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92 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen
Karl Olsberg
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 06.03.2013
ISBN 9783746629179
Genre: Krimi & Thriller
"Die achte Offenbarung" des Autors Karl Olsberg macht mir die Bewertung wirklich nicht leicht.
Angelockt durch interessante Themen wie Physik, Geschichte und Virologie habe ich mich auf einen interessanten, kurzweiligen und informativen, vielleicht auch raffiniert-gestrickten Thriller gefreut.
Das Buch lässt sich auch tatsächlich sehr locker runterlesen, durch Verwendung diverser Fachbegriffe und Zeichnungen aufgelockert, bekommt man als Leser den Eindruck, dass der Autor gut recherchierte und sich in der Thematik sehr gut auskennt.
Ein Historiker bekommt ein offensichtlich aus dem Mittelalter stammendes Buch zugespielt, dass in der Nazizeit nach Amerika geschmuggelt wurde. Es gehörte seiner Grossmutter, der Text ist codiert und die Neugier des Historikers geweckt. Da er nahezu nichts über die Lebensgeschichte seiner Grossmutter weiss, begibt er sich auf eine Reise durch Deutschland, um Informationen zu beschaffen, die er zur Decodierung benötigt. Offensichtlich wird er dabei von arabisch-stämmigen Männern verfolgt und bedroht.
Zur gleichen Zeit verschwinden in den USA wichtige, hochgefährliche Virusgenomabschnitte aus eine Hochsicherheitslabor.
Für mich wurde das Lesen dieses Buches zur Qual. Ewig in die Länge gezogen, an der Oberfläche angekratzte Themen, die man so schön hätte ausbauen können, unsympathische Protagonisten und Dialoge, die mich zunehmend nicht nur langweilten, sondern auch nervten.
Fachbegriffe, die nach meinem Gefühl und Wissen nicht recht passten, ein junger, aufstrebender Historiker, der voller Vorbehalte und Vorurteile nur schlechte Laune verbreitet, mir völlig unklar, warum der das Buch nicht einfach ins Regal stellte, da er ja grundsätzlich alles aburteilte, Kollegen für blöd hält, lieber mit ungebildeten Leuten aus anderen Fachbereichen diskutiert, Actionszenen, die vollkommen unrealistisch und an den Haaren herbeigezogen mich an schlechte Filme erinnerten, ein junges Mädel, das ausschliesslich Lügengeschichten erfindet und dann beleidigt reagiert, wenn man ihr nicht glaubt und ein junger Student, der scheinbar mystisch beeinflusst wird von dem Buch, alles irgendwie nicht passend, nicht glaubwürdig, nicht spannend, nicht rund. Alle paar hundert Seiten kommt dann mal der zweite Geschichtsstrang wieder in Erinnerung, also packen konnte mcih der Inhalt wirklich nicht.
Ich war zunehmend genervt, wurde wütend und hätte das Buch im zweiten Teil abgebrochen, hätte ich es nicht im Rahmen einer Leserunde gelesen.
Ich habe selten ein so unrealistisches, unglaubwürdiges und unlogisches Buch gelesen, weder die konstruierte Liebesgeschichte, noch die ständige Erwähnung der Paralleluniversen (Quantenphysik besteht aus wesentlich mehr als das!), noch der erfundene Terroranschlag, der so gar nichts mit politischem Terror zu tun hat, und auch der "Knall" im Epilog (immerhin die letzten 3 Seiten des Buches), der für mich leider auch nicht neu war, konnten mich irgendwie entschädigen für die Qual des Lesens.
Schade, wirklich schade, geblieben ist ein ganz schlechtes Gefühl, ich habe mich so oft als Leser verschaukelt, bzw als dumm verkauft gefühlt, dabei hat der Autor bewiesen, dass er durchaus des Schreibens fähig ist.
Schade dass er mir als Leser so wenig Intelligenz und Denkvermögen zutraut, meinen Leseansprüchen konnte das Buch nicht genügen.
27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen
Lee Child
,
Wulf Bergner
Fester Einband: 446 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 16.11.2011
ISBN 9783764504205
Genre: Krimi & Thriller
Hier ist meine erste Rezension zu einem Jack Reacher- Roman!
Meine Güte, seit Jahren will ich diese Bücher lesen, ewig kommt was dazwischen, jetzt endlich hat es auch mich gepackt, dieses Jack Reacher- Virus!
Begonnen habe ich diese MUST-READ-Reihe mit dem 12. Buch der Serie: Outlaw!
Um die Spannung hier noch etwas zu steigern, erst einige Eckdaten des Autors: Lee Child ist Engländer, 1954 geboren und arbeitete lange für das englische Fernsehen, schrieb bekannte Serien und Drehbücher für Filme. Er reiste gerne in den USA und wechselte schliesslich 1998 seinen Wohnort: Er verliess Grossbritannien und lebt seither in den USA, dort schreibt er die Erfolgsserie um Jack Reacher, dessen Name fast bekannter ist als der Name des Autors!
Jack Reacher, ein ehemaliger Armeepolizist, schied aus dem Dienst aus und tingelt durch die Staaten. Dabei immer eine Bankcard und eine faltbare Zahnbürste, Kleidung wird nicht gewaschen, sondern neu gekauft und entsorgt.
In Outlaw befindet sich Reacher eigentlich nur eben mal auf einem Umweg in Colorado, er reist durch das Städtchen Hope, das an die Kleinststadt Despair grenzt.
