Kurzbeschreibung :
Mathilda Savitch ist nicht gerade ängstlich. Sie zieht es vor, sich direkt den Dingen zu stellen, die andere nicht einmal zur Sprache bringen können. Etwa der Tatsache, dass ihre geliebte ältere Schwester tot ist, vor einen Zug gestoßen wurde von einem Mann, der nie gefasst wurde. Dennoch ist sie trotz aller Bemühungen auch ein Jahr später keinen Schritt weiter gekommen, kennt die Wahrheit über den Tod Helenes noch immer nicht. Dann aber gelingt es ihr, das E-Mail-Passwort der Schwester zu knacken, und vor ihr öffnet sich deren geheimes Leben.
Seltsame Gefühle, zahllose Liebesaffären, merkwürdige Motive enthüllen sich ihr da, und um die Dinge voranzutreiben, verschickt Mathilda Mails im Namen ihrer toten Schwester. Denn irgendwo in diesem Gewirr der Beziehungen und Gefühle muss auch der Schlüssel dafür liegen, um ihre Familie aus ihrer Schockstarre zu erwecken. Schließlich macht sich Mathilda auf den Weg zu Helenes letztem Geliebtem, der noch gar nichts von ihrem Schicksal weiß. Sie muss sehen, was ihre Schwester gesehen hat, wissen, was Helene wusste, auch wenn sie dabei sehr viel riskiert.
Der erste Satz :
Ich will gemein sein.
Meine Meinung :
Das Buch ist Victor Lodatos Debütroman. Der Klappentext machte mich neugierig und ja, das Cover ist auch total klasse :zwinker: .
Mathildas Familie ist seit dem Tod der Schwester wie in einer Starre. Die Mutter hat wieder angefangen zu rauchen und trinken tut sie auch. Der Vater versucht irgendwie alles aufrechtzuerhalten, aber gelingen tut es ihm nicht so wirklich. Mathilda möchte eigentlich das alles wieder so wird wie früher. Sie ist eine 13jährige, die nur gemein sein möchte und ihre skurrilsten Ideen in die Tat umsetzt. Ihr Verhalten ist meist überraschend und doch wird einem im Laufe des Buches klar, das sie ein Trauma erlitten hat, nachdem Tod von Helene. Sie versucht das Andenken an sie zu bewahren. Was ihr allerdings mehr schlecht als recht gelingt.
Mathilda erzählt uns ihre Geschichte in einer Art Monolog, bei dem jedem klar wird, wie einsam dieses Mädchen ist und auch wie schmerzhaft dieser Verlust für sie war. Um ihre Familie aus dieser Schockstarre rauszuholen, versucht sie nun schon seit einigen Monaten, das Email Passwort ihrer Schwester zu knacken, denn sie ist sich sicher, das sie dort etwas entdecken wird, was zur Klärung des Falles beitragen könnte.
Man wird von der Andersartigkeit dieses Buches gefesselt. Eigentümlicher Schreibstil und direkte Wortwahl, die manchmal ganz schön unter die Gürtellinie geht, fesseln den Leser, obwohl man ein komisches Gefühl im Bauch hat. Man folgt Mathilda auf ihrem erwartungsvollen Weg mit bizarren Gedankengängen und versteht sie mit der Zeit immer besser.
Mathildas Figur hat mich emotional am meisten berührt, wie sie versucht, den Tod ihrer Schwester zu verarbeiten. Erschreckt hat mich das Verhalten der Eltern, die sich nach dem Tod von Helene so gar nicht um Mathilda kümmern und sie in ihrem Schmerz und Einsamkeit alleine lassen.
Ein faszinierendes Buch, das man lesen sollte, obwohl mich der Schluss etwas verwirrte.
Fazit :
Mal ein Buch das anders ist, das trotz seiner bildhaften Sprache eindrucksvoll die Geschichte von Mathilda erzählt. Mir wird das Buch noch eine Weile im Gedächtnis bleiben.