Leser-Rezension zu „Familienleben” von Viola Roggenkamp
am 28.10.2010
Ich habe dieses Buch auf Empfehlung von Elke Heidenreich gekauft und habe mir sehr viel davon versprochen. Allerdings war ich schon nach einigen Seiten enttäuscht. Die Handlung ist langweilig und schleppt sich so dahin. Das Handeln einzelner Protagonisten , kann der Leser kaum nachvollziehen. Die Sprache ist anstrengend, legt man das Buch mal weg, dauert es wieder lange bis man in der Sprache drin ist. Es gibt keine direkte Rede, teilweise sprechen mehrer Personen in einem Satz und das ganze wird dann von der Ich-Erzählerin Fania kommentiert; es klingt sehr holprig. Lange Zeit passiert leider gar nicht viel, jeder Tag scheint wie der andere zu sein. Die Familie wohnt in einer heruntergekommenen Villa in Hamburg, der Vater ist Handelsvertreter und innerhalb der Woche nicht daheim. Die älteste Tochter Vera ist mit sich und dem Leben unzufrieden, hat keine Freunde und geht ungern zur Schule; Fania hat offenbar eine Lese-Schreibschwäche und wartet sehnsüchten darauf endlich ihre Tage zu bekommen. Das besondere an diesem Buch ist die Geschichte der Mutter Alma und Großmutter, die beiden konnten dem NS Regieme entfliehen durch die Heirat Almas mit einem Deutschen. Aber noch immer ist der Spuck jener grauenhaften Jahre in den Köpfen der Familie, was die Mutter den Töchtern gegenüber sehr streng werden lässt. Über das Leben in Hamburg Ende der 60er Jahre erfährt man nichts. Aus dieser Geschichte hätte man sehr viel mehr machen können, schade. Mir sind die Handlung und die Dialoge einfach zu unkoordiniert und wenig zielgerichtet.

