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Schwarzes Schaf
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profil, krank, serienmöder, detectiv, tod

Schwarzes Schaf

Nigel McCrery , Marie-Luise Bezzenberger
Flexibler Einband: 393 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 27.01.2012
ISBN 9783426639627
Genre: Krimi & Thriller

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Tinkers
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sohn, tod, vater, leben, epilepsie

Tinkers

Paul Harding , Silvia Morawetz
Fester Einband: 188 Seiten
Erschienen bei Luchterhand Literaturverlag, 25.08.2011
ISBN 9783630873671
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Müsste ich diesen Roman mit nur einem Wort beschreiben, fiele meine Wahl wohl auf "anstrengend". Ich habe absolut nichts gegen lange Satzschlangen, im Gegenteil, wenn sie gekonnt formuliert und raffiniert aufgebaut sind, kann ich ihnen durchaus etwas abgewinnen und die sprachlichen Findigkeiten des Autors genießen. So ergeht es mir mit Javier Marías' Literatur, um nur ein Beispiel zu nennen. Paul Hardings Sätze jedoch haben sich nicht für eine Qualität à la Marías entschieden, sondern sind zu einem Ärgernis geworden. Außerdem wirkt Hardings Sprache sehr bemüht und steif, so als habe er verzweifelt versucht, seinem Schreibstil einen gelehrten Ton zu geben, was für mich allerdings nach hinten losging, da ich bemühte Gelehrsamkeit nicht ausstehen kann. Harding neigt zu ausufernden Abschweifungen, die man manches Mal vergbelich mehrmals liest, die aber auch nach dem dritten Mal nicht mehr Sinn ergeben. Einzig, wenn er sich erzählerisch der eigentlichen Geschichte widmet, entsteht so etwas wie ein Lese- und Interessensog, der einen dazu bringt, trotz allem an dem Buch festzuhalten.
Harding erzählt die Geschichte des im Sterben liegenden George Washington Crosbys und seines Vaters Howard Aaron Crosby. Howard war fahrender Händler und Kesselflicker, der gerade genug verdiente, um seine Familie am Leben zu halten. Seine starken epileptischen Anfälle erleichterten sein Leben nicht wirklich und die Familie konnte nur schwer mit dieser Krankheit umgehen. Gerade Howards Frau, Georges Mutter, verbitterte zusehends und suchte nach einem Ausweg.
Jahre später liegt der 80-jährige George im Sterben und erinnert sich an Bruchstücke seines langen Lebens, hauptsächlich an Erinnerungen aus seiner Kindheit, an seine eigene Familie und an seine Leidenschaft, nämlich das Reparieren alter Uhren.
Harding springt nun immer zwischen diesen beiden Zeiten und Männern, die Erzählperspektive wechselt ständig, selbst innerhalb der vielen einzelnen Episoden.
Ich mochte die Lebensgeschichten, die Harding sich für seine beiden Protagonisten ausgedacht hat, ich mochte die Gedanken, die er seinen Figuren schenkte und die Gefühle, die er sie äußern ließ. Auch mit dem schwierigen Thema des Sterbens und Dahinscheidens geht Harding sehr gefühlvoll um, weswegen ich es doppelt schade finde, dass es ihm nicht gelungen ist, seinem Erzählfluss treu zu bleiben, sondern immer wieder ein wirres Intermezzo nach dem anderen einbauen musste.
Es mag nun gerne angehen, dass man darin eine neue Idee oder ein besonderes Stilmittel sieht - was wohl letztlich auch geschehen ist, denn Harding hat für diesen Roman 2010 den Pulitzer-Preis erhalten -, doch für mich wurde die Lektüre dadurch sehr anstrengend und die erzählerischen Umwege habe ich als sehr enervierend empfunden.

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Kritzeln, zeichnen, Kunst entdecken
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Kritzeln, zeichnen, Kunst entdecken

Marion Deuchars
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 11.10.2011
ISBN 9783832193843
Genre: Sonstiges

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Irrlichter
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regionalkrimis

Irrlichter

Helga Beyersdörfer
Flexibler Einband: 270 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 27.10.2011
ISBN 9783426508626
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Es gibt Bücher, die kann man lesen, muss man aber nicht. Sie hinterlassen keinen tieferen Eindruck, sie sind einfach seichte Ablenkung für einen Nachmittag. Danach legt man sie weg und erinnert sich fortan nicht mehr an die Lektüre, obwohl man sich für wenige Stunden gut unterhalten fühlte. Solch ein Buch ist Helga Beyersdörfers zweiter Worpswede-Krimi auch: das war nett, aber ich denke nicht, dass es ein Wiedersehen geben wird.
"Irrlichter" stellt den ehemaligen Lehrer Alexander Laroche in den Mittelpunkt, der seine Stelle als verbeamtete Lehrkraft an einem Gymnasium in Frankfurt am Main aufgegeben hat, um die nächsten zwei Monate im beschaulichen Örtchen Worpswede zu verbringen, wo er sich darüber klar werden will, was er mit seinem Leben anstellen möchte. Dazu hat er ein kleines Chalet in einer neu erbauten Luxus-Anlage gemietet, die, wie er bei seiner Anreise gleich feststellen muss, total ausgestorben ist. Außer ihm ist kein Gast da, obwohl die Saison bereits begonnen hat. Erst möchte niemand mit der Sprache rausrücken, doch dann erfährt Alexander, dass die Firma, die diese Anlage bauen wollte, Insolvenz angemeldet hat und einer der beiden Chefs sich zu allem Überfluss auch noch an einem Baum auf dem Gelände erhangen hat. Da Alexander nicht abergläubisch ist und auch nichts von dem Gerede über Flüche hält, welches der Dorfklatsch hervorbringt, beschließt er trotz allem zu bleiben. Doch dann kommen ihm die Geschehnisse in Worpswede näher, als er je gedacht hätte...

