Ulrike Schweikerts Protagonist auf jeden Fall schon mal den ersten Stein im Brett! András ist ein Gentleman-Vampir der alten Schule - geheimnisumwittert, gefährlich, verlockend und doch mit einem Problem, für das er allerdings nichts kann: Er ist einfach nicht Lestat. Es fiel mir dennoch nicht schwer nachzuvollziehen, wie Therese und Karoline sich nach und nach immer mehr zu ihm hingezogen fühlten. Auch diese beiden Charaktere sind der Autorin recht gut gelungen, besonders gefallen hat mir dabei aber Therese. Eine Fürstin, die zwar immer noch schön und lebenslustig ist, die Mitte vierzig aber bereits überschritten hat und damit schon nicht mehr der klassischen Roman-Heldin entspricht, die den Märchenprinzen umgarnt. Gerade weil ich diesem Denken erlegen war, habe ich den Verlauf der Story oft falsch eingeschätzt und besonders zum Ende hin hat Ulrike Schweikert mir tatsächlich die ein oder andere Überraschung beschert, die ich nicht erwartet hätte.
Aber nicht nur die Charaktere (denen ich an einigen Stellen doch ein paar mehr Ecken und Kanten gewünscht hätte) und Plot wussten im Großen und Ganzen zu gefallen, auch das Sittengemälde, das die Autorin vom Wien des 19. Jahrhunderts zeichnet, darf als gelungen betrachtet werden. So vereint Ulrike Schweikert in ihrem Vampirroman gleichermaßen Fantasy mit Historie und das ohne, dass der Roman irgendwie überladen wirkt.
----------
Fazit: Ein kurzweiliger Vampirroman, der vor allem jenen anzuraten ist, die die Nase voll von glitzernden, "vegetarischen" Vampiren haben.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (11)
Wer glaubt, dieses Buch in die Kategorie “Vampirroman” stecken und damit die Handlung vorhersehen zu können, der irrt sich gewaltig. Es ist ein Vampirroman, ein Krimi, eine Geschichte über Freundschaft und ein historischer Roman.
Graf András Báthory ist ein Vampir. Und trotzdem glitzert er nicht und er verführt nicht am laufenden Band 17-jährige Mädchen. Er hadert auch nicht täglich mit seinem Schicksal. In den Wiener Nächten des frühen 19. Jahrhunderts genießt er kulturelle und gesellschaftliche Vergnügungen und ruht tagsüber in einem Sarg in seinem Palais.
Bei einem nächtlichen Ausflug trifft er auf Fürstin Therese Kinsky, mit der ihn bald eine tiefe Freundschaft verbindet. Fürstin Kinsky, eine stolze und dennoch sehr unglückliche Frau, macht ihn schließlich mit der Pianistin Karoline Wallberg bekannt, die ihm nicht nur Klavierlehrerin sondern auch Freundin wird.
Es könnte also alles gut sein. Wenn Wien nicht ausgerechnet jetzt von grausamen Morden in Atem gehalten würde, die mit András in Zusammenhang zu stehen scheinen.
Gut recherchiert, detailreich aber nicht langatmig und eigentlich völlig ohne Klischees. Ulrike Schweikert hat ein Buch geschrieben, das mich wirklich überrascht hat. Das lag nicht zuletzt an den glaubwürdig herausgearbeiteten Charakteren, die mir durchgehend sympathisch waren.
Die Autorin hat darauf verzichtet, neue und innovative Vampirfähigkeiten und –eigenschaften zu erfinden, die in vielen solcher Bücher immer dann plötzlich auftauchen, wenn der Autor seine Protagonisten wieder in irgendwelche unmöglichen Situationen manövriert hat, aus denen sie sonst nicht mehr herauskommen, sondern hat sich an den ursprünglichen Klassikern orientiert, was mir sehr gut gefallen hat, auch wenn der Showdown am Ende ein bisschen plötzlich kam und dann auf wenigen Seiten schon beendet war.
Definitiv empfehlenswert für alle, die auf Vampirromane stehen, aber auf das übliche Teeniegeschmachte verzichten können.
