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In dieser ganz besonderen Nacht
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298 Bibliotheken, 5 Leser, 5 Gruppen, 100 Rezensionen

san francisco, liebe, geist, tod, geister

In dieser ganz besonderen Nacht

Nicole C. Vosseler
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei cbj, 25.02.2013
ISBN 9783570155349
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Für all die verwaisten Seelen dieser Welt,
die darum kämpfen, wieder heil und ganz zu werden. Widmung

Inhalt:

Amber ist gerade 16 Jahre alt, als ihre Mutter nach knapp zwei Jahren den Kampf gegen Krebs verliert. Kurz nach der Beerdigung bekommt ihr Vater Ted das Sorgerecht für sie und nimmt sie mit von Deutschland nach San Francisco. Amber ist zwar zweisprachig aufgewachsen, dennoch kommt ihr in diesem Land alles fremd vor. Als Amber überfallen wird und auf der Flucht ist, landet sie zufällig in einem alten verlassenen Haus. Dort lernt sie Nathaniel kennen, den Jungen, der immer dieselbe Kleidung trägt. Sie verliebt sich in seine ruhige Art. Endlich nach langer Zeit findet sie wieder Jemand, mit dem sie offen über die letzten Jahre, während der Krankheit ihrer Mutter sprechen kann. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen, ohne zu wissen, dass Nathaniel nicht einfach ein obdachloser, charmanter, verträumter und verständnisvoller Junge ist, wie anfänglich vermutet. Amber entdeckt ihre besondere Gabe erst durch Nathaniels Nähe. Ein langer Weg auf der Suche nach sich selbst beginnt und dieser Weg ist ganz schön gespenstisch.

Das Jahr, das kurz nach meinem sechzehnten Geburtstag
im Dezember begann und an dessen Ende
mein Herz aufhörte zu schlagen. Zitat Seite 7

Handlung & Charaktere:

Einfühlsam und Melancholisch, umgeben von einer unsichtbaren Trauer umschreibt die Autorin Nicole C. Vosseler die Hauptprotagonistin Amber Seemann. Das Mädchen wirkt anfänglich ganz durchschnittlich normal, wie ein typischer Teenager. Doch bereits zu Beginn ändert sich das Bild über dieses besondere Mädchen ziemlich schnell. Die Autorin beschreibt den Tod der Mutter von Amber so sensibel und doch ausführlich, so dass man als Leser mit dem jungen Mädchen mitleidet. Die Protagonistin wird nach außen hin stark und tapfer beschrieben, aber wie es in ihr aussieht, wird erst später klar. Die tiefe Trauer über den Verlust, den Schmerz während der Sterbensphase ihrer Mutter, all das spiegelt sich plötzlich in dem beschriebenen jungen Wesen. Gleich zu Beginn als Amber in Amerika ankommt, führt uns die Autorin durch die neue Stadt. San Francisco wird so detailgetreu beschrieben, als würde man selber durch die Straßen laufen. Die pastellfarbenen Uni Häuser, die Cable Cars und die steilen Straßen. Auch wenn diese Handlungsortbeschreibung für Einige eher langatmig erscheinen mag, finde ich, dass sie die richtige Basis für Ambers besondere Ausflüge ist. Man kennt praktisch den Weg zu dem verlassenen Haus, in dem Nathaniel haust. Im ersten Drittel scheint man hier in einer bereits bekannten Teenie Bekanntschaft zu lesen, doch die Autorin schafft durch ihren besonderen Schreibstil und das Auftauchen verschiedener, besonderer Charaktere, die Spannung von Kapitel zu Kapitel zu steigern. Die Geschichte läuft mehrgleisig, so dass man als Leser nie sicher sein kann, was einen wirklich erwartet. Dies macht dieses Jugendbuch besonders. Die Covergestaltung ist, wie ich finde, passend zum Inhalt gewählt. Inhaltlich liest man aus zwei Perspektiven, die wiederum kursiv Kapitelweise hervorgehoben werden. Einmal aus Sicht von Amber und aus der Sicht von Nathaniel, der seine Sehnsucht, seine Leidenschaft, seine Gefühle für Amber mit dem Leser teilt. Auch die Charaktere Matt und Holly, die eine große Rolle in dieser Geschichte spielen, sind stark, auffallend und prägend. Matt der durchgeknallte Asiate, der Ambers besondere Gabe teilt, als auch Holly, die verrückte und farbenfrohe gute Seele.

Millionen Geistwesen wandeln über die Erde ungeseh´n,
ob wir wachen oder wenn wir ruh´n. John Milton Zitat Seite 159

Mein persönliches Fazit:

Ein Buch in dem Trauer und Glück so nah beieinander liegen. Mein erstes Buch von Nicole C. Vosseler. Das Cover hat mich gleich in der Vorschau des Verlages angesprochen und der Klappentext klang so mystisch und vielsprechend, dass ich es unbedingt lesen wollte. Ich bin mehr als überrascht und tief berührt von dieser wunderbaren Geschichte, die mein Herz berührt hat. Neben Tod und Liebe dieses jungen Mädchens taucht man in eine geheimnisvolle Zwischenwelt voller anfänglicher Rätsel. Ein wahrer Pageturner, der nicht nur für junge Leser geeignet ist. Wunderbar ergreifend.

buecherkaffee.blogspot.de

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Everlight
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95 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

tod, cyrus, unsterblichkeit, liebe, droemer knaur

Everlight

Avery Williams , Sabine Thiele
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.12.2012
ISBN 9783426653265
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Warum sich nach etwas aus der Vergangenheit sehnen, wenn die Zukunft so viel Besseres bringt? Zitat Seite 24

Inhalt:
Seraphina liebt Cyrus und Cyrus liebt Seraphina. Was anfänglich als eine bezaubernde und unendliche Liebesgeschichte wirkt, nimmt nach 600 Jahren eine andere Wendung und aus der einst liebenden Seraphina wird eine Flüchtige. Seraphina hat vor 600 Jahren ein Elixier zu sich genommen um für immer an Cyrus Seite zu bleiben. Mit diesem Elixier löst sich ihre Seele von ihrem Körper und somit hat sie über Jahrhunderte die Möglichkeit, stetig wenn ihr momentaner Körper erschöpft und gebrechlich wird, sich einen beliebigen Körper auszusuchen. Fatal ist jedoch, dass dieser Mensch ungewollt sterben muss um Seraphina am Leben zu erhalten. Nach knapp 600 Jahrhundert Jahren hat Seraphina nicht mehr die einstig großen Gefühle für Cyrus. Er ist besitzergreifend, engt sie ein. Seraphina will wieder frei sein und um dieses Ziel zu erreichen, muss sie sterben.

Sterben ist das Tapferste, Menschlichste, was ich in den sechshundert Jahren getan habe. Zitat Seite 32

Handlung & Charaktere:
Avery Williams ist mit diesem Buch ein außerordentliches Debüt gelungen. Ihr Schreibstil und der Aufbau der Handlung sind gut durchdacht und präzise aufgebaut. Trotz den Zeitsprüngen gelingt es ihr, den Leser in der Handlung zu halten ohne ihn zu verwirren. Man ist immer am aktuellen Handlungsort ohne den Faden zu verlieren. Die Beschreibung der Charaktere ist ausgefeilt und so unterschiedlich, dass alle für sich einen Reiz bergen. Seraphina beispielsweise ist trotz ihrer Unsterblichkeit so menschlich und sensibel und unterscheidet sich in einer ganz besonderen Art von Cyrus. Seraphina hat Respekt vor dem Leben. Sie nimmt sich nicht wahllos einen Körper nur weil ihrer schwächelt, sie sucht sich nicht lebensbejahende Menschen aus, sondern welche, die es satt haben. Sie kämpft bei jedem Körperwechsel gegen das Gefühl an, jemanden töten zu müssen um sich seinen Körper anzueignen. Ganz gegensätzlich ist Cyrus. Er ist nahezu besessen sich „Opfer“ oder einen neuen Körper für Seraphina auszusuchen. Frauen, die ihr ähneln, Frauen, die Lebenslustig sind und Zukunftspläne haben, fallen meist in sein Beuteschema. Er ist egoistisch, besitzergreifend und berechnend und hat dennoch so eine anziehende Aura. Sein Erscheinungsbild ist makellos, er wirkt sensibel und dennoch männlich und stark. Ein so ungleiches Paar, wie man es selten gesehen hat. Was einem anfänglich wie eine wundervolle, bedingungslose und unendliche Liebe erscheint, ist eigentlich eine Art Gefängnis für Seraphina. Die Autorin hat den Übergang von der anfänglichen Romantik zur spannenden Hetzjagd so fantastisch umgesetzt, dass man sich nicht losreißen kann und wissen möchte, wie es weiter geht.

Ich fahre mit weit geöffneten Fenstern und saugt die Welt und die frische Luft ein, solange ich noch Zeit habe. Zitat Seite 51

Mein persönliches Fazit:
Fantasy ist eigentlich nicht mein bevorzugtes Genre aber ich musste überraschenderweise feststellen, dass mir die Geschichte von Seraphina und Cyrus sehr gut gefallen hat. Der Spannungsverlauf ist stetig steigend und man erlebt die Zeitsprünge und die verschiedenen Handlungsorte so intensiv mit, als erlebe man die Geschichte direkt durch Seraphinas Augen. Ein gelungener Fantasy Roman, der fast schon zu kurz gehalten wurde und man bewusst versucht langsam zu lesen, um länger in den Genuss kommen zu können. Ein wirklich gelungenes Debüt der Autorin Avery Williams.

© Rezension: Aygen buecherkaffee.blogspot.de

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See der Träume
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41 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

familie, familienroman, lucy, liebe, glas

See der Träume

Kim Edwards , Gesine Schröder
Fester Einband: 477 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 21.07.2011
ISBN 9783352008092
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Inhalt:

Lucy Jarrett ist Ende Zwanzig, als sie beschließt sich eine Auszeit zu nehmen und von Japan, ihrem aktuellen Wohnort zurück in die Heimat nach New York zu fliegen um ihre Familie zu besuchen. Sie steckt gerade in einer Sinnkrise. Seit sie mit ihrem Freund Yoshi von Jakarta nach Japan gezogen ist, hat sie keine Arbeit mehr und ist frustriert, was sich auch auf ihre Beziehung auswirkt. In New York angekommen, erfährt sie von ihrem Bruder, dass er Vater wird und wieder im alten Eisenwarenladen des Onkels anfängt. Lucy ist verwirrt. Ihr Vater und ihr Onkel Art hatten sich im Streit getrennt und das Geschäft blieb im Besitz ihres Onkels. Lucy ist enttäuscht, sie trauert selbst nach 10 Jahren immer noch um ihren Vater und versteht nicht, warum ihre Familie inzwischen mit dem Onkel Kontakt hat. Vieles scheint sich verändert zu haben, seit sie vor Jahren weg ist. Die Mutter hat inzwischen jemand kennengelernt und das Elternhaus wird nur noch zimmerweise genutzt. Für Lucy scheint es, als hätte sich jeder weiterentwickelt, obwohl sie doch diejenige war, die damals weg ist. Auf der Suche nach innerer Ruhe und Klarheit im Elternhaus, entdeckt Lucy in einer Mauernische Zeitungsartikel und Briefe, die auf eine Vorfahrin bzw. Verwandte weisen, die wohl zu seiner Zeit aus der Familie verstoßen wurde. Bei der Suche nach dem Grund stößt Lucy auf immer wieder seltsame Fügungen, geschichtliche Ereignisse und Zusammenhänge aus der Vergangenheit, die sie auf dem Familiengeheimnis näher bringen.

Das habe ich in meinem kurzen Leben immerhin gelernt: Handele nicht aus Zorn. Handele aus Liebe oder lass es bleiben. Zitat Seite 332

Handlung & Charaktere:
Die Autorin schreibt feinfühlig über die Trauer der Protagonistin. Ihre Unentschlossenheit, ihre Liebe zu ihrem Partner Yoshi. Sie vermisst ihn und doch fühlt sie nicht, dass sie mit ihm wirklich angekommen zu sein scheint. Während sie ihre Familie beobachtet, hat sie den Eindruck vor Jahren stehengeblieben zu sein. Ihr Bruder ist bereits in der Familiengründung und auch wieder im Familien Schlüsselimperium. Lucy hat keine Arbeit, keine Familie und selbst ihre Partnerschaft hatte schon schönere Zeiten erlebt. Die Autorin baut immer wieder in die laufende Handlung geschichtliche Ereignisse ein, die selbst mit dem Familiengeheimnis zusammen zu hängen scheinen. Der Aufbau ist anfänglich verwirrend, da man praktisch Jahrzehnte überspringt und geschichtliche Ereignisse wie über den Halley’schen Kometen oder sogar die Irokesen liest. Dank dem Schreibstil gelingt es der Autorin, die Leser dennoch gekonnt auf die wirklich wichtige Handlung im Buch zu lenken. Die verstoßene Verwandte Rose, die einst im 19. Jahrhundert Buntglasfenster in Auftrag gab und diese durch Zufall in der Gegenwart von Lucys alten Jugendliebe restauriert werden, der inzwischen eine eigene Glasbläserei hat und einen 6jährigen Sohn. Keegan bringt Lucy nach all den Jahren immer noch durcheinander und ihre Gefühle für ihn scheinen nicht wirklich gänzlich erloschen zu sein. Ein Roman, der so facettenreich ist, gefüllt mit Verrat, Intrigen, Liebe und der Trauer um den Vater. Kim Edwards ist es gelungen einen spannenden gefühlsechten Roman zu schreiben, der den Leser auf Reisen, durch längst vergessene Zeiten schickt und doch den Abschluss im Hier und Jetzt findet.

Aber meinst du nicht, dass die Vergangenheit für die Gegenwart eine Rolle spielt? Zitat Seite 70

Mein persönliches Fazit :
Leider ist das mein erstes Buch von Kim Edwards, damals nach Erscheinen des Buches „Die Tochter des Fotografen“ war ich unentschlossen, ob mir das Buch gefallen könnte, aber nach „See der Träume“ weiß ich, dass ich das schleunigst nachholen muss. Kim Edwards Schreibstil hat mir sehr gefallen. Schöne Landschaftsbeschreibungen und die charakterstark dargestellte Protagonistin runden das Geheimnis um die verstoßene Rose und deren Tochter Iris ab.

