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BLACKOUT - Morgen ist es zu spät BLACKOUT - Morgen ist es zu spät
Marc Elsberg

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stromausfall, europa, blackout, katastrophe, hacker
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BLACKOUT - Morgen ist es zu spät

Marc Elsberg
Fester Einband: 800 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 19.03.2012
ISBN 9783764504458
Genre: Krimi & Thriller

 
Rezension: Powered by Bookaddicted.de / Er wäscht unsere Wäsche, spült unser Geschirr. Er füllt unsere Tanks mit Treibstoff. Er versorgt uns mit lebensnotwendigen Gütern wie Lebensmitteln, Wasser, Medikamenten: Strom. Ein europaweiter Strom-Blackout – kaum vorstellbar. Was würde bei einem mehrtätigen Stromausfall in Deutschland und Europa passieren, wie würden sich die Behörden verhalten? Wie die Menschen? Dieser trotz aller Unvorstellbarkeit möglichen Situation widmet sich Marc Elsberg in seinem Roman „Blackout“. Hierbei entlässt er den Leser zu Anfang sofort ins Geschehen, stellt viele Personen und Situationen vor. Situationen, in denen plötzlich der Strom fehlt. Der Einstieg in diesen Roman wird durch einige arg ausführliche Technik-Beschreibungen erschwert, was jedoch nicht jeden Leser stören dürfte. Ich persönlich fand es dadurch etwas schwerer, ins Buch reinzukommen, aber spätestens nach den ersten 150 Seiten war ich „drin“. Marc Elsberg gelingt die Beschreibung eines solchen Horrorszenarios mit beinahe erschreckender Präzision. Der Leser erfährt nicht nur viel Theoretisches über das europäische Stromnetzt und wie es funktioniert, sondern natürlich auch darüber, wo Strom überall unverzichtbar ist. Schnell wird klar, dass das Leben wie wir es kennen zu Ende wäre, sollte der Fall wie in „Blackout“ eintreten und der Strom für etwa 14 Tage in Europa nicht mehr fließen. Auch WIE ein längerer Stromausfall zustande kommen könnte, ist Gegenstand dieses Romans. Hier möchte ich nicht zu viel verraten, kann nur sagen: „Blackout“ hat mich beunruhigt und betroffen gemacht. Während des Lesens stellte ich mir häufig die Frage: Wie lange würde ich bei einem längeren Stromausfall überleben? Meistens habe ich daheim nicht mal Lebensmittel für die nächsten Tage, da ein 7-22 Uhr-Supermarkt genau gegenüber in meiner Straße steht. Doch dieser würde mir in so einem Fall auch nicht helfen: Ware, die gekühlt werden muss, wäre innerhalb weniger Tage verdorben und die elektronischen Kassensysteme würden nicht mehr funktionieren. Daher könnte man nur noch mit Bargeld bezahlen. Wenn man noch Geld von der Bank bekommt … Die Handlung von „Blackout“ ist nicht nur realistisch, sondern auch spannend und kurzweilig erzählt. An der ein oder anderen Stelle hat mir persönlich etwas das Gefühl gefehlt, denn einige Situationen wurden doch recht nüchtern erzählt. Außerdem werden die Personen in „Blackout“ immer nur beim Nachnamen genannt (Angström, Manzano, Bollard etc.) und dadurch konnte ich nur wenige Sympathien aufbauen. Bis zuletzt empfand ich eine merkwürdige Distanz sämtlichen Protagonisten gegenüber. Daher – und aufgrund der vielen technischen Beschreibungen zu Beginn des Buches – ziehe ich ein Sternchen von der Topbewertung ab. "Blackout" hat es mir definitiv nicht schwer gemacht, es schnell durchzulesen, auch wenn es 800 Seiten sind. Gerade im Mittel- und vorderen Endteil überschlagen sich die Ereignisse und durch die kurzen Kapitel kommt man schnell voran. Es bleibt daher nicht viel zu sagen, außer: Lest dieses Buch, wenn ihr euch traut … / Powered by Bookaddicted.de   (0)
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Die Schmetterlingsinsel Die Schmetterlingsinsel
Corina Bomann

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sri lanka, ceylon, england, geheimnis, liebe
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sri lanka, ceylon, england, geheimnis, liebe

Die Schmetterlingsinsel

Corina Bomann
Flexibler Einband: 556 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.03.2012
ISBN 9783548284385
Genre: Zeitgenössische Literatur

