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Zeitenzauber
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(265)

581 Bibliotheken, 10 Leser, 7 Gruppen, 93 Rezensionen

venedig, zeitreise, liebe, anna, vergangenheit

Zeitenzauber

Eva Völler , Tina Dreher
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Baumhaus Verlag, 01.08.2011
ISBN 9783833900266
Genre: Kinder- & Jugendbuch

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In dieser ganz besonderen Nacht
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(133)

302 Bibliotheken, 5 Leser, 5 Gruppen, 100 Rezensionen

san francisco, liebe, geist, tod, geister

In dieser ganz besonderen Nacht

Nicole C. Vosseler
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei cbj, 25.02.2013
ISBN 9783570155349
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Für all die verwaisten Seelen dieser Welt,
die darum kämpfen, wieder heil und ganz zu werden. Widmung

Inhalt:

Amber ist gerade 16 Jahre alt, als ihre Mutter nach knapp zwei Jahren den Kampf gegen Krebs verliert. Kurz nach der Beerdigung bekommt ihr Vater Ted das Sorgerecht für sie und nimmt sie mit von Deutschland nach San Francisco. Amber ist zwar zweisprachig aufgewachsen, dennoch kommt ihr in diesem Land alles fremd vor. Als Amber überfallen wird und auf der Flucht ist, landet sie zufällig in einem alten verlassenen Haus. Dort lernt sie Nathaniel kennen, den Jungen, der immer dieselbe Kleidung trägt. Sie verliebt sich in seine ruhige Art. Endlich nach langer Zeit findet sie wieder Jemand, mit dem sie offen über die letzten Jahre, während der Krankheit ihrer Mutter sprechen kann. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen, ohne zu wissen, dass Nathaniel nicht einfach ein obdachloser, charmanter, verträumter und verständnisvoller Junge ist, wie anfänglich vermutet. Amber entdeckt ihre besondere Gabe erst durch Nathaniels Nähe. Ein langer Weg auf der Suche nach sich selbst beginnt und dieser Weg ist ganz schön gespenstisch.

Das Jahr, das kurz nach meinem sechzehnten Geburtstag
im Dezember begann und an dessen Ende
mein Herz aufhörte zu schlagen. Zitat Seite 7

Handlung & Charaktere:

Einfühlsam und Melancholisch, umgeben von einer unsichtbaren Trauer umschreibt die Autorin Nicole C. Vosseler die Hauptprotagonistin Amber Seemann. Das Mädchen wirkt anfänglich ganz durchschnittlich normal, wie ein typischer Teenager. Doch bereits zu Beginn ändert sich das Bild über dieses besondere Mädchen ziemlich schnell. Die Autorin beschreibt den Tod der Mutter von Amber so sensibel und doch ausführlich, so dass man als Leser mit dem jungen Mädchen mitleidet. Die Protagonistin wird nach außen hin stark und tapfer beschrieben, aber wie es in ihr aussieht, wird erst später klar. Die tiefe Trauer über den Verlust, den Schmerz während der Sterbensphase ihrer Mutter, all das spiegelt sich plötzlich in dem beschriebenen jungen Wesen. Gleich zu Beginn als Amber in Amerika ankommt, führt uns die Autorin durch die neue Stadt. San Francisco wird so detailgetreu beschrieben, als würde man selber durch die Straßen laufen. Die pastellfarbenen Uni Häuser, die Cable Cars und die steilen Straßen. Auch wenn diese Handlungsortbeschreibung für Einige eher langatmig erscheinen mag, finde ich, dass sie die richtige Basis für Ambers besondere Ausflüge ist. Man kennt praktisch den Weg zu dem verlassenen Haus, in dem Nathaniel haust. Im ersten Drittel scheint man hier in einer bereits bekannten Teenie Bekanntschaft zu lesen, doch die Autorin schafft durch ihren besonderen Schreibstil und das Auftauchen verschiedener, besonderer Charaktere, die Spannung von Kapitel zu Kapitel zu steigern. Die Geschichte läuft mehrgleisig, so dass man als Leser nie sicher sein kann, was einen wirklich erwartet. Dies macht dieses Jugendbuch besonders. Die Covergestaltung ist, wie ich finde, passend zum Inhalt gewählt. Inhaltlich liest man aus zwei Perspektiven, die wiederum kursiv Kapitelweise hervorgehoben werden. Einmal aus Sicht von Amber und aus der Sicht von Nathaniel, der seine Sehnsucht, seine Leidenschaft, seine Gefühle für Amber mit dem Leser teilt. Auch die Charaktere Matt und Holly, die eine große Rolle in dieser Geschichte spielen, sind stark, auffallend und prägend. Matt der durchgeknallte Asiate, der Ambers besondere Gabe teilt, als auch Holly, die verrückte und farbenfrohe gute Seele.

Millionen Geistwesen wandeln über die Erde ungeseh´n,
ob wir wachen oder wenn wir ruh´n. John Milton Zitat Seite 159

Mein persönliches Fazit:

Ein Buch in dem Trauer und Glück so nah beieinander liegen. Mein erstes Buch von Nicole C. Vosseler. Das Cover hat mich gleich in der Vorschau des Verlages angesprochen und der Klappentext klang so mystisch und vielsprechend, dass ich es unbedingt lesen wollte. Ich bin mehr als überrascht und tief berührt von dieser wunderbaren Geschichte, die mein Herz berührt hat. Neben Tod und Liebe dieses jungen Mädchens taucht man in eine geheimnisvolle Zwischenwelt voller anfänglicher Rätsel. Ein wahrer Pageturner, der nicht nur für junge Leser geeignet ist. Wunderbar ergreifend.

buecherkaffee.blogspot.de

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Everlight
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(53)

95 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

tod, cyrus, unsterblichkeit, liebe, droemer knaur

Everlight

Avery Williams , Sabine Thiele
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.12.2012
ISBN 9783426653265
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Warum sich nach etwas aus der Vergangenheit sehnen, wenn die Zukunft so viel Besseres bringt? Zitat Seite 24

Inhalt:
Seraphina liebt Cyrus und Cyrus liebt Seraphina. Was anfänglich als eine bezaubernde und unendliche Liebesgeschichte wirkt, nimmt nach 600 Jahren eine andere Wendung und aus der einst liebenden Seraphina wird eine Flüchtige. Seraphina hat vor 600 Jahren ein Elixier zu sich genommen um für immer an Cyrus Seite zu bleiben. Mit diesem Elixier löst sich ihre Seele von ihrem Körper und somit hat sie über Jahrhunderte die Möglichkeit, stetig wenn ihr momentaner Körper erschöpft und gebrechlich wird, sich einen beliebigen Körper auszusuchen. Fatal ist jedoch, dass dieser Mensch ungewollt sterben muss um Seraphina am Leben zu erhalten. Nach knapp 600 Jahrhundert Jahren hat Seraphina nicht mehr die einstig großen Gefühle für Cyrus. Er ist besitzergreifend, engt sie ein. Seraphina will wieder frei sein und um dieses Ziel zu erreichen, muss sie sterben.

Sterben ist das Tapferste, Menschlichste, was ich in den sechshundert Jahren getan habe. Zitat Seite 32

Handlung & Charaktere:
Avery Williams ist mit diesem Buch ein außerordentliches Debüt gelungen. Ihr Schreibstil und der Aufbau der Handlung sind gut durchdacht und präzise aufgebaut. Trotz den Zeitsprüngen gelingt es ihr, den Leser in der Handlung zu halten ohne ihn zu verwirren. Man ist immer am aktuellen Handlungsort ohne den Faden zu verlieren. Die Beschreibung der Charaktere ist ausgefeilt und so unterschiedlich, dass alle für sich einen Reiz bergen. Seraphina beispielsweise ist trotz ihrer Unsterblichkeit so menschlich und sensibel und unterscheidet sich in einer ganz besonderen Art von Cyrus. Seraphina hat Respekt vor dem Leben. Sie nimmt sich nicht wahllos einen Körper nur weil ihrer schwächelt, sie sucht sich nicht lebensbejahende Menschen aus, sondern welche, die es satt haben. Sie kämpft bei jedem Körperwechsel gegen das Gefühl an, jemanden töten zu müssen um sich seinen Körper anzueignen. Ganz gegensätzlich ist Cyrus. Er ist nahezu besessen sich „Opfer“ oder einen neuen Körper für Seraphina auszusuchen. Frauen, die ihr ähneln, Frauen, die Lebenslustig sind und Zukunftspläne haben, fallen meist in sein Beuteschema. Er ist egoistisch, besitzergreifend und berechnend und hat dennoch so eine anziehende Aura. Sein Erscheinungsbild ist makellos, er wirkt sensibel und dennoch männlich und stark. Ein so ungleiches Paar, wie man es selten gesehen hat. Was einem anfänglich wie eine wundervolle, bedingungslose und unendliche Liebe erscheint, ist eigentlich eine Art Gefängnis für Seraphina. Die Autorin hat den Übergang von der anfänglichen Romantik zur spannenden Hetzjagd so fantastisch umgesetzt, dass man sich nicht losreißen kann und wissen möchte, wie es weiter geht.

Ich fahre mit weit geöffneten Fenstern und saugt die Welt und die frische Luft ein, solange ich noch Zeit habe. Zitat Seite 51

Mein persönliches Fazit:
Fantasy ist eigentlich nicht mein bevorzugtes Genre aber ich musste überraschenderweise feststellen, dass mir die Geschichte von Seraphina und Cyrus sehr gut gefallen hat. Der Spannungsverlauf ist stetig steigend und man erlebt die Zeitsprünge und die verschiedenen Handlungsorte so intensiv mit, als erlebe man die Geschichte direkt durch Seraphinas Augen. Ein gelungener Fantasy Roman, der fast schon zu kurz gehalten wurde und man bewusst versucht langsam zu lesen, um länger in den Genuss kommen zu können. Ein wirklich gelungenes Debüt der Autorin Avery Williams.

© Rezension: Aygen buecherkaffee.blogspot.de

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See der Träume
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41 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

familie, familienroman, lucy, liebe, glas

See der Träume

Kim Edwards , Gesine Schröder
Fester Einband: 477 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 21.07.2011
ISBN 9783352008092
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Inhalt:

Lucy Jarrett ist Ende Zwanzig, als sie beschließt sich eine Auszeit zu nehmen und von Japan, ihrem aktuellen Wohnort zurück in die Heimat nach New York zu fliegen um ihre Familie zu besuchen. Sie steckt gerade in einer Sinnkrise. Seit sie mit ihrem Freund Yoshi von Jakarta nach Japan gezogen ist, hat sie keine Arbeit mehr und ist frustriert, was sich auch auf ihre Beziehung auswirkt. In New York angekommen, erfährt sie von ihrem Bruder, dass er Vater wird und wieder im alten Eisenwarenladen des Onkels anfängt. Lucy ist verwirrt. Ihr Vater und ihr Onkel Art hatten sich im Streit getrennt und das Geschäft blieb im Besitz ihres Onkels. Lucy ist enttäuscht, sie trauert selbst nach 10 Jahren immer noch um ihren Vater und versteht nicht, warum ihre Familie inzwischen mit dem Onkel Kontakt hat. Vieles scheint sich verändert zu haben, seit sie vor Jahren weg ist. Die Mutter hat inzwischen jemand kennengelernt und das Elternhaus wird nur noch zimmerweise genutzt. Für Lucy scheint es, als hätte sich jeder weiterentwickelt, obwohl sie doch diejenige war, die damals weg ist. Auf der Suche nach innerer Ruhe und Klarheit im Elternhaus, entdeckt Lucy in einer Mauernische Zeitungsartikel und Briefe, die auf eine Vorfahrin bzw. Verwandte weisen, die wohl zu seiner Zeit aus der Familie verstoßen wurde. Bei der Suche nach dem Grund stößt Lucy auf immer wieder seltsame Fügungen, geschichtliche Ereignisse und Zusammenhänge aus der Vergangenheit, die sie auf dem Familiengeheimnis näher bringen.

