Ich muss sagen, es sind nur knappe 4 Sterne, die ich für meine 3. Geschichte von Walter Moers vergeben kann, denn Die Stadt der träumenden Bücher und Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär haben mir beide insgesamt noch besser gefallen.
Kurz zum Inhalt: Es geht wie gesagt um den Wolpertinger Rumo, der bereits in dem Blaubär Buch eine größere Rolle einnimmt. Der Leser verfolgt Rumos Lebensweg, ab frühster Zeit, bis zu seinem großen Abenteuer in der Stadt Wolperting und in der Untenwelt.
Rumo lernt dabei vor allem das brutale Kämpfen kennen, da er grundsätzlich nur an die gefährlichsten und bösesten Kreaturen in Zamonien gerät. Auf der Suche nach "dem silbernen Faden" bekommt auch die Wolpertingerin Rala eine entscheidene Rolle.
Etwas doof fand ich nun, dass die Geschichte von Rumo nicht wirklich zu den Ausführungen im Blaubär Buch passen. Vielleicht passieren die Geschichten aus dem Blaubär-Buch Rumo ja auch erst später und das Buch "Rumo" bildet einen früheren Lebensabschnitt, trotzdem passt es nicht wirklich, was irgendwie etwas schlecht gedacht ist. Natürlich gibt es Parallelen, aber gerade die Geschichte mir Rala passt nicht zum Blaubär-Buch.
Der Roman an sich ist mit Abstand der brutalste bisher, es geht ausschließlich ums Kämpfen (und die Liebe), weshalb man als Leser schon auf sowas eingestellt sein sollte. Ein Kinderbuch ist es selbstverständlich nicht, aber auch die anderen Moers Bücher halte ich nicht für Kinderbücher.
Prägend für den Roman sind außerdem die "Geschichten in den Geschichten". Rumo liebt es von Anfang an, sich Geschichten anzuhören über große Kämpfe und Schlachten. Dadurch besteht ein großer Teil des Buches aus kleineren Nebengeschichten, wozu auch kurze Einführungen in die Leben von immer neu auftauchenden Charakteren gehören. Dies ist meistens von der Spannung her in Ordnung, teilweise aber auch etwas zu viel und langatmig gehalten, zumindest für meinen Geschmack.
Was Walter Moers Bücher sonst immer so besonders macht, sind die unterstützenden Zeichnungen. Auch diese fand ich desmal eher karg gehalten, es sind im Durchschnitt überhaupt sehr wenige und wenn dann gar nicht so besondere. Gerade in "Die Stadt der träumenden Bücher" und "Die 13 1/2 Leben des Käptn Blaubär" hatten mich diese Zeichnungen noch besonders überzeugt.
Insgesamt ist dieses Buch verhältnismäßig brutal geschrieben. Es geht um das Kämpfen, um die Schlacht und um Verluste. Es geht um die grauenvollsten und gefährlichsten Kreaturen in und um Untenwelt. Und es geht um Rumo, der als Krieger vor allem um die Liebe kämpft und vor keiner blutreichen Schlacht zurückschreckt.
Ich konnte das Buch ganz gut lesen, da ich schon Fan von zwei anderen Moers Büchern bin. Trotzdem ist dies bisher für mich das schwächste, es konnte mich einfach nicht so sehr fesseln wie die anderen.
Allerdings, kritisiere ich auf hohem Niveau. Moers' Fans kommen auch hier wieder auf ihre Kosten und werden zufrieden sein. Daher kann ich es zum Lesen schon empfehlen, allerdings wirklich nicht für Kinder.