Leser-Rezension zu „Pnin” von Vladimir Nabokov

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Alexander_Bally Alexander_Bally
Verfasst von Alexander_Bally
am 7.10.2011
 

Ein scheinbar einfaches Buch um einen liebenswerten Sonderling: Einen Exil-Russen in den USA der 50ger Jahre, der sein Leben fristet, indem er an einer kleinen Hochschule "Luxusveranstaltungen" halten darf: Kaum besuchte Russischkurse.

Timofei Pnin ist ein unglücklich veranlagter Mann, einsam und fremd in seiner neuen Heimat und immer wieder neu bedroht von der Tücke des Objekts, von seiner Übervosichtigkeit und von seiner Wehrlosigkeit, wegen der er immer wieder ausgenutzt wird. Dennoch ist er ein ein liebenswerter, schrulliger Gelehrter der sich trotz seinem Hang zu immer neuen Tragödien ein bewundernswerte Heiterkeit des Gemüts bewahrt hat.

Das Buch zeigt Pnin in immer neuen Szenen, die zusammen die langsam und bedächtig zeigen, wie Pnin allmählichen beginnt, in seiner neuen Heimat Wurzeln zu treiben und heimisch zu werden.

Am Ende, das in mehrfacher Art kunstvoll gelungen ist, aber bleibt Pnin, was er ist: Einer, den das Unglück verfolgt, der verliert, was er aufgebaut hat und der dennoch - unerschütterlich optimistisch wie ein Stehaufmännchen - an seinem Verlust nicht zerbricht.

Der Text besticht durch wunderbaren Sprache, exakt, originell und voller Witz, der nie plump wird. Auch wie Nabokov nach und nach Pnins komplette Lebensgeschichte dem Leser nebenbei und mühelos unterjubelt, verdient höchste Bewunderung.

Doch ganz besonders der Plot hat es mir angetan. Hier gelingt es Nabokov, die Geschichte zu einem Ring zu schmieden: Der Anfang entpuppt sich als das Ende ... oder das Ende als Anfang.

 

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Pnin Pnin
Vladimir Nabokov

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tragikomödie, roman

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Pnin
von Vladimir Nabokov

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