Leser-Rezension zu „Ihre Leidenschaft” von Véronique Olmi
am 19.09.2007
Hélène, Schriftstellerin, kinderlos, verliebt in Patrick, Schauspieler, verheiratet - aber nicht mit ihr.
Sie fährt zu einer Buchmesse. Er schreibt ihr "Du felst mir" ohne "h".
Später im Hotelzimmer am Telefon sagt sie ihm, dass Isaac seine Frau für sie verlassen würde.
Und Patrick lacht.
"Ihre Leidenschaft" erzählt die Geschichte einer Frau, die verzweifelt ist, weil die Liebe der Realität gewichen ist. Enttäuschung, Ohnmacht und letztendlich der Entschluss dieser Hilflosigkeit ein Ende zu bereiten, mit welchen Mitteln auch immer.
Und dazwischen wird die Geschichte der kleinen Hélène geschoben, die aus einer armen Familie kommt, die bei der reichen Cousine der Mutter erfahren hat, welche Macht das Geld hat. Diese Episoden wirken aber eher verwirrend als erklärend und werden schließlich, so plötzlich und unbegründet sie auftauchten, fallen gelassen, mit Bildern der Jagd ersetzt.
Und es kommt wie es kommen muss: das Ende ist tödlich und trotzdem kommt kein Spannungsbogen zustande. Hélène zerfließt in Selbstmitleid, beschwört und weint.