© Rezension: Aygen buecherkaffee.blogspot.de

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LeseBlüten Band 9 - Schaurige Geschichten 2012
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anthologie, absolute kaufempfehlung!, halloween, spannung, grusel

LeseBlüten Band 9 - Schaurige Geschichten 2012


Flexibler Einband
Erschienen bei piepmatz Verlag, 01.10.2012
ISBN 9783942786171
Genre: Sonstiges

Rezension:

Traurig schüttelte der Tod den Kopf. „ Es mangelt auch nicht an Kontakten. Ich treffe ja täglich unzählige Menschen, aber es ist eben immer nur kurz. Da kann sich kein freundschaftliches Verhältnis aufbauen.“
Zitat Seite 8 (Guten Tag, Tod mein Name von Kerstin Jordan)

Klappentext:
In der Hölle ist man per du, Dämonen haben Nachwuchssorgen, der Tod braucht eine Gesprächstherapie, Geister über Rache, Bäume haben Blutdurst und das mit dem Froschkönig war ja eigentlich auch alles andere als harmonisch und märchenhaft.

Mein persönliches Fazit:
Für gewöhnlich fange ich Anthologien nie mit der ersten Geschichte an. Ich weiß nicht warum, aber ich denke mir immer, das ist doch eine Gelegenheit ein Buch auch mal beispielsweise in der Mitte zu beginnen oder sogar mit den letzten Seiten. Diesmal jedoch hat mich der Titel der ersten Geschichte sofort angesprochen und ich habe mich so gut amüsiert und musste an vielen Stellen laut lachen. Eine wirklich gelungene Kurzgeschichte. Das Besondere an dieser Ausgabe „Leseblüten -Schaurige Geschichten“ ist, es sind hier nicht alle Geschichten zwanghaft schaurig, es gibt die ein oder andere Geschichte vollgepackt mit schwarzem Humor oder tatsächlich auch Geschichten wie beispielsweise „Alte Autos von Nicole Schröter“, die einem einen Schauer über den Rücken jagen. Meine erste Ausgabe „Leseblüten“ hat mich wirklich positiv überrascht und herrlich amüsiert. Ein Buch das praktisch für die kurzen freien Momente, eine Gelegenheit bietet, sich immer wieder neu unterhalten oder sogar gruseln zu lassen. Für mich persönlich sind Anthologien wirklich toll. Denn oft ist man vielleicht unterwegs oder hatte einen verrückten Tag und es fehlt einem an der nötigen Ruhe, da hat man hier praktisch die Gelegenheit nach Lust und Laune sich entführen zu lassen.

© Rezension: Aygen

Folgende Autoren sind Teil dieser Anthologie:
Kerstin Jordan, Daniel Bakker, Deetje Fehlings, Lorenz-Peter Andresen, Daniel Heinrich, Mischa Heißmann, Gabriela Bornemann, Silke Wiest, Anneliese Haderer, Brunhilde Maria Cronauge, Kerstin Ax, Verena Kalter, Daniela Hauch, Vera C. Koin, Nicole Schröter, Tina Birgitta Lauffer, Frank Wallner, Nils Momme Hinrichs, Sabine Kohlert, Kamila Stadniczuk, Nathalie C. Kutscher, Claudia van Es, Volker Liebelt, Heidi Hensges, Ann-Kathrin Walz, Steffi Schaaf, Hans P. Holzer, Daniel Heinrich, Stefan Vogeley, Angela Pundschus, Manuela Inusa, Gabriele Lortz, Carola Kickers, Daniel Schwarz Carigiet

buecherkaffee.blogspot.de

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Rimbaud und die Dinge des Herzens
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paris, suche, charly, frankreich, entdecken

Rimbaud und die Dinge des Herzens

Samuel Benchetrit , Olaf Matthias Roth
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 01.06.2012
ISBN 9783746628288
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Meine Mutter gehört zu den Menschen, die überzeugt davon sind, dass die Schule eine Chance fürs Leben ist und dass die blöden Lehrer immer recht haben. Wenn man ihr erklären würde, an meinen Problemen wären meine Beine schuld, dann würde sie mir die bestimmt abhacken.
Zitat Seite 12

Inhalt:
Der 10jährige Charly ist ein kluger und aufgeweckter Junge. Er lebt mit seiner Mutter und seinem Bruder Henry in einem heruntergekommenen Hochhausblock in einer Pariser Vorstadt. Charly ist es inzwischen gewohnt, dass ab und an die Polizei vorbeikommt, doch meist ist es wegen seinem drogensüchtigen Bruder Henry. An einem Tag, frühmorgens als Charly sich auf den Weg zur Schule macht, sieht er wieder die Polizei das Gebäude betreten, er folgt ihnen und sieht wie seine Mutter mitgenommen wird.

Ich mag lieber Mädchen, die nach vorn blicken. Die das gelesen haben, was man selbst nicht gelesen hat. Die Musik lieben, die man selbst nicht kennt. Die einen ein Land entdecken lassen, das sie bereits kennen. Meine Frau wird einmal älter sein als ich, das schwöre ich Ihnen!
Zitat Seite 85

Handlung & Charaktere:
Der junge Protagonist Charles genannt Charly, ist trotz der Schicksalsschläge, die er in seinem jungen Leben schon erleben durfte, ein aufgeweckter, fröhlicher Junge. Der Autor Samuel Benchetrit verleiht Charly eine besondere Aura. Sein Schreibstil aus Sicht des Jungen ist sehr gut gelungen. Obgleich wir hier von einem 10jährigen Jungen durch die Geschichte geführt werden, hat die Geschichte eine besondere Tiefe und Ernsthaftigkeit. Charly beschreibt auf seine Art und Weise, die Drogensucht seines Bruders, das Verlassen werden vom Vater, die fürsorgliche Mutter sowie seine erste große Liebe zu seiner Mitschülerin Melanie Renoir.

Der Protagonist Charly wirkt überlegen und klug. Er ist im Gegensatz zu den anderen Kindern, seinen Freunden im Viertel ein besonders veranlagter Junge. Seine Interessen gelten, nicht nur altersentsprechend, dem Spielen mit Freunden sondern auch der Poesie und dem Lesen. Besonders gern besucht Charly den Französischunterricht, um dort immer wieder neue Gedichte zu lernen oder lässt sogar ein Buch aus der Bücherei mitgehen, um es zu lesen und später zurückzubringen. Bis hierhin klingt es nach einer wunderschönen Geschichte, mit den kleinen Ecken und Kanten des Lebens. Charly ist es inzwischen gewohnt, dass häufig die Polizei vor der Tür steht, um nach dem Bruder Henry zu fragen, aber an diesem Tag, sieht Charly wie seine Mutter mit einer Tasche in der Hand abgeführt wird. Selbst als Charly seine Mutter, wie so oft, in so einem Moment anlächelt, reagiert diese nicht wie gewohnt, sondern lässt Charly einfach unbeachtet.
Während Charly verwirrt durch die verschmutzten Straßen irrt und Antworten auf seine Fragen sucht und auch wissen möchte, wohin seine Mutter gebracht wurde, kommt er der Wahrheit immer näher. Diese Wahrheit könnte Charly das Herz brechen. Samuel Benchetrit lässt uns auf eine komisch kindliche Art und dennoch tiefsinnig und sensibel das Leben von Charly erleben.

[Rimbaud…] Früher, ich weiß es noch genau, da war mein Leben ein Fest, wo alle Herzen aufgingen und der Wein in Strömen floss. Eines Abends setzte ich mir die Schönheit auf den Schoß. – Und fand sie bitter. – Da verfluchte ich sie. Ich wappnete mich gegen die Gerechtigkeit. Ich floh, O Zauberinnern, Leiden, Hass, ausgerechnet euch wurde mein Schatz anvertraut!
Zitat Seite 254

Mein persönliches Fazit:
Charly hat mich durch seine Straßen geführt. Mit Kinderaugen und Kindermund habe ich die Wahrheit der Geschichte erlebt. Seine Sichtweise, seine reines Herz, seine Gutgläubigkeit, seine Neugier. All das vermittelt Charly. Er wirkt zeitweise Erwachsen und dennoch schafft er es im Gleichgewicht zu bleiben. Seine Ausdrucksweise ist ungewollt komisch und er beschreibt seine Liebe zu Melanie Renoir, seiner Mitschülerin, so kindlich rein und dennoch voller Leidenschaft. Aus Kindersicht eine Pariser Vorstadt, mit all ihren dunklen Ecken. Dem drogensüchtigen Bruder, der lieber weg ist, als seiner Familie größeren Schmerz hinzuzufügen und dem Schicksal des erneuten Verlustes den Charly erlebt.

© Rezension: Aygen

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Irgendwo ist immer jemand, der dich liebt
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kanada, vater, sohn, eishockey, weihnachten

Irgendwo ist immer jemand, der dich liebt

Pierre Szalowski , Nathalie Lemmens
Fester Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Bertelsmann, C, 01.11.2012
ISBN 9783570101568
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Die schlimmsten Schmerzen sind auch immer die stillsten. Zitat Seite 45

Inhalt:
Eishockeyprofi Ladouce wird aufgrund seiner Eskapaden aus der Mannschaft in Montreal verbannt und nach Winnipeg versetzt. Nach sieben Jahren wird er zurück nach Montreal in seine alte Mannschaft zurück geordert und glaubt, noch einmal seiner Karriere so den nötigen Schub zu geben. Von sich überzeugter als je zuvor, kehrt ein selbstverliebter und selbstbewusster Ladouce, nach Jahren zurück, in dem Glauben, dass alle ihn mit offenen Armen empfangen werden. Als er an Weihnachten in der alten Heimat auftaucht, stellt er ziemlich schnell fest, wie er ersetzt wurde. Sein Status ist nicht mehr derselbe. Er ist nicht mehr der Sportler, mit Fanscharen. Er ist nur durch sein negatives Verhalten in Erinnerung geblieben und seine Fans und die einstigen Freunde lassen ihn spüren, wie sehr sein Verhalten damals alles zerstört hat und was er eigentlich verloren hat.

Nicht weinen. Irgendwo ist immer jemand, der dich liebt. Zitat Seite 47

Handlung & Charaktere:
Der Autor Pierre Szalowski hat hier ein wundervolles Werk vollbracht. Seine Wortwahl und die Schaffung einer besonderen Atmosphäre sind ihm gelungen. Das leerstehende Luxushotel Saint- Régis vermittelt trotz mangelnder Gäste ein Geborgenheitsgefühl. Man spürt den Schutz, die Wärme und diese Vertrautheit. Trotz trauriger Ereignisse, die sich ergeben und auch die Hasstriaden und bissigen Bemerkungen gegenüber Ladouce, schafft der Autor immer wieder durch Situationskomik, diese Momente aufzulockern, ohne dem Leser den Sinn für das wirklich Wichtige zu rauben. Der Protagonist wird anfänglich sehr selbstbewusst dargestellt, doch schnell merkt man, wie einsam er wirklich ist, wie ihm von Seite zu Seite, die Wirklichkeit und auch seine eigene Person immer wieder vor Augen geführt wird. Jeder hält ihm einen Spiegel vor und er muss feststellen, dass der einstige Glanz schon lange verblasst ist. Zurück bleibt ein Mann, der seine besten Jahre mit Alkohol und wilden Partynächten so übertrieben hat, dass die großen Schlagzeilen schon lange nicht ihm gelten und die letzten Artikel lediglich seinen Absturz und seine Eskapaden zeigen. Er stellt fest, dass ehemalige Mannschaftskollegen und Freunde, lange vorher die Reißleine gezogen haben und ihr wahres Glück gefunden haben. Ladouce wird einerseits Einsam, ja sogar passagenweise jugendlich, kindlich naiv dargestellt, wenn er so vor dem Fernseher sitzend David Copperfield verfolgt oder gar sich wie ein schmollendes Kind verhält, das nicht das gewünschte Spielzeug erhält und andererseits als prolliger Starhockeyspieler, der komplett an Selbstüberschätzung leidet. Diese charakteristische Darstellung des Protagonistin macht ihn besonders. Er ist äußerlich erscheinend ein richtiger „Kerl“, der eigentlich nach Geborgenheit und Wärme sucht und feststellt, wie wertvoll einst die Freunde und die Familie waren und welche Bedeutung dieser Sport wirklich für ihn hatte. Also Ladouce den 7 jährigen Sohne eines Zimmermädchens im Hotel kennenlernt, beginnt er über all die vergangen Jahre nachzudenken. Nicht nur an die rauschenden Nächte, sondern auch an den Ladouce, der er war, bevor der Ruhm ihm den Sinn geraubt hat.

Mein persönliches Fazit :
Das ist mein erster Roman vom Autor und ich muss sagen, der Titel hat mich schon angesprochen, weil er eben außergewöhnlich klingt. Aber was mich wirklich dazu bewegt hat, dieses Buch auch wirklich lesen zu wollen, war der Klappentext. Ein Profi Eishockeyspieler, der skandalös und wild gelebt hat und so ziemlich alles aufs Spiel gesetzt hat. Seinen Ruhm, sein Ansehen, das Vertrauen seiner Fans und auch den Glauben seines Vaters in seine sportlichen Fähigkeiten. Wie so oft spielt das Leben eben anders als man denkt und man kann am höchsten Punkt seines Lebens mit einem Mal alles verlieren was einem wichtig war. Dieses Buch zeigt den Kampf um den inneren Schweinehund und den langen Weg eines Sportlers auf der Reise zu sich selbst und der Wiederherstellung seines einstigen Ruhms. Geld verdirbt den Charakter wird hier deutlich. Der Abstieg im Leben geht schneller als man denkt und man sollte stets im Umgang mit Anderen den Respekt voreinander wahren, egal wie weit man oben steht, um nicht sich selbst zu verlieren und vielleicht sogar, das wichtigste das uns halt gibt. Die Freunde und die Familie. Ein wahrer Pageturner, der mich überrascht hat. Ich werde mir definitiv noch „Bei Kälte ändern die Fische ihre Bahnen“ zulegen und lesen, da der Titel außergewöhnlich klingt und der Schreibstil des Autors mich begeistert hat, bin ich jetzt schon gespannt.