Die Kriminalgeschichte, die Helga Beyersdörfer hier erzählt, ist recht simpel gestrickt und wirkt sehr beschaulich. Von einer atmosphärischen Stimmung, die der Klappentext verspricht, ist nichts zu spüren und auch das Moor sorgt nicht für kribbelige oder geheimnisvolle Spannung - was besonders schade ist, denn der Text auf dem Buchrücken hatte mich darauf hoffen lassen. Im Grunde hätte dieser Roman überall spielen können, von einem besonderen norddeutschen Flair ist zumindest für mich nichts zu spüren.
Sprachlich ist der Roman nicht anspruchsvoll, soll heißen: der Stil passt zum Kleid des einfachen Unterhaltungsromans - nicht schlecht, aber auch nicht herausstechend. Wer auf einfache Geschichten steht und viel mehr von einem Kriminalroman auch nicht erwartet, der ist hiermit sicher gut beraten. Ich hätte mir allerdings mehr gewünscht!

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Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
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1.312 Bibliotheken, 89 Leser, 9 Gruppen, 170 Rezensionen

schweden, humor, freundschaft, elefant, atombombe

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Jonas Jonasson , Wibke Kuhn
Flexibler Einband: 412 Seiten
Erschienen bei Carl's Books, 24.08.2011
ISBN 9783570585016
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Was hatte ich mich auf diesen Roman gefreut! Viele lobten seinen aberwitzigen und skurrilen Humor, von dem ich nun durch die Lektüre auch mein Stück abhaben wollte. Denn wenn ich eines zu schätzen weiß, dann sind es Menschen mit Sinn für schrägen Humor. Doch leider habe ich das in Jonas Jonassons Roman nicht finden können. Nicht ein einziges Mal durfte ich schmunzeln, dafür sind die müden Witzchen einfach zu bemüht. Insgesamt erscheint mir dieser Roman wie ein müder Abklatsch des Forrest-Gump-Motivs, wobei das Original wesentlich mehr Charme besitzt und, so irrsinnig das auch klingen mag, einfach authentischer wirkt.
Mit seinem Helden Allan Karlsson hat Jonasson eine Figur erschaffen, die mir irgendwie so vollkommen leer erscheint. Er verabscheut Politik und gerät doch in den hundert Jahren seines Lebens immer wieder in Situationen, in denen er letztlich selber Politik macht, ob ihm das nun bewusst ist oder nicht. Und so schlittert der "politisch Taube", wie Jonasson ihn nennt, von einem Treffen mit Staatsgrößen ins Nächste und bietet seine Hilfe je nach Sympathie an. Da ist es dann vollkommen egal, ob es Kommunisten sind oder die anderen, die eben nicht Kommunisten sind. Oder wie Jonasson es ausdrückt:

"Allan gehörte nicht zu den Menschen, die mit zu hohen Erwartungen (oder zu geringen) an die Geschehnisse herangingen. Was passierte, passierte eben, es lohnte sich einfach nicht, sich schon im Voraus den Kopf darüber zu zerbrechen. (S. 225)"

Und dem Schweden Allen Karlsson passiert so einiges. Er spielt in den meisten Entscheidungen und Geschehnissen der Geschichte eine entscheidende Rolle, ohne dass er sich dessen überhaupt bewusst ist, geschweige denn, dass die Welt davon je etwas erfährt. Für ein nettes Gespräch, ein leckeres Essen und reichlich Alkohol würde er alles tun, vorausgesetzt, man behandelt ihn nett. Und das wiederholt sich in dem Roman etliche Male: bist du nett, helfe ich dir beim Bau einer Bombe - Allan ist Sprengstoffexperte -, bist du nicht nett, behalte ich mein Wissen für mich. Auf Dauer ist diese Einfalt einfach nur ermüdend und ganz sicher nicht unterhaltend.
Und wo der Elefant auf dem Cover herkommt? Ja, in dem Roman spielt auch ein Elefant eine kleine Rolle. Ebenfalls ein Flüchtling wie Allan, der aus dem Seniorenheim abgehauen ist, und ebenfalls mit wenig zufrieden. Eine weitere Parallele wäre vielleicht noch, dass Allan mangels besseren Wissens auch oft wie der berühmte Elefant im Porzellanladen wirkt, aber ich weiß nicht, ob das vielleicht zu weit hergeholt wäre.
Auf jeden Fall war dieses Buch für mich eine Enttäuschung: eine hanebüchene und langatmige Geschichte, ein recht gewöhnlicher und ermüdender Schreibstil und nichts, was mein Humorzentrum angeregt hat.

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Feuer
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220 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

feuer, thriller, brandstiftung, studenten, karen rose

Feuer

Karen Rose , Kerstin Winter
Flexibler Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 22.09.2011
ISBN 9783426503010
Genre: Krimi & Thriller

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Einst wird kommen der Tag. Roman
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Einst wird kommen der Tag. Roman

Taylor Caldwell
Fester Einband
Erschienen bei null
ISBN 9783905414509
Genre: Sonstiges

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Entweder Broder - Die Deutschland-Safari
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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

deutschland, integration, humor, islam, frieden

Entweder Broder - Die Deutschland-Safari

Henryk M. Broder , Hamed Abdel-Samad
Flexibler Einband: 191 Seiten
Erschienen bei Knaus, A, 04.11.2010
ISBN 9783813504217
Genre: Sach- & Fachbuch

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Ameisenroman
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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

ameisen, raff, christen, alabama, college

Ameisenroman

E.O. Wilson , Elsbeth Ranke
Fester Einband: 430 Seiten
Erschienen bei Beck, C H, 20.09.2011
ISBN 9783406621987
Genre: Gegenwartsliteratur

