Leser-Rezension zu „Glut und Asche” von Wolfgang Hohlbein

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Steppenwolf Steppenwolf
Verfasst von Steppenwolf
am 22.01.2011
 

Gelungener Roman vor stimmungsvoller Kulisse

Bisher erschienene Bände der Reihe:

01 Am Abgrund
02 Der Vampyr
03 Der Todesstoss
04 Der Untergang
05 Die Wiederkehr
06 Die Blutgräfin
07 Der Gejagte
08 Die Verfluchten
08.5 Blutkrieg
09 Das Dämonenschiff
10 Göttersterben
11 Glut und Asche
12 Der schwarze Tod

Mit diesem Teil hat die „Chronik“ ein neues Outfit bekommen. Ein sehr schicker Einband mit hervorstehendem Schriftzug und einem sehr gut gelungenen Coverbild. Neben der regulären Ausgabe gibt es auch eine mit passendem Soundtrack auf CD.

Andrej und Abu Dun gelangen im Jahr 1666 nach London. Eine seltsame Mordserie lässt sie hoffen hier endgültig den Gott Loki zu stellen und zu vernichten. Andrej stößt auf eine Schar vagabundierender Kinder. Ihr zwölfjähriger Anführer nennt sich Frederic und sieht seinem Namensvetter, Andrejs Ziehsohn, zudem sehr ähnlich. Er taucht immer wieder auf und spielt anscheinend ein böses Spiel mit Andrej. Doch ist es wirklich Loki, der ihn dazu anstiftet? Es gipfelt in der Gefangennahme Andrejs, in Folge derer er fast zu Tode gefoltert wird. Während seines Gefängnisaufenthalts muss Andrej feststellen, dass London brennt.
Dann treffen die beiden Vampyre noch auf Meruhe – die mächtige Unsterbliche, die sie zuletzt vor knapp 100 Jahren in der libyschen Wüste gesehen hatten – und ihre zwei Dienerinnen. Sie wollen Andrej und Abu Dun mit aller Macht dazu bewegen London zu verlassen. Die Rede ist von einem Krieg der Götter.

Die neue Richtung, die sich schon im vorigen Band abzeichnete, wird nun konsequent beibehalten. Man hat das Gefühl, als sei die Suche nach dem Geheimnis der Unsterblichkeit vergessen. Das einzig vorherrschende Motiv scheint nur noch Rache zu sein. Dann wird Andrej an verschiedenen Stellen von seiner Vergangenheit eingeholt. Das wirkt manchmal arg konstruiert, auch zum Teil unnötig und unterstreicht das nicht erkennbare Vorankommen in der Handlung. Es geht leider weiterhin nur um die Verfolgung Lokis.
Trotz einiger Wiederholungen blitzt aber auch hier alter „Chronik-Charme“ auf. Einige Phrasen ziehen sich durch die gesamte Reihe und vermitteln ein vertrautes Gefühl. Das kann natürlich nerven, mich hat es aber nicht gestört, es ist eben typisch, ein unverkennbares Merkmal.
Das Buch hat aber auch wieder die altbekannten Stärken. Denn trotz allem schafft Hohlbein es einfach immer wieder eine Spannung zu erzeugen, die es einem einfach unmöglich macht, das Buch aus der Hand zu legen. Man mag sich ärgern, man mag frustriert sein, aber man kann nicht aufhören.
Wirklich gut ist die Atmosphäre. Es ist düster, bedrückend und spannungsgeladen. Der Schauplatz trägt eine Menge dazu bei: London zur Zeit des großen Brandes. Diesmal ist es wieder außerordentlich gelungen historische Begebenheiten in die Geschichte einzubetten. Macht man sich mit diesem Ereignis etwas vertraut, wird man durchaus einiges im Roman wiederentdecken können.
Hohlbein beschert dem Leser am Ende abermals ein überraschendes Finale, aber eben das lenkt die „Chronik“ in eine Richtung, bei welcher ich mir nicht sicher bin, ob es die richtige ist und auch die Logikfehler häufen sich. Damit kann man leben, aber es ärgert auch hin und wieder.

Zur CD: Eine wirklich gelungene Idee. Mehrere Musiker haben sich zu dem Band-Projekt Delany zusammengeschlossen und die dabei entstandenen Songs passen gut zur Stimmung des Buches und sind hervorragend eingespielt. Hört man sich das komplette Album an, läuft die Handlung wie ein Film im Kopf ab. Auch ohne das Buch, ein sehr gutes Rock-Album, das auch nach mehrmaligem Hören nicht langweilig wird.

Fazit: Glut und Asche hält sich doch recht wacker. Trotz einiger Mängel wird nach wie vor Spannung geboten und die Geschichte spielt vor einer wirklich tollen Kulisse. Wenn man nicht zu kritisch ist, bekommt man einen wirklich gelungenen Roman, in dem die positiven Eindrücke einige negative durchaus wettmachen können.

 

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Glut und Asche Glut und Asche
Wolfgang Hohlbein

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Glut und Asche
von Wolfgang Hohlbein

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