 
Rezension: Spannendes Familiengeheimnis auf zwei Zeitebenen Als die junge Anwältin Diana Wagenbach von ihrem Ehemann betrogen wird, bricht für sie eine Welt zusammen. Ihre Traurigkeit verwandelt sich schnell in Zorn. Als sie aber auch noch nach London gerufen wird, wo ihre liebe Tante Emmely nach dem zweiten Schlaganfall im Sterben liegt, scheint ihr Leben in Trümmern. Doch auf dem Sterbebett bekommt sie einen seltsamen Auftrag: Angeblich gibt es ein dunkles Familiengeheimnis und ihre Tante Emmely bittet sie, es zu lüften … „Die Schmetterlingsinsel“ war mein zweiter Roman von Corina Bomann und sicherlich nicht mein letzter. Zunächst muss ich einfach die Gestaltung des Buches loben: Schon das Cover fällt sofort ins Auge und der wunderschöne bedruckte Buchschnitt ist einfach ein Augenschmaus allererster Güte! Die auffällige Gestaltung zum normalen Taschenbuchpreis tröstet auch darüber hinweg, dass Orchideen im Buch überhaupt nicht erwähnt werden und es eigentlich Frangipani-Blüten hätten sein müssen. Die Geschichte der „Schmetterlingsinsel“ verläuft parallel auf zwei Zeitebenen. Die eine ist die, in der Diana das Familiengeheimnis zu lüften versucht. Ihre Wege führen sie hierbei heraus aus Berlin nach London, wieder nach Berlin und schließlich in die Stadt Colombo auf der schönen Insel Sri Lanka (ein Inselstaat, der südlich von Indien im Indischen Ozean liegt, früher Ceylon genannt). Und egal, wo Diana sich befindet: Man hat als Leser das Gefühl, das wäre man mittendrin! Bomann gelingt es, mit einer flüssig zu lesenden, schnörkellosen Sprache eine Atmosphäre zu schaffen, die den Leser gleichzeitig nach Sri Lanka versetzt und doch der Spannung keinen Abbruch tut. Die zweite Zeitebene liegt in der Vergangenheit, und hier lernen wir Dianas Vorfahren kennen, die nach Sri Lanka auswanderten. Mehr möchte ich hier nicht verraten. Anfangs habe ich diese Zeitebene nicht so gerne gelesen, weil ich nicht so richtig wusste, wohin das Ganze führen soll und war immer froh, wieder im Berlin 2008 zu sein. Später jedoch änderte sich meine Sichtweise, als immer mehr Hinweise ans Licht kamen, was sich hinter dem Familiengeheimnis verbergen könnte. Und dann las ich diese Zeitebene lieber und empfand es immer fast als störend, plötzlich wieder im heutigen Berlin zu sein. Dies war der Spannung aber zuträglich und die Abwechslung empfand ich größtenteils als angenehm. Jedoch gibt es auch einige wenige Aspekte, die mich diesem Roman keine kompletten 5* geben lassen. Zunächst finde ich, es hätte an einigen Stellen durchaus noch spannender werden können. Der Mittelteil des Buches plätschert ein wenig vor sich hin. Hier war das Buch zwar nicht unerträglich langweilig, aber als Leser wurde man ein wenig zu lange auf die Folter gespannt, was das Familiengeheimnis betrifft, zumal auch das Leben von Dianas Ahnen auf Sri Lanka teilweise sehr ausführlich geschildert wurde. Was mich noch gestört hat, war, dass ich es ein wenig unrealistisch fand (um nicht zu sagen: extrem unrealistisch), dass Diana als eine von zwei Anwältinnen in einer Anwaltskanzlei einfach mal eben für ein paar Wochen (!) verschwinden konnte und es genügte, alle paar Tage (!) ihre eMails zu lesen … Das wäre im wahren Leben wohl kaum möglich. „Die Schmetterlingsinsel“ ist ein wunderbarer, unterhaltsamer Roman vor der traumhaften Kulisse Sri Lankas. Der Leser fühlt sich sofort an den Ort des Geschehens und in der Zeit zurückversetzt und möchte selbst in Dianas Haut stecken, um diese sagenumwobene Insel mit eigenen Augen zu sehen und ihr Familiengeheimnis zu ergründen. Ein Must-Read für heiße Sommertage, am besten auf der Gartenliege neben einem blühenden Rhododendronbusch …   (10)
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Starters Starters
Lissa Price

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dystopie, starters, enders, zukunft, body bank
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dystopie, starters, enders, zukunft, body bank

Starters

Lissa Price, Birgit Reß-Bohusch, Birgit Ress-Bohusch
Fester Einband: 398 Seiten
Erschienen bei Piper, 13.03.2012
ISBN 9783492702638
Genre: Kinder-/Jugendbuch