Das habe ich in meinem kurzen Leben immerhin gelernt: Handele nicht aus Zorn. Handele aus Liebe oder lass es bleiben. Zitat Seite 332

Handlung & Charaktere:
Die Autorin schreibt feinfühlig über die Trauer der Protagonistin. Ihre Unentschlossenheit, ihre Liebe zu ihrem Partner Yoshi. Sie vermisst ihn und doch fühlt sie nicht, dass sie mit ihm wirklich angekommen zu sein scheint. Während sie ihre Familie beobachtet, hat sie den Eindruck vor Jahren stehengeblieben zu sein. Ihr Bruder ist bereits in der Familiengründung und auch wieder im Familien Schlüsselimperium. Lucy hat keine Arbeit, keine Familie und selbst ihre Partnerschaft hatte schon schönere Zeiten erlebt. Die Autorin baut immer wieder in die laufende Handlung geschichtliche Ereignisse ein, die selbst mit dem Familiengeheimnis zusammen zu hängen scheinen. Der Aufbau ist anfänglich verwirrend, da man praktisch Jahrzehnte überspringt und geschichtliche Ereignisse wie über den Halley’schen Kometen oder sogar die Irokesen liest. Dank dem Schreibstil gelingt es der Autorin, die Leser dennoch gekonnt auf die wirklich wichtige Handlung im Buch zu lenken. Die verstoßene Verwandte Rose, die einst im 19. Jahrhundert Buntglasfenster in Auftrag gab und diese durch Zufall in der Gegenwart von Lucys alten Jugendliebe restauriert werden, der inzwischen eine eigene Glasbläserei hat und einen 6jährigen Sohn. Keegan bringt Lucy nach all den Jahren immer noch durcheinander und ihre Gefühle für ihn scheinen nicht wirklich gänzlich erloschen zu sein. Ein Roman, der so facettenreich ist, gefüllt mit Verrat, Intrigen, Liebe und der Trauer um den Vater. Kim Edwards ist es gelungen einen spannenden gefühlsechten Roman zu schreiben, der den Leser auf Reisen, durch längst vergessene Zeiten schickt und doch den Abschluss im Hier und Jetzt findet.

Aber meinst du nicht, dass die Vergangenheit für die Gegenwart eine Rolle spielt? Zitat Seite 70

Mein persönliches Fazit :
Leider ist das mein erstes Buch von Kim Edwards, damals nach Erscheinen des Buches „Die Tochter des Fotografen“ war ich unentschlossen, ob mir das Buch gefallen könnte, aber nach „See der Träume“ weiß ich, dass ich das schleunigst nachholen muss. Kim Edwards Schreibstil hat mir sehr gefallen. Schöne Landschaftsbeschreibungen und die charakterstark dargestellte Protagonistin runden das Geheimnis um die verstoßene Rose und deren Tochter Iris ab.

© Rezension: Aygen buecherkaffee.blogspot.de

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Die Bücherflüsterin
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83 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 11 Rezensionen

geister, liebe, indien, buchladen, jasmine

Die Bücherflüsterin

Anjali Banerjee , Karin Dufner
Flexibler Einband: 319 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 14.10.2011
ISBN 9783442378340
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Inhalt:

Jasmine Mistry ist seit knapp einem Jahr geschieden und leidet immer noch sehr an der Trennung zu ihrer einst großen Liebe Robert. Als Ihre Tante sie um Hilfe in ihrer Buchhandlung in dem kleinen Ort Shelter Island bittet, zögert sie nicht lange und begibt sich auf den Weg. Jasmine ist allerdings ganz und gar nicht auf das vorbereitet, was sie dort erwartet. Bücher die selbständig aus Regalen fallen, Auslagen die sich von alleine verändern und ein neuer Mann namens Connor Hunt, der sie besser zu kennen scheint, als jeder andere Mensch, der ihr in letzter Zeit begegnet ist. Jasmine entdeckt nicht nur ihre Gabe, dass richtige Buch an die richtige Person zu bringen, sondern auch wieder ihre Hoffnung und ihren Glauben an die Liebe.

Und Sie verabreden sich nicht, weil ihr Ex ein mieser Dreckskerl ist und Sie sich deshalb nie wieder verlieben können. Zitat Seite 62

Handlung & Charaktere:

Die Autorin Anjali Banerjee hat hier eine Protagonistin erschaffen, die anfänglich zurückhaltend, frustriert und voller Trauer wirkt. Jasmine Mistry entwickelt jedoch von Seite zu Seite etwas Warmherziges und Sympathisches. Sie lernt die Liebe auf verschiedene Arten neu kennen, sei es Zwischenmenschlich oder auch die Liebe zu Büchern. Sie entdeckt ihre Gabe, die außer ihr nur ihre Tante besitzt, was auch der Grund war, um nur Jasmine den Laden, während der Abwesenheit der Tante anzuvertrauen. Die Buchhandlung der Tante ist so detailliert und mit besonderem Charme beschrieben, dass man am Liebsten Platz nehmen möchte und der Geschichte Vorort lauschen möchte. Verstaubte Regale voller alter Bücher, keine Neuheiten, keine Bestseller. Bücher, die sich verselbständigen und selbst Auslagen sich über Nacht verändern. Was nicht zu vergessen ist, längst verstorbene Autoren die zu Jasmine sprechen. Hier möchte man einmal wenigstens den Zauber ganz nah erleben. Auch Conner Hunt, der stetige Kunde in der Buchhandlung. Tagein tagaus mit demselben Outfit, der sich als Arzt ausgibt und mehr über Jasmine zu wissen bzw. zu erahnen scheint, als ihr Recht ist. Die Protagonistin, die sich anfänglich gegen die Annäherungsversuch des Kunden sträubt und die Beschreibung ihrer häufigen Zusammentreffen sind, wie auch die Dialoge wunderbar umgesetzt. Hier hat die Autorin wirklich etwas Besonderes geschaffen. Die Handlung selber fand ich wunderschön, passend zum Titel. Die Umsetzung der Story und der Magie ist der Autorin hier bis zum letzten Drittel wirklich gelungen. Leider hat man zum Ende hin eher den Eindruck als verliere man Zeit und der Verlauf nimmt schnell an Geschwindigkeit zu, so dass etwas von der Ruhe, Romantik, dem besonderen Flair verloren geht. Nichtsdestotrotz hat die Autorin hier ein Lesemuss für alle Bibliophilen geschaffen. Eine lockere leichte Lektüre für schöne ruhige Abende, in denen man abschalten und sich einfach mal wohlfühlen möchte.

Ein Buch ist keine gewöhnliche Ware. Bücher enthalten unsere Kultur, unsere Vergangenheit, andere Welten und das Mittel gegen Traurigkeit.
Zitat Seite 87

Mein persönliches Fazit :

Die Covergestaltung gefällt mir sehr gut, wobei zum Inhalt selber hätte ich mir etwas, wie der Titel vermuten lässt, eher mehr mit Büchern gewünscht. Aber die Farbgestaltung und diese kopflose Frau, strahlen gleichzeitig Freude und auch etwas Beruhigendes aus. Ein Cover das mich auf jedenfall ansprechen würde. Der Schreibstil locker und leicht, romantisch und mit dem richtigen Maß an Humor. Es ist als würde man einen Film schauen. Die Umschreibung und Textgestaltung gibt dem Leser die Möglichkeit, sich alles wunderbar bildlich vorzustellen. Der verstaubte Buchladen, verziert, vollgestellt und verzweigt. Der Strand und die kleinen Häuser. Shelter Island liest sich als wäre man schon dort gewesen. Die Protagonistin Jasmine Mistry hat sich gerade von ihrer großen Liebe, ihrem Ehemann Robert getrennt, bzw. wurde sie verlassen und als ihre Tante sie um ihre Hilfe in der eigenen Buchhandlung bietet, entschließt sich Jasmine kurzerhand einfach ihre Arbeit mitzunehmen und nach Shelter Island zu reisen. Jasmine ist Anlageberaterin und muss einige wichtige Präsentationen vorbereiten und glaubt in Shelter Island einem kleinen Ort, die nötige Ruhe zum Arbeiten und den Abstand zu ihrem Mann zu finden. Eigentlich versteht sie nichts von Büchern sondern eben etwas von Präsentationen. Zu dem Zeitpunkt weiß sie auch noch nicht, dass die Buchhandlung ihrer Tante ganz besondere Geheimnisse birgt. Der Aufbau und auch die Spannungssteigerung im Buch haben mir sehr gut gefallen, weniger jedoch, dass zum letzten Drittel hin man eher den Eindruck hat, das die Autorin eben doch zum Ende kommen möchte. Aber trotz diesem, für mich persönlichen Abriss zum Ende hin, kann ich doch noch sagen, dass es ein toller leichter Roman, mit einem Hauch Magie für schöne Lesestunden ist.

© Rezension: Aygen Buecherkaffee.blogspot.de

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LeseBlüten Band 9 - Schaurige Geschichten 2012
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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

anthologie, absolute kaufempfehlung!, halloween, spannung, grusel

LeseBlüten Band 9 - Schaurige Geschichten 2012


Flexibler Einband
Erschienen bei piepmatz Verlag, 01.10.2012
ISBN 9783942786171
Genre: Sonstiges

Rezension:

Traurig schüttelte der Tod den Kopf. „ Es mangelt auch nicht an Kontakten. Ich treffe ja täglich unzählige Menschen, aber es ist eben immer nur kurz. Da kann sich kein freundschaftliches Verhältnis aufbauen.“
Zitat Seite 8 (Guten Tag, Tod mein Name von Kerstin Jordan)

Klappentext:
In der Hölle ist man per du, Dämonen haben Nachwuchssorgen, der Tod braucht eine Gesprächstherapie, Geister über Rache, Bäume haben Blutdurst und das mit dem Froschkönig war ja eigentlich auch alles andere als harmonisch und märchenhaft.

Mein persönliches Fazit:
Für gewöhnlich fange ich Anthologien nie mit der ersten Geschichte an. Ich weiß nicht warum, aber ich denke mir immer, das ist doch eine Gelegenheit ein Buch auch mal beispielsweise in der Mitte zu beginnen oder sogar mit den letzten Seiten. Diesmal jedoch hat mich der Titel der ersten Geschichte sofort angesprochen und ich habe mich so gut amüsiert und musste an vielen Stellen laut lachen. Eine wirklich gelungene Kurzgeschichte. Das Besondere an dieser Ausgabe „Leseblüten -Schaurige Geschichten“ ist, es sind hier nicht alle Geschichten zwanghaft schaurig, es gibt die ein oder andere Geschichte vollgepackt mit schwarzem Humor oder tatsächlich auch Geschichten wie beispielsweise „Alte Autos von Nicole Schröter“, die einem einen Schauer über den Rücken jagen. Meine erste Ausgabe „Leseblüten“ hat mich wirklich positiv überrascht und herrlich amüsiert. Ein Buch das praktisch für die kurzen freien Momente, eine Gelegenheit bietet, sich immer wieder neu unterhalten oder sogar gruseln zu lassen. Für mich persönlich sind Anthologien wirklich toll. Denn oft ist man vielleicht unterwegs oder hatte einen verrückten Tag und es fehlt einem an der nötigen Ruhe, da hat man hier praktisch die Gelegenheit nach Lust und Laune sich entführen zu lassen.

© Rezension: Aygen

Folgende Autoren sind Teil dieser Anthologie:
Kerstin Jordan, Daniel Bakker, Deetje Fehlings, Lorenz-Peter Andresen, Daniel Heinrich, Mischa Heißmann, Gabriela Bornemann, Silke Wiest, Anneliese Haderer, Brunhilde Maria Cronauge, Kerstin Ax, Verena Kalter, Daniela Hauch, Vera C. Koin, Nicole Schröter, Tina Birgitta Lauffer, Frank Wallner, Nils Momme Hinrichs, Sabine Kohlert, Kamila Stadniczuk, Nathalie C. Kutscher, Claudia van Es, Volker Liebelt, Heidi Hensges, Ann-Kathrin Walz, Steffi Schaaf, Hans P. Holzer, Daniel Heinrich, Stefan Vogeley, Angela Pundschus, Manuela Inusa, Gabriele Lortz, Carola Kickers, Daniel Schwarz Carigiet

buecherkaffee.blogspot.de

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Rimbaud und die Dinge des Herzens
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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

paris, suche, charly, frankreich, entdecken

Rimbaud und die Dinge des Herzens

Samuel Benchetrit , Olaf Matthias Roth
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 01.06.2012
ISBN 9783746628288
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Meine Mutter gehört zu den Menschen, die überzeugt davon sind, dass die Schule eine Chance fürs Leben ist und dass die blöden Lehrer immer recht haben. Wenn man ihr erklären würde, an meinen Problemen wären meine Beine schuld, dann würde sie mir die bestimmt abhacken.
Zitat Seite 12

Inhalt:
Der 10jährige Charly ist ein kluger und aufgeweckter Junge. Er lebt mit seiner Mutter und seinem Bruder Henry in einem heruntergekommenen Hochhausblock in einer Pariser Vorstadt. Charly ist es inzwischen gewohnt, dass ab und an die Polizei vorbeikommt, doch meist ist es wegen seinem drogensüchtigen Bruder Henry. An einem Tag, frühmorgens als Charly sich auf den Weg zur Schule macht, sieht er wieder die Polizei das Gebäude betreten, er folgt ihnen und sieht wie seine Mutter mitgenommen wird.

Ich mag lieber Mädchen, die nach vorn blicken. Die das gelesen haben, was man selbst nicht gelesen hat. Die Musik lieben, die man selbst nicht kennt. Die einen ein Land entdecken lassen, das sie bereits kennen. Meine Frau wird einmal älter sein als ich, das schwöre ich Ihnen!
Zitat Seite 85

Handlung & Charaktere:
Der junge Protagonist Charles genannt Charly, ist trotz der Schicksalsschläge, die er in seinem jungen Leben schon erleben durfte, ein aufgeweckter, fröhlicher Junge. Der Autor Samuel Benchetrit verleiht Charly eine besondere Aura. Sein Schreibstil aus Sicht des Jungen ist sehr gut gelungen. Obgleich wir hier von einem 10jährigen Jungen durch die Geschichte geführt werden, hat die Geschichte eine besondere Tiefe und Ernsthaftigkeit. Charly beschreibt auf seine Art und Weise, die Drogensucht seines Bruders, das Verlassen werden vom Vater, die fürsorgliche Mutter sowie seine erste große Liebe zu seiner Mitschülerin Melanie Renoir.