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Puppengrab
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thriller, psychopath, serienkiller, puppen, puppengrab

Puppengrab

Kate Brady , Antje Nissen
Flexibler Einband: 455 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 09.09.2011
ISBN 9783426652152
Genre: Krimi & Thriller

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Kein Blick zurück
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biographie, frauenbewegung, europa, architektur, historisch

Kein Blick zurück

Nancy Horan , Brigitte Heinrich
Flexibler Einband: 530 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 17.08.2011
ISBN 9783458357469
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Von diesem Buch hatte ich mir viel versprochen, da es sich an der Biographie zweier Menschen orientiert, die ein wahrhaft bewegtes und bewegendes Leben geführt haben: der Architekt Frank Lloyd Wright und seine Geliebte Mamah Borthwick Cheney.
Sie lernten sich kennen und lieben, als Mamahs Mann Edwin den Architekten beauftragte, ein Haus für sich und seine Familie zu bauen. Mamah hatte Edwin recht spät geheiratet, sie war schon 30 und hatte ihr Studium bereits beendet. Edwin hatte sich um sie bemüht wie niemand zuvor und sie gab seinem Werben nach. Doch mit den Jahren schlich sich Unzufriedenheit über diese Entscheidung in Mamahs Herz und als sie Wright kennenlernte, war es um beide geschehen. Auch Wright war Ehemann und Vater, Mamah und seine Frau Catherine hatten sich über den Frauenclub angefreundet. Einige Jahre hielten Frank und Mamah geheim, was sie verband, doch dann fand Catherine es heraus und Mamah gestand ihrem Mann Edwin, dass sie ihn betrog. Daraufhin gingen Mamah und Frank gemeinsam nach Europa, wo Wright einige Aufträge angenommen hatte. Mamah wollte wissen, wie es war, diesen Mann für sich zu haben, wie es war, diese Liebe endlich offen zu leben - danach wollte sie entscheiden, wie es weitergehen sollte. Diese Entscheidung jedoch nahm ihr die heimische Presse ab, die in ihrer Abwesenheit eine Hetzkampagne gegen das unmoralische Paar startete, die es Mamah unmöglich machte, auf ein normales Leben in den Staaten zu hoffen.
Ich will nicht zu viel verraten, aber wer mit der Biographie Mamahs auch nur ein wenig vertraut ist, weiß, dass ihr Leben tragisch endete. Zwar wurde sie durch ihre Zusammenarbeit mit der berühmten Feministin Ellen Keys auch zu einer Vorreiterin der Frauenbewegung, doch ihr selbst sollte diese Rolle nur Unglück bringen.
Was Nancy Horan aus diesen Biographien nun gemacht hat, ist für mich allerdings enttäuschend. Diesem Roman fehlt das Wahrhaftige, er wirkt steif und die Dialoge sind gestelzt. Die Autorin bemüht sich sehr, die besondere und tiefe Beziehung Franks und Mamahs herauszuarbeiten, schießt dabei meines Erachtens aber weit über ihr Ziel hinaus. Sie will zu viel geistreichen Dialog in diese Partnerschaft packen, was aber letztlich unecht und nicht authentisch wirkt. Auch gewährt sie dem Leser keinen wirklich tiefgehenden Blick in ihre Figuren, da spürt man, dass die Realität die Fiktion hemmt. Vielleicht wäre sie besser damit gefahren, keinen Roman, sondern eine Biographie zu schreiben. So hätte sie die wirklich interessanten Details nicht mit nicht enden wollenden Kleinigkeiten in die Länge ziehen müssen, sondern hätte ein klareres Bild herausarbeiten können.
Leider ist dieser Roman ein gutes Beispiel dafür, wie man aus einer guten Vorlage eine mit Banalitäten vollgepackte Geschichte machen kann, die nur noch zu retten gewesen wäre, wenn eine helfende Hand gekürzt, gestrafft und den Dialogen Leben eingehaucht hätte. So ist es jedoch nur ein Buch, das man nicht gelesen haben muss - schade!

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Verschlossenes Paradies
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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Verschlossenes Paradies

Anita Shreve , Heinz Nagel
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Piper, 14.09.2011
ISBN 9783492272230
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

"Verschlossenes Paradies" erzählt die Geschichte Andrews und Edens, die anfangs nur Nachbarskinder, dann die besten Freunde und später heimlich ineinander verliebt waren. Nun ist Andrew 36 und kehrt zur Beerdigung seiner Mutter in seinen Heimatort zurück. Er will eine Weile bleiben, einige Reparaturen am Haus vornehmen, um es für den Verkauf herzurichten, und Abschied nehmen von dem kleinen Ort und dem einsamen Farmhaus, in dem er groß geworden ist. Doch die Vergangenheit lässt ihn nicht los, die Nähe zu Eden, die gemeinsam mit ihrer Mutter im Nachbarhaus lebt, lässt ihn die eine tragische Nacht rekapitulieren, die Edens Leben für immer verändern sollte. Vor 19 Jahren hatte jemand die damals 14-jährige vergewaltigt, ihren Vater erschossen und das Mädchen so schwer verletzt, dass sie ihr Augenlicht verlor. Andrew ging kurz darauf aufs College und kehrte nur selten nach Hause zurück. Er heiratete, wurde Vater eines Jungen, ließ sich scheiden und dachte nur ab und zu an seine Jugend und an Eden, doch jetzt, allein im Hause seiner Eltern, fragt er sich, wie es Eden in den letzten Jahren ergangen ist und ob damals alles wirklich so ablief, wie alle immer glaubten...