 
Rezension: Der Sporenkrieg hat fast alle Menschen zwischen 30 und 60 Jahren ausgelöscht, da nur die besonders Anfälligen schnell genug geimpft wurden: junge und alte Menschen – Starters und Enders. Während viele Enders ein Leben in Luxus und Reichtum führen können, lebt der Großteil der Kinder und Jugendlichen auf der Straße. Sie ernähren sich durch Mülltonnenfunde und Diebstahl, leben oft illegal in verlassenen Gebäuden. Auch Callie und ihr Bruder Tyler bewohnen eins der verlassenen Bürogebäude, doch Tyler ist krank. Da es an allem fehlt – so auch an Geld – beschließt Callie schweren Herzens, ihren Körper für drei Aufträge in der Body Bank zu vermieten: Dort mieten sich reiche Enders die Körper von Jugendlichen, die sie für einen begrenzten Zeitraum kontrollieren können. Während Callie in einen Tiefschlaf versetzt und ihr Gehirn mit dem Computer verbunden wird, geschieht das gleiche mit dem Mieter – nur, dass er daraufhin ihren Körper steuern kann, wovon sie nichts mitbekommt. Drei Aufträge – dann hat Callie genug Geld, um Tyler und sich eine Weile gut versorgt zu wissen. Nur drei Aufträge – doch der dritte geht fürchterlich schief … „Starters“ ist wirklich ein Page-Turner! Ich habe ihn an nur zwei Tagen verschlungen! Die Geschichte, die den Leser hier erwartet, ist frisch, unverbraucht und abgefahren: Alte Menschen, die die Körper Jugendlicher mieten können – eine gruselige, grauenhafte Vorstellung. Oder? Immerhin bezahlen die Senioren dafür sehr viel Geld und die Jungen stellen sich freiwillig zur Verfügung. Warum also auch nicht?! Genau das ist die Frage, die eine ganze Weile im Raum steht. Von daher ist „Starters“ auch in gewisser Hinsicht tiefgründig und stellt die ethischen Maßstäbe einer futuristischen Gesellschaft auf die Probe. Hier betrachtet die verwöhnte Gesellschaft die jugendlichen Körper als „Mietobjekte“ oder als eine Art „Ware“, für die man bezahlen kann, um sich noch mal – für einen begrenzten Zeitraum – jung fühlen, Sport treiben und tanzen gehen zu können. Das Erzähltempo ist hoch und man möchte einfach immer mehr über die mysteriöse Body Bank erfahren. Es geht gleich am Anfang hoch her – die Leseprobe hatte mich schon begeistert und gespannt zurückgelassen. Würde sich Callie für die Body Bank entscheiden? (Ok, das geht ja schon aus der Kurzbeschreibung hervor.) Wen will ihre dritte Mieterin ermorden – und warum? Wird Callie ihren kranken Bruder durch die Entlohnung von der Body Bank retten können? Und dann kommt natürlich auch noch Blake ins Spiel, in den sie sich verliebt. Der Schreibstil der Autorin ließ sich, in der deutschen Übersetzung, flüssig lesen und brachte an der ein oder anderen Stelle sogar ungewohnte, aber gut durchdachte Ausdrücke mit sich, die ich mit Freude mehrmals gelesen habe. Allerdings muss man schon am Ball bleiben, um der Geschichte bis zum Schluss richtig folgen zu können: Viele Namen und Personen kamen vor. Kurz überschlagen, gab es neben Callie noch mindestens 13 weitere Personen – und manche davon tragen gleich zwei Namen, ihren eigentlichen Namen und den ihres gemieteten Körpers. An einigen Stellen war es tatsächlich geboten, sein Hirn einzuschalten und ein wenig mitzudenken, um den Faden nicht zu verlieren. Wer war noch mal Madison? Und in wessen Körper steckte noch gleich …? Über das Buch an sich kann ich auch nur lobend sprechen. Das Papier ist sehr dick und wirkt dadurch extrem wertig. Das Hardcover kommt mit Schutzumschlag und Lesebändchen daher, das Cover ist einfach nur ein Hingucker und gefällt mir besser, als das der englischen Ausgabe. Zu kritisieren habe ich eigentlich nur eine Sache. Erst waren es zwei, aber eine hat sich am Ende dann geklärt … Ich fand einfach, dass am Ende des Buches doch alles ein wenig ZU schnell ging. Plötzlich überschlugen sich die Ereignisse noch mehr, als zu Anfang und das ohnehin schnelle Erzähltempo steigerte sich nochmals. Und in diesem Buch passiert einiges, es ist also sehr kompakt! Der Charakter der Hauptperson, Callie, wirkte durch und durch stimmig und sympathisch – wer könnte ein Mädchen nicht mögen, das sich für seinen kranken Bruder in Lebensgefahr begibt? Auch fast alle anderen Personen, die größere Auftritte hatten, konnte ich mir gut vorstellen. Leider gab es auch eine tolle Figur, die für mehr Dramatik leider sterben musste … Um die tat es mir richtig leid! Aber eine so rasante Geschichte ohne „Kollateralschäden“ wäre auch völlig unglaubwürdig gewesen, oder? Auch die Liebesgeschichte zwischen Callie und Blake konnte mich völlig überzeugen und wirkte keinesfalls fehl am Platze oder kitschig. Ich kann es nur noch mal wiederholen: „Starters“ ist ein rasanter Page-Turner mit einer abgefahrenen Geschichte! Die Spannung hielt von der ersten bis zur letzten Seite und auch am Schluss gab es noch einige Überraschungen, die mich gespannt auf den zweiten und letzten Teil dieser Dilogie warten lassen. (Diese wird übrigens „Enders“ heißen.) Besonders Dystopie-Fans mit einer Vorliebe für eine kompakte, temporeiche Erzählung mit tiefgründigen Elementen wird das Buch gefallen.   (7)
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Sehnsucht nach Sansibar Sehnsucht nach Sansibar
Micaela Jary

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22 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

sansibar, forschung, schiffsreise, reederei, cholera
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sansibar, forschung, schiffsreise, reederei, cholera

Sehnsucht nach Sansibar

Micaela Jary
Flexibler Einband: 443 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 07.03.2012
ISBN 9783442476664
Genre: Gegenwartsliteratur

 
Rezension: In „Sehnsucht nach Sansibar“ geht es um drei junge Frauen: Viktoria, Antonia und Juliane. Die drei lernen sich auf einem Dampfer nach Sansibar kennen und schließen schon bald Freundschaft. Viktoria, Tochter eines Reeders, wird zur Strafe für ihr „aufsässiges Verhalten“ nach Sansibar geschickt, während Antonia zu Forschungszwecken nach Afrika reist: Sie ist die Sekretärin des Forschers Max Seiboldt, der dort die Cholera erforschen will. Juliane hingegen ist lediglich „Papas Töchterchen“ und wird als sein Anhängsel mit auf Geschäftsreise genommen. Auf Sansibar angekommen, erleben die drei jede Menge. Hier möchte ich nicht zu viel verraten, aber eins sei gesagt: Alle drei Mädels befinden sich gewissermaßen auf einer Art Selbstfindungstrip und alle drei verlieben sich … Nicht umsonst nennt sich das Genre dieses Buches „Love & Landscape“ und darauf sollte sich der Leser auch einstellen: Orte, Räume, Menschen – alles wird sehr genau beschrieben, bis ins kleinste Detail. Ich hatte so einen Roman zuvor noch nicht gelesen, und mir war es an einigen Stellen zu viel der Feinheiten. Andererseits entsteht durch die vielen Einzelheiten auch ein sehr genaues Bild von der Insel Sansibar und dem Leben, das dort von Menschen verschiedenster Nationalitäten gelebt wird. Lobenswert fand ich, dass Micaela Jary es schaffte, auch die Schattenseiten der Insel zu beleuchten (Armut, Krankheit), ohne das Bild der „Trauminsel“ zu zerstören. Die Charaktere waren interessant und gut gezeichnet. Man merkte, dass auf Viktoria der Schwerpunkt lag, jedenfalls am Anfang. Später wurden die Erlebnisse der drei Mädchen sehr ausgewogen geschildert. Dies liegt sicher auch daran, dass Viktoria Antonia und Juliane erst auf dem Schiff nach Sansibar kennenlernt, der erste Teil des Buches jedoch in Hamburg spielt. Auch auf die Schiffsreise wird im ersten Teil sehr ausführlich eingegangen. Diesen Teil fand ich ziemlich langweilig und er hätte wegen meiner kürzer sein können. Gut gefiel mir das Buch erst ab dem zweiten Teil, als die Mädchen Sansibar erreichten. An der ein oder anderen Stelle waren mir die Charaktere der Mädels allerdings etwas zu „glatt“: Hier haben für meinen Geschmack ein paar Ecken und Kanten gefehlt. Dies wurde aber dadurch wettgemacht, dass auch ein paar unvorhergesehene Dinge geschahen und die Handlung dadurch nicht zu „08/15“ wurde. Insgesamt ist „Sehnsucht nach Sansibar“ ein schöner Roman gewesen, der mich tatsächlich für einige Stunden auf die ferne afrikanische Insel versetzen konnte. Wer den Roman lesen möchte, sollte sich aber im Klaren darüber sein, dass es zum einen ein Liebes- und zum zweiten ein Landschaftsroman ist. Ein paar Seiten über die Geschichte Sansibars am Ende runden diesen Roman wunderbar ab. Powered by Bookaddicted.de   (5)
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Rubinrot - Liebe geht durch alle Zeiten Rubinrot - Liebe geht durch alle Zeiten
Kerstin Gier