Zitate:
Menschen verließen sich zu sehr auf ihre Augen, die sie führten und ihre Entscheidungen bestimmten. Das Fühlen, Riechen und Schmecken stellten sie meist hintenan. Misstrauten ihren wunderbaren Sinnen zu Unrecht und vernachlässigten sie sträflich. Das war der große Unterschied zwischen ihm, dem Vampir, und den Menschen. Für András wog dieser Unterschied schwerer als alles andere, wie etwa der, dass er tagsüber im Verborgenen ruhen musste, und dass er sich von ihrem Blut ernährte. Auch die Menschen töteten und aßen Fleisch von Tieren, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wie nah diese Lebewesen ihnen eigentlich standen. Denn um dies zu erspüren, würden sie die Sinne benötigen, die sie über Generationen hatten verkümmern lassen. (Seite 190)
Es gibt eben mehr als eine Wahrheit, dachte Therese erstaunt. Die, die man sagen darf, und die, die man nicht einmal seinem Herzen gern gesteht. (Seite 261)
http://gottagivethembooks.wordpress.com
Rezension verfasst vor 1 Jahr (9)
Kurzbeschreibung:
Wien im 19. Jahrhundert. Auf den prunkvollen Bällen am kaiserlichen Hof wird der Vampir András Báthory von den Damen umschwärmt. Doch ihn verlangt es nach geistreicher Unterhaltung, wie er sie in den Gemächern der klugen Gräfin von Traunstein findet. Dort lernt er die hübsche Pianistin Karoline kennen und beginnt, bei ihr Unterricht zu nehmen. Doch Karoline hütet ein dunkles Geheimnis. Da wird die Gräfin von Traunstein ermordet aufgefunden, und alles deutet darauf hin, dass in der Stadt ein weiterer Vampir sein Unwesen treibt. Er scheint es auf Báthory abgesehen zu haben und auf alle, die ihm nahe stehen.
Rezension:
Zugegeben, in das Buch muss man sich erst hineinlesen. Viele Leser wird es vielleicht abschrecken, die für uns eigentümliche Sprech- und Verhaltensweisen des Wiens in der Mitte des 19. Jahrhunderts anzunehmen, und legen das Buch vermutlich vorschnell zur Seite. Hätte ich in der Hand nicht ein Rezensionsexemplar gehalten, sondern ein Buch aus der Leihbücherei, hätte ich es wahrscheinlich ähnlich gehalten. Es liest sich am Anfang doch relativ schwer, v.a. auch durch viele Begriffe die (zumindest mir) unbekannt sind, spezifische Begriffe, die im Österreich des 19. Jhdt. Gang und Gebe waren (bspw. Groom, viele verschiedene Bezeichnungen von Kutschen...). Setzt man sich darüber allerdings hinweg, so öffnet sich dem Leser ein farbenprächtig gezeichnetes Bild eines glamourösen Wiens und lebendigen Charakteren.
In ihren Anfängen handelt die Geschichte viel von der Fürstin Therese Kinsky, die für mich einen eher unsymatischen Charakter präsentiert. Die Fürstin wird als vergnügunssüchtig dargestellt, eine Frau in den 40ern, die von Ihrem Ehemann gob behandelt und unterdrückt wird. Sie freundet sich mit dem Graf András Báthory an und in den sie sich auch verliebt.
Im weiteren Verlauf tritt immer mehr die Pianistin Karolin Wallberg und deren blinde Tochter Sophie in den Vordergrund. Karolin beginnt, unterdrückt von ihrem Vater und Bruder, dem Grafen Klavierunterricht zu erteilen. Irgendwann lernt dieser auch deren Tochter Sophie kennen - und beide Frauen lieben.
Persönlich beeindruckt hat mich der Charakter der blinden Sophie. Obwohl sie erst 7 Jahre alt ist, ist sie, auch wegen ihrer Bllindheit, die weitsichtigste und klügste Person im gesamten Buch. Die Lebenserfahrung, die aus dem Kind spricht lässt sie wesentlich älter erscheinen als sie eigentlich ist. Zum Ende hin wird sie eine Schlüsselfigur im Buch, was mich gefreut hat. Die Benotung des Gesamtwerkes geht für mich eindeutig nach oben, allein wegen der ausführlichen Behandlung von Sophies Charakter.