Selten war ein Buch so vorhersehbar wie dieses. Nach wenigen Seiten wusste ich bereits, wie die Geschichte enden würde - und das war wirklich mehr als eine vage Ahnung, ich war mir zu 90% sicher und sollte recht behalten. Da kann man sich nun denken, dass dieser Roman mich eher gelangweilt hat, denn zur vollkommen durchsichtigen Geschichte kam Shreves doch sehr hölzerner und uncharmanter Schreibstil dazu, an den ich mich nicht so recht gewöhnen konnte. Und so schaffte sie es auch, dass mir ihre beiden Hauptfiguren trotz all der schwierigen Schicksale, die sie ihnen zuschrieb, fremd und fern blieben.
Insgesamt war mir dieser Roman zu seicht, zu vorhersehbar und zu gewöhnlich, als dass ich mich länger an ihn werde erinnern können.

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When That Rough God Goes Riding. Über Van Morrison
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2 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

40er jahre, 50er jahre, england, lyrik, worksongs

When That Rough God Goes Riding. Über Van Morrison

Greil Marcus , Conny Lösch
Flexibler Einband: 220 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 15.09.2011
ISBN 9783462043648
Genre: Biografie

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Ich. Darf. Nicht. Schlafen.
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845 Bibliotheken, 12 Leser, 9 Gruppen, 143 Rezensionen

amnesie, tagebuch, thriller, vertrauen, london

Ich. Darf. Nicht. Schlafen.

S.J. Watson , Ulrike Wasel
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Scherz, 23.08.2011
ISBN 9783651000087
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Auf diesen Roman war ich so gespannt! Und auch die ersten Rezensionen zu diesem Titel gaben Hoffnung auf eine spannende Geschichte, was kann da schon schief gehen? Leider zu viel. Für mich war dieses Buch eine Enttäuschung. Wie man auf die Idee kommt, es als Thriller zu bezeichnen, ist und bleibt mir ein Rätsel. Einzig gegen Ende kommt es in die Nähe dieses Genres, doch das alleine reicht noch lange nicht. Hinzu kommt, dass dieses Ende so vorhersehbar war, dass ich die Spannung, die dort aufgebaut werden sollte, nicht nachempfinden konnte.
Der Beginn ist noch vielversprechend, denn das Thema könnte doch so einiges hergeben: Christine wacht morgens auf, sie ist Anfang zwanzig und liegt nicht in ihrem eigenen Bett. Neben ihr liegt ein ihr fremder Mann, der wesentlich älter ist als sie und sie hat keine Ahnung, wie all das geschehen konnte. Leise steht sie auf und schleicht sich ins Bad. Als sie die Spülung betätigen will, fällt ihr zum ersten Mal auf, dass ihre Hände anders aussehen, als sie sollten: statt junger, straffer Haut sieht sie Falten und Sehnen. Was ist hier los? Der Blick in den Spiegel schockiert noch mehr. Dort sieht sie das Gesicht einer Frau Ende vierzig. Rund um den Spiegel kleben Fotos und Notizen, die sie und den Mann zeigen, neben dem sie eben aufgewacht ist. Dort steht, sein Name sei Ben und er sei ihr Mann. Was sie dann erfährt, lässt alles über ihr zusammenstürzen: vor knapp 20 Jahren hatte sie einen schlimmen Unfall, der ihr das Gedächtnis genommen hat. Jeden Morgen wacht sie auf und weiß nichts mehr von den Tagen davor, nichts mehr von den letzten Jahren. In ihrer Erinnerung ist sie nie älter als Anfang 20. Alles, was Ben ihr über ihr Leben erzählt, lässt der Schlaf sie wieder vergessen. In dem Versuch, ihre Erinnerungen aufzubewahren, beginnt Christine Tagebuch zu führen und nach und nach kommen ihr Zweifel an Ben. Sagt er ihr immer die Wahrheit? Kann sie ihm vertrauen? Ihr Leben ist nur noch ein Zerrbild der Wirklichkeit...

Doch leider plätschert die Geschichte eher träge dahin, die ständigen Wiederholungen, die eine Erzählerin mit Amnesie nun mal mit sich bringt, ermüden zunehmend. Ganz besonders, wenn man eh schon früh sicher ist, wie diese Geschichte enden wird, wie die Lösung des Autors aussehen wird. Und zwischendurch musste ich immer wieder an einen Film denken, den ich vor Jahren mal gesehen habe, eine Komödie mit Drew Barrymore, in der die Hauptfigur auch jede Nacht alles vergisst, was vorher war. Auch sie schreibt ein Tagebuch und auch sie muss am Ende jeden Tag über ihre Situation aufgeklärt werden. So neu ist diese Idee also wirklich nicht, da hätte ich mir eine souveränere Umsetzung gewünscht, besonders, wenn das Buch ein Thriller werden soll. So war es nur die dramatischere Version eines alten Motivs - schade!

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Die Zufallsfamilie
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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