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2.673 Bibliotheken, 28 Leser, 32 Gruppen, 339 Rezensionen

liebe, zeitreise, london, zeitreisen, fantasy
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liebe, zeitreise, london, zeitreisen, fantasy

Rubinrot - Liebe geht durch alle Zeiten

Kerstin Gier
Fester Einband: 345 Seiten
Erschienen bei Arena, 16.01.2009
ISBN 9783401063348
Genre: Kinder- & Jugendbuch

 
Rezension: Dass „Rubinrot“ demnächst verfilmt wird und es beinahe unzählige (meist positive) Rezensionen zu dem Buch gibt, sagt wohl schon alles. Obwohl ich zunächst skeptisch war, habe ich nun doch mit dieser Trilogie begonnen, die man wohl schon als Kult bezeichnen kann. Und ich wurde nicht enttäuscht! Die 16-jährige Gwendolyn kommt aus einer Familie, in der einige wenige das Zeitreise-Gen haben. Eigentlich erwarten alle, dass ihre Cousine Charlotte den ersten (unkontrollierten) Zeitsprung tut, doch bald wird klar, dass – entgegen aller Berechnungen – doch Gwendolyn das Gen in sich trägt, Charlotte jedoch nicht. Das Problem: Charlotte wurde ihr ganzes Leben lang darauf vorbereitet, wie man sich durch die Zeit bewegt, Gwendolyn nicht. Als sie dann noch erfährt, dass sie auf ihren Reisen durch die Zeit eine wichtige Mission erfüllen soll, und zwar gemeinsam mit dem gutaussehenden Gideon, steht ihr Welt vollends auf dem Kopf. Zunächst möchte ich Kerstin Giers witzige Schreibe loben. Klar, wer schon andere Bücher von ihr kennt, den wird das nicht überraschen. Aber ihren frischen, lockeren und humorvollen Schreibstil in einem Jugendbuch zu erleben, ist wirklich was Besonderes. Das Buch habe ich an einem Tag weggelesen. Toll finde ich auch die Geschichte rund um die Edelsteine und die dazu passende Gestaltung der Bücher. Ich möchte hier nicht mehr darüber verraten, aber eins kann ich sagen: Ich habe nach dem Lesen von „Rubinrot“ wirklich noch keine richtige Ahnung, in welche Richtung sich das Geschehen bewegen wird und das bietet natürlich eine extreme Motivation, auch die nächsten beiden Bände zu lesen. Das Zeitreise-Thema wird hier nicht zum ersten Mal behandelt, jedoch erfrischend anders und originell umgesetzt. Auch die Charaktere fand ich ansprechend und sympathisch gestaltet. Natürlich ist Gwendolyn als Hauptprotagonistin dem Leser am nächsten, weil das Buch aus ihrer Perspektive geschrieben ist. Jedoch fand ich auch ihre Freundin Leslie total sympathisch. Gideon hingegen kam mir eher geheimnisvoll vor … und ich bin schon gespannt in den Folgebänden mehr über ihn zu erfahren. Hinzu kommt, dass die Liebesgeschichte sich erst anbahnt und, im Gegensatz zu vielen anderen Jugendbüchern, zumindest in „Rubinrot“ keinesfalls im Vordergrund steht und wohldosiert eingesetzt wird. „Rubinrot“ bietet eigentlich alles, was ein spannendes Jugendbuch braucht: Eine tolle Geschichte (dass die Reihe „Edelstein-Trilogie“ genannt wird, hat natürlich auch seinen Grund!), sympathische Charaktere, jede Menge Spannung und, wie man es von Kerstin Gier erwartet, eine große Portion Humor. Jeder, der aufgrund des Hypes um diese Reihe noch unsicher ist, sollte „Rubinrot“ auf jeden Fall lesen und sich in den Bann dieser Geschichte ziehen lassen. Powered by Bookaddicted.de   (7)
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Dunkles Universum 1 Dunkles Universum 1
Ann Aguirre

(9)  

26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

pilot, e-book, springerin, liebe, grimspace; sirantha jax
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pilot, e-book, springerin, liebe, grimspace; sirantha jax