© Rezension: Aygen
buecherkaffee.blogspot.de

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Du mich auch
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rache, liebe, humor, ellen berg, frauen

Du mich auch

Ellen Berg
Flexibler Einband: 302 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 20.09.2011
ISBN 9783746627465
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Inhalt:
Das Trio fatal kommt nach 25 Jahren auf dem Klassentreffen wieder zusammen. Der ehemalige Mädchenclub der Schule ist erwachsen geworden. Katharina die Große, Bella Beatrice und Evi Forever. Ein Dreiergespann, das zur Schulzeit jede Menge Spaß hatte. Alle drei Frauen haben etwas gemeinsam. Sie sind in einer unglücklichen Beziehung. Sie wurden betrogen, belogen, hintergangen und ihrer Würde beraubt. Das alles hat jetzt ein Ende. Die Drei, inzwischen erwachsenen Frauen, mögen sich optisch verändert haben, aber sie entdecken sehr schnell ihr altes Ich und beschließen kurzerhand, dieses Wiedersehen auf eine besondere Art zu zelebrieren und ihre Männer sollen dabei nicht leer ausgehen.

Aber wahre Rache ist ein Gericht, das kalt genossen wird. Zitat Seite 59

Handlung & Charaktere:
Die Autorin Ellen Berg hat drei wundervolle Charaktere erschaffen. Ob die sensible und fürsorgliche Hausfrau und Mutter Evi oder Katharina, die erfolgreiche und konservative Staatssekretärin bis hin zu Beatrice, die Presenterin einer Agentur. Die Hauptfiguren werden bildlich und detailliert beschrieben. Anfänglich wirken sie auf einen selbstbewusst und voller Kampfgeist, mit beiden Beinen im Leben stehend. Schnell wird jedoch klar, dass es sich um eine Fassade handelt. Die Autorin hat diese ruhigen und emotionalen Momente zwischen den Frauen wunderbar umgesetzt. Der Schreibstil ist locker und flüssig zu lesen, hat aber auch die nötige Tiefe in den richtigen Momenten. Ellen Berg hat hier eine wundervolle Lektüre für gebrochene Herzen und alle Frauen geschaffen, die innerlich voller Tatendrang stecken und einfach noch auf den richtigen Augenblick warten, ihr wahres Ich und ihr Stärke leben zu können.

Für immer, für ewig, für uns! Zitat 119

Mein persönliches Fazit:
Herrlich!!!
Ein typischer Frauenroman, der sich leicht und locker in einem Rutsch lesen lässt. Eine Rachefeldzug, der es in sich hat. Die Drei sind mir ziemlich schnell ans Herz gewachsen. Jede Frau ist auf ihre besondere Art und Weise außergewöhnlich. Ich habe bei so vielen Passagen laut lachen müssen und war teilweise auch berührt über die Erfahrungen, die die drei Frauen über die Jahre erlebt haben. Obwohl es zeitweise ziemlich überzogen klingt, hat es genau meinen Nerv getroffen und mich sehr gut unterhalten. Eine besondere Freundschaft, die nach 25 Jahren ihr Revival erlebt und man den Eindruck hat, sie hätten sich nie aus den Augen verloren. Die perfekte Lektüre für gemütliche Abende und ein kleiner Ratgeber zur Ermutigung um das eigene Selbstbewusstsein zu stärken. Frauenpower Pur!

© Rezension: Aygen buecherkaffee.blogspot.de

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Morgen, Freundchen, wird's was geben!: 24 punschvergnügte Weihnachtsgeschichten: Der Adventskalender
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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

deutschland, weihnachten, kurzgeschichten

Morgen, Freundchen, wird's was geben!: 24 punschvergnügte Weihnachtsgeschichten: Der Adventskalender

Mia Jäger
E-Buch Text: 336 Seiten
Erschienen bei Knaur eBook, 01.10.2012
ISBN B008B1TKQA
Genre: Sonstiges

Rezension:

Weihnachten kommt jedes Jahr. Aber die richtige Entscheidung, auf die kann man nicht einfach warten. Die muss man fällen, wenn sie sich bietet

Zitat Seite 236 (Gabriella Engelmann – Schwere Entscheidung)

Klappentext:
Wer dem ganz normalen Weihnachtswahnsinn trotzen will, der braucht stahlharte Nerven und viel Humor. Kein Problem, denn in diesem Jahr hält der Nikolaus einen ganzen Sack voll vergnüglicher Weihnachtsgeschichten für Sie bereit. Ob romantisch mit Silke Schütze, märchenhaft mit Tanja Kinkel, makaber mit Markus Heitz, humorvoll mit Steffi von Wolff oder sexy mit Anne West: Mit diesen 24 turbulenten Weihnachtsgeschichten kommen Sie garantiert entspannt und punschvergnügt durch den Advent.

Mein persönliches Fazit:
Ob Weihnachtsverächter, Weihnachtsliebhaber, Pessimist oder Optimist - für jeden ist etwas dabei. Eine tolle Sammlung besonderer Autoren, die jeden Geschmack abdecken und von Geschichte zu Geschichte immer mehr auf die kommende Weihnachtszeit einstimmen. Eigentlich hätte ich mir ja gerne für jeden Tag eine Kurzgeschichte vorgenommen, aber es hat mir so gut gefallen, dass ich gleich mehrere am Stück gelesen habe und somit leider auch schon vor Weihnachten durch bin. Glücklicherweise findet man im Anhang noch tolle Weihnachts- bzw. Punschrezepte, die sicher in der besinnlichen Zeit getestet werden.
Der Aufbau bzw. die Zusammensetzung der Geschichten ist passend zusammengestellt. Eine gelungene Abwechslung zwischen Humor, Romantik, Spannung, Fantastik und Grusel. Das besondere an Anthologien ist, dass wirklich immer für jeden etwas dabei ist, für den einen mehr, für den anderen weniger. Für mich persönlich war es die perfekte Mischung. Außergewöhnliche Autoren, von denen mir bereits viele bekannt sind und hier wieder beweisen, dass sie kein ganzes Buch schreiben müssen um mich zu fesseln. Sie schaffen es auch, mich mit wenig Seiten und Worten in ihren Bann zu ziehen und zu begeistern. Wörtermagier wie ich sie liebe.

Ein tolle Geschenkidee zur Vorweihnachtszeit und warum nicht auch mal eine besondere Art des Adventskalenders? Es muss ja nicht immer Schokolade sein.
Denn es gibt Menschen, die können auch mit Worten den ein oder anderen Tag/Abend versüßen.

buecherkaffee.blogspot.de

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Maria sucht Josef
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weinachten, liebe, weihnachten, kinder, maria sucht josef

Maria sucht Josef

Noemi Jordan , Nicole Joens
Flexibler Einband: 351 Seiten
Erschienen bei Piper, 10.10.2011
ISBN 9783492274036
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Inhalt:

Miriam ist Anfang 40 als Ihre Schwester und Ihr Schwager, beide Musiker, bei einem Autounfall ums Leben kommen. Sie übernimmt das Sorgerecht für ihre Nichte Anna-Sophie und ihren Neffen Bene. Miriam wird zudem von ihrem Partner Schwanger sitzengelassen und zieht ohne Job von Dresden nach München, um die Kinder nicht aus ihrer gewohnten Umgebung zu reißen. Inzwischen ist sie Hochschwanger und verschuldet. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie die Wohnung verlieren und das Jugendamt vor der Tür steht. Völlig verzweifelt und kurz vor der Entbindung kündigt ihr noch die Krankenkasse und ihre Ärztin will sie nicht behandeln. Durch eine nette Arzthelferin aus der Praxis erfährt Miriam von einer Hebamme, die auch unentgeltlich behandelt, doch um dort hinzukommen, müssen die Drei quer durch die Stadt und das mit 80 Cent in der Tasche. Kurzerhand hecken die Drei aus Verzweiflung den Plan aus, in ein Taxi zu steigen und sich eine Geschichte einfallen zu lassen um kostenfrei zu dieser Hebamme zu kommen. Joe der Taxifahrer, ein Hobby Country Musiker, nimmt seine Fahrgäste wie gewohnt auf, ungeahnt welchen Lauf diese Taxifahrt für ihn noch nehmen wird.

Miriams innerer Garten, einst eine beschützte Laube mit Apfelbäumen, Rittersporn und duftendem Jasmin, ist gänzlich verschwunden. Zitat Seite 9

Handlung & Charaktere:

Nicole Joens wählt für Ihren besonderen Roman "Maria sucht Josef" einen kalten, vorweihnachtlichen Schneetag in München. Während alle in froher Stimmung über den Weihnachtsmarkt schlendern und die Zeit genießen, fokussiert die Autorin vier besondere Menschen in all diesem bunten und lustigen Treiben. Die Charaktere beschreibt Nicole Joens treffend zur Lebenssituation. Die zwei kleinen Kinder sind auf ihre ganz besondere Art und Weise, quirlig, klug, gerissen und zugleich voller Trauer. Die Autorin stellt die missliche Lage der Protagonistin im Kampf gegen die Behörden mit einer menschlichen Kälte dar, wie man sie sich kaum vorstellen mag. Der Alltag einer verzweifelten jungen, hochschwangeren Frau mit zwei Ziehkindern, alleingelassen vom Staat, im Kampf um Ihre Familie wird so bedrückend beschrieben, dass man die Verzweiflung in jeder Zeile lesen kann. Auch Josef, genannt Joe, wirkt zwar bodenständig und trotz seiner derben, bayrischen Art dennoch so warmherzig.
Das Cover hingegen ist zwar nicht wirklich passend zum Inhalt gewählt, aber wunderschön weihnachtlich und fröhlich gestaltet, so dass es den Leser direkt anspricht.

Sein Kuss ist das Versprechen, da zu sein und sein Bestes zu geben, um Miriam zu halten, und zu teilen, was das Leben ihnen noch schenken wird. Zitat Seite 351

Mein persönliches Fazit:

Eine wunderschöne und zugleich traurige Weihnachtsgeschichte.
Wer noch an Weihnachtswunder glaubt, dem wird es beim Lesen ganz warm ums Herz. Eine zugleich herzzerreißende Geschichte über Mut, Kraft und Familiensinn. Mir persönlich hat die Geschichte sehr gut gefallen. Perfekt, um mich auf die kommende Weihnachtszeit einzustimmen. Idealerweise habe ich das Buch auch noch am ersten Schneetag im Oktober begonnen und konnte mir beim Lesen, die Kälte, den Schneematsch und das wilde Gewusel in den Straßen besonders gut vorstellen. Dieses Buch hat mich daran erinnert, dass uns ganz besonders im stressigen Alltag oft der Blick und die Sensibilität im Umgang mit unseren Mitmenschen fehlen. Unabhängig welche Jahreszeit ist, verfallen wir oft in das Schema viele in eine Schublade zu stecken ohne uns zu fragen, ob dieser Mensch an seiner Misere selber Schuld ist oder einen harten Schicksalsschlag erlitten hat. Sollten wir nicht lernen nicht über andere zu urteilen? Wie möchten wir gesehen und behandelt werden in der Not? Ich möchte nicht damit sagen, dass mein grundsätzlich mitleidig mit bedürftigen Menschen umgeht, den oft nutzen auch Menschen einfach die Gutgläubigkeit aus, sondern einfach vorsichtiger mit unserem Urteil über Andere. Bewusster leben, sehen und beobachten. Meines Erachtens ein wirklich gelungener Debüt Roman und garantiert ein Lesegenuss.

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Wenn die Nacht verstummt
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167 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 22 Rezensionen

mord, kate burkholder, painters mill, familie, hass

Wenn die Nacht verstummt

Linda Castillo , Helga Augustin
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 23.05.2012
ISBN 9783596184521
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

"Schlaflosigkeit ist eine heimtückische Krankheit. Leise und unsichtbar raubt sie den Betroffenen nicht nur den Schlaf, sondern auch den Seelenfrieden, und das manchmal monatelang."
Zitat Seite 23

Inhalt:
Kate Burkholder ist seit 3 Jahren Polizeichefin im kleinen Ort Painters Mill in Ohio. Ihre Familie gehört den Amischen an, aber Kate selber hat sich in ihrer Jugend gegen das Leben bei den Amischen entschieden und ist aus der Gemeinde ausgetreten. Seitdem hat sie keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie. Inzwischen lebt sie typisch Englisch, wie die Amische die anderen außerhalb ihrer Glaubensgemeinschaft nennen. Die Polizeichefin Kate führt eine Fernbeziehung mit ihrem Kollegen, dem Ermittler John Tomasetti, dessen Hilfe sie auch diesmal wieder in Anspruch nimmt um den Täter zu stellen. Painters Mill ist eigentlich ein beschaulicher Ort und als drei Menschen der Slabaugh Familie in ihrer Jauchegrube tot aufgefunden werden, gehen alle von einem Unfall aus. Kate Burkholder und ihr Team stellen jedoch bei den Ermittlungen fest, dass es sich um einen Mord handeln muss. Als dann immer mehr Amische unbekannten Tätern zum Opfer fallen, beginnt die Hetzjagd und Kate hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Fall zu lösen.
Obwohl sie weiß, dass sie dadurch wieder mit ihrer ungeliebten Vergangenheit konfrontieren wird.

"Menschen über den Tod eines geliebten Verwandten zu informieren ist immer eine schwierige Sache. Mit anzusehen, wie sie den Boden unter den Füßen verlieren, und nichts dagegen tun zu können, hinterlässt ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit."
Zitat Seite 48

Handlung & Charaktere:
Die Autorin bleibt ihrem Handlungsort und ihrem Schreibstil, wie auch bereits in den letzten zwei Büchern „Die Zahlen der Toten“ und „Blutige Stille“ treu. Painters Mill und die dort lebenden ortsansässigen Amische sind immer noch der Mittelpunkt der Geschehnisse. Linda Castillo schafft es, trotz der uns bereits bekannten Ereignissen aus ihren Vorgeschichten, auch diesmal wieder eine gut durchdachte und spannende Geschichte zu liefern.
Besonders bemerkenswert und interessant, ist die beschriebene Lebensweise der Glaubensgemeinschaft. Amische leben wie im 17. Jahrhundert. Ohne Strom, ohne Gerätschaften meistern sie Ihren Alltag, leben weit abgeschieden von der ursprünglichen und modernen Zivilisation. Die Autorin ermöglicht uns einen besonderen Einblick und lässt uns auch an ihrer außergewöhnlichen Sprache „Pennsylvaniadeutsch“, welche immer wieder im Text auftaucht, teilhaben. Die Protagonistin wird beruflich als starke unabhängige Frau dargestellt und lässt auch in ihrer Beziehung keine unnötigen Gefühle zum Vorschein kommen. Jedoch äußert sich dafür ihre Schwäche in ihrem Alkoholkonsum. Immer wieder holt sie die Vergangenheit ein und sie erinnert sich an ihr Leben bzw. Ihre Kindheit in der amischen Glaubensgemeinschaft.

