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Tu, was du kannst und sei mutig
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pep guardiola, pep guardiolas, fc barcelona, trainer, erfolge

Tu, was du kannst und sei mutig

Albert Jumilla , Sonja Hagemann
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.05.2013
ISBN 9783442382835
Genre: Sach-/Fachbuch

Rezension:

Ehrlicherweise sollte ich erst erwähnen, dass mich das Fußballinteresse, das langsam aber sich in Begeissterung umschlägt erst letztes Jahr erwischt hat. Vorher war ich der WM/EM-Gucker und habe mir sonst nur wenig aus Fußball gemacht. Jetzt schaue ich relativ viele Spiele und war im Stadion. Und ja, welche Mannschaft steht im Mittelpunkt? Der FC Bayern München.  Aber ich persönlich hatte, bevor bekannt wurde, dass er nach München kommt, nie in meinem Leben etwas über Pep Guardiola gehört. Meine Neugier war also geweckt und da ich immer gerne etwas Neues lerne, kam dieses Buch gerade recht.  Man muss faiererweise sagen, dass es auf gar keinen Fall eine klassische Biographie ist. Hier werden Anekdoten erzählt. Viele Anekdoten sogar. Auf zwei Seiten, manchmal auch nur einer, steht ein Zitat des Wunndertrainers am Anfang. Daraufhin gibt es eine kleine Anekdote, wie es dazu kam, dass Pep dies gesagt hat und ein kurzer Hinweis, was dieses Zitat dem normalen Menschen im Alltag bringen kann. Es gibt auch zum Beispiel kein chronologisches Vorgehen. Mal gibt es Anekdoten aus der Jugend, dann aus der Fußballerkarriere oder aus seinem Trainerdasein. Das ist bunt gemischt.  Auf diese Art und Weise kommt man dem Menschen Pep, den man sonst nur im Fernsehen oder aus weiter Ferne sieht, tatsächlich etwas näher als in einer echten Biographie, da das Gefühl vermittelt wird dass hier persönlichere Details erzählt werden, aber es fehlt ein wenig die Stringenz, um am Ende dann wirklich sagen zu können, dass man weiß, wie Pep erfolgreich geworden ist. Man bekommt einige Anhaltspunkte an die Hand und wird dann eher mit seinen Gedanken alleine gelassen.
Fazit: Eigentlich ist es der Originaltitel "Gracias, Pep", der Bände spricht: Dieses Werk scheint geschrieben worden zu sein, um Pep Guardiola aus spanischer Sicht zu danken. Der Autor ist tief beeindruckt von diesem Mann, von diesem Trainer. Das kommt gut zum Ausdruck. Als Bayernfan ist die Lektüre trotzdem interessant, aber ich selbst werde sicherlich trotzdem auch noch eine echte Biographie zur Hand nehmen, um mehr über den Wundertrainer zu erfahren.

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Fern wie Sommerwind
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ostsee, strand, liebe, freundschaft, jugendbuch

Fern wie Sommerwind

Patrycja Spychalski
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei cbt, 01.05.2013
ISBN 9783570308639
Genre: Kinder-/Jugendbuch

Rezension:

"Ja, es sind möglicherweise komische Gedanken. Ein bisschen düster vielleicht. Aber was kann ich schon dafür, wenn die plötzlich kommen? Den Gedankenausschaltknopf hat noch keiner erfunden, was eigentlich komisch ist, weil die Menschen schon so viel erfunden haben, und auch so viel Unnützes... wäre also durchaus mal Zeit für den Ausschaltknopf." (Seite 22/23)


Man kann es nicht leugnen: Kennt man eine Autorin bereits durch eines ihrer anderen Werke, muss sich alles nachfolgende daran messen: Ist es besser oder schlechter als das bekannte Werk? Das Debüt von Patrycja Spychalski konnte mich völlig mit einer unerwarteten und sehr tiefgründigen Geschichte überraschen. Umso mehr habe ich mich auf ein neues Buch von ihr gefreut. 

Im ersten Kapitel wird die Szenerie regelrecht vor dem Leser ausgebreitet und er wird eingeladen in sie einzutauchen. Man bekommt Nora vorgestellt. Das Mädchen, das diesen Sommer selbst Geld verdient und den Ort, an dem sie dies tut: Einen Strand an der Ostsee. Wunderbares Wetter, Wellenrauschen, Touristen. Man hat beinahe das Gefühl dort zu sein und die Sonne auf der Haut zu spüren. 

Das hier ist damit ganz klar ein Sommerbuch. Ich denke, dass man es am besten lesen sollte, wenn man eben an einem Strand liegt und dort die Seele baumeln lässt. 

Die Handlung wird aus Noras Sicht erzählt und für mich ist sie ein sehr sympathisches Mädchen. Sie denkt einfach zu viel nacht und durch den Ich-Erzähler nimmt der Leser daran direkt teil. Dadurch gibt es immer mal wieder Momente, in denen man glaubt, dass in einem Abschnitt gerade der rote Faden verloren wurde, weil Nora gedanklich abdriftet, aber das ist so gewollt. Schön sind auch die kursiv eingschobenen Träumereien von Nora. Sie stellt sich in verschiedenen Rollen ihr Leben vor, wie es einmal sein könnte. Vielen wird es so gehen, dass sie sich einfach zu viele Gedanken machen und damit kann man sich gut mit Nora identifizieren. Natürlich bringt sie die typischen Probleme ihrer Altersklasse mit sich. Sie ist 17, ihre Freunde im Sommerurlaub 18. Es geht um Eltern und um Abnabelung. Es geht um die Zukunft, Wünsche, Pläne und Ziele. Außerdem geht es natürlich um die Liebe.

Gerade wenn es um die Liebe und um Martin geht, hätte ich mich gerne Noras Freundin angeschlosse und die Protagonistin einmal durchgeschüttelt, denn sie denkt wirklich zu viel nach und handelt nicht - oder erst sehr spät. Die Liebe, die im Buch thematisiert wird, ist aber sehr süß und doch auch realistisch dargestellt. 

Leider bleiben die ganz großen Gefühle beim Leser aus. Mich konnte die Handlung nicht direkt berühren, was zu einem großen Teil sicher auch daran lag, dass die Geschichte für mich komplett vorhersehbar war. Dadurch verlor sie die Möglichkeit mich emotional tief zu beeindrucken. 

Der Schreibstil ist aber sehr flüssig und die Worte sind den Jugendlichen passend in den Mund gelegt, sodass sich das Buch innerhalb kürzester Zeit lesen lässt. Außerdem ist es allem Anschein nach ein Einzelband. Es kann ohne Weiteres für sich stehen. Gleichzeitig hätte die Autorin aber schon auch die Möglichkeit uns noch einmal in Noras Welt mitzunehmen. 

Ein Punkt, der eher eine Nebenrolle spielt, der mich selbst aber beschäftigt hat, muss hier noch erwähnt werden: Nora nimmt gerade zu Beginn des Buches regelmäßig, also täglich Schmerzmittel und beschreibt auch, dass dadurch nicht nur die Kopfschmerzen besser werden, sondern sie sich auch allgemein besser fühlt. Sie will damit zwar auch aufhören, aber es wird meiner Meinung nach nur zu kurz erwähnt, wie gefährlich das ist. Wie schnell das tatsächlich zur Sucht werden kann und wie schnell gerade diese Art Schmerzmittel, die ganz klar benannt wird, den Körper schädigen kann. 

Da "Fern wie Sommerwind" ab 13 Jahren empfohlen wird, bin ich beunruhigt und kann nur hoffen, dass sich alle Leser tatsächlich dem bewusst sind. Hier hätte ich mir einen deutlicheren Hinweis und eigentlich auch eine Warnung gewünscht.


"Kopfschmerzen kommen vom Kopfzerbrechen. Sich um alles und jeden Gedanken machen und sich sorgen. Sich unter Druck setzen. Alles immer richtig machen wollen. Nicht frei sein... mit sich selbst." (Seite 77)


Fazit: Dieses Buch kann sicher einige Lesestunden - besonders am Meer - versüßen. Meine hohen Erwartungen wurden leider nicht erfüllt, dafür war die Geschichte zu vorhersehbar. Die Protagonistin ist zwar sympathisch und man kann sich in sie hineinfühlen, leider wurden aber die ganz großen Gefühle wie Liebe, Trauer und Freude nicht bis zu mir als Leser transportiert.


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Nur ein kleiner Sommerflirt
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sommerflirt, israel, simone elkeles, sommer, jugendbuch

Nur ein kleiner Sommerflirt

Simone Elkeles , Eva Müller-Hierteis
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei cbt, 09.04.2013
ISBN 9783570308615
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

"Plötzlich spürte ich einen Stich in der Brust - eine Mischung aus Trauer und Selbstmitleid -, weil ich gar nicht gewusst habe, dass ich noch eine Oma habe. Und nun da ich es erfahre, ist sie krank" (Seite 9/10) Für jeden, der schon andere Romane von Simone Elkeles kennt, muss vorweg daraufhin gewiesen werden, dass in dieser Geschichte die Handlung nicht wechselnd aus der Sicht zweier Protagonisten erzählt wird. Wir bekommen den kompletten Verlauf aus Amys Sicht geschildert. Avi, den sie in Isreal kennen lernt, sehen wir somit nur aus seinen Augen. Hier schwingt auch schon einer der wichtigsten Themenkomplexe der Geschichte mit. Amy - ein typisches Mädchen aus den USA soll und muss ihren Sommer in Israel verbringen. Viel mehr als fließendes Wasser kann sie dort an Luxus nicht erwarten. So soll sie ihren Vater und seine Familie kennen lernen. Lust hat sie darauf nicht im geringsten. Natürlich taut sie mit der Zeit auf und gerade die Gespräche mit ihrer schwer erkrankten Großmutter öffnen ihr die Augen. So ist die Familie und die eigene Identität, die Rolle in der Familie ein Thema, das dieses Buch bestimmt.
Aber der Autorin gelingt es auch zu zeigen, dass Amy über ihren eigenen Tellerrand hinaussehen muss. Israel ist in den Köpfen der Amerikaner genau wie in denen von uns Deutschen einzig und allein als Krisenregion fest verankert. Selten denkt man dabei an den einzelnen Menschen, der dort lebt. Hier in dieser Geschichte wird die Kultur der Bewohner näher beleuchtet, aber auch die Konflikte, die dort herrschen kommen zur Sprache. Es wird deutlich gemacht, dass es schwere Meinungsverschiedenheiten zwischen Israelis und Palästinensern gibt, aber Frau Elkeles schafft es auch zu zeigen, dass diese Konflikte vom Einzelnen durch Freundschaft und Toleranz überwunden werden können. Das klingt nun hoch komplex und vielleicht abschreckend auf den Leser, der einen spannende Liebesgeschichte sucht, soll es aber gar nicht sein. Dieses Thema wird nämlich in eine typisches Jugendbuch so geschickt eingebunden, dass man sich gut unterhalten fühlt, ohne einen erhobenen Zeigefinger zu sehen oder eine lehrerhafte Stimme, die über den Nahen Osten aufklärt, zu hören. Außerdem kommen auch die wichtigen Jugendthemen nicht zu kurz: Es entwickelt sich eine Liebesgeschichte, Amy ist in der Phase der Identitätsfindung und fragt sich, wie ihre Zukunft aussehen soll und welche Chancen sie hat diese selbst zu gestalten.
Bisher könnte man meinen, dass es sich um ein sehr nachdenkliches Buch handelt. Dem ist über weite Phasen nicht so. Es lädt sehr oft zum Schmunzeln ein. Amy mit ihrer verrückten Art, die kaum ein Blatt vor den Mund und selten Rücksicht nimmt, kann schon ziemlich amüsant sein. Auf der anderen Seite ist sie damit aber auch durchaus über weite Strecken einfach nur nervig. Mehrmals will man das Mädchen einfach nur schütteln und sie zur Vernunft bringen. Ein zweischneidiges Schwert, aber es hat durchweg den Anschein, dass dies von der Autorin gewollt ist. Es gibt nämlich keine logischen Brüche in Amys Entwicklung. Das spricht dafür, dass ihr Charakter sauber durchdacht ist. Vielleicht soll sie mit ihrer oft naiven, aber auch egoistischen und teilweisen selbstherrlichen Art zum Nachdenken anregen und dem Leser eben Missstände vor Augen führen.
Das Ende kann durchaus zufriedenstellen. Man weiß, dass da noch zwei Bände mit Amy als Protagonistin folgen und somit ist ein reines Happy-End schon zu Beginn eher unwahrscheinlich. Es wird aber auch nicht mit einem Cliffhanger unnötiger Frust geschaffen, sondern lediglich eine Pause herbeigeführt bis dann im Juni 2013 der nächste Band auf Deutsch erscheint.  Eigentlich bete ich nie. Das ist nicht so meins. Aber Notfälle erfordern Notfallmaßnahmen und ich bin da äußerst flexibel. Zumindest manchmal. (Seite 17) Fazit: Weil ich schon einige andere Bücher der Autorin gelesen habe, waren die Ansprüche hoch. Jeder Autor muss sich an seinen anderen Werken messen lassen, das bleibt leider nicht aus. Rückblickend kann ich also sagen, dass Frau Elkeles erneut eine gute Geschichte erschaffen hat, die sich schnell lesen lässt. Dieser fehlt aber das gewisse Etwas, das sich in anderen Büchern aus ihrer Feder finden lässt.

