Leser-Rezensionen zu „Die Stunde, in der ich zu glauben begann” von Wally Lamb
Rezension verfasst vor 1 Jahr (13)
Seit ich dieses Buch gelesen habe, zählt es zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Es ist, glaube ich sogar mein Lieblingsbuch. Dieses dramatische Schicksalsbuch, ist einfach mit so viel Liebe und Nähe zum Leben geschrieben und erzählt mitten aus dem Leben. Ich dachte, dass die 720 Seiten vielleicht etwas langatmig werden könnten, weil mir nicht klar war wieviel man aus diesem Thema herausholen kann. Aber ich habe in Wally Lamb wirklich meinen Lieblingsautor gefunden, der mich immmer wieder mit seinem unverwchselbaren Schreibstil überzeugt.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (18)
„Die Stunde in der ich zu glauben begann“– Wally Lamb öffnet die Büchse der Pandora
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„Das Chaos rollte auf uns zu und es sollte uns beide so tief in das Labyrinth werfen, dass wir noch jahrelang zwischen den Leichen umherirrten und füreinander unerreichbar blieben“
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Die Eheleute Caleum und Maureen stecken in einer handfesten Beziehungskrise. Die halbherzigen Versuche ihre Ehe durch eine Paartherapie wiederzubeleben, stehen kurz vor dem Scheitern, als das Unfassbare geschieht und Maureen am 20.04.1999 zu einem der Opfer des Massakers an der Columbine Highschool in Columbine wird. Maureen überlebt das brutale Massaker in einem Schrank der Bibliothek.
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„An jenem Tag war Maureen der Exekution entgangen, indem sie eine Schranktür geöffnet hatte und in ein Labyrinth eingetreten war – ein aus Korridoren bestehendes Gefängnis, dessen vier Außenwände aus Angst, Wut, Schuld und Trauer bestanden. Und weil ich nicht in der Lage war, sie dort rauszuholen - denn auch ich hatte mich mittlerweile in diesem Labyrinth verirrt -, blieb mir nichts anderes übrig, als das Zentrum des Irrgartens zu finden, mich dem zweiköpfigen Monster zu stellen, das dort auf mich wartete, und es zu töten. Die Mörder zu töten, die sich bereits selbst getötet hatten.“
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Maureen leidet unter dem posttraumatisches Stresssyndrom, welches im Laufe der Jahre von einem akuten in ein chronisches Stadium wechselt. Sie wird immer zerbrechlicher und verbitterter, entwickelt sich zu einem in sich gekehrten „Un-ich“. Ihr gesamtes Leben wird zu einer Quelle der Frustration und Angst. Streckenweise wiegt sie nur noch 39 kg, verliert büschelweise ihre Haare, kann lange Zeit nicht arbeiten, leidet unter chronischen Schmerzen und panischen Albträumen. Ihren Schmerz betäubt sie mit Medikamenten, bis auch die zum Problem werden. Die sedierte Maureen tötet auf der Heimfahrt einen jungen Mann, der ihr vor das Auto rennt. Ihr Leidensweg endet im Frauengefängnis, welches die Ururgroßmutter von Caleum gegründet hat. Caleum kämpft ums Überleben, arbeitet 60 bis 70 Stunden die Woche, um seine geerbte Farm am Leben halten und die Rechnungen der Anwälte zahlen zu können, währenddessen seine Frau im Gefängnis um ihr Überleben kämpft.
Im zweiten Teil des Romans beginnt er mit Hilfe der auf dem Speicher gefundenen Korrespondenz seiner Urgroßmutter seine Familiengeschichte aufzuarbeiten und deckt dabei mehr als nur eine Lebenslüge auf. Das in aller Kürze über den schwer wiederzugebenden Inhalt des 750 Seiten starken Romans. Ich bin mit beiden Protagonisten von einem bedrückenden Ereignis zum nächsten gewandert und immer wenn ich dachte, das Tal der Schicksalsschläge ist erreicht, holt der Autor zum nächsten Schlag aus.
Wally Lamb ist ein Meister im fesselhaften Erzählen, der alle menschlichen Gefühle und deren Facetten bedient. Wie schon in seinen vorangegangenen Romanen versteht er es im Laufe der Geschichte seine Protagonisten, die zu Beginn dem Leser gelegentlich unsympathisch erscheinen mögen, menschlich und charakterlich wachsen zu lassen.