Mein persönliches Fazit:
Linda Castillos dritter Fall spielt auch in Painters Mill. Wieder ist eine amische Familie betroffen. Sicher gibt es jetzt den ein oder anderen, der sich denkt: "wieder die selbe Story", aber ich habe mich sehr auf dieses dritte Buch gefreut. Die Hintergründe der amischen Glaubensgemeinschaft werden hier gekonnt geschildert und auch die Sprache „Pennsylvaniadeutsch“ wird in dem Buch genutzt. Durch die Lebensweise und Beschreibung der amischen Charaktere gelingt es der Autorin mich immer wieder zu fesseln. Obwohl es sich wieder um die selbe Thematik handelt, hat sie durch den gut durchdachten Aufbau der Geschichte eins draufgesetzt. Für mich persönlich immer ein Lesegenuss der besonderen Art.
Temporeich, spannend und fesselnd zugleich von der ersten Seite an. Ich freue mich auf Ihr viertes Buch, das bereits im Oktober 2012 erschienen ist. Diesmal handelt es sich sogar um einen anderen Handlungsort und ich bin gespannt, wie mir ihr aktuelles Buch gefallen wird.

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Der letzte Engel
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141 Bibliotheken, 4 Leser, 4 Gruppen, 35 Rezensionen

engel, flügel, fantasy, familie, bruderschaft

Der letzte Engel

Zoran Drvenkar
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei cbj, 01.10.2012
ISBN 9783570154595
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Der 16-jährige Markus „Motte“ beschließt, das Wochenende allein zu Hause zu verbringen und an seinem Referat zu arbeiten. Alles läuft wie gewünscht, bis ihn eine eMail erreicht.

Sorry für die schlechte Nachricht
Aber wenn du aufwachst, wirst du tot sein
Wir wollten nur, dass du das weißt
Du bist nicht allein
Sei mutig und stark (Zitat Seite 19)

Motte glaubt an einen Streich seiner Freunde und beschließt, die ganze Sache nicht weiter ernst zu nehmen. Schnell merkt er jedoch, dass ihm das keine Ruhe lässt und nimmt sich fest vor nicht einzuschlafen. Wider erwarten überkommt ihn die Müdigkeit und Motte schläft ein. Dies bleibt natürlich nicht ohne Folgen.

Die Erkenntnis traf mich mit voller Wucht. Ich drückte mir eine Hand aufs Herz,
Nichts.
Ich suchte meinen Puls,
Nichts. (Klappentext)

Handlung & Charaktere:
Dem Autor ist es gelungen, Gegenwart und Vergangenheit gut zu verbinden, indem er geschichtliche Ereignisse, die zu dieser Verfolgungsjagd von Motte führen, gut umzusetzen. Er beschreibt mehrere Gruppen und Personen. Die Bruderschaft von 1820, die dabei sind, ihr Ziel zu erreichen und sämtliche Engel auf dieser Erde auszulöschen um somit das Ende der Menschheit herbeizuführen, sowie Mona, das unscheinbar wirkende 10jährige Mädchen, mit der besonderen Fähigkeit, durch Berührung Erinnerungen hervorzurufen. Die verschiedenen Handlungsorte erscheinen anfänglich erst verwirrend aber setzen sich von Kapitel zu Kapitel zusammen und lassen den Leser immer tiefer in die Geschichte eintauchen. Man reist vom irischen Land nach Edinburgh und findet sich dann in Berlin. Die Mischung aus Fantasy und Realität gibt diesem Buch das besondere Etwas. Die Charaktere sind nicht nur durch ihre Namensgebung besonders gewählt, sondern auch durch ihre Beschreibung und ihr Auftreten. Man lernt selbst im schlechtesten Wesen dieser Geschichte eine weiche, sensible und verletzliche Seite kennen. Besonders gelungen sind die Passagen, in denen Zoran Drvenkar den Protagonisten Motto beschreibt, wie er sich selber beobachtet. Seinen leblosen Körper, auf dem Bett liegend. Seinen Vater, der ihn versucht zu wecken und Motto, wie er erstaunt über die zwei Flügel ist, die sich auf seinem Rücken befinden. Gänsehautfaktor garantiert. Eine rasanter und magischer Roman, mit dem richtigen Maß an Fantasie. Bestimmt hätte es Mona in dem Moment geholfen, wenn sie gewusst hätte, dass Vergangenheit ein Gewebe der Zeit ist, das sich aus Erinnerungen zusammensetzt.

Bestimmt hätte es Mona in dem Moment geholfen, wenn sie gewusst hätte,
dass Vergangenheit ein Gewebe der Zeit ist, das sich aus Erinnerungen zusammensetzt.
(Zitat Seite 43)

Mein persönliches Fazit:
Ich habe bereits „Sorry“ und „Du“ von Zoran Drvenkar gelesen und beide haben mir sehr gut gefallen. Deshalb war ich auch so gespannt auf „Der letzte Engel“. Es ist etwas ganz anderes, mystisch, surreal und packend. Der Klappentext klingt ja schon sehr einladend, aber was mich wirklich gereizt hat, war die ausführliche Leseprobe, die ich vorab schon lesen konnte und natürlich das Video mit dem Kurzinterview des Autors. Er beschreibt ja bereits in diesem Interview, dass es zwar um Engel geht, aber nichts mit Religion zu tun hat und ich finde, er hat es sehr gut umgesetzt. Die Assoziation des Engels ist eben in unseren Köpfen fest verankert und da ist es nicht einfach, umzuschalten und wirklich an etwas anderes als einen göttlichen Boten zu denken. Zoran Drvenkar hat etwas Neues geschaffen und mich von diesem Gedanken gelöst und mich mitreisen lassen. Zwischen Berlin und Edinburgh auf der Flucht vor der Bruderschaft, erlebt der Leser hier eine Mischung aus Geschichte, Märchen, Fantasy, Thriller und auch den ein oder anderen stillen Moment, der Gänsehaut auslöst.

© Rezension: Aygen

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Weiblich, jung, flexibel
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70 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 46 Rezensionen

studium, indien, beruf, selbstfindung, carlynn

Weiblich, jung, flexibel

Felicitas Pommerening
Fester Einband: 178 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 13.01.2012
ISBN 9783451305320
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Inhalt:

Carlynn und Ellen, zwei Freundinnen haben gerade ihr Hochschulstudium abgeschlossen und befinden sich jetzt praktisch auf dem Sprung ins Berufsleben. Während Carlynn ein feste Ziel verfolgt und sich auch ihrem Studium entsprechen mit einem Vorzeigelebenslauf und Zeugnis bewirbt, ist Carlynn noch am Überlegen was sie überhaupt machen möchte. Trotz unterschiedlicher Perspektiven was die berufliche Zukunft der Beiden angeht, sind sich die Freundinnen doch sehr ähnlich. Der lange Weg der zwei jungen Frauen wird zur außergewöhnlichen Reise. Während die Eine auf Selbstfindung in Indien unterwegs ist, versucht sich die Andere an ihrem ersten Arbeitsplatz. Sie stellen ziemlich schnell jedoch fest, dass nun der ernst des Lebens beginnt und das Wünsche nicht immer mit den Möglichkeiten, die einem gebeten sind, übereinstimmen.

Aufbau/Charaktere:

Die Autoren hat hier einen Wegweiser für Studienabgänger und gleichzeitig eine Spiegelung der heutigen Arbeitsmarktsituation auf sehr humorvolle Weise zu Papier gebracht.Felicitas Pommerening hat zwei Charaktere erschaffen, die realitätsnah sind. Carlynn und Ellen sind garnicht so verschieden, wie man anhand ihrer Erzählungen herausliest. Der Aufbau des Buches gliedert sich in kleine Kapitel, welche abwechselnd je aus der Ich-Perspektive von Ellen und Carlynn dargestellt werden. Die Protagonistinnen erzählen von Ihrer Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle, ob sich ein Auslandsjahr lohnt um danach bessere Chancen zu bekommen? Ob ein Trainee wirklich ein Unterschied zum altmodischen unbezahlten Praktikum bietet? Ob man nach dem Studium schon ein Anrecht auf eine Teilzeitstelle hat um mehr Freizeit zu haben oder gar ein Burnout Syndrom vorzubeugen? Die Autorin schafft durch ihre Schreibeweise, eine Darstellung der teilweise einfachen und so banalen Alltagssituationen und naiven Wunschvorstellungen zweier junger Menschen, so locker und beschwingt umzusetzen, dass man sich als Leser gleich aufgenommen fühlt.

Meine persönliche Meinung:

Die Autorin Felicitas Pommerening hat genau meinen Nerv getroffen. Ich bin zwar keine Studienabgängerin aber auch ich habe letztes Jahr den ein oder anderen Jobwechsel hinter ir und ich kann sagen, da waren Vorstellungsgespräche oder sogar Absagen dabei, an die ich mich während dem Lesen sehr gut erinnert habe. Trotz dieser Erinnerungen, die noch eher mit Ärger und Frust als mit Spaß verbunden sind, was meine persönliche berufliche Vergangenheit angeht, fand ich diese Naivität der beiden jungen Frauen doch sehr erfrischend und irgendwie auch aufmunternd und motivierend. Ich habe vor kurzem einen Satz gelesen, der denke ich, hier sehr gut passt. Man sollte sich bei Ärger bzw. Frustsituationen immer Fragen, ob genau dieser Ärger in vielleicht 2 Jahren noch einen bleibenden Eindruck in meinem Leben hinterlassen hat oder ob er absolut nichtig und vergessen ist. Wenn Letzteres zutrifft, sollte man sich die Kräfte sparen und lieber die schönen Momente und positiven Dinge aus solchen Situationen ziehen. Genau deshalb hat mir dieses Buch sehr gefallen. Es ist eine leichte und lockere Lektüre über den Einstieg in das wahre selbständige Leben, auf der Suche nach dem beruflichen Glück. Noch ungewiss und unbeirrt voller Träume und Hoffnungen und jugendlicher schöner Vorstellung. Einfach herrlich!

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Vegetarisch kochen - türkisch
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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

kochen, vegetarisch, rezepte, türkisch, vegan

Vegetarisch kochen - türkisch

Katrin Eppler , Margret Schneevoigt , Margret Schneevoigt
Fester Einband: 175 Seiten
Erschienen bei pala, 15.04.2010
ISBN 9783895662713
Genre: Ratgeber

Rezension:

"Die moderne türkische Küche hat ihre Wurzeln in der osmanischen Küche. Diese entstand durch die Verschmelzung, Verfeinerung und Weiterentwicklung nomadischer Kochtraditonen der aus Mittelasien eingewanderten Turkvölker mit den Kochtraditionen der sesshaften Bevölkerung Persiens, des Mittelmeerraumes und des Kaukasus." Seite 14

Inhalt:

Für alle, die bisher meist nur den europäischen Döner kannten, hat Katrin Eppler hier eine Zusammenstellung der bunten, traditionellen und vegetarischen türkischen Küche zusammengestellt.

Die meisten Gerichte, die hier zu Lande bekannt sind, bieten nicht mal annähernd einen Einblick in die vielfältige türkische Küche. Neben den vegetarischen Rezepten führt uns die Autorin durch wichtige und hilfreiche Informationen, teilweise auch mit geschichtlichem Hintergrund durch das Land und stellt uns einzelne Regionen vor.

Aufbau und Gestaltung:

Die Gestaltung des Buches ist sehr gelungen. Beginnend mit einem kurzem Einblick in die türkische Geschichte und einem Register über die verschiedenen Zutaten und Lebensmittel mit der passenden Übersetzung. Hierzu gibt es zu jedem Rezept meist zum Abschluss einen kleinen Tipp oder gar schön gestaltet im Rahmen kleine Anekdoten oder Erklärungen zur Herkunft der Gerichte oder Lebensmittel selber.

Die Rezepte selber, sind typisch traditionell türkisch und auch für nicht regelmäßige und geübte Köche Dank der stichpunktartigen Anleitung einfach nachzukochen. Ich koche sehr gern und wollte einfach mal ein Kochbuch haben, mit Gerichten meiner Herkunft, die auch wirklich so beschrieben sind, wie wir sie kochen.

Besonders gut gefällt mir auch die einfache aber liebevolle Gestaltung. Einzelne Kapitel sind mit schönen schwarz-weißen Zeichnungen aufgewertet und auch die Blumenranken um die kleinen Erläuterungen sind einfach aber edel.

Ob über Land und Leute, Klima und Vegetation dieses Buch ist nicht einfach ein Kochbuch. Es zeigt einen kleinen Einblick in eine andere Kultur und wie breitgefächert die Küche eines Landes sein kann.

Ein großes Danke an Katrin Eppler. Ich bin selber Türkin, doch obwohl ich die türkische Sprache beherrsche, habe ich beim Lesen häufig Schwierigkeiten. Deshalb habe ich mir natürlich über die Jahre auch einige türkische Kochbücher in deutscher Sprache geholt und war dann immer sehr enttäuscht. Die Zusammensetzungen der Rezepte waren meist garnicht, wie ich sie aus meinem Elternhaus kenne und auch selber koche. Aber ich kann sagen, dass dieses Buch nicht nur mir, sondern auch meiner Familie gefallen hat. Selbst meine Mutter war mit ihren 64 Jahren begeistert und hat fleißig mitgekocht. Was soll ich sagen: Ich liebe unsere Küche und endlich habe ich ein Kochbuch voller Lieblingsgerichte.

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Dancing Jax – Auftakt
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217 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

dancing jax, bücher, horror, mystery, fantasy

Dancing Jax – Auftakt

Robin Jarvis , Nadine Mannchen
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei script5, 01.09.2012
ISBN 9783839001349
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Dieses Buch ist böse...

Du solltest dich ihm nicht nähern.
Du solltest nicht darüber sprechen.
Was auch immer du tust,
öffne es nicht ! [Klappentext]

Inhalt:
In einer kleinen englischen Stadt fahren die Jugendlichen Jezza, Shiela, Miller und Toomo trotz Warnungen raus in ein altes verlassenes Herrenhaus. Bereits angekommen, bemerken sie dass etwas nicht stimmt. Dieses Haus scheint zwar unbewohnt zu sein, aber nicht verlassen. Während Shiela und Miller eigentlich nur wieder weg wollen, ist Jezza der Überzeugung, dass sie etwas Wertvolles finden könnten.
Als sie im Keller auf volle Kiste mit ein und demselben Buch stoßen, ahnen sie noch nicht, welche Macht sich hinter diesem Buch versteckt und das sich alles nach dem Öffnen verändern wird...

