Leser-Rezension zu „Ein Regenschirm für diesen Tag” von Wilhelm Genazino
am 12.05.2011
gertrud schwermut - das war schon das schönste in diesem buch.
ein mann, irgendwo in frankfurt, der den ganzen tag nichts tut außer verflossene bekannt- oder liebschaften auf der straße zu treffen und
über sich und die welt nachzudenken.
dabei waren die ersten seiten so vielversprechend! ich wollte gleich weiterlesen. aber irgendwann dünkte es mir, dass dieses buch entweder solchen lesern gefällt, die die beschriebenen kleinigkeiten
und absurditäten des lebens und vor allem des alltags noch nie selbst wahrgenommen haben und entzückt sind ob der sprunghaften und pseudo-philosophischen auseinandersetzung damit.
manchmal wirkte der gedankenmonolog abgehakt: kaum war der eine tatbestand beurteilt und bewertet, ging es um etwas völlig neues.
oder aber ich habe ein problem mit einem mitt-vierziger, der fast-arbeitslos den ganzen tag nichts tut außer in einem fort sich gedanken zu machen, die irgendwann immer mehr verflachen und den leser einfach nicht mehr zu fesseln wissen; ich habe fast eine abneigung gegen den mann und seine trägheit, seine möchte-gern-auseinandersetzung mit den bedeutungsvollen tiefen des lebens gewonnen. doch schwimmt er leider immer mehr nach oben.
so hat mich das buch begonnen zu langweilen: selbst die anfangs
schöne sprache und gewitztheit haben abgenommen. der ausklang
war ein bisschen fade.