„Die Stunde, in der ich zu glauben begann“ ist ein bedrückender Roman über traumatisierende Erlebnisse und deren Verarbeitung, die Höhen und Tiefen einer Partnerschaft, Liebe, Eifersucht, Verrat, Wut, Trauer, Resignation, Abhängigkeiten, schwere Schicksalsschläge, Ungeduld, Egoismus, Wertewandel, Umweltkatastrophen, Kriege, Terrorismus, Religion, griechische Mythologie und Lebenslügen.
Im Vergleich mit den Vorgängerromanen zu „Früh am Morgen beginnt die Nacht“ und „Gesang der Wale“ hat Wally Lamb sich meines Erachtens thematisch ein wenig übernommen. Ich hatte insbesondere im zweiten Teil des Romans Probleme mit den parallelen Erzählsträngen und fühlte mich gelegentlich von der Fülle an Informationen, beispielhaften Schicksalen, Personen und Ereignissen erdrückt.
Dennoch, ich ziehe nur ein Sternchen für einen großartigen Roman, der trotz der beklemmenden Atmosphäre Hoffnung macht und ein großer Appell an die Menschlichkeit ist, ab.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (14)
Wally Lamb ist für mich einer der besten, lebenden amerikanischen Schriftsteller. Auch in dem dritten Buch, welches ich von ihm gelesen habe, überzeugt er mich in seiner Begabung, seine Protagonisten nicht nur oberflächlich zu streifen, sondern mit ihnen zu verwachsen. Sie agieren glaubhaft und ziehen den Leser in den Bann. Jeder Einzelne hat unsere Sympathien, aber auch seine Abgründe. Und alles wird miteinander verwoben: die Handlungen und Familiengeheimnisse der agierenden Personen, ebenso wie reale Ereignisse der amerikanischen Gesellschaft.
Tragender Hintergrund ist die Familiengeschichte des Ich-Erzählers Caelum. Sie begleitet den Leser durch den ganzen Roman und deckt vor allem im letzten Drittel eine ganze Menge Geheimnisse auf.
Am Anfang steht das Ehepaar Caelum und Maureen (genannt Mo) Quirk. Sie führen eine mittelmäßige Ehe, die jedoch bald durch ein tragisches Ereignis völlig aus der Bahn geworfen wird. Während Caelum bei seiner todkranken Tante weilt, wird in Littleton/Colorado an der Columbine Highschool durch zwei Schüler ein Massaker verübt. Maureen ist mittendrin - da sie als Krankenschwester an der Schule beschäftigt ist - überlebt aber, schwer traumatisiert, in einem Wandschrank.
Danach ist nichts mehr wie es war. Mo leidet am Posttraumatischen Stresssyndrom und fängt sich nicht mehr. Sie hört auf zu arbeiten, die Quirks ziehen aus Colorado weg. Danach folgt eine schwere Zeit, in der Maureen medikamentenabhängig wird.
Nach ein paar Jahren wagt sie es dennoch, wieder arbeiten zu gehen. Jedoch kommt sie mit dem Druck der Arbeit nicht klar und verfällt wieder den Opiaten. Unglückliche Umstände führen eines Abends dazu, daß sie unter Drogeneinfluss einen Jugendlichen tot fährt und in Folge dessen kommt sie für fünf Jahre ins Gefängnis.
Währenddessen kämpft Caelum um ihre gemeinsame Existenz, die Farm. Die Behandlung seiner Frau und die Anwaltskosten haben ihr Vermögen über die Jahre aufgebraucht. Und sein Kampf führt ihn nach und nach zu neuen Erkenntnissen, über sich und seine Familie.
Neben dem Ehepaar gibt es noch zahlreiche andere Personen, die eine Rolle spielen. Da ist Velvet, ein junges Mädchen, daß "Mom" zu Maureen sagt und das Ehepaar Micks, daß Caelum aufnimmt, nachdem diese vor dem Sturm Katrina geflohen sind.
Überhaupt versucht das Buch viele Ereignisse der letzten 15 Jahre zu verarbeiten. Lamb positioniert sich entschieden gegen die Bush-Regierung und den Irak-Krieg. Manch einem scheint dies zuviel für einen Roman zu sein, aber Lamb gelingt es wunderbar, all diese Ebenen miteinander zu verweben: Gesellschaftskritik in einer mitreißenden Familiengeschichte.