[...] Die ganze Welt wird sich verändern und dies ist die letzte Gelegenheit, sie noch einmal so zu sehen, wie sie war. [Seite 64]

Handlung/Charaktere:
Robin Jarvis ist mit "Dancing Jax" ein wirklich guter, abwechslungsreicher und spannender Auftakt einer Trilogie gelungen. Der Aufbau der Handlung und Einstieg fesselt ab der ersten Seite. Besonders nennenswert ist nicht nur die Auswahl der Charaktere sondern auch die Handlungsorte, die durch die Beschreibungen einen nicht nur aus der Realität in eine fantastische und magische dunkle Welt entführt, sondern auch sein Einbau, der mit Erläuterungen und Erklärungen, ja sogar Warnungen an die Leser betreffend der heutigen Zeit vollgepackt ist. Er baut geschickt Informationen ein, um den Lesern aufzuzeigen, wie freiwillig und unbewusst wir persönliche Informationen über uns im tagtäglichen Umgang mit dem Internet oder sogar im Alltag von uns preisgeben. Wie soziale Netzwerke oder sogar unser Kaufverhalten und unser Lebenswandel analysiert wird, ohne dass uns das wirklich bewusst ist. Dennoch ist sein Schreibstil weder belehrend noch anmaßend, sondern locker und verständlich leicht und dennoch direkt und offen geschrieben.
Es erzählt die Geschichte zweier Gruppen von Jugendlichen und Erwachsenen, die nach und nach verflochten werden. Während man einen Schulalltag an einer öffentlichen englischen Schule im sozialen Brennpunkt verfolgt, mit all seinen unterschiedlichen Charakteren und Ereignissen, erlebt man eine Gruppe von Erwachsenen, die sich so in den Bann einer Macht ziehen lassen und somit dunklen und bösen Machenschaften die Chance geben, in die Gesellschaft einzudringen.
Ein anfänglich harmloser Jugendstreich, der mit einer Kiste Bücher beginnt und zum bösen zerstörrerischen Selbstläufer wird, ohne Rücksicht Verluste.

Meine persönliche Meinung:
Das Buch hat mich sofort allein durch die Covergestaltung angesprochen. Schade ist jedoch, dass trotz aufwendiger Aufmachung und Verwendung von marmoriertem Elefantenhautpapier der Schutz fehlt und man wirklich aufpassen muss, dass sich die Symbole und Schriftzeichen nicht abschaben. Dennoch, dieser kleine Mangel hat überhaupt keinen Einfluss auf meine Meinung.
Es ist ein wunderbares, spannendes, böses und packendes Buch. Ein gelunger Auftakt einer Trilogie. Ich hoffe und möchte durch meine Rezension nicht allzu viel zum Inhalt verraten. Es gab so viele Passagen, die ich mir notiert habe und auch gerne mit Euch geteilt hätte, aber das würde schon zuviel verraten. Der Aufbau der einzelnen Kapitel ist mit Bildern oder kleinen Textzeilen versehen, die bereits neugierig machen, und nach Abschluss des jeweiligen Kapitels auch wirklich einen Zusammenhang ergeben.
Ein Jugendbuch, das sich locker und leicht lesen lässt, spannende Lesestunden schafft und dass man kaum aus der Hand legen kann. Die wechselnde Schreibweise des Autors bestimmt den Rythmus und die Spannung. Je kürzer die Sätze, desto dunkler waren die Begegnungen. Für mich ein Lesehighlight und glücklicherweise erst der Auftakt einer Trilogie.
Zurück bleibt nur eine offene Frage: Wann, Mister Robin Jarvis, geht es weiter?...

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Hypnose
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164 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 69 Rezensionen

hypnose, thriller, mord, sina beerwald, deutschland

Hypnose

Sina Beerwald
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.08.2012
ISBN 9783453436367
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Inhalt:

Inka Mayer ist Journalistin und mit dem Kriminalbeamten Peter Mayer verheiratet. Leider hat sie ihren Sohn bei der Geburt auf tragische Weise verloren und ist immer noch nicht über den Schmerz hinweggekommen. Sie hat sich deshalb in therapeutische Behandlung begeben und nimmt an Hypnosesitzungen teil. Ihr Mann ist davon wenig begeistert zumal der behandelnde Arzt auch noch der Schwager von Inkas besten Freundin Annabel ist, welche auch an Hypnosesitzungen teilnimmt. Inka gibt eine kleine Party um sich nach der Familientragödie wieder unter die Menschen zu begeben und ihre Freunde nach langer Zeit wieder zu sehen. In derselben Nacht wird ihr Mann zu einem Einsatz gerufen. Was Inka zu diesem Zeitpunkt nicht weiß, ihre beste Freundin Annabel hat den Mord an ihrem Partner Jannis gestanden und wurde verhaftet. Inka glaubt nicht, dass Annabel diesen Mord freiwillig begangen hat und versucht den wahren Täter zu ermitteln, ohne zu ahnen dass sie selber immer mehr zur Zielscheibe wird.

"Sie werden sich an nichts erinnern, was ich ihnen gesagt habe, bis das Stichwort fällt, und dann werden sie Inka für mich töten." Klappentext

Handlung/Charaktere:

Der Autorin Sina Beerwald gelingt es, den Leser ab der ersten Seite zu fesseln. Die Geschichte beginnt mit einer Hypnosesitzung, die es schon in sich hat. Noch ist unklar, wer zu diesem Zeitpunkt der Patient ist, aber man erfährt, dass die Protagonistin Inka Mayer in großer Gefahr schwebt. Die Charaktere sind gut gewählt und obwohl Inka Mayer anfänglich nicht nur labil sondern auch naiv wirkt, entwickelt sie sich zu einer klugen und raffinierten Frau, die versucht herauszufinden, wer Annabel dazu gebracht hat, diesen Mord zu begehen. Die Autorin schafft es den Leser zu verwirren und ihn somit stets im Unklaren zu lassen, wer denn jetzt wirklich der Täter ist. Die Covergestaltung lässt nicht wirklich vermuten, welche rasante Jagd hier auf den Leser wartet aber ist dennoch ansprechend. Sina Beerwald wurde als Autorin von historischen Romanen bekannt und legt einen sehr guten Einstieg in Thriller Genre hin. Sie versteht es dem Leser verschiedene Sichtweisen zu vermitteln und das in einer einfachen und gekonnten Schreibweise. Man schwebt ständig zwischen Wahnvorstellung und Realität der Protagonistin.

Meine persönliche Meinung:

Sina Beerwald hat einen wahren Pageturner geschaffen. Ein spannender Thriller ab der ersten Seite. Eine perfekt aufgebaute Handlung mit dem richtigen Maß an Komplexität. Mich hatte bereits der Buchtrailer in den Bann gezogen. Ab der ersten Seite beginnt man nicht nur die Worte des Arztes während der Hypnosesitzung zu lesen, sondern lässt sich auch in diese Atmosphäre ziehen. Der Handlungsaufbau hat mir sehr gut gefallen, man ist sich bis zum letzten Drittel nicht einmal sicher wer denn jetzt der Täter ist und genau so sollte ein Thriller sein. Spannend, rasant und bis zum Ende dem Täter auf der Spur. Für mich eine wirklich gelungene Story und wie man dem Klappentext entnehmen kann, der Auftakt einer neuen Thrillerserie. Ich bin also schon gespannt und lass mich überraschen, wie es weiter geht.

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Pink Hotel
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65 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

mutter, suche, hotel, tod, los angeles

Pink Hotel

Anna Stothard
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 01.09.2012
ISBN 9783257300079
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Inhalt:

Ein 17 jähriges Mädchen reist mit der geklauten Kreditkarte ihres Vaters von London nach Los Angeles, nachdem sie erfährt, dass ihr leibliche Mutter Lily bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Sie hatte nie Kontakt zu ihrer Mutter, weiß nichts über sie und möchte nach ihrem Tod endlich erfahren, wer sie war und wie sie gelebt hat. Ob jemand wusste, dass sie eine Tochter hatte und ob sie Hinweise findet, warum sie zurückgelassen wurde. In L.A. angekommen, begeht sie zum ersten Mal den letzten Wohnort von Lily.

Ein heruntergekommenes Hotel namens "Pink Hotel" in Venice Beach, Kalifornien. Sie steht in ihrem Schlafzimmer, im Schlafzimmer einer für sie fremden Frau. Betrachtet Bilder, Kleider, Schmuck. Sie findet unter dem Bett einen roten Koffer, den sie mit ein paar Kleidern, dem Schmuck, Kosmetik und Zigaretten befüllt und kurzerhand mitnimmt. Zu diesem Zeitpunkt, weiß Sie noch nicht, dass dieser Koffer in einer Seitentasche alte Fotos und Liebesbriefe beinhaltet, welche ihr helfen werden, ihre Mutter endlich kennenzulernen. Auf dem Weg zu ihrem Hostel ruht sie sich ein wenig an der Strandpromenade aus und trifft auf einen großen, betrunkenen Mann, den sie Minuten vorher bereits im Hotel beobachtet hat. Sie ahnt noch nicht, das es nicht die letzte Begegnung mit diesem Fremden names David sein wird.

Neugier ist die erste Stufe zur Hölle

Seite 231

Handlung/Charaktere:

Die Protagonistin ein 17 jähriges Mädchen ist anfänglich noch unbekannt und namenlos. Dies widerrum ist passend, denn das Mädchen weiß nicht wirklich wohin sie gehört und ist auf der Reise zu sich selbst, indem sie versucht herauszufinden ob sie vielleicht wie ihre Mutter ist. Sie glaubt sogar unsichtbar zu sein für ihre Umwelt und erklärt dies anhand von Vorfällen in ihrer Vergangenheit. Der Wunsch wahrgenommen zu werden wird fortlaufend immer deutlicher. Auch der Aufbau der Geschichte ermöglicht dem Leser einen schnellen Einstieg in die Handlung und wird durch immer wieder kurze Erzählungen aus der Vergangenheit der Protagonistin und den Briefen, die einst ihre Mutter von ihrem letzten Mann erhielt, verständlich gemacht.

Der Sprachstil der Autorin ist passend zur anfänglichen Verwirrtheit der Protagonistin gewählt. Die Darstellung ihres Charakters ist nicht nur jugendlich wild sondern auch für ihr Alter melancholisch, reif und sogar wenn man ihren Lebenslauf betrachtet, durchtrieben und berechnend. Anna Stothard lässt den Leser an der Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonistin so wortgewand teilnehmen, wie man selten gelesen hat. Ihre Wortwahl, die Umschreibung einfacher Dinge und Situationen sind so präzise als würde man selber diese Gedanken führen.

Ich schlief nicht gern mit jemand anderem im selben Bett, schon gar nicht in dessen Armen. Allein der Gedanke daran, bei so viel Nähe einzuschlafen, ließ mich so bewusst auf meinen Atem achten, dass Einatmen ähnlich kompliziert wurde, wie einen Schlagzeugrhythmus zu halten.
Seite 85

Eine ganz wichtige Rolle neben der Protagonistin nimmt der Fremde David im Verlauf der Geschichte ein. Sein handeln, seine Lebensart alles passt zusammen. Anna Stothard schafft nicht nur die Suche eines Mädchen nach ihrer Identität sondern lässt sie auch ihre erste Liebe erleben. Von Anfang bis Ende ist man mitten in dieser Liebesgeschichte, die sich neben der Reise in die Vergangenheit der Mutter entwickelt. Zeitweise kindlich naiv und doch phasenweise prickelnd erotisch und etwas verrucht. Die Entwicklung dieses Romans überrascht einen zum Ende hin sehr. Denn obwohl man stets an der Seite der Protagonistin diese Reise erlebt, ist bis zum letzten Viertel der Ausgang nicht vorhersehbar.

Meine persönliche Meinung:

Pink Hotel von Anna Stothard hat mich mehr als positiv überrascht. Ich hatte im Magazin des Diogenes Verlag ein Interview mit der jungen Autorin gelesen, wo sie auch den Hintergrund ihrer Idee für diesen Roman beschreibt. Obwohl ich von dem Interview begeistert war, konnte ich mir nicht vorstellen, das ihr Schreibstil und der Aufbau der Geschichte wirklich so herausragend sein würden. Im Nachhinein kann ich sagen, es ist ein wunderbares Buch, das Ausschnitte über Anna Stothards eigenes Leben in L.A. wiedergibt. Über ein L.A., dass wir so nicht kennen. Weit weg vom schillernden Hollywood. Ihre Schreibweise hat mir sehr gefallen. Detailgetreue Umgebungsbeschreibungen und auch wie sie teilweise Alltagssituationen und Bilder, die wir selber oft im Kopf haben, in Worte fassen kann, hat mich fasziniert. Viele Absätze im Buch, die das Gefühlsleben der Protagonistin beschreiben, habe ich mehrmals gelesen um sie mir einzuprägen, weil ich von ihrer Wortwahl und der ausführlichen Beschreibung begeistert war. Es ist noch zu sagen, dass es kein Buch ist, das man einfach und locker lesen kann. Es ist tiefgründig, an manchen Stellen melancholisch und trotz einiger Passagen, die durchaus lustig sind bleibt der ernsthafte und emotionale Hintergrund der Geschichte stehts erhalten. Ein Roman über das Suchen und Finden der eigenen Persönlichkeit auf einer Reise durch ein fremdes Land mit dem Wunsch nach endlich "Ankommen" zu dürfen.

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Das Mädchen mit den Seidenraupen
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44 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

frankreich, lyon, mädchen, liebe, seidenraupen

Das Mädchen mit den Seidenraupen

Uschi Flacke
Flexibler Einband: 287 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 16.02.2012
ISBN 9783551310965
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Ja, in jedem Buch steckt für mich eine eigene Welt." [...] Seite 129

Inhalt:

Die Geschichte spielt im 16. Jahrhundert in Lyon, Frankreich. Adrienne und ihre kleine Schwester Suzanne haben den Brandanschlag, durch den skrupellosen Sebastian de Châtillon auf ihr Landgut überlebt. Jedoch haben sie alles verloren. Familie, Freunde und ihr Zuhause. Die Geschwister geraten an den Seidenhändler Monsieur Brunot und seine Komplizin die Waisenhausleiterin Madame Bellefort. Adrienne ist auf Rache aus. Sie muss Sebastian de Châtillon finden. Bis dahin ist es jedoch eine harte und gefährliche Zeit für die Schwestern. Denn sie müssen ums Überleben kämpfen und einige Hindernisse überwinden um endlich wieder ein friedliches Leben in Freiheit genießen zu können. Als Suzanne von den Seidenhändlern gefangen gehalten wird, ist das Einzige was Adrienne bei Kräften hält, die Zuneigung und die Hilfe des blonden Lockenkopfs Lucas, der Anführer der Gruppe von Waisen "Les Scandaleux" und der Wille ihre Schwester aus den Fängen der Seidenhändler zu retten.