unfall, familie, altes leben, gesunden, leben

Die Zufallsfamilie

Marina Endicott , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Fester Einband: 463 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 18.08.2011
ISBN 9783426198766
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Clara Purdy ist Anfang 40, hat einen soliden Job in der Versicherungsbranche und lebt ein ruhiges Leben. Wirklich zufrieden oder gar glücklich ist sie nicht, aber sie hat sich eingerichtet in ihrer Einsamkeit und ist wohl das, was man eine achtbare Frau nennt. Doch ihr Leben wird von einem Tag auf den anderen auf den Kopf gestellt, als sie, für kurze Zeit unachtsam, in das Auto der Familie Gage reinfährt. Nun soll nichts mehr so sein, wie es war. Sie fühlt sich schuldig und besucht die Gages im Krankenhaus. Niemand ist ernsthaft verletzt, doch es stellt sich heraus, dass das Auto mehr nur als nur ein Fortbewegungsmittel für die Familie war, es war ihr Zuhause. Aus dem Gefühl der Schuld und der Scham heraus nimmt Clara nun Clayton Gage, seine Mutter Mrs. Pell und die Kinder Darlene, Trevor und Pearce mit zu sich nach Hause. Lorraine, die Mutter der Kinder, muss für weitere Untersuchungen im Krankenhaus bleiben. Die Untersuchungen jedoch bringen Schlimmeres als ein paar Rippenprellungen ans Licht: Lorraine hat Lymphdrüsenkrebs und muss sofort behandelt werden. Und weil Clara spürt, dass sie sich von ihrem Leben mehr wünscht als ein ruhiges Heim und einen langweiligen Job, entscheidet sie sich, die Familie ganz bei sich aufzunehmen. Schnell ist sie mit Mrs. Pell, einer grantigen alten Frau, und den Kindern alleine, denn Clayton gehört nicht zu den Menschen, die mit schwierigen Situationen umgehen können. Zuverlässigkeit und Pflichtgefühle sind Fremdwörter für ihn, doch Lorraine und die Kinder kennen ihn gut genug, um nicht weiter nach ihm zu fragen. Und auf einmal sieht Clara sich in der Rolle der Ersatzmutter, die Windeln wechselt, Großeinkäufe startet, Wäschekörbe durch die Gegend wuchtet und Hausaufgaben überwacht. Und bei all dem Stress, den dieses neue Leben ihr macht, ist ein Gefühl stärker als alles andere: Clara ist glücklich. Doch was wird aus ihr, wenn Lorraine wieder gesund wird?

Ich weiß nicht recht, was ich von diesem Buch halten soll. Marina Endicott gewährt tiefe Einblicke in die Gedanken und Gefühle ihres Personals und dennoch kam mir niemand wirklich nah. Clara ist mir streckenweit zu naiv und lässt sich viel zu viel gefallen von diesen Menschen, die sie doch im Grunde gar nicht kennt und denen sie auch nichts schuldet: bei dem Unfall wurde niemand verletzt und das Finanzielle klärt die Versicherung. Sicher, Clara will mehr vom Leben, aber warum sie gerade diesen Weg wählt, wird nicht klar. Und Lorraine und Clayton sind so schreiend undankbar, dass es nicht immer zu ertragen war. Ich konnte verstehen, dass Lorraine das Gefühl hat, ihre Kinder an Clara zu verlieren, aber was sie der Armen so alles an den Kopf wirft, ist einfach unerträglich.
Im Großen und Ganzen habe ich die Geschichte Claras und der Gages gerne gelesen, doch während des ganzen Buches verließ mich ein Gedanke nie: es ist unrealistisch! Und genau deswegen habe ich mich an diesem Roman wohl so gerieben. Denn so sehr Marina Endicott sich auch bemüht, ihren Figuren Farben und Konturen zu geben, es ist einfach nicht möglich, sie authentisch wirken zu lassen. Schade!

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Charles Dickens
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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Charles Dickens

Annegret Maack
Flexibler Einband: 246 Seiten
Erschienen bei BECK C.H., 01.01.1991
ISBN 9783406354748
Genre: Biografie

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Hab ich selbst gemacht
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29 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

diy, kochen, gutes gefühl, nähen, do-it-yourself

Hab ich selbst gemacht

Susanne Klingner
Flexibler Einband: 325 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.05.2011
ISBN 9783462042856
Genre: Ratgeber

Rezension:

Susanne Klingner hat den Trend des Selbermachens für sich entdeckt. Immer schon hatte sie eine Affinität zum Selbermachen, aber eben nur zwischendurch und das eher leidlich und auch meistens mit einem bestimmten Zweck verbunden: Kuchen backen, wenn sich Besuch angekündigt hat oder Gardinen für eine neue Wohnung nähen oder das Kochen von durchschnittlich 10 Variationen an Alltagsgerichten. Doch in den letzten Jahren hat das Selbermachen einen Aufwind bekommen. Wo man auch hinschaut gibt es Bastelforen, Handarbeitsblogs, Kochsendungen, Kurse und Seminare für alles Mögliche - Baumärkte und Handarbeitsläden hatten selten einen solchen Zulauf. Was ist der Reiz am Selbermachen? Das fragte sich auch Susanne Klingner und startete ein Experiment: ein Jahr lang wollte sie produzieren, nicht bloß konsumieren. Dafür legte sie fünf einfache Regeln fest:

1.Meinen Lebensstandard will ich beibehalten.
2. Dinge, die ich selber machen kann, kaufe ich nicht, sondern mache sie auch selber.
3. Was einfach geht, mache ich grundsätzlich und das ganze Jahr über.
4. Was schwieriger ist, probiere ich und lasse mir eventuell helfen.
5. Nur was mich wirklich unglücklich macht, darf ich sein lassen.

