Leser-Rezension zu „Brüder” von Yu Hua

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dzaushang dzaushang
Verfasst von dzaushang
am 26.09.2009
 

Der Leser lernt die zwei „Brüder“ Glatzkopf-Li und Song Gang kennen, begleitet sie, ihre Freunde und Familie über viele Jahre hinweg und ertappt sich, vielleicht irgendwann gegen Ende dieses dicken Wälzers, unter anderem bei der Frage, warum diese Figuren nur so farblos bleiben und warum dieser Roman in China wohl so einen großen Erfolg hat.
Liegt es daran, dass er geradezu gespickt ist mit den so beliebten chinesischen Spruchweisheiten und Redewendungen mit denen sich wohl ein jeder in nahezu jeder beliebigen Lebenssituation die Welt und sein persönliches Schicksal erklären kann?
Oder daran, dass der Text sich, ohne jeden gedanklichen „Stolperstein“, locker, leicht und flockig dahin lesen lässt? Ohne jeden tieferen Sinn?
Vielleicht schätzt der Leser ja auch den Humor, der, durchaus vorhanden, so manchen Schmunzler und Lacher auf die Lippen zu zaubern vermag?
Oder ist er von den, besonders im ersten Teil des Romans vielfach vorhandenen, mich zum Teil abstoßenden, brutalen und detailreichen Gewalt -und Folterszenen fasziniert?
Oder liegt es in etwa am deftigen Schuss Sex, der natürlich auch beigefügt ist?
Ich denke, die Mischung vor allem dieser Zutaten macht einen Großteil jenes Erfolgs in China dann wohl aus. Und da die hauptsächlichen Protagonisten von der ersten Seite an von überzogener Darstellung „leben“, der eine ist der Super-Multimillionär mit Pech in der Liebe, der andere ist der große Loser mit Glück in der Liebe, bedarf es anscheinend auch im weiteren Verlauf nicht wirklich der Feinheiten bei der Zeichnung dieser und aller anderen Figuren oder einer besonders ausgefeilten Handlung.
Yu Hua´s „Brüder“ ist ein Leseerlebnis, dass mich, alles in allem, nicht überzeugt hat und auch keinen tieferen, bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen wird.
Wer aber auf der Suche nach einem einfachen Unterhaltungsroman aus China ist, wer ein wenig Ausdauer für 760 Seiten mitbringt, wer somit auch über die ein oder andere Länge, vor allem ab der Mitte dieses Buches, hinweg lesen kann und wen normalerweise Gewalt -und Folterszenen nicht regelmäßig bis in den Schlaf hinein verfolgen, der bekommt nicht weniger als einen durchschnittlichen Unterhaltungsroman für sein Geld geboten – aber auch nicht mehr. In „Sternen“ ausgedrückt lautet mein persönliches Fazit: ganz knapp noch drei Sterne.

 

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Brüder Brüder
Yu Hua

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Brüder
von Yu Hua

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