/\ Story /\
Eine Gruppe von Naturwissenschaftlern ist zusammen mit einem Team an Fernsehleuten an Bord des feudalen Schiffs Trident unterwegs, unterwegs im Auftrag der medialen Fernsehunterhaltung. Es soll für die aktuelle und gut laufende Reality-Show Sea-Life gedreht werden. Die Übertragung der Ausflüge sowie auch des Zusammenlebens des bunt zusammen gewürfelten Wissenschaftlerteams erfolgen live, allerdings kommt es wie es kommen muss, denn die Quoten sinken, da an Bord nichts großartiges passiert, was die Menschheit vor den Fernseher lockt. Was sich darauf zurückführen lässt, das momentan auch kein besonderes Eiland angefahren wird.... aber der Alltag auf See bekommt eine neue Wendung, als ein Hilferuf empfangen wird, die Trident ist am dichtesten dran und nimmt Kurs auf das Signal. Dadurch steuern sie eine auf keiner Karte verzeichnete Insel an, welche lediglich nur in alten Schriften erwähnt wird : Henders Island.
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Mit einem Zodiac machen sich Wissenschaftler und Kamerateams nach dem Ankern vor der Insel auf den Weg, die Insel zu erkunden und das Not-Signal ausfindig zu machen. Der Aufenthalt dauert nur wenige Minuten, denn das Team wird von ihnen unbekannten Wesen angegriffen, schneller als die Besatzung gucken kann, sind einige der Ihren von den dort lebenden Kreaturen zerfleischt und verspeist worden. Die Quoten schnellen in die Höhe, denn es wird wie immer live übertragen. Nicht mal eine Handvoll Wissenschaftler und Kameraleute überlebt den Ausflug, aber das Interesse diese Insel näher kennen zu lernen ist auf beider Seiten geweckt. An Bord der Trident beratschlagt man sich, wie man gefahrlos auf der Insel Erkundungen ausführen kann.
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Währenddessen wird trotz der spannenden Life-Übertragungen in der Öffentlichkeit diskutiert, ob diese gesendeten Lifeaufnahmen der Realität entsprachen, oder eher ein gefakter letzter Faden waren, die Quoten der Serie wieder hoch zu treiben. Nicht nur die Öffentlichkeit ist heiß am Diskutieren, auch die amerikanische Armee heckt einen Plan aus, und schickt vorsorglich schon mal eine ganze Armader aus Kriegsschiffen mit der entsprechenden Besatzung in das Gebiet, in der die Tridentvor Anker gegangen ist.
Während die Streitkräfte eintreffen, wurde schon ein kleiner Plan durch die Besatzung an Wissenschaftlern und Kameramännern geschmiedet, denn die Flora und Fauna auf Henders Island ist mehr als interessant. Man schafft es in der Tat ein kleines Labor nach allen erdenklichen Sicherheitsregeln auf der Insel zu installieren, sowie auch heimische Pflanzen und Tiere mit auf die Insel zu nehmen, um diese der dortigen Pflanzen- und Tierwelt auszusetzen sowie zu beobachten. Was sich den Kameraleuten und den Wissenschaftlern als Bild dann bietet lässt allen die Sprache verschlagen, es dauerte noch nicht mal Minuten und die mitgebrachten und ausgesetzten Pflanzen und Tiere sind Geschichte. Dafür haben die Laborinhaber aber erstaunliche Tiere und Pflanzen gesehen, deren Wirkungsweise keiner so recht detailliert beschreiben geschweige denn benennen vermag. Noch immer im Staunen über das Gebaren der grotesken Kreaturen müssen sie feststellen, das die Forschungsstation - welche als die sicherste der Welt eingestuft wurde – auch nicht so das wahre ist, schnell ist die erste Laboreinheit in die Fänge der dortigen Kreaturen übergegangen. Durch entsprechende Druckluftschleusen kann man der Einverleibung ein wenig entgegenwirken, aber nicht auf Dauer.
Immer noch ganz fasziniert von der Fauna und Flora, so zum Beispiel der Hendersratte, einem sich auf neun Beinen fortbewegenden Raubtier, mit einer atemberaubenden Schnelligkeit, welche sich durch den katapultartigen Schwanz noch unterstützen lässt. Oder die Tellerameise, die am Körper schon drei Generationen Nachwuchs mit sich rumschleppt, und mit seinen ringförmigen Gehirn sowie den Zoetrop Augen selbst die schnellsten Rotationsbewegungen von Bildern in Sekundenbruchteil erfassen kann...
