Rezension verfasst vor 2 Monaten
(5)
Gnade hat viele Facetten
Inhalt:
Mack macht mit seiner Familie Campingurlaub. Plötzlich verschwindet seine Tochter Missy spurlos.
Für Macks gläubige Frau ein schwere “Prüfung Gottes”. Mack selbst beginnt an der Gnade Gottes zu zweifeln und fällt in eine Depression, die er “die große Traurigkeit” nennt. Eines Tages kämpft Mack sich durch einen Schneesturm um seinen Postkasten zu erreichen. Der wahre Kampf seines Lebens wird im weitern Verlauf des Buches geschildert. Im Postkasten findet er einen Brief ; eine Einladung in eine alte Schutzhütte. Genau die, in der Mack damals das blutverschmierte Kleid seiner Tochter fand, ein grausamer Abschiedsgruß. Der Brief ist mit “Papa” unterschrieben. Erst hält Mack alles für einen makaberen Scherz. Aber wer sollte so etwas tun? Ohne Wissen seiner Frau, die Gott immer als “Papa” bezeichnet, geht er der Sache auf den Grund und fährt zur Hütte. Mack erlebt Unglaubliches. In der Hütte trifft er Gott, Jesus und den Heiligen Geist, die sich ihm in besonderer Gestalt zeigen. Mack erhält Antworten von Gott auch wenn er nicht alles so leicht begreifen und “schlucken” kann. Als Mack zu seiner Familie zurückkehrt ist er total verändert und im “Gepäck”hat er einen ganz besonderen Gruß. Einen Gruß von Missy.
Meine Meinung:
Noch bevor ich mit dem lesen begonnen hatte, faszinierte mich, wie der Autor den Charakter seiner 6 Kinder, denen er das Buch gewidmet hat, mit jeweils 3 kurzen Worten beschreibt.
Was dem Protagonisten geschah, hat die Melodie seines Lebens vollkommen verändert und er hat einen hohen Preis dafür bezahlt. Mit treffenden Bildern beschreibt Young Macks Gefühle und Alpträume. Mack hatte seiner Tochter die Geschichte von einer unschuldigen und reinen Häuptlingstochter erzählt, die ihr Leben lassen musste um ihr Volk vor einer Seuche zu retten. Missy gefällt die Geschichte, sie ahnt nicht, welch “Prophezeiung” sich darin für sie und ihren Vater verbirgt. Mir gefallen die auf die Bibel bezogenen Vergleiche. Missy findet es gemein, dass Jesus sterben musste, um die Menschen von der Sünde zu erretten. Musste Missy sterben um das Leben ihres Vaters zu verändern? Mack stellt fest, dass er Gott noch gar nicht wirklich kannte.
Das Buch hat mich von Anfang an “gefesselt” Nichts an der Geschichte wirkt gekünstelt. Man hat das Gefühl einen Tatsachenbericht zu lesen. Mir gefielen die atemberaubend geschilderten Beschreibungen der Natur des Handlungsortes. Mack bewundert die funkelnden Sterne der Milchstraße, fühlt sich dabei klein und doch “in sich selbst geborgen” (S.35)
Das Buch ist kein Gruselthriller, ruft aber durch die plastisch geschilderten Emotionen auch beim Leser Emotionen hervor, die auch mal Gänsehaut auslösen können. Wer selbst einen lieben Menschen verloren, oder ein “schwer verdauliches” Schicksal erlitten hat, kann sich darin wiederfinden und wird getröstet. Young vergleicht das Erleben von Sorgen und Schmerz mit einem Vogel, den die Flügel gestutzt wurden. Man kann nicht mehr fliegen, bleibt aber ein Vogel.
Ein Buch mit Tiefgang! Am Schluss nimmt der Leser Abschied von Macks “Seelengarten” und tritt ein in seinen eigenen Garten. Das Buch hat ein paar mehr Blumen in meinen “Garten” zum blühen gebracht.
Fazit:
Ein merkwürdiges Buch = das Buch ist es würdig, sich den Inhalt zu merken bzw. Es immer mal wieder zu lesen.
Währe das Buch nicht geschrieben worden, bliebe der Menschheit etwas vorenthalten. Man denkt, ein Teil des Buches sei von Gott selbst geschrieben worden. Ich freue mich, es gelesen zu haben.
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