Leser-Rezension zu „Ensel und Krete” von Walter Moers
am 24.12.2011
Schon vor einigen Jahren habe ich „Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär gelesen und war begeistert von der überbordenden Fantasie von Walter Moers. In „Ensel und Krete“ versetzt er das Thema eines Märchens (na welches wohl…), ein Geschwisterpaar, das sich im Wald verirrt und dort auf eine Hexe trifft, nach Zamonien und stellt es als Werk des berühmten zamonischen Schriftstellers „Hildegunst von Mythenmetz“ dar. An Walter Moers’ Bücher darf man nicht herangehen wie an ein „normales“ Buch, denn die Hauptrolle spielen darin weniger die Charaktere als das Feuerwerk der Fantasie, das er da abbrennt. Und dabei stellt er die „Gesetze“ der Literatur auf den Kopf. Die Geschichte selbst ist lustig und spannend, wird aber immer wieder unterbrochen von der sogenannten „Mythenmetzschen Abschweifung“, in der Hildegunst von Mythenmetz seinen Gedanken freien Lauf lässt… und diese sind noch lustiger als die eigentliche Geschichte. Passend dazu folgt auf die eigentliche Geschichte noch ein „halber Lebenslauf“ des „großen zamonischen Dichters“, die nicht minder lustig ist. Buntbären, Laubwölfe, sprechende Orchideen, ein Dinosaurier als Verfasser, man muss sich ganz auf Moers’ Fantasie einlassen, um seine Bücher genießen zu können. Ich hatte aber keine Mühe damit und habe das Buch entsprechend genossen und viel gelacht. Zugegebenermaßen dachte ich am Ende der 255 Seiten: „Gut, jetzt wird’s aber mal wieder Zeit für was „Normales“".
Ein Fest für alle Freunde der Fantastik.

