AusZeit-Mag

AusZeit-Mags Bibliothek

367 Bücher, 350 Rezensionen

Zu AusZeit-Mags Profil
Filtern nach
12 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



Nur ein kleiner Sommerflirt
LOVELYBOOKS-Statistik

(34)

107 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

sommerflirt, israel, cbt verlag

Nur ein kleiner Sommerflirt

Simone Elkeles , Eva Müller-Hierteis
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei cbt, 09.04.2013
ISBN 9783570308615
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

~Inhalt~

Die sechzehnjährige Amy ist stinksauer! Statt in den Sommerferien mit ihren Freunden abzuhängen, muss sie diese Zeit mit ihrem Vater verbringen. In Amys Augen hat er diese Bezeichnung eigentlich auch gar nicht verdient; da tönt doch „biologischer Erzeuger“ eindeutig besser, denn bisher glänzte „Dad“ meistens durch Abwesenheit. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, verschleppt er Amy auch noch in sein Heimatland Israel, wo sie die Familie ihres Vaters kennenlernen soll. Aber was bitteschön soll sie mitten in einem Kriegsgebiet, wo einem wahrscheinlich auch noch ständig Kanonenkugeln um die Ohren fliegen und Bombenattentäter um die Ecke lauern?

Doch Amy wird sehr bald eines Besseren belehrt, und muss feststellen, dass Israel sehr viel mehr zu bieten hat, als ein junges amerikanisches Mädchen auf der Rechnung hat, insbesondere das andere Geschlecht in Gestalt eines gewissen Avi …

~Einschätzung~

Die Fuentes Brüder abgehackt und Caleb und Maggie haben auch die Kurve gekriegt. Nach diesen beiden tollen Serien war ja Simone Elkeles’ nächste Reihe wohl für die meisten von uns absolutes Pflichtprogramm und die Erwartungshaltung nahezu gigantisch hoch. Was man hier aber noch bedenken sollte, ist, dass diese „How To Ruin“ Trilogie im Original VOR der Fuentes und Leaving Paradise Serie erschienen ist, und für meinen Geschmack man das auch recht deutlich an der Schreibe von Elkeles erkennen kann.

Wir erleben den Schmöker im Gegensatz zu den beiden anderen Reihen nur aus Amys’ Perspektive und nicht wie gewohnt im Wechsel aus Sicht der beiden Hauptprotagonisten, und genau dies ist vielleicht das ganz Entscheidende, denn dadurch fehlt uns Leserinnen natürlich so ein bisschen der Zugang zu Avis’ Gefühlswelt, der eh auch erst etwa ab Mitte des Buches so richtig aktiv ins Geschehen eingreift.

Die gute Amy zeigt sich hier gleich von Beginn an schon recht präsent und stellt sich uns schon auch als etwas spezieller Charakter vor. Dabei macht sie es einem nicht so unbedingt leicht, sie zu mögen oder ihr ganz viel Verständnis für manche ihrer Handlungen aufzubringen. Da ist der Nervfaktor in der ein oder anderen Szene doch am Anschlag :-}

Die Autorin stellt hier auch nicht unbedingt die Love Story zwischen Amy und Avi in den Vordergrund, sondern beschäftigt sich ausgiebig mit dem Verhältnis Amys’ zu ihren neuen und bis dato unbekannten Familienmitgliedern: ob die Beziehung zu ihrer erkrankten Großmutter, dem zänkischen Umgang mit ihrer etwa gleichaltrigen Cousine und last but not least der schwierigen Beziehung zu ihrem Vater. Und in all diesen Situationen macht Amy nicht immer die beste Figur, denn verbal Austeilen kann das Mädel ziemlich gut und macht es dabei ihren neuen israelischen Verwandten und Freunden nicht immer so ganz einfach.

Amy und Avi zeigen sich hier als Paar zu Beginn mit einigen Startschwierigkeiten, und von Avi als Solist erfährt man auch für meinen Geschmack zunächst doch etwas zu wenig, was Elkeles im letzten Drittel des Schmökers aber wieder rausholt. Da hätte ich persönlich das Schnuckel gerne schon früher etwas näher vorgestellt bekommen, denn der Kerl hat schon so einiges in Petto und macht insgesamt einen sympathischeren und vor allem vernünftigeren Eindruck als sein weibliches Pendant. Überhaupt ist das auch mein großer Kritikpunkt: die fehlende Tiefe und Intensität bei unseren beiden Hauptprotagonisten im Umgang miteinander. Da hab’ ich so ein bisschen diese prickelnde Spannung beim Turteln und Anbaggern vermisst, was ich jetzt gar nicht daran festmache, dass es vom Start an nicht so rund bei den beiden läuft, aber auch beim „Rummachen“ fehlt mir so der überspringende Funke.

Sehr feinfühlig und natürlich beschreibt die Autorin hier den Krisenherd Nahen Osten, wo uns speziell Avi aus der Sicht der Einheimischen sein Heimatland Israel etwas näher bringt. Da scheut sich Elkeles beispielsweise auch nicht, die doch etwas mehr als angespannte Situation zwischen Israelis und Palästinensern kurz zum Thema zu machen oder den Verlust eines geliebten Menschen durch eine Gewalttat in diesem krisengeschüttelten Gebiet zu streifen – dies zwar alles nur flüchtig, aber wunderbar passend ins Geschehen eingeflochten.

~Fazit~

Ein guter, aber nicht überragender Auftakt der „How to Ruin“ Trilogie rund um Amy und Avi, die hier noch nicht ganz zur Hochform auflaufen und noch ein bisschen Luft nach oben haben. Von mir gibt’s verdiente 4 von 5 Punkten mit der optimistischen Aussicht auf den Juni 2013, wo die nächste Bewährungsprobe auf die beiden wartet. (AK)

  (14)
Tags:  

  

 

Nicht ohne Risiko
LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

drogenhandel, suzanne brockmann, bombe, jim, new york

Nicht ohne Risiko

Suzanne Brockmann
Flexibler Einband
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 01.02.2013
ISBN 9783862785018
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