Handlung/Charaktere:

Die Autorin Uschi Flacke lässt uns hier nicht nur eine wundervolle Geschichte über eine junge Liebe und den Zusammenhalt unter Geschwistern erleben, sie zeigt auch gleichzeitig den jungen Lesern, das lernen durch lesen Freude bereitet. Adrienne, die Protagonistin ist ein mutiges und starkes Mädchen das für ihre Schwester einsteht und auch für ihre Herkunft kämpft. Trotz Mut und Stärke besitzt sie das richtige Maß an Sensibilität, Zärtlichkeit, Familiensinn und Demut um das gewünschte Ziel zu erreichen. Der Aufbau sowie ihr Schreibstil sind sehr gut getroffen und dennoch Jugendgerecht formuliert. Gleich zu Beginn erhält der Leser eine Aufstellung über die Personen und deren Besonderheiten, welche in dieser Geschichte vorkommen. Was wirklich sehr hilfreich ist und auch gerade jungen Lesern eine Möglichkeit bietet, immer wieder zurückzublättern und nachzulesen, wer zu wem gehört. Besonders gelungen sind die Begriffserklärungen am Ende des Buches. Historische Ereignisse, Begriffe und Personen aus der Geschichte, auf die man während der Handlung trifft, werden hier noch einmal erläutert. Ein Plus um einem Jugendbuch noch das besondere Etwas zu verleihen. Die Geschichte erlebt man aus Sicht der Protagonistin. Das Buch ist durch Zeitsprünge, welche Adriennes Vergangenheit und die Ereignisse der Gegenwart betreffen, gegliedert. Es sind keine langatmigen Passagen erhalten, somit bleibt die Spannung stets erhalten. Die dargestellten Figuren in Ihrer Geschichte sind nicht nur durch ihre besonderen Namensgebungen außergewöhnlich sondern stellen Verbindungen zu vergangenen Geschehnissen in der Handlung dar und ermöglichen somit den perfekten Blick aus jeder Perspektive.

Meine persönliche Meinung:

Uschi Flacke hat mich mit dieser wundervollen Geschichte in ihren Bann gezogen. Wer die Werke des Großmeisters Charles Dickens kennt, wird dieses Buch lieben. Es zaubert einen von der ersten Seite an, in eine längst vergessene Zeit. So detailgetreu formuliert, dass man die Wagenräder der vorbeifahrenden Kutschen auf dem Kopfsteinpflaster hören kann und durch unterirdische Gänge stets an Adriennes Rockzipfel hängend Lyon im 16. Jahrhundert erkundigt. Ich kann diese Buch nur weiterempfehlen und finde es nicht nur für Jugendliche geeignet. Man fühlt sich wie ein Mitglied der Gruppe "Les Scandaleux" Ich habe gekämpft, geliebt und mich wie eine Heldin gefühlt. Überlegen, mutig und Willensstark bis zur letzten Seite.

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Mission Munroe. Die Touristin
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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Mission Munroe. Die Touristin

Taylor Stevens , Leo Strohm , Thomas M. Meinhardt
Audio CD
Erschienen bei Der Hörverlag, 01.06.2012
ISBN 9783867178907
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Ich spüre Deine Angst. Ich weiß, wenn du lügst. Ich kenne Deine Schwächen, und ich werde sie nutzen. Ich bin ein Chamäleon. Und ein Jäger... Klappentext

Inhalt:

Vanessa Munroe genannt "Michael". Ihr Beruf - Informantin. Sie hat Ausweise von drei Staaten, hat in dreizehn davon gelebt und spricht 22 Sprachen. Von ihr bekommt man gegen gute Bezahlung alle Art Informationen, die man benötigt. Nur dieser Fall ist anders. Sie soll diesmal keine Informationen bringen sondern ein Mädchen. Emily aus gutem Hause ist vor ca. 4 Jahren in Afrika verschwunden. Ihr Stiefvater, ein einflussreicher Geschäftsmann aus Houston USA beauftragt "Michael" Emily zu finden und bietet ihr dafür eine sehr große Geldsumme. "Michael" war zu ihrer Zeit ein Missionarskind in Schwarzafrika und hat dort den größten Teil ihrer Kindheit verbracht. Nicht behütet wie vermutet. Sie kennt auch die dunklen Seiten dieses Kontinents. Sie macht ein großes Geheimnis aus ihrer Kindheit und hat auch diese verdrängt, bis dieser neue Auftraggeber auftaucht und sie bittet nach Afrika zu gehen. Anfänglich überlegt sie sich, ob sie den Auftrag ablehnen soll doch dann ist sie entschlossen sich ihrer Vergangenheit zu stellen und nimmt den Auftrag doch an noch ungewiss welche Gefahren und Erinnerungen aus der Vergangenheit auf sie lauern.

"... das Jauchzen der Fröhlichen ist aus... " Seite 18

Handlung/Charaktere:

Die Handlung ist beinahe ausschließlich aus Sicht der Protagonistin geschrieben. Die nicht immer realistischen Geschehenisse, wie zum Beispiel die Entfesslungskünste der Heldin, sowie das unauffällige Schlüpfen in die Rolle des anderen Geschlechts verleihen diesem Thriller das Prädikat filmreif. Und dennoch merkt man anhand des nomadenhaften Lebens der Schriftstellerin und Kindheit in der Sekte, wie gut sie die Hintergründe solcher Machenschaften, die in diesem Buch vorherrschen, kennt. Sie beschreibt ein korruptes Afrika, wo Illegalität zum Überleben gehört. Die Protagonistin ist nahezu schmerzfrei, kampferprobt und hat einen ausgeprägten Überlebenssinn. Sie wird als intelligente Perfektionistin dargestellt und scheint jeden scheinbar doch unlösbaren Auftrag zu erfüllen. Sie ist wie im Klappentext beschrieben ein Chamälion, eine Jägerin. Die Schreibweise wird immer wieder durch einführen einiger Textauszüge bzw. Verse, die sie aus ihrer harten Kindheit in Afrika kennt unterbrochen. Eine gelungene Hetzjagd. Einzig die Tatsache, dass die Heldin auch zu Gefühlen neigt, den längst totgeglaubten Teil ihrer Seele durch Erzählungen ihrer Vergangenheit und der beginnende Liebe zu ihrem einstigen Anführer in Afrika entdeckt, lassen die Protagonistin noch menschlich erscheinen. Der Auftakt dieser Serie lässt auf spannende Lesestunden mit den nachfolgenden Fällen von Munroe hoffen.

Meine persönliche Meinung:

Ein actionreicher Thriller. Ich hatte die letzten zwei Nächste das Gefühl, ich wäre mittendrin im Geschehen. Ein Debütroman der Meisterklasse. Taylor Stevens hat meiner Meinung nichts ausgelassen. Eine perfekt aufgebaute Handlung, fesselnd und spannungsgeladen. Die Protagonistin eine Allrounderin. Eine wahre Superheldin. Stark, berechnend, mutig und gerissen. Ich stand so unter Strom und konnte Dank der sehr guten Beschreibung der Charaktere und Handlungsorte immer Bilder zu den Ereignissen zuordnen. Besonders gut haben mir die Verse in den einzelnen Kapiteln gefallen, die sich zum Schluss zu einem Spruch zusammenfügen lassen, der Munroe wohl noch aus Kindertagen in Afrika bekannt ist. Die Kapitel sind während der Suche nach Emily einzeln zu jeder Stadt mit Koordinaten versehen, was das ganze noch durchsichtiger erscheinen lässt. Wer nicht nur actiongeladene Thriller liest sondern auch gerne sieht. Sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen. Es ist wie Kino in geschriebener Form. Endlich darf auch eine Frau, diese Rolle übernehmen und obgleich einige Passagen unrealistisch erscheinen, sie steigern die Spannung umso mehr und lassen Vanessa Munroe nicht schlechter dastehen als bekannte männliche Superhelden. Sie ist meiner Meinung nach die neue touche Agentin, die leicht und locker ihre männlichen Kollegen in die Tasche steckt. Ich bin gespannt welchen Auftrag Munroe Alias "Michael" als Nächstes annimmt und freue mich auf eine Fortsetzung

Rezensiert von Aygen buecherkaffee.blogspot.de
dieser Reihe.

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Das Schicksal ist ein mieser Verräter
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976 Bibliotheken, 28 Leser, 7 Gruppen, 169 Rezensionen

krebs, liebe, tod, freundschaft, krankheit

Das Schicksal ist ein mieser Verräter

John Green , Sophie Zeitz
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 30.07.2012
ISBN 9783446240094
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

[...]Mir ist klar, dass es völlig irrational ist, aber wenn du gesagt bekommst, du hast eine - sagen wir-zwanzigprozentige Chance, noch fünf Jahre zu leben, dann fängst du automatisch zu rechnen an und rechnest dir aus, dass damit einer von fünf gemeint ist... also siehst du dich um und denkst wie jeder gesunde Mensch: Ich muss vier von den armen Schweinen hier überleben. Seite 11

Inhalt:

Bei Hazel wird mit 13 Jahren bereits Krebs festgestellt. Als sie 16 ist schickt ihre Mutter sie in eine Selbsthilfegruppe für krebskranke Jugendliche, da sie denkt Hazel leide an starken Depressionen welche die Auswirkung bzw. die Nebenwirkung ihrer Krankheit ist. Jedoch ist Hazel da ganz anderer Meinung, sie ist einfach nur erschöpft. Erschöpft vom nicht selbständigen Atmen können ohne zusätzliche Sauerstoffzufuhr und die Anstrengung wenn sie sich zu viel und zu schnell bewegt. Sie möchte ab und an einfach ihre Ruhe genießen, dennoch widersetzt sie sich ihrer Mutter nicht und nimmt an den Sitzungen teil. Dort lernt sie Gus kennen. Augustus Waters der gutaussehende Junge der ebenfalls an Krebs leidet. Es passiert das unvermeidbare, während sich Jeder über sein Leid austauscht und sich mitteilt, wie der Alltag bei jedem aussieht, verlieben sich die Zwei ineinander. Sie verbringen fortan jeden Moment miteinander, teilen ihre Leidenschaft zu Büchern und Musik. Als Hazel Grace, wie Gus sie liebevoll nennt, Augustus von ihrem einzigen Wunsch erzählt, einmal den Autor ihres Lieblingsbuches zu treffen, setzt Gus alles in Bewegung um ihr diesen Wunsch zu erfüllen.

[...]UNSER BESTES LEBEN HEUTE LEBEN Seite 19

Handlung/Charaktere:

Der Autor John Green schafft es durch dieses Buch so viel auszudrücken und zu sagen obwohl es nicht viele Seiten hat. Bei einem Buch über Krebs ist meist von Anfang an klar, dass das Ende nicht wie gewünscht ausgehen wird, aber das Talent aus einem traurigen Ereignis voller Verzweiflung ein humorvolles, liebevolles Buch voller Ironie und Sarkasmus zu schreiben obliegt nicht jedem. Der Schreibstil ist Jugendgerecht und teilweise auch in gesprochener Sprache. Es wird aus der Ich-Perspektive der 16-jährigen Protagonistin geschrieben, die einem durch ihr mutiges Verhalten sofort ans Herz wächst. Ihre doch komische und lustige Art mit der Krankheit umzugehen, um sowohl sich selber und auch ihre Familie vor der Trauer zu bewahren und vor diesen schlechten Gedanken, sind bewundernswert und sehr gut umgesetzt. Man durchlebt jegliche Art von Gefühlen. Trauer, Freude, Glück und tatsächlich schafft der Autor in so vielen Passagen dem Leser die Befangenheit zu nehmen und zum Lachen zu bringen. Trotz bewussten Wissen über den unausweichlichen Ausgang dieser Geschichte, spürt man Hoffnung und Kraft. Er lässt den Leser nicht nur traurig und nachdenklich zurück, sondern mit einer neuen lebensbejahenden Einstellung. Wieder hat es John Green geschafft durch die präzise Auswahl seiner Handlung, den Charakteren und wechselnden Stimmungen ein unbeschreiblich gutes Werk zurückzulassen.

[...]Du bist ein Geschenk. Du kannst es nicht wissen, Liebes, weil du noch nie ein Baby hattest, das zu einem hochintelligenten jungen Bücherwurm mit einer Schwäche für grauenhafte Fernsehsendungen herangewachsen ist, aber die Freude, die du uns schenkst, ist tausendmal größer als unsere Traurigkeit über deine Krankheit. Seite 98

Meine persönliche Meinung:

Nach "Eine wie Alaska" und " Die erste Liebe - nach 19 vergeblichen Versuchen" sowie der Kurzgeschichte "Ein Cheer unglaubliches Weihnachtswunder aus Tage wie diese" musste ich auch dieses Buch lesen und bereue keine Sekunde. John Green ist ein Meister, schwierige Lebenslagen oder Momente perfekt in Worte zu fassen und ihnen dadurch die Last zu nehmen aber dennoch die Ernsthaftigkeit zu lassen. Er versteht es, nicht nur einem jungen Menschen auf einfache und leichte Art zu vermitteln wie wertvoll manche Momente und Lebenssituation trotz ihrer Aussichtslosigkeit sind. Ich habe dieses Buch in einer meiner Krisen gelesen und rückblickend kann ich sagen, was bin ich froh, dass meine Probleme und Sehnsüchte so nichtig und klein neben manch anderen erscheinen. Wie egoistisch man zeitweise durchs Leben geht, merkt man wenn da jemand die richtigen Worte findet ohne Dich persönlich anzugreifen aber Dir die Augen wieder für die schönen Dinge zu öffnen und zu realisieren, dass man glücklicherweise jeden Tag eine neue Chance bekommt, nicht die Welt zu verändern oder alles besser zu machen oder perfekt sein zu wollen, sondern die gegebenen Momente zu genießen und aus den schlechten Dingen etwas positives zu reißen. Solange wir die Zeit dazu haben. Ein wundervolles Buch über das Leben, die Liebe und den Tod so intelligent, tiefsinnig geschrieben und dennoch voller Ironie.

buecherkaffee.blogspot.de

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Goldmarie auf Wolke 7 - eine himmlische Liebesgeschichte
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170 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 28 Rezensionen

frau holle, märchen, goldmarie, liebe, gabriella engelmann

Goldmarie auf Wolke 7 - eine himmlische Liebesgeschichte

Gabriella Engelmann
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.08.2012
ISBN 9783401067261
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Die 17 jährige Marie Goldt lebt mit Ihrer Stiefschwester Lykke und deren Mutter Kathrin Pechstein nach dem Tod Ihres Vaters, dem Gitarristen Claas, in Hamburg. Marie Goldt ist ein außergewöhnliches Mädchen, das zu häufigen Ohnmachtsanfällen neigt. Als Marie endlich von ihrer alten Chefin, der Drachenlady Ludmilla wegkommt und einen Traumjob in dem Geschäft "Traumzeit" ergattert, wird ihr Leben noch turbulenter. Vor allem, als sie den Iren Dylan O`Noonan kennenlernt, der ihre neue Chefin, die liebenswürdige und geheimnisvolle ältere Dame Nives Hulda, regelmäßig besucht. Marie erlebt eine außergewöhnliche Wandlung in ihrem Leben, was wohl auf eine ganz besondere Fügung des Schicksals zurück zu führen ist ...