Und an diese fünf Regeln hat sie sich im Grunde gehalten, wobei Regel Nr. 3 größtenteils aus selbstgebackenem Brot besteht, denn das zieht sie eisern ein ganzes Jahr durch. Sie traut sich aber auch an gewagtere Experimente heran, wie zum Beispiel die Herstellung von Käse oder Schuhen, die sie während eines Schuster-Workshops hergestellt hat und seither mit Stolz trägt. Und so wird ein Jahr lang gebacken, gekocht, gestrickt, genäht und gegärtnert was das Zeug hält, sogar die Weihnachtsgeschenke gestaltet sie alle selbst, ohne auch nur ein einziges Teil fertig zu kaufen.
Ihr Bericht über das Selbermachjahr liest sich flüssig, Susanne Klingner hat eine sympathische und ehrliche Art zu schreiben, die mir sehr gefallen hat. Einzige Kritikpunkte von meiner Seite sind die fehlenden Fotos und ihr Standpunkt, das Selbermachen sei etwas typisch Ostdeutsches. Alles, was sie aus ihrer Kindheit schildert und als typisch ostdeutsch tituliert, kenne ich aus meiner Kindheit nicht anders. Auch bei uns wurde unheimlich viel selbst gemacht. Ich kann mich nicht an einen einzigen gekauften Kuchen erinnern, meine Schwester und ich liefen als Kinder in selbstgenähten Röckchen rum, die in ihrem ersten Leben mal ein Kleid meiner Mutter waren, es wurde gekocht, gebacken, gegärtnert und eingekocht und ebenso hielt ich es bis zu meiner Hochzeit im Grunde immer noch für unnötigen Luxus, mit einem Auto in die Werkstatt zu fahren, da man das doch alles selber machen kann. "Man" meint in dem Fall meinen Vater, der erst jetzt im Alter und mit einem Auto, das vermehrt auf Elektronik setzt, mal eine Autowerkstatt von innen sieht. Ich bin mir sicher, dass in der ehemaligen DDR viel selbst gemacht wurde, das war einfach aus der Not geboren und das würde ich nie abstreiten oder die Leistungen schmälern wollen, doch kann ich eben von meiner Warte aus nicht sagen, dass es typisch ostdeutsch ist.

Ich kann dieses Buch wirklich allen empfehlen, die gerne Dinge selbst machen. Besonders, da sich am Ende des Buches ein kleiner Anhang mit Literaturtipps und nützlichen Links und Tipps befindet, die Susanne Klingner in ihrem Selbermachjahr geholfen haben. Bei einigen ihrer Projekte bekommt man Lust, auch endlich mal wieder etwas mit den eigenen Händen zu gestalten, doch es gab definitiv auch Sachen, die ich nie würde machen wollen: ich werde ganz sicher nie meine eigenen Schuhe machen, das klang nun wirklich sehr mühsam. Aber wer weiß, vielleicht mache ich es wie die Autorin auch und beginne mit einem Brot - was kann da schon schief gehen?

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Unter Null
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46 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 2 Rezensionen

drogen, los angeles, oberflächlichkeit, usa, sex

Unter Null

Bret Easton Ellis
Sonstige Formate
Erschienen bei ROWOHLT TASCHENBUCH VLG, 01.08.1992
ISBN 9783499157592
Genre: Sonstiges

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Das Gleißen der Nacht
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12 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

island, fauna, gelehrter, insel, mythen

Das Gleißen der Nacht

Sjón , Betty Wahl
Fester Einband: 282 Seiten
Erschienen bei Fischer, S, 08.03.2011
ISBN 9783100751324
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

------------ 2 bis 3 Sterne ------------

Die mir bisher bekannte Literatur aus Island bestand ausnahmslos aus Krimis, da war mir Das Gleißen der Nacht von Sjón eine willkommene Ausnahme. Leider kam ich mit diesem Roman dann aber nicht so gut zurecht, wie ich gehofft hatte.
Sjón erzählt in Das Gleißen der Nacht die Geschichte des Jónas Pálmason, der im Island des frühen 17. Jahrhunderts den Beinamen "Der Gelehrte" trägt. Schon von Kindesbeinen an war Jónas' einziges Ziel das Mehren und Zusammentragen von Wissen. Sein Großvater lehrte ihn Lesen und Schreiben, so dass aus dem neugierigen Kind ein Dichter und Gelehrter seiner Zeit wurde. Doch die Menschen in seiner Heimat wissen dieses Wissen nicht immer zu würdigen und schließlich wird Jónas Hexerei und Ketzerei nachgesagt und er wird auf eine einsame Insel verbannt. Niemand darf ihm helfen, niemand darf ihm Obdach bieten oder Nahrung geben. Seine Versuche, das Land zu verlassen und im Ausland Zuflucht zu finden, schlagen samt und sonders fehl, da kein Kapitän ihn an Bord nimmt. Bis zu dem Tag, an dem ein Gelehrter aus Dänemark ihn von seiner einsamen Insel holen lässt...

Sjóns Sprache wirkt auf mich antiquiert und schwerfällig. Man mag einwenden, dass er mit dieser Sprache der Zeit, aus der er berichtet, näher ist und das stimmt sicherlich auch, aber für den heutigen Leser ist es doch recht befremdlich zu lesen. Wobei man Sjón lassen muss, dass er diesen Stil wirklich sehr gekonnt und konsequent anwendet.
Aus der Geschichte selbst wurde ich nicht so recht schlau, Sjón hat sich wohl an Geschichten der Edda und Kommentaren dazu orientiert, was auch das Gemisch an christlichem Glauben und Volksglauben erklärt, in dem sein Held sich befindet. Auf der einen Seite Gelehrter, der mit alten Mythen aufräumt, wie z.B. der Herkunft des langen Horns, das man Einhörnern zuschreibt, auf der anderen Seite jedoch auch Exorzist, der den Teufel aus Wiedergängern vertreibt, damit diese endlich ihren Frieden finden. Jónas Pálmason ist kein Held, der es einem leicht macht, ihm näher zu kommen. Insgesamt war die Handlung für mich schwer zu greifen. Was Sjón allerdings beherrscht ist die Beschreibung von Stimmung und Atmosphäre. Bei den Schilderungen der isländischen Landschaft und des Meeres begann ich zu frösteln, die Eisplatten und rauen Felsen hatte ich klar vor Augen.
Im Großen und Ganzen ist Das Gleißen der Nacht jedoch kein Buch, was ich ein weiteres Mal lesen werde, zu wirr und konfus kommt die Geschichte daher.