~Inhalt~
-
Die High-School Lehrerin Emily Marshall gerät eines Tages in eine heikle Situation, als sie eher zufällig ein Gespräch zwischen ihrem Freund Alex Delmore und der Unterweltgröße Vincent Marino mitanhört, was den in der Öffentlichkeit so angesehenen Alex mit Drogenhandel in Verbindung bringt. Da die örtlichen Polizeibehörden keinerlei Beweise haben, soll Emily mit Hilfe des Undercover-Cops Jim Keegan Delamores’ illegalen Machenschaften aufdecken. Problem nur: Besagter Polizist ist niemand geringerer als Emilys erste große Liebe, der sie vor vielen Jahren eiskalt abserviert hat …
-
~Einschätzung~
-
Ich muss ja zugeben, dass ich seit den „Heartbreakers“ und den „Troubleshooters“ ein Riesenfan von Suzanne Brockmann bin. Wie toll sie uns Leserinnen da mit Military Romances unterhält, hat mich beinahe schon zu einem ihrer Groupies werden lassen – da lasse ich auch ihre anderen Romane im Genre des leichten Romantic Suspense nicht unbemerkt an mir vorbei ziehen.
-
Mit „Nicht ohne Risiko“ bekommen wir mal wieder mit dem ursprünglichen Original vom Jahrgang 1995 ein etwas älteres „Schmuckstück“ der Autorin vom Mira Verlag präsentiert, was wir ja schon so ähnlich bei den beiden letzten deutschen Veröffentlichungen „Im Netz der schwarzen Witwe“ oder auch „Gefährliche Enthüllung“ erlebt haben. Auch hier sollte man sich als Leserin wieder darauf gefasst machen, dass dieser Schmöker wenig bis gar nichts mit dem Genre Military Romance zu tun hat, sondern man sich hier eher auf etwas Crime, gepaart mit einer guten Portion Love einlässt.
-
Mit den beiden Hauptprotagonisten Emily und Jim hat Suzanne Brockmann ein wirklich charmantes Liebespaar an den Start geschickt, bei dem vor allem unsere weibliche Romanfigur irgendwie niedlich und proper anmutet. Mir persönlich haben ihre Auftritte durch die Bank weg richtig gut gefallen. Einerseits hat ihr Brockmann so eine smarte Naivität an die Hand gegeben – diese Naivität kombiniert mit rechtschaffenem Scharfsinn ergibt eine echt sympathische Mischung, und man muss sie als Leserin einfach mögen.
-
Unsere männliche Hauptfigur zeigt sich da nicht ganz so pflegeleicht und macht schon mehr Mucken als sein weibliches Pendant. Der gute Jim muss sich hier in der Beziehung zu Emily erst noch sortieren und zeigt sich im Laufe des Geschehens doch in der ein oder anderen Szene etwas wankelmütig und unstet. Natürlich gibt’s auch hier triftige Ursachen und wie könnte es anders sein, sind eben diese Gründe in der doch unglücklichen Vergangenheit des Kerls zu finden. Trotzdem agiert er hier für meinen Geschmack ein bisschen zu sehr nach dem Motto „mal hü, mal hott“. Ansonsten sind die beiden als Paar wirklich geschmeidig unterwegs und unterhalten uns auch mit der Aufarbeitung ihrer kurzen gemeinsamen Vergangenheit.
-
Wie schon eingangs erwähnt, haben wir es hier mit eher leichter Lesekost zu tun, die jetzt nicht unbedingt mit wahnsinnig viel Spannungsmomenten aufwartet oder bei der man als Leserin mit Gänsehaut nägelkauend dasitzt. Hier liegt der Fokus doch eindeutig auf der Love Story zwischen unserem Heldenpaar, die Brockmann aber dafür wirklich wunderbar aufs Papier gezaubert hat. Sicherlich merkt man dem Liebesgeplänkel in der ein oder anderen Szene so ein bisschen sein betagtes Alter von knapp 18 Jahren an, aber dieses antiquierte Zärteln hat durchaus auch das gewisse Etwas, was ich eigentlich an älteren „Schinken“ schon schätze. Sandra Brown ist da für mich auch so ein Paradebeispiel, denn einige ihrer früheren Schmöker haben auch zur heutigen Zeit noch nicht wirklich Staub angesetzt und sind derzeit noch genau so „up to date“ wie damals.
-
~Fazit~
-
Ein Must-Have für alle Brockmann-Fans oder aber auch für Leserinnen, die einen leichtgewichtigen und eingängigen Romantic Suspense mögen, bei dem eine gefühlvolle Liebesgeschichte im Fokus des Geschehens steht. Von mir gibt’s volle 5 von 5 Punkten für diesen unterhaltsamen und zuckersüßen Schmöker, der sich wirklich gefällig und flott von der Hand weg lesen lässt.
-
Weiter geht’s übrigens im April 2013 mit Felipe Salazar, der hier schon an der Seite seines Kollegen Jim einige vielversprechende Auftritte hatte und dann in „Mit jedem Herzschlag“ sein eigenes Abenteuer bestehen darf. (AK)

  (28)
Tags:  

  

 

Novembermond
LOVELYBOOKS-Statistik

(16)

63 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

vampire, fantasy, dämonen, berlin, psychiatrie

Novembermond

Linda K. Heyden
Buch: 226 Seiten
Erschienen bei Sieben-Verlag, 01.11.2012
ISBN 9783864430916
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

~Inhalt~
-
Ein junger Mann, der glaubt von Dämonen besessen zu sein, wird in eine psychiatrische Klinik eingeliefert und die Ärztin Dr. Ellen Langner nimmt sich seiner an. In einer seiner seltenen, klaren Phasen verrät er, dass er Chris heiße und trägt der Ärztin auf, einen Mann namens Richard aus Schwanenwerder vom Wachschutz zu verständigen. Ellen macht sich auf die Suche und findet tatsächlich die genannte Firma. Was sie nicht weiß, ist, dass die Agentur von Vampiren geleitet wird. Dort trifft sie auf den attraktiven, geheimnisvollen Julian, der sie in die Klinik begleitet. Beide fühlen sich stark voneinander angezogen. Als eine Mordserie die Stadt in Angst und Schrecken versetzt, treffen sie wieder aufeinander und Ellen gerät in große Gefahr …
-
~Einschätzung~
-
Der deutschen Autorin, die unter dem Pseudonym Linda K. Heyden schreibt, ist mit „Novembermond“ ein fantastischer Debütroman gelungen. Die Leserin erwartet eine Mischung aus Fantasy, prickelnder Spannung und einer romantischen Love-Story.
-
Wir finden uns in Berlin wieder, wo Vampire unerkannt unter den Menschen leben. Die Vampire schützen die Menschen vor Dämonen. Im Gegenzug ernähren sich die Vampire von ein wenig Menschenblut, das sie zum Überleben brauchen. Die Idee mit der Wachschutzfirma als Deckmantel für die Aktivitäten der Vampire finde ich persönlich sehr gut durchdacht. So konnten auch einige nicht fehlen dürfende Vampir-Klischees (wie z.B. die Tageslichtempfindlichkeit, das Verbrennen in der Sonne, usw.) miteingeflochten werden.
-
Man erfährt einiges über das Vorleben und die Gefühle der einzelnen Vampir-Charaktere, sodass sie richtig lebendig erscheinen. So leidet man besonders mit Daniel mit, der beim Sichtkontakt mit Martin wieder in die Vergangenheit katapultiert wird. Obwohl alle Vampire äußerlich attraktiv und stark sind, haben auch alle ihre Schwächen – so gibt es unter ihnen auch Liebeskummer, Neid und Angst. Nur eine Person war mir von Anfang an richtig unsympathisch – nämlich Christian, ein egoistischer, machtgieriger Mensch, der nur die Gefühle von Richard ausnutzt, um an sein Ziel zu kommen.
-
Julian ist ein mächtiger, alter Vampir und der Anführer der Gemeinschaft. Er scheint nach außen hin unbesiegbar und arrogant, allerdings stößt auch er an seine Grenzen. Seinen Erholungsschlaf, das Arkanum, schiebt er schon längere Zeit vor sich her, was ihn leicht reizbar und unausgeglichen werden lässt. Er ist der Typ Held mit „rauer Schale und weichem Kern“, der sich zwar unwiderstehlich von Ellen angezogen fühlt, aber vorerst zu sehr um ihre Sicherheit besorgt ist, um sich ihrer Liebe hinzugeben. Als sie in Gefahr ist, eilt er ihr natürlich sofort zu Hilfe.
-
Ellen ist eine engagierte Psychologin, die in ihrem Beruf aufgeht. Ihr Privatleben beschränkt sich lediglich auf das Ansehen von Seifenopern und auf regelmäßige Telefonate mit ihrer Freundin. In ihrer letzten Beziehung wurde sie emotional sehr verletzt, daher lebt sie nun eher zurückgezogen. Mit Männerfreundschaften geht sie vorsichtig um, obwohl sie ansonsten eigentlich eine starke, mutige Frau ist. Sie versteht sich selbst nicht mehr, als sie sich so schnell in jemanden wie Julian verliebt. Auch als sie erfährt, was er ist, schreckt sie das nicht wirklich ab. Die Romanze entwickelt sich nur langsam, aber nicht minder gefühlvoll. Besonders gut hat mir die empathische Gabe von Ellen gefallen!
-
Die Autorin besticht mit ihrem packenden, flüssigen Schreibstil und sie vermittelt dem Leser das Gefühl mitten im Geschehen zu stehen. Sehr interessant fand ich auch den Wechsel zwischen Erzählform: Ellen's Geschichte wird in der ICH-Form erzählt und den Schilderungen aus der Perspektive von Julian. Obwohl die Story in sich abgeschlossen ist, lässt sich die Autorin einen gewissen Spielraum für etwaige Fortsetzungen offen. Das Cover hat mir auch sehr gut gefallen.
-
~Fazit~
-
Mit „Novembermond“ ist Linda K. Heyden ein fantastischer, gefühlvoller Vampir-Roman gelungen, der mir ein paar unterhaltsame Lesestunden beschert hat und den ich nur weiterempfehlen kann. Ich würde mich freuen, mehr von den Mitgliedern der Gemeinschaft zu lesen und vergebe gerne 5 von möglichen 5 Punkten. (PH)

  (30)
Tags:  

  

 

Niemand hört dich schreien
LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

28 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

thriller, hass, maryburton, niemand hört dich schreien, mary burton

Niemand hört dich schreien

Mary Burton , Karin Will
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Egmont Verlagsgesellschaft, 01.11.2012
ISBN 9783802586552
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

~Inhalt~
-
Kendall Shaw wird seit einigen Wochen von Albträumen geplagt. Sie sieht ein kleines Mädchen, das in einem Wandschrank sitzt und Todesängste ausstehen muss. Als eine Reihe von Leichen gefunden werden, die überraschende Ähnlichkeiten mit der Fernsehreporterin aufweisen, wird Kendall hellhörig. Sie beginnt zu recherchieren und sieht sich schon bald mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, die sie schneller einholen könnte, als ihr lieb ist …
-
~Einschätzung~
-
Nach dem grandiosen Serienauftakt „Mein Wille sei dein Wille“ von Mary Bruton war ich mehr als nur gespannt, was mich in Teil 2 erwarten wird. Wieder ein wahnsinnig spannender Thriller samt einem Heldenpaar, das innerlich zerrüttet und voneinander enttäuscht, langsam Vertrauen aufbaut, um nach und nach wieder zueinander und vor allem wieder zu sich selbst zu finden? Ja, mit dieser Einstellung habe ich dieses Buch zur Hand genommen.
-
Leser, die den ersten Teil bereits kennen, werden meine Erwartungshaltung nachvollziehen können, denn wir durften nicht nur Kendall bereits in „Mein Wille sei den Wille“ kennenlernen lernen, sondern auch Detective Jacob Warwick, dem einige Ereignisse aus Teil eins gehörig zugesetzt haben. Da auch Kendall ziemlich einstecken musste und die beiden dadurch bereits einen Draht zueinander hätten haben müssen, war ich sehr gespannt auf die Annäherung und die Liebesgeschichte. Doch diesmal lag der Fokus nicht auf dem Zusammenkommen des Heldenpaares, sondern eindeutig auf der Thrillerhandlung. Hier hat die Autorin wirklich aus den Vollen geschöpft, denn die Geschichte ist nicht nur spannend, sondern kommt mit einigen Wendungen daher, von denen ich doch sehr überrascht war.
-
Auch was die Erzählperspektiven betrifft ist sich die Autorin treu geblieben. Man schlüpft auch immer wieder in die Gedanken und Gefühlswelt des Killers, was die Spannung immer wieder nach oben schnellen lässt. Geheimnisse aus Kendalls Vergangenheit werden gelüftet, und auch Nicole, die wir bereits aus der Vorgeschichte kennen, erhält einige Auftritte, und wir erfahren, wie sie nach der Tragödie ihr Leben wieder zu ordnen versucht. Ohne zu viel zu verraten, kann ich sagen, dass mich auch diese Nebenhandlung gefesselt und auch sehr berührt hat.
-
Leider blieb aufgrund der vielen Handlungsstränge die Liebesgeschichte auf der Strecke und wurde meines Erachtens zu schnell abgehandelt, obwohl ich mir gerade zwischen Kendall und Jacob ein richtiges Feuerwerk an Gefühlen versprochen hatte. Romantic Suspense Fans könnten hier also etwas enttäuscht werden, wenn sie, so wie ich, mit der falschen Erwartung an diesen Schmöker herangehen. Thriller-Fans hingegen, die auf die großen Schockmomente verzichten möchten, könnten hier durchaus auf ihre Kosten kommen, denn wenn hier etwas geboten wird, dann ein gut durchdachter, spannender Plot, der zum Miträtseln einlädt.
-
~Fazit~
-
Ein spannender, kurzweiliger Thriller mit einigen überraschenden Wendungen! Obwohl ich zumindest auf eine kleine Love-Story eingestellt war und es für einen reinen Thriller ruhig noch ein wenig rasanter hätte zugehen dürfen, fühlte ich mich dennoch durchwegs gut unterhalten. Von mir gibt es gute 4 von 5 Punkten mit Tendenz nach oben! (Cat)

Serienübersicht:

1) Mein Wille sei dein Wille
2) Niemand hört dich schreien
3) Das Flüstern der Albträume (April 2013)

  (18)
Tags:  

  

 

Nachtruf
LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

thriller, leslie tentler, mira taschenbuch, nachtruf

Nachtruf

Leslie Tentler
E-Buch Text: 433 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 10.11.2012
ISBN B00A4E8ZPE
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Inhalt:
-
Die Psychologin Rain Sommers moderiert die Radiosendung „Midnight Confessions“, als sie ein gruseliger Anrufer mit den Worten: „Bist du bereit dein Erbe anzutreten – ich muss ständig an dich denken“, völlig aus der Bahn wirft. Rain wirft den Anrufer, der sich selbst Dante nennt, aus der Leitung. Eines weiß sie sofort, der Anrufer führt nichts Gutes im Schilde …
-
Der FBI-Ermittler Trevor Rivette ermittelt in mehreren Tötungsfällen, die auf einen Serientäter schließen lassen. Als in New Orleans eine junge Frau ermordet wird, die dieselben Tötungsmerkmale aufweist, macht er sich sofort auf den Weg. Dort hört er die Radiosendung von Rain Sommers und als der Name „Dante“ fällt, glaubt er, dass es sich hier um den gesuchten Mörder handelt. Er hatte nach den letzten Morden immer Souvenirs von den ermordeten Frauen und Nachrichten vom Serienkiller erhalten, die mit „D“ unterzeichnet waren. Trevor setzt sich mit Rain in Verbindung und klärt sie über seinen Verdacht auf. Doch was beide nicht wissen, ist, dass das perfide Spiel bereits begonnen hat und beide als Hauptfiguren ausgewählt wurden …
-
Einschätzung:
-
Leslie Tentler hat mit „Nachtruf“ einen unglaublich spannenden und rasanten Romantic Thrill zu Papier gebracht. Es handelt sich hier um den ersten Teil ihrer „Chasing Evil Trilogy“, wobei die beiden nächsten Teile keine unmittelbaren Fortsetzungen sind, sondern jeder Teil in sich abgeschlossen ist. Die Autorin hat bereits mehrere Auszeichnungen für ihr Erstlingswerk erhalten.
-
Erwähnenswert ist auch der scheinbar mühelose Schreibstil der Autorin, der mich völlig überzeugen konnte. Sie spielt mit scharfsinnigen und raffinierten Fingerzeigen, streut Ahnungen und legt so für den Leser etliche Köder aus. Leslie Tentler lässt uns auch zeitweise an den Gedankengängen und Empfindungen des Killers teilhaben, wodurch die Spannung immer wieder rasant ansteigt.
-
Die Story führt uns in die „Gothic-Scene“ New Orleans, und wir erhalten faszinierende Einblicke in das Treiben und Wirken dieser sehr speziellen Lebensweise – von „Freizeit-Vampiren“ bis zu „Bluttrinkern“ ist alles dabei. In düsteren Clubs wird Alkohol auch an Jugendliche ausgeschenkt und das Herumreichen und Handeln mit diversen Drogen ist auch keine Seltenheit. Man wähnt sich, dank der exzellenten Beschreibung der Autorin, mitten im Geschehen.
-
Im Mittelpunkt steht die Radiomoderatorin und Psychologin Rain Sommers, die von einem nächtlichen Anrufer bedroht wird. Rain ist beruflich sehr engagiert und versucht, sozial fehlangepasste Jugendlichen wieder auf den rechten Weg zu bringen. Immer wieder wird sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, da sie die Tochter einer berühmten Sängerin ist. Ihre Mutter wurde angeblich von Rain's Vater ermordet. Rain ist eine starke Frau, die mir sofort sympathisch war. Trotz reichem Erbe ist sie kein hochnäsiger Schnösel, sondern eine Frau mit Herz und Verstand. Sie hat natürlich auch ihre kleinen Schwächen, wodurch ihre Figur als solche noch glaubwürdiger wirkt. Rain handelt meistens nach ihrem Bauchgefühl und bringt sich so in gefährliche Situationen. Als der FBI Ermittler Trevor Rivette in Erscheinung tritt, bietet sie sofort ihre Hilfe an, um ihn bei der Suche des Mörders zu unterstützen. So kommt es, wie es kommen muss – in harten, gefühlsbetonten Zeiten braucht man eine starke Schulter zum Anlehnen…
-
Trevor Rivette ist mit Herz und Seele FBI-Ermittler, wobei man sein Privatleben eigentlich als „nicht vorhanden“ bezeichnen kann. Er stürzt sich in seine Arbeit, um nicht nur den Mörder zu fassen, sondern auch um seiner Vergangenheit zu entfliehen. Er ist ein verschlossener Mensch, der niemanden nahe an sich heranlässt. Als er merkt, dass er Gefühle für Rain entwickelt, ergreift er vorerst die Flucht und findet alle möglichen Ausreden, warum er sich nicht auf sie einlassen kann. Mit Hilfe dieser sympathischen Frau und seiner Familie kann er sich dann aber doch langsam seiner Vergangenheit stellen. Bei seinen Zeugenbefragungen fehlt ihm oft das nötige Feinspitzengefühl und so lässt er auch hin und wieder seine Fäuste sprechen, vor allem wenn es um Belange geht, die Rain betreffen. Mit Trevor Rivette hat Leslie Tentler einen absoluten Traummann geschaffen, der sogleich zu einem meiner Lieblingshelden der Sparte „Harte Schale, weicher Kern“ aufgestiegen ist!
-
Als Leser verspürt man von der ersten bis zur letzten Seite eine unterschwellige Spannung und harrt der Dinge, die der Mörder nun wieder im Sinn hat. Allerdings wird, für meinen Geschmack, die Identität des Killers zu früh aufgedeckt und damit allen Spekulationen ein rasches Ende gesetzt. Auch ärgert es mich ein bisschen, dass zum Schluss doch noch eine wichtige Sache offen geblieben ist … Nichts desto trotz fand ich die Story sehr gelungen, die Autorin hätte die Mischung zwischen Thriller und Romanze nicht besser dosieren können.
-
Fazit:
-
„Nachtruf“ ist ein Romantic Suspense der Extraklasse, bei dem sich atemberaubende Spannung und eine romantische Liebesgeschichte die Waage halten. Die exzellent ausgearbeiteten Helden geben der Story noch die notwendige Würze. Sehr gerne vergebe ich von 5 von 5 möglichen Punkten. (PH)
-
1.) Nachtruf
2.) Midnight Fear (dzt. nur auf Englisch erhältlich)
3.) Edge of Midnight (dzt. nur auf Englisch erhältlich)

  (18)
Tags:  

  

 

Nachtkrieger: Unendliche Sehnsucht
LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

unsterblichkeit., fluch, liebe, fantasy, history

Nachtkrieger: Unendliche Sehnsucht

Lisa Hendrix , Heike Holtsch
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.09.2012
ISBN 9783426511121
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Inhalt
-
Nachdem die Nordmänner Ivo de Vassy und Steinarr ihre große Liebe fanden und den Fluch brechen konnten, hoffen nun auch die verbliebenen sieben Wikinger auf ihre Befreiung. Vor Jahrhunderten wurden neun Krieger von der bösen Hexe Cwen mit einem Fluch belegt und fristen seither ein trauriges, unsterbliches Dasein. Bei Tag oder des Nachts verwandeln sie sich in Tiere und finden nur durch die wahre Liebe einer Frau Erlösung.
-
Gunnar verwandelt sich bei Tagesanbruch in einen mächtigen Stier und verbringt seinen Tag fernab jeder Siedlung. Die Kälte treibt ihn des Nachts in die Hallen von Richmond, wo er eine junge Frau kennenlernt. Bei einem Brand rettet er sie vor dem sicheren Feuertod und seither schwärmt Lady Eleanor für ihren tapferen Retter. Nach einigen Jahren treffen Eleanor und Gunnar wieder aufeinander. Gunnar erkennt Eleanor vorerst nicht, da aus dem Mädchen in der Zwischenzeit eine schöne Frau geworden war. Eleanor ist noch immer in Gunnar verliebt, obwohl sie von ihrem Vater, dem Earl von Westmorland, zu einer Verlobung mit Richard le Despenser gezwungen wurde.
-
Doch bald kommen sich Gunnar und Eleanor näher und auch Gunnar erkennt in ihr seine große Liebe. Dies lässt Gunnar wieder hoffen, doch nach einer stürmischen Liebesnacht im Wald nimmt das Schicksal seinen Lauf …
-
Einschätzung:
-
Mit „Unendlicher Sehnsucht“ präsentiert die Autorin Lisa Hendrix ihren dritten Roman aus der „Nachtkrieger- Saga“ und damit eine gelungene Mischung aus Fantasy und Abenteuer, Mythen und Magie, mit einer romantischen, historischen Liebesgeschichte als Beigabe.
-
Der Leser wird ins Jahr 1408 in den Norden von Yorkshire entführt und lernt die Sitten und Gebräuche bei Hofe kennen. Die Herzogsfamilien lebten in großem Wohlstand und vertrieben sich mit Ritterspielen, Tanzabenden und Jagden die Zeit. Es gab allerdings auch viele Schattenseiten in ihrem Leben: unheilbare Krankheiten, Inzucht und Ehen wurden nur zum Zwecke der Machtvergrößerung und aus politischen Gründen geschlossen.
-
Gunnar, genannt auch Gunnar der Rote, hat die Hoffnung auf Erlösung fast aufgegeben und glaubt nicht mehr an die wahre Liebe. Durch den Ehebruch seiner Frau Kolla mit einem Freund hat er den Glauben an die Liebe und die Treue verloren. Gunnar fühlt sich noch heute am Tod von Kolla schuldig: bei dem Kampf seine Frau zurückzugewinnen, brach ein Feuer aus und Kolla starb in den Flammen. Trotz seiner zwiespältigen Gefühle kommen sich Eleanor und Gunnar näher und lassen ihn doch noch auf eine Aufhebung des Fluches hoffen. Gunnar ist ein mutiger, ehrenhafter Krieger, der an Recht und Ordnung glaubt und für Gerechtigkeit eintritt. Sein Charakter wird natürlich auch durch die Eigenheiten des Stieres geprägt: Sturheit, Kraft und Eigensinn. Bis zum Schluss fällt es ihm schwer, Eleanor zu vertrauen und das nagende Gefühl der Eifersucht ist ihm ebenfalls nicht fremd.
-
Mit Eleanor hat Lisa Hendrix eine großartige Heldin erschaffen. Ihre jugendliche Schwärmerei für Gunnar, ihre Träume und Wünsche, aber auch ihre große Enttäuschung, als sie Richard heiraten musste, kann man sehr gut nachvollziehen und mitempfinden. Trotz aller Widrigkeiten entwickelt sie sich zu einer leidenschaftlichen, starken Frau, die nie aufhört Gunnar zu lieben. Ihre „unendliche Sehnsucht“ nach dem Mann, den sie seit ihrer ersten Begegnung liebt (passend zum Buchtitel) und ihre Opferbereitschaft um Gunnar zu schützen, machen sie überaus sympathisch und liebenswert.
-
Einen dicken Pluspunkt von mir gibt’s für die bemerkenswerten Nebendarsteller, die meiner Meinung nach mit ihren verschiedenartigen Charaktereigenschaften der Story das gewisse Etwas geben. Ihre Kameradschaft und ihr lockerer, humorvoller Umgang miteinander, beleben die Geschichte ungemein. Auch die böse Hexe Cwen mischt wieder kräftig mit. Mit allen Mitteln und einer kräftigen Portion Magie wirkt sie auf das Geschehen ein, um die Liebe zwischen Eleanor und Gunnar zu verhindern.
-
Überaus faszinierend fand ich auch die Teile der griechischen Mythologie, die Lisa Hendrix in die Geschichte hat einfließen lassen. Zeus hatte sich damals ebenfalls in einen Stier verwandelt und ist mit „Europa“ auf dem Rücken von dannen gezogen. Erwähnenswert ist auch der lockere, flüssige Schreibstil der Autorin. Sie legt viel Wert auf Gefühle und humorvolle Pointen laden oft zum Schmunzeln ein.
-
Wie die ersten beiden Teile der Reihe ist auch „Nachtkrieger- Unendliche Sehnsucht“ in erster Linie ein historischer Liebesroman gespickt mit paranormalen Elementen, mit prickelnder Erotik und spannenden Abenteuern.
-
Fazit
-
Wunderschöne Love-Story mit historischem Hintergrund! Ein “Must have” für alle Fantasy-Liebhaber, die noch an die wahre Liebe glauben. Von mir gibt es fünf von möglichen fünf Punkten und ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Teil! (PH)
-
1) Nachtkrieger – Unendliche Liebe
2) Nachtkrieger – Ewige Begierde
3) Nachtkrieger – Unendliche Sehnsucht

  (28)
Tags:  

  

 

Naschmarkt
LOVELYBOOKS-Statistik

(95)

179 Bibliotheken, 4 Leser, 4 Gruppen, 44 Rezensionen

liebe, blog, wien, mauerblümchen, single

Naschmarkt

Anna Koschka
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.08.2012
ISBN 9783426511206
Genre: Unterhaltungsliteratur

Rezension:

Inhalt
-
Dotti Wilcek ist bekennender Single. Wer braucht schon Männer, wenn es Bücher, Katzen und fünf beste Freundinnen gibt? Nichts käme der Journalistin ungelegener, als ausgerechnet eine Internetdatingagentur mit Namen „Literally in love“ testen zu müssen. Doch nach geringfügigen Startschwierigkeiten entwickelt sich ihr Blog zum Treffpunkt einer ganzen Generation von Singles, die alle dem von Dotti ins Leben gerufenen Mauerblümchenclub beitreten wollen …
-
Einschätzung
-
Ich muss gestehen, ich habe noch nicht sehr viele Bücher dieses Genres gelesen. Vermutlich kann man sie sogar an einer Hand abzählen. Umso erstaunter war ich, dass mich bereits der Klappentext überzeugen konnte. Und ich wurde auch vom Inhalt in keinster Weise enttäuscht.
-
Dotti ist gerne Single (Ich date nicht, ich lese lieber!). Sie trägt am liebsten bequeme Sachen – von der Unterwäsche bis hin zu den Schuhen, die mindestens eine Nummer zu groß sind. Sie trifft sich regelmäßig mit ihren Freundinnen und liebt ihren Job beim „Österreichboten“, für den sie Bücher lesen darf, um diese anschließend zu rezensieren. Gibt es etwas Schöneres, als das Hobby zum Beruf zu machen? Als sie jedoch von ihrer Chefin quasi dazu genötigt wird, eine Internetdatingagentur zu testen, ist es ihr Kater, der ihr die nötige Inspiration verschafft. Ich sage nur: +Katze (mein Kater legt sich zwar auch hin und wieder auf die Tastatur, schreibt aber nie so geniale Sachen *g*). Ob es sich nun um peppige Blogeinträge dreht oder Verabredungen, die in einem Fiasko enden (hier werden sämtliche Datingmöglichkeiten aufs Korn genommen, denen sich ein Single stellen muss – vom Speeddating bis hin zur Halloweenparty etc.). Dotti beweist stets Humor mit einem Schuss Selbstironie.
-
“Die Realität ist keine Soapopera und keine Romanze von Nicholas Sparks, sondern ein Scheißdschungelcamp, in dem man selbst der Promi ist – aber einen niemand rausholt.”
-
Bis ein gewisser DJFlemming ihr Interesse weckt. Eine Schnitzeljagd durch ganz Wien lässt nicht nur Dotti rätseln, wer sich hinter all den Briefen und versteckten Hinweisen verbirgt. Schließlich weiß doch niemand, was einst in der Riesenradkabine passierte. Oder in welches Pub sie sich als Teenager verkrochen hat, um allein zu sein. Eines ist jedoch gewiss: Obwohl jedem klar sein dürfte, dass Dotti am Ende ihre Prinzipien über Bord wirft und doch noch zu einer „Wir-Person“ mutiert, bleibt es spannend. Denn eine Frage ist dann noch immer offen: Mit wem wird sie in den sprichwörtlichen Sonnenuntergang reiten?
-
Dotti Wilcek ist eine sympathische Person, mit der man sich sofort identifizieren kann – auch wenn man verheiratet ist ;-) Es wäre durchaus denkbar, dass sie zu einer Art Kultfigur wird. Auch eine Verfilmung des Stoffes wäre in meinen Augen wünschenswert. Dotti erklärt sich eher aus Frust, denn aus Überzeugung zum Mauerblümchen. Wobei die Bezeichnung in diesem Fall nicht bedeutet, dass sie keinen Mann abkriegt, sondern dass sie als selbstbewusste Frau lieber mit der Katze schmust oder mit ihren Freundinnen abhängt. Mit einer gesunden Portion Sarkasmus und Wortwitz meistert sie ihr Leben – und das Internetdating.
-
„Stella kennst du ja schon”, sage ich, um der Situation die Schärfe zu nehmen, und starre unentschlossen auf den Blumenstrauß in meinem Arm. Was macht man mit so etwas? Einen leichten Sommersalat?“
-
Es gibt unzählige Nebencharaktere, die – jeder für sich – einzigartig sind. Angefangen bei ihren fünf Freundinnen (man erkennt sofort das innige Verhältnis, als Dotti dieses besondere Geburtstagsgeschenk überreicht bekommt), über ihre Chefin, die scheinbar etwas zu verbergen hat, incl. der Arbeitskollegen, die sie bloßzustellen versuchen, über ihre Mutter, eine wahre englische Lady, einen Ex-Dancing Star, der ein wenig an Barbies Ken erinnert, bis hin zu den Männern, die sie bei ihren Dates kennen- und manchmal wohl auch ein wenig fürchten lernt.
-
Ich gebe zu, mich hat der Roman sofort an zwei Fernsehserien erinnert. Zum einen an Carrie, Miranda, Charlotte und Samantha aus „Sex and the City“. Zum anderen – wegen Dottis skurriler Tagträume – an J.D. aus „Scrubs“. Anna Koschka schreibt wunderbar spritzig und wortgewandt, mit viel Humor und auch ein wenig Sarkasmus. Die Blogeinträge und Tests lockern die Geschichte auf unterhaltsame Weise auf – genauso wie all die Kleinigkeiten, die einem aus dem Fernsehen geläufig sind wie z.B. Dottis Auftritt bei einer Show, die sehr an „Wir sind Kaiser“ erinnert. Das sagt zumindest der Billa-Hausverstand ;-) Was ich zudem noch sehr erfrischend fand, waren all die Anspielungen auf „Star Trek“, „Harry Potter“ und „Herr der Ringe“. Ich gestehe: Auch ich bin ein kleiner Nerd! Außerdem war es richtig toll, dass man nicht von Anfang an wusste: So, das sind die beiden Hauptcharaktere und obwohl sie sich erst nicht ausstehen können, kriegen sie sich am Ende ja doch. In diesem Fall wusste man vielleicht DAS Dotti ihren Deckel findet, aber nicht WELCHEN.
-
Das Cover von Knaur ist in den Farben Orange, Pink und Weiß gehalten. Mit dem grazilen Profil einer Frau, das an ein Schattenspiel erinnert und all den Blumen, Vögeln, Herzen und der Katze, wirkt es verspielt und verbreitet bereits beim Hinsehen gute Laune. Der Titel „Naschmarkt“ könnte perfekter nicht sein! Er repräsentiert nicht nur den Datingmarkt und die dortige Naschware, sondern auch den berühmten Markt in Wien.
-
Fazit
-
„Naschmarkt“ – der Auftakt zur Serie rund um den Mauerblümchenclub und neuer Kultroman der Facebook- und Twitter-Generation. Für Dotti, das schärfste Mauerblümchen der Welt, gibt es von mir 5 von 5 Punkten! (LK)

  (24)
Tags:  

  

 

Nocona
LOVELYBOOKS-Statistik

(29)

62 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

indianer, cynthia ann parker, comanchen, zeitreise, liebe

Nocona

Britta Strauß
Buch: 450 Seiten
Erschienen bei Sieben-Verlag, 01.08.2012
ISBN 9783864430848
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Inhalt
-
Die junge Fotografin Sara reist durch den mittleren Westen der USA, auf der Suche nach dem einen, besonderen Foto. Als ihr in einem Museum der Comanche Makah über den Weg läuft, ist sie hingerissen. Das perfekte Gesicht für das perfekte Foto. Doch wie erklärt sich die Vertrautheit zwischen ihnen? Was haben die intensiven Träume zu bedeuten, die sie seit ihrem ersten Zusammentreffen immer häufiger heimsuchen? Träume, die sie in die Vergangenheit reisen lassen, in eine Welt, die längst untergegangen ist. Immer mehr Fragen tauchen auf, die mit dem Verstand nicht zu beantworten sind. Als Pflichten Sara zurück nach New York zwingen, wird sie von Visionen überwältigt. Sie spürt, dass nur Makah ihr helfen kann. Verzweifelt versucht sie, ihn wiederzufinden, doch als es ihr endlich gelingt, bricht Unheil über die beiden Liebenden herein. Schatten aus ferner Vergangenheit drohen ihr Leben zu zerstören, auf Sara wird ein Mordanschlag verübt.
-
Einschätzung
-
Naduah, Nocona und Quannah Parker sind historische Personen, die mich von jeher interessierten. Deshalb war ich auf „Nocona – eine Liebe stärker als Raum und Zeit„ sehr gespannt, zumal vor 20 Jahren bereits über Cynthia Ann Parker und ihr Schicksal geschrieben wurde. Meine Erwartungen wurden übertroffen. Ich war und bin noch immer begeistert.
-
Grundlage dieses Romans ist das Schicksal von Cynthia Ann Parker, die 1836 in Texas als Neunjährige bei einem Überfall durch Comanchen entführt wird. Sie wächst bei ihrer neuen Familie auf, wird eine aus dem Volk und heiratet den Krieger Nocona.
-
Die Autorin hat die Geschichte der Vergangenheit mit Naduah und Nocona und die der Gegenwart mit Sara und Makah sehr gut miteinander verwoben. In der Gegenwart kämpfen Sara und Makah seit ihrem Zusammentreffen mit den Geistern der Vergangenheit. In ihren Visionen durchleben sie Stationen aus Naduahs und Noconas Leben, deren Liebe so stark war, dass sie die Ewigkeit überdauerte. Doch um ihre Liebe leben zu können, erfahren Sara und Makah nicht nur Glück, Schmerz und Leid der Vergangenheit, sondern sie müssen auch mit den dunklen Schatten der Gegenwart kämpfen.
-
Cynthia Ann Parkers Gefühle zu dem Indianerjungen waren für mich persönlich unglaubwürdig. Kann sich ein kleines Mädchen zu jemand hingezogen fühlen, der mit anderen ihre Familie überfällt und grausam tötet?
-
Die Autorin hat gut recherchiert. Bildhaft schildert sie den Alltag im Indianerdorf und scheut sich nicht, auch die unschönen Seiten des Lebens in der Wildnis zu zeigen. Die zarte Liebe, die zwischen Naduah und Nocona wächst, die Jahre des Wartens und Hoffens, erlebt der Leser hautnah mit. Die Wortspiele und Metaphern schaukelten mich in sanften Wellen durch das Leben von Naduah und Nocona und waren zugleich wie Öl, das in loderndes Feuer gegossen, sich explosionsartig in ein Funkenmeer entlädt. Ich nehme an, Britta Strauss hat noch nie an einer Büffeljagd teilgenommen, genauso wenig wie ich. Trotzdem schaffte sie es spielend, mich einzuhüllen in eine Wolke aus Staub und zottigen Ungetümen, die sich auf stampfenden Hufen vorwärtsbewegen.
-
Naduah und Nocona sind lebendige Figuren, sämtliche Gefühle so ausdrucksvoll wiedergegeben, dass einem schier die Luft wegbleibt. Die Kampfszene nach einer Geiselnahme drückt all die Erbarmungslosigkeit und den Hass aus, den die Kämpfenden fühlen. Doch mehr soll hier nicht verraten werden.
-
Trotz über 500 Seiten im Sieben Verlags Format, weist der Roman keine Längen auf. Ich war so im Bann der Geschichte, dass mich die kleine Schrift nicht störte. Das Cover ist sehr schön gestaltet. Da es kein rein historischer Roman ist, finde ich die Feder im Haar ok. ;)
-
Fazit
-
Historische Personen und Fakten mit fiktiven Handlungen vermischt. Eine Liebe, die die Ewigkeit überdauert. Ein Roman, der sofort in den Bann zieht, nicht nur diejenigen, die sich für Indianer interessieren. Für mich war es ein sensationelles Lesevergnügen. Achtung: Taschentücher bereit halten!
-
Prädikat: Absolut lesenswert! 5 von 5 Punkten und ein Amazing obendrauf. (AH)

  (27)
Tags:  

  

 

Nybbas Blut
LOVELYBOOKS-Statistik

(18)

47 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

jennifer benkau, liebe, dämonen, nybbas, trilogie

Nybbas Blut

Jennifer Benkau
Buch: 384 Seiten
Erschienen bei Sieben-Verlag, 01.06.2012
ISBN 9783864430664
Genre: Science-Fiction/Fantasy

Rezension:

Was für ein grandioses Finale
Inhalt:
-
Die Angst ist immer da, dass der Luzifer, der Fürst des Hochmuts, Joana und Nicholas aufspürt, um sein Recht, den Nybbas zu besitzen, einzufordern. Als es soweit ist und Nicholas aus ihrem Leben gerissen wird, bricht für Joana trotz penibler Vorbereitungen dennoch eine Welt zusammen. Erst vor wenigen Tagen hat sie erfahren, schwanger zu sein und nun soll sie dieses Kind ohne Nicholas bekommen und ihn kampflos aufgeben, wie er es von ihr verlangt? Niemals! Joana bündelt ihre Ressourcen und beschließt, ihren Dämon zurückzuholen und dafür ist ihr kein Preis zu hoch - nicht einmal ihr eigenes Leben, das sie mit ihrem waghalsigen Plan aufs Spiel setzt ...
-
Einschätzung:
-
Mit "Nybbas Blut" ist die Schattendämonen-Trilogie von Jennifer Benkau nun abgeschlossen und ich muss gleich vorweg sagen: Wer diese Trilogie noch nicht kennt und gerne düstere Fantasy mit einer ungewöhnlichen, aber dafür umso ergreifenderen Liebesgeschichte samt jeder Menge Action und Spannung liest, sollte hier unbedingt zugreifen - es lohnt!
-
Jennifer Benkau hat einfach ein gutes Händchen dafür, die genau richtige Mischung aus Liebe, Spannung, dunklem Humor und Dramatik aufs Papier zu zaubern. Die Seiten fliegen nur so dahin, während man abwechselnd schmunzeln, mitschmachten, mitleiden und mitbangen muss. Dort wo andere Autoren ausblenden, hält Jennifer Benkau weiterhin drauf und sorgt so schon ein ums andere Mal für Schweißausbrüche während dem Lesen. Genau diese Art zu schreiben ist dafür verantwortlich, dass einem Geschichten wie die um den Nybbas und seiner Joana im Gedächtnis haften bleiben, ganz zu schweigen von dem verträumten, verschnörkelten Schreibstil, mit dem die Autorin ihren Storys noch mal eine ganz besondere und einzigartige Note verleiht.
-
Wie schon in den beiden Vorgängern wird auch hier wieder aus verschiedenen Perspektiven erzählt, vordergründig jedoch aus der von Joana und Nicholas. Joana entwickelt sich auch im letzten Teil weiter und gewinnt an Stärke. Sie liebt ihren Dämon und ist bereit, für ihn so gut wie alles aufs Spiel zu setzen und sei es ihr eigenes Leben. Dabei schreckt sie auch nicht davor zurück, sich mit dem Luzifer anzulegen, der Nicholas in seiner Gewalt hat und versucht, sich ihn zu unterwerfen.
-
Besonders gut gefallen hat mir, dass die Autorin auch mal Nicholas' Schwächen aufgezeigt hat, denn auch der sonst so starke Nybbas besitzt welche, auch wenn ihm das kein bisschen schmeckt. Die ungewöhnliche Liebe zwischen den beiden hat mich bereits im ersten Teil in den Bann gezogen und ich bin ehrlich überrascht gewesen, dass die Autorin es auch noch im dritten und damit letzten Teil geschafft hat, die Beziehung der beiden zueinander so zu zeichnen, dass man als Leser noch immer ins Schmachten gerät.
-
Neben der Love Story überwiegt dieses Mal dennoch der actionreiche und spannende Teil, was mir richtig gut gefallen hat. Dabei hat die Autorin so viele Wendungen und unvorhergesehene Ereignisse eingestreut, dass ich gar nicht schnell genug lesen konnte, da ich hatte manchmal echt Angst, dass das Papier in meinen Händen Feuer fängt. Und natürlich durfte ich mich wieder über den leicht sarkastischen Unterton der Autorin freuen, der mir immer wieder ein Schmunzeln entlockt. Bleibt abschließend nur zu sagen: Schade, dass wir uns nach diesem Teil von Joana und Nicholas verabschieden müssen.
-
Fazit:
-
Jennifer Benkau präsentiert mit "Nybbas Blut" einen würdigen Abschluss ihrer Schattendämonen-Trilogie und bleibt auch hier ihrer speziellen Mischung aus Dramatik, Spannung, Action, schwarzem Humor und dämonischer Liebe treu. Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle Dark Romance - Fans, die mal etwas abseits des gängigen Mainstreams mit außergewöhnlichen Ideen überrascht werden wollen. Zudem vergebe ich satte 5 von 5 Punkten und ein Amazing für den Keeperstatus - mehr geht nicht! (PH)
-
1) Nybbas Träume
2) Nybbas Nächte
3) Nybbas Blut

  (18)
Tags:  

  

 

Nur 6 Tage
LOVELYBOOKS-Statistik

(28)

47 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

dystopie, london, artefakt, weltuntergang, geheimnis

Nur 6 Tage

Philip Webb , Frank Böhmert
Fester Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 14.03.2012
ISBN 9783551520319
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

London in weit entfernter Zukunft. Die Stadt liegt in Trümmern. Vor vielen Jahren haben Kriege die Welt in Schutt und Asche gelegt und viele Menschen mussten ihr Leben lassen. In dieser Welt lebt die junge Cass, die zusammen mit ihrem Vater und ihrem kleinen Bruder Wilbur Tag für Tag dafür sorgt, dass die Stadt aufgeräumt wird. Sie führen ein armseliges Dasein. Wilbur hängt verbissen an seinen Comics, während Cass nach Kräften versucht, sich ihr Leben irgendwie schön zu reden.

Cass und ihre Familie sind "Räumer" und auf der steten Suche nach einem sogenannten "Artefakt", einem Schatz. Niemand weiß, was das ist oder wie es aussieht, aber es soll unglaubliche Kräfte besitzen und wäre angeblich in der Lage, die zerstörte Welt zu retten. In dem ganzen Chaos lernt Cass den geheimnisvollen Peyto und Erin kennen, die Cass und ihren Bruder auf die gefahrvolle Suche nach dem besonderen Artefakt begleiten. Um es zu finden, bleiben den Vieren genau sechs Tage ...

Einschätzung:

Mit "Nur 6 Tage" serviert Philip Webb eine Dystopie für junge Erwachsene und damit sicherlich keine leichte Kost. Man muss sich als Leser schon eingehend mit der Geschichte befassen, sonst läuft man Gefahr, einzelne Zusammenhänge nicht zu verstehen.

Der Autor schreibt eher gewöhnungsbedürftig. Sein Schreibstil lässt sich gut lesen, dennoch fielen Beschreibungen oft verkürzt aus, sodass man viel zwischen den Zeilen nachlesen muss, um sich ein Bild machen zu können. Das empfand ich teilweise etwas störend, denn im Grunde mag ich es, wenn Beschreibungen von Orten, Figuren und Szenen ausführlicher und intensiver ausfallen. Nach einer Weile hatte ich mich aber an diesen Stil gewöhnt und folgte Philip Webbs Erzählung mit Interesse, wobei ich den Raum, den er seinen Lesern lässt, nutzte, um mir selbst Vorstellungen zu machen.

Gut gefallen hat mir, dass die Story zu keinem Moment vorhersehbar war. Ich konnte nie wirklich erahnen, wohin die Reise gehen wird oder was als nächstes auf das Vierergespann zukommt. Die Suche nach dem Artefakt entwickelt sich abenteuerlich und skurril - da hat sich der Autor einiges einfallen lassen, um seine Leser zu unterhalten. Dabei spürt man ein ruheloses Vibrieren zwischen den Seiten. Die Erzählung bleibt niemals stehen, tritt nie auf der Stelle, wodurch Langeweile gar nicht erst aufkommen kann.

Die Vielfalt der Ideen hat mich sehr beeindruckt. Spontan fällt mir da z.B. das Mädchen ein, das in einem Metallgehäuse lebt, ohne das es nicht existieren kann. Und das ist nur ein Beispiel unter vielen. Philipp Webbs Einfälle sind tatsächlich sehr innovativ. Der Autor hat hier Szenen entworfen, die ich so noch nie gelesen habe. Dabei lebt die Geschichte von einer Stimmung, die ich schon fast ein bisschen düster nennen würde. Es kommt selten wirklich gute Laune bei den Figuren auf - was jedoch gut zur Story passt und das in Trümmern liegende London bietet ein spannendes und unheilvolles Setting.

Die Protagonisten Cass, Wilbur, Peyto und Erin waren mir allesamt sympathisch. Trotz, oder vielleicht gerade wegen ihrer unterschiedlichen Charaktereigenschaften, haben sie ein interessantes Quartett ergeben, das zusammen durch ein aufregendes Abenteuer führt. Cass ist eine sehr taffe junge Frau. Sie redet, wie ihr der Schnabel gewachsen ist und übernimmt ohne viel Aufsehen die Verantwortung für den kleinen Wilbur. Diese innige geschwisterliche Beziehung wurde sehr realistisch und ergreifend dargestellt, auch wenn sie sich anfangs des öfteren in den Haaren liegen.

Insgesamt gesehen hat mich die Story gut unterhalten. Ich konnte sogar einige Male schmunzeln - vor allem über die Wortwahl von Cass, die in ihrer Art immer wieder für Auflockerung sorgte. Und doch ging es meist düster und apokalyptisch zu. Zu keiner Zeit aber hat mich die Geschichte losgelassen und ich habe sie mit Spannung verfolgt und gerne gelesen.

Fazit:
*
Mit "Nur 6 Tage" entführt der Autor seine Leser auf eine abenteuerliche Reise, die begleitet wird von düsterer Stimmung. Die Geschichte ist rasant, stets unvorhersehbar, spannend und weiß zu unterhalten. Von mir gibt es gute 4 von 5 Punkten. (DL)

  (20)
Tags:  

  

 

Nachtkrieger: Ewige Begierde
LOVELYBOOKS-Statistik

(12)

41 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

liebe, fluc, maria, se, bä

Nachtkrieger: Ewige Begierde

Lisa Hendrix , Heike Holtsch
Flexibler Einband: 478 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.03.2012
ISBN 9783426508411
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Inhalt:

Steinarr und acht andere Wikinger, wurden vor Hunderten von Jahren von einer Hexe verflucht. Sie verwandeln sich am Tag oder in der Nacht zu Tieren. Nachts wird Steinarr zu einem blutrünstigen Löwen und zieht jagend durch den Wald. Eines Tages begegnen ihm eine junge Frau, genannt Marian und deren Cousin Robin, die seine Hilfe brauchen. Bald wird klar, dass die Namen und Geschichten der beiden nicht ganz der Wahrheit entsprechen. Marian und Robin befinden sich auf der Flucht und können ihre Ländereien nur an Hand einer Schatzsuche wieder für sich beanspruchen. Steinarr und Marian kommen sich bei dieser Suche näher und verlieben sich. Doch Marian wundert sich bald, warum Steinarr jeden Abend verschwindet und erst am Morgen wieder auftaucht. Sie beschließt der Sache auf den Grund zu gehen und gerät dabei in große Gefahr ...

Einschätzung:

"Ewige Begierde" ist der zweite Teil der Nachtkrieger-Saga von Lisa Hendrix und obwohl ich den ersten Teil nicht gelesen habe, hatte ich kein Problem mit dem Einstieg in die Story. Neun Krieger wurden von einer bösen Hexe verflucht und müssen nun ihr Dasein als unsterbliche Gestaltwandler fristen, bis sie von ihrem Fluch erlöst werden - wobei dem Leser noch nicht alle Krieger vorgestellt wurden. Die Autorin wählte ein historisches Setting und so befindet man sich in "Ewige Begierde" im Jahr 1290 in Nottingham, England, was ich schon mal sehr interessant und auch gut umgesetzt fand - auch wenn sich die Autorin einige Freiheiten, was die damalige Zeit betrifft, herausnimmt. Angereichert wurde die insgesamt spannende Geschichte mit Fantasy Elementen und starken Figuren, die das abenteuerliche Lesevergnügen komplett machen. Für Abwechslung sorgen die ständig wechselnden Perspektivwechsel.

Die Hauptprotagonisten schließt man sofort ins Herz: Marian ist eine mutige, selbstbewusste und zu allem entschlossene junge Frau, die ihrer Zeit hier klar um einige Jahrzehnte voraus ist. Von Sittsamkeit und züchtigem Verhalten hält sie nicht viel, sondern gibt sich offenherzig und neugierig, vor allem was fleischliche Gelüste anbelangt. Allerdings ist sie auch taff und steht dem Mann hier in nicht viel nach, was ich immer wieder erfrischend an weiblichen Heldinnen finde.

Auch Steinarr ist ein richtig toller und liebenswerter Kerl. Innerlich zerrissen durch sein zweites Dasein als Löwe; ständig in Angst, jemanden zu verletzen, aber auch zu inniger Liebe und Eifersucht fähig. Sträubt er sich anfangs noch gegen seine Gefühle, verfällt er bald Marians Charme und entpuppt sich als starker Beschützer.

Auch die böse Hexe Cwen lässt von Zeit zu Zeit etwas von sich hören und den Leser an ihrer schwarzen Seele teilhaben. Weitere Nebenfiguren wie Torvald, der sich in ein Pferd verwandelt oder Ari, der nachts zu einem Raben wird, tragen zum Verlauf der Story bei und sorgen immer wieder für Schmunzelmomente.

Humorvolle Szenen, spannende Abenteuer aber auch prickelnde Erotik geben dem Buch den nötigen Touch - wobei ich jedoch auch einen kleinen Kritikpunkt anbringen muss, denn gerade zu Beginn gab es doch ein paar langatmige Stellen, die mich ab und an dazu verführten, kleinere Absätze zu überspringen, um schneller voranzukommen. Ab dem zweiten Drittel wurde ich für mein Durchhaltevermögen allerdings mehr als belohnt und bekam bis zur letzten Seite eine aufregende, romantische und humorige Geschichte präsentiert.

Fazit:
*
Absolut lesenswert! Mit "Ewige Begierde" ist Lisa Hendrix eine interessante Mischung aus historischem Setting, Fantasy und Abenteuer gelungen, was durch eine romantische und knisternde Love Story abgerundet wird. Von mir gibt es satte 4 von 5 Punkten und ich freue mich schon sehr auf den dritten Teil der Serie "Unendliche Sehnsucht" der im September 2012 erscheinen wird. (PH)

  (15)
Tags:  

  

 

Nathaniels Seele
LOVELYBOOKS-Statistik

(21)

47 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 10 Rezensionen

indianer, britta strauß, legende, nathaniel, rituale

Nathaniels Seele

Britta Strauß , Britta Strauá
Buch: 224 Seiten
Erschienen bei Sieben-Verlag, 01.12.2010
ISBN 9783941547278
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Inhalt

Josephine Campbell auch Jo genannt, trifft nach einen Reitunfall auf einen mysteriösen Indianer. Unerklärlicherweise für Jo, heilt er ihren verletzten Fuß innerhalb kürzester Zeit. Zu heilen, ist nur eine von Nathaniels Gaben. Er ist Träger einer fremden Macht, die ihn zwingt, auf Josephines Farm eine Stellung anzunehmen. Jo, die nach dem Tod ihres Mannes mehr schlecht als recht über die Runden kommt, kann jede Hilfe gebrauchen. Beide sparen nicht mit Vorurteilen dem anderen gegenüber. Doch schon bald kann sie sich der Anziehungskraft des Mannes, den ein dunkles Geheimnis umgibt, nicht länger entziehen und sie lässt sich auf ihn ein. Dadurch wird sie zum Spielball böser Menschen und dunkler Mächte.

Einschätzung

Britta Strauss hat einen wunderschönen, fast schon poetischen Schreibstil, der mich von der ersten Seite an verzaubert hat. Sie spielt mit Worten und Metaphern und schaffte es, mich regelrecht zu fesseln. Hier ein kleiner Auszug:

Zitat: Sein Geist war wie der See. Nebel trieb darüber hinweg und verhüllte ihn für die Blicke der Menschen. Darunter lag eine unauslotbare, schwarze Tiefe. Wer unvorsichtig war, ertrank darin. Wurde hinabgezogen. Bis aller Atem verdorrt und dem Blut alles Leben entzogen war. Zitat Ende

Gerade dieser Schreibstil verleiht der Geschichte eine wundervolle Tiefe. Man hat das Gefühl, mitten im Geschehen dabei zu sein. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Spritzige Dialoge und Wortgefechte haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht und auch die erotischen Szenen waren sehr schön beschrieben. Die Mischung aus Liebesgeschichte und der Geschichte um Nathaniels Gabe, die er als Fluch sieht, ist gut ausgelotet und bis zum Schluss spannend.

Aber nicht nur der Schreibstil von Britta Strauß ist besonders. Die Autorin versteht es ebensogut, ihren Figuren Leben einzuhauchen, sie für den Leser lebendig zu machen. Jo ist eine starke, bewunderswerte Frau, die nach Kräften versucht, trotz ihrer finanziellen Probleme und der fehlenden Hilfskräfte, ihr Leben zu meistern, um die Farm zu erhalten. Nathaniel hingegen ist ein eher ruhiger, nachdenklicher und besonnener Mann, der durch seine Abstammung eine ganz andere Einstellung zum Leben hat als Jo – was einige Konflikte zwischen den beiden aufwirft.

Ich konnte mit den beiden mitfühlen, mitfiebern und ihre Handlungen und Gedanken gut nachvollziehen. Die Gefühle zwischen Nathaniel und Jo bauen sich nach und nach auf – ich würde es als gefühlvolles Antasten beschreiben – was äußerst gut gefallen hat.

Fazit

Nathaniels Seele war ein wahres Lesevergnügen! Poetisch, emotional und spannend von der ersten bis zur letzten Seite, mit einem aufsehenerregenden Ende. Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle, die gerne romantische Liebesgeschichten lesen. Aber auch jene, die gerne einen Touch Mystery bevorzugen, werden voll auf ihre Kosten kommen. (AH)

Von mir gibt es 5 von 5 Punkte und weil mich dieser Roman vollkommen verzaubert hat, vergebe ich zusätzlich den Amazing-Button.

  (14)
Tags:  

  

 
12 Ergebnisse