Leser-Rezension zu „Die Hütte” von William P. Young

Rezension als hilfreich gekennzeichnet: (20)

mabuerele mabuerele
Verfasst von mabuerele
am 31.01.2012
 

„…Weil du wichtig bist, ist alles, was du tust wichtig. Jedes Mal wenn du vergibst, verändert sich das Universum. Jedes Mal wenn du anderen Menschen die Hand reichst und dich ihnen öffnest, verändert sich die Welt…“

Mack lebt mit seine Frau und vier Kindern in Oregon. Sie könnten eine glückliche Familie sein, wäre ihr Leben nicht von Trauer überschattet. Im Sommer war Nick mit Kindern auf einem Campingplatz in der Wildnis von Oregon gewesen. Dort war seine jüngste Tochter Missy entführt worden. In einer Hütte fand die Polizei ihr blutiges Kleid. Von dem Mädchen fehlt seitdem jede Spur.
Plötzlich findet Mack im Briefkasten einen Brief. Er wird eingeladen, in die Hütte zu kommen. Das Wochenende wird alles verändern…
Im Mittelpunkt des Romans steht nicht die eigentliche Handlung. Meiner Meinung nach ist der Roman ein großartiges Plädoyer der Liebe Gottes zu den Menschen.
Das erste, was Mack ablegen muss, ist sein bisheriges Gottesbild. Ob man die Darstellung, die der Roman wählt mag, nur akzeptiert oder ablehnt, muss jeder selbst entscheiden. Das Wichtigste sind die Gespräche, die geführt werden. Es geht um Freiheit, Unabhängigkeit, Beziehungen zwischen den Menschen bzw. zwischen Gott und den Menschen. Die Gespräche gehen in die Tiefe. Sie haben mich stark berührt. Sie verändern und lassen ein Nachdenken über das eigene Leben zu. Und sie führen an den Anfang des Glaubens. Sie versuchen eine Antwort auf die Fragen, was der Sündenfall geändert hat und warum Jesu das Opfer bringen musste.
Mack stellt die Frage, warum es Leid auf der Erde gibt und warum Gott das nicht verhindert. Das Buch versucht darauf eine Antwort zu geben, eine Antwort, die nachdenklich macht.
Einen breiten Raum nimmt das Thema „Vergebung“ ein. Und es gibt Stellen im Buch, da konnte ich die Tränen nicht zurückhalten, so als Mack seine spielenden Kinder sah oder als er seine tote Tochter endlich beerdigen durfte. Dabei ist das Buch auf keinen Fall sentimental geschrieben, im Gegenteil – stellenweise findet sich ein sehr feiner Humor.
Sehr beindruckend gelungen ist die Stelle, wo Mack Richter spielen soll und erkennen muss, welche Probleme das bringt.
Es ist ein bewegendes Buch. Man muss allerdings bereit sein, sich von starren Dogmen zu lösen und sich den Gesprächen zu öffnen.
Stil und Form der Sprache sind dem Inhalt angemessen. Die Kapitel sind relativ kurz. Das fördert den Lesefluss, gibt aber auch die Möglichkeit, einzelne Inhalte erst einmal nachwirken zu lassen.
Jedes Kapitel beginnt mit einer Überschrift und einen Spruch. Über diese Sprüche und ihre Aussagekraft könnte man manches ergänzen. Sie passen zum Inhalt der Kapitel. Neben der Kapitelnummer rechts befindet sich stilisiert eine Holzhütte.
Das Vorwort erzählt ein wenig über den Protagonisten des Romans; das Nachwort über die Geschichte seiner Entstehung.
Das Cover, zerfallende Holzhütte im Schnee, passt zur Geschichte. Der Untertitel „Ein Wochenende mit Gott“ fasst in vier Worten das Wesentliche des Buches zusammen.
Mich hat das Buch sehr beeindruckt. Ich bin froh, mich auf die Geschichte eingelassen zu haben.

 

Dein Kommentar zu dieser Rezension

Die Hütte Die Hütte
William P. Young

(216)  

360 Bibliotheken, 15 Leser, 14 Gruppen, 88 Rezensionen

gott, glaube, hütte, jesus, religion

Kaufen bei amazon.de
Die Hütte
von William P. Young

Teilen