Der Protagonist Charly wirkt überlegen und klug. Er ist im Gegensatz zu den anderen Kindern, seinen Freunden im Viertel ein besonders veranlagter Junge. Seine Interessen gelten, nicht nur altersentsprechend, dem Spielen mit Freunden sondern auch der Poesie und dem Lesen. Besonders gern besucht Charly den Französischunterricht, um dort immer wieder neue Gedichte zu lernen oder lässt sogar ein Buch aus der Bücherei mitgehen, um es zu lesen und später zurückzubringen. Bis hierhin klingt es nach einer wunderschönen Geschichte, mit den kleinen Ecken und Kanten des Lebens. Charly ist es inzwischen gewohnt, dass häufig die Polizei vor der Tür steht, um nach dem Bruder Henry zu fragen, aber an diesem Tag, sieht Charly wie seine Mutter mit einer Tasche in der Hand abgeführt wird. Selbst als Charly seine Mutter, wie so oft, in so einem Moment anlächelt, reagiert diese nicht wie gewohnt, sondern lässt Charly einfach unbeachtet.
Während Charly verwirrt durch die verschmutzten Straßen irrt und Antworten auf seine Fragen sucht und auch wissen möchte, wohin seine Mutter gebracht wurde, kommt er der Wahrheit immer näher. Diese Wahrheit könnte Charly das Herz brechen. Samuel Benchetrit lässt uns auf eine komisch kindliche Art und dennoch tiefsinnig und sensibel das Leben von Charly erleben.

[Rimbaud…] Früher, ich weiß es noch genau, da war mein Leben ein Fest, wo alle Herzen aufgingen und der Wein in Strömen floss. Eines Abends setzte ich mir die Schönheit auf den Schoß. – Und fand sie bitter. – Da verfluchte ich sie. Ich wappnete mich gegen die Gerechtigkeit. Ich floh, O Zauberinnern, Leiden, Hass, ausgerechnet euch wurde mein Schatz anvertraut!
Zitat Seite 254

Mein persönliches Fazit:
Charly hat mich durch seine Straßen geführt. Mit Kinderaugen und Kindermund habe ich die Wahrheit der Geschichte erlebt. Seine Sichtweise, seine reines Herz, seine Gutgläubigkeit, seine Neugier. All das vermittelt Charly. Er wirkt zeitweise Erwachsen und dennoch schafft er es im Gleichgewicht zu bleiben. Seine Ausdrucksweise ist ungewollt komisch und er beschreibt seine Liebe zu Melanie Renoir, seiner Mitschülerin, so kindlich rein und dennoch voller Leidenschaft. Aus Kindersicht eine Pariser Vorstadt, mit all ihren dunklen Ecken. Dem drogensüchtigen Bruder, der lieber weg ist, als seiner Familie größeren Schmerz hinzuzufügen und dem Schicksal des erneuten Verlustes den Charly erlebt.

© Rezension: Aygen

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Kann denn Fado fade sein?
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dummheit, intellektuelle unverantwortlichkeit

Kann denn Fado fade sein?

Christina Zacker
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 01.06.2012
ISBN 9783453602472
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Inhalt:
Dieses Buch beschreibt sowohl die anfänglichen Schwierigkeiten beim Auswandern, als auch das Ankommen in der neuen Heimat. Nicht nur Startschwierigkeiten, sondern auch den Beginn einer neuen Zukunft. Egal, ob es sich dabei um Einwanderer handelt, Langzeiturlauber oder die, die einfach mal raus wollen, Europa erobern. Portugal wird einerseits als gemütlich, bequem und andererseits schillernd, verrückt und eigensinnig beschrieben, so dass es praktisch ein Reise- bzw. Lebensbericht der besonderen Art ist.

Meine persönliche Meinung:
Die Autorin Christina Zacker liefert hier ihren persönlichen Reisebericht, der es in sich hat. Die Eigenarten der Portugiesen und der Alltag ist so wunderbar und komisch beschrieben, dass man trotz der verrückten Momente Lust bekommt, diesem Mut nachzueifern und einen großen Schritt in ein neues Leben zu wagen. Obwohl ich ja noch nie ins Ausland gezogen bin, kam mir das anfängliche Umzugschaos bekannt vor. Christina Zacker beschreibt ihren Alltag und den Umgang mit den liebenswerten Portugiesen so herzlich, komisch und ehrlich als würde man einer Freundin gegenüber sitzen, die davon erzählt. Kurzwellig, mit dem richtigen Maß an Ironie. Die Autorin lässt uns spüren, wie organisiert und diszipliniert wir hier in Deutschland leben und die Südländer eben mit einer Leichtigkeit das Leben meistern, an der es uns manchmal fehlt. Wunderbar finde ich die kleinen Tipps, die die Autorin immer wieder über Orte, Städte, portugiesische Wörter und deren Bedeutung sowie das Essen gibt. Immer wieder erscheinen Absätze, hervorgehoben in kursiver Schrift, mit dem Vermerk:

kleine Notiz am Rande:

Nichtsdestotrotz weißt sie auch auf die Schwierigkeiten hin, die auf einen zukommen können. Man hat eine blumige Vorstellung vom Auswandern, weil man eben Sonne, Strand und Meer immer in Verbindung mit Urlaub kennt. Auch die Preise kommen einem so günstig vor, wenn man im Jahr für ein paar Wochen Vorort ist. Dennoch schafft sie neben den wunderbaren Beschreibungen, wie hier:

Allein der Blick aufs Cabo da Roca, auf meinen Leuchtturm ist tagtäglich ein Traum. Nachts, wenn alles still ist, hört man das Meer an den 140 Meter hohen Klippen toben…
Zitat Seite 277

Auch den Leser darauf aufmerksam zu machen, dass eben das Leben anders ist als Urlaub wie beispielsweise hier:

Im Süden ist alles leichter, in Portugal lebt man billiger! Ich weiß mittlerweile, dass solche und viele andere Vorstellungen ganz falsch waren, die mir und wohl so manchen, der nach Portugal auswanderte, im Kopf herumspukten….
Zitat Seite 277

Ein toller und lebendig geschriebener Reisebericht für Portugalliebhaber und die, die planen noch nach Portugal zu gehen.

© Rezension: Aygen
buecherkaffee.blogspot.de

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Irgendwo ist immer jemand, der dich liebt
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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

kanada, vater, sohn, eishockey, weihnachten

Irgendwo ist immer jemand, der dich liebt

Pierre Szalowski , Nathalie Lemmens
Fester Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Bertelsmann, C, 01.11.2012
ISBN 9783570101568
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Die schlimmsten Schmerzen sind auch immer die stillsten. Zitat Seite 45

Inhalt:
Eishockeyprofi Ladouce wird aufgrund seiner Eskapaden aus der Mannschaft in Montreal verbannt und nach Winnipeg versetzt. Nach sieben Jahren wird er zurück nach Montreal in seine alte Mannschaft zurück geordert und glaubt, noch einmal seiner Karriere so den nötigen Schub zu geben. Von sich überzeugter als je zuvor, kehrt ein selbstverliebter und selbstbewusster Ladouce, nach Jahren zurück, in dem Glauben, dass alle ihn mit offenen Armen empfangen werden. Als er an Weihnachten in der alten Heimat auftaucht, stellt er ziemlich schnell fest, wie er ersetzt wurde. Sein Status ist nicht mehr derselbe. Er ist nicht mehr der Sportler, mit Fanscharen. Er ist nur durch sein negatives Verhalten in Erinnerung geblieben und seine Fans und die einstigen Freunde lassen ihn spüren, wie sehr sein Verhalten damals alles zerstört hat und was er eigentlich verloren hat.

Nicht weinen. Irgendwo ist immer jemand, der dich liebt. Zitat Seite 47

Handlung & Charaktere:
Der Autor Pierre Szalowski hat hier ein wundervolles Werk vollbracht. Seine Wortwahl und die Schaffung einer besonderen Atmosphäre sind ihm gelungen. Das leerstehende Luxushotel Saint- Régis vermittelt trotz mangelnder Gäste ein Geborgenheitsgefühl. Man spürt den Schutz, die Wärme und diese Vertrautheit. Trotz trauriger Ereignisse, die sich ergeben und auch die Hasstriaden und bissigen Bemerkungen gegenüber Ladouce, schafft der Autor immer wieder durch Situationskomik, diese Momente aufzulockern, ohne dem Leser den Sinn für das wirklich Wichtige zu rauben. Der Protagonist wird anfänglich sehr selbstbewusst dargestellt, doch schnell merkt man, wie einsam er wirklich ist, wie ihm von Seite zu Seite, die Wirklichkeit und auch seine eigene Person immer wieder vor Augen geführt wird. Jeder hält ihm einen Spiegel vor und er muss feststellen, dass der einstige Glanz schon lange verblasst ist. Zurück bleibt ein Mann, der seine besten Jahre mit Alkohol und wilden Partynächten so übertrieben hat, dass die großen Schlagzeilen schon lange nicht ihm gelten und die letzten Artikel lediglich seinen Absturz und seine Eskapaden zeigen. Er stellt fest, dass ehemalige Mannschaftskollegen und Freunde, lange vorher die Reißleine gezogen haben und ihr wahres Glück gefunden haben. Ladouce wird einerseits Einsam, ja sogar passagenweise jugendlich, kindlich naiv dargestellt, wenn er so vor dem Fernseher sitzend David Copperfield verfolgt oder gar sich wie ein schmollendes Kind verhält, das nicht das gewünschte Spielzeug erhält und andererseits als prolliger Starhockeyspieler, der komplett an Selbstüberschätzung leidet. Diese charakteristische Darstellung des Protagonistin macht ihn besonders. Er ist äußerlich erscheinend ein richtiger „Kerl“, der eigentlich nach Geborgenheit und Wärme sucht und feststellt, wie wertvoll einst die Freunde und die Familie waren und welche Bedeutung dieser Sport wirklich für ihn hatte. Also Ladouce den 7 jährigen Sohne eines Zimmermädchens im Hotel kennenlernt, beginnt er über all die vergangen Jahre nachzudenken. Nicht nur an die rauschenden Nächte, sondern auch an den Ladouce, der er war, bevor der Ruhm ihm den Sinn geraubt hat.

Mein persönliches Fazit :
Das ist mein erster Roman vom Autor und ich muss sagen, der Titel hat mich schon angesprochen, weil er eben außergewöhnlich klingt. Aber was mich wirklich dazu bewegt hat, dieses Buch auch wirklich lesen zu wollen, war der Klappentext. Ein Profi Eishockeyspieler, der skandalös und wild gelebt hat und so ziemlich alles aufs Spiel gesetzt hat. Seinen Ruhm, sein Ansehen, das Vertrauen seiner Fans und auch den Glauben seines Vaters in seine sportlichen Fähigkeiten. Wie so oft spielt das Leben eben anders als man denkt und man kann am höchsten Punkt seines Lebens mit einem Mal alles verlieren was einem wichtig war. Dieses Buch zeigt den Kampf um den inneren Schweinehund und den langen Weg eines Sportlers auf der Reise zu sich selbst und der Wiederherstellung seines einstigen Ruhms. Geld verdirbt den Charakter wird hier deutlich. Der Abstieg im Leben geht schneller als man denkt und man sollte stets im Umgang mit Anderen den Respekt voreinander wahren, egal wie weit man oben steht, um nicht sich selbst zu verlieren und vielleicht sogar, das wichtigste das uns halt gibt. Die Freunde und die Familie. Ein wahrer Pageturner, der mich überrascht hat. Ich werde mir definitiv noch „Bei Kälte ändern die Fische ihre Bahnen“ zulegen und lesen, da der Titel außergewöhnlich klingt und der Schreibstil des Autors mich begeistert hat, bin ich jetzt schon gespannt.

© Rezension: Aygen
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Du mich auch
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rache, liebe, humor, ellen berg, frauen

Du mich auch

Ellen Berg
Flexibler Einband: 302 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 20.09.2011
ISBN 9783746627465
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Inhalt:
Das Trio fatal kommt nach 25 Jahren auf dem Klassentreffen wieder zusammen. Der ehemalige Mädchenclub der Schule ist erwachsen geworden. Katharina die Große, Bella Beatrice und Evi Forever. Ein Dreiergespann, das zur Schulzeit jede Menge Spaß hatte. Alle drei Frauen haben etwas gemeinsam. Sie sind in einer unglücklichen Beziehung. Sie wurden betrogen, belogen, hintergangen und ihrer Würde beraubt. Das alles hat jetzt ein Ende. Die Drei, inzwischen erwachsenen Frauen, mögen sich optisch verändert haben, aber sie entdecken sehr schnell ihr altes Ich und beschließen kurzerhand, dieses Wiedersehen auf eine besondere Art zu zelebrieren und ihre Männer sollen dabei nicht leer ausgehen.