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Dein Blick so kalt
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inge löhnig, arena thriller

Dein Blick so kalt

Inge Löhnig
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2013
ISBN 9783401067629
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung: 

Wie üblich bei den X-Thrillern aus dem Arena-Verlag richten sie sich an ein etwas reiferes, aber doch noch jugendliches Publikum. Gleichzeitig können sie auch gut noch von junggebliebenen Erwachsenen gelesen werden. Damit sind sie sozusagen, meiner Meinung nach, die All-Age-Thriller auf dem Buchmarkt.

Die Sprache und der Schreibstil sind diesem Zielpublikum sehr gut angepasst. Dem erfahrenen Leser ermöglicht dies ein sofortiges Eintauchen in die Geschichte und ein sehr zügiges Lesen, da man sich nciht mit unnötigen Schnörkeln der deutschen Sprache aufhalten muss. Das wäre für diese Art Roman auch völlig unnötig. 

Unsere Protagonistin ist im gleichen Alter wie das Zielpublikum, 16 fast schon 17 und hat zu Beginn auch mit typischen Problemen dieses Alters zu kämpfen: Sie weiß noch nicht, wie es beruflich für sie weitergehen soll und ist in einer ersten Phase der Abnabelung von ihren Eltern. Natürlich kommt es hier zu Konflikten. Zum Glück - für den Leser - kann sie sich durchsetzen und ein halbes Jahr für ein Praktikum nach München ziehen, denn anderenfalls wäre die nun sich wendende Entwicklung nicht zustande gekommen.

Die Spannung und der Druck wird langsam aufgebaut. Der Leser weiß ja, dass etwas passieren muss, der Leser wartet darauf, dass etwas passiert. Diese Situation wird dadurch verschärft, dass man auch immer wieder in Kapiteln kurze Einblicke in die Gedankenwelt des späteren Täters erhält. Dann verschwindet ein T-Shirt von Lou, sie erhält eine gruselige und mysteriöse Nachricht. Die Geschichte kommt langsam in Fahrt, führt aber dann zu einem spannenden und auch temporeichen Ende. 

Etwas gestört hat mich diese extreme Häufung an Problemen, mit denen Lou zu kämpfen hat: Ihr Vater hat überhaupt kein Vertrauen in seine Tochter, ihr Chef belästigt sie, die Mitpraktikantin ist eine Zicke, ihr Onkel, der auf sie aufpassen soll, ist ihr unheimlich, mehrere Nachbarn sind irgendwie merkwürdig. Da kommt einiges zusammen, was natürlich gleichzeitig die Auswahl an möglichen Täter drastisch erhöht. Ich musste aber trotzdem ab und an den Kopf schütteln, da mir dies zu unrealistisch wirkte. 

Mein zweites Problem mit diesem Thriller war die Protagonistin. Ich bin mit Lou nicht warm geworden, da sie mir nie sympathisch war. Darum konnte ich nur schlecht mit ihr mitfühlen. Wenn der Leser sich nicht mit der Haupfigur identifizieren kann, wird es schwierig und ich für meinen Teil hatte immer das Gefühl, dass ich in ihrer Situation anders gehandelt hätte. Das hat es schwierig gemacht. Hier würde ich aber sagen, dass es ein sehr subjektiver Eindruck ist. So wie sich nicht jeder Mensch mit jedem anderen gut versteht, kann auch nicht jeder Leser mit jedem Protagonisten gut klarkommen. 

Denn es ist trotzdem so, dass die einzelnen Charaktere und allen voran Lou sauber gezeichnet sind. Es gibt da keine Logikfehler. Man hat also nie das Gefühl, da würde nun jemand plötzlich aus seiner Rolle fallen. 


Fazit: Ein weiterer X-Thriller aus dem Hause Arena, der mit einer spannenden Grundgeschichte überzeugt. Für mich hat dieses Buch einige Schwächen, die aber eher subjektiver Natur sind, leider aber so ausgeprägt, dass mein Lesespaß gelitten hat. Die Protagonistin war nicht mein Fall und die Häufung der Probleme wirkte mir zu unrealistisch. Gleichzeitig kann ich mir jedoch auch gut vorstellen, dass gerade jüngere Leser hellauf begeistert sind von diesem Thriller.


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Ihr schafft mich!
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3 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Ihr schafft mich!

Nikolaus Nützel
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei cbj, 18.03.2013
ISBN 9783570138472
Genre: Kinder-/Jugendbuch

Rezension:

Dies ist auch kein Sachbuch, dass langweilig, wissenschaftlich trocken und im ganzen eigentlich ziemlich öde daher kommt. Nein, dieses Sachbuch ist dem jugendlichen oder junggebliebenen Leser angepasst und daher schon im Vorwort äußert unterhaltsam und teils sehr lustig geschrieben. Gleichzeitig gelingt es ihm trotzdem Information zu vermitteln. Und das in ausreichendem Maße, um zum Nachdenken anzuregen. Es ist gar nicht einfach das Themengebiet einzugrenzen. Der Autor selbst schreibt "am ehesten um Politik", aber das greift zu kurz. Es geht darum, welche Normen und Konventionen es in unserer Gesellschaft gibt und warum es sie gibt. Und was unsere Gesellschaft eigentlich ist. Warum Gruppen diese Konventionen in bestimmten Fällen brechen können und trotzdem noch zur Gesellschaft gehören und warum ein Einzelner sie eher nicht brechen sollte.  Um das alles anschaulich zu machen arbeitet Nikolaus Nützel mit vielen aktuellen oder zeitlosen Themen: Das sind Kleidungsregeln, aber auch Essensnormen, es geht darum wie wir mit Sex oder auch mit anderen Religionen oder der Religion selbst umgehen. Es geht um Individualität und um Gruppenbildung, dabei dann auch um das Thema Cosplay. Warum halten wir die Cosplayer (in den meisten Fällen) auf der Frankfurter Buchmesse nicht für verrückt? Für den erwachsenen Leser erklärt der Autor hier vermutlich wenig Neues, aber es regt zum Nachdenken an. Nachdenken über sich selbst und über die Gesellschaft im Ganzen. Auch für Jugendliche kann es gut ein Denkanstoß sein. Hier wäre es am besten, wenn ein Erwachsener zur Seite steht, um bei Redebedarf zu helfen.  Die Altersempfehlung ab zwölf ist fast ein wenig früh für meinen Geschmack. Es wird immer wieder mit Ironie oder Sarkasmus gearbeitet. Es gibt recht viele Jugendliche, die erst im Alter von vierzehn Jahren damit zuverlässig umgehen und Sarkasmus verstehen können. Das junge Publikum wird erfreuen, dass hier jemand provoziert, dass hier jemand Fragen stellt, die man sonst einfach nicht stellt, weil die Konvention in unserem Kopf viel zu fest sitzt. Fragen stellen, für die die meisten zu feige sind oder die auf den ersten Blick viel zu abwegig klingen. Dann aber auch die Erklärung geben, warum etwas so ist, wie es ist und nicht ganz anders.
Fazit: Ein unterhaltsames Sachbuch über Peergroups, Individualität, die Gesellschaft und Konventionen, das jugendliche und junggebliebene Leser nicht nur zum Schmunzeln sondern auch zum Nachdenken über eigentlich ganz normale und alltägliche Dinge einlädt ohne jemals langweilig und trocken zu werden. So werden spannende Sachbücher geschrieben!

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Partials - Aufbruch
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204 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 59 Rezensionen

dystopie, partials, kira, marcus, partial

Partials - Aufbruch

Dan Wells , Jürgen Langowski
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei IVI, 01.03.2013
ISBN 9783492702775
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

"Diese Welt war ein trauriger Abklatsch der früheren zivilisierten Welt, der Welt vor dem Zusammenbruch, und nur noch einen Schritt von der Steinzeit entfernt." (Seite 13)

Reiheninfo:
1. Aufbruch
2. Fragments (engl. Titel)
3. Band in Planung
0. Isolation (engl Titel - spielt vor Band 1 --> unabhängig lesbar)

Meine Meinung:
Ich kannte bisher keine Bücher von Dan Wells, obwohl er sich mit seinen Thrillern, die ebenfalls bei Piper erschienen sind ja auch in Deutschland bereits einen Namen gemacht hat. Dann wurde mir Partials von einer Freundin ans Herz gelegt, die es bereits im englischen Original gelesen hatte.
Wir haben es - wieder einmal muss man wohl schon sagen - mit einer Dystopie zu tun. Sie schießen weiterhin wie Pilze aus dem Boden und inzwischen nimmt meine Skepsis zu, da das Grundmuster in beinahe allen gleich ist: konformer Bürger oder konforme Bürgerin verliebt sich in Rebell oder Rebellin. Da bleibt etwas Spielraum die verschiedenen Gesellschaften betreffend und Schreibstil, Gefühlsintensität geben den Ausschlag, aber es scheint kaum noch etwas Neues möglich zu sein.
Doch da habe ich mich getäuscht. Dan Wells schafft tatsächlich innerhalb des Dystopie-Genres etwas Anderes, Neuartiges.
Unsere Protagonistin ist Kira. Sie gehört zwar in die Gesellschaft, die von einem Regime unterdrückt wird, wird aber von Beginn an nicht als normale, brave Bürgerin dargestellt. Außerdem gibt hier nun eine größere Auswahl an Gruppen. Denn die beiden Seiten "Regime und normaler Bürger" werden um zwei weitere ergänzt: Das sind die wahren Feinde, die für den Untergang der Welt verantwortlich waren, das heißt die Partials und zudem eine Widerstandsbewegung der Menschen, die "Die Stimme" genannt werden. Hieraus ergibt sich nun ein deutlich komplizierteres Muster als in vielen Dystopien.
Außerdem ist Kira, die Protagonistin, schon zu Beginn der Geschichte in einer festen Beziehung. So banal das klingt, ist es ungewöhnlich, denn es steht - zumindest zunächst - einer Beziehung mit dem "Feind" im Weg.
Gewöhnungsbedürftig ist das Alter der Charaktere. Kira und ihre Freunde sind sechzehn und etwas älter. Das ist für ein Jugendbuch zwar nicht ungewöhnlich, aber es wird vielen Lesern schwer fallen das Bild, das wir von Sechzehnjährigen haben, mit Kira und den anderen zu vereinbaren. Sie benehmen sich in beinahe allen Fällen wie Erwachsene. Man muss dies notgedrungen darauf zurückführen, dass sie schon viel Schreckliches als Kinder und Heranwachsende erlebt haben. Sie alle haben ihre Eltern verloren, einen Krieg miterlebt.
Jetzt leben sie vor den Toren von Manhattan, also im zerstörten New York. Mit Sonnenkollektoren gelingt es ihnen zumindest für das Krankenhaus etwas Strom zu generieren, aber da ein Großteil der Menschen gestorben ist, stehen die meisten Häuser leer. Die Beschreibungen der Stadt sind dem Autor sehr gut gelungen. Man kann sich wirklich vorstellen, wie die Natur sich diesen Raum zurückerobert. Mit Bäumen, Büschen und Pflanzen, aber auch wie eigentlich wilde Tiere dorthin kommen und einen Lebensraum finden.
Kira hat in diesem zerstörten New York, in dem kein Baby älter als drei Tage wird und in dem jede Frau dazu verpflichtet ist, so schnell und so oft wie möglich schwanger werden, auch noch erwachsen werden. Denn trotz der vielen Eigenschaften, die sie eher als Erwachsenen erscheinen lässt, ist sie es eben nicht. Sie muss für sich ihren eigenen Weg finden, sich ihrer Gefühle klar werden und entscheiden, wohin es für sie geht. Identitätsfindung ist das Wort, das bei uns gerne verwendet wird. Währenddessen hat sie es sich zusätzlich zur Aufgabe gemacht ein Mittel gegen das Virus zu finden, das so viele Menschen und alle Babys getötet hat. An diesem Punkt wird es immer mal wieder sehr wissenschaftlich und medizinisch. Nie so, dass man es nicht verstehen und dem Vorgehen folgen könnte, aber man muss sich schon immer wieder an den eigenen Biologie-Unterricht und an das Wissen über Viren und ihre Verbreitung zurückerinnern. Es macht aber auch Spaß gemeinsam mit der jungen Frau nach einem Gegenmittel gegen das Virus zu forschen.
Das Erzähltempo ist durchgehend sehr hoch. Es wird etwas verlangsamt, wenn Kira im Labor forscht, aber das ist auch der einzige Zeitpunkt. Sonst passiert sehr, sehr viel. Dan Wells hat es wohl geschafft ein Buch zu schreiben, in dem wirklich fast jede Seite, jeder Satz so wichtig ist, dass man ihn nicht streichen könnte. Dieses Tempo geht etwas zur Lasten der Gefühle. Der Zugang zu den Charakteren wird zu Beginn erschwert, da oft eher unklar bleibt, wie Kira und ihre Freunde sich denn genau fühlen. Das nimmt mit der Zeit ab, wenn man Gelegenheit hatte sie besser kennen zu lernen.
Zum Ende hin gibt es mehrere überraschende Wendungen, die aber gut eingeflochten sind. Bei ihnen hatte ich schon vorher den Gedanken, dass es möglich wäre. Man befürchtet es als Leser regelrecht, wagt aber kaum daran zu denken und hofft so sehr, dass es nicht so ist, dass man dann wirklich überrascht und schockiert wird, wenn Dan Wells diese leisen Befürchtungen in die Tat umsetzt.
Natürlich bleibt ein Cliffhanger, aber der Autor hat ihn so gestaltet, dass man nicht unbedingt vor Frust aufschreien will, wenn man das Buch zuklappt. Der Anfang der Geschichte ist erzählt und jetzt bekommt der Leser eine Atempause, bevor wir uns hoffentlich bald auf den nächsten Teil, der auf Englisch bereits erschienen ist, stürzen dürfen.

"Wenn wir eines Tages trotz unserer Bemühungen und Entschlossenheit fallen werden, dann soll es meinetwegen geschehen, weil unsere Feinde uns besiegt haben aber nicht weil wir uns selbst vernichtet haben." (Seite 26)

Fazit: Eine Dystopie, die sich von der Menge mit einem neuen Konzept abheben kann und damit auch Leser, die etwas dystopiemüde geworden sind, in ihren Bann ziehen wird. Es ist nicht die bekannte Liebesgeschichte zwischen Rebell und konformen Bürger, sondern verzwickter und komplizierter und die gesamte Menschheit ist stärker bedroht, als man es bisher gelesen hat. Dazu kommt ein hohes Erzähltempo, das natürlich spannungsfördernd ist.

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Die Flammen der Dämmerung
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fantasy, dämonen, freundschaft, fiktion, krieg

Die Flammen der Dämmerung

Peter V. Brett , Ingrid Herrmann-Nytko
Flexibler Einband: 750 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 11.03.2013
ISBN 9783453524743
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Meine Meinung:

Die Geduld aller Freunde der fantastischen Literatur aus Peter V. Bretts Feder, wurde lange auf die Probe gestellt und so war die Spannung und Erwartung dementsprechend groß, als der dritte Teil des Dämonen-Zyklus Mitte März, kurz nach Erscheinen der englischen Ausgabe, auch in Deutschland veröffentlicht wurde. Der Zyklus soll insgesamt fünf Bände umfassen, somit befinden wir uns also aktuell mitten in der Geschichte. Die ersten beiden Bände sollten unbedingt vorher gelesen werden. Die Auskopplung "Der große Basar" mit einigen Kurzgeschichten, ist für das Verständnis nicht unbedingt notwendig.

Natürlich treten wieder alle jene Charakter auf, die wir schon im "Lied der Dämmerung" und im "Flüstern der Nacht" kennen lernen durften. Die Protagonisten-Rollen nehmen in der Hauptsache wieder Arlen und Jardir ein, stark unterstützt von Leesha, Rojer und Abban. Als neue Protagonistin lernt der Leser Inevera kennen. Sie ist die erste Frau Ahmann Jardirs, seine Jiwah Ka. Aus ihrer Sicht werden weite Teile der aktuellen Geschichte erzählt. Aber es gibt auch viele Rückblenden in die Vergangenheit. So wie wir in Band zwei Jardirs Leben kennen gelernt haben, wird jetzt Ineveras erzählt. Wie sie als junges Mädchen auserkoren wird in den Kreis der heiligen Frauen und sich dort ihre machtvolle Position erkämpft. Es wird die eine oder andere bekannte Szene nochmals kurz aus ihrer Sicht geschildert, aber alles in allem ist es eine neue, eigenständige Erzählung um Inevera, die unbedingt notwendig ist, um ihr Handeln und die Motivation dahinter zu verstehen. 

Die andere relativ neue wichtige Person wird in diesem Band Renna, Arlens Verlobte. Sie erhält zwar nicht so viel Aufmerksamkeit wie die Jiwah Ka, aber hat trotzdem eine große und bedeutende Rolle. Dank der Länge des Buches werden aber auch alle anderen Charakter nicht vernachlässigt. Viele wird es freuen zu hören, dass Leesha in diesem Band den einen oder anderen Dämpfer erhält. Sie ist bisher oft als zu perfekt und zu klischeehaft bemängelt worden. Dies nimmt jetzt, wo sich der Kampf gegen die Seelendämonen einem ersten Höhepunkt nähert deutlich ab. 

Zusätzlich erhält der Leser auch immer wieder Einblicke in die Köpfe, oder besser Gedanken, der echten Bösen. Also der Horcling-Prinzen, die die Menschheit auslöschen wollen. Während hier die Verhältnisse klar sind: Dämonen sind böse, Menschen sind gut, verwischen die Grenzen zwischen den Kategorien gut und böse bei den Völkern der Menschheit weiter: Wer ist der wirkliche Erlöser und ist Jardir "der Böse", ist es vielleicht Arlen oder kann man überhaupt von gut und böse sprechen? Dies weicht weiter auf, aber der Leser bleibt grundsätzlich eher auf Arlens Seite, was sicherlich auch dem Umstand zu schulden ist, dass die Geschichte mit ihm als Protagonisten in Band eins begonnen wurde. 

Die Magie hingegen unterliegt einem Sichtwandel. Sie wurde von der Bevölkerung beinahe durchgängig als böse empfunden, erlangt aber nun mehr und mehr an Bedeutung, denn sie kann jetzt auch mehr von den Menschen gegen die Dämonen genutzt werden. Sie wird nicht mehr als grundsätzlich böse empfunden. 

Im Ganzen bleibt "Die Flammen der Dämmerung" in einer Spur mit seinem Vorgänger: Es wird weiterhin viel gekämpft. Das kann sich nicht ändern, solange jede Nacht Horclinge erscheinen. Außerdem kündigt sich ja auch ein Krieg zwischen den Menschen an. So darf keiner, der den letzten Band kennt, überrascht sein, wenn es auch jetzt wieder zu harten Kämpfen, brutalen Morden, Verstümmelungen und auch Vergewaltigungen kommt. Es werden auch explizite, aber dabei wenig erotische, Sexszenen geschildert. Das zusammen genommen, macht diese Geschichte ganz klar zu High-Fantasy, die sich an ein erwachsenes Publikum richtet. Mir selbst kam diese Gewalt nie zu übertrieben vor, denn sie wird immer klar begründet und liegt hier in der Natur der Geschichte. 

Der Höhepunkt, auf den dieser Band hinarbeitet, also das erneute direkte Eingreifen der Horcling-Prinzen, in den Neumond-Nächten wird so gut 200 Seiten vor dem Ende des Buches erreicht, was schon für sich zeigt, dass hier mit einem großen Showdown zu rechnen ist. Der Autor erinnert uns in diesem Zusammenhang daran, dass es derzeit beliebt ist, den Leser damit zu schocken, dass gut bekannte und auch beliebte Charaktere, sterben können. Der Spannung wegen wird hier natürlich nicht mehr verraten. Wir werden aber dann zum Schluss wieder mit einem starken Cliffhanger zurückgelassen und müssen mit Bedauern feststellen, dass das Erscheinen von Band vier noch nicht am Horizont zu erkennen ist. 

Der Schreibstil ist für High-Fantasy relativ einfach und damit klar und deutlich. Es gibt wenig Verschnörkelungen, was das Lesen erleichtert. Der Fluss der Geschichte wird auf einem sehr steten, aber im ganzen auch ziemlich langsamen Level gehalten, was sicher auch an den Rückblenden in die Vergangenheit liegt. 

Im Anhang gibt es ein Lexikon krasianischer Namen und Begriffe, der sehr hilfreich ist. Die meisten Begriffe fallen zwar immer wieder, wie Jiwah Ka für die erste Frau oder Sharum für Krieger, sodass man sie schnell auswendig kennt, aber die Namen kann man schnell verwechseln. Ich würde mir wünschen, dass dieses Register auch noch um die Namen der nördlichen Bevölkerung ergänzt wird, denn auch hier nimmt die Fülle an Charakteren weiter zu, was den Überblick zu behalten langsam aber sich erschwert.  

 

Fazit: Eine Geschichte, die nur schwer in Worte zu fassen und zu beschreiben ist. Sie sucht vergeblich einen Vergleich mit anderen Büchern, denn Peter V. Brett schafft mit dem Dämonen-Zyklus High-Fantasy der ganz großen Klasse. Hier nimmt die Geschichte immer weiter an Fahrt auf und lässt die Wartezeit auf die nächsten Bände unerträglich erscheinen. Für Freunde dieses Genres ein Muss. Es ist nicht anders zu sagen: Lesen!

 

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Tote Mädchen lügen nicht
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307 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 34 Rezensionen

selbstmord, mobbing, kassetten, gerüchte, tod

Tote Mädchen lügen nicht

Jay Asher , Knut Krüger
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei cbt, 01.10.2012
ISBN 9783570308431
Genre: Kinder-/Jugendbuch

Rezension:

"Es gibt nur zwei Regeln und die sind ganz einfach: Regel Nummer eins: Ihr hört zu. Nummer zwei: Ihr schickt die Kassetten weiter. Hoffentlich wird euch beides schwer fallen." (Seite 12)

"Tote Mädchen lügen nicht" ist ein Buch, über das jede Leseratte, die sich (auch) für Jugendbücher interessiert, sicher schon einmal etwas gehört oder gelesen oder es im Regal in der Buchhandlung gesehen hat. Es ist ein Buch, das die Gemüter bewegt und nicht nur der Zielgruppe unter die Haut geht. So ist also das, was man gehört hat, in beinahe 100% der Fälle etwas Gutes. Man muss es wohl selbst mal gelesen haben. Gesagt getan.
Ohne große Einleitung beginnt die Geschichte am spannenden Anfang: Der Protagonist Clay beginnt damit sich die Kassetten anzuhören, die er findet und die allem Anschein nach von Hannah, die sich umgebracht hat, aufgezeichnet wurden. Hannah rechnet hab. Hannah führt jedem ihrer Zuhörer vor Augen, was ihre Fehler warum und warum sie Schuld an dem Tod des Mädchen tragen.
Das ergibt eine sehr spannende Gundkonstellation, da damit ein Konflikt angesprochen wird, der ganz natürlich ist. Wenn ein Mensch, den man kannte, sich umbringt, stellt sich sicherlich jeder die Frage, ob man selbst es hätte verhindern können. Dass aber daraus ein wahrer Pageturner entstehen muss, ist nur allzu verständlich.
Dabei gibt es kaum echte Handlung. Hannah spricht, was im kompletten Buch mit kursiver Schrift dargestellt wird und Clay denkt nach, hängt Erinnerungen hinterher und hört in der Hauptsache zu. Ab und an wird er selbst aktiv, folgt den Wegmarken, die Hannah gibt und ähnliches. Alles, was Clay denkt und sagt steht in normaler Schrift. So wechseln sich kursive und normale Schriftart oft in schnellem Wechsel ab. Das erhöht einerseits die Spannung, andererseits fordert es eine Menge Aufmerksamkeit vom Leser, da man anderenfalls leicht übersieht, welcher der beiden Charaktere gerade an der Reihe ist. Gerade beim zügigen Lesen ist mir dies aufgefallen und ich musste immer wieder mehrere Sätze ein zweites Mal anschauen, da ich sie dem falschen Part zugeordnet hatte.
Dreizehn Personen spricht Hannah auf den Kassetten an und diese Personen werden teilweise von ihr beschrieben. Die wichtigsten Rollen spielen aber natürlich sie und Clay, ihr aktueller Zuhörer. Diese beiden sind sehr genau gezeichnet und werden dem Leser in all ihren Feinheiten und Nuancen vorgestellt. Jede ihrer Handlungen und ihrer Reaktionen ergibt einen Sinn und man wird vergeblich nach Klischees oder Plattitüden suchen. Dabei geht der Autor sehr einfühlsam vor, was auch unbedingt notwendig ist, denn um die Entscheidung des Mädchens sich endgültig das Leben zu nehmen, auch nur annähernd verstehen zu können, ist mehr nötig als nur ein geringe Verbindung zu dem Charakter.
Clay ist nicht die dreizehnte Person. Seine Rolle an der Geschichte und an dem Tod wird früher erzählt. Einerseits völlig zurecht, andererseits entsteht damit das Problem, dass das Buch ab diesem Punkt an Spannung verliert. Natürlich möchte man noch wissen, was Hannah bewogen hat, was noch passiert es und es wird keineswegs wirklich langweilig, aber nachdem die Frage nach Clays Schuld beantwortet ist, kann der Leser durchatmen und verliert etwas das unbedingte und dringende Mitgefühl. Das fieberhafte Lesen, der Pageturner-Effekt schwächt sich ab zu einem guten Buch.
Dabei ist und bleibt der Schreibstil des Autors von Seite eins an leicht und schnörkellos, sodass man sich problemlos ganz in die Tiefe der Geschichte herabsinken lassen kann. Das erleichtert ein schnelles Lesen natürlich ungemein.
Etwas als störend habe ich das Ende empfunden. Es ist so unbedingt gewollt hoffnungsvoll. Natürlich ist Hannah tot. Das lässt sich nicht mehr ändern. Man hat aber beim Lesen dann das Gefühl, dass der Autor als Ersatz für ein unmögliches Happy-End zumindest für Clay noch ganz dringend einen Lichtstreif am Horizontn benötigte. Das hätte nicht unbedingt sein müssen. Die Geschichte hätte so nachdenklich enden können wie es das komplette Thema einfach vorgibt.

"Je länger ich den Kassetten zuhöre, desto besser glaube ich, sie zu kennen. Nicht die Hannah der vergangenen Jahre, sondern die der letzten Monate. Das ist die Hannah, die ich zu verstehen beginne." (Seite 163)

Fazit: Eine sehr spannende Geschichte, die den Leser ab Seite eins in ihren Bann zu ziehen versteht. Es gibt einige wenige Mankos, aber dies ist beinahe schon Jammern auf hohem Niveau. Die Geschichte um Hannah und Clay regt zum Nachdenken an und das sicherlich nicht nur die direkte Zielgruppe, sondern auch ältere Semester. Empfehlenswert!

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Wispernde Schatten
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(49)

78 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

freundschaft, schatten, geheimnis, schattenjäger, gefühl

Wispernde Schatten

Daniel Blythe , Michaela Kolodziejcok
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.03.2013
ISBN 9783551520463
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

"Nicht schlafen wird langsam zum Problem.
Ich würde alles dafür geben, nicht zu träumen." (Seite 6)

Düster und geheimnisvoll. Das verspricht der Klappentext und es beginnt auch so. Die Träume sind richtiggehend gruselig. Die Situation im Bus wirklich beklemmend. Ein guter Anfang ist gemacht. Gerade für die Altersklasse ab 12 Jahren, die noch nicht eine sehr große (Thriller-) Leseerfahrung mit bringen kann, gelingt es dem Autor ein spannendes Setting zu kreieren, sodass die Zielgruppe sicherlich innerhalb weniger Seiten gefesselt ist.
Die Sprache ist dem Publikum angepasst, eher einfach und ohne komplizierte Schnörkel. Diese sind in dieser Geschichte auch überhaupt nicht notwendig und man fühlt sich stilistisch gut aufgehoben. Die Seiten gleiten dahin wie nichts, denn es lässt sich wirklich schnell lesen.
Die Charaktere bleiben relativ flach und sind sicher noch ausbaufähig, was unter Umständen auch der Kürze des Buches geschuldet ist. Zu viele Charaktere für zu wenig Seiten, sodass wir keinen von ihnen intensiv kennen lernen. Nur die Protagonistin wird näher vorgestellt.
Die Mystery-Elemente vermischen sich schnell und eindringlich mit der klassischen Schulsituation, in der sich Miranda befindet. Leider gibt es den einen oder anderen Logikfehler in dieser Hintergrundgeschichte. So wirft zum Beispiel eine Klassenkameradin Miranda vor, dass sie ihre echten Freunde vernachlässigen würde. Dies ist in dem Moment unlogisch, weil Miranda erst vor Kurzem in die Stadt gezogen ist und das Mädchen bisher gar nicht mehr sein kann als eine flüchtige Bekannte. Das sind aber wohl Kleinigkeiten über die viele Leser hinwegsehen können.
Die Haupthandlung wird indessen rasant und unaufhaltsam vorangetrieben und auch wenn es mich persönlich nicht so ganz ansprechen konnte, wollte ich dann doch auch bis zum Schluss dabei bleiben und wissen, wie das ganze denn nun aufgelöst wird.
Diese Auflösung ist unerwartet, fast so unerwartet, dass es wieder zu weit hergeholt wirkt, aber es werden alle Fäden zusammengeführt und dadurch entsteht eine abgeschlossene Geschichte. Trotzdem ist vorstellbar, dass man eventuell noch einmal das eine oder andere Abenteuer mit der Protagonistinn und ihren neuen Freunden erlebt.

"Ich weiß, dass es meine Entscheidung ist.
Meine Entscheidung, dass ich herausfinden will, warum diese Dunkelheit mich verfolgt." (Seite 67)

Fazit: Ein Mystery-Thriller, der eine hohes Potenzial an Spannung für die passende Altersgruppe bereithält, mich persönlich aber leider nicht wirklich packen konnte. Einige Logikfehler und unscharf gezeichnete Charaktere erschwerten die Bindung zur Geschichte noch. Dennoch ein Buch, das Jugendliche bestimmt fesseln kann.

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Die Flammende
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341 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

fantasy, monster, liebe, krieg, fire

Die Flammende

Kristin Cashore , Katharina Diestelmeier
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.02.2013
ISBN 9783551312044
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:  
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Die blendende Klinge
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(16)

43 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

brent weeks, licht, prisma, wandler, magie

Die blendende Klinge

Brent Weeks , Hans Link
Flexibler Einband: 800 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 21.01.2013
ISBN 9783442268337
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Wie so häufig ist es ein Jahr her seit der erste Band erschienen ist und in der Zwischenzeit wurden dutzende andere Bücher gelesen. Also gilt es zu Beginn der Geschichte erst einmal im Gedächtnis zu kramen und zusammenzusetzen, was denn in Band 1 passiert ist. Brent Weeks liefert dafür durch die Gespräche der Charaktere eine Gedächtnisstütze, beginnt aber keine Nacherzählung. Das ist für alle jene, die das Glück haben die Bücher am Stück zu lesen, sehr angenehm. Und diejenigen, die sich gedulden mussten, müssen nun eben erst einmal ein wenig grübeln. Aber schnell kommt die Geschichte wieder ans Tageslicht, denn schon der erste Teil konnte voll auf überzeugen.
Der Leser geht wieder an der Seite der bekannten Charaktere: Kip, Karris, Gavin und Dazen. Sie alle haben ihre besonderen Eigenarten, sind besonders fein herausgearbeitet und charakterisiert. Auch Liv begegnen wir wieder. Diese kommt meiner Ansicht nach aber etwas kurz, um sich wirklich in sie hineinzufühlen. Sie ist ja zur Seite des Farbprinzen gewechselt und die kurzen Ausschnitte geben zwar einen Einblick in das feindliche Lager, aber lassen nur wenig Zeit, um sich als Leser näher mit Liv zu identifizieren.

"Freiheit ist nicht das höchste Gut. Die Macht ist es. Denn ohne Macht kann dir deine Freiheit genommen werden." (Seite 514)

Dafür folgt man Kip, Karris und Gavin bzw. auch Dazen umso intensiver. Sie werden noch genauer dargestellt. Der Leser begleitet Kip auf seiner Ausbildung in der Schwarzen Garde, was der Autor nutzt, um auch das Magiesystem weiter zu erläutern. Dieses steht natürlich auch im engen Zusammenhang mit Gavin und mit dessen Sterben. Wunderbar verschachtelt und verzwickt ist die Situation. Das fordert die Aufmerksamkeit des Leser, aber weckt auch eine Menge an Interesse.
Außerdem gelingt es so dem Autor den Leser mit den Handlungen seiner Charaktere immer wieder zu überraschen. Jedes Mal, wenn man meint, man habe sie durchschaut - insbesondere Gavin, Karris, die Weiße und auch Kips Großvater -, tun sie etwas, mit dem man überhaupt nicht gerechnet hätte. Dabei entstehen aber keine Logikfehler, den diese Handlungen werden dann im Nachhinein wieder sauber aufgelöst und erklärt. Gerade hier lässt sich der Handlungsstrang um Gavin und Dazen, der ja schon im ersten Teil besonders vertrackt ist, besonders gut anführen. Er wird am Ende aufgelöst, aber ganz anders als der Leser sicherlich erwartet.
Oft scheint über recht weite Teile nicht viel zu passieren. Kips Ausbildung schreitet voran, er muss sich behaupten. Gavin stirbt langsam und versucht nebenbei noch den Krieg zu gewinnen. Es gibt kleinere Scharmützel. Gavins und Karris Beziehung wird vertieft. All das geschieht oft ohne großes Brimborium, sodass man beim Lesen Sitzfleisch mitbringen muss. Die Geschichte erfordert Zeit und sie verlangt Konzentration, denn wenn eigentlich nur Alltagssituationen beschrieben werden, passiert manchmal doch etwas Wichtiges, was der Leser nicht verpassen sollte. Damit ist die Geschichte nicht mal eben schnell zu lesen. Man muss davon ausgehen, dass auch das gewöhnliche Lesetempo stark gedrosselt ist, wenn man die Geschichte vollauf genießen möchte. Doch es lohnt sich Muße, Zeit und etwas Geduld mit zubringen. Wer sich ganz auf Brent Weeks einlässt, wird ihm verfallen und die Charaktere, ebenso wie die Geschichte lieben.
Abschließend bleibt noch darauf hinzuweisen, dass wir noch zweimall das Vergnügen mit dem Lichtbringer haben werden, denn aus der geplanten Trilogie werden nun vier Teile, also eine Tetralogie.

"Was ist nun die erste Grundregel des Einfach-Davonlaufens?", erkundigte sich Gavin. (...)
"Wer einfach davonlaufen will, darf nicht mit Logik oder praktischem Denken daherkommen. Das weiß doch jeder."
"Aha. Also können wir doch nackt davonlaufen?" (Seite 839)

Fazit: Die Geschichte, die hier erzählt wird und die Art und Weise sind ganz große Kunst. Man muss sich darauf einlassen dem Autor in seine fremde Welt und in seinem Tempo zu folgen. Wenn einem das gelingt, erlebt man Fantasy der Spitzenklasse. Dieser zweite Teil der Licht-Tetralogie fordert die volle Aufmerksamkeit des Lesers, belohnt ihn aber zugleich mit einer herausragenden Geschichte.

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Arkadien brennt
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(46)

114 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 5 Rezensionen

fantasy, sizilien, mafia, liebe, jugendbuch

Arkadien brennt

Kai Meyer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.03.2013
ISBN 9783551312105
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

"Arkadien brennt" ist der mittlere Teil der Arkadien-Trilogie und diese Bände lassen sich keinesfalls getrennt voneinander lesen, denn die Handlung des zweiten Bandes baut direkt auf dem ersten auf. "Arkadien erwacht" lässt den Leser zwar nicht mit einem dieser ungeliebten großen Cliffhanger zurück, aber es ist klar, dass die Geschichte weitergehen muss und wer Band 1 gelesen hat, weiß auch, dass er die Folgebände lesen muss, denn Rosa und Alessandro wachsen einem schnell ans Herz und die Geschichte hält viel Spannung bereit. Natürlich sind aus dieser Konstellation heraus auch für die folgende Rezension Spoiler des ersten Bandes möglich.
Kai Meyer schafft es die aufgenommene Handlung und viele Elemente aus dem Anfang fortzuführen und gleichzeitig etwas Neues aufzubauen, sodass keine Langweile aufkommt. So ist es der Fall, dass man weiterhin diesen Roman nicht als das absolute Fantasybuch lesen sollte, in dem an jeder Ecke magische Geschöpfe auftauchen oder fantastische Geschehnisse die Charaktere aus der Bahn werfen. Dieser Roman spielt in der Gegenwart und die Fantasyelemete werden vor den Augen der normalen Mitbürger versteckt. Aus diesem Grund kann rein logisch gar nicht auf jeder Seite davon die Rede sein. Das heißt aber nicht, dass keine Spannung aufkommt, denn es spielt ja auch die Mafiageschichte eine große Rolle und die Liebesbeziehung zwischen Alessandro und Rosa. Dazu kommen Mystery-Elemente, die die gesamte Situation noch aufpeppen und aus Sicht der Protagonisten sicherlich verkomplizieren.
Das komplette erste Drittel spielt überraschenderweise aber nicht auf Sizilien, wohin Rosa im ersten Band gekommen ist und auch nicht auf italienischem Festland. Rosa kehrt nach New York zurück. In ein New York, das sich verändert hat. Oder hat sie sich verändert? Sie will endlich mit ihrer Vergangenheit und vor allem mit ihrer Mutter aufräumen. Dabei werden aber viele dunkle Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit erzählt. Im Großen und Ganzen ist das Hauptproblem und der Dreh- und Angelpunkt dieses zweiten Bandes Rosas Vergangenheit, zum einen was ihre Familie und vor allem ihren Vater angeht, aber auch die Geschehnisse vor einem Jahr, die das Mädchen in eine Krise gestürzt haben, haben weit mehr Bedeutung für die Handlung als zunächst angenommen.
Natürlich werden im Verlauf nur ein Teil dieser Fragen beantworten und manchmal eher noch mehr aufgeworfen. Der Leser darf ja zum Glück hoffen und davon ausgehen, dass alle offenen Fragen im Abschlussband geklärt werden.
Etwas zu bedauern ist, dass nicht mehr ganz die Faszination aus Band 1 erreicht werden kann. Das lag für mich in weiten Teilen daran, dass Rosa normaler ist. Sie hat viele Macken, viele Spleens kann man sagen und viele davon bekommt sie nun in den Griff. Das ist für sie einerseits natürlich von Vorteil, aber ich habe diese vermisst.
Die Beziehung zwischen Rosa und Alessandro bleibt kompliziert. Nicht nur weil sie eben aus verschiedene Familien stammen und dieses "Romeo-und-Julia-Problem" zwischen ihnen steht, sondern daraus ergibt sich immer wieder die Frage, ob sie einander vertrauen können. Hauptsächlich Rosa entwickelt nervenaufreibendes Potenzial, wenn sie sich oder ihn diese Frage zum wiederholten Male stellt.
Auf der anderen Seite fallen diese Punkte nicht so weit ins Gewicht, dass man von einer nervigen Beziehung sprechen kann. Es gibt auch schöne und lustige Szenen der beiden. Vor allem der Umstand, dass sie ihre Verwandlung bei starken Gefühlen kaum kontrollieren können, bewirken bei den Protagonisten Frust. Mich als Leser ließ es schmunzeln.

"Weißt du, die Leute lügen, wenn sie sagen, nichts sei so stark wie die Liebe. Das ist eine der größten und gemeinsten Lügen überhaupt. Liebe ist nicht stark. Sie ist so verletzlich wie nur irgendwas. Und wenn wir nicht achtgeben dann zerbricht sie wie Glas."

Fazit: Alles in allem führt der Autor hier seine Geschichte würdig fort. Es werden Mystery-, Action und Liebeselemente zu einer spannenden Geschichte vereint, die einige rasante Szenen mit sich bringt, aber auch viel Gefühl oder gemeinsames rätseln mit den Protagonisten über die Zusammenhänge. Sehr zu empfehlen!

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Back to Paradise
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(74)

126 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

liebe, maggie, caleb, unfall, paradise

Back to Paradise

Simone Elkeles , Katrin Weingran
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei cbt, 14.01.2013
ISBN 9783570307946
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Die Geschichte von Caleb und Maggie wird mit diesem Band nach "Leaving Paradise" fortgeführt und es gibt wohl kaum etwas, was sich der Leser mehr wünscht, als endlich wieder Seite an Seite mit den beiden zu gehen und zu hoffen, dass ihre Liebesgeschichte doch noch ein gutes Ende nimmt. Die Geschichte setzt nicht genau da an, wo sie unterbrochen wird. Es sind mehrere Monate vergangen, acht ungefähr und es gibt einen Neuansatz. Maggi und Caleb haben sich in dieser Zeit nicht gesehen und nichts voneinander gehört. Völlig überraschend müssen sie nun eine Reise auf engstem Raum miteinander verbringen und zu allem Übel auch noch über ihre Vergangenheit reden. Eine tragische Vergangenheit, die immer noch in einem Gewühl von Lügen und Halbwahrheiten verborgen ist.
In diesem zweiten Band ist es nun nicht mehr so, dass Caleb und Maggie die einzigen Jugendlichen von Bedeutung sind. Natürlich stehen sie noch immer im Mittelpunkt der Geschichte. Das erwartet der Leser auch, aber es gibt weitere Jugendliche mit eigenen Problemen, die auch Einfluss nehmen und mit denen man sich auch sehr schnell anfreunden und in sie hineinfühlen kann. Diese Jugendlichen bringen nun gleich noch mehr Probleme, Problemfelder, eine größere Themendichte in die Geschichte mit ihnen. Sie alle haben eine Vergangenheit oder Erfahrungen, die zum Nachdenen anregen. Dabei sind sie alle nicht perfekt. Was Simone Elkeles in Band eins nur mit Maggie erprobt, wird hier unter anderem mit Lenny, aber auch mit ein bis zwei weiteren Charakteren fortgeführt, dass sie teilweise sogar schwierig sind, aber sie gerade damit liebenswert und sehr, sehr menschlich werden.
Leider gelingt es trotz dieser positiven Punkte dem zweiten Band nicht die vollständige Faszinationskraft aus Band eins zu erreichen. Letzteren konnte ich für Stunden - bis es beendet war - nicht aus der Hand legen. Dieser abschließende Teil ist nun zwar immer noch ein sehr gutes Buch, lässst sich sehr gut lesen, aber ist leider kein herausragendes Einzelstück.
Mich nervte immer mal wieder, dass Caleb und Maggie es tagelang, seitenlang und immer wieder nicht schaffen miteinander zu sprechen, ein lang überfälliges klärendes Gespräch zu führen. Stattdessen läuft immer einer von beiden davon oder versteht den anderen falsch. So etwas ist in der Liebe zwar auch in Realität der Fall, aber es ist ja so, dass Maggie und Caleb sich in "Leaving Paradise" schon gut kennen gelernt haben. Da ist dieses völlige Unverständnis teilweise etwas zu viel.
Das ist aber meckern und kritisieren auf hohem Niveau. Es gibt nie die Befürchtung, dass dieses Buch zu nervig, langweilig oder gar schlecht werden könnte. Stattdessen ist es ein sehr gutes Buch, das eine wunderbare und berührende Liebesgeschichte weiter erzählt.
Dem Leser werden sowohl lustige als auch nachdenkliche, aber auch romantische Szenen vor Augen geführt und in jede kann man sich hineinfühlen. Ebenso in jeden Charakter. Man ist gemeinsam mit Caleb wütend und verzweifelt, mit Maggie verwirrt und zornig, aber man ist auch mit beiden gemeinsam einfach nur verliebt. Eine gesunde Mischung, die so nicht ganz neu ist, aber das Herz berührt.
Das Ende ist gut gelöst. Es ist ein wunderschönes Ende, das einen verträumt lächeln zurücklässt. So viel kann wohl bedenkenlos verraten werden, denn vielen wird bekannt sein, dass die Autorin selbst sagt, dass sie Happy-Ends liebt. Man wird ohne einen Cliffhanger zurückgelassen, sodass man ganz zweifellos von einer in sich abgeschlossenen

"Warum sollte mich das nicht ins Grübeln bringen? Das mit uns ergibt keinen Sinn."
"Genauso wenig wie Schokolade und Erdnussbutter, aber aus irgendeinem Grund funktioniert es." (Seite 107)

Fazit: Ein würdiger Nachfolger und Abschluss der Geschichte um Maggie und Caleb. Beide sind ebenso authentisch wie man sie kennen gelernt hat und Simone Elkeles gelingt ein sehr befriedigendes Ende, das den Leser zufrieden zurück lässt. Es gelingt diesem Band zwar nicht mehr ganz die Faszinationskraft zu entwickeln, aber das ist jammern auf sehr hohem Niveau. Die Geschichte macht Spaß und lässt sich wunderbar lesen. Und für Freunde des ersten Bands ist es so oder so ein Muss.

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Leaving Paradise
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(96)

152 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

liebe, unfall, maggie, caleb, paradise

Leaving Paradise

Simone Elkeles , Katrin Weingran
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei cbt, 01.01.2013
ISBN 9783570307939
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung:
Wer die Trilogie um die Fuentes-Brüder ("Du oder das ganze Leben", "Du oder der Rest der Welt" und "Du oder die große Liebe") kennt ahnt gleich, womit er es hier zu tun haben wird. In der Aufmachung und Covergestaltung lehnt sich dieses Jugendbuch sehr stark an die Trilogie aus der Feder der gleichen Autorin an und das soll es auch. Gleichzeitig ist die Handlung vollständig eigenständig und hat nichts mit den Fuentes-Brüdern zu tun.
Also findet man hier eine 0815-Badboy-Geschichte? Er ist der gefährliche "Exknacki" und sie die tollpatschige Unbeliebte, in die er sich dann verliebt? Nein, hier ist tatsächlich alles ganz anders. Maggie war beliebt, sie ist es nicht mehr seit dem Unfall, dem Unfall für den Caleb verurteilt wurde und wegen dem er nun ein Jahr im Jugendstrafvollzug verbracht hat. Sie sind Nachbarn und waren früher Freunde. Jetzt treffen sie wieder aufeinander.
Die Handlung setzt einen Tag vor Calebs Freilassung ein. Abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonisten wird die Geschichte erzählt und dabei wird der Leser ganz weit vor gelassen in die Gefühlswelt dieser beiden Personen, denn sie berichten aus der Ich-Perspektive. Gefühle und Gedanken werden so eindringlich mit geschildert, dass man sich sehr schnell in sie hineinfühlen kann.
Es blieb anfangs eine gewisse skeptische Grundhaltung bei mir zurück. Was konnte schon noch Spannendes passieren, wenn ich sowieso weiß, dass sich die beiden Protagonisten ineinander verlieben? Die recht kurzen Kapitel zu Beginn der Geschichte, die mich abwechselnd in die beiden Lebenswelten einführten, taten dann aber ihren Dienst. Schon nach ungefähr 50 Seiten hatte mich die Geschichte völlig gefesselt. Denn Caleb ist keineswegs der klassische Badboy und Maggie nicht einfach nur tollpatschig oder ähnliches. Beide haben sie ihr Päckchen zu tragen, beide haben sie einige Ecken und Kanten und doch wird ganz schnell klar, wie liebenswert beide sind. Wie gut sie zusammen passen und wie menschlich es sie macht, dass sie beide keine stereotypen Musterbeispiele sind, die man in Schubladen packen könnte.
Neben den Schulkameraden und den Eltern kommt noch ein weiterer wichtiger Nebencharakter hinzu, der keinen geringen Einfluss auf die Handlung der Geschichte nimmt, der ebenfalls einen etwas ungewöhnlichen Charakter hat, der dem Leser aber auch sehr schnell ans Herz wächst.
Mit der Wendung der Geschichte wurde ich tatsächlich völlig überrascht. Es werden geschickt Andeutungen gemacht, die den Leser auf die falsche Fährte locken sollen, was bei mir wunderbar funktioniert hat. Völlig geschockt musste ich meinen Fehler erkennen.
Caleb und Maggie berühren den Leser tief im Herzen. Selten vorher und überhaupt nicht in letzter Zeit ist mir ein Buch so nahe gegangen wie dieses. Schon ewig habe ich nicht mehr so geweint, wie hier. Nicht am Ende, sondern gut 50 Seiten davor.
Das Ende wird viele vermutlich unbefriedigt zurücklassen, ist aber gleichzeitig ein Abschluss, den man so stehen lassen könnte, den ich so nach einer Nacht drüber schlafen wohl auch akzeptiere könnte. Zum Glück quält die Autorin ihre Leser aber nicht so und es gibt einen zweiten Teil, in dem die Geschichte von Maggie und Caleb zu ende erzählt wird. Er heißt passenderweise "Back to Paradise". Die Titel sind übrigens hervorragend gewählt, denn der Ort, in dem die beiden Protagonisten wohnen, heißt Paradise.

Zitat
"Nein, das nächste Mal, wenn ich dich küsse, wird es eine lange, lange Zeit dauern. Und wenn wir fertig sind, wird dir klar sein, dass jemanden verrückt zu machen nichts damit zu tun hat, wie viel Erfahrung man mitbringt." (Seite 232)

Fazit: Ein Buch, in dem es nicht um die klassische Badboy-Geschichte geht, sondern ein Jugendroman, das sich mit der großen Liebe, mit Freundschaft, mit Schuld und Unschuld, Strafe und Reue, aber auch mit Familie, Vergangenheitsbewältigung und Zukunftsängsten befasst. Selten hat mich ein Buch so tief berührt wie dieses und selten habe ich ein Buch innerhalb von einem Nachmittag verschlungen. Ein Must-Read!

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Leben ist auch keine Lösung
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(23)

46 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

liebe, tod, philosophie, leben, sinn des lebens

Leben ist auch keine Lösung

Lia Hills , Simone Wiemken
Flexibler Einband: 221 Seiten
Erschienen bei script5, 15.01.2010
ISBN 9783839001165
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Diese Geschichte setzt genau zu dem Zeitpunkt ein, zu dem Wills Mutter stirbt. Der Leser ist nicht dabei, denn er folgt ausschließlich Will, denn es wird immer aus seiner Perspektive erzählt. So wird eben auch aus seiner Sicht erzählt, dass er nichts gespürt hat, als seine Mutter plötzlich aus dem Leben gerissen wurde.
Natürlich steht nun die Frage offen: Wie soll ein Jugendlicher in diesem Moment weiterleben. Der Verlust schmerzt so sehr, dass Will ihn körperlich spürt. Aus dieser Grundkonstellation muss sich natürlich ein sehr nachdenkliches Buch ergeben, das den Leser ganz schnell in eine melancholische Stimmung versetzt, denn es gelingt nur allzu leicht mit dem Protagonisten mitzufühlen.
Der Schreibstil ist der Sprache des jungen Mannes angepasst. Jugendlich, nachdenklich und es schwingt etwas verzweifeltes darin mit, wenn dem Leser nur Gedankenfetzen und sehr kurze Absätze präsentiert werden. Es gibt viele weise Sätze in diesem Buch, die nicht nur aus Zitaten bestehen, sondern uns auch als Wills Gedanken und Wills Notizen präsentiert werden. Nicht nur, aber gerade auch Menschen, Jugendliche, die einen Verlust erlitten haben, werden sicher hier eine Möglichkeit erhalten neue Kraft und neuen Mut zu schöpfen, ohne das Gefühl zu haben, dass der Moralapostel mit erhobenen Zeigefinger hinter ihnen steht.
Denn Will schwankt zwischen zwei Extremen. Einerseits stellt er die existenziellen Fragen nach dem Sinn des Lebens, dem Sinn des Seins und sucht die Antworten auch bei den großen Philosophen. Aus diesem Grund gibt es auch von diesen diverse Zitate, die oft nicht auf Anhieb zu verstehen sind. Für sie muss man sich auf jeden Fall Zeit lassen. Andererseits macht Will viel Unsinn, um zu spüren, das er noch lebt. So spielt auch Sexualität und der Umgang mit Sexualität eine große Rolle, während über der gesamten Szenerie die Frage schwebt, wie er weiterleben soll.
Zusätzlich spielt auch die restliche Familie, also Wills Vater und sein Bruder eine Rolle. Beide gehen sie ganz anders mit dem Verlust um als der Protagonist und dies erschwert für ihn natürlich die Situation zusätzlich.
Dies ist nicht nur eine Geschichte über den Tod und über den Verlust, den jeder Todesfall in das Leben der Zurückgebliebenen reißt. Nein, es ist eben eine Geschichte auch über das Leben und über die Liebe. Auf wenigen Seiten werden viele Gefühle nicht nur angesprochen, sondern auch im Leser geweckt. So geht das Geschehen ans Herz und teilweise muss sich sicher der eine oder andere auch eine Träne wegwischen.
Natürlich kann es am Ende kein klassisches Happy End geben, denn Wills Mutter ist schließlich immer noch tot, aber es ist ein versöhnliches Ende eines sehr nachdenklichen Buches. Innerhalb weniger Stunden sind die 250 Seiten für den geübten Leser beendet. Danach konnte ich nicht sofort in eine neue Geschichte eintauchen, denn vorher wollte diese verarbeitet werden.

Fazit: Eine Geschichte über Tod und Verlust, aber auch über Leben und lieben. Der Protagonist schwankt zwischen Extremen und sucht zwischen Philosophen und der eigenen Sexualität nach dem Sinn des Lebens. Von dieser Geschichte wird der Leser sofort in den Bann geschlagen und kann mit diesem Jungen fühlen, der viel zu früh seine Mutter verliert. Definitiv lesenswert.

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Blitz
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(8)

22 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

fantasy, mehrteiliges werk, 2013, saga, wb

Blitz

Alexey Pehov , Christiane Pöhlmann
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.10.2012
ISBN 9783492702744
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Auch wenn es schon einige Monate her ist, dass man sich mit Ness und Lahen auf eine Reise begeben hat, findet man sich als Leser doch schnell wieder zurecht. "Blitz" setzt genau dort ein, wo "Wind" endet. Die Charaktere haben keinen Standortwechsel vollzogen und so hat man kurz Zeit sich zu orientieren.
Es sind die bekannten Perspektiven, die wieder eingenommen werden. Ness erzählt seine Geschichte aus der Ich-Position heraus, Thia und Luk verfolgt der Leser in der gewohnten Er-Perspektive. Diese Protagonisten, aber auch alle Charaktere, die um sie herum zu finden sind - Lahen, Shen, Ga-nor; um nur einige wenige zu nennen - werden im Vergleich zum ersten Band weiter vertieft. Man lernt sie besser kennen und sie erhalten in ihrem Charakter und ihrem Handeln viele neue Schattierungen. Wer bis hierhin davon ausging gut und böse könne man in der Geschichte gut auseinander halten, wird überrascht werden. Die Guten und Bösen werden kräftig durcheinander gewirbelt und in Frage gestellt.
Zu Band 1 stellt dieser Nachfolger klar eine Steigerung dar. Nicht nur, dass die Charaktere noch besser, noch intensiver dargestellt werden, auch die Handlung kommt etwas in Schwung. Bei "Wind" hatte ich durchgängig das Gefühl so etwas wie einen Prolog, einen langen ersten Einführungsband zu lesen. Hier passiert in "Blitz" nun mehr. Dabei ist nie erkennbar, wie das Gesamtbild aussehen soll. Man kennt halbwegs die Beweggründe der einzelnen Personen, aber kann nicht vorhersehen, was geschehen wird. Das birgt eine große Portion Spannung in sich, die durch die häufigen Perspektivwechsel und das seltene Aufeinandertreffen der Protagonisten noch erhöht wird. Mehr Handlung bedeutet wie üblich bei High-Fantasy auch mehr Kampf. Kampf mit den Schwertern, mit Pfeil und Bogen, aber auch mit Magie. Bei ersterem bleibt die Erzählung immer ausreichend realistisch, bei letzterem überzeugt das gut durchdachte Magiesystem, das schnell aus dem Schwarz/Weiß-Denken von "licht" und "dunkel" hinauswächst.
Der kleine Kritikpunkt, der wohl anzumerken ist, sind die Erzählungen vom Krieg insbesondere zu Beginn der Geschichte. Kein Leser wird sich merken können welche Armee gerade an welchem Ort steht und wer gerade von wem wo besiegt wurde. Das verwirrt eher und überfliegen die meisten sicherlich nur.
Tja und das Ende? Das Ende ist so gestaltet, dass das Warten auf den nächsten Band äußerst nervenaufreibend wird. Mit einem Cliffhanger, der viel Tod beinhaltet, werden wird der Leser sich selbst überlassen.

Fazit: "Blitz" konnte mich voll und ganz von sich überzeugen und stellt noch einmal eine deutliche Steigerung zum ersten Band "Wind" dar. Die Charaktere werden noch feiner ausgearbeitet und die Handlung kommt nun so richtig in Schwung. Am Ende steht ein unglaublicher Cliffhanger, der die Wartezeit auf Band 3 unerträglich erscheinen lässt.

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Ich lebe, lebe, lebe
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(22)

47 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 18 Rezensionen

unfall, leben, verlust, liebe, autounfall

Ich lebe, lebe, lebe

Alison McGhee , Birgitt Kollmann
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.10.2012
ISBN 9783423249348
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Alison McGhee war für mich bis dato ein unbeschriebenes Blatt, denn weder hatte ich etwas aus der Feder der Autorin gelesen, noch von ihr gehört. Titel und Klappentext dieses Buches haben mich aber dann sofort angesprochen und ich musste mir unbedingt den Inhalt näher anschauen. Dem Leser muss schon vor dem Aufschlagen der ersten Seite bewusst sein, dass er es hier mit einem unbequemen Buch zu tun hat. Dies ist nichts für einen lauen Herbstnachmittag in der Sonne, wenn man die Seele baumeln lassen will. Hier werden große Themen angegangen, die ans Herz gehen.
Der Tod steht im Mittelpunkt der Geschichte. Er ist noch nicht eingetreten, denn Rose Schwester Ivy lebt noch, wenn man es leben nennen kann, beatmet und künstlich ernährt zu werden. Zusammen hatten sie einen Unfall, aber Rose wurde nur leicht verletzt, jetzt weiß sie kaum, wie sie weiterleben soll, während ihre Schwester im Koma liegt. Tod, Angst, die Psyche, Geschwisterliebe, Familie und Liebe sind die großen Themen, die in diesem schmalen Buch aufgegriffen werden. Manch einer wird sich fragen, wie solche Fragen, solche schweren Begriffen und Themen auf gerade einmal gut 150 Seiten abgehandelt werden.
Ich muss sagen: Es gelingt. Und dabei ist die Geschichte an sich doch recht handlungsarm. Der Leser erhält Einblick in Rose Gefühlswelt, in ihre Gedanken, ihre Empfindungen nach dem Unfall gemeinsam mit ihrer Schwester. Sie versucht mühevoll den Alltag zu meistern und scheitern dabei fast auf ganzer Linie. Ihre Mutter hingegen versucht eigentlich gar nicht mehr überhaupt noch etwas zu meistern. Daran scheint auch die Familie zu zerbrechen.
So wie Rose immer wieder den Unfall vor Augen hat, wird der Unfall auch immer wieder für den Leser geschildert. Diese Absätze beginnen immer gleich: "Ivy und ich hatten einen Unfall..." (Seite 9) und variieren dann. So erfährt der Leser einerseits mehr über diesen Unfall, andererseits etwas darüber, welche Besonderheit des Unfalls Rose gerade besonders beschäftigt. In einer Situation, in der die meisten Menschen in Trauer, und in Sprachlosigkeit versinken, gelingt es hier der Autorin Worte für ein Mädchen zu finden, das Schreckliches erlebt hat und versucht damit ihr weiteres Leben zu leben. Dabei sind die Gedanken des Mädchens nicht immer klar, nicht immer linear. Es gibt Wiederholungen, es gibt Schleifen, Gedankensprünge - genau das ist zu erwarten. Das ist es, was dieses Buch besonders macht.
Von der ersten Seite an war ich eins mit Rose, konnte direkt an ihrer Seite, direkt ihre Gedanken, Gefühle, ihren Kummer und Schmerz nachvollziehen und auch ihre unlogischen Handlungen verstehen. Getreu nach dem Motto: Wie kann die Welt sich weiter drehen, als wäre nichts passiert, wenn für ein Mädchen wie Rose die Welt eigentlich doch zusammengebrochen ist?
Um dann Spannung zu erzeugen braucht es keine Action, nicht einmal viel echte Handlung. Die Gefühle und Gedanken dieses Mädchens und die Frage, ob und wie sie es schafft wieder ihr eigenes Leben zu leben, reichen aus, um einige Lesestunden zu haben, die ganz tief das Herz berühren und für die zarte Gemüter ganz sicher Taschentücher bereit legen sollten.

Fazit: Eine herzergreifende Geschichte über einen Unfall, Kummer, den Abschied, den Tod und die Kraft und den Mut zu finden weiter zu machen. Die Geschichte wird von den Gefühlen und Gedanken der Protagonisten und der Hoffnung des Lesers getragen, dass eben diese doch noch das Licht am Horizont sieht und für sich den richtigen Weg findet.
Keine einfache Geschichte, die man mal so zwischendurch liest, sondern ein 150 Seiten, die Kraft kosten und noch lange nachwirken und das auf ganz positive Weise.

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Dolch und Münze (01)
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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

leben, kabale, ehre, krieg, adel

Dolch und Münze (01)

Daniel Hanover , Simone Heller
Flexibler Einband: 650 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 01.07.2012
ISBN 9783442268658
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Meine Meinung:

Wer High-Fantasy des Öfteren mal liest, ist gerade zu Beginn der Geschichte ein langsames Erzähltempo gewöhnt. Die Charaktere müssen eingeführt werden, gerade weil es meistens mehr als nur einen Protagonisten gibt und der Leser Zeit braucht sie kennen zu lernen. Die Welt und ihre Bewohner muss erklärt werden, denn oftmals unterscheidet sie sich deutlich von der unseren. Doch die meisten Bücher nehmen spätestens nach dem ersten Drittel deutlich an Fahrt auf. Tun sie es nicht wird es schwierig. "Das Drachenschwert" macht es dem Leser auf jeden Fall nicht leicht. Das Erzähltempo bleibt im Roman konstant niedrig. Einerseits fördert dies ein Abtauchen tief hinein in die Geschichte, da man sich gut zurecht findet, andererseits besteht die Gefahr der Langeweile. Hier entsteht also ein zweischneidiges Schwert, bei dem jeder selbst entscheiden muss, ob es gut oder weniger gut ist. Für mich wäre etwas mehr Spannung und dafür vielleicht die eine oder andere Szene gekürzt besser gewesen, um mein Interesse hoch zuhalten.

Obwohl die Grundtendenz der Geschichte klar ist, gelingt es dem Autor Überraschungen und Wendungen einzubauen, die dabei nachvollziehbar bleiben. Der Autor legt geschickt falsche und richtige Fährten, sodass der Leser sich eher für die falschen entscheidet und somit erstaunt ist, wie die Charaktere handeln oder im Vorfeld gehandelt haben.

Die Charaktere sind sauber dargestellt und klar gezeichnet, dabei gelingt es dem Autor bei den Protagonisten auf stereotype Charakterbilder zu verzichten und haucht stattdessen erfolgreich seinen eigenen Figuren Leben ein. Man erfährt bei einigen nicht ausreichend über den Hintergrund und die Vergangenheit, dies wird aber eventuell in den Folgebänden ausgeglichen.

Dabei ist Daniel Hanovers Sprachstil gewandt und überzeugt auf ganzer Linie. In seinen Worten kann man sich verlieren und ganz in die Charaktere hineinfühlen.

"Chitrins einzig klare Erinnerung an ihre Eltern war die Eröffnung, dass sie tot waren. Vor diesem Tag waren sie nicht mehr als Irrwische, weniger noch als die Geister der eigentlichen Menschen. Ihr Vater war eine warme Umarmung im Regen und der Geruch nach Tabak. Ihre Mutter war der Geschmack von Honig auf Brot und die schmale, anmutige Hand einer Cinnae, die Cithrin übers Bein streichelte. Sie kannte weder ihre Gesichter noch den Klang ihrer Stimmen, aber sie erinnerte sich daran, wie es war, sie zu verlieren." (Seite 51)

Das Potenzial, das diese neue Welt und das sprachliche Können des Autors gemeinsam mit sich bringen, wurde in meinen Augen nicht vollständig ausgenutzt, denn es gelang der Geschichte über weite Teile hinweg leider nicht mich vollkommen in ihren Bann zu ziehen und zu fesseln. Trotz der genannten Vorzüge fehlt die Spannung, die man in High-Fantasy-Romanen unweigerlich erwartet und die hier immer nur kurz vorhanden ist.

Natürlich bleibt Band 1 einer Trilogie mit einem Cliffhanger zurück. Da der englische zweite Band aber im Mai dieses Jahr veröffentlicht wurde, wird die deutsche Übersetzung sicherlich nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen.

Fazit: Die Zusammenfassung muss wohl lauten: Hoffen auf Band 2. Der erste Teil macht Lust auf mehr, macht Lust auf Action und Tempo. Die Charaktere sind sympathisch, der Autor versteht viel von seinem Handwerk und trotzdem verliert er immer wieder das Interesse des Lesers, da das Erzähltempo oft zu gering ist. In dem Folgeband sind die Charaktere und die Welt bekannt, vielleicht kann da mit größeren Schritten vorangegangen werden, ohne dass die Faszination der Welt und der Sprache verloren gehen.

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Legend - Fallender Himmel
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752 Bibliotheken, 21 Leser, 9 Gruppen, 174 Rezensionen

dystopie, day, june, liebe, republik

Legend - Fallender Himmel

Marie Lu , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Loewe, 10.09.2012
ISBN 9783785573945
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

"Jeder Tag bedeutet vierunzwanzig neue Stunden. Jeder Tag bedeutet, dass alles möglich ist. Man lebt den Moment oder man stirbt darin, aber man lebt sein Leben einen Tag nach dem anderen." (Seite 363)

Kaum ein Buch wurde im Jahre 2012 so sehr schon vor der Veröffentlichung in Deutschland von einem Hype in die Höhe gehoben wie der Debütroman von Marie Lu. "Legend - Fallender Himmel" - Filmrechte verkauft vor Erscheinen des englischen Originals, ein deutscher Trailer, der mit jedem Filmtrailer mithalten könnte, Testexemplare für viele Blogger, Gewinnspielaktionen, eine Aufmachung, die sofort besticht.
Ist das nicht am Ende doch zu viel des Guten?
Nein, ist es nicht. Es schürt natürlich hohe Erwartungen und dann ist es kaum zu glauben, dass der Roman diesen Erwartungen am Ende tatsächlich gerecht werden kann.
Die Geschichte wird wechselweise von den beiden Protagonisten erzählt. Day ist der Rebell und June die Kämpferin auf Seiten der Regierung. Dass sich hier eine Liebesgeschichte anbahnen muss, versteht sich eigentlich von selbst. Es gefiel mir aber gut, dass die Autorin sich Zeit gelassen hat, bevor die beiden Jugendlichen das erste Mal aufeinander treffen. So wird dem Leser die Gelegenheit gegeben beide in Ruhe kennen zu lernen. Etwas getrübt wird dieser gute Eindruck dadurch, dass es dann doch wieder so etwas wie Liebe auf den ersten Blick ist, auch wenn Day und June es vielleicht erst einmal nicht wahr haben wollen.
Um die beiden Protagonisten gibt es natürlich noch einige Charaktere mehr, die teilweise wichtige Rollen spielen. Im Nachhinein hätte ich mir bei ihnen allen gewünscht sie besser kennen zu lernen, dass die Autorin jedem einzelnen von ihn näher vorstellt. Insbesondere aber bei Days Bruder John wäre dies unbedingt von Nöten gewesen. Jetzt ist es so, dass er ziemlich aus heiterem Himmel eine Entscheidung fällt, die so gravierend ausfällt, dass es kaum nachvollziehbar ist. An dieser Stelle kann nicht mehr verraten werden, aber ich hätte mir mehr Einblick in sein Inneres gewünscht.
Die Geschichte an sich ist an vielen Punkten vorhersehbar, sobald die Autorin Informationsschnipsel gestreut hat. Spannenderweise bedeutete das für mich kein Nachteil, was den Lesespaß betrifft und es gelingt Marie Lu auch trotzdem noch zu schocken. Im Mittelteil gibt es eine Szene, die förmlich das Blut in den Adern gefrieren lässt. Ich musste den Absatz zwei, dreimal lesen, bevor ich glauben konnte, dass dies eben geschehen ist.
Hier sind wir wieder an einer Frage, die bei den aktuellen Jugendbüchern, vor allem bei den Dystopien immer wieder gestellt werden muss: Wie viel Brutalität wollen und können wir jugendlichen Lesern zumuten? Auch wenn wir hier nicht das Ausmaß an Gewalt wie in "Die Tribute von Panem" erreichen, ist sie doch ständig präsent und durch die subtile Art, durch die das Regime in "Legend" seinen Willen durchsetzt, ist es fast noch schrecklicher. Man wird die Jugendlichen nicht abhalten können, solche Bücher zu lesen, aber 14 Jahre sollten sie wirklich sein, um die Geschichte angemessen verarbeiten zu können.
Dank eines Pageturnereffekts und nur gut 350 Seiten ist dies leider ein recht kurzer Lesespaß. Die Seiten scheinen nur so dahin zu schmelzen. Viel zu schnell muss man Day und June wieder verlassen. Als Trost bleibt, dass es sich um einen Trilogieauftakt handelt, mit einem zu erwartendem Cliffhanger, der aber auszuhalten ist und die Vorfreude auf die Folgebände lediglich steigert, aber nicht zur Qual werden lässt.

Fazit: Eine eindringlich und atmosphärisch dicht erzählte Dystopie, die mich schnell in ihren Bann ziehen konnte. Es gelingt der Autorin Marie Lu tatsächlich dem Hype, der schon vor Erscheinen um dieses Buch entstanden ist, gerecht zu werden. Sie hat eine Geschichte entworfen, die eine gute Balance zwischen Liebe und Action darstellt, sodass jeder auf seine Kosten kommt.
Day und June versüßen die Lesestunden, die man mit Legend verbringt, sodass man sich wünscht länger bei ihnen verweilen zu dürfen. Es ist viel zu schnell vorbei.

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Als die Welt zum Stillstand kam
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92 Bibliotheken, 0 Leser, 7 Gruppen, 25 Rezensionen

beamen, dystopie, zukunft, freundschaft, celie

Als die Welt zum Stillstand kam

Gabi Neumayer , Johannes Wiebel
Fester Einband
Erschienen bei Beltz, J, 01.08.2012
ISBN 9783407811202
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Erwartet hatte ich beinahe, dass wir mitten drin starten, dass das Netz schon zusammengebrochen ist, dass Chaos herrscht und man sich gemeinsam mit den Charakteren in diesem Chaos zu Recht finden muss. Aber so ist es nicht. Die ersten paar Kapitel bleibt alles ruhig. die drei Protagonisten Celie, Alex und Bernie werden eingeführt, es gibt durch Rückblicke mit Hilfe von Tagebucheinträgen mehr Hintergrundinformation. Die Spannung ist trotzdem von Beginn an hoch. Das ist der Idee des Beamens zu verdanken. Man wünscht es sich ja so oft, dass es ganz einfach möglich wäre und hier ist es nun Alltag. Im Jahr 2036.
Schon in den wenigen Kapiteln, in denen man die Protagonisten kennen lernt, erkennt man auch ihre Stärken, ihre Schwächen und ihre wichtigen Charakterzüge. Sie drei sind alle sympathisch und alle grundverschieden, dabei kann man sich schnell in jeden von ihnen hinein fühlen. Die Tagebucheinträge sind ein schönes Mittel, um die Zeit zwischen Jetzt und der Zukunft zu überbrücken, zu verstehen wie die Welt geworden ist, wie sie 2036 ist. Die Erzählerperspektive wechselt regelmäßig zwischen den drei Protagonisten und um einen Einblick ins gesamte Weltgeschehen zu geben, werden auch in bedeutenden Situationen komplett fremde Charaktere gezeigt. Diese muss man nicht genau kennen, um zu verstehen, was uns die Autorin zeigen will. Zum Beispiel das Chaos, das in dem Moment entsteht, wenn plötzlich das Netz zum Beamen ausfällt.
Damit wird ein realistisches Szenario der Zukunft aufgebaut. Gabi Neumayer gelingt es ohne Schwierigkeiten etwas zu erschaffen, dass man sich wirklich vorstellen kann, dass der Leser als mögliche Zukunft annehmen kann. Unterstützt wird dies durch die vielen wissenschaftlichen Aspekte, die angesprochen werden. Das ist ein zweischneidiges Schwert, denn die einen werden die wissenschaftliche Seite faszinierend finden, wissen wollen wie das Beamen und die Roboter funktionieren, für andere ist es eher anstrengend und mühsam sich da durch zu kämpfen. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Aber beide Parteien kommen auf ihre Kosten, denn die Haupthandlung kommt nicht zu kurz. Es werden viele verschiedene Fragen und Probleme aufgeworfen. Die Charaktere gehen unterschiedlichen Problemen nach, bevor sie erstmals aufeinander treffen und so bricht der Spannungsbogen niemals ein.
All diese Punkte führen dazu, dass das Buch trotz einer eingängigen Sprache konzentriert gelesen werden muss, um die Zusammenhänge zu verstehen und immer mittendrin zu sein. Andernfalls kann es passieren, dass die Geschichte mehr an dem Leser vorbeifließt, ohne dass er davon berührt wird. Hier ist die Altersempfehlung ab 12 vielleicht etwas zu früh angesetzt.
Besonders bemerkenswert, aber gleichzeitig nur ein Detail, ist dass die Autorin vermittelt, wieviel sie von Sprache versteht. Das Buch spielt in der Zukunft und Gabi Neumayer legt ihnen Worte in den Mund, die heute definitiv nicht zur Alltagssprache gehören. So wird in Fremdsprachen (Spanisch und Hindi) geflucht, das ist ganz normal, so wie wir heute einige englische Kraftausdrücke benutzen. Und statt "mega-", wie in "megacool", heißt es jetzt "tera-", also "teracool". So funktioniert Sprache. "Mega" ist irgendwann langweilig und aufgebraucht, dann suchen sich die Sprecher neue Ausdrücke, ganz intuitiv ohne sich darüber Gedanken zu machen. Das wird hier im Buch nicht erklärt und wer es nicht weiß, kann sich eventuell an diesen ungewohneten Ausdrücken stören. Wer es aber weiß, kann es anerkennen und den Flair des Zukünftigen auf sich wirken lassen.

Fazit: Eine Geschichte mit einem spannenden Zukunftsszenario, das den Leser schon auf den ersten Seiten zu faszinieren weiß. Viele Fäden werden am Ende zu einem realistischen und durchaus befriedigenden Ende zusammengeführt, bei dem aber sicher nicht alles voller Friede und Freude ist. Obwohl Gefahren durch neue Erkenntnisse der Wissenschaft sowie Fehler der Menschheit angesprochen werden, verzichtet die Autorin auf den erhobenen Zeigefinger und regt trotzdem zum Nachdenken an.

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Wir beide, irgendwann
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(409)

705 Bibliotheken, 8 Leser, 4 Gruppen, 193 Rezensionen

facebook, zukunft, liebe, freundschaft, josh

Wir beide, irgendwann

Jay Asher , Carolyn Mackler , Knut Krüger
Fester Einband: 395 Seiten
Erschienen bei cbt, 01.08.2012
ISBN 9783570161517
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung:
Diese Geschichte spielt sich 1996 ab. Für mich wirkt das eigentlich noch gar nicht so lange her. Ja, ich war da auch noch ein (kleines) Mädchen, kann mich aber gut an diese Zeit erinnern. Das Zielpublikum (12-15 Jahre), war zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht geboren und kann sich auch nicht aus eigener Erfahrung daran erinnern, dass es Zeiten ohne Internet und vor allem auch ohne Handys gab. Am besten funktioniert diese Geschichte jedoch, wenn man sich gerade daran erinnert. Mit einem Schmunzeln im Gesicht oder einem wissenden Nicken und dem guten Gefühl, dass man es trotzdem geschafft hat sich zu verabreden, auch ohne Handy, ohne Facebook.
Aber Facebook spielt eine wichtige Rolle. Obwohl es noch nicht erfunden wurde, können sich unsere beiden Protagonisten einwählen und einen Blick in ihre Zukunft erhaschen. In die Zeit genau 15 Jahre später. Sie sehen, was sie selbst in ihren Profilen schreiben: Was sie arbeiten, wen sie lieben, wen sie geheiratet haben, wie sie sich fühlen, was es zum Essen gibt. Und sie merken ganz schnell, dass kleinste Veränderungen der Gegenwart Einfluss auf die Zukunft haben.
Das wird dem Leser dann wechselnd aus Emmas und Joshs Perspektive erzählt. Die beide kennen sich schon ewig und man selbst hat beim Lesen bald das Gefühl mindestens schon genauso lange dabei zu sein. Die Charaktere sind sauber herausgearbeitet und sympathisch. So kann der Leser sich schnell in sie hineinversetzen und mit beiden mitfühlen.
Die Sprache ist dem Jugendbuch angepasst und damit relativ einfach. So wird die Geschichte zu einem Page-Turner, der sich in kürzester Zeit lesen lässt. Den Autoren ist es gut gelungen die Sprache der Jugendlichen den 90er Jahren anzupassen und nicht die heute modernen Begrifflichkeiten der Alltagssprache zu verwenden. Das ist ein kleines Detail, das aber großen Einfluss auf den gesamten Flair des Buches hat.
Rasch schreitet man voran in dieser Liebesgeschichte und bald ist auch klar, wie es enden muss. Die Charaktere um Emma und Josh sind oft eher stereotyp und die Handlung, die sich weniger mit Facebook und damit mit der Zukunft beschäftigt, ist auch typisch. Schnell erkennt der Leser, wie das Ende sein wird. Das nimmt etwas die Spannung, aber bei einer Liebesgeschichte kann man trotzdem noch einige schöne Lesestunden mit den beiden Protagonisten erleben.
Die leise und nie direkt ausgesprochene Kritik am Umgang der Nutzer mit Facebook dringt vielleicht sogar auch zu dem einen oder anderen Leser durch und regt zum Nachdenken an. Muss wirklich die ganze Welt wissen, was ich esse?

Fazit: Eine kurzweilige Liebesgeschichte, die mit sauber herausgearbeiteten Charakteren überzeugen kann und mit einer faszinierenden Idee besticht. Wie gerne würde doch jeder von uns einmal in die Zukunft schauen und sie sogar direkt beeinflussen können. Kleiner Wermutstropfen ist nur die Vorhersehbarkeit der Handlung.

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Schattenspieler
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(70)

155 Bibliotheken, 4 Leser, 3 Gruppen, 51 Rezensionen

berlin, krieg, freundschaft, zweiter weltkrieg, schatz

Schattenspieler

Michael Römling , Maximilian Meinzold
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, F, 29.06.2012
ISBN 9783815753071
Genre: Kinder-/Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung:
Der zweite Weltkrieg ist oft ein abschreckendes Szenario. Das liegt einerseits natürlich am Krieg selbst, der immer mit Gewalt und Leid einhergeht. Der zweite Weltkrieg betrifft jeden Deutschen dann noch im Besonderen. Geht den Deutschen oft besonders nahe. Macht betroffen. Und dann wird man in der Schule damit auch noch immer wieder über Jahre hinweg konfrontiert, ohne dass man sich wehren kann. Das kann das Interesse sicherlich unter Umständen vergrößern, aber sicherlich auch abschreckend wirken. Will man dann noch privat Bücher aus dieser Zeit lesen?
Selbst wenn man dies eher mit einem Schulterzucken oder zweifelnd beantwortet, darf man sich an den "Schattenspieler" wagen. Ein Jugendbuch, das während der letzten Kriegstage spielt, aber dabei nicht den Krieg und das Leid in den Mittelpunkt rückt. Das heißt nicht, dass hier verschwiegen oder gar beschönigt wird. Nein, was passiert ist in dieser Zeit wird auch genauso formuliert, aber es stellt eben nicht den Grund der Handlung dar. Dies ist vielmehr ein Krimi. Man begibt sich mit den jugendlichen Charakteren auf eine Schatzsuche.
Ein Manko der Geschichte ist, dass man doch das Gefühl hat, dass die Begegnung der Charaktere, die erst einmal getrennt voneinander eingeführt werden, sehr zufällig herbeigeführt wird. Zufällig geht der eine dort hin, zufällig kommt der andere dazu und der nächste ist dann zufälligerweise auch auf dem Weg dorthin. Natürlich müssen sie aufeinandertreffen, damit die Geschichte funktionieren kann, aber eine etwas weniger willkürliche Motivation hätte mir doch besser gefallen. Die Handlung selbst ist aber spannend. Die Schätze, die weggeschafft werden, das skrupellose Vorgehen der Beteiligten.
Hier sollte daraufhin gewiesen werden, dass die Altersempfehlung eingehalten werden sollte. Wir haben es mit einem Jugendbuch zu tun, ja. Aber unter 14 Jahre alt sollte dieser Jugendliche nicht sein, denn er wird des Öfteren mit Gewalt konfrontiert. Die Gewalt des Krieges, aber auch Gewalt im direkten Zusammenhang mit dem Schatzraub.
Die Sprache wiederrum ist dem Zielpublikum auf jeden Fall angepasst und so lässt sich das Buch für den geübten Leser innerhalb kürzester Zeit lesen.

Fazit: Eine lesenswerte Geschichte mit einem Setting, das gerade für den jugendlichen Leser nicht ganz gewohnt und damit auch noch nicht ausgetreten ist. Der Krieg wird hier angemessen thematisiert, ohne dass es zu aufdringlich erscheint. Damit ergibt sich eine spannende Geschichte, die einige Stunden Lesespaß mit sich bringt.

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Verborgen
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(96)

182 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 70 Rezensionen

tryll, amanda hocking, trolle, liebe, fantasy

Verborgen

Amanda Hocking , Violeta Topalova
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbt, 01.08.2012
ISBN 9783570161449
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung:
Die Aufmachung dieses Buches, dieser kompletten Trilogie, sticht sofort ins Auge. Das rote Cover ist ein Blickfang und begeistert. Man ist als Betrachter geneigt sofort alle Bedenken bezüglich des Inhalts über Bord zu werfen und diesem genialen Cover auch eine gute Geschichte zu attestieren. Nur die Erfahrung macht den Leser vorsichtig und so kam bei mir recht bald die Ernüchterung.
Der Anfang ist noch sehr gut gelungen und spannend. Der erste Satz, der ja so wichtig ist, um den Leser zu fesseln, ist herausragend. Umso enttäuschter war ich, als die Geschichte danach sehr schnell abbaute, an Gehalt verlor.
Im Moment ist es zwar üblich die verschiedensten Kreaturen und Gestalten in ein urbanes Fantasy-Setting unterzubringen und die Tyrell scheinen hier etwas Neues mit sich zu bringen. Sie sind Trolle, was im ersten Moment zwischen all den Vampiren, Werwölfen und Gestaltwandlern hervorsticht. Leider sind sie Trolle, die fast gänzlich Menschen gleichen und lediglich noch ein paar magische Fähigkeiten oben drauf erhalten haben. Dass sie ungern Schuhe tragen und sich ihre Haare nur schwer bändigen lassen, reißt es nicht raus. Aus Trollen mit eigenem Gesellschaftssystem hätte man einfach mehr machen können, vor allem spannenderes.
Der Handlungsverlauf ist bald vorhersehbar. Der Verlag ist zwar ein Jugendbuchverlag und sicherlich ist die Leseerfahrung hier noch nicht die höchste. Trotzdem werden auch die Teenager, die die angestrebte Zielgruppe sind, schnell erkennen, wohin diese Geschichte führen wird. Wer sich in wen verliebt, wer in welchem Verhältnis zueinander steht. Dadurch kommt dann doch Langeweile auf, die beinahe soweit geht, dass ich das Buch hin und wieder gerne zur Seite gelegt hätte.
Zu allem Elend blieben mir die Charaktere dann noch fern. Wendy, Wendys Mutter, ihr Bruder, aber auch alle anderen, die so trifft, scheinen lediglich stereotypische Rollen übernommen zu haben. Dadurch sind sie leicht Kategorien zuzuordnen. Wendys Mutter nervt einfach nur noch. Sie gibt sich äußerst gefühlskalt ihrer Tochter gegenüber, aber es ist deutlich, dass sie gar nicht so empfinden. Das lässt mit den Augen rollen und den Kopf schütteln.
Die Geschichte lässt sich schnell lesen. Der Schreibstil ist einfach, dem Publikum angepasst und erfahrene Leser brauchen für die dreihundert Seiten sicherlich nur wenige Stunden. Ein gutes Argument, um sich vielleicht selbst einmal eine Meinung zu bilden, denn es gibt sie: Die begeisterten Leser. Ich gehöre trotz hoher Erwartungen im Vorfeld leider nicht dazu.
Fazit: Leider gelingt es Amanda Hocking nicht mich mit ihrer Geschichte um die Tyrell zu überzeugen. Zu viel Altbekanntes taucht hier auf. Die "Trolle" wirken zu menschlich und gewöhnlich. Die Charaktere bleiben stereotypisch und hölzern, Gefühle erreichen den Leser beinahe überhaupt nicht und die Handlung kennt man aus diversen anderen Geschichten. Alles scheint irgendwie vorhersehbar. Schade, ich hatte mehr erwartet und mehr erhofft.

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Feuer im Blut
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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Feuer im Blut

Boris Koch , Max Bartholl
Flexibler Einband: 223 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 01.10.2007
ISBN 9783407740533
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung:
Die Geschichte beginnt mittendrin, wie der Klappentext. Die drei Jungs sind in der Schule und hängen ihre verbotene Schülerzeitung auf. Und so geht es auch immer weiter. Der Leser ist immer mittendrin, steht nie abseits. Wird tief hineingezogen in das Leben dreier Freunde, die viel verbindet und gleichzeitig unterschiedlicher nicht sein könnten. Ganz menschlich also.
Gewöhnungsbedürftig ist zu Beginn ganz sicher die Sprache. Die Perspektive wechselt immer zwischen Mark, seinem kleinen Bruder Sandro und deren Kumpel Bender. Sie alle drei gehen auf die gleich Schule und Boris Koch trifft mit unglaublicher Präzision den jugendlichen Jargon, der im Moment aktuell ist. Als Erwachsener, der sich beinahe immer um eine Sprache bemüht, die wenig Soziolekte (das heißt gruppenspezifische Einfärbungen) aufweist, mutet dies erst einmal sehr ungewohnt an. Doch wenn man sich gleichzeitig auch etwas mit der Jugend beschäftigt, weiß man: Ja, sie sprechen tatsächlich so. Außerdem gelingt es dem Autor diese Sprache nicht gekünstelt, übertrieben darzustellen, wie es sonst oft in Jugendbüchern geschieht.
Die angesprochenen Themen in diesem kurzem Roman sind so vielfältig wie das Leben selbst. Natürlich geht es im Kern darum, dass es in der Schule gebrannt hat und unsere drei Protagonisten in der gleichen Nacht dort waren, aber viele weitere Themen werden mehr oder weniger ausführlich angerissen. Dazu gehören Schule, Freundschaft, Familie - also Eltern und Geschwister, der Sport - hier insbesondere Fußball und Skaten, Musik, Zusammenhalt, Rassismus und ja, auch Mädchen spielen eine Rolle. Zumindest für Bender. Das Interesse der Brüder ist hier noch nicht sonderlich ausgeprägt. Alles in allem präsentiert sich der Krimi als ein echtes "Jungsbuch", endlich einmal. Für Mädchen oder junge Frauen gibt es haufenweise Bücher auf dem Markt, wenn ich an dieser Stelle auf die ganze "Romantasy"-Sparte hinweisen darf. Aber für heranwachsende Kerle? Obwohl hier Gefühle vermittelt werden, endet es nicht in Gefühlsduselei und es stehen Themen im Mittelpunkt, die oft eher Jungs betreffen. Gerade Fußballfans sei das Buch auch nahgelegt, denn dieser Teil spielt eine einnehmende Rolle.
Trotzdem wird der Leser jetzt nicht mit irgendwelchen Details über diesen Sport gelangweilt. Dafür wäre gar kein Platz und das Tempo der Geschichte ist zu hoch. Die Szenen springen und der man fühlt sich selbst zurückversetzt in das Jugendalter, in dem das Leben sehr kompliziert scheint und förmlich an einem vorbeirast.
Am Ende gelingt dem Autor eine sinnvolle Auflösung, die zwar zu erahnen war, aber nicht direkt vorhersehbar. Es ist etwas fragwürdig, ob Jugendlichen in dem Alter und mit den Verbindungen tatsächlich gelingen würde, was hier in den letzten zwei Kapiteln abgehandelt wird, aber auf dieses Gedankenspiel habe ich mich gerne eingelassen. Sehr realistisch ist hingehen die Beschreibung der Aufdeckung der Motive des Brandstifters und die Konsequenzen, die sich daraus ergeben oder eben nicht ergeben.

Fazit: Ein Buch, das beste Unterhaltung bietet - für Viel- und Schnellleser aber aufgrund der wenigen Seiten nur ein kurzes Vergnügen. Viele Themen werden angesprochen, die Jugendliche direkt betreffen und ich freue mich endlich mal ein Buch auch und insbesonders für Jungs im Alter ab 12 empfehlen zu können. Denn es soll ja auch Jungs geben, die gerne lesen oder dies noch herausfinden könnten.

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Die Götter von Amyrantha
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(51)

100 Bibliotheken, 0 Leser, 6 Gruppen, 8 Rezensionen

fantasy, amyrantha, arkady, gezeitenstern-saga, cayal

Die Götter von Amyrantha

Jennifer Fallon
Flexibler Einband: 574 Seiten
Erschienen bei Egmont vgs, 15.09.2008
ISBN 9783802581793
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Meine Meinung:
Auf ein Wiedersehen mit Arkady und Cayal habe ich mich mehr als nur gefreut. Band 1 endet mit einem Cliffhanger, der den Leser zwar nicht völlig frustriert zurücklässt, aber eben doch neugierig macht auf einen zweiten Band. Diese Fortsetzung beginnt dann aber leider nicht mehr so stark wie der Auftakt. Es werden weitere Charaktere eingeführt, wobei es dem Leser trotzdem gut gelingt den Überblick zu behalten. Leider treffen die beiden Protagonisten erst sehr spät im Handlungsverlauf wieder aufeinander. Und gerade ihr Verhältnis ist es ja, das in Band 1 zu faszinieren weiß.
So zieht sich der Anfang. Weitere Unsterbliche werden in den Königshäusern und an strategisch wichtigen Punkten entdeckt. Es gibt immer wieder kleinere "Aha"-Erlebnisse, wenn Zusammenhänge aufgedeckt werden, die immer zum Greifen nahe waren, aber sich noch nicht in Worte fassen ließen. So fügt sich scheinbar alles zusammen und manchmal hatte ich beinahe das Gefühl, ich würde mich schon einem Ende der Gesamtgeschichte nähern, was ja bei einem dritten und vierten Band, die noch folgen, nicht möglich ist.
Und dann wird es schleichend und nach und nach besser. Die Spannung steigt in gleichem Maße, wie die Flut steigt und diese kommt auch erst langsam und dann - nach langer Ebbe - immer schneller. Tatsächlich endet der Band 2 durch einen Epilog mit einem Cliffhanger, der deutlich mehr Gemeinheiten enthält, als der aus dem ersten Band. Glücklich ist derjenige, der die Fortsetzung schon griffbereit hat.
Wie schon erwähnt, ist es überhaupt kein Problem trotz einer hohen Charakterdichte den Überblick zu behalten. Das ist eine große Leistung der Autorin, denn es gelingt ihr jedem von ihnen ein eigenes Gesicht zu geben und das ist bei der Vielzahl wirklich schon beachtenswert. Wir haben keine stereotypischen Charaktere unter ihnen. Jeder hat seine eigene Meinung, keine schwarz/weiß-Malerei, jeder hat Ecken und Macken. Die Unsterblichen haben ein paar mehr Macken, die Menschen vielleicht ein paar weniger. Aber das macht es ja so spannend. Die mit der Macht sind auch die verrückten.
Der Humor, den wir schon von Arkady kennen, legt sich etwas, da sie nicht mehr die richtigen Anspielpartner hat in der Umgebung, in der sie sich nun befindet. Diese schwarze Vertreter seiner Art flackert aber immer wieder auf, wenn dann Cayal wieder zu ihr stößt.
Die Hörbuch-Version auf Audible.de wird wieder von Oliver Siebeck vorgelesen. Wie gewohnt hervorragend und sehr angenehm. Ich lausche ihm nun schon in der zweiten Hörbuchreihe sehr gerne und genieße es mich von seiner Stimme in eine fremde Welt entführen zu lassen.

Fazit: Eine Fortsetzung, durch die man sich erst einmal kämpfen muss, was man aber gerne auf sich nimmt, denn die Charaktere hat man lieb gewonnen oder möchte sie am liebsten erschlagen. Ob letztere bekommen, was sie verdienen, wird man nur erfahren, wenn man weiterliest oder weiterhört und so muss man einige Längen überbrücken, bevor man das Buch kaum noch zur Seite legen kann.
Erneut bestechen die Charaktere, die trotz einer hohen Zahl jeder für sich fein und detailliert gezeichnet sind.
Trotz einiger Schwächen hatte ich großen Lesespaß und freue mich auf die nächsten Stunden in Amyrantha.

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