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David Gray
E-Buch Text
Erschienen bei David Gray, 23.04.2011
ISBN B004Y1VBKE
Genre: Sonstiges
"Wolfswechsel" von David Gray ist ein sehr berührender Roman eines überlebenden Juden im 2. Weltkrieg.
Nur 163 Seiten dick, lediglich als e book erhältlich, sollte es von möglichst vielen Menschen gelesen werden, denn es enthält ein Stück deutsche Geschichte aus einer für mich vollkommen neuen Sichtweise auf die Geschehen im zweiten Weltkrieg.
Oder, genauer gesagt: Auf das, was sich ereignete, als der Krieg offiziell beendet wurde.
Wadislaus Wadja ist ein Jude, der im Konzentrationslager überlebte, da er sein Wissen als Arzt zu nutzen wusste. Zum Ende des Krieges gelingt ihm die Flucht, aber wo soll er hin? Sind Menschen, die er trifft Feinde oder neue Freunde? Als was soll man sich zu erkennen geben?
Die Geschichte erzählt uns Wadja selbst, genauer: Er erzählt es nicht uns, sondern einer jungen Prostituierten, die er in Paris 1969 kennenlernte. Sie sitzen nach einer Razzia auf einer Pariser Polizeistation, und Wadja wartet auf das Ende, das da kommt, gilt er doch nach wie vor als Flüchtling, auch wenn er im Warschauer Regierungskrankenhaus einen guten Ruf als Arzt hat.
Immer wieder unterbrochen durch die Geschichte im der Gegenwart 1969, erfahren wir Leser so unglaublich erschütternde Tatsachen über das Grauen, das sich im Kriegsgebiet abspielte.
Der Autor David Gray recherchierte mehrere Jahre und strickte aus den Berichten einiger Zeitzeugen eine Geschichte, die sich so durchaus hätte abspielen können. Dabei führt es den Leser in die Tiefen der Schrecken und berichtet unverschönt die grausamen Vorgänge, die selbst Menschen, die vom eigentlichen Krieg verschont geblieben waren, in nichtwiedergutzumachende Traumen stürzten. Der Leser kann förmlich mitfühlen, wie die bislang einigermassen heilen Seelen zerbrechen, wie Kinder gezwungen erwachsen werden, wie Mitmenschen innerlich absterben und wie aus der Verzweiflung Liebe entsteht, wie es sie so intensiv zu Friedenszeiten nicht geben kann.
Ich habe den Hunger gelitten, die Kälte gefroren, die Verzweiflung gespürt, ich habe selten einen Roman so intensiv empfunden wie diese Schilderung des alten Mannes.
Es schockiert und lässt den Leser verstört zurück, denn die Absolution, die man sich erhofft, die lässt uns der Autor nicht zukommen.
Damit zählt dieser Roman für mich zur aufrüttelnden Kriegsliteratur, die nicht oft genug gelesen werden kann, auch als Erinnerung, was unsere Grosseltern oder Urgrosseltern ertragen mussten!
31 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 20 Rezensionen
Ingrid Pointecker
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Verlag Mondwolf, 01.05.2012
ISBN 9783950300246
Genre: Science-Fiction/Fantasy
"Das Ende kam nicht wie von allen erwartet, nicht zum errechneten Zeitpunkt und auch nicht mit einem verheerenden Knall. Weder stellte sich eine plötzliche Erleuchtung ein, noch endete die Welt, wie wir sie kannten, in einer Katastrophe. Das Ende kam damit, dass alles von neuem begann."
Diesen Satz habe ich grade aus der Inhaltsangabe kopiert. Etwas, das ich normalerweise nicht mache! Hier konnte ich nicht anders, denn ich finde es unendlich schön, mystisch, spannend und auf den Punkt gebracht!
Als ich das bei der Ankündigung des Buches las, kamen mir sofort die Forschungen in Weltall und Vorgeschichte in den Sinn!
Gab es uns früher alle schon einmal? Wie oft gab es auch auf dieser Erde schon hochentwickelte Kulturen?
Gibt es überhaupt irgendetwas, sei es ein Gefühl, ein Gedanke, eine Erfindung, eine Erkenntnis, die es nicht schon früher einmal gab?
Sind wir tatsächlich nur ein "neues" Repeat mit einem unendlichen Return zum Beginn?
Sehr positiv überrascht war ich auch von der Wirkung des kleinen, schmalen Büchleins, das in einfacher Ausführung doch die Blicke gefangen hält und beeindruckt.
Gut, die Person auf dem Cover hätte ich mir anders gewünscht, mystischer, geheimnisvoller, so wurde ich spontan an Drizzt, dem Dunkelelf von R.A. Salvatore oder bestenfalls an eine Romanfigur von Harry Potter erinnert.
Auch während ich die ersten Kapitel las, war ich sehr angetan, genoss diese Art des Erzählens, dieses in sich passend, und war mir sicher, dass dies mein bestes Debüt des Jahres 2012 wird!
Als ich dann weiter las, sehr viel zu lesen ist es nicht, störte ich mich aber auch mehr und mehr an diesem altbekannten Strickmuster: Bei Jugendlichen erscheint auf der Stirn ein Zeichen, sie entwickeln Fähigkeiten, die geschult werden müssen, werden oft durch Vorurteile verkannt, Grüppchen spalten sich ab und bilden eine Gegenpartei, die alles bekämpft und -last but not least- die Welt ist in Gefahr!
Gut, dieses Schema hat ja schon oft gut funktioniert, und Dank dafür, dass mein letztes Abenteuer dieser Art schon einige Jahre zurück liegt, war es sicher schön, ein neues ähnliches zu lesen, aber, wenn ich ehrlich sein darf: Vielleicht lag es am Umfang des Buches, ich wurde mit den Figuren nicht warm.
Ich konnte mein Herz so nicht reinhängen wie bei ähnlichen (sehr ähnlichen) Büchern! Bei Kämpfen kam kein Tempo dazu, die vielen Fähigkeiten blieben unübersichtlich, ich fing nirgends an zu fiebern. Ich konnte weder die Mühsal des Reisens in meinem Knochen spüren, noch die Erleichterung oder Sorge der anwesenden Figuren teilen. Ich blieb aussen vor und las recht schnell das Buch zu Ende, mit dem Gefühl, ich habe gerade die Einleitung gelesen zum eigentlichen Buch!
Ist das so? Oder stecke ich schon mitten im Abenteuer drin?
Wie viel kommt da noch? Wird es eine längere Reihe oder eine Trilogie oder war dies gar ein Ende? Noch bevor es anfing?
Ich fühle mich nach dem Lesen um eine Geschichte betrogen! Was hat es denn jetzt mit dem Uhrwerk auf sich? Mit dem ewig neuen Beginn? Oder geht es doch "nur" um Gut und Böse? Um die Weltmacht? Warum wurden dann harmlose Menschen gemeuchelt und nicht die Hüter?
Leider keinerlei Information. Weder um den Fortgang der Geschichte, kein Hinweis auf zukünftige Titel im Buchanhang, noch, wann man diese erwarten darf, nichts rein gar nichts.
Dafür, dass dieses dünne Buch, das –ich wiederhole mich- wie eine Einleitung rüberkommt, dann auch noch fast 15 Euro kostet, kann ich beim besten Willen keine 5 Sterne vergeben. Ich schwanke inzwischen zwischen 3 und 4 Sternen, weil mich diese Einleitung jetzt auch nicht so neugierig machen konnte, dass ich den Buchhandel stürmen werde, um ja nicht ein eventuelles nächstes Buch zu verpassen!
Sollte es eine Trilogie sein, dann hätte man bei dem Umfang auch gerne alle Bände in einem Buch abdrucken können, gerne hätte ich dann auch 5 Euro mehr bezahlt, hätte aber eine sich aufbauende Geschichte weiter lesen können!
27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen
Lee Child
,
Wulf Bergner
Fester Einband: 446 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 16.11.2011
ISBN 9783764504205
Genre: Krimi & Thriller
Hier ist meine erste Rezension zu einem Jack Reacher- Roman!
Meine Güte, seit Jahren will ich diese Bücher lesen, ewig kommt was dazwischen, jetzt endlich hat es auch mich gepackt, dieses Jack Reacher- Virus!
Begonnen habe ich diese MUST-READ-Reihe mit dem 12. Buch der Serie: Outlaw!
Um die Spannung hier noch etwas zu steigern, erst einige Eckdaten des Autors: Lee Child ist Engländer, 1954 geboren und arbeitete lange für das englische Fernsehen, schrieb bekannte Serien und Drehbücher für Filme. Er reiste gerne in den USA und wechselte schliesslich 1998 seinen Wohnort: Er verliess Grossbritannien und lebt seither in den USA, dort schreibt er die Erfolgsserie um Jack Reacher, dessen Name fast bekannter ist als der Name des Autors!
Jack Reacher, ein ehemaliger Armeepolizist, schied aus dem Dienst aus und tingelt durch die Staaten. Dabei immer eine Bankcard und eine faltbare Zahnbürste, Kleidung wird nicht gewaschen, sondern neu gekauft und entsorgt.
In Outlaw befindet sich Reacher eigentlich nur eben mal auf einem Umweg in Colorado, er reist durch das Städtchen Hope, das an die Kleinststadt Despair grenzt.
In Despair will er nur kurz einen Kaffee trinken, wird aber nicht bedient, sondern rausgeschmissen: Landstreicher verboten! Dabei verhalten sich sämtliche Einwohner so seltsam abweisend, dass Reachers Neugier geweckt ist! Da man ihn dann auch noch zurück nach Hope bringt, ihm dort einige Informationen über gewisse Vorkommnisse in Despair zuspielt, steht für ihn fest: Das sehe ich mir mal etwas genauer an, was die Einwohner so abweisend reagieren lässt. Auf einer nächtlichen Streiftour durch Despair stolpert er dann auch noch über eine Leiche, die tagsüber spurlos verschwunden ist und prompt ist man als Leser drin.
Endlos zu lesen, endlose Spannung!
Ein Tempo, wie man sie aus wirklich guten amerikanischen Thrillern kennt, sehr guter Sachverstand, gute, fundierte Recherche, wie bei ähnlichen Thriller-Autoren auch immer diesen sehr kritischen Blicik auf amerikanische Missstände! Ohne Jammern, Meckern oder gar Anprangern, werden die Mängel und die Vertuschungen der Armee, die Heimlichtuereien und Geschäftemachereien im Krieg auf Kosten der Soldaten nüchtern und schonungslos berichtet. Das finde ich so viel wertvoller und intensiver als das direkte Ansprechen und Anprangern oder gar Rummeckern, wie man das oft in deutschen Büchern findet, diese sarkastischen Ergüsse mancher Autoren, auf die ich immer gern verzichten möchte.
Hier packt es den Leser richtig, denn ohne Wertung wird nur geschildert. Jack Reacher als harten, aber gerechten Menschen, der sich ab und zu übertölpeln lässt und auch gerne in Fallen stolpert, der also nicht als Übermensch auftritt, sondern nur gereift aufgrund seiner Erfahrungenund menschlich erscheint, agiert einerseits aus Neugier, andererseits aus dem Wunsch heraus zu helfen.
Wer gerne amerikanische Thriller liest oder gerne intelligente Thriller lesen möchte, Leser, die auf unsinniges Blutverspritzen und Abschlachten gerne verzichten, trotzdem der realen Wirklichkeit ins Auge schauen können, die sind bei Lee Child gut aufgehoben!
Hier die Serie im Überblick:
1. Grössenwahn (1997) - Killing floor
2. Ausgeliefert (1998) - Die Trying
3. Sein wahres Gesicht (1999) - Tripwire
4. Zeit der Rache (2000) - The visitor/Running blind
5. In letzter Sekunde (2001) - Echo Burning
6. Tödliche Absicht (2002) - Without fail
7. Der Janusmann (2003) - The Persuader
8. Die Abschussliste (2004) - The Enemy
9. Sniper (2005) - One shot
10. Way out (2006) - The hard way
11. Trouble (2007) - Bad Luck & Trouble
12. Outlaw (2008) - Nothing to lose
13. Underground (2009) - Gone tomorrow
bisher nicht übersetzt: 61 hours (2010), Worth dying for (2010), The affair (2011), A wanted man (2012)
47 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen
Gudrun Pausewang
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 01.01.2008
ISBN 9783473543199
Genre: Kinder- & Jugendbuch
"Die letzen Kinder von Schewenborn" von Gudrun Pausewang ist ein etwas älteres Buch! Geschrieben 1984, es gibt noch dei DDR und die Mauer, es gibt noch die gespannte politische Situation, dieses Feindbild vom Osten und die Gefahr durch dei Entwicklung der Atombomben.
Das buch ist aus der Sicht des zwölfjährigen Rolands geschreiben, der mit seiner Familie von Frankfurt Richtung Schewnborn in der Nähe von Fulda unterwegs ist. Die Grosseltern leben dort und man verbringt gerne die Ferien in diesem Ort. Im Auto sitzen seine beiden Schwestern, eine älter, eine jünger, Mutter, Vater und er, als plötzlich ein greller Lichtblitz und ein orkanartiger Sturm alles versengt.
Nach anfänglicher unsicherheit ist man sich einig: Es ist etwas Schlimmes passiert, wir sind nciht mehr sicher, wir müssen so schnell wie möglich zu den Eltern und dann flüchten, wohin auch immer!
Aber: Die Wege sind versperrt, Bäume liegen kreuz und quer, vieles brennt, Häuser isnd eingestürzt oder iensturzgefährdet, vieles ist kaputt und zerstört. Und dei Grosseltern sind nicht daheim, sie woltlen eben schnell noch in Fulda ienkaufen und kehren von dort nie zurück.
Dafür kommen unendlich viele Schwerverletze, Verbrannte, Hilfesuchende, Hungernde.
Das Buch beschreibt in einfachen Worten aus der Sicht eines Jungen die ersten Tage und Wochen nach einem Angriff mit Abwurf einer Atombombe! Der Reaktion der Leute, anfangs verstört, dann hoffnungsvoll auf Hilfe wartend, bis so langsam die Gewissheit siegt, dass keine Hilfe kommen wird, da keiner Hilfe leisten kann. Dann die Selbsterhaltungstriebe, das Verrohen der Überlebenden, die nichts abgeben wollen, die mit dem Elend der anderen nichts zu tun haben wollen, die wiederum umschlägt in ein verzweifeltes Kämpfen um Lebensmittel und Wasser, in eine Sinnsuche und in einen eigenen Überlebenskampf gegen Erkrankungen und Infekte ----- und mehr als einmal fragt man sich als Leser: Woher nehmen die Leute die Kraft, den Mut und die Motivation mit ihrem Leben weiterzumachen?
Erst sind Habseligkeiten wertvoll und werden geschützt, wenige Monate später ist nur noch der kampf um Lebensmittel und Haus und schliesslich nimmt man den Tod als Erlösung wahr. Und nichtsdestotrotz gibt es wenige Überlebende, die einen Lebensinhalt finden und weitermachen.
Mich hat das Buch stark an ein Gespräcjh mit einer Psychotherapeutin vor etlichen Wochen erinnert: Sie behandelt Flüchtlinge aus dem Krieg und Folteropfer, die überlebt haben. Wir sprachen über ein Traums im eingeltichen Sinne, was es auslöst, wie es zustande kommt und welche Spätsymptome sich ienstellen ,wenn es nicht richtig behandelt, sondern verdrängt wird.
Ein Trauma ist eine Situation für einen Menschen, der nicht selbst verschuldet in eine vollkommen aussichtslose Situation gerät, die oft ungerecht, entwürdigend und schmerzhaft ist. Dass es zur Auslösung des Trauma-Belastungssyndroms kommt ist es notwendig, dass der betroffene Mensch dieser Situation hilflos ausgeliefert ist, da unsere Psyche tatsächlich so gestrickt ist, dass wir, solange wir "tätig sein können", unabhängig, ob das, was wir tun von Erfolg gekrönt ist oder sinnvoll ist, noch einen Ausweg sehen.
Erst dann, wenn keine Handlung auf diesen Druck erfolgen kann- beispielsweise, weil alle Wege versperrt sind, wir festgebunden oder blockiert sind (auch z.B. durch die Gesetzgebung), dann erst kommt es zur Ausbildung des sog. Traumas!
Und daran musste ich während des Lesens unentwegt denken!
Eigentlich sehen die Strahlenverseuchten dem Sterben zu, nachdem die erste Welle der akut Verbrannten vorbei ist, die zweite Welle der Strahlenverseuchten und Schwerverletzen vorbei ist, die dritte Welle der Thyphus und Ruhrerkrankten vorbeigeht, die vierte Welle der Spätverstrahlten folgt und nebenbei die Todeswelle der missgebildeten Neugeborenen vorbeigeht, sind die Überlebenden immer noch wie die Ameisen tätig, alles wieder aufzubauen und ein geregeltes Leben einzuführen. Und dabei ist alles eigentlich sinnlos.
Ich habe lange überlegt, ob das Buch auch Mut machen soll, egal, was passiert, es geht immer "irgendwie" weiter und vieles liegt nicht in unserer Hand, hauptsache wir tun etwas. Das Buch hat mich sehr an den Endzeit-Thriller The Road erinnert, allerdings erfährt in jenem Buch der Leser nicht, was eigentlich passiert ist, nur, dass alles zerstört ist und man täglich nur gegen den Tod kämpft, der so oder so kommt.
Unabhängig davon hat sich die Autorin intensiv mit Strahlenkrankheit, Symptome und Verlauf einer Epidemie auseinandergesetzt, auch wenn ein unmittelbarer Atomkrieg in dieser Form heute, grade jetzt, nicht droht, schadet es nicht, sich damit auch mal auseinanderzusetzen.
Lesenswert!
71 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen
Morton Rhue
,
Katarina Ganslandt
Fester Einband: 239 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 01.06.2012
ISBN 9783473400812
Genre: Kinder- & Jugendbuch
"Über uns Stille" von Morton Rhue geschrieben im Jahr 2012, 50 Jahre nach der Kubakrise, die beinahe zur Zerstörung vielleicht sogar der ganzen Welt geführt hätte.
Morton Rhue ist bekannt durch seine offenen und schonungslosen Jugendbücher, die einfach formuliert und flüssig zu lesen sind und doch immer schockieren. Er beschäftigte sich in seinen früheren Werke um die Strassenkinder von New York, um die zeitweise sehr beliebten Bootcamps, die gestressten Eltern weismachen wollten, dass hier ihre Kinder zu ordentlichen Menschen erzogen würden.
Im vorliegenden brandneuen Roman führt uns Morton Rhue 50 Jahre zurück ins Amerika der Ängste. Aus der Sicht eines 12jährigen Jungen berichtet er in zwei Erzählsträngen vom Familienalltag, der Bombenwarnübungen in der Schule, der Diskussionen der Gleichaltrigen und der angespannten Situation zu Hause, denn der Familenvater hat beschlossen vorsichtshalber einen Bunker zu bauen, damit, sollte es zum Äussersten kommen, seine Familie eine Überlebenschance hat.
Unglaublich aufwühlend, spannend und schockierend liest man das Buch relativ schnell durch, ich bin aber sicher, dass es wesentlich länger noch im Kopf nachhallt. Und obwohl die Gefahr des Atomkrieges zwischen den USA und Russland heute sicher nicht mehr aktuell ist, es ist Teil der Geschichte, wie sie hätte sein können. Und vergessen sollte man ebenfalls nicht, dass auch heute noch in vielen anderen Ländern mit Atomwaffen kräftig aufgerüstet wird, ich habe nur den Eindruck, dass die Bevölkerung nicht mehr ganz so offen und ehrlich informiert wird, nicht mehr einbezogen wird in viele Probleme.
Der zweite Erzählstrang ist wirklich amüsant und wirkte für mich während des Lesens immer wieder wie eine Art "Rettungsinsel", denn in dieser Zeit schien die Welt wenigstens noch halbwegs in Ordnung und ein 12 Jähriger konnte ein normaler Teenager sein.
Ich hätte mir im Anschluss an den Roman anstelle der Leseprobe eines anderen Romans gerne eine kurze und fachliche Zusammenfassung der politischen Zusammenhänge zur damaligen Zeit und der Physik über Radioaktivität und Aufbau einer Atombombe gewünscht, vielleicht auch über gesundheitliche Folgen für den Menschen und den Spätfolgen einer Verstrahlung, denn Schule ist für mich ja schon einige Jahrzehnte entfernt.
Aber ich bin mir fast sicher, dass der Autor in diesem Buch auf Aufklärung und zusätzliche Informationen mit Absicht verzichtete, denn auch sein Schreibstil ist ja einzigartig darin, den Leser selbst zum Nachdenken anzuregen und ihn dazu zu bringen über vieles nachzuforschen.
Ich weiss, es klingt komische, aber ich meine das keinesfalls sarkastisch, sondern so, wie ich es jetzt wortwörtlich formuliere: Vielen Dank Morton Rhue für ein weiteres, aufrüttelndes Buch, das meinen eingerosteten Kopf zum Denken zwingt!
84 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 32 Rezensionen
Camilla Läckberg
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Katrin Frey
Fester Einband: 503 Seiten
Erschienen bei List, Paul, 09.09.2010
ISBN 9783471350157
Genre: Krimi & Thriller
Das Buch "Engel aus Eis" von Camilla Läckberg ist aus der Reihe der Erica Falck/Patrick Hedström-Reihe, mein erstes Buch dieser Autorin, aber das bereits 5. der Serie!
Früher wäre ich niemals so ins kalte Wasser gesprungen, aber angesichts der Menge der Bücher und des steigenden SUB´s (Stapel Ungelesener Bücher), habe ich mir angewöhnt auch einfach mal so ein Buch mitten aus einer Serie zu lesen, selten führt es dazu, dass ich mir sofort alle Bücher besorge und von Band eins anfange!
Hier ist und wird das so auch nicht sein, der nächste Band ist allerdings schon im Anmarsch, so dass "Engel im Eis" nicht das einzige Buch dieser Autorin sein und bleiben wird!
Der Inhalt ist nicht uninteressant und enthält auch ein Stück deutscher Geschichte: Nach dem Mord eines alten Pensionärs, der Dinge vom zweiten Weltkrieg sammelte, gehen die Ermittlungen gezwungenermassen in die Nazizeit zurück. Für uns deutsche Leser nicht uninteressant, dass es Nazi-Anhänger früher und heute auch noch im Ausland gibt, Menschen, die fest auf den Sieg Hitlers hofften und darauf Geschäfte aufbauten und auch heute zunehmend ein Problem in Schweden darstellen. Wie einfach macht sich eine Gesellschaft das Leben, alle Missstände auf die lästigen Ausländer zu schieben, im Sinne von: Das Land wäre sauberer, mehr Arbeitsplätze, hörere Löhne, weniger Ausgaben, mehr Lebensstandard usw., wenn es nicht diese verflixten Ausländer im Land gäbe. Sehr aktuell dieses Thema auch derzeit wieder, oder leider immer noch in Deutschland!
Für mich immer interessant zu sehen, dass auch Deutschland mit der Nazi-Aggression nicht isoliert steht!
Dem persönlichen Werdegang von Erica Falck konnte ich hingegen nicht viel abgewinnen. Vielleicht fehlten mir da wirklich die vorherigen Bände. Ihr Mann Patrick ist ja nun im Erziehungsjahr, kann aber das Ermitteln nicht lassen, schon gar, da seine Frau Erica gerade mit dem ermordeten Pensionär Kontakt hatte.
Die Episoden der Familie waren für mich langweilig und zäh und verhinderten ein Tempo, das ich ja immer so liebe. Für mich waren diese Probleme der Familie und niedlichen Kindergeschichten eher Grund, das Buch aus der Hand zu legen, mit eine Ursache, warum ich für das Buch überdurchschnittlich lange brauchte, obwohl der Schreibstil wirklich angenehm ist!
Eine kleine Ausnahme waren die psychologisch interessanten Treffen von Patrick mit seiner Ex-Frau, die zufällig wieder nach Fjällbacka zog und so unglücklich ist, dass sie Patrick mal verlassen hat!
Am liebsten hätte ich ausschliesslich die Tagebucheinschübe aus den Tagebüchern der Mutter Ericas gelesen, hätte dann aber schnell nicht mehr viel verstanden, alle anderen Beigaben von privaten Geschichten auch der Kollegen von Patrick waren definitv zu lang, zu viel und zu trivial.
"Seitenfüller", aber unerheblich für den Thriller!
Ich bin gespannt auf das nächste Buch und hoffe, dass ich verschont bleibe von jeder Morgenübelkeit Ericas und nicht mehr Anteil haben muss an jedem persönlichen Streit unreifer Menschen.
Serie:
1. Die Eisprinzessin schläft
2. Der Prediger von Fjällbacka
3. Die Töchter der Kälte
4. Die Totgesagten
5. Engel aus Eis
6. Meerjungfrau
7. Der Leuchtturmwärter
es folgen weitere Bücher....
249 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen
Hans Peter Richter
Flexibler Einband: 171 Seiten
Erschienen bei DTV, 01.10.1979
ISBN 9783423078009
Genre: Kinder- & Jugendbuch
Das Buch "Damals war es Friedrich" wurde 1974 von dem 1993 verstorbenen Wissenschaftler Dr. Hans Peter Richter geschrieben.
Es wurde u.a. mit dem Preis des besten in Amerika veröffentlichten Jugendbuches eines Nicht-Amerikaners ausgezeichnet und in 13 Sprachen übersetzt.
Für mich war es nach etwa 30 Jahren der erste Kontakt ausserhalb der Schule mit einem Buch über Beginn und Ablauf der Hitler-Ära.
Dieses Mal aus der Sicht eines deutschen Jungen erzählt, der gleichaltrig neben einem jüdischen Jungen aufwächst.
Beide Familien wohnen untereinander in einem Miethaus, über die Einzelkinder freunden sich die Eltern an, unternehmen auch zu wichtigen Ereignissen ihrer Kinder gemeinsame Ausflüge.
Die Geschichte beginnt 1925, die jüdische Familie feiert ihre jüdischen Feste, sind recht wohlhabend und in ihrer jüdischen Gemeinde sehr angesehen.
Die deutsche Familie lebt in Armut nach der Geldentwertung, der Vater ist arbeitslos, die Mutter versucht dem Jungen die armselige Situation zu verschönern und ihn die Benachteiligung nicht spüren zu lassen.
Dank einer Zeittafel im Anhang, in dem auch die Gebräuche und Begriffe des Judentums erläutert werden, kann man Kapitel für Kapitel den Verlauf der Geschichte und die Veränderung der Familiensituationen in die historischen Ereignisse einfügen.
Der Vater der deutschen Familie findet über die Partei nach Hitlers Machtübernahme wieder gut bezahlte Arbeit, dafür wird der jüdische Vater arbeitslos, der Sohn der jüdischen Familie wird aufgenommen in die jüdische Gemeinde, während der Sohn der deutschen Familie Teil einer Jugendgruppe ("Deutsches Jungvolk") wird und da Anerkennung und neue Freunde findet.
Das Buch endet im Jahr 1942, die beiden Söhne sind 17, der eine lebt, der andere ist tot.
Dieses Buch ist nur 172 Seiten lang, aber einfach durchlesen kann man es nicht. Zu schokierend ist in dieser einfachen Sprache, die ohne Wertung einfach nur aus der Sicht eines Kindes berichtet, was passiert ist.
Die Begeisterung der Deutschen, als es aufwärts geht, dieses neue Gefühl des Zusammenhaltens, der Zugehörigkeit zu Parteien oder Gruppierungen, erstmals gar nicht so klar, dass es direkt gegen die Juden gerichtet ist.
Diese Demut der Juden, die "Vertreibungen" schon aus ihrer jahrhundertalten Geschichte kannten, die aber bis "zum Schluß" nicht glauben wollten, was da passiert, schliesslich ist man im 20. Jahrhundert, gebildet und kultiviert, schliesslich ist man ja befreundet und kennt sich schon so lange, selbst Warnungen der deutsch Bevölkerung werden nicht ernst genommen.
Bis zu dem Zeitpunkt, dem man ohnmächtig gegenübersteht, im Schock, im Unglauben, in einer Art Katatonie, in welcher man handlungsunfähig ist, bis zur bitteren Erkenntnis, was Menschen auch in einer kultivierten Gesellschaft fähig sind zu tun, und der Erkenntnis, dass es zu spät ist.
Das Buch ist vollkommen nüchtern, nicht sentimental, nicht wertend geschrieben, vielleicht deswegen umso erschütternder, man sieht beide Seiten, kann beide Seiten verstehen, schlimm ist diese Ohnmacht, wo kann man eingreifen, wo oder wann hätte man das alles verhindern, stoppen oder aufhalten können?
Tief durchatmen am Ende der Schilderung, mir ist manches auf einer anderen Ebene, nämlich der menschlichen nicht der politischen, klar geworden.
Ich finde es gut, dass dieses Buch offensichtlich heute auch zur Pflichtlektüre in Schulen gehört, zu meiner Schulzeit gab es nur Bücher über Hitler persönlich und trockene Jahreszahlen, aber nicht die Schicksale der Menschen, die diese Zeit durchlebten.
6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen
Herman Wouk
Fester Einband: 571 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe
ISBN 9783455086218
Genre: Literatur vor 1945
3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen
Herman Wouk
Sonstige Formate
Erschienen bei GOLDMANN WILHELM, 01.01.1996
ISBN 9783442411351
Genre: Sonstiges
29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen
Erich Maria Remarque
Fester Einband
Erschienen bei Buchergilde Gutenberg
ISBN 9783763230815
Genre: Sonstiges
Damals in der Schule gelesen. Danach war erst mal absolute gedrückte Stille. Wie sinnlos kann Sterben eines jungen Soldaten im Krieg sein? Ich hoffe, es ist auch heute noch Lesestoff in Schulen.
vorhanden (13)
11 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen
Gert Ledig
,
Volker Hage
Fester Einband: 210 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 28.04.2000
ISBN 9783518410646
Genre: Gegenwartsliteratur
Bücher
Programme