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Der Eid der Kreuzritterin
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41 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 5 Rezensionen

köln, kinderkreuzzug, mainz, gisela, konstanze

Der Eid der Kreuzritterin

Ricarda Jordan
Flexibler Einband: 540 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.06.2010
ISBN 9783404164806
Genre: Historische Romane

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Die Säulen der Erde
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england, historisch, mittelalter, kirche, historischer roman

Die Säulen der Erde

Ken Follett , Gabriele Conrad , Till R. Lohmeyer , Christel Rost
Flexibler Einband: 1.296 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 11.10.2010
ISBN 9783404160174
Genre: Historische Romane

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Schweinehunde
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93 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 21 Rezensionen

dänemark, selbstjustiz, rache, mord, pädophilie

Schweinehunde

Lotte Hammer , Søren Hammer , Günther Frauenlob
Fester Einband: 503 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 24.05.2011
ISBN 9783426198940
Genre: Krimi & Thriller

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Ein Meer aus Zeit
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5 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

Ein Meer aus Zeit

Merete Morken Andersen
Flexibler Einband: 381 Seiten
Erschienen bei btb Verlag (TB), 05.03.2007
ISBN 9783442736546
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Ein junges Mädchen bringt sich um und niemand kann verstehen, warum sie das getan hat. Was setzte Ebba so zu, dass sie nicht mehr leben wollte und stattdessen den Strick gewählt hat? Ihr Vater und ihre Mutter versuchen zu verstehen, dabei verstehen sie nicht mal sich selbst...
Der Roman ist so strukturiert, dass als erstes Johan, Ebbas Vater, zu Wort kommt. Er führt ein stilles Zwiegespräch mit seinem toten Kind und versucht zu ergründen, was in ihrem Leben derart schief gelaufen sein könnte. Er erzählt davon, wie er ihre Mutter kennenlernte, wie groß diese Liebe war und wie groß die Enttäuschung, als er merkte, dass diese Ehe nicht gut für ihn war. Er erklärt seiner geliebten Ebba, was ihn bewegt, wie er sich sieht, ihre Mutter, das gemeinsame Leben und das Leben nach der Trennung.
Danach darf der Leser in Judiths Gedanken sehen, die die Leiche ihrer Tochter identifizieren musste. Er erfährt von ihrem Hass, ihrer Eifersucht, aber auch von ihrer Liebe zu Ebba und ihrer tiefen Einsamkeit, die nun kaum noch aufgehalten werden kann, wo ihr Kind nicht mehr an ihrer Seite ist.
Am Ende treffen Johan und Judith aufeinander, am Vorabend der Beerdigung und das ist auch der Punkt, an dem das Buch endgültig kippt. Bisher waren die philosophierenden Gedanken der Figuren vielleicht ein bisschen überhöht, aber man konnte ihnen doch noch folgen. In der Begegnung der Eltern liegt aber nun so viel Unnatürliches und Albernes, dass es kaum auszuhalten war.
Dieses Buch ist ein gutes Beispiel dafür, wie man eine Geschichte verderben kann, indem man versucht, zu philosophisch und tiefgründig zu klingen. Man spürt mit jeder Seite mehr, dass die Autorin etwas Besonderes schreiben wollte, doch leider merkt man der Geschichte diesen starken Wunsch, etwas Außergewöhnliches erschaffen zu wollen, auch überdeutlich an. Sie wirkt zu gewollt und diese besondere Tiefe der Emotionen wirkt künstlich. Mit dieser Unnatürlichkeit hat Merete Morken Andersen ihre Geschichte und die Authentizität ihrer Figuren zerstört. Was da so philosophisch und vergeistigt klingen will, sind doch letztlich nichts weiter als leere Worthülsen mit scheinbar gutem Klang, jedoch ohne Essenz. Es ist anstrengend, den hochtrabenden Gedanken der Figuren zu folgen, die insgesamt einfach so realitätsfern und albern wirken.
Für mich ein klassischer Fall von Intellektuellen-Literatur, die hochtrabend klingt, im Grunde aber doch nur leeres Geschwätz ist.

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Die Stimme meiner Schwester
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liebe, zwillinge, keris, selbstfindung, loslassen

Die Stimme meiner Schwester

Therese Walsh , Kristina Lake-Zapp
Fester Einband: 407 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 25.05.2011
ISBN 9783426652183
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Dieses Buch war ein Wagnis, denn ich mag es meist nicht, wenn sich Realität und Magie vermischen. Doch hier war dieses Magische im Klappentext schon angedeutet und ich wusste, worauf ich mich einlasse. Das muss ich diesem Roman zugutehalten, denn schiebt man mir die magische Wende unangekündigt unter, kann ich das so gar nicht leiden. In diesem Bereich gibt es für mich nur schwarz oder weiß: entweder es ist Fantasy oder es ist eine realistische Geschichte, die in unserer Welt spielt. Vermischungen dieser beiden Bereiche wirken in meinen Augen meist plump und ungeschickt und leider habe ich das auch hier wieder so empfunden.

Die Geschichte, die Therese Walsh erzählt, handelt von den Zwillingsschwestern Maeve und Moira. Der Leser steigt ein, als Maeve, die ihr Studium im Eiltempo bewältigt hat, 25 ist und als Dozentin an der Universität lehrt. Zu diesem Zeitpunkt ist es bereits neun Jahre her, dass sie ihre Schwester verloren hat. In Rückblenden lernen wir die beiden Mädchen kennen und erfahren, was dazu geführt hat, dass Maeve zu einer einsamen und gehemmten jungen Frau geworden ist, die nur noch wenig gemein hat mit dem wilden und musikalisch begabten Wunderkind, das sie einst war. Eines Tages jedoch wird sie in ihrer selbst erschaffenen Ruhe und Isolation gestört, als sie auf einer Auktion einen indonesischen Dolch ersteigert. Diese Waffe, ein so genannter keris, sieht einem Dolch sehr ähnlich, den Maeve und Moira als Kinder einmal ins Meer haben fallen lassen. Doch nach und nach hat Maeve das Gefühl, dass diese Waffe mehr ist als ein Stück geschliffenes Metall. Dieser Dolch scheint einen eigenen Willen zu haben und will ihr irgendetwas mitteilen. Als sie dann an ihrer Tür die Nachricht eines empus vorfindet - eines indonesischen weisen Mannes, der solche Dolche schmiedet -, der sie einlädt, ihn in Rom zu besuchen, um mehr über ihren keris zu erfahren, macht sie sich auf den Weg. Eine Reise, die sie und ihr Leben vollkommen verändern soll...