Dunkles Universum 1

Ann Aguirre, Michael Pfingstl
Flexibler Einband: 413 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 15.02.2012
ISBN 9783442268023
Genre: Science-Fiction/Fantasy

 
Rezension: Auf "Sonnenfeuer" war ich besonders gespannt - endlich mal eine SciFi-Serie mit spannender Story jenseits von Perry Rhodan und anderen "üblichen Verdächtigen" Augenzwinkern Allerdings war besonders der Anfang dieses Serienstarts extrem schleppend! Ich war schon drauf und dran einzuschlafen ... Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive der Navigatorin Sirantha Jax geschrieben und vor allem der Beginn gestaltet sich ungefähr so: Ein Satz Dialog, eine halbe Seite Monolog, ein Satz Dialog, eine halbe Seite Monolog und so fort. Bücher aus der Ich-Perspektive können ja spannend sein, aber muss der Autor dann gleich jeden einzelnen Gedankengang der Protagonistin aufschreiben?! Zumal ich mich meistens auf die einzelnen Dialogsätze gar nicht mehr erinnern konnte, wenn das Gespräch fortgeführt wurde, weil diese ständig von Siranthas Gedankengängen unterbrochen wurden. Hinzu kommt, dass mir die Heldin der Geschichte, Sirantha Jax, bis zum Ende des Buches nicht so richtig ans Herz gewachsen ist. Zumindest anfangs war sie einfach nur egoistisch und von sich selbst überzeugt, mit einem rüden Mundwerk und natürlich dem obligatorischen Päckchen, das sie - wie jeder in der Geschichte - zu tragen hat. Der Mann, der sie gleich zu Beginn aus ihrer Gefängniszelle befreit, Marsch (mir ist allerdings unklar, warum das englische "Marsh" hier mit "Marsch" übersetzt wurde ...) war mir etwas sympathischer. Nach und nach erfährt man mehr über seine (und auch über Siranthas) Vergangenheit und warum sie so sind, wie sie eben sind. Die beiden passen im Grunde gut zusammen, weil sie beide irgendwo "Freaks" sind Augenzwinkern Außerdem hat Marsch eine höchst interessante Eigenschaft, die ich hier nicht verraten möchte, deren Interpretation durch die Autorin ich aber höchst gelungen und manchmal auch amüsant fand! So schlecht und langweilig die ersten ca. 100 Seiten des Buches daherkommen, so genial und spannend war der Rest und ich war heilfroh, dass ich nicht zu früh aufgegeben habe! Denn nach den ersten 100 Seiten nimmt die Handlung an Fahrt auf und man wird etwas weniger mit Siranthas Gedankenergüssen gequält. Außerdem reist Ann Aguirre mit dem Leser auf fremde Planeten und die Science Fiction kommt mehr zur Geltung. Die Bande, die sich zwischen Sirantha und Marsch entwickeln, werden stärker und auch etwas Erotik kommt irgendwann ins Spiel. Auch kamen einige witzige Gespräche zustande, die mich haben schmunzeln lassen. Irgendwann dachte ich mir dann "Warum eigentlich nicht gleich so?" und mir war klar, dass ich keine 5 Sterne für das Buch würde vergeben können. Dafür hätte es mich einfach von Anfang an fesseln und umhauen müssen, was ja leider nicht der Fall war. Als die Geschichte aber endlich in Gang kam, war sie aber definitiv 5 Sterne wert! Ich empfehle "Sonnenfeuer" allen Einsteigerinnen in das Science Fiction-Genre, die auch auf Liebesgeschichten stehen, aber keine "glattgeleckten" Protagonisten benötigen, um ein Buch toll zu finden. Ich erwarte gespannt den 2. Band (der auf Deutsch übrigens schon im Mai erscheint und "Sternenglut" heißt) und bin vor allem in freudiger Erwartung eines Wiedersehens mit Sirantha und Marsch. Vielleicht wird mir Sirantha in Band 2 sogar etwas sympathischer?! Powered by Bookaddicted.de   (7)
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Sternenfeuer: Gefährliche Lügen Sternenfeuer: Gefährliche Lügen
Amy Kathleen Ryan

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weltall, liebe, waverly, kieran, entführung
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weltall, liebe, waverly, kieran, entführung

Sternenfeuer: Gefährliche Lügen

Amy Kathleen Ryan, Momo Evers, Falk Behr
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 24.11.2011
ISBN 9783426283615
Genre: Kinder-/Jugendbuch