Handlung/Charaktere:
Die Autorin Gabriella Engelmann schafft durch Ihren Schreibstil die perfekte Verknüpfung von Alt und Neu. Das Märchen erscheint durch ihre Kreativität und ihren besonderen Schreibstil in einem ganz neuen Glanz, wie wir es bisher nicht aus Märchen kannten.
Der Aufbau und die Vorstellung der einzelnen Charaktere, sowie der Einblick in die Gefühlswelt der Protagonistin Marie Goldt fesseln einen von der ersten Seite an. Der Wechsel zwischen Maries und Frau Holles Welt wird durch eine andere, kursive Schriftart hervorgehoben und teilweise durch Zitate und kleine Verse zu einer zauberhaften eigenständigen Geschichte verarbeitet. So wird es dem Leser ermöglicht, sich auch neben Marie in die Rolle der Frau Holle zu denken. Man lernt die Hintergründe der besonderen Ereignisse in Maries Leben kennen und begleitet ihren Weg aus einer ganz anderen Sichtweise durch die Geschichte.
Zufällige Ereignisse oder neue Menschen in Maries Leben bekommen von Seite zu Seite die passende Vergangenheit zugeschrieben und erhalten somit einen besonderen Charme. Der Sprung von der heutigen in die alte und poetische Sprache und Darstellung der Geschichte ist der Autorin sehr gut gelungen, so dass einem der Wechsel des Sprachstils keine Schwierigkeiten bereitet. Ganz im Gegenteil es wertet die Erzählung noch um Einiges auf und verleiht ihr dadurch die Besonderheit, vor allem in Verbindung mit dem bezaubernden Charme der Stadt Hamburg.
Den Höhepunkt bildet die Zusammenführung beider Welten zum Ende hin und selbst ein "Frau Holle" - Kenner wird positiv vom Ausgang der Geschichte überrascht.

Meine persönliche Meinung:
Goldmarie - also Frau Holle ist schon immer eines meiner Lieblingsmärchen gewesen. Deshalb ist dieses Buch von Gabriella Engelmann für mich ein absolutes Lese-Highlight.
Goldmarie hat mich schon als Kind immer begeistert. Das Mädchen, das von einem Fettnäpfchen ins andere und von einem Trauermoment in den nächsten torkelt und dann irgendwann voller Glück im Goldregen steht. Das Urmärchen der Grimms Brüder war so fern von Realität und der heutigen Zeit. Gabriella Engelmann hat diesem - meinem Lieblingsmärchen - ein ganz neues, modernes und außergewöhnlich schönes neues Kleid geschneidert. Ihre Art der Geschichte hat mich in nur knapp zwei Nächten wieder das Träumen gelernt. Ich war so tief in der Geschichte, dass ich mitgefiebert und mitgelitten habe. Ich war ein Teil dieser Geschichte und habe mich wie Marie gefühlt. Ein weiteres und absolut gelungenes Lesevergnüngen aus Gabriellas Engelmanns Feder, begleitet von Zitaten und Sprüchen aus dem Urmärchen der Grimms Brüder, welche mir selbst nach Jahren Dank der Autorin wieder einfielen. Ein besonderes Buch voller Überraschungen und dem richtigen Maß an Magie und Verliebtheit. Nicht nur für die kleinen und jungen Leser sondern auch für uns Erwachsene, die noch immer den Glauben an das Fantastische haben und sich von Märchen verzaubern lassen können.
Den Ungläubigen unter Euch sei gesagt...

"Am Ende wird alles gut! Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende."
Oscar Wilde

Rezensiert von Aygen buercherkaffee.blogspot.de

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Leyla und Linda feiern Ramadan (D/TR)
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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Leyla und Linda feiern Ramadan (D/TR)

Arzu Gürz Abay , Sibel Demirtas , Aylin Keller , Sibel Demirtas
Fester Einband: 34 Seiten
Erschienen bei TALISA Kinderbuch Verlag, 02.09.2011
ISBN 9783939619093
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Leyla und Linda zwei Freundinnen aus Köln verbringen gemeinsam mit Ihren Familien den Sommerurlaub an der türkischen Ägäis in einem kleinen Ort Namens Ayvalik gegenüber der griechischen Insel Lesbos. Dort hat Linda durch Ihre Freundin Leyla und deren Familie die wunderbare Möglichkeit in eine ganz fremde Kultur zu tauchen. Nicht nur das Land, die Leute sondern auch die Traditionen, die mit dem muslimischen Glauben verbunden sind, kennenzulernen.

Handlung / Charaktere:
Dieses Buch ist farbenfroh und kindgerecht illustriert und bietet sowohl Kindern als auch deren Eltern einen kleinen Einblick in exotische bzw. in diesem Fall orientalische Bräuche und Traditionen. Es wird hier nicht nur der religiöse Hintergrund, wie im Titel beschrieben erläutert, sondern man lernt durch die zwei kleinen Mädchen auch den Alltag des Volkes kennen und hat somit meines Erachtens auch mal einen ganz anderen Blick auf die Türkei und das Leben Vorort. Diese besondere Freundschaft zeigt ganz deutlich, wie unvoreingenommen und offen Kinder mit unterschiedlichen Kulturen umgehen. Sie empfinden keine Angst vor Fremdem und sind neugieriger als Erwachsener. Auch für Eltern, deren Kinder bereits heutzutage schon sehr früh an andere Sprachen heran geführt werden, wie zum Beispiel Englisch ist dieses Buch wirklich eine tolle Lektüre. Somit haben Kinder und Eltern zweisprachiger Familien, ob in türkischer oder englischer Sprache die Gelegenheit Ihre vielleicht neu erlernten Sprachkenntnisse oder gar die Muttersprache auf eine leichte und altersentsprechende Art zu erlernen. Die Covergestaltung mit dem Mix aus kindgerechten Bildern und den Olivenzweigen auf der Rückseite ist passend zu beiden Orten, je in der Türkei und auch in Griechenland perfekt gewählt und rundet die Aufmachung ab.

Meine persönliche Meinung:
Ein wunderbares Buch, das Einblick in die muslimischen Bräuche bietet. Kindgerecht erklärt, wunderschön bunt und mit Liebe zum Detail illustriert von Arzu Gürz Abay geschrieben und illustriert von Sibel Demirtas. Für mich ist das besondere an diesem Buch auch der Ort Ayvalik an dem die Geschichte spielt, weil es ein sehr kleines Fischerörtchen an der türkischen Ägäis ist aus dem meine Mutter ursprünglich stammt. Ich persönlich bin Zweisprachig erzogen worden und finde es besonders wichtig dem Kind auch die Muttersprache und die deutsche Sprache gleichmaßen zu vermitteln. Dieses Buch bietet, wie ich finde den perfekten Einstieg und vorallem eine einfach Lernweise sowohl die Sprache betreffend als auch kulturelle Einblicke zu gewähren. "Leyla und Linda feiern Ramadan" ist sowohl in Türkisch/Deutsch als auch in Englisch/Deutsch erhältlich und somit nicht nur für türkischstämmige Kinder ein reines Lesevergnügen das sich über 34 Seiten erstreckt. Da diesen Monat am 20. die Fastenzeit Ramadan beginnt und einen Monat später mit einem besonderen Fest endet, wo auch Kinder das ein oder andere Geschenk erhalten, wäre das mal ein ganz besonderes Geschenk, dass nicht zwingend nur aus Süßigkeiten besteht, sondern auch den perfekten Abschluss dieses besonderen Monats bildet.
buecherkaffee.blogspot.de

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Oskar und die Dame in Rosa
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tod, gott, liebe, krankheit, leben

Oskar und die Dame in Rosa

Éric-Emmanuel Schmitt
Fester Einband: 104 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 13.12.2006
ISBN 9783596509874
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Klappentext
Auf wundersame Weise durchlebt Oskar ein ganzes Menschenleben: erste Liebe, Eifersucht, Midlife-Crisis und das Alter.

Inhalt:
Der zehnjährige Oskar ist Krebskrank und zwar bereits im Endstadium. Seine Eltern sprechen kaum mit ihm, versuchen ihm bei den Besuchen, so gut es geht auszuweichen, indem sie die ihm mitgebrachten Geschenke auspacken und die Zeit mit Lesen der dazugehörigen Gebrauchsanweisungen verbringen. Oskar fühlt sich schuldig, weil alle um ihn herum ihn traurig ansehen und er doch überzeugt ist, das er alles in seiner Macht stehende tut, um wieder gesund zu werden. Er nimmt seine Medikamente pünktlich und ist bei den schmerzhaften Behandlungen und Operationen auch immer ganz tapfer. Leider vergebens...
Eines Tages lernt er Madame Rosa kennenlernt, die er liebevoll "Oma Rosa" nennt. Madame Rosa war früher Catcherin und erzählt gar abenteuerliche und lustige Geschichten, so dass Oskar eine andere, eine neue Sichtweise über das Leben lernt. Oskar fängt auf Oma Rosas Wunsch an, sich in Briefen an den lieben Gott mitzuteilen.

"Nur der liebe Gott darf mich wecken"
Seite 105

Handlung/Charaktere:
Der Autor Eric-Emmanuel Schmitt schildert auf mitreißende und ergreifende Weise das Leben bzw. die verbleibenden Tage des totkranken zehn jährigen Oskars. Madame Rosa erzählt ihm von einer Legende aus Ihrer Kindheit und lässt Oskar im Glauben, dass er die verbleibenden 12 Tage bis Weihnachten jeden Tag wie 10 Jahre seines Lebens erleben wird. Oskar wird praktisch von Tag zu Tag 10 Jahre älter und erlebt somit die wichtigsten Phasen im Leben eines Menschen in kürzester Zeit. Seine Erlebnisse beginnt er anfänglich widerwillig in Briefen an Gott zu schildern.

"Weil schreiben wie Lametta ist, Firlefanz, Schmus, Kokolores und so weiter. Schreiben ist nichts anderes als Schwindeln mit Schnörkeln drum herum. Erwachsenkram."
Seite 9

Oskar schildert auf lustige und zugleich traurige Art sein Leben von Tag zu Tag. Er entwickelt mit der Zeit ein besonderes Verständnis für Ereignisse und Erlebnisse, jedoch immer mit dem richtigen Maß an kindlicher Naivität. Er wirkt nicht gekünstelt oder durch den Autor zu einem Sonderling erschaffen. Er hinterlässt den Eindruck eines klugen Jungen, der ganz genau weiß was ihn erwartet. Oskar ist genervt von seinen Eltern, er tituliert sie als dumm, ihr verhalten ihm gegenüber und ihre Angst vor der Krankheit macht Oskar rasend. Jedoch versucht er sich nicht mehr darauf einzulassen oder wieder die Aufmerksamkeit seiner Eltern zu gewinnen.

"Wenn ich mich damit beschäftigen würde, was Blöde denken, bliebe mir keine Zeit mehr für das, was intelligente Leute denken"
Seite 34

Wir begleiten Oskar bis in den Tod. Jeden Tag erzählt er in dem Brief an Gott, 10 weitere Jahre seines Lebens, an einem Tag erlebt. Seinen ersten Kuss, die Eifersucht, sogar das Alter und zuletzt seinen Glauben und die Hoffnung an Gott. Er betrachtet ihn als Freund und erhofft sich sogar einen Besuch. Die Zärtlichkeit zu seinem stärker werdenden Glauben an Gott findet sich in den kleinen Wörtern, wie zum Briefende immer mit einem Küsschen und der Hoffnung auf den nächtlichen Besuch. Oskar hat die Gabe, Menschen durch sein Einfühlungsvermögen zu berühren und Ihr Herz zu gewinnen. Somit fällt es einem von Seite zu Seite richtig schwer, Abschied von ihm zu nehmen.

Meine persönliche Meinung:
Ich bin eine große Anhängerin von Eric-Emmanuel Schmitts Büchern. Ich liebe seinen Schreibstil. Selbst wenn ich nicht wüsste, dass es von ihm ist, würde ich behaupten, seinen Stil zu erkennen. Ich mag die Art, wie er schwierige Themen aufgreift und sie immer auf eine einfache und doch irgendwie poetische Art und Weise begreiflich macht. Wenn man an sein Werk "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" denkt, ist es nicht anders. Oskar und die Dame in Rosa ist wieder ein Buch mit Tiefgang. Es löst Trauer aus und gleichzeitig zaubert es einem hier und da ein Lächeln auf die Lippen. Eric-Emmanuel Schmitt ist ein großartiger Schriftsteller mit Mut für schwierige und tiefgründige Themen wie Religion, Liebe, Leben und Tod.

Rezension von Aygen buecherkaffee.blogspot.de

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Der Junge, der Träume schenkte
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689 Bibliotheken, 31 Leser, 6 Gruppen, 76 Rezensionen

new york, liebe, amerika, radio, gewalt

Der Junge, der Träume schenkte

Luca Di Fulvio , Petra Knoch
Flexibler Einband: 783 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 22.07.2011
ISBN 9783404160617
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Inhalt:
Es handelt sich um ein junges Mädchen namens Cetta, die nach einem tragischen Ereignis in Ihrem Leben, Ihre süditalienische Heimat verlässt und nach Amerika auswandert. Sie ist bereits Mutter eines Sohnes, der den Namen Natale trägt. Als Sie im Alter von 15 Jahren, 1909 in New York vom Frachter steigt hat Sie Hoffnung auf ein besseres Leben mit Ihrem Sohn. Jedoch lernt sie sehr schnell das wirklich harte Leben kennen und sieht , dass in dieser großes Stadt, in diesem fremden Land, weit weg von Ihrer Heimat Armut, Elend und Kriminalität herrschen.

Charaktere/Handlung:
Gleich zu Anfang des Buches bekommt man einen ziemlich schockierenden Eindruck über die Lebensverhältnisse von Cetta. Cetta ist gerade 12 Jahre alt, als Ihre Mutter sie absichtlich verletzt und ihr dann ein Seil so um die Schultern legt, das Cetta eine verkümmerte Haltung annehmen muss. Sie möchte sie so vor Männern schützen, die bereits ein Auge auf das junge, hübsche Mädchen geworfen haben. Durch diese gebückte Haltung verkrüppelt Cetta. Ihre Mutter verheimlicht der Familie diese Handlung und die Verletzungen, die Sie ihrer eigenen Tochter zugefügt hat um sie vor dem Schicksal, ein uneheliches Kind auf die Welt zu bringen, zu schützen und ihr ihre Kindheit zu bewahren. Obwohl Cetta durch ihre Behinderung nicht mehr anziehend auf viele Männer wirkt, schützt sie das nicht vor einem schweren Schicksal. Sie wird von einem Mann auf ziemlich schockierende und brutale Weise vergewaltigt und gebärt mit 14 Jahren Ihren Sohn Natale. Ein Jahr später besteigt Cetta mit Ihrem Sohn, im Hafen von Neapel, ein Schiff nach Amerika. Weil sie nicht genug Geld hat, gibt sie sich dem Kapitän auf der langen Fahrt immer wieder hin. Cetta wirkt einerseits als hätte Sie durch die Vergewaltigung an Selbstachtung verloren und andererseits so verletzlich und hilflos, dass man anfänglich nicht weiß, was man über sie denken soll.
Bei der Ankunft in Amerika wird Natale kurzerhand von den Zollbeamten Christmas getauft, da dieser Name leichter auszusprechen ist. Glücklicherweise wird Cetta Vorort bei der Ankunft nicht allein gelassen, sondern erhält durch einen unbekannten Mann namens Sal Hilfe. Er bringt sie bei einem Ehepaar unter und teilt ihr eine Arbeit zu. Jedoch lernt Cetta ziemlich schnell dass es sich dabei um Prostitution handelt, nimmt es aber problemlos, um ihrem Sohn irgendwann ein besseres Leben bieten zu können, hin. Das Buch ist so aufgebaut, dass man immer wieder in die Geschehnisse der Vergangenheit eingeführt wird und somit auch die Handlungen und Entwicklungen der Gegenwart besser nachvollziehen kann. Während man in der Geschichte an Christmas´s aufregendem Leben teilnimmt, wird man durch weitere kleine Geschichten und Ereignisse aus Cettas Vergangenheit, gefesselt und verliert trotz dieser Zeitsprünge nicht den Überblick. Ganz im Gegenteil, es hilft einem sogar die Handlungsweisen von Cetta zu verstehen. Zudem beobachten wir auf eine komische, nicht gerade romantische Art und Weise, die Entstehung einer Beziehung zwischen Sal, dem murrenden Aufpasser, und Cetta.
Christmas, Cettas Sohn übernimmt mit der Zeit die Protagonistenrolle in diesem Buch. Er wächst in der Lower East Side auf und lernt ziemlich schnell, andere von sich zu überzeugen. Er hat eine Gabe Geschichten zu erzählen, die anderen Mut machen und sie fesseln. Zudem ist er ziemlich raffiniert und aufgeweckt und das ermöglicht ihm, immer wieder neue Freundschaften und Bekanntschaften zu schließen. Christmas wirkt trotz kindlicher Dummheiten doch sehr oft ziemlich Reif für sein Alter. Er hat eine schnelle Auffassungsgabe, die es ihm ermöglicht sich Ruth und Ihrer Familie auf eine gewisse Weise anzupassen. Hier wird auf teilweise lustige aber auch traurige Art einem bewusst, aus welchen unterschiedlichen Schichten die Zwei stammen.
Ruth Isaacson, das Mädchen, das Christmas rettet, ist ein besonders feinfühliges Mädchen aus gutem Hause und genießt, die unbegrenzte Liebe Ihres Großvaters Saul Isaacson, der nach dem Übergriff auf seine Enkelin, durch einen angestellten Gärtner, zu Christmas immer mehr an vertrauen gewinnt und ihm sogar, gewisse Vorzüge eines wohlhabenden Lebens, zuteilwerden lässt.
Obwohl zum Ende hin das Leben von Ruth und Christmas auf so unterschiedliche und unvorhersehbare Weise, so weit voneinander entfernt, verläuft, führt es sie nach Jahren wieder zusammen.
Luca Di Fulvio erzählt auf eine dramatische Weise den weiteren Lebensverlauf der Beiden und beschönigt auch nicht die brutalen und schockierenden Ereignisse. Durch seine einfache Schreibweise ermöglicht der Schriftsteller es einem, in das alte New York der 20. Jahre einzutauchen.

Mein persönliches Fazit:
Anfänglich habe ich aufgrund des Covers und Titels eine doch ganz andere Geschichte erwartet. Der Klappentext jedoch lässt schon vermuten, dass das unschuldige Jungengesicht, dass spitzbübig um die Ecke schaut nicht dem erwarteten Inhalt entspricht. Das allerdings tut diesem Buch nichts ab. Der Schriftsteller vermittelt durch seine sowohl charmante und liebenswürdige Darstellung von Christmas und der brutalen Gewalt auf den New Yorker Straßen, das richtige Gleichgewicht, um die Geschichte Interessant und fesselnd bis zum Schluss zu halten. Auch die teilweise harte und vulgäre Ausdrucksweise wirkt in der gesamten Geschichte nicht vordergründig oder abschreckend. Der Schreibstil bzw. der Aufbau mit den Zeitsprüngen hat mir persönlich sehr gut gefallen, da man so, ohne Unterbrechung oder langatmige Textpassagen, die Vorgeschichte erfährt, während man bereits in der Gegenwart liest. Ein sehr empfehlenswerter Roman über das alte Amerika und das schwere Leben der Immigranten zu dieser Zeit. Es stärkt einen im Glauben an die Freundschaft, die Familie und die Loyalität.

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Das Lächeln der Frauen
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329 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 43 Rezensionen

paris, liebe, restaurant, autor, verlag

Das Lächeln der Frauen

Nicolas Barreau , Sophie Scherrer
Flexibler Einband: 333 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.04.2012
ISBN 9783492272858
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

"Letztes Jahr im November hat ein Buch mein Leben gerettet."
Seite 5

Inhalt:
Aurelie ist eine junge, attraktive Frau die vor kurzem das Restaurant Le Temps des Cerises ihres verstorbenen Vaters übernommen hat. Leider wurde sie gerade von Ihrem Freund Claude verlassen und leidet fürchterlich an der Trennung. Als sie durch das verregnete Paris spaziert, landet sie eher notgedrungen in einer kleinen Seitenstraße, in einer Buchhandlung. Aurélie ist eigentlich keine Leserin aber durch Zufall fällt ihr das Buch „ Das Lächeln der Frauen“ von Robert Miller, einem englischen Schriftsteller, in die Hände und während Sie im Laden darin blättert, liest sie tatsächlich etwas über ihr Restaurant. Aurélie ist überzeugt, dass es keine Zufälle gibt und nimmt das Buch mit.

Handlung/Charaktere:
Aurélie hat es eigentlich mit ihren zweiunddreißig Jahren weit gebracht. Sie führt das Sternerestaurant ihres verstorbenen Vaters erfolgreich weiter und verzaubert die Gäste mit kulinarischen Köstlichkeiten. Nur in der Liebe will es nicht klappen, denn Ihr Freund Claude verlässt sie wegen einer anderen Frau. Als Aurélie dann in einer Buchhandlung zufällig auf ein Buch stößt, das detailgetreu ihr Restaurant und eigentlich auch sie selber beschreibt, glaubt sie an Schicksal. Sie ist so begeistert von diesem Buch, dass sie kurzerhand an den Schriftsteller schreibt und ihn in ihr Restaurant einlädt. Glücklicherweise ist der Verlag des Autors, nicht wie vermutet in England sondern in Paris. Dort macht Aurélie erst Bekanntschaft mit dem Lektor André. Dieser, wie sich später herausstellt, wird noch eine wichtige Rolle in dieser Geschichte spielen. Aurélie erlebt noch ungeahnte Überraschungen und Verwirrungen.

"Glück und Unglück liegen oft sehr nahe beieinander. Anders formuliert könnte man auch sagen, dass das Glück bisweilen seltsame Umwege nimmt."
Seite 19

Nicolas Barreau legt eine Leichtigkeit in seine Schreibweise, die nicht nur komisch sondern auch poetisch ist. Er versteht es durch den stetigen Wechsel zwischen André und Aurélie die Spannung zu halten. Seine Beschreibung der Stadt Paris und des Restaurants verleiht der Geschichte eine besondere Atmosphäre und man hat das Gefühl schon einmal an den Orten gewesen zu sein, die Aurélie begeht. Auch wird dies noch durch die französischen Phrasen bestärkt, die in der Übersetzung beibehalten worden sind. Man spürt förmlich das Flair und die Romantik. Obgleich man Liebesgeschichten dieser Art kennt und viele Dinge auch sämtliche Klischees erfüllen, gelingt es Nicolas Barreau diese Unbeschwertheit neu zu erfinden. Zum Ende hin, wird der Leser nicht nur, wie im Buch erwähnt, mit einem Lächeln zurückgelassen sondern auch mit einem besonderen Rezept aus Aurélis Restaurant. Dem Menü d´amour.

Meine persönliche Meinung:
Eigentlich war ich vor kurzem noch nicht der Typ Leser, der gerne romantische Liebesromane liest, schon gar nicht die in Frankreich spielen. Aber ich wurde durch Nicolas Barreau eines Besseren belehrt. Obwohl der Ausgang der Geschichte vorhersehbar war und schon fast Klischeehaft, finde ich trotzdem, das es 5 Kaffeebohnen verdient hat. Eine leichte Lektüre mit dem richtigen Maß an Humor und Poesie. Ich werde mir sicher noch seine anderen Bücher zulegen und mich von seiner Art der Liebe berieseln lassen.

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Schlafende Geister
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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Schlafende Geister

Kevin Brooks
E-Buch Text: 400 Seiten
Erschienen bei Deutscher Taschenbuch Verlag, 01.11.2011
ISBN B005Z0B7MK
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

"Ich bin so verdammt am Ende, wie ein Mensch nur sein kann."

Inhalt:
Der Privatermittler John Craine ist nie über die Ermordung seiner Frau hinweggekommen. Zumal er derjenige war, der sie im gemeinsamen Schlafzimmer förmlich abgeschlachtet vorgefunden hat. Er ist seitdem Kettenraucher und trinkt sich jede Nacht in den Schlaf. Als er dann einen neuen Auftrag bekommt, ein verschwundenes Mädchen Namens Anna Gerrish zu finden, ahnt er noch nicht, auf wen er treffen wird und das er wieder aufs Neue mit seiner Vergangenheit und dem Tot seiner Frau konfrontiert wird.

Handlung/Charaktere:
Kevin Brooks Thriller 'Schlafende Geister' schafft es, durch die schnell steigende Spannung den Leser zu fesseln. Der Aufbau der Story ist gut durchdacht. Trotz den uns bereits bekannten Thriller-Bausteinen bekommen seine Charaktere durch seine Darstellung besondere Züge. Selbst der Protagonist John Craine, der eigentlich einen ziemlich chaotischen und verlebten Eindruck macht, hat viel Sympathie und auch die Beschreibung seiner Trauer und Wut lässt ihn menschlicher und emotionaler erscheinen, als anfänglich erwartet. Auch die Hervorhebung seiner Gedanken bzw. Erlebnisse an der Ermordung seiner Frau durch eine andere und kleinere Schriftart, ist perfekt gewählt.
Kevin Brooks beschreibt auf ehrliche und brutale Weise, die Geschehnisse, die John Craine auf der Suche nach Anna Gerrish erlebt. Als bereits zu Anfang bekannt wird, dass das verschwundene Mädchen nicht, wie durch ihre Familie beschrieben, gut behütet aufgewachsen ist und sogar nach John Crains Vermutung sexuellen Missbrauch erleben musste, gewinnt die Geschichte zunehmend an Fahrt. John erkennt durch das Zusammentreffen mit dem leitendenden Detective Chief Inspector Mick Bishop, das hinter dem Verschwinden des Mädchens ganz andere Machenschaften laufen. Bishop ist ein korrupter und brutaler Mann, der nicht davor zurückschreckt seine Macht zu missbrauchen. Er wird gekonnt als der perfekte Bösewicht dargestellt, der versucht John's Ermittlungen zu sabotieren. Kevin Brooks schafft es, die so von Grund auf verschiedenen Charaktere perfekt miteinander zu verbinden und der Geschichte somit den überaus gelungen Verlauf und Abschluss zu verleihen.
Trotz offenem Ende ist man nicht enttäuscht. Durch seine Art und Weise, wie er die Geschichte abschließt, weckt er Hoffnung auf eine Fortsetzung.

Meine persönliches Fazit:
Ich kenne die Jugendromane von Kevin Brooks noch nicht, deshalb hatte ich auch an sein erstes Erwachsenenbuch keine Erwartungen. Mir persönlich haben die Handlung, der Aufbau und insbesondere der Schreibstil, mit einer Prise britischem Humor sehr gefallen. Auch der Handlungsort England war, wie ich finde, sehr gut gewählt. Es werden zwar alle üblichen Thriller-Klischees, angefangen vom psychisch angeschlagenen, ehemaligen Drogensüchtigen und jetzt trinkenden Protagonisten John Craine bis über den korrupten DCI Bishop erfüllt, jedoch wird man sehr schnell vom Schreibstil und des intelligenten und spannenden Aufbaus der Story gefesselt. Man darf weitaus mehr erwarten, als im Klappentext angegeben ist und auch das Ende lässt auf eine Fortsetzung hoffen.
Meiner Meinung nach sind hier spannende Lesestunden garantiert!

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