Für mich persönlich war dieser Roman ein Flop, aber das kann ich ihm objektiv gesehen nicht anlasten. Ich wusste, dass das Magische und Esoterische Teil der Geschichte sein würden, das hat der Klappentext recht deutlich gemacht, also kann ich mich nun nicht beschweren. Es war ein Versuch, diesen Vermischungen eine zweite Chance zu geben, der gescheitert ist. Nur ebenso, wie ich bei einem Liebesroman nicht meckern kann, dass geküsst und gekuschelt wurde, kann ich hier nun nicht bemängeln, dass übersinnliche Elemente eine Rolle spielen. Das einzige, was ich diesem Roman anlasten kann, ist die Schlichtheit der Geschichte und die Tatsache, dass das Ende einfach zu perfekt sein will. Wenn Maeves Träume zum Schluss hin so plastisch werden, dass der empu wie in einem Telefonat zu ihr spricht und ihr die neuesten Informationen mitteilt, dann wirkt das schrecklich kitschig und banal. Dass die Autorin meinte, am Ende jedes kleine Rätsel im Detail auflösen zu müssen, habe ich ihr übel genommen, denn so war jeder Zauber verflogen.

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Blaufeuer
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butterland, deutscher olymp, fltterflatter, gespenster, nordsee

Blaufeuer

Alexandra Kui
Flexibler Einband: 316 Seiten
Erschienen bei dtv, 18.04.2011
ISBN 9783423212922
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Dieser Roman kommt als Kriminalroman daher und ich bin mir nicht sicher, ob er diese Bezeichnung wirklich verdient. Ein Mord allein macht aus einer Geschichte noch lange keinen Krimi.

Aber erst einmal kurz zur Handlung des Buches: Erik Flecker ist tot, ertrunken in der Nordsee, als die Flut ihn erreichte. Doch schnell wird klar, dass dies kein natürlicher Tod war, sondern Mord. Denn Eriks Hand klemmte in einer alten Fuchsfalle, die in der Boje steckte, die zu kontrollieren er ins Watt gefahren war. Als das Wasser kam, gab es kein Entkommen mehr. Seine Familie, Besitzer einer erfolgreichen Werft, ist erschüttert: Wer würde so etwas tun? Der Verdacht fällt auf Eriks Frau Hella, die bei allen unbeliebt ist, doch Paul Flecker, Familienoberhaupt und Chef der Werft, ist sicher, dass dieser Anschlag eigentlich nicht seinem Sohn galt, sondern ihm selbst. Leider kommt er nicht mehr dazu, dies regeln zu können, denn auf der Beerdigung seines Sohnes erleidet er einen Schlaganfall und fällt wenig später ins Koma. Einzig seiner Tochter Janne kann er von seinem Verdacht erzählen und bürdet ihr in seiner verfahrenen Situation gleich zwei Aufgaben auf: sie soll die Leitung der Werft übernehmen und sie soll herausfinden, wer der Mörder ihres Bruders Erik war. Doch nicht nur, dass Janne damit vollkommen überfordert zu sein scheint, nun rückt sie selbst ins Blickfeld dieses großen Unbekannten, der, so scheint es, wohl noch ein Hühnchen zu rupfen hat mit der gesamten Familie Flecker...

Die Geschichte wird uns aus zwei Perspektiven erzählt: aus Pauls und Jannes. Während Janne jedoch entsprechend ihrer Überlegungen handeln kann, liegt Paul im Koma und kann seine Ahnungen und Befürchtungen mit niemandem teilen. Schnell wird ihm klar, in welche Gefahr er seine Tochter gebracht hat, doch er kann nichts für sie tun. Das bietet eigentlich eine gute und pfiffige Grundlage für diesen Roman, doch die Umsetzung war eher enttäuschend. Zum einen schon allein dadurch, dass Janne alles andere als eine liebenswerte Heldin ist: sie ist absolut egozentrisch, arrogant, gefühlskalt und wirklich immer in einer schrecklich muffeligen Stimmung. Sie stößt einfach jeden vor den Kopf, sei es nun Freund oder Feind. Es fiel mir schwer, Nähe zu dieser Hauptfigur aufzubauen, an Sympathie war von meiner Seite gar nicht dran zu denken.
Der zweite Minuspunkt ist die schroffe und kantige Sprache. Anfangs bildete sie noch den perfekten Rahmen für die eher raue Atmosphäre an der Küste, doch mit der Zeit nahm diese Kälte und Härte auch der Handlung jegliche Wärme und Beweglichkeit. Die einzelnen Handlungsstränge wirkten nicht, als seien sie miteinander verbunden, sondern kamen eher unvermittelt daher, was den Lesefluss stocken ließ. Natürlich passen sowohl die Sprache als auch das unmotivierte Vorgehen zu dieser abweisenden Heldin, aber in der Gesamtheit wird diese Geschichte dadurch kalt und leblos.
Schade, denn der grandiose Prolog hatte etwas Mitreißendes, doch diese Sogwirkung verlor sich im Laufe des Romans.

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