Einfach nur großes Kopfkino! Unbedingt lesen!
Wally Lamb ist für mich einer der besten, lebenden amerikanischen Schriftsteller. Auch in dem dritten Buch, welches ich von ihm gelesen habe, überzeugt er mich in seiner Begabung, seine Protagonisten nicht nur oberflächlich zu streifen, sondern mit ihnen zu verwachsen. Sie agieren glaubhaft und ziehen den Leser in den Bann. Jeder Einzelne hat unsere Sympathien, aber auch seine Abgründe. Und alles wird miteinander verwoben: die Handlungen und Familiengeheimnisse der agierenden Personen, ebenso wie reale Ereignisse der amerikanischen Gesellschaft.
Tragender Hintergrund ist die Familiengeschichte des Ich-Erzählers Caelum. Sie begleitet den Leser durch den ganzen Roman und deckt vor allem im letzten Drittel eine ganze Menge Geheimnisse auf.
Am Anfang steht das Ehepaar Caelum und Maureen (genannt Mo) Quirk. Sie führen eine mittelmäßige Ehe, die jedoch bald durch ein tragisches Ereignis völlig aus der Bahn geworfen wird. Während Caelum bei seiner todkranken Tante weilt, wird in Littleton/Colorado an der Columbine Highschool durch zwei Schüler ein Massaker verübt. Maureen ist mittendrin - da sie als Krankenschwester an der Schule beschäftigt ist - überlebt aber, schwer traumatisiert, in einem Wandschrank.
Danach ist nichts mehr wie es war. Mo leidet am Posttraumatischen Stresssyndrom und fängt sich nicht mehr. Sie hört auf zu arbeiten, die Quirks ziehen aus Colorado weg. Danach folgt eine schwere Zeit, in der Maureen medikamentenabhängig wird.
Nach ein paar Jahren wagt sie es dennoch, wieder arbeiten zu gehen. Jedoch kommt sie mit dem Druck der Arbeit nicht klar und verfällt wieder den Opiaten. Unglückliche Umstände führen eines Abends dazu, daß sie unter Drogeneinfluss einen Jugendlichen tot fährt und in Folge dessen kommt sie für fünf Jahre ins Gefängnis.
Währenddessen kämpft Caelum um ihre gemeinsame Existenz, die Farm. Die Behandlung seiner Frau und die Anwaltskosten haben ihr Vermögen über die Jahre aufgebraucht. Und sein Kampf führt ihn nach und nach zu neuen Erkenntnissen, über sich und seine Familie.
Neben dem Ehepaar gibt es noch zahlreiche andere Personen, die eine Rolle spielen. Da ist Velvet, ein junges Mädchen, daß "Mom" zu Maureen sagt und das Ehepaar Micks, daß Caelum aufnimmt, nachdem diese vor dem Sturm Katrina geflohen sind.
Überhaupt versucht das Buch viele Ereignisse der letzten 15 Jahre zu verarbeiten. Lamb positioniert sich entschieden gegen die Bush-Regierung und den Irak-Krieg. Manch einem scheint dies zuviel für einen Roman zu sein, aber Lamb gelingt es wunderbar, all diese Ebenen miteinander zu verweben: Gesellschaftskritik in einer mitreißenden Familiengeschichte.
Einfach nur großes Kopfkino! Unbedingt lesen!
Wally Lamb ist für mich einer der besten, lebenden amerikanischen Schriftsteller. Auch in dem dritten Buch, welches ich von ihm gelesen habe, überzeugt er mich in seiner Begabung, seine Protagonisten nicht nur oberflächlich zu streifen, sondern mit ihnen zu verwachsen. Sie agieren glaubhaft und ziehen den Leser in den Bann. Jeder Einzelne hat unsere Sympathien, aber auch seine Abgründe. Und alles wird miteinander verwoben: die Handlungen und Familiengeheimnisse der agierenden Personen, ebenso wie reale Ereignisse der amerikanischen Gesellschaft.
Tragender Hintergrund ist die Familiengeschichte des Ich-Erzählers Caelum. Sie begleitet den Leser durch den ganzen Roman und deckt vor allem im letzten Drittel eine ganze Menge Geheimnisse auf.