Aber wahre Rache ist ein Gericht, das kalt genossen wird. Zitat Seite 59

Handlung & Charaktere:
Die Autorin Ellen Berg hat drei wundervolle Charaktere erschaffen. Ob die sensible und fürsorgliche Hausfrau und Mutter Evi oder Katharina, die erfolgreiche und konservative Staatssekretärin bis hin zu Beatrice, die Presenterin einer Agentur. Die Hauptfiguren werden bildlich und detailliert beschrieben. Anfänglich wirken sie auf einen selbstbewusst und voller Kampfgeist, mit beiden Beinen im Leben stehend. Schnell wird jedoch klar, dass es sich um eine Fassade handelt. Die Autorin hat diese ruhigen und emotionalen Momente zwischen den Frauen wunderbar umgesetzt. Der Schreibstil ist locker und flüssig zu lesen, hat aber auch die nötige Tiefe in den richtigen Momenten. Ellen Berg hat hier eine wundervolle Lektüre für gebrochene Herzen und alle Frauen geschaffen, die innerlich voller Tatendrang stecken und einfach noch auf den richtigen Augenblick warten, ihr wahres Ich und ihr Stärke leben zu können.

Für immer, für ewig, für uns! Zitat 119

Mein persönliches Fazit:
Herrlich!!!
Ein typischer Frauenroman, der sich leicht und locker in einem Rutsch lesen lässt. Eine Rachefeldzug, der es in sich hat. Die Drei sind mir ziemlich schnell ans Herz gewachsen. Jede Frau ist auf ihre besondere Art und Weise außergewöhnlich. Ich habe bei so vielen Passagen laut lachen müssen und war teilweise auch berührt über die Erfahrungen, die die drei Frauen über die Jahre erlebt haben. Obwohl es zeitweise ziemlich überzogen klingt, hat es genau meinen Nerv getroffen und mich sehr gut unterhalten. Eine besondere Freundschaft, die nach 25 Jahren ihr Revival erlebt und man den Eindruck hat, sie hätten sich nie aus den Augen verloren. Die perfekte Lektüre für gemütliche Abende und ein kleiner Ratgeber zur Ermutigung um das eigene Selbstbewusstsein zu stärken. Frauenpower Pur!

© Rezension: Aygen buecherkaffee.blogspot.de

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Morgen, Freundchen, wird's was geben!: 24 punschvergnügte Weihnachtsgeschichten: Der Adventskalender
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deutschland, weihnachten, kurzgeschichten

Morgen, Freundchen, wird's was geben!: 24 punschvergnügte Weihnachtsgeschichten: Der Adventskalender

Mia Jäger
E-Buch Text: 336 Seiten
Erschienen bei Knaur eBook, 01.10.2012
ISBN B008B1TKQA
Genre: Sonstiges

Rezension:

Weihnachten kommt jedes Jahr. Aber die richtige Entscheidung, auf die kann man nicht einfach warten. Die muss man fällen, wenn sie sich bietet

Zitat Seite 236 (Gabriella Engelmann – Schwere Entscheidung)

Klappentext:
Wer dem ganz normalen Weihnachtswahnsinn trotzen will, der braucht stahlharte Nerven und viel Humor. Kein Problem, denn in diesem Jahr hält der Nikolaus einen ganzen Sack voll vergnüglicher Weihnachtsgeschichten für Sie bereit. Ob romantisch mit Silke Schütze, märchenhaft mit Tanja Kinkel, makaber mit Markus Heitz, humorvoll mit Steffi von Wolff oder sexy mit Anne West: Mit diesen 24 turbulenten Weihnachtsgeschichten kommen Sie garantiert entspannt und punschvergnügt durch den Advent.

Mein persönliches Fazit:
Ob Weihnachtsverächter, Weihnachtsliebhaber, Pessimist oder Optimist - für jeden ist etwas dabei. Eine tolle Sammlung besonderer Autoren, die jeden Geschmack abdecken und von Geschichte zu Geschichte immer mehr auf die kommende Weihnachtszeit einstimmen. Eigentlich hätte ich mir ja gerne für jeden Tag eine Kurzgeschichte vorgenommen, aber es hat mir so gut gefallen, dass ich gleich mehrere am Stück gelesen habe und somit leider auch schon vor Weihnachten durch bin. Glücklicherweise findet man im Anhang noch tolle Weihnachts- bzw. Punschrezepte, die sicher in der besinnlichen Zeit getestet werden.
Der Aufbau bzw. die Zusammensetzung der Geschichten ist passend zusammengestellt. Eine gelungene Abwechslung zwischen Humor, Romantik, Spannung, Fantastik und Grusel. Das besondere an Anthologien ist, dass wirklich immer für jeden etwas dabei ist, für den einen mehr, für den anderen weniger. Für mich persönlich war es die perfekte Mischung. Außergewöhnliche Autoren, von denen mir bereits viele bekannt sind und hier wieder beweisen, dass sie kein ganzes Buch schreiben müssen um mich zu fesseln. Sie schaffen es auch, mich mit wenig Seiten und Worten in ihren Bann zu ziehen und zu begeistern. Wörtermagier wie ich sie liebe.

Ein tolle Geschenkidee zur Vorweihnachtszeit und warum nicht auch mal eine besondere Art des Adventskalenders? Es muss ja nicht immer Schokolade sein.
Denn es gibt Menschen, die können auch mit Worten den ein oder anderen Tag/Abend versüßen.

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Maria sucht Josef
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weinachten, liebe, weihnachten, kinder, maria sucht josef

Maria sucht Josef

Noemi Jordan , Nicole Joens
Flexibler Einband: 351 Seiten
Erschienen bei Piper, 10.10.2011
ISBN 9783492274036
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Inhalt:

Miriam ist Anfang 40 als Ihre Schwester und Ihr Schwager, beide Musiker, bei einem Autounfall ums Leben kommen. Sie übernimmt das Sorgerecht für ihre Nichte Anna-Sophie und ihren Neffen Bene. Miriam wird zudem von ihrem Partner Schwanger sitzengelassen und zieht ohne Job von Dresden nach München, um die Kinder nicht aus ihrer gewohnten Umgebung zu reißen. Inzwischen ist sie Hochschwanger und verschuldet. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie die Wohnung verlieren und das Jugendamt vor der Tür steht. Völlig verzweifelt und kurz vor der Entbindung kündigt ihr noch die Krankenkasse und ihre Ärztin will sie nicht behandeln. Durch eine nette Arzthelferin aus der Praxis erfährt Miriam von einer Hebamme, die auch unentgeltlich behandelt, doch um dort hinzukommen, müssen die Drei quer durch die Stadt und das mit 80 Cent in der Tasche. Kurzerhand hecken die Drei aus Verzweiflung den Plan aus, in ein Taxi zu steigen und sich eine Geschichte einfallen zu lassen um kostenfrei zu dieser Hebamme zu kommen. Joe der Taxifahrer, ein Hobby Country Musiker, nimmt seine Fahrgäste wie gewohnt auf, ungeahnt welchen Lauf diese Taxifahrt für ihn noch nehmen wird.

Miriams innerer Garten, einst eine beschützte Laube mit Apfelbäumen, Rittersporn und duftendem Jasmin, ist gänzlich verschwunden. Zitat Seite 9

Handlung & Charaktere:

Nicole Joens wählt für Ihren besonderen Roman "Maria sucht Josef" einen kalten, vorweihnachtlichen Schneetag in München. Während alle in froher Stimmung über den Weihnachtsmarkt schlendern und die Zeit genießen, fokussiert die Autorin vier besondere Menschen in all diesem bunten und lustigen Treiben. Die Charaktere beschreibt Nicole Joens treffend zur Lebenssituation. Die zwei kleinen Kinder sind auf ihre ganz besondere Art und Weise, quirlig, klug, gerissen und zugleich voller Trauer. Die Autorin stellt die missliche Lage der Protagonistin im Kampf gegen die Behörden mit einer menschlichen Kälte dar, wie man sie sich kaum vorstellen mag. Der Alltag einer verzweifelten jungen, hochschwangeren Frau mit zwei Ziehkindern, alleingelassen vom Staat, im Kampf um Ihre Familie wird so bedrückend beschrieben, dass man die Verzweiflung in jeder Zeile lesen kann. Auch Josef, genannt Joe, wirkt zwar bodenständig und trotz seiner derben, bayrischen Art dennoch so warmherzig.
Das Cover hingegen ist zwar nicht wirklich passend zum Inhalt gewählt, aber wunderschön weihnachtlich und fröhlich gestaltet, so dass es den Leser direkt anspricht.

Sein Kuss ist das Versprechen, da zu sein und sein Bestes zu geben, um Miriam zu halten, und zu teilen, was das Leben ihnen noch schenken wird. Zitat Seite 351

Mein persönliches Fazit:

Eine wunderschöne und zugleich traurige Weihnachtsgeschichte.
Wer noch an Weihnachtswunder glaubt, dem wird es beim Lesen ganz warm ums Herz. Eine zugleich herzzerreißende Geschichte über Mut, Kraft und Familiensinn. Mir persönlich hat die Geschichte sehr gut gefallen. Perfekt, um mich auf die kommende Weihnachtszeit einzustimmen. Idealerweise habe ich das Buch auch noch am ersten Schneetag im Oktober begonnen und konnte mir beim Lesen, die Kälte, den Schneematsch und das wilde Gewusel in den Straßen besonders gut vorstellen. Dieses Buch hat mich daran erinnert, dass uns ganz besonders im stressigen Alltag oft der Blick und die Sensibilität im Umgang mit unseren Mitmenschen fehlen. Unabhängig welche Jahreszeit ist, verfallen wir oft in das Schema viele in eine Schublade zu stecken ohne uns zu fragen, ob dieser Mensch an seiner Misere selber Schuld ist oder einen harten Schicksalsschlag erlitten hat. Sollten wir nicht lernen nicht über andere zu urteilen? Wie möchten wir gesehen und behandelt werden in der Not? Ich möchte nicht damit sagen, dass mein grundsätzlich mitleidig mit bedürftigen Menschen umgeht, den oft nutzen auch Menschen einfach die Gutgläubigkeit aus, sondern einfach vorsichtiger mit unserem Urteil über Andere. Bewusster leben, sehen und beobachten. Meines Erachtens ein wirklich gelungener Debüt Roman und garantiert ein Lesegenuss.

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Wenn die Nacht verstummt
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mord, kate burkholder, painters mill, familie, hass

Wenn die Nacht verstummt

Linda Castillo , Helga Augustin
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 23.05.2012
ISBN 9783596184521
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

"Schlaflosigkeit ist eine heimtückische Krankheit. Leise und unsichtbar raubt sie den Betroffenen nicht nur den Schlaf, sondern auch den Seelenfrieden, und das manchmal monatelang."
Zitat Seite 23

Inhalt:
Kate Burkholder ist seit 3 Jahren Polizeichefin im kleinen Ort Painters Mill in Ohio. Ihre Familie gehört den Amischen an, aber Kate selber hat sich in ihrer Jugend gegen das Leben bei den Amischen entschieden und ist aus der Gemeinde ausgetreten. Seitdem hat sie keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie. Inzwischen lebt sie typisch Englisch, wie die Amische die anderen außerhalb ihrer Glaubensgemeinschaft nennen. Die Polizeichefin Kate führt eine Fernbeziehung mit ihrem Kollegen, dem Ermittler John Tomasetti, dessen Hilfe sie auch diesmal wieder in Anspruch nimmt um den Täter zu stellen. Painters Mill ist eigentlich ein beschaulicher Ort und als drei Menschen der Slabaugh Familie in ihrer Jauchegrube tot aufgefunden werden, gehen alle von einem Unfall aus. Kate Burkholder und ihr Team stellen jedoch bei den Ermittlungen fest, dass es sich um einen Mord handeln muss. Als dann immer mehr Amische unbekannten Tätern zum Opfer fallen, beginnt die Hetzjagd und Kate hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Fall zu lösen.
Obwohl sie weiß, dass sie dadurch wieder mit ihrer ungeliebten Vergangenheit konfrontieren wird.

