Rezension verfasst vor 1 Jahr
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endlich mal ein autor, der nicht an sich selbst, sondern an den leser denkt! anstatt ein buch - einen roman - zu schreiben, schreibt wolf haas gleich lieber die erklärung des romans, das spart zeit, papier, geld und ärger. und dass tut er dann auch noch in der form des selbstinterviews, also der von mir am höchsten geschätzen gesprächsform überhaupt. da funkt einem nämlich ständig so ein anderer mensch mit meinungen und witzen dazwischen.
dem leser, schreibt haas das in seinem als dialog mit der "literaturbeilage" getanten monolog, überlasse er mal gar nichts, was die sinnbildung betrifft. wäre ja noch schöner, wenn da am ende jeder meinen könnte, was er will! der autor macht sich doch nicht die ganze mühe, damit dann am ende der leser wieder schlauer ist als er. nein, bei haas wollen die hierarchien klar eingehalten werden, gott sei dank. darum hilft er ja hier nach mit all den erläuterungen, warum er das so schrieb und was das bedeutet und was er hätte stattdessen schreiben können. wolf haas als roter faden. prächtig.
aufmerksame menschen haben bemerkt: mein erster satz dieser rezension ist kompletter unsinn. er ist falsch. gelogen. dumm. zu kurz gedacht. gar nicht gedacht. oder schlimmeres. denn natürlich - das hat meine als argumention getarnte satzfolge hier ja gezeigt - denkt haas an sich selber und nicht an den leser, also nur vorgelblich an den leser. in der schule hat ein mitschüler immer gesagt: altruisten sind die größten egoisten! ja, mit solchen menschen bin ich zur schule gegangen, ich hatte keine wahl. der mitschüler sagte das und guckte dann so, als erwarte er lob und bewunderung. manchmal bekam er die auch. und er würde sie auch heute noch bekommen, an universitäten, bartheken und feulleitontexten.
was dann am ende nur etwas traurig ist: dass es das buch, den roman, dann gar nicht gibt, denn das will man unbedingt lesen, diese geschichte, die natürlich eine liebensgeschichte ist. vielleicht ist das ja ein grund, warum die anderen autoren dieser welt immer zuerst den roman veröffentlichen und die erklärungen dann in echten literaturbeilagen, tv-talksendungen und vorwörtern nachliefern. in vorwörtern nachliefern? geht das denn überhaupt? weiß ich nicht. weiß aber auch niemand besser.
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