Am Anfang steht das Ehepaar Caelum und Maureen (genannt Mo) Quirk. Sie führen eine mittelmäßige Ehe, die jedoch bald durch ein tragisches Ereignis völlig aus der Bahn geworfen wird. Während Caelum bei seiner todkranken Tante weilt, wird in Littleton/Colorado an der Columbine Highschool durch zwei Schüler ein Massaker verübt. Maureen ist mittendrin - da sie als Krankenschwester an der Schule beschäftigt ist - überlebt aber, schwer traumatisiert, in einem Wandschrank.
Danach ist nichts mehr wie es war. Mo leidet am Posttraumatischen Stresssyndrom und fängt sich nicht mehr. Sie hört auf zu arbeiten, die Quirks ziehen aus Colorado weg. Danach folgt eine schwere Zeit, in der Maureen medikamentenabhängig wird.
Nach ein paar Jahren wagt sie es dennoch, wieder arbeiten zu gehen. Jedoch kommt sie mit dem Druck der Arbeit nicht klar und verfällt wieder den Opiaten. Unglückliche Umstände führen eines Abends dazu, daß sie unter Drogeneinfluss einen Jugendlichen tot fährt und in Folge dessen kommt sie für fünf Jahre ins Gefängnis.
Währenddessen kämpft Caelum um ihre gemeinsame Existenz, die Farm. Die Behandlung seiner Frau und die Anwaltskosten haben ihr Vermögen über die Jahre aufgebraucht. Und sein Kampf führt ihn nach und nach zu neuen Erkenntnissen, über sich und seine Familie.
Neben dem Ehepaar gibt es noch zahlreiche andere Personen, die eine Rolle spielen. Da ist Velvet, ein junges Mädchen, daß "Mom" zu Maureen sagt und das Ehepaar Micks, daß Caelum aufnimmt, nachdem diese vor dem Sturm Katrina geflohen sind.
Überhaupt versucht das Buch viele Ereignisse der letzten 15 Jahre zu verarbeiten. Lamb positioniert sich entschieden gegen die Bush-Regierung und den Irak-Krieg. Manch einem scheint dies zuviel für einen Roman zu sein, aber Lamb gelingt es wunderbar, all diese Ebenen miteinander zu verweben: Gesellschaftskritik in einer mitreißenden Familiengeschichte.
Einfach nur großes Kopfkino! Unbedingt lesen!
Wally Lamb ist für mich einer der besten, lebenden amerikanischen Schriftsteller. Auch in dem dritten Buch, welches ich von ihm gelesen habe, überzeugt er mich in seiner Begabung, seine Protagonisten nicht nur oberflächlich zu streifen, sondern mit ihnen zu verwachsen. Sie agieren glaubhaft und ziehen den Leser in den Bann. Jeder Einzelne hat unsere Sympathien, aber auch seine Abgründe. Und alles wird miteinander verwoben: die Handlungen und Familiengeheimnisse der agierenden Personen, ebenso wie reale Ereignisse der amerikanischen Gesellschaft.
Tragender Hintergrund ist die Familiengeschichte des Ich-Erzählers Caelum. Sie begleitet den Leser durch den ganzen Roman und deckt vor allem im letzten Drittel eine ganze Menge Geheimnisse auf.
Am Anfang steht das Ehepaar Caelum und Maureen (genannt Mo) Quirk. Sie führen eine mittelmäßige Ehe, die jedoch bald durch ein tragisches Ereignis völlig aus der Bahn geworfen wird. Während Caelum bei seiner todkranken Tante weilt, wird in Littleton/Colorado an der Columbine Highschool durch zwei Schüler ein Massaker verübt. Maureen ist mittendrin - da sie als Krankenschwester an der Schule beschäftigt ist - überlebt aber, schwer traumatisiert, in einem Wandschrank.
Danach ist nichts mehr wie es war. Mo leidet am Posttraumatischen Stresssyndrom und fängt sich nicht mehr. Sie hört auf zu arbeiten, die Quirks ziehen aus Colorado weg. Danach folgt eine schwere Zeit, in der Maureen medikamentenabhängig wird.
Nach ein paar Jahren wagt sie es dennoch, wieder arbeiten zu gehen. Jedoch kommt sie mit dem Druck der Arbeit nicht klar und verfällt wieder den Opiaten. Unglückliche Umstände führen eines Abends dazu, daß sie unter Drogeneinfluss einen Jugendlichen tot fährt und in Folge dessen kommt sie für fünf Jahre ins Gefängnis.
Währenddessen kämpft Caelum um ihre gemeinsame Existenz, die Farm. Die Behandlung seiner Frau und die Anwaltskosten haben ihr Vermögen über die Jahre aufgebraucht. Und sein Kampf führt ihn nach und nach zu neuen Erkenntnissen, über sich und seine Familie.
Neben dem Ehepaar gibt es noch zahlreiche andere Personen, die eine Rolle spielen. Da ist Velvet, ein junges Mädchen, daß "Mom" zu Maureen sagt und das Ehepaar Micks, daß Caelum aufnimmt, nachdem diese vor dem Sturm Katrina geflohen sind.
Überhaupt versucht das Buch viele Ereignisse der letzten 15 Jahre zu verarbeiten. Lamb positioniert sich entschieden gegen die Bush-Regierung und den Irak-Krieg. Manch einem scheint dies zuviel für einen Roman zu sein, aber Lamb gelingt es wunderbar, all diese Ebenen miteinander zu verweben: Gesellschaftskritik in einer mitreißenden Familiengeschichte.
Einfach nur großes Kopfkino! Unbedingt lesen!
Wally Lamb ist für mich einer der besten, lebenden amerikanischen Schriftsteller. Auch in dem dritten Buch, welches ich von ihm gelesen habe, überzeugt er mich in seiner Begabung, seine Protagonisten nicht nur oberflächlich zu streifen, sondern mit ihnen zu verwachsen. Sie agieren glaubhaft und ziehen den Leser in den Bann. Jeder Einzelne hat unsere Sympathien, aber auch seine Abgründe. Und alles wird miteinander verwoben: die Handlungen und Familiengeheimnisse der agierenden Personen, ebenso wie reale Ereignisse der amerikanischen Gesellschaft.
Tragender Hintergrund ist die Familiengeschichte des Ich-Erzählers Caelum. Sie begleitet den Leser durch den ganzen Roman und deckt vor allem im letzten Drittel eine ganze Menge Geheimnisse auf.
Am Anfang steht das Ehepaar Caelum und Maureen (genannt Mo) Quirk. Sie führen eine mittelmäßige Ehe, die jedoch bald durch ein tragisches Ereignis völlig aus der Bahn geworfen wird. Während Caelum bei seiner todkranken Tante weilt, wird in Littleton/Colorado an der Columbine Highschool durch zwei Schüler ein Massaker verübt. Maureen ist mittendrin - da sie als Krankenschwester an der Schule beschäftigt ist - überlebt aber, schwer traumatisiert, in einem Wandschrank.
Danach ist nichts mehr wie es war. Mo leidet am Posttraumatischen Stresssyndrom und fängt sich nicht mehr. Sie hört auf zu arbeiten, die Quirks ziehen aus Colorado weg. Danach folgt eine schwere Zeit, in der Maureen medikamentenabhängig wird.
Nach ein paar Jahren wagt sie es dennoch, wieder arbeiten zu gehen. Jedoch kommt sie mit dem Druck der Arbeit nicht klar und verfällt wieder den Opiaten. Unglückliche Umstände führen eines Abends dazu, daß sie unter Drogeneinfluss einen Jugendlichen tot fährt und in Folge dessen kommt sie für fünf Jahre ins Gefängnis.
Währenddessen kämpft Caelum um ihre gemeinsame Existenz, die Farm. Die Behandlung seiner Frau und die Anwaltskosten haben ihr Vermögen über die Jahre aufgebraucht. Und sein Kampf führt ihn nach und nach zu neuen Erkenntnissen, über sich und seine Familie.
Neben dem Ehepaar gibt es noch zahlreiche andere Personen, die eine Rolle spielen. Da ist Velvet, ein junges Mädchen, daß "Mom" zu Maureen sagt und das Ehepaar Micks, daß Caelum aufnimmt, nachdem diese vor dem Sturm Katrina geflohen sind.
Überhaupt versucht das Buch viele Ereignisse der letzten 15 Jahre zu verarbeiten. Lamb positioniert sich entschieden gegen die Bush-Regierung und den Irak-Krieg. Manch einem scheint dies zuviel für einen Roman zu sein, aber Lamb gelingt es wunderbar, all diese Ebenen miteinander zu verweben: Gesellschaftskritik in einer mitreißenden Familiengeschichte.
Einfach nur großes Kopfkino! Unbedingt lesen!
Rezension verfasst vor 1 Jahr (9)
Abgebrochen nach 250 Seiten. Zuviel typisch amerikanischer Inzest-Ehe-Psycho-Kram. Zuviel Fäkalsprache.
Rezension verfasst vor 2 Jahren (20)
Die Stunde in der ich zu glauben begann von Wally Lamb
Der Autor: Wally Lamb,geboren 1950, wurde durch seine beiden Romane "Die Musik der Wale" und "Früh am Morgen beginnt die Nacht", die in 15 Ländern erschienen, auch bei uns zum Bestseller-Autor.Bis lange nach seinem ersten Überraschungserfolg war Wally Lamb als Englischlehrer an einer Highschool an der Ostküste der USA tätig. Seit einigen Jahren gibt er in einem Frauengefängnis in der Nähe seines Wohnorts Kurse in Creativ Writing und setzt sich auch politisch für eine Verbesserung der Bedingungen der Gefangenen ein.Wally Lamb het drei erwachsene Söhne und lebt mit seiner Frau in Connecticut,USA.
Der Klappentext: Erst vor kurzem sind Caelum Quirk und seine Frau Maureen nach Colorado gezogen. Doch was ein Neubeginn für ihre Ehe sein sollte, findet kurz darauf durch den Amoklauf an der Columbine Highschool ein abruptes Ende. Mitten in dem blutigen Massaker: Maureen die den Anschlag stundenlang versteckt in einem Wandschrank überlebt. Traumatisiert flüchtet sie in eine eigene Welt. Ohnmächtig muß Caelum zusehen, wie seine Frau ihm immer mehr entgleitet. Bis das ungeheuerliche geschieht, Betäubt von Medikamenten, die ihren Schmerz lindern sollen, wird Maureen schuldig am Tod eines Jungen-und landet just in jenem Gefängnis, dass Caelums Großmutter knapp hundert Jahre zuvor als erstes Frauengefängnis des Landes begründete. Für Caelum schließt sich auf brutale Weise ein Kreis: Will er Maureen und seine Liebe zu ihr retten,muß er sich endlich der geschichte seiner Familie stellen, und jenes dunkle Rätsel seiner Herkunft lösen, vor dem die starken Frauen seiner Familie ihn stets zu schützen versuchten. Es ist ein schmerzlicher Prozess, der Caelum zwingt, auch den eigenen Fehlern und Schwächen ins Auge zu blicken-und der seinen Glauben an sich selbst und an alle bisherigen Gewissheitenseines Lebens tief erschüttert. Bis ihn ein mutiger Schritt, der die Vergangenheit mit der Zukunft versöhnt, erlöst...
Meine Meinung: Das Buch ist sehr gut geschrieben. Was mich ein bißchen gestört hat, waren die Rückblicke in die Vergangenheit, für mich waren sie stellenweise sehr langatmig beschrieben. In diesem Buch gibt es sehr viele Personen, so dass ich mich manchmal gefragt habe, wer war das jetzt wieder? Das hat mich manchmal sehr verwirrt.
Wally Lamb greift wahre Begebenheiten auf, die uns Menschen sehr erschüttert haben.
Es fängt an mit dem Amoklauf vom 20.April1999 an der Columbine Highschool in Amerika, als Eric Harris und Dylan Kleboldt, Schüler und Lehrer wahllos nacheinander töteten, und alle fassungslos waren, und sich fragten, wie so etwas geschehen konnte. Der Hauptprotagonist Caelum Quirk,ein Lehrer an der Columbine High, der nicht persönlich bei dem Schulmassaker dabei war, sonder seine Frau, die dort Schulkrankenschwester war, kümmert sich um die Opfer, tröstet und beträut sie. Immer wieder mußte er seine Frau Maureen auffangen, die es Zeit ihres Lebens nicht geschafft hat zu verarbeiten, was an jenem 20.April1999 geschah. Daran ging sie zu Grunde, wurde Medikamenten abhängig und überfuhr einen Jungen ein paar Jahre später im Drogenrausch, wofür sie 5 Jahre Gefängnishaft bekam, so weitreichend war die Tat von Harris und Kleboldt.
Weiter geht es mit dem furchtbaren Irak Krieg, den Osama Bin Laden, mit dem Angriff auf das World Trade Center ausgelöst hat.Dann schickte Bush die Soldaten in den Krieg, die zurück kamen und an Körper und Seele gbrochen und verstümmelt waren.
Nun wird der Hurrikan Katrina von ihm aufgegriffen, der fast allen Menschen die dort gelebt haben, ihr zu Hause nahm, ihre Existenz, , und nichts mehr überlies als ein zertrümmertes, zerstörtes Leben und Land.
Wally Lamb hat hier ein sehr ergreifendes, wahrheitsgetreues Buch geschrieben, was mir sehr gut gefallen, und mich teilweise auch erschüttert hat. Es lohnt sich auf jeden Fall dieses Buch zu lesen.
Rezension verfasst vor 2 Jahren (11)
Wenn auch etwas überfrachtet, so bietet das Buch trotzdem gute und spannende Unterhaltung.
Rezension verfasst vor 2 Jahren (5)
... und immer wieder Hoffnung. Dieses Wort ist es, dass sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch zieht. Egal wie verstörend die Rückschläge waren, die Hoffnung war immer vorhanden. Und zum Schluss gewann sie.
Die Frau Maureen des Protagonisten erlebt eine Gewalttat, die ihr Leben drastisch verändert: Sie ist Krankenschwester an einer Schule, an der ein Amokauf stattfindet. Aus purem Glück überlebt sie versteckt in einem Schrank. Doch das Trauma, das sie davontrug, verändert ihr Leben, aber auch das ihres Mannes. Caelum, ihr Mann, der zum Zeitpunkt des Amoklaufs nicht in der Stadt war, erfährt über das Fernsehen über die Tragödie. So schnell er kann, versucht er an den Ort des Geschehens zu kommen, um sich zu vergewisseren, dass es seiner Frau gut geht. Als er sie ohne äußere Verletzungen in die Arme schließen kann, ist die Freude groß.
Doch sie währt nicht lange, denn er erkennt, dass die psychischen Verletzungen seiner Frau ihr ganzes Leben verändern wird. Maureen wird schwer depressiv und medikamentenabhängig. Keiner kann ihr helfen, weder ihr Mann, ihre Freunde, noch diverse Therapiesitzungen. Und dann geschieht das unfassbare: Unter Medikamenteneinfluss verschuldet sie einen Autounfall - und muss ins Gefängnis. Die Beziehung leidet und zerbricht immer mehr. Dass Caelum sich schwer tut Maureen im Gefängnis zu besuchen, und sich dort nicht so verhält, wie man es sich wünschen würde, ist auch nicht besonders hilfreich.
All dieser Rückschläge zutrotz endet das Buch hoffnungsvoll und melancholisch.
Dieses Buch ist kein Buch, das entspannt, es ist ein Buch, das aufrüttelt, Missstände aufdeckt und vieles infrage stellt.
Der Autor erzählt, wie sehr sich eine Gewalttat auf das restliche Leben der Opfer auswirken kann. Doch auch fragt er, wie es zu so etwas kommen kann, wie es verhindert werden hätte können. Offensichtlich werden Bush und die Misstände in den USA, wie Rassismus und Krieg verurteilt.
Das Buch ist sehr aktuell und erschreckend realistisch. Es rüttelt den Leser wach und lässt ihn noch lange über die aufegriffenen Themen nachdenken.
Rezension verfasst vor 2 Jahren (5)
Die USA im Spiegel ihrer Katastrophen: Amoklauf in Littleton, 9/11, Flutkatastrphe in New Orleans, Bush und der Krieg im Irak - Wally Lamb blickt vor diesem Hintergrund auf die Traumatisierung des Einzelnen in der amerikanischen Provinz. Geschickt werden reale Ereignisse und fiktionale Handlungsstränge miteinander verknüpft. Das ist über weite Strecken sehr spannend, erinnert ein bisschen an John Irving oder Anne Tyler, phasenweise gerät es etwas lang und allzu labyrinthisch. Insgesamt eine Empfehlung für alle, die anspruchsvolle Unterhaltung in Form dicker Schmöker lieben.