"Menschen über den Tod eines geliebten Verwandten zu informieren ist immer eine schwierige Sache. Mit anzusehen, wie sie den Boden unter den Füßen verlieren, und nichts dagegen tun zu können, hinterlässt ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit."
Zitat Seite 48

Handlung & Charaktere:
Die Autorin bleibt ihrem Handlungsort und ihrem Schreibstil, wie auch bereits in den letzten zwei Büchern „Die Zahlen der Toten“ und „Blutige Stille“ treu. Painters Mill und die dort lebenden ortsansässigen Amische sind immer noch der Mittelpunkt der Geschehnisse. Linda Castillo schafft es, trotz der uns bereits bekannten Ereignissen aus ihren Vorgeschichten, auch diesmal wieder eine gut durchdachte und spannende Geschichte zu liefern.
Besonders bemerkenswert und interessant, ist die beschriebene Lebensweise der Glaubensgemeinschaft. Amische leben wie im 17. Jahrhundert. Ohne Strom, ohne Gerätschaften meistern sie Ihren Alltag, leben weit abgeschieden von der ursprünglichen und modernen Zivilisation. Die Autorin ermöglicht uns einen besonderen Einblick und lässt uns auch an ihrer außergewöhnlichen Sprache „Pennsylvaniadeutsch“, welche immer wieder im Text auftaucht, teilhaben. Die Protagonistin wird beruflich als starke unabhängige Frau dargestellt und lässt auch in ihrer Beziehung keine unnötigen Gefühle zum Vorschein kommen. Jedoch äußert sich dafür ihre Schwäche in ihrem Alkoholkonsum. Immer wieder holt sie die Vergangenheit ein und sie erinnert sich an ihr Leben bzw. Ihre Kindheit in der amischen Glaubensgemeinschaft.

Mein persönliches Fazit:
Linda Castillos dritter Fall spielt auch in Painters Mill. Wieder ist eine amische Familie betroffen. Sicher gibt es jetzt den ein oder anderen, der sich denkt: "wieder die selbe Story", aber ich habe mich sehr auf dieses dritte Buch gefreut. Die Hintergründe der amischen Glaubensgemeinschaft werden hier gekonnt geschildert und auch die Sprache „Pennsylvaniadeutsch“ wird in dem Buch genutzt. Durch die Lebensweise und Beschreibung der amischen Charaktere gelingt es der Autorin mich immer wieder zu fesseln. Obwohl es sich wieder um die selbe Thematik handelt, hat sie durch den gut durchdachten Aufbau der Geschichte eins draufgesetzt. Für mich persönlich immer ein Lesegenuss der besonderen Art.
Temporeich, spannend und fesselnd zugleich von der ersten Seite an. Ich freue mich auf Ihr viertes Buch, das bereits im Oktober 2012 erschienen ist. Diesmal handelt es sich sogar um einen anderen Handlungsort und ich bin gespannt, wie mir ihr aktuelles Buch gefallen wird.

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Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry
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538 Bibliotheken, 15 Leser, 8 Gruppen, 114 Rezensionen

england, pilgerreise, krebs, liebe, reise

Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

Rachel Joyce , Maria Andreas-Hoole
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Krüger Verlag, 01.05.2012
ISBN 9783810510792
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:  
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Der letzte Engel
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engel, flügel, fantasy, familie, bruderschaft

Der letzte Engel

Zoran Drvenkar
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei cbj, 01.10.2012
ISBN 9783570154595
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Der 16-jährige Markus „Motte“ beschließt, das Wochenende allein zu Hause zu verbringen und an seinem Referat zu arbeiten. Alles läuft wie gewünscht, bis ihn eine eMail erreicht.

Sorry für die schlechte Nachricht
Aber wenn du aufwachst, wirst du tot sein
Wir wollten nur, dass du das weißt
Du bist nicht allein
Sei mutig und stark (Zitat Seite 19)

Motte glaubt an einen Streich seiner Freunde und beschließt, die ganze Sache nicht weiter ernst zu nehmen. Schnell merkt er jedoch, dass ihm das keine Ruhe lässt und nimmt sich fest vor nicht einzuschlafen. Wider erwarten überkommt ihn die Müdigkeit und Motte schläft ein. Dies bleibt natürlich nicht ohne Folgen.

Die Erkenntnis traf mich mit voller Wucht. Ich drückte mir eine Hand aufs Herz,
Nichts.
Ich suchte meinen Puls,
Nichts. (Klappentext)

Handlung & Charaktere:
Dem Autor ist es gelungen, Gegenwart und Vergangenheit gut zu verbinden, indem er geschichtliche Ereignisse, die zu dieser Verfolgungsjagd von Motte führen, gut umzusetzen. Er beschreibt mehrere Gruppen und Personen. Die Bruderschaft von 1820, die dabei sind, ihr Ziel zu erreichen und sämtliche Engel auf dieser Erde auszulöschen um somit das Ende der Menschheit herbeizuführen, sowie Mona, das unscheinbar wirkende 10jährige Mädchen, mit der besonderen Fähigkeit, durch Berührung Erinnerungen hervorzurufen. Die verschiedenen Handlungsorte erscheinen anfänglich erst verwirrend aber setzen sich von Kapitel zu Kapitel zusammen und lassen den Leser immer tiefer in die Geschichte eintauchen. Man reist vom irischen Land nach Edinburgh und findet sich dann in Berlin. Die Mischung aus Fantasy und Realität gibt diesem Buch das besondere Etwas. Die Charaktere sind nicht nur durch ihre Namensgebung besonders gewählt, sondern auch durch ihre Beschreibung und ihr Auftreten. Man lernt selbst im schlechtesten Wesen dieser Geschichte eine weiche, sensible und verletzliche Seite kennen. Besonders gelungen sind die Passagen, in denen Zoran Drvenkar den Protagonisten Motto beschreibt, wie er sich selber beobachtet. Seinen leblosen Körper, auf dem Bett liegend. Seinen Vater, der ihn versucht zu wecken und Motto, wie er erstaunt über die zwei Flügel ist, die sich auf seinem Rücken befinden. Gänsehautfaktor garantiert. Eine rasanter und magischer Roman, mit dem richtigen Maß an Fantasie. Bestimmt hätte es Mona in dem Moment geholfen, wenn sie gewusst hätte, dass Vergangenheit ein Gewebe der Zeit ist, das sich aus Erinnerungen zusammensetzt.

Bestimmt hätte es Mona in dem Moment geholfen, wenn sie gewusst hätte,
dass Vergangenheit ein Gewebe der Zeit ist, das sich aus Erinnerungen zusammensetzt.
(Zitat Seite 43)

Mein persönliches Fazit:
Ich habe bereits „Sorry“ und „Du“ von Zoran Drvenkar gelesen und beide haben mir sehr gut gefallen. Deshalb war ich auch so gespannt auf „Der letzte Engel“. Es ist etwas ganz anderes, mystisch, surreal und packend. Der Klappentext klingt ja schon sehr einladend, aber was mich wirklich gereizt hat, war die ausführliche Leseprobe, die ich vorab schon lesen konnte und natürlich das Video mit dem Kurzinterview des Autors. Er beschreibt ja bereits in diesem Interview, dass es zwar um Engel geht, aber nichts mit Religion zu tun hat und ich finde, er hat es sehr gut umgesetzt. Die Assoziation des Engels ist eben in unseren Köpfen fest verankert und da ist es nicht einfach, umzuschalten und wirklich an etwas anderes als einen göttlichen Boten zu denken. Zoran Drvenkar hat etwas Neues geschaffen und mich von diesem Gedanken gelöst und mich mitreisen lassen. Zwischen Berlin und Edinburgh auf der Flucht vor der Bruderschaft, erlebt der Leser hier eine Mischung aus Geschichte, Märchen, Fantasy, Thriller und auch den ein oder anderen stillen Moment, der Gänsehaut auslöst.

© Rezension: Aygen

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Wenn es dunkel wird
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thriller, alkohol, mord, stalker, eifersucht

Wenn es dunkel wird

Manuela Martini
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.09.2012
ISBN 9783401066080
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Melody und Ihr Freund Claas werden über die Ferien zu Claas´ Freunden an die französische Mittelmeerküste eingeladen. Julian und Tammys Eltern haben dort ein luxuriöses Haus, dass den Jugendlichen über den Sommer ganz alleine zur Verfügung steht. Während Claas den Urlaub in vollen Zügen genießt kommt bei Melody immer mehr der Zweifel auf, dass dieser Urlaub nicht das ist, was sie sich vorgestellt hat. Das Einzige was Melody "Mel" zusagt, ist Julian. Der Urlaub allerdings entwickelt sich immer mehr zum Horrortrip und als dann noch das Wasser knapp wird und der Strom ausfällt, heizt sich die Stimmung zwischen den Jugendlichen immer mehr auf. All das hat ungeahnte Folgen für die Vier, über deren Ausmaß sie sich noch nicht im Klaren sind. So werden die Vier gezwungen, einen geheimnisvollen Pakt zu schließen.

Handlung/Charaktere:
Die Autorin Manuela Martini versteht es, den Leser mit diesem Thriller "Wenn es dunkel wird" in Spannung zu versetzen.
Nach anfänglicher Freude und Sympathie wird die Kluft zwischen den Jugendlichen immer größer. Die Charaktere sind, wie ich finde, sehr gut dargestellt. Nicht sympathisch, aber man hat den Eindruck, dass die Autorin beabsichtigt schwierige Charaktere gewählt hat, um so die Spannung der Geschichte von Kapitel zu Kapitel zu steigern, was ihr auch sehr gut gelungen ist.
Ihr Schreibstil ist einfach gehalten, jedoch auch durch den ständigen Wechsel zwischen den Charakteren manchmal etwas schwer zu verfolgen. Dies hat jedoch keinen negativen Einfluss auf die Spannung.
Die Charaktere an sich werden als verantwortungslos und mit dem Hang zu Alkohol dargestellt, was widerrum einen etwas bitteren Nachgeschmack beim Leser hinterlässt und vielleicht auch in manchen Situationen eine schlechte Vorbildfunktion für jugendliche Leser darstellen kann.
Generell ist zu sagen, dass der Verlauf der Story von der ersten Seite ab gut umgesetzt wurde, jedoch zum Ende hin alles etwas zu schnell an Fahrt gewinnt und man den Eindruck hat, nicht die nötige Zeit zu bekommen um wirklich einen ausführlichen Ausgang der Geschichte geliefert zu bekommen.

Meine persönliche Meinung:
Dieser Thriller hinterlässt mich mit gemischten Gefühlen und die Rezension möchte ich nicht noch weiter ausführen, um nicht vorab zu viel zu verraten. Ich persönlich finde, dass das Buch aufgrund der zum Teil negativen Verhaltensweisen der Jugendlichen für 14-Jährige Leser nicht wirklich geeignet ist.
Die Protagonisten werden nicht sehr sympathisch oder gar verantwortungsbewusst dargestellt, aber genau deshalb sind sie für diese Geschichte richtig gewählt. Ich finde nicht, dass man immer Sympathie gegenüber den Charakteren entwickeln muss, wichtig ist für mich persönlich, dass sie gut und passend zur Geschichte gewählt sind und das ist hier der Fall. Die Spannung ist über den größten Teil des Buches vorhanden. Ich persönlich hätte mir jedoch gewünscht, dass dies bis zum Ende auch in diesem ausführlichen Maß bestehen bleibt. Denn zum Ende hin wird es eher kurzgefasst und der Ausgang hinterlässt somit meines Erachtens zu wenig von dem gewünschten Gefühl, dass man während der Geschichte aufbaut.
Wichtig und besonders erwähnenswert ist aber definitiv die Schreibweise gewesen. Für mich persönlich sehr gelungen, auch wenn der Wechsel zwischen den Protagonisten manchmal etwas verwirrend ist.
Ein Jugendthriller, der dennoch 4 Punkte verdient, da mir Aufbau und Schreibstil gut gefallen haben.

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Weiblich, jung, flexibel
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70 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 46 Rezensionen

studium, indien, beruf, selbstfindung, carlynn

Weiblich, jung, flexibel

Felicitas Pommerening
Fester Einband: 178 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 13.01.2012
ISBN 9783451305320
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Inhalt:

Carlynn und Ellen, zwei Freundinnen haben gerade ihr Hochschulstudium abgeschlossen und befinden sich jetzt praktisch auf dem Sprung ins Berufsleben. Während Carlynn ein feste Ziel verfolgt und sich auch ihrem Studium entsprechen mit einem Vorzeigelebenslauf und Zeugnis bewirbt, ist Carlynn noch am Überlegen was sie überhaupt machen möchte. Trotz unterschiedlicher Perspektiven was die berufliche Zukunft der Beiden angeht, sind sich die Freundinnen doch sehr ähnlich. Der lange Weg der zwei jungen Frauen wird zur außergewöhnlichen Reise. Während die Eine auf Selbstfindung in Indien unterwegs ist, versucht sich die Andere an ihrem ersten Arbeitsplatz. Sie stellen ziemlich schnell jedoch fest, dass nun der ernst des Lebens beginnt und das Wünsche nicht immer mit den Möglichkeiten, die einem gebeten sind, übereinstimmen.