Fazit: das Buch ist, trotz seiner Schwächen, allemal lesenswert. Zuviel sollte man jedoch nicht erwarten.
Diese und weitere Rezensionen findet ihr auch in meinem Buch-Blog: http://buecherberg.blogspot.com
Rezension verfasst vor 1 Jahr (19)
Dies war mein erstes Vampir-Buch der Autorin Ulrike Schweikert, die mich schon mit ihren historischen Romanen begeistern konnte.
Wie ich es schon von ihr gewöhnt bin zeichnet sie interessante Charaktere und ein farbiges Sittengemälde der Zeit, in der die Geschichte spielt. Der Leser wird mit hinein genommen in die Wiener Kaiserzeit und ihre gehobene Gesellschaft. Mit Graf András Petru Barthory bietet die Autorin einen tollen Vampir, fernab des Glitzer-Schmuse-Teenie-Vampirs. Das Buch ist also auch für den reiferen Leser geeignet, der nicht immer nur von asexuellen Vegetarier-Vampiren lesen will.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (12)
Der Graf und Vampir András Petru Báthory versucht in Wien des 19. Jahrhunderts Fuß zu fassen. Gerade eben hier her übergesiedelt, soll sein Leben endlich einen Sinn bekommen. Als er auf die schöne Fürstin Therese Kinsky trifft und ihr danach auch ziemlich schnell einmal das Leben rettet, scheint es fast, als würde er zumindest einmal etwas Gutes tun. Auch mit der Klavierspielerin Karoline Wallberg und ihrer Tochter Sophie versteht sich András ausgezeichnet und so nimmt er bei Karoline Unterricht am Klavier. Eigentlich scheint ja nun alles recht harmonisches, gäbe es da nicht diese wirklich brutale Mordserie, die scheinbar nur schönen jungen Frauen das Leben kostet... András, der es schafft, irgendwie immer in die Nähe der Tatorte zu kommen, wird schnell zum Tatverdächtigen, was durch das Blut und die Tatwaffen in seiner Wohnung irgendwie noch unterstrichen wird...
Als großer Fan der "Erben der Nacht" - Reihe von Ulrike Schweikert, war ich hocherfreut zu sehen, dass es auch für die Erwachsenen einen (historischen) Vampirroman gibt. Dazu sieht dieses Buch einfach nur wunderschön aus und liegt wie etwas ganz besonderes in der Hand. Schon alleine aufgrund des Covers und der Aufmachung ist das Buch schon einen Platz in jedem Buchregal wert. Aber auch die Geschichte braucht sich nicht zu verstecken!
Wer "Dracas" gelesen hat, weiß, dass Ulrike Schweikert sich darauf versteht, dem Leser ein anschauliches Wien zu präsentieren. Dabei schafft sie es auch, die dunklen , eher weniger prunkvollen, Seiten Wiens zu beschreiben. Sehr detailliert lässt sie den Leser in diese Zeit eintauchen und bleibt auch mit Erklärungen und Hintergründen nicht sparsam. Da macht Lesen wirklich Spaß.
Die Charaktere sind sympathisch und wie immer hat man auch hier beim Lesen einen kleinen Film im Kopf. Auch, dass eben nicht immer jede Vergangenheit schön war, sondern jeder Mensch (oder Vampir) so seine ganz eigenen Erfahrungen gemacht hat, wird hier sehr schön ausgearbeitet. Die Figuren sind eben sehr Komplex und bedienen nicht unbedingt jedes Klischee. Das findet sich auch bei den Nebencharakteren, die nicht wie Fertigware mal eben aus der Schublade gezogen wurden.
Ulrike Schweikerts Schreibstil ist nie langweilig oder zäh. Alleine schon durch die ersten Seiten zieht sie einen in den Bann und lässt einen erst los, wenn die Geschichte zu Ende erzählt wurde. Solche Autoren trifft man leider selten.
