Rezension verfasst vor 5 Monaten
(9)
Die Geschichte ist natürlich eine ganz furchtbar traurige, die dann in einem modernen Aschenputtel-Happy End endet. Waris soll verheiratet werden, und flieht daraufhin aus ihrer Nomadenfamilie in die Hauptstadt, kommt nach London, und schafft es das zu erreichen was sie sich erträumt hat: Mehr vom Leben zu haben. Teil dieser ganzen Geschichte, und womit das Buch ja auch angepriesen wird, ist die Thematik "Genitalverstümmelung bei Frauen und Mädchen." Klar hat man vorher auch schon was davon gewusst, aber es tun sich hier dann doch noch einige Abgründe auf.
Das wars allerdings auch schon, was mich an dem Buch fesseln konnte. Ansonsten hatte ich nicht wirklich Freude am Lesen. Waris ist mir einfach auch unglaublich unsympathisch. Es ist furchtbar was ihr geschieht, aber so ihre wesentlichen Grundzüge finde ich unfreundlich und egoistisch. Dann gefällt mir der Schreibstil des Buches gar kein bisschen. Er ist, sagen wir mal.. schlicht..
Ich bin mir unsicher ob Waris das Buch selbst geschrieben hat, einen Ghostwriter finde ich vorstellbarer, aber die Szenen sind teilweise sooo emotionslos hingeschrieben, dass man beinahe gähnen muss an Stellen die hochdramatisch sind. Das geht schon am Anfang los, als die gerade einmal 13jährige mutterseelenallein tagelang durch die Wüste irrt, fast vergewaltigt wird, von Löwen angegriffen wird, und beinahe verdurstet... Das wird quasi auf 3 Seiten hingeklatscht, war halt so, fertig. Aha. Ist ja auch ganz alltäglich..
Mir persönlich hat das Buch nicht gefallen. Der Schreibstil ist sehr einfach, die Handlung wird flach dargestellt, und die Schrecklichkeit dessen was dieser armen Frau zugestoßen ist wird schon fast lapidar erzählt.
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