 
Rezension: Die 15-jährige Waverly lebt seit ihrer Geburt auf dem Sternenschiff Empyrean, das von der Erde aus gestartet ist, um einen weit entfernten Planeten zu bevölkern. Sie und die anderen Passagiere sollen dadurch das Überleben der Menschheit sichern. Einige Jahre zuvor war bereits die New Horizon zur gleichen Mission gestartet und sollte den neuen Planeten als erstes Schiff erreichen. Doch plötzlich taucht das Schwesternschiff in der Nähe der Empyrean auf und greift an. Alle Mädchen werden entführt, jedoch unter dem Vorwand, es handele sich um eine Rettungsmission. Waverly, als eins der ältesten Mädchen, übernimmt gezwungenermaßen die Verantwortung für die anderen entführten Mädchen, merkt jedoch bald, dass auf der New Horizon nichts ist, wie es scheint. Bald schon entfernt sich die New Horizon weiter und weiter von der beschädigten Empyrean und Waverly beginnt zu zweifeln, ob sie Kieran, ihren Freund, jemals wiedersehen wird … Der Plot scheint zunächst nicht besonders originell, jedoch stecken in „Sternenfeuer“ viele Details, die der Geschichte Tiefe geben. Es beginnt gleich am Anfang, als man ein wenig über das Leben an Bord der Empyrean erfährt, über seine Mission und über die Unterschiede zwischen der Empyrean und der New Horizon: Beide Schiffe haben dieselbe Mission, jedoch sind die Passagiere der Empyrean eher Atheisten, während die Bewohner der New Horizon gläubig sind. Weiterhin verrät schon der Klappentext, dass sich Waverly mit der Frage auseinandersetzen muss, ob sie ihren Freund Kieran heiraten und mit ihm eine Familie gründen möchte. Und wenn sie sich dafür entscheidet: Tut sie es dann nur, weil es alle von ihr erwarten – oder weil sie selbst es will? Und dann ist da auch noch der gutaussehende Seth … Wer aufgrund des Covers (wunderschön übrigens!) und des Klappentextes nun Angst hat, es würde sich um Science Fiction handeln, den kann ich beruhigen. „Sternenfeuer“ ist kein Science Fiction-Roman im klassischen Sinne. Allerdings sollte man vielleicht auch keine totale SciFi-Phobie haben, wenn man „Sternenfeuer“ lesen möchte ;-) Es geht vielmehr um Freundschaft, Toleranz, Religion und Selbstbestimmung vor einem futuristischen Setting. Mir hat „Sternenfeuer: Gefährliche Lügen“ viel Spaß gemacht. Es war bis zum Ende hin spannend, denn ich wollte natürlich auch herausfinden, warum die New Horizon nur die Mädchen entführt hat … Die Charaktere fand ich gut gezeichnet, durch und durch glaubwürdig. Abwechslungsreich wurde das Buch vor allem dadurch, weil mal von Kierans Erlebnissen berichtet wird, mal von Waverlys. Der einzige Minuspunkt: Ich hatte etwas mehr Romantik erwartet. Doch dadurch, dass Kieran und Waverly schon früh im Buch voneinander getrennt werden, war hiervon nicht allzu viel zu spüren. Das Ende hat mich trotzdem total mitgerissen und ich bin sehr gespannt auf den nächsten Teil. Noch immer bin ich vor allem positiv überrascht und erstaunt darüber, wie viel Tiefe in diesem Jugendroman steckt und das Ende lässt erwarten, dass es so weitergehen wird. Interessant war für mich auch die Frage, inwiefern der Glaube Menschen durchhalten lässt, obwohl alle Hoffnung vergebens scheint und ich bin mega-gespannt darauf, ob Autorin Amy-Kathleen Ryan auf diese Frage irgendwann eine abschließende Antwort geben wird … Im Großen und Ganzen ist „Sternenfeuer: Gefährliche Lügen“ ein gelungener Auftakt zu einer neuen Jugendbuch-Serie, der vor allem mit Tiefgründigkeit und Spannung zu überzeugen weiß. Etwas mehr Romantik hätte, aus meiner Sicht, jedoch nicht geschadet. So bleibt aber noch Verbesserungspotenzial für die Folgebände, die ich mit Sicherheit lesen werde und mit großer Vorfreude erwarte. Aufgrund der Tiefe und des futuristischen Settings ist „Sternenfeuer: Gefährliche Lügen“ fast schon ein Exot unter den Jugendromanen, den man nicht verpassen sollte. www.Bookaddicted.de   (6)
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Welt aus Staub Welt aus Staub
Stephan R Bellem

(17)  

57 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

pilz, dystopie, delta-komplex, megastädte, erde
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pilz, dystopie, delta-komplex, megastädte, erde

Welt aus Staub

Stephan R Bellem, Stephan Bellem
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ueberreuter, C, 01.01.2012
ISBN 9783800095537
Genre: Science-Fiction & Fantasy

 
Rezension: Wie eine Welt aussehen würde, auf der es kaum noch Pflanzen gibt - dieser Frage stellt sich Stephan R. Bellems Dystopie-Roman "Welt aus Staub". Lediglich Mais wird noch unterirdisch in riesigen Mengen industriell angebaut, weil er dem Pilz, der die Erde im Jahr 2177 überzieht, etwas länger trotzen kann als andere Pflanzen. Die Menschen leben inzwischen in Megacitys, Komplexe genannt, in denen wiederum einige wenige Unternehmen das Sagen haben, weil sie die einzigen Lebensmittelproduzenten oder die einzigen Computer-Hersteller sind. In einem dieser Unternehmen arbeitet Sam, ein junger Ingenieur, der aufgrund seines Jobs und seiner Fähigkeiten einen Platz in den oberen Rängen der Gesellschaft einnimmt, ein vergleichsweise geradezu luxuriöses Leben führt (mit Badewanne!). Anders sieht es bei der Prostituierten Tessa aus, die aufgrund von gewalttätigen oder nicht bezahlenden Freiern ständig in Gefahr schwebt, die nächsten Tagen in der "Unterstadt", wo der Abschaum der Gesellschaft lebt, nicht zu überleben. Und dann gibt es da noch Elaine, eine Försterin. So werden die Menschen genannt, die außerhalb der Komplexe die letzten noch lebenden Pflanzen sammeln und auf dem Schwarzmarkt weiterverkaufen. Zunächst werden diese drei Personen unabhängig voneinander eingeführt, doch nach und nach verflechten sich ihre Leben miteinander. Gerade zu Beginn setzt Bellem auf sehr detailreiche Erläuterungen der "Welt aus Staub". Hier werden auch mal Büroräume bis ins kleinste Detail beschrieben. Auch wird nach und nach beleuchtet, wie Sam, Tessa und Elaine über das System denken und ob sie mit ihrem Leben zufrieden sind - oder nicht. Einerseits gelingt so ein umfassender Einblick in das Seelenleben unserer Protagonisten und die "Welt aus Staub" wird für den Leser nahezu greifbar. Andererseits wirkt dieser Schreibstil teilweise etwas langweilig und sehr eintönig. Dies ändert sich jedoch mit dem Fortkommen der Geschichte. Dann wird es auch spannender und der Schreibstil etwas rasanter. "Welt aus Staub" ist ein Roman, wie ich sie gerne als "Männerbücher" bezeichne. Alles ist sehr düster, das Lesen zieht einen nahezu runter. Aber dies ist eindeutig Bellems Stärke: Dem Leser begreiflich zu machen, was es hieße, in einer Welt fast ohne Pflanzen leben zu müssen. In einer Welt, in der Pflanzen auf dem Schwarzmarkt zu Unsummen gehandelt werden und der Besitz einer lebendigen Pflanze unter Strafe steht. Mehr als einmal hatte ich während des Lesens das dringende Bedürfnis, raus an die frische Luft zu gehen, in unseren begrünten Hinterhof, und mit den Fingern über die winterharte, immergrüne Hecke zu streichen. Bellem gelingt es, dem Leser eine Situation vorstellbar zu machen, in der etwas, das für uns völlig alltäglich ist, fast völlig fehlt. Das muss man erst mal schaffen! Hinzu kommt, dass dieses Thema in der Literatur unverbraucht und neu ist, man nicht schon zig Male darüber gelesen hat. Auch insofern ist "Welt aus Staub" eine etwas andere Dystopie. Mit "Welt aus Staub" hat Stephan R. Bellem eine sehr kompakte, spannende und überzeugende Dystopie geschaffen, die mal KEIN Jugendbuch ist. Die überraschende, unvorhersehbare Auflösung und das unverbrauchte Thema runden diesen Roman ab. Einzig die teilweise etwas zu ausführlichen Beschreibungen von Orten und Räumen haben mich persönlich etwas gestört. www.bookaddicted.de   (7)
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Die Spionin Die Spionin
Corina Bomann