Aufbau/Charaktere:

Die Autoren hat hier einen Wegweiser für Studienabgänger und gleichzeitig eine Spiegelung der heutigen Arbeitsmarktsituation auf sehr humorvolle Weise zu Papier gebracht.Felicitas Pommerening hat zwei Charaktere erschaffen, die realitätsnah sind. Carlynn und Ellen sind garnicht so verschieden, wie man anhand ihrer Erzählungen herausliest. Der Aufbau des Buches gliedert sich in kleine Kapitel, welche abwechselnd je aus der Ich-Perspektive von Ellen und Carlynn dargestellt werden. Die Protagonistinnen erzählen von Ihrer Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle, ob sich ein Auslandsjahr lohnt um danach bessere Chancen zu bekommen? Ob ein Trainee wirklich ein Unterschied zum altmodischen unbezahlten Praktikum bietet? Ob man nach dem Studium schon ein Anrecht auf eine Teilzeitstelle hat um mehr Freizeit zu haben oder gar ein Burnout Syndrom vorzubeugen? Die Autorin schafft durch ihre Schreibeweise, eine Darstellung der teilweise einfachen und so banalen Alltagssituationen und naiven Wunschvorstellungen zweier junger Menschen, so locker und beschwingt umzusetzen, dass man sich als Leser gleich aufgenommen fühlt.

Meine persönliche Meinung:

Die Autorin Felicitas Pommerening hat genau meinen Nerv getroffen. Ich bin zwar keine Studienabgängerin aber auch ich habe letztes Jahr den ein oder anderen Jobwechsel hinter ir und ich kann sagen, da waren Vorstellungsgespräche oder sogar Absagen dabei, an die ich mich während dem Lesen sehr gut erinnert habe. Trotz dieser Erinnerungen, die noch eher mit Ärger und Frust als mit Spaß verbunden sind, was meine persönliche berufliche Vergangenheit angeht, fand ich diese Naivität der beiden jungen Frauen doch sehr erfrischend und irgendwie auch aufmunternd und motivierend. Ich habe vor kurzem einen Satz gelesen, der denke ich, hier sehr gut passt. Man sollte sich bei Ärger bzw. Frustsituationen immer Fragen, ob genau dieser Ärger in vielleicht 2 Jahren noch einen bleibenden Eindruck in meinem Leben hinterlassen hat oder ob er absolut nichtig und vergessen ist. Wenn Letzteres zutrifft, sollte man sich die Kräfte sparen und lieber die schönen Momente und positiven Dinge aus solchen Situationen ziehen. Genau deshalb hat mir dieses Buch sehr gefallen. Es ist eine leichte und lockere Lektüre über den Einstieg in das wahre selbständige Leben, auf der Suche nach dem beruflichen Glück. Noch ungewiss und unbeirrt voller Träume und Hoffnungen und jugendlicher schöner Vorstellung. Einfach herrlich!

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Vegetarisch kochen - türkisch
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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

kochen, vegetarisch, rezepte, türkisch, vegan

Vegetarisch kochen - türkisch

Katrin Eppler , Margret Schneevoigt , Margret Schneevoigt
Fester Einband: 175 Seiten
Erschienen bei pala, 15.04.2010
ISBN 9783895662713
Genre: Ratgeber

Rezension:

"Die moderne türkische Küche hat ihre Wurzeln in der osmanischen Küche. Diese entstand durch die Verschmelzung, Verfeinerung und Weiterentwicklung nomadischer Kochtraditonen der aus Mittelasien eingewanderten Turkvölker mit den Kochtraditionen der sesshaften Bevölkerung Persiens, des Mittelmeerraumes und des Kaukasus." Seite 14

Inhalt:

Für alle, die bisher meist nur den europäischen Döner kannten, hat Katrin Eppler hier eine Zusammenstellung der bunten, traditionellen und vegetarischen türkischen Küche zusammengestellt.

Die meisten Gerichte, die hier zu Lande bekannt sind, bieten nicht mal annähernd einen Einblick in die vielfältige türkische Küche. Neben den vegetarischen Rezepten führt uns die Autorin durch wichtige und hilfreiche Informationen, teilweise auch mit geschichtlichem Hintergrund durch das Land und stellt uns einzelne Regionen vor.

Aufbau und Gestaltung:

Die Gestaltung des Buches ist sehr gelungen. Beginnend mit einem kurzem Einblick in die türkische Geschichte und einem Register über die verschiedenen Zutaten und Lebensmittel mit der passenden Übersetzung. Hierzu gibt es zu jedem Rezept meist zum Abschluss einen kleinen Tipp oder gar schön gestaltet im Rahmen kleine Anekdoten oder Erklärungen zur Herkunft der Gerichte oder Lebensmittel selber.

Die Rezepte selber, sind typisch traditionell türkisch und auch für nicht regelmäßige und geübte Köche Dank der stichpunktartigen Anleitung einfach nachzukochen. Ich koche sehr gern und wollte einfach mal ein Kochbuch haben, mit Gerichten meiner Herkunft, die auch wirklich so beschrieben sind, wie wir sie kochen.

Besonders gut gefällt mir auch die einfache aber liebevolle Gestaltung. Einzelne Kapitel sind mit schönen schwarz-weißen Zeichnungen aufgewertet und auch die Blumenranken um die kleinen Erläuterungen sind einfach aber edel.

Ob über Land und Leute, Klima und Vegetation dieses Buch ist nicht einfach ein Kochbuch. Es zeigt einen kleinen Einblick in eine andere Kultur und wie breitgefächert die Küche eines Landes sein kann.

Ein großes Danke an Katrin Eppler. Ich bin selber Türkin, doch obwohl ich die türkische Sprache beherrsche, habe ich beim Lesen häufig Schwierigkeiten. Deshalb habe ich mir natürlich über die Jahre auch einige türkische Kochbücher in deutscher Sprache geholt und war dann immer sehr enttäuscht. Die Zusammensetzungen der Rezepte waren meist garnicht, wie ich sie aus meinem Elternhaus kenne und auch selber koche. Aber ich kann sagen, dass dieses Buch nicht nur mir, sondern auch meiner Familie gefallen hat. Selbst meine Mutter war mit ihren 64 Jahren begeistert und hat fleißig mitgekocht. Was soll ich sagen: Ich liebe unsere Küche und endlich habe ich ein Kochbuch voller Lieblingsgerichte.

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Final Cut
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252 Bibliotheken, 4 Leser, 5 Gruppen, 44 Rezensionen

facebook, thriller, berlin, internet, mord

Final Cut

Veit Etzold
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 01.05.2012
ISBN 9783404166879
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Du hast 438 Freunde auf Facebook.
Und einen Feind.

Die Freunde sind virtuell,
der Fein ist real.

Er wird dich suchen.
Er wird dich finden.
Er wird dich töten.

Du hast 438 Freunde auf Facebook.
Und keiner wird etwas merken. [Klappentext]

Inhalt:

Hauptkommissarin Clara Vidalis erhält eine unbeschriftete DVD auf dem ein grauenhafter Mord gezeigt wird. Wie sich herausstellt, handelt es sich dabei um eine wahre Tat. Als Clara Vidalis und ihre Kollegen beginnen den Täter zu jagen, der sich "der Namenlose" nennt, wissen sie noch nicht, wer hinter all diesen Taten steckt und warum er all diese unschuldigen Menschen auf so grausame Art tötet.Immer wieder gelingt es ihm die Polizei zu verwirren und ihnen zu entwischen. Erst spät begreift Clara Vidalis, dass der Täter es nur auf eine Person abgesehen hat, auf SIE! Wird Clara rechtzeitig den Namenlosen stellen? Ein Spiel auf Leben und Tod beginnt.

[...]Manchmal ist Stille wirklich Stille. Aber Sie haben recht. Meist ist sie nur die Lautlosigkeit des Laserpointers im Zielfernrohr, bevor der Schuss fällt. Seite 37

Handlung/Charaktere:

Der Autor hat einen einfachen Schreibstil, welcher dem Leser ermöglicht das Buch in einem Rutsch durchzulesen. Er spart sich den langsamen Spannungsaufbau und reißt den Leser gleich ins brutale Geschehen. Lässt einblicken in die abnormalen Sehnsüchte und Vorlieben einiger Menschen. Die Wahl seiner Charaktere ist besonders gut ausgefallen. Die traumatisierte Kommissarin, die ihrer Schwester zu seiner Zeit nicht helfen konnte und der gewissenlose und sadistische Mörder. Die Taten sind sehr anschaulich beschrieben und definitiv nichts für schwache Nerven. Er beschreibt auf die blutigste und brutalste Art und Weise zu was Menschen fähig sind und zu was sich Menschen auch durch Lust hinreißen lassen können. Er wählt verschiedene Handlungsorte, um nicht nur auf den Missbrauch persönlicher Daten im sozialen Netz hinzuweisen sondern auch aufzuweisen, wie teilweise Fernsehproduktionen bzw. Unterhaltunssendungen Einfluss auf uns ausüben. Oberflächlichkeit, Skrupellosigkeit mit dem Drang nach Ruhm und Macht, scheinen Menschen keinen Respekt mehr voreinander oder gar vor dem Leben zu haben. Er zeigt uns auf wie oberflächlich sich Einige verhalten und sich zu unüberlegten und verletzenden Handlungen hinreißen lassen. Veit Etzold hat einen gesellschaftskritischen Thriller geschrieben. Er ist nicht der Erste, der dieses Thema aufgreift aber seine harte, brutale und authentische Darstellung bewirkt beim Leser genau das, was eventuell zu einer Änderung bzw. Verbesserung führen kann. Ohne das Thema breitzutreten zeigt er anhand von schockierenden Beispielen und Taten die wahren Fakten auf.

Meine persönliche Meinung:

Ich habe mir diesen Thriller womöglich aus dem selben Grund wie die restlichen Leser geholt. Das Cover hat mich magnetisch angezogen und natürlich war der Klappentext auf Facebook bezogen ein weiterer Grund. Heutzutage sind wir nahezu alle auf Facebook unterwegs, klicken uns durch das soziale Netzwerk, schließen durch einen Klick virtuelle Freundschaften. Tauschen Informationen aus, lassen häufig Fremde an unserem Privatleben teilhaben, ohne uns bewusst darüber zu sein, welche Ausmaße oder Gefahren das soziale Netzwerk bietet. Dieser Thriller hat zwar letztendlich nicht viel über Facebook Freundschaften und die Gefahren preisgegeben ist aber dennoch ein durchaus spannender, blutiger und abgründiger Thriller. Etwas das mir in letzter Zeit gefehlt hat. Nach Cody McFadyens Büchern ist es für mich persönlich immer schwer etwas zu finden, dass seinen Büchern nahe kommt. Veit Etzold hat es beinahe geschafft. Blutig, krank, voller Abgründe reißt er einen mit und zeigt uns zu welchen Taten Menschen in der Lage sind, wenn sie sich von Geld und Macht treiben lassen. Sie glauben sich somit ein Stück Unsterblichkeit in den Köpfen der Gesellschaft zu sichern. Jedoch kann ich nicht 5 Bohnen vergeben, es ist einfach so, dass es teilweise zu salopp geschrieben war und genau dann wurde ich immer aus der Spannung gerissen. Zuviele Handlungsorte, die mich zeitweise verwirrt haben und dieses gewisse Etwas hat mir einfach gefehlt. Dennoch ein spannender Thriller der besonderen Art und durchaus empfehlenswert.

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Dancing Jax – Auftakt
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(72)

218 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

dancing jax, bücher, horror, mystery, fantasy

Dancing Jax – Auftakt

Robin Jarvis , Nadine Mannchen
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei script5, 01.09.2012
ISBN 9783839001349
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Dieses Buch ist böse...

Du solltest dich ihm nicht nähern.
Du solltest nicht darüber sprechen.
Was auch immer du tust,
öffne es nicht ! [Klappentext]

Inhalt:
In einer kleinen englischen Stadt fahren die Jugendlichen Jezza, Shiela, Miller und Toomo trotz Warnungen raus in ein altes verlassenes Herrenhaus. Bereits angekommen, bemerken sie dass etwas nicht stimmt. Dieses Haus scheint zwar unbewohnt zu sein, aber nicht verlassen. Während Shiela und Miller eigentlich nur wieder weg wollen, ist Jezza der Überzeugung, dass sie etwas Wertvolles finden könnten.
Als sie im Keller auf volle Kiste mit ein und demselben Buch stoßen, ahnen sie noch nicht, welche Macht sich hinter diesem Buch versteckt und das sich alles nach dem Öffnen verändern wird...

[...] Die ganze Welt wird sich verändern und dies ist die letzte Gelegenheit, sie noch einmal so zu sehen, wie sie war. [Seite 64]

Handlung/Charaktere:
Robin Jarvis ist mit "Dancing Jax" ein wirklich guter, abwechslungsreicher und spannender Auftakt einer Trilogie gelungen. Der Aufbau der Handlung und Einstieg fesselt ab der ersten Seite. Besonders nennenswert ist nicht nur die Auswahl der Charaktere sondern auch die Handlungsorte, die durch die Beschreibungen einen nicht nur aus der Realität in eine fantastische und magische dunkle Welt entführt, sondern auch sein Einbau, der mit Erläuterungen und Erklärungen, ja sogar Warnungen an die Leser betreffend der heutigen Zeit vollgepackt ist. Er baut geschickt Informationen ein, um den Lesern aufzuzeigen, wie freiwillig und unbewusst wir persönliche Informationen über uns im tagtäglichen Umgang mit dem Internet oder sogar im Alltag von uns preisgeben. Wie soziale Netzwerke oder sogar unser Kaufverhalten und unser Lebenswandel analysiert wird, ohne dass uns das wirklich bewusst ist. Dennoch ist sein Schreibstil weder belehrend noch anmaßend, sondern locker und verständlich leicht und dennoch direkt und offen geschrieben.
Es erzählt die Geschichte zweier Gruppen von Jugendlichen und Erwachsenen, die nach und nach verflochten werden. Während man einen Schulalltag an einer öffentlichen englischen Schule im sozialen Brennpunkt verfolgt, mit all seinen unterschiedlichen Charakteren und Ereignissen, erlebt man eine Gruppe von Erwachsenen, die sich so in den Bann einer Macht ziehen lassen und somit dunklen und bösen Machenschaften die Chance geben, in die Gesellschaft einzudringen.
Ein anfänglich harmloser Jugendstreich, der mit einer Kiste Bücher beginnt und zum bösen zerstörrerischen Selbstläufer wird, ohne Rücksicht Verluste.

Meine persönliche Meinung:
Das Buch hat mich sofort allein durch die Covergestaltung angesprochen. Schade ist jedoch, dass trotz aufwendiger Aufmachung und Verwendung von marmoriertem Elefantenhautpapier der Schutz fehlt und man wirklich aufpassen muss, dass sich die Symbole und Schriftzeichen nicht abschaben. Dennoch, dieser kleine Mangel hat überhaupt keinen Einfluss auf meine Meinung.
Es ist ein wunderbares, spannendes, böses und packendes Buch. Ein gelunger Auftakt einer Trilogie. Ich hoffe und möchte durch meine Rezension nicht allzu viel zum Inhalt verraten. Es gab so viele Passagen, die ich mir notiert habe und auch gerne mit Euch geteilt hätte, aber das würde schon zuviel verraten. Der Aufbau der einzelnen Kapitel ist mit Bildern oder kleinen Textzeilen versehen, die bereits neugierig machen, und nach Abschluss des jeweiligen Kapitels auch wirklich einen Zusammenhang ergeben.
Ein Jugendbuch, das sich locker und leicht lesen lässt, spannende Lesestunden schafft und dass man kaum aus der Hand legen kann. Die wechselnde Schreibweise des Autors bestimmt den Rythmus und die Spannung. Je kürzer die Sätze, desto dunkler waren die Begegnungen. Für mich ein Lesehighlight und glücklicherweise erst der Auftakt einer Trilogie.
Zurück bleibt nur eine offene Frage: Wann, Mister Robin Jarvis, geht es weiter?...

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Hypnose
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(93)

164 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 69 Rezensionen

hypnose, thriller, mord, sina beerwald, deutschland

Hypnose

Sina Beerwald
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.08.2012
ISBN 9783453436367
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Inhalt:

Inka Mayer ist Journalistin und mit dem Kriminalbeamten Peter Mayer verheiratet. Leider hat sie ihren Sohn bei der Geburt auf tragische Weise verloren und ist immer noch nicht über den Schmerz hinweggekommen. Sie hat sich deshalb in therapeutische Behandlung begeben und nimmt an Hypnosesitzungen teil. Ihr Mann ist davon wenig begeistert zumal der behandelnde Arzt auch noch der Schwager von Inkas besten Freundin Annabel ist, welche auch an Hypnosesitzungen teilnimmt. Inka gibt eine kleine Party um sich nach der Familientragödie wieder unter die Menschen zu begeben und ihre Freunde nach langer Zeit wieder zu sehen. In derselben Nacht wird ihr Mann zu einem Einsatz gerufen. Was Inka zu diesem Zeitpunkt nicht weiß, ihre beste Freundin Annabel hat den Mord an ihrem Partner Jannis gestanden und wurde verhaftet. Inka glaubt nicht, dass Annabel diesen Mord freiwillig begangen hat und versucht den wahren Täter zu ermitteln, ohne zu ahnen dass sie selber immer mehr zur Zielscheibe wird.

"Sie werden sich an nichts erinnern, was ich ihnen gesagt habe, bis das Stichwort fällt, und dann werden sie Inka für mich töten." Klappentext

Handlung/Charaktere:

Der Autorin Sina Beerwald gelingt es, den Leser ab der ersten Seite zu fesseln. Die Geschichte beginnt mit einer Hypnosesitzung, die es schon in sich hat. Noch ist unklar, wer zu diesem Zeitpunkt der Patient ist, aber man erfährt, dass die Protagonistin Inka Mayer in großer Gefahr schwebt. Die Charaktere sind gut gewählt und obwohl Inka Mayer anfänglich nicht nur labil sondern auch naiv wirkt, entwickelt sie sich zu einer klugen und raffinierten Frau, die versucht herauszufinden, wer Annabel dazu gebracht hat, diesen Mord zu begehen. Die Autorin schafft es den Leser zu verwirren und ihn somit stets im Unklaren zu lassen, wer denn jetzt wirklich der Täter ist. Die Covergestaltung lässt nicht wirklich vermuten, welche rasante Jagd hier auf den Leser wartet aber ist dennoch ansprechend. Sina Beerwald wurde als Autorin von historischen Romanen bekannt und legt einen sehr guten Einstieg in Thriller Genre hin. Sie versteht es dem Leser verschiedene Sichtweisen zu vermitteln und das in einer einfachen und gekonnten Schreibweise. Man schwebt ständig zwischen Wahnvorstellung und Realität der Protagonistin.

Meine persönliche Meinung:

Sina Beerwald hat einen wahren Pageturner geschaffen. Ein spannender Thriller ab der ersten Seite. Eine perfekt aufgebaute Handlung mit dem richtigen Maß an Komplexität. Mich hatte bereits der Buchtrailer in den Bann gezogen. Ab der ersten Seite beginnt man nicht nur die Worte des Arztes während der Hypnosesitzung zu lesen, sondern lässt sich auch in diese Atmosphäre ziehen. Der Handlungsaufbau hat mir sehr gut gefallen, man ist sich bis zum letzten Drittel nicht einmal sicher wer denn jetzt der Täter ist und genau so sollte ein Thriller sein. Spannend, rasant und bis zum Ende dem Täter auf der Spur. Für mich eine wirklich gelungene Story und wie man dem Klappentext entnehmen kann, der Auftakt einer neuen Thrillerserie. Ich bin also schon gespannt und lass mich überraschen, wie es weiter geht.

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Pink Hotel
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65 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

mutter, suche, hotel, tod, los angeles

Pink Hotel

Anna Stothard
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 01.09.2012
ISBN 9783257300079
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Inhalt:

Ein 17 jähriges Mädchen reist mit der geklauten Kreditkarte ihres Vaters von London nach Los Angeles, nachdem sie erfährt, dass ihr leibliche Mutter Lily bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Sie hatte nie Kontakt zu ihrer Mutter, weiß nichts über sie und möchte nach ihrem Tod endlich erfahren, wer sie war und wie sie gelebt hat. Ob jemand wusste, dass sie eine Tochter hatte und ob sie Hinweise findet, warum sie zurückgelassen wurde. In L.A. angekommen, begeht sie zum ersten Mal den letzten Wohnort von Lily.

Ein heruntergekommenes Hotel namens "Pink Hotel" in Venice Beach, Kalifornien. Sie steht in ihrem Schlafzimmer, im Schlafzimmer einer für sie fremden Frau. Betrachtet Bilder, Kleider, Schmuck. Sie findet unter dem Bett einen roten Koffer, den sie mit ein paar Kleidern, dem Schmuck, Kosmetik und Zigaretten befüllt und kurzerhand mitnimmt. Zu diesem Zeitpunkt, weiß Sie noch nicht, dass dieser Koffer in einer Seitentasche alte Fotos und Liebesbriefe beinhaltet, welche ihr helfen werden, ihre Mutter endlich kennenzulernen. Auf dem Weg zu ihrem Hostel ruht sie sich ein wenig an der Strandpromenade aus und trifft auf einen großen, betrunkenen Mann, den sie Minuten vorher bereits im Hotel beobachtet hat. Sie ahnt noch nicht, das es nicht die letzte Begegnung mit diesem Fremden names David sein wird.

Neugier ist die erste Stufe zur Hölle

Seite 231

Handlung/Charaktere:

Die Protagonistin ein 17 jähriges Mädchen ist anfänglich noch unbekannt und namenlos. Dies widerrum ist passend, denn das Mädchen weiß nicht wirklich wohin sie gehört und ist auf der Reise zu sich selbst, indem sie versucht herauszufinden ob sie vielleicht wie ihre Mutter ist. Sie glaubt sogar unsichtbar zu sein für ihre Umwelt und erklärt dies anhand von Vorfällen in ihrer Vergangenheit. Der Wunsch wahrgenommen zu werden wird fortlaufend immer deutlicher. Auch der Aufbau der Geschichte ermöglicht dem Leser einen schnellen Einstieg in die Handlung und wird durch immer wieder kurze Erzählungen aus der Vergangenheit der Protagonistin und den Briefen, die einst ihre Mutter von ihrem letzten Mann erhielt, verständlich gemacht.

Der Sprachstil der Autorin ist passend zur anfänglichen Verwirrtheit der Protagonistin gewählt. Die Darstellung ihres Charakters ist nicht nur jugendlich wild sondern auch für ihr Alter melancholisch, reif und sogar wenn man ihren Lebenslauf betrachtet, durchtrieben und berechnend. Anna Stothard lässt den Leser an der Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonistin so wortgewand teilnehmen, wie man selten gelesen hat. Ihre Wortwahl, die Umschreibung einfacher Dinge und Situationen sind so präzise als würde man selber diese Gedanken führen.

Ich schlief nicht gern mit jemand anderem im selben Bett, schon gar nicht in dessen Armen. Allein der Gedanke daran, bei so viel Nähe einzuschlafen, ließ mich so bewusst auf meinen Atem achten, dass Einatmen ähnlich kompliziert wurde, wie einen Schlagzeugrhythmus zu halten.
Seite 85

Eine ganz wichtige Rolle neben der Protagonistin nimmt der Fremde David im Verlauf der Geschichte ein. Sein handeln, seine Lebensart alles passt zusammen. Anna Stothard schafft nicht nur die Suche eines Mädchen nach ihrer Identität sondern lässt sie auch ihre erste Liebe erleben. Von Anfang bis Ende ist man mitten in dieser Liebesgeschichte, die sich neben der Reise in die Vergangenheit der Mutter entwickelt. Zeitweise kindlich naiv und doch phasenweise prickelnd erotisch und etwas verrucht. Die Entwicklung dieses Romans überrascht einen zum Ende hin sehr. Denn obwohl man stets an der Seite der Protagonistin diese Reise erlebt, ist bis zum letzten Viertel der Ausgang nicht vorhersehbar.

Meine persönliche Meinung:

Pink Hotel von Anna Stothard hat mich mehr als positiv überrascht. Ich hatte im Magazin des Diogenes Verlag ein Interview mit der jungen Autorin gelesen, wo sie auch den Hintergrund ihrer Idee für diesen Roman beschreibt. Obwohl ich von dem Interview begeistert war, konnte ich mir nicht vorstellen, das ihr Schreibstil und der Aufbau der Geschichte wirklich so herausragend sein würden. Im Nachhinein kann ich sagen, es ist ein wunderbares Buch, das Ausschnitte über Anna Stothards eigenes Leben in L.A. wiedergibt. Über ein L.A., dass wir so nicht kennen. Weit weg vom schillernden Hollywood. Ihre Schreibweise hat mir sehr gefallen. Detailgetreue Umgebungsbeschreibungen und auch wie sie teilweise Alltagssituationen und Bilder, die wir selber oft im Kopf haben, in Worte fassen kann, hat mich fasziniert. Viele Absätze im Buch, die das Gefühlsleben der Protagonistin beschreiben, habe ich mehrmals gelesen um sie mir einzuprägen, weil ich von ihrer Wortwahl und der ausführlichen Beschreibung begeistert war. Es ist noch zu sagen, dass es kein Buch ist, das man einfach und locker lesen kann. Es ist tiefgründig, an manchen Stellen melancholisch und trotz einiger Passagen, die durchaus lustig sind bleibt der ernsthafte und emotionale Hintergrund der Geschichte stehts erhalten. Ein Roman über das Suchen und Finden der eigenen Persönlichkeit auf einer Reise durch ein fremdes Land mit dem Wunsch nach endlich "Ankommen" zu dürfen.

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Ashby House
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82 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

spukhaus, england, horror, cornwall, turmzimmer

Ashby House

V. K. Ludewig
Flexibler Einband: 316 Seiten
Erschienen bei dtv, 17.02.2012
ISBN 9783423213516
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Inhalt:

Die weltberühmte Fotografin Lucille Shalott, die seit einem tragischen Unfall im Rollstuhl sitzt bezieht an einem kalten und nebligen Tag im Januar, mit ihrer jüngeren Schwester Laura Shalott ein altes britischen Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert. Die Geschwister aus Amerika führen eine schwierige Beziehungen und machen auch kein Geheimnis daraus. Selbst wenn Fremde zugegen sind, gehen sie beleidigend und kalt miteinander um. Das Haus wirkt nicht nur herrschaftlich sondern gleichzeitig auch schaurig. Zu diesem Zeitpunkt weiß Laura noch nicht, welche Geschichte sich hinter diesem Herrenhaus verbirgt. Angeblich soll es in diesem Haus spuken und man sagt auch, dass schon Menschen im 2. Stock verschwunden sind, die sich länger dort aufgehalten haben. Da wundert es einen nicht, dass der Makler, das beim Kauf der Immobilie natürlich nicht erwähnt hat, um es endlich loszuwerden. Laura und der neue Butler Steerpike machen sich nach dem Einzug auf die Suche, nach den Geräuschen, dem rumpeln und dem Krach, der aus dem unbewohnten 2. Stock kommt. Noch ahnen sie nicht, das selbst hinter Spukgeschichten ein Funke Wahrheit steckt, bis Lauras Schwester Lucille spurlos verschwindet.

Handlung/Charaktere:

Dem Autor ist hier ein sehr gutes Debüt als Romanautor gelungen. Sein Schreibstil ist offen, locker und mit einem guten Maß an Fantasie. V.K. Ludewig lässt den Leser schnell in die Geschichte eintauchen. Der Klappentext ist nur ein Hauch von dem, was den Leser wirklich erwartet. Das richtige Maß an Spannung, Grusel und sogar für Mode und Promiinteressierte ist hier einiges dabei. Ein gelunger und wortgewandter Mix. Die geschichtlichen Hintergründe zum alten englischen Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert sowie die beschriebenen Räumlichkeiten sorgen für den richtigen Gruseleffekt. Auch die Charaktere sind treffend beschrieben und gewählt. Die kaltherzige und verbitterte Lucille, die unheimlich gerissen und intelligent ist und die schöne Laura, die nach außen hin das fröhliche Mädchen aus Kalifornien miemt. Bewohner die verschwinden, Geräusche aus unbewohnten Zimmern, Fensterläden, die sich selbständig schließen und Zimmer, die Personen verschlucken. Selbst der bekannte geheimnisvolle Butler, der häufig in solchen Geschichten auftaucht, hat hier nicht gefehlt. Der Aufbau ist sehr gut durchdacht und die Zusammenführung von Alt und Neu perfekt umgesetzt. Anfänglich wird man durch die kurze Passage über die sexuellen Handlungen des Butlers überrascht und weiß auch nicht wirklich wie man das hier in der Geschichte einordnen soll, aber glücklichweise lenkt das nur kurzfristig von der eigentlichen spannenden Geschichte ab und die Handlung nimmt den gewünschten und erhofften Lauf.

Meine persönliche Meinung:

Die Geschichte um Ashby House und deren alten Bewohner hat mir sehr gut gefallen. Gruselig, schaurig, wie man es sich von einem alten Herrenhaus in England wünscht. Auch durch den Lebensstil der Schwestern und den Beruf von Lucille wird hier der Durst nach Klatsch und Tratsch aus der Promiwelt gestillt und der ein oder andere Star erwähnt. Der Aufbau und Verlauf der Geschichte sowie die Covergestaltung haben mir sehr gut gefallen. Stetig steigende Spannung, geheimnisvolle Hintergründe über die alten Gemäuer. Ein Gruselroman mit Gänsehauteffekt der spannende Lesestunden garantiert. V.K. Ludewig ist hier ein wirklich lesenswertes Debüt gelungen.

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Das Mädchen mit den Seidenraupen
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45 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

frankreich, lyon, mädchen, liebe, seidenraupen

Das Mädchen mit den Seidenraupen

Uschi Flacke
Flexibler Einband: 287 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 16.02.2012
ISBN 9783551310965
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Ja, in jedem Buch steckt für mich eine eigene Welt." [...] Seite 129

Inhalt:

Die Geschichte spielt im 16. Jahrhundert in Lyon, Frankreich. Adrienne und ihre kleine Schwester Suzanne haben den Brandanschlag, durch den skrupellosen Sebastian de Châtillon auf ihr Landgut überlebt. Jedoch haben sie alles verloren. Familie, Freunde und ihr Zuhause. Die Geschwister geraten an den Seidenhändler Monsieur Brunot und seine Komplizin die Waisenhausleiterin Madame Bellefort. Adrienne ist auf Rache aus. Sie muss Sebastian de Châtillon finden. Bis dahin ist es jedoch eine harte und gefährliche Zeit für die Schwestern. Denn sie müssen ums Überleben kämpfen und einige Hindernisse überwinden um endlich wieder ein friedliches Leben in Freiheit genießen zu können. Als Suzanne von den Seidenhändlern gefangen gehalten wird, ist das Einzige was Adrienne bei Kräften hält, die Zuneigung und die Hilfe des blonden Lockenkopfs Lucas, der Anführer der Gruppe von Waisen "Les Scandaleux" und der Wille ihre Schwester aus den Fängen der Seidenhändler zu retten.

Handlung/Charaktere:

Die Autorin Uschi Flacke lässt uns hier nicht nur eine wundervolle Geschichte über eine junge Liebe und den Zusammenhalt unter Geschwistern erleben, sie zeigt auch gleichzeitig den jungen Lesern, das lernen durch lesen Freude bereitet. Adrienne, die Protagonistin ist ein mutiges und starkes Mädchen das für ihre Schwester einsteht und auch für ihre Herkunft kämpft. Trotz Mut und Stärke besitzt sie das richtige Maß an Sensibilität, Zärtlichkeit, Familiensinn und Demut um das gewünschte Ziel zu erreichen. Der Aufbau sowie ihr Schreibstil sind sehr gut getroffen und dennoch Jugendgerecht formuliert. Gleich zu Beginn erhält der Leser eine Aufstellung über die Personen und deren Besonderheiten, welche in dieser Geschichte vorkommen. Was wirklich sehr hilfreich ist und auch gerade jungen Lesern eine Möglichkeit bietet, immer wieder zurückzublättern und nachzulesen, wer zu wem gehört. Besonders gelungen sind die Begriffserklärungen am Ende des Buches. Historische Ereignisse, Begriffe und Personen aus der Geschichte, auf die man während der Handlung trifft, werden hier noch einmal erläutert. Ein Plus um einem Jugendbuch noch das besondere Etwas zu verleihen. Die Geschichte erlebt man aus Sicht der Protagonistin. Das Buch ist durch Zeitsprünge, welche Adriennes Vergangenheit und die Ereignisse der Gegenwart betreffen, gegliedert. Es sind keine langatmigen Passagen erhalten, somit bleibt die Spannung stets erhalten. Die dargestellten Figuren in Ihrer Geschichte sind nicht nur durch ihre besonderen Namensgebungen außergewöhnlich sondern stellen Verbindungen zu vergangenen Geschehnissen in der Handlung dar und ermöglichen somit den perfekten Blick aus jeder Perspektive.

Meine persönliche Meinung:

Uschi Flacke hat mich mit dieser wundervollen Geschichte in ihren Bann gezogen. Wer die Werke des Großmeisters Charles Dickens kennt, wird dieses Buch lieben. Es zaubert einen von der ersten Seite an, in eine längst vergessene Zeit. So detailgetreu formuliert, dass man die Wagenräder der vorbeifahrenden Kutschen auf dem Kopfsteinpflaster hören kann und durch unterirdische Gänge stets an Adriennes Rockzipfel hängend Lyon im 16. Jahrhundert erkundigt. Ich kann diese Buch nur weiterempfehlen und finde es nicht nur für Jugendliche geeignet. Man fühlt sich wie ein Mitglied der Gruppe "Les Scandaleux" Ich habe gekämpft, geliebt und mich wie eine Heldin gefühlt. Überlegen, mutig und Willensstark bis zur letzten Seite.

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Mission Munroe. Die Touristin
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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Mission Munroe. Die Touristin

Taylor Stevens , Leo Strohm , Thomas M. Meinhardt
Audio CD
Erschienen bei Der Hörverlag, 01.06.2012
ISBN 9783867178907
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Ich spüre Deine Angst. Ich weiß, wenn du lügst. Ich kenne Deine Schwächen, und ich werde sie nutzen. Ich bin ein Chamäleon. Und ein Jäger... Klappentext

Inhalt:

Vanessa Munroe genannt "Michael". Ihr Beruf - Informantin. Sie hat Ausweise von drei Staaten, hat in dreizehn davon gelebt und spricht 22 Sprachen. Von ihr bekommt man gegen gute Bezahlung alle Art Informationen, die man benötigt. Nur dieser Fall ist anders. Sie soll diesmal keine Informationen bringen sondern ein Mädchen. Emily aus gutem Hause ist vor ca. 4 Jahren in Afrika verschwunden. Ihr Stiefvater, ein einflussreicher Geschäftsmann aus Houston USA beauftragt "Michael" Emily zu finden und bietet ihr dafür eine sehr große Geldsumme. "Michael" war zu ihrer Zeit ein Missionarskind in Schwarzafrika und hat dort den größten Teil ihrer Kindheit verbracht. Nicht behütet wie vermutet. Sie kennt auch die dunklen Seiten dieses Kontinents. Sie macht ein großes Geheimnis aus ihrer Kindheit und hat auch diese verdrängt, bis dieser neue Auftraggeber auftaucht und sie bittet nach Afrika zu gehen. Anfänglich überlegt sie sich, ob sie den Auftrag ablehnen soll doch dann ist sie entschlossen sich ihrer Vergangenheit zu stellen und nimmt den Auftrag doch an noch ungewiss welche Gefahren und Erinnerungen aus der Vergangenheit auf sie lauern.

"... das Jauchzen der Fröhlichen ist aus... " Seite 18

Handlung/Charaktere:

Die Handlung ist beinahe ausschließlich aus Sicht der Protagonistin geschrieben. Die nicht immer realistischen Geschehenisse, wie zum Beispiel die Entfesslungskünste der Heldin, sowie das unauffällige Schlüpfen in die Rolle des anderen Geschlechts verleihen diesem Thriller das Prädikat filmreif. Und dennoch merkt man anhand des nomadenhaften Lebens der Schriftstellerin und Kindheit in der Sekte, wie gut sie die Hintergründe solcher Machenschaften, die in diesem Buch vorherrschen, kennt. Sie beschreibt ein korruptes Afrika, wo Illegalität zum Überleben gehört. Die Protagonistin ist nahezu schmerzfrei, kampferprobt und hat einen ausgeprägten Überlebenssinn. Sie wird als intelligente Perfektionistin dargestellt und scheint jeden scheinbar doch unlösbaren Auftrag zu erfüllen. Sie ist wie im Klappentext beschrieben ein Chamälion, eine Jägerin. Die Schreibweise wird immer wieder durch einführen einiger Textauszüge bzw. Verse, die sie aus ihrer harten Kindheit in Afrika kennt unterbrochen. Eine gelungene Hetzjagd. Einzig die Tatsache, dass die Heldin auch zu Gefühlen neigt, den längst totgeglaubten Teil ihrer Seele durch Erzählungen ihrer Vergangenheit und der beginnende Liebe zu ihrem einstigen Anführer in Afrika entdeckt, lassen die Protagonistin noch menschlich erscheinen. Der Auftakt dieser Serie lässt auf spannende Lesestunden mit den nachfolgenden Fällen von Munroe hoffen.

Meine persönliche Meinung:

Ein actionreicher Thriller. Ich hatte die letzten zwei Nächste das Gefühl, ich wäre mittendrin im Geschehen. Ein Debütroman der Meisterklasse. Taylor Stevens hat meiner Meinung nichts ausgelassen. Eine perfekt aufgebaute Handlung, fesselnd und spannungsgeladen. Die Protagonistin eine Allrounderin. Eine wahre Superheldin. Stark, berechnend, mutig und gerissen. Ich stand so unter Strom und konnte Dank der sehr guten Beschreibung der Charaktere und Handlungsorte immer Bilder zu den Ereignissen zuordnen. Besonders gut haben mir die Verse in den einzelnen Kapiteln gefallen, die sich zum Schluss zu einem Spruch zusammenfügen lassen, der Munroe wohl noch aus Kindertagen in Afrika bekannt ist. Die Kapitel sind während der Suche nach Emily einzeln zu jeder Stadt mit Koordinaten versehen, was das ganze noch durchsichtiger erscheinen lässt. Wer nicht nur actiongeladene Thriller liest sondern auch gerne sieht. Sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen. Es ist wie Kino in geschriebener Form. Endlich darf auch eine Frau, diese Rolle übernehmen und obgleich einige Passagen unrealistisch erscheinen, sie steigern die Spannung umso mehr und lassen Vanessa Munroe nicht schlechter dastehen als bekannte männliche Superhelden. Sie ist meiner Meinung nach die neue touche Agentin, die leicht und locker ihre männlichen Kollegen in die Tasche steckt. Ich bin gespannt welchen Auftrag Munroe Alias "Michael" als Nächstes annimmt und freue mich auf eine Fortsetzung

Rezensiert von Aygen buecherkaffee.blogspot.de
dieser Reihe.

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