Rezension verfasst vor 2 Jahren (7)
Dieses Buch ist in vielen Beziehungen "unheimlich" - unheimlich packend, unheimlich gruselig, unheimlich gut, unheimlich mitreißend. Wally Lamb kennt keine Gnade mit seinem Protagonisten Caelum, aber gerade das hat mich als Leser in den Bann gezogen. Trotz aller Dramatik schafft Lamb es, verschiedene persönliche und auch all-amerikanische Traumen dennoch sachlich zu thematisieren und die Hoffnung nie gänzlich verschwinden zu lassen - immer scheint sie irgendwo durch.
Absolut gelungen, lange nicht hat mich ein Buch so mitgenommen! Ein würdiger Nachfolger von "Musik der Wale".
Rezension verfasst vor 2 Jahren (6)
Warum werden Menschen schikaniert, gedemütigt, ausgegrenzt?
Warum werden Schüler erschossen, während andere Leben dürfen?
Warum ist die Mutter, die das Kind großzog, nicht die richtige?
Warum fällt uns dabei der Glaube an Gott so schwer?
Dieses Buch stellt viele Fragen und stellt vieles infrage.
Falls der Leser glaubt, mit Wally Lamb´s Buch "Die Stunde, in der ich zu Glauben begann", einen unterhaltsamen entspannenden Roman gefunden zu haben, irrt er. Dieses Buch ist keine Gute Nacht Lektüre. Es rüttelt den Leser auf, macht ihn wach, verursacht Albträume.
Wally Lamb erzählt in seinem Buch die Lebensgeschichte des Lehrers Caelum Quirk, der nach einer schwierigen Kindheit und zwei gescheiterten Ehen, seine dritte Frau Maureen schätzen und lieben lernt. Aber auch das Leben mit ihr ist nicht einfach. Nach einigen Eheproblemen, die Caelum auf seine eigene Art und Weise zu lösen versucht, geschieht das Unfaßbare. Maureen wird Augenzeuge des Schulmassakers in Littleton. Versteckt in einem Wandschrank muss sie voller Ohnmacht mit ansehen, wie zwei Jugendliche 12 ihrer Mitschüler und einen Lehrer erschießen, ehe sie sich selbst richten. Durch diese Erlebnisse stark traumatisiert, schafft sie es von nun an nicht mehr, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Caelum leidet stark unter dieser Situation und findet keinen Weg, seiner Frau zu helfen. Im Gegenteil, unaufgearbeitete Familiengeheimnisse machen ihm schwer zu schaffen und stellen den Sinn seines Lebens auf den Kopf.
Wally Lamb hat in seinem Buch "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" authentische Geschehnisse und Personen eingebunden und es dadurch geschafft, dass sein Buch wirklichkeitsnah dem Leser gegenübertritt. Fragen nach der Würde des Menschen stehen genauso im Mittelpunkt der Geschichte wie der Umgang mit dem Glauben. In seinem Buch arbeitet der Autor auf, welchen mittelbaren und unmittelbaren Folgen grausame Geschehnisse wie das Massaker von Littleton oder der Irakkrieg auf die Menschen haben. Wie Opfer solcher Greueltaten versuchen mit ihrer Angst umzugehen und leider, oftmals daran scheitern. Ergreifend und sehr gefühlvoll erzählt Wally Lamb seine Geschichte, klagt an, setzt sich mit Vorurteilen auseinander, versucht zu helfen.
Es ist ein wunderbares Buch, das der Autor geschrieben hat, ein Buch, das den Leser bis ins Innerste bewegt und ihn nachdenklich werden lässt. Und trotzdem ist ein wenig Kritik an dieser Stelle angebracht. Obwohl Wally Lamb es verstanden hat, seine Geschichte emotional ausgereift und spannend zu erzählen, hat diese einige Längen, die nicht sein müssten. Geschehnisse, wie beispielsweise die Erlebnisse aus der Schulzeit von Caelum, wurden zu ausschweifend behandelt und sind in diesem Umfang nicht notwendig für das Verständnis des Lesers. Aber eines muss man dem Autor lassen, er hat in seinem Buch nicht nur eine ergreifende und teilweise authentische Beschreibung der damals stattgefundenen Geschehnisse präsentiert, sondern dem Leser ein Stück amerikanischer Geschichte und Lebensphilosophie nahegebracht.