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Die Henders Island Bewohner verteidigen ihre Insel, dennoch geben weder Kameraleute noch Wissenschaftler auf, lediglich zur eigenen Sicherheit weil ihnen das Labor unter dem Hintern zerstört wird, kehren sie noch einmal auf die Trident zurück, um dann noch mal mit neuen hoch technischen und sicheren Fahrzeugen, Laboratorien auf die Insel zurück zu kehren, um zu erforschen, allerdings mit einer Auflage der amerikanischen Streitkräfte: weder einen Pflanzensamen noch sonst irgend etwas von der Insel zu entfernen - was letztendlich egal wäre, die Armee hat einen eindeutigen Auftrag des Präsidenten, Atombomben zur Vernichtung der Insel - nun wenn nicht unbedingt die unterschiedlichsten Forscher mit den unterschiedlichsten Interessen und Rachegelüsten mit im Team wären, dann wäre das wohl keiner besonderen Erwähnung wert, aber die Menschheit ist einfach zu entgegengesetzt.... der zweite Ausflug auf die Insel verläuft schon geordneter, und man schließt sogar schon ein wenig Freundschaft zu den Henders Ratten, welche sich als intelligente Tiere entpuppen... Zwischen Forschern und Armee beginnt ein Kampf der Heimlichkeit und Predigten, wer wird gewinnen? Denn die Wissenschaftler haben eine für sie bahnbrechende Entdeckung gemacht....
. \ Meinung-Kritik/\
Hui... der Klappentext animierte mich schon zum lesen, dachte ich aber erst, das es sich wohl eher um einen müden Abklatsch bisheriger Sciencefiction Werke der bekannten Autoren handele, aber ich wurde eines besseren Belehrt. Mehr dazu folgt nun...
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Mit einem kleinen Prolog zum einstimmen sowie einer Rückblende auf das Jahr 1791 als ein Schoner auf der Insel strandet startet das Werk. Schon alleine diese ersten 25 Seiten lassen den Leser erfreuen, denn schon hier ist Spannung im Vormarsch und präsentiert uns ein unterhaltsames Werk, welches man nur lesen sollte wenn man nichts weiteres vorhat.
Wie schon erwähnt, nahm mich der Prolog sowie der Rückblick gefangen in einen ganz besonderen nur schwer zu beschreibenden Bann, bevor ich allerdings mich endgültig ins Buch vertiefte, musste ich noch mal ans Ende blättern, denn hier im Anhang sind Zusätzliche Informationen so unter anderem eine Karte von der Insel, um die es im Roman geht sowie auch kleine Übersichten zu den im Buch erwähnten Tierchen inklusive Skizzen.
Doch von Anfang an...
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Die Handlung ist aus meiner Sicht mal wieder etwas besonderes , klar gibt es schon zahlreiche Autoren, die sich mit abstrusen Kreaturen in ihren Werken abgemüht haben, aber dem Gesamtkonstrukt fehlte der letzte Pfiff.
Hier bei Biosphere ist der Leser gleich von Anfang an mit in die Handlung eingebunden, denn diese ist so real vorgestellt, das man unweigerlich die Füße hochnimmt, wenn man eine Passage über diese merkwürdigen Pflanzen liest. Je nach Aktion beziehungsweise Situation kann man im Kopfkino die Atmosphäre aber auch die Insel in allen ihren Facetten vorstellen.
Klar ist die Handlung an den Haaren herbeigezogen, auch wenn ich es mir schon vorstellen könnte, das es irgendwo auf dieser Insel noch ein Eiland gibt, welches noch nicht durch Forscherfüße betreten wurde, aber so extrem wie es hier die Handlungsgrundlage mit sich bringt wird es dort bestimmt nicht sein.
An dem Handlungskonstrukt habe ich nichts zu meckern, auch wenn hier eigentlich zwei Handlungsstränge parallel nebeneinander her laufen, der eine befasst sich mit den Forschern und der Insel, der andere mit Kompetenzstreitereien zwischen Forschern an den Universitäten, erst im späteren Verlauf werden beide Handlungsstränge miteinander verwoben.