In Despair will er nur kurz einen Kaffee trinken, wird aber nicht bedient, sondern rausgeschmissen: Landstreicher verboten! Dabei verhalten sich sämtliche Einwohner so seltsam abweisend, dass Reachers Neugier geweckt ist! Da man ihn dann auch noch zurück nach Hope bringt, ihm dort einige Informationen über gewisse Vorkommnisse in Despair zuspielt, steht für ihn fest: Das sehe ich mir mal etwas genauer an, was die Einwohner so abweisend reagieren lässt. Auf einer nächtlichen Streiftour durch Despair stolpert er dann auch noch über eine Leiche, die tagsüber spurlos verschwunden ist und prompt ist man als Leser drin.
Endlos zu lesen, endlose Spannung!
Ein Tempo, wie man sie aus wirklich guten amerikanischen Thrillern kennt, sehr guter Sachverstand, gute, fundierte Recherche, wie bei ähnlichen Thriller-Autoren auch immer diesen sehr kritischen Blicik auf amerikanische Missstände! Ohne Jammern, Meckern oder gar Anprangern, werden die Mängel und die Vertuschungen der Armee, die Heimlichtuereien und Geschäftemachereien im Krieg auf Kosten der Soldaten nüchtern und schonungslos berichtet. Das finde ich so viel wertvoller und intensiver als das direkte Ansprechen und Anprangern oder gar Rummeckern, wie man das oft in deutschen Büchern findet, diese sarkastischen Ergüsse mancher Autoren, auf die ich immer gern verzichten möchte.
Hier packt es den Leser richtig, denn ohne Wertung wird nur geschildert. Jack Reacher als harten, aber gerechten Menschen, der sich ab und zu übertölpeln lässt und auch gerne in Fallen stolpert, der also nicht als Übermensch auftritt, sondern nur gereift aufgrund seiner Erfahrungenund menschlich erscheint, agiert einerseits aus Neugier, andererseits aus dem Wunsch heraus zu helfen.
Wer gerne amerikanische Thriller liest oder gerne intelligente Thriller lesen möchte, Leser, die auf unsinniges Blutverspritzen und Abschlachten gerne verzichten, trotzdem der realen Wirklichkeit ins Auge schauen können, die sind bei Lee Child gut aufgehoben!
Hier die Serie im Überblick:
1. Grössenwahn (1997) - Killing floor
2. Ausgeliefert (1998) - Die Trying
3. Sein wahres Gesicht (1999) - Tripwire
4. Zeit der Rache (2000) - The visitor/Running blind
5. In letzter Sekunde (2001) - Echo Burning
6. Tödliche Absicht (2002) - Without fail
7. Der Janusmann (2003) - The Persuader
8. Die Abschussliste (2004) - The Enemy
9. Sniper (2005) - One shot
10. Way out (2006) - The hard way
11. Trouble (2007) - Bad Luck & Trouble
12. Outlaw (2008) - Nothing to lose
13. Underground (2009) - Gone tomorrow
bisher nicht übersetzt: 61 hours (2010), Worth dying for (2010), The affair (2011), A wanted man (2012)
1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension
Gregg Hurwitz
E-Buch Text: 448 Seiten
Erschienen bei Hachette Digital, 06.01.2011
ISBN B004I1KKNE
Genre: Sonstiges
Hurwitz´ bisher persönlichster Roman.
Man möge es mir nachsehen, dass ich eine Rezension auf deutsch verfasse!
Dieses Buch erschien im Sommer 2011 in den USA, nachdem es in Grossbritannien schon 5 Monate ununterbrochen auf der Bestseller-Liste stand.
Nominiert für diverse Preise, hat dieses Buch die Anhängerzahl von Gregg Hurwitz eben mal verdoppelt.
Wann dieses Buch in deutsch übersetzt und erscheinen wird, das steht noch lange nicht fest, da es noch weitere unübersetzte Bücher gibt, die in der Rangfolge zuerst kommen müssten.
Für alle Neugierigen hier trotzdem schon der Kurzinhalt und meine Meinung:
Mike wird als 4 jähriger Junge von seinem Vater, an dessen Hemd Blutflecken sind, an einem Spielplatz abgesetzt mit den Worten: "Ich hole Dich hier in wenigen Stunden wieder ab!" Der Junge registriert die Angespanntheit und Panik des Vaters, aber er gehorcht und steigt aus ----- und wird nicht mehr abgeholt.
Etwa 30 Jahre später hat Mike eine eigene Familie, eine hübsche Frau, eine intelligente, aufgeweckte achtjährige Tochter.
Ein Lebenstraum ist für ihn in Erfüllung gegangen, obwohl er immer noch oft zurückdenkt: Wo sind seine Wurzeln, was ist damals geschehen, war sein Vater ein Verbrecher?
Mike hat sich hochgearbeitet, aufgewachsen in einem privaten Kinderheim, ist es ihm gelungen eine intakte, nach aussen hin glückliche Familie zu gründen.
Das Buch beginnt mit einem sagenhaften Meilenstein: Mike hat in Los Angeles eine Wohnsiedlung gebaut mit Energiesparhäusern, die aus umweltverträglichen Materialien bestehen, eine sog. "Grüne Siedlung".
Dafür gibt es einen besonderen Preis, eine Auszeichnung und Steuervorteile.
Bei einem letzten Check vor dem Einzug und der Eröffnung der Siedlung muss Mike entdecken, dass die unterirdischen Leitungen nicht aus dem bestellten teuren Keramikmaterial bestehen, sondern aus einer Plastik, die billig und als äusserst gesundheitsgefährdend gilt, besteht. Die Firma, die geliefert und eingebaut hat, ist nicht mehr existent!
Für Mike bricht eine Welt zusammen. Nichtsdestotrotz erscheint er zu den Interviews, den Parties und den Fotoshootings, da der informierte