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Forbidden
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inzest, liebe, geschwister, familie, geschwisterliebe

Forbidden

Tabitha Suzuma
Fester Einband: 445 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 29.07.2011
ISBN 9783789147449
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

So, jaja, ich weiss, ich zieh den Kopf ja schon ein!
So, eine Rezension zum Buch: "forbidden" von Tabitha Suzuma.
Erst mal zum Inhalt: Angekündigt wurde ein Jugendbuch mit dem Thema Geschwisterliebe!
Also die Liebe, die gesetzlich verboten ist, nicht dieses "sich mögen", sondern die körperliche und seelische Liebe zwischen Bruder und Schwester, die, die als "Inzest" verboten ist.

Da ich mir bisher kaum Gedanken zu diesem sehr interessanten, umstrittenen Thema machte, auch deswegen, weil ich keine Geschwister habe, habe ich mich unglaublich gefreut, dass eine Autorin sich an ein solches Thema ranwagt!
Ich freute mich auf eine Aufklärung der Sachlage, aus früherer Sicht, aus heutiger Sicht, vielleicht genaueren Informationen, was so alles genetisch problematisch ist, welche Möglichkeiten es gibt, wie die Gesetzeslage in unterschiedlichen Ländern dazu steht und vieles mehr.

Gelesen habe ich dann allerdings ein tragisches Drama, das aus der Sicht der beiden betroffenen Jugendlichen erzählt wird, einem 16 jährigen Schulmädel und ihrem 1 Jahr älteren Bruder, der schon in den ersten Kapiteln als psychisch äusserst labil und gestört beschrieben wird. Der Vater der insgesamt 5 Kinder verliess die Familie schon vor Jahren, keine finanzielle Unterstützung, keinerlei Kontakt.
Die Mutter wird als Alkoholikerin dargestellt, die, wenn überhaupt vorhanden, besoffen auf dem Sofa liegt oder kotzend über der Klo-Schüssel hängt. Nachdem sie sich mit einem Kneipeninhaber einlässt, verlässt auch sie das häusliche Miteinander und hinterlässt 5 Minderjährige ihrem Schicksal.
Kochen, Putzen, Waschen, Rechnungen begleichen, Kinder betreuen obliegt den beiden ältesten Geschwistern, die also im Teenager-Alter die Elternrolle für 3 jüngere Geschwister übernehmen. Sich absprechen, sich ablösen, zusammen planen, sich aussprechen und immer enger zusammenwachsen.
Bis sie sich ernsthaft verlieben.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Maya, dem Mädel, und Lochan, ihrem Bruder, erzählt. Schon recht bald liest man sich in einen völlig verzweifelten Tunnelblick, der erwachsene Reife vermissen lässt und den Leser schon im ersten Buchdrittel erahnen lässt, dass die Geschichte sich zu einem Drama zuspitzen wird, da beide Jugendliche nicht einmal versuchen, Hilfe zu erhalten oder die seltsame Wohnsituation irgendwie zu ändern.
Es wird eine Hoffnungslosigkeit des Lebens, der Liebe und der Situation generell heraufbeschworen, die mir teilweise das Weiterlesen etwas erschwerte.
Es wurde langatmig, langweilig und immer düsterer.
Nichts wirklich Spannendes, keine Hoffnung, keine Aufklärung, keine Information, auf die ich mich so gefreut hatte.
Und zum Ende hin habe ich mich dann eigentlich nur noch geärgert: Würde ich eine Tochter und/oder Sohn im jugendlichen Alter haben, ich würde niemals wollen, dass dieses Buch alleine -ohne Besprechung mit Erwachsenen- gelesen wird!
Wäre wenigstens im Nachwort auf die dargestellte Geschichte eingegangen worden, wäre wenigstens durch einen Anhang das Drama erläutert worden, aber leider nein!
Ich empfand das Thema "Geschwisterliebe" auch nicht wirklich dargestellt, denn zwischen Lochan und Maya entwickelte sich keine Liebe im eigentlichen Sinn, sondern eine verkrampfte Abhängigkeit, die mit wirklicher Liebe nichts zu tun hat!

Daher habe ich mich überwunden hier "nur" 2 Sterne zu geben, trotz des aufwändig gestalteten Covers, dem Buchdeckel, der schönen Aufmachung, der extrem glatten Buchseiten, sprich, der ausgesprochen tollen Ausgabe!

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Tags: drama, geschwisterliebe, inzest, verbot   (4)

  

 
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