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Eine Handlung lebt aber nicht von der Story alleine, sondern auch von den Akteuren beziehungsweise den Protagonisten, welche hier zahlreich vertreten sind, aber nicht zu viele das man den Überblick verliert. Alle hier agierenden Protagonisten haben einen gleichwertigen Stand, keiner spielt eine kleinere Rolle, sondern sind sich alle ebenbürtig. Was eingangs ein wenig gewöhnungsbedürftig ist, sämtliche Charaktere werden mit ihrer Bekleidung vorgestellt, so hat der eine Jack Wolfskin am Leibe, der andere dann halt eine andere Marke. Ob das nun einen tieferen Sinn hat? Ja, aber erst für den späteren Verlauf der Handlung, da sind diese Details dann ein wichtiges Faktor. Aber nicht nur die Bekleidungsvorlieben werden hier erläutert, nein die Protagonisten werden in ihrer Gesamtheit mit dem weiteren Geschehen immer weiter vorgestellt, so das man ab und schon meint, das man die jeweilige Person beinah persönlich kennt. Der Autor hat sich hier aus meiner Sicht ein paar mehr Gedanken gemacht, die Protagonisten ansprechend zu gestalten, keiner wirkt zu sehr hervorgehoben, aber auch nicht nachlässig . Eher im Gegenteil, jeder Protagonist ist auf eine ganz besondere Art und Weise dargestellt, so dass hier wirklich ein munterer Haufen zustande gekommen ist, munter in Form von, das alle erdenklichen Charaktereigenschaften eingebaut sind, und das sorgt dann schon für einen enormen Unterhaltungswert, denn es ist eine Kunst so viele Ecken und Kanten unter Personen - konziliant zu integrieren, ohne das es farblos oder gar monoton wirkt.
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Aber nicht nur Handlung und Protagonisten sind für Literatur relevant, perfektioniert wird ein Buch dann, wenn der Schreibstil stimmt, und das ist hier zutreffend. Auf den insgesamt 480 Seiten habe ich nicht eine langweilige oder über Gebühr mit Details geschriebene Passage entdeckt. Die gesamte Story sog ich förmlich in mich auf, auch wenn sie stellenweise etwas blutrünstig daher kam, aber diese Details sind eher angenehm verpackt und nicht Ekel hervorrufend. Eher das Gegenteil, sie wecken Interesse, Interesse immer mal wieder in den Anhang zu blättern, um dort noch einmal die Kartographie der einzelnen Individuen auf Henders Island nachzulesen. Schon der Titel des Buches lässt es vermuten, das auch wissenschaftliche Ausdrücke fallen werden, dem ist auch so, aber galanter weise werden diese im Dialog erläutert, so das man kein Fachwissen mit bringen muss, um dem Buch zu folgen. Ferner wirkt der Aufbau beziehungsweise die Story des Buches durch die Gliederung, welche sich mit Zeitangaben oder Schauplatzwechsel auseinander halten lassen durch den flüssigen Schreibstil gut lesbar.
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So sprechen die drei wichtigsten Aspekte eines Buches: Handlung, Protagonisten und Schreibstil hier in Biosphere schon für sich, untermalt wird das ganze noch mit einer stetigen und kontinuierlichen Spannungssteigerung , welche durch den galanten und auf den Punkt gebrachten Schreibstil noch gefördert wird. Hier werden dem Leser keine Erholungsphasen gegönnt.
Eine Anmerkung zum Schluss möchte ich noch einflechten, denn mir ließ es keine Ruhe, es gibt in der Tat eine Insel die Henderson heißt, auch ihre Lage ist die im Südpazifik. Auch das eine oder andere hier im Buch erwähnte Tier ist nicht unbekannt, und entspricht so der Realität.
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/\ Fazit /\
Bis hierher bin ich nur noch begeistert, endlich mal wieder ein Werk, welches die Bezeichnung Thriller auch verdient hat. Hier wünsche ich mir beinah eine Fortsetzung, denn das Ende des Werkes – welches von mir nicht verraten wird – fordert dieses eigentlich ein....
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Hier ist einfach alles stimmig, alle Aspekte die zu einem guten Unterhaltungswerk gehören, werden genau auf den Punkt getroffen, da gibt es rein gar nichts zu meckern. Mir kamen zwar beim Lesen und auch im Nachhinein Gedanken, mit welchen Autoren Warren Fahy sich vergleichen lässt, aber mir kamen da nicht allzu viele in den Sinn, eigentlich nur Ansatzweise Michael Crichton, der ja nun auch das eine oder andere Science-Ficton Werk geschrieben hat. Ich kann von meiner Seite aus nur sagen, Warren Fahy lässt sich durchaus in Nuancen mit M. Crichton vergleichen.
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Ich kann nicht anders und verteile für dieses ausgewogene und spannende Werk volle 5 Sterne und eine dicke Leseempfehlung für alle die Genug haben von dem Einheitsbrei der Möchtegern Sci-Fi, hier wird dem Leser ein rundum stimmiger Thriller geboten.