Neuer Beitrag

shlomo-ben-yossi

vor 2 Jahren

(1)

Er-wacht … auf …

... dann begibt sich der Protagonist von Wolfgang Bartschs "Trauerweiden am Faaroa" auf eine sinnierende  Reise durch (s)eine Stadt, die immer war und nun doch anders ist. Pausierend an unterschiedlichen Stationen mit verschiedenen Begegnungen, die Gedankenthemen abschließen und neue  bis dahin nicht beachtete Fragen aufbringen, um ihn sogleich wieder in sein Inneres abtauchen zu lassen.

Die Geschichte des Autors entsteht anhand der Gedanken eines Mannes, die vorher den Radius seines Alltages umfaßten und diesen nun durchbrechen. Über den Horizont seines bisherigen Wirkungskreises hinaus ... Gemeinsam mit der Hauptfigur wandert der Leser parabolisch durch mannigfaltige Möglichkeiten eines künftigen Lebens. Ein neuer Abschnitt formiert sich.

Was ist real, was nicht? Was geschieht?

Genau wie Gedanken folgt der Protagonist keinem irdischen Gesetz. Raum und Zeit verlieren ihre Dimensionskraft. Im Gedankenflechtwerk ist real mit irreal verwoben; jedoch nicht verwirrend, klar folgend.

Die Geschichte nimmt an Gestalt und Standfestigkeit zu, je mehr der Mann als Figur das Nebulöse vertreibt und an Klarheit gewinnt. So wie die Entwirrung eines Problems durch Darlegung seiner Lösungsmöglichkeiten.

Viele allgemeine sowie aktuelle Themen werden erwähnt und mit reichhaltigem Hinterfragen beschrieben. Bis der Mann in der Geschichte auf die Liebe trifft, die das Blatt (w)endet.

Wolfgang Bartsch schreibt die Geschichte in facettenreichen sprachlichen Bildern, um die Atmosphäre der jeweiligen Situation konkret einzufangen. Ebenfalls kommen interessante Nominalisierungen und sogar aneinandergereihten Haikus in neuem Stil formiert zum Einsatz.

"Trauerweiden am Faaroa" ist in sich gehend, reflektierend und bedeutungsvoll. Ein Katalysator für die Selbstkritik und das Ablegen des Selbstentfremdungsgewandes!

Autor: Wolfgang Bartsch
Buch: Trauerweiden am Faaroa
Neuer Beitrag