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spionage, england, walsingham, spanien, london
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Die Spionin

Corina Bomann
Fester Einband: 659 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 12.04.2008
ISBN 9783426663141
Genre: Historischer Roman

 
Rezension: Nach Jahren habe ich mit „Die Spionin“ mal wieder einen historischen Roman gelesen. Da ich eine Zeit lang ausschließlich dieses Genre gelesen hatte, war ich Rittern und Hofdamen lange überdrüssig. Corina Bomanns Debüt hat mir jedoch Spaß gemacht. Es handelt von dem jungen Mädchen Alyson. Ihre Eltern sind gestorben und nun muss sie sich und ihre beiden Geschwister durch Diebstahl auf den Londoner Straßen über Wasser halten. Als sie eines Tages auf dem Marktplatz einen Mord beobachtet und dabei beinahe selbst getötet wird, wird sie vom „spy master“ Lord Walsingham gerettet. Er macht ihr ein „Angebot“, das eigentlich keines ist, denn es ist mit einer Drohung verbunden: Sofern sie sich bereit erklärt, für ihn als Spionin zu arbeiten, würde er sie und ihre Geschwister am Leben lassen. Anderenfalls wäre sie im Tower gelandet … Alyson willigt natürlich ein und wird fortan von Walsingham zur Spionin ausgebildet. Was sie während ihrer Ausbildung und bis zu Beginn ihres Ruhestands erlebt, das ist Gegenstand dieses Romans. Als ich in einem Forum die Empfehlung für dieses Buch las, war ich vor allem davon angetan, dass es von einer Spionin handelt. Das ist mal ein Motiv, von dem ich in einem historischen Roman noch nichts gehört hatte! Insofern war es tatsächlich sehr interessant darüber zu lesen, wie man sich Spionage in Zeiten ohne Handys, Internet, Satelliten und Autos vorstellen kann. Insbesondere toll fand ich, dass Alyson in verschiedene Rollen schlüpft: in die einer Hofdame und in die einer Dienstmagd. Schon oft hatte ich zuvor in anderen historischen Romanen über Hofdamen gelesen, aber nie darüber, was tatsächlich ihre Aufgaben waren. Hier konnte ich es endlich erfahren. Die Charaktere, allen voran Alyson, sind von Corina Bomann überzeugend gestaltet worden. Besonders Lord Walsingham und Königin Elisabeth sind mir in Erinnerung geblieben: So könnten sie tatsächlich gewesen sein! Bei der Hauptprotagonistin Alyson hingegen habe ich an einigen Stellen doch gestutzt. Zum einen fand ich es schade, dass sie keine „Spionin aus Überzeugung“ wurde, da sie durch Erpressung zu diesem Beruf kam. Außerdem war es auch ihre Aufgabe, die Königin mit ihrem Leben zu beschützen und oft habe ich mich gefragt: Warum tust du das eigentlich?! Immerhin ist es möglich, dass sie von der Gegenseite gefangen genommen und gefoltert wird – sicher ein schlimmeres Ende als der Tod durch die Hand Walsinghams … Corina Bomanns Schreibstil habe ich sehr genossen: Nicht zu abgehoben oder zu kitschig, sondern auf den Punkt und gleichzeitig stimmungsvoll. Genau richtig für einen historischen Roman! Die von anderen Lesern kritisierte “zu moderne Sprache” ist mir hingegen nicht aufgefallen. Mir ist der Lesefluss wichtiger als geschwollene Sprache. Leider hat „Die Spionin“ jedoch ein riesiges Manko: Man erfährt schon im Prolog, dass Alyson auf ihr Leben als Spionin zurückblickt, das heißt, dass sie jede noch so brenzlige Situation relativ unbeschadet überstehen wird … Das war echt schade und darunter hat auch die Spannung gelitten. Außerdem hat auch ein wenig der rote Faden in der Geschichte gefehlt. Schon im Klappentext wird klar, dass es sich auch nicht um einen Liebesroman handelt. Zunächst erfährt man also einiges über Alysons Ausbildung zur Spionin, dann erledigt sie einige kleinere Aufträge für Walsingham, bis sie „fertig ausgebildet“ ist, dann schützt sie die Königin vor einem Mordanschlag und am Ende spioniert sie in Spanien. Manchmal kam es mir so vor, als wäre mehrere kurze Episoden aneinander gereiht worden, ohne, dass sich ein stimmiges Gesamtbild ergeben konnte. Insgesamt hat mir „Die Spionin“ von Corina Bomann trotz dieser Kritikpunkte gut gefallen. Insbesondere wenn man bedenkt, dass es sich hier um ein Debüt handelt, kann man eigentlich nur zufrieden sein. Ein stimmungsvoller historischer Roman, der ein besonders interessantes Thema behandelt! Und sicher nicht mein letzter Bomann ;-) Powered by Bookaddicted.de   (5)
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Kyria & Reb Kyria & Reb
Andrea Schacht

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dystopie, kyria, liebe, reb, flucht
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dystopie, kyria, liebe, reb, flucht

Kyria & Reb

Andrea Schacht
Fester Einband: 381 Seiten
Erschienen bei Egmont Ink, 08.02.2012
ISBN 9783863960162
Genre: Kinder-/Jugendbuch

 
Rezension: Ich möchte diese Rezension ausnahmsweise recht kurz halten, denn mir hat "Kyria und Reb: Bis ans Ende der Welt" so gut gefallen, dass ich es gar nicht zerreden möchte. 1. Pluspunkt: Die Liebesgeschichte. Sie ist weder kitschig noch schnulzig, sie ist einfach nur hinreißend! Und das liegt nicht zuletzt sicherlich auch an den Charakteren, wobei ich schon beim zweiten Punkt bin. 2. Pluspunkt: Die Hauptcharaktere. Das Buch ist aus der Sicht der Hauptprotagonistin Kyria geschrieben, weshalb es wenig schwer fällt sich in sie hineinzuversetzen. Aber auch Reb, quasi Kyrias Gegenpart (jedenfalls am Anfang), ist einfach nur genau so, wie ich mir einen Mann vorstelle. Gutaussehend (worauf aber nicht so sehr herumgeritten wird wie in anderen Romanen ...), schlagfertig, frech, schwer zu durchschauen, aber er hat trotzdem Gefühle und zeigt diese auch, wenn auch nur selten und im passenden Moment. Er ist einfach genau die richtige Mischung aus Draufgänger und Softie, aus Halunke und Held. Phänomenal! 3. Pluspunkt: Die Nebencharaktere. Sicher kann man von einem 381 Seiten-Roman nicht erwarten, dass jede vorkommende Figur bis ins letzte Detail beschrieben wird und schon gar nicht, wenn es der erste Band einer Reihe ist. Ich fand die Akzente, die Andrea Schacht hier gesetzt hat, genau richtig: Die Personen, die am meisten "Handlungsverantwortung" tragen, werden am besten ausgebaut und die anderen eben weniger. Nur bei der Großmutter von Hazel, Willow, habe ich nicht recht nachvollziehen können, wie das Verhältnis von ihr zu Kyria war, aber das ist ein Tropfen auf den heißen Stein in einem phänomenalen Buch. 4. Pluspunkt: Die Sprache. Und hiermit meine ich nicht den Stil des Romans (siehe Minuspunkt), sondern vor allem die Sprache in den Dialogen. Herrlich! Vor allem die Gespräche, in denen Reb den Mund aufmacht, habe ich fast immer mit einem Grinsen gelesen und genossen. 5. Pluspunkt: Die Spannung. Die Geschichte war fast durchgehend spannend, nur im Mittelteil habe ich ein wenig Reb vermisst ... Am Ende wurde es wieder richtig dramatisch und der Cliffhanger am Ende ließ mich schier verzweifeln: Wann bitte kommt der nächste Teil und wie soll ich bis dahin überleben??? 6. Pluspunkt: Die Welt. Andrea Schacht hat hier nämlich eine Welt erschaffen, in der Frauen an der Macht sind, ohne, dass es sich gleich um eine Amazonengeschichte handelt (wobei Amazonen auch vorkommen, quasi als "Polizistinnen" von New Europe, aber nur am Rande). Außerdem musste ich beim Lesen ein wenig an "Big Brother" denken und daran, wie sich unsere vernetzte Informationsgesellschaft weiterentwickeln wird und wie überwacht unser tägliches Leben in ein paar Jahren sein wird ... 7. Pluspunkt: Die Aufmachung des Buches. Wunderschöner Schutzumschlag und wunderschönes Buch! Das Hardcover selbst ist nämlich mit dem gleichen Bild bedruckt, wie der Schutzumschlag und sieht einfach fantastisch aus. Einziger Minuspunkt: Ich hatte teilweise, ebenso wie andere Leser, ein Problem mit dem Schreibstil. Es kamen Wörter vor, die ich überhaupt nicht kannte und das passiert normalerweise so gut wie nie (hier mehrfach). Man stolpert einfach darüber und mal ehrlich: Wer guckt bei sowas schon im Wörterbuch nach!? Manchmal waren auch die Sätze von der Struktur her ein wenig verworren. Mit den kurzen, abgehackten Sätzen Rebs hatte ich im Gegensatz zu anderen Lesern kein Problem. Dieser Roman hat einfach alles, was mich glücklich macht: Spannung, sympathische Charaktere, eine völlig ohne Kitsch auskommende Liebesgeschichte, eine faszinierende Welt, Witz, Charme, ein erfrischendes und Lust-auf-mehr-machendes Ende und nicht zuletzt ist das Buch einfach wunderschön aufgemacht. Ich kann nur sagen: Wer "Kyria und Reb" nicht liest, ist selber schuld!   (4)
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