Ein gut recherchiertes Buch, das viele Genre zu einer ungewöhnlichen, aber guten Mischung macht. Hier findet wirklich jeder, was er sucht.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (17)
Mit einem Tyrannen als Ehegatten und in das enggeschnürte Mieder der gesellschaftlichen Konventionen des Wiener Adels des vergangenen 19. Jahrhunderts gesteckt, braucht es nicht viel, dass die lebenshungrige und äußerst scharfzüngige Fürstin Therese Kinsky dem Charme des geheimnisumwitterten und attraktiven Grafen András Petru Báthory erliegt. Außerdem entfachte der Graf eine Leidenschaft in ihr, von der sie sich in ihren Träumen nicht vorzustellen vermochte, dass sie ein solche empfinden kann.
Aber die Fürstin ist nichts einzige, die von dem Grafen fasziniert ist – auch Sophie, die blinde Tochter der Pianistin Karoline Wallberg, findet Gefallen an der Gesellschaft Báthorys; dem Mann, der nach Einbruch der Nacht Klavierstunden bei ihrer Mutter nimmt und nach Tod riecht…
Was beide ahnen, aber nicht wissen können: András ist ein jahrhundertealter Vampir, der sich fernab seiner Heimat Transsylvanien ein neues Leben aufbauen möchte. Doch schnell muss er feststellen, dass sich die Vergangenheit nicht so leicht abschütteln lässt, wie er das gerne gehabt hätte.
Eine Mordserie erschüttert nämlich schon bald ganz Wien, deren Opfer stets mit herausgerissener Kehle aufgefunden werden. Und was András zu spät erkennt, ist dass der Mörder es eigentlich auf ihn abgesehen hat und er seine Kreise immer enger um den Grafen und die, die er „liebt“, zieht - bis selbst der letzte Fluchtweg abgeschnitten zu sein scheint…
Mit „Das Herz der Nacht“ lässt Ulrike Schweikert das verschneite Wien des 19. Jahrhunderts wieder auferstehen und entführt den Leser auf eine schaurig spannende Reise, bei der historische Persönlichkeiten auf kaltblütige Mörder und bluttrinkende Nachtgestalten treffen.
In Erwartung, hiermit einen reinen romantischen Vampirroman vor mir zu haben, wie sie momentan haufenweise auf den Markt zu finden sind (allein mit dem Unterschied, dass das Plot nicht in der Gegenwart angesiedelt ist, sondern in der Vergangenheit), begann ich zunächst eher zögerlich mit dem Lesen dieses Buches – doch schon am Anfang fesselte mich die bildstarke Beschreibung des ersten Schauplatzes, die einen sofort in die damalige Zeit versetzt.
Durch Schweikerts sehr ausführliche Recherchearbeit und ihre ausdrucksstarke Zeichnung der Handlungsorte, so wie des Sittengemäldes der damaligen Gesellschaft, erwachen die Damen und Herren auf ihren Abendgesellschaften und Bällen oder das rege Treiben in den Gassen und Straßen der Stadt vor den Augen des Lesers zum Leben. Auch wenn die Autorin in ihren Umschreibungen hin und wieder ein wenig ausschweift und somit das Lesetempo stelleweise drosselt, bieten sie meiner Meinung eine wunderbare Kulisse für die eigentliche Geschichte.
Das Plot steht hier im starken Kontrast zu der fast märchenhaften Umgebung und verwandelt das bezaubernd winterliche Wien in einen gefährlichen, düsteren Ort, an dem kein Mensch sicher zu sein scheint.
Überaus geschickt werden hier historische, kriminalistische und phantastischen Elementen miteinander verbunden, sodass sich bestimmt sogar mancher Vampir-Verächter für diesen Roman begeistern könnte.
Auch wenn die Kriminalgeschichte vielleicht eine Spur zu konstruiert wirkt und teils doch vorhersehbar ist, weiß sie einen mit der bangen Erwartung an ein furioses Ende an das Buch zu fesseln, welches der Leser zum Schluss tatsächlich auch serviert bekommt.
Zunächst beginnt ja alles eher ruhig und die Handlung in Wien wird mehr von einer unterschwelligen Spannung getragen, aber dafür endet der Roman umso rasanter mit dem Großen Brand in Hamburg. Dieser Ortswechsel lässt sich wohl darauf zurückführen, dass „Das Herz der Nacht“ die Vorgeschichte zu Schweikerts Peter von Borgo- Romanen darstellen soll, die allesamt in Hamburg spielen. Persönlich hätte ich es zwar schöner gefunden, wenn der „Showdown“ ebenfalls in Wien stattgefunden, doch zweifellos hat auch Hamburg seine Reize, sodass diese Wendung nur bedingt gestört hat.
Was mir neben dem Schreibstil ebenfalls gut gefallen hat, war die Tatsache, dass das Rätsel um die Identität des Mörders erst zum Schluss seine Auflösung fand - doch weniger mochte ich, was dabei herauskam. Da stellt man nämlich als Leser die tollsten Vermutungen an, und dann erfährt man, dass man auf die eigentliche Lösung gar nicht kommen kann… das ist eher unbefriedigend, wenn hier auch nicht ganz so tragisch, wie es klingen mag.
Zudem rechne ich es der Autorin hoch an, dass sie mehr auf die klassische Vorstellung des Menschen von Vampiren eingegangen ist, in der die Blutsauger noch in Särgen schlafen.
Der Vampir kommt in diesem Buch meinem Bild solch einer Kreatur viel näher, als vieles, dass ich bis jetzt gelesen habe – seinem Alter entsprechend ist Báthory ein vom Leben und den meisten Menschen gelangweilter Zeitgenosse, der schon zu viel gesehen und miterlebt hat, als dass er mit dem gleichen Interesse das Geschehen verfolgen könnte, wie seine Mitmenschen es machen. Er ist beherrscht, hat gelernt wie er auf Grund seines Verhaltens andere manipulieren kann… genauso, überlegen an Erfahrung und dem Wissen, diese Überlegenheit auch geschickt anzuwenden, stelle ich mir die erhabenen Vampire vor, die ihren Blutdurst unter Kontrolle haben.
Meiner Meinung nach ist der Graf ein wirklich interessanter Charakter, wenn er sich dennoch das kleine Klischee mit anderen seiner Art teilen muss, dass ihm seine menschlichen Neigungen/Regungen letztendlich zum Verhängnis werden. Eigentlich nicht sehr schön dargestellt, dass gerade das Menschliche in einem Wesen sein Verderben sein soll… aber so ist es in den meisten Büchern.
Nochmals viel faszinierender finde ich sowieso die weiblichen Protagonistinnen dieses Romanes.
Zum einen die Fürstin Kinski, die durch ihre Direktheit und ihrer Kritik gegenüber dem Adel und seiner überzogenen Arroganz den Leser oft zum Schmunzeln bringt - ebenso wie die verkannte und sehr talentierte Pianistin Karolina und ihre Tochter Sophie, die einem gleicher Maßen ans Herz wachsen.
Durch dieses Dreiergespann um den Grafen herum ergibt sich zudem ein Verhältnis, das den Roman über eine einfache Liebesgeschichte zwischen Mann und Vampir hinauswachsen lässt. Und von allen vieren kann man getrost sagen, dass sie viel mehr Tiefe aufweisen, als einige der Personen anderer Bücher, die wohl von den persönlichen Dramen im Leben der Genannten herrühren.
Auch vor Themen wie der Misshandlung (physisch, wie auch psychisch) von Frauen wird sich hier nicht gescheut, es lässt die Frauen hier jedoch niemals schwächer, sondern immer stärker werden, was mir ebenfalls außerordentlich zugesagt hat.
Alles in allem fand ich diesen Roman – trotz Vampir – äußerst unterhaltsam und für alle, die mehr als eine reine Liebesgeschichte um eines dieser Wesen lesen wollen, dürfte „Das Herz der Nacht“ ein gefundenes Fressen sein!
Rezension verfasst vor 1 Jahr (10)
Klappentext:
“Wien im 19. Jahrhundert.
In den Salons des Hofadels und der schönen Fürstin Therese Kinsky wird der Vampir András Petru Báthory von den Damen umschwärmt.
Da erschüttert eine grausame Mordserie die Kaiserstadt, und András gerät unter verdacht.
Die Schlinge zieht sich zu. Als es fast zu spät ist, erkennt er, dass nicht nur seine Existenz auf dem Spiel steht.
Ein Wettlauf beginnt, um die zu retten, die er liebt.
Eine hoschspannende und zutiefst romantische Vampirgeschichte, gepaart mit einem farbenprächtigen Sittengemälde der Wiener Kaiserzeit.”
Meine Meinung:
Ich bin wirklich sehr kritisch an das Buch gegangen, denn seit dem Twilight Hype ist es unglaublich schwer geworden gute Vampi-Bücher zu finden.
Unter gut verstehe ich hierbei, dass es sich um einen recht klassischen Vampir handelt, das wiederrum heißt, sie verbrennen bei Kontakt mit Sonnenlicht, ernähren sich von Menschenblut und sind echte Männer :)
Und all das bietet dieses Buch!
Ich bin einfach nur begeistert!
Normalerweise bin ich überhaupt nicht der Typ der anfängt bei Büchern so richtig mitzufiebern und zu -schwärmen, aber der Vampir Graf András Petru Báthory ist einfach nur ein Traum-Vampir.
Er ist groß, schlank, blass, hat langes schwarzes Haar, ist immer äußert geschmackvoll gekleidet.
Stets hatte ich das Bild eines stattlichen Vampirs im Stile eines Grafen von Krolock oder Armand vor Augen.
Und auch die Geschichte weiß zu überzeugen. Denn es ist nicht eine reine Vampirgeschichte, in der der Vampir eine Frau nach der anderen verführt, nein es fließen ebenso kriminalistische und auch dramatische Elemente mit ein.
Besonders beeindruckt hat mich die beschriebene Freundschaft zwischen dem blinden Mädchen Sophie und dem Grafen.
Das Buch verzichtet auch nicht auf Opfer, die in so ziemlich jedem anderen Roman im letzten Moment wahrscheinlich doch noch irgendwie gerettet worden wären. Das ruft natürlich auch Gefühle in einem hervor, die so sonst nicht möglich gewesen wären.
Fazit:
Ein Buch das ich jedem nur empfehlen kann, der genauso wie ich, die Nase voll hat von glitzernden Weichei-Vampiren.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (43)
Vor mehr als 200 Jahren wurde Graf András Petru Báthory zu einem Vampir. Seitdem wandert er von Stadt zu Stadt, doch nirgends hält es ihn länger als ein paar Monate. Als er dann aber nach Wien kommt ist er begeistert. Er lernt die Gräfin Kinsky kennen und auch die Komponistin Karoline Wallberg. In deren Gesellschaft fühlt er sich wohl, doch dann erschüttert eine Mordserie Wien und András gerät in Verdacht diese verübt zu haben. Allerdings bemerkt er zu spät die Falle, die ein alter Feind ihm stellt um ihm alles zu entreißen was er liebt....
Seitdem ich die Erben der Nacht von Ulrike Schweikert gelesen habe, bin ich ein großer Fan der Autorin und verschlinge alle ihre Bücher, die ich zu fassen kriege. Bei Herz der Nacht war das auch der Fall. Wieder einmal hat Schweikert sehr gut recherchiert, sie beschreibt nicht nur die Stadt Wien bzw Hamburg an sich, sondern auch die Sitten und Gewohnheiten der damaligen Zeit. Doch machmal übetreibt sie es auch etwas damit und die eigentliche Handlung bleibt auf der Strecke. Ihr Schreibstil ist wunderbar und ihre Personen sind spannend und interessant. Auf jede Person, die im Buch vorkommt, wird näher eingegangen und ihre Geschichte erzählt. Herz der Nacht ist somit ein richtig spannendes Buch, das ich jedem Fan von Vampirbüchern empfehlen kann. Von mir gibt es wieder einmal fünf Sterne für Ulrike Schweikert!










