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Alle anzeigenLisasBuecherchaos
Vor 1 Jahr
(6)Zum Buch:
Was sagt man dazu? Als ich ewig um dieses wunderbare Cover rumgeschlichen bin, hätte ich niemals eine Geschichte wie diese erwartet.
Das Cover ist anders als alle die ich in letzter Zeit gesehen habe. Wahrscheinlich weil ausnahmsweise kein Mädchengesicht den Buchdeckel schmückt und weil das Zeichen der Ferox dem Leser sofort ins Auge springt. Das Cover ist einfach nur gelungen. :)
Beim Schreibstil sieht es da nicht anders aus. Von der ersten Seite an war es wie ein ständiger Sog und ich konnte mich nur schwer von dem Buch trennen, was letztenendes auch an den wundervoll gestalteten Charakteren lag. Was dem Buch einen zusätzlichen Bonuspunkt gibt ist die Tatsache dass die Geschichte von Beatrice in der Ich- Perspektive im Präsens erzählt wird. Diese Art des Schreibens ist mir erst einmal untergekommen. Dadurch war es sehrviel einfacher sich in die Geschichte einzufinden.
Die Charaktere haben mich buchstäblich vom Hocker gehauen. Protagonistin Beatrice macht eine großartige Verwandlung durch als sie die Fraktion wechselt. Einige ihrer Handlungen waren ein wenig...kindlich. Sie rennt weg um ihren Gefühlen zu entfliehen und weiß manchmal nicht wo ihr der Kopf steht. Aber diese Verwirrungen traten ziemlich selten auf, sie sind es fast nicht wert überhaupt erwähnt zu werden.
Wo ich gerade von ihren Gefühlen spreche. Als Beatrice ihre bisherige Fraktion die Altruan verlässt und zu den wagemutigen Ferox übergeht, lernt sie nicht nur eine neue Lebensweise kennen, sondern auch ihren Ausbilder Four. Four ist nicht besonders nett und wie die Autorin beschreibt trotz Sixpack und Muskeln nicht gerade der Hübscheste. Doch trotz der kleinen Makel war er einfach ein wunderbarer Charakter, der im Buch eine wesentliche Rolle gespielt hat. :) Auch Beatrice wird als nicht gerade hübsch bezeichnet, was durch ihre wachsende Tapferkeit aber kaum Gewicht hat.
Langsam und zwar soooo langsam, dass ich dachte das wird niemals etwas, kommen sich Beatrice und Four näher und sind mehr oder weniger ein Paar. Bevor die Beiden wirklich zusammen waren war dieses leichte hin- und hergeflirte wirklich romantisch, aber als sie sich näher kamen wurde die ganze Sache ein wenig unbeholfen. Die Liebesgeschichte hat ein wenig ihren Glanz verloren und wirkte von da an ganz gewöhnlich, leider.
Auch die anderen Charaktere waren auf die eine oder andere Art ein wichtiger Bestandteil der Geschichte, sogar jene die Beatrice schaden wollen. Doch leider wurden einige Charaktere nur kurz vorgestellt und tauchen danach aber immer wieder in der Geschichte auf, sodass es mit der Zeit ein wenig anstrengend wurde sich jede einzelne Person einzuprägen.
Die Idee von Veronica Roth ist in einigen Teilen eine ganz Neue. Die Welt wie wir sie kennen gibt es nicht mehr (Wie oft musste ich diesen Satz jetzt schon verwenden? :) und die Menschen haben sich in fünf verschieden Fraktionen geteilt in: Altruan – die Selbstlosen. Candor – die Freimütigen. Ken – die Wissenden. Amite – die Friedfertigen. Und schließlich Ferox – die Furchtlosen
Jede dieser Fraktionen hat eine andere Lebenseinstellung. Während die Ken alles dafür tun um sich immer mehr Wissen anzueignen würden die Amite niemals jemandem Unrecht tun oder sogar Gewalt anwenden.
Beatrice ist von Geburt an eine Altruan und lebt nach den Regeln ihrer Fraktion. Jedoch muss sie sich, wie jeder andere sechzehnjährige Jugendliche auch, dem Eignungstest unterziehen, der feststellen soll, welche Fraktion am besten zu den eigenen Wertvorstellungen passt. Ob man bei seiner bisherigen Fraktion bleibt oder in eine beliebige der anderen vier übergeht ist einem selbst überlassen.
Beatrice´ Ergebnis ist nicht eindeutig, sie ist eine sogenannte "Unbestimmte". Keine der fünf Fraktionen passt eindeutig zu ihr.
Als sie sich den Ferox anschließt und ein neues Leben für sie beginnt, wird das Buch zunehmend brutaler. Es herrschte keine dauerhafte Brutalität, doch immer mal wieder wurden gruselige Gewalttaten begangen.
Da das Buch mit viel Gefühl geschrieben wurde, ließen mich auch die Tode einiger Charaktere nicht kalt und ich bin der Meinung dass einige davon ziemlich sinnlos waren.
Hauptsächlich geht es um Beatrice´ Ausbildung als vollwertige Ferox und nach ca. 300 Seiten habe ich mich langsam gefragt ob es ewig so weitergeht. Das Buch war unsagbar spannend, keine Frage aber ich hatte das Gefühl, dass da noch etwas kommen sollte und so war es. Ganz anders als ich erwartet habe und aufeinmal kann Beatrice froh sein eine Unbestimmte zu sein. Und sie muss erkennen dass sie damit nicht allein ist. :)
Fazit:
Ein Buch mit einer zweifelsfrei grandiosen Idee dessen Potential fast vollkommen ausgeschöpft wurde. Leider kam mir das Ende ein wenig zu plötzlich und ich hätte mir gewünscht dass dem Konflikt mehr Raum gelassen wird. Die Idee mit den Unbestimmten und die Wahl die sie im Endeffekt haben hat mich sehr beeindruckt. Zwar überbringt uns das Buch keine Message, doch in meinen Augen ist es eine glaubwürdige Geschichte, soweit es eben geht. Ich vergebe 4/5 Eistörtchen und warte sehnsüchtig auf "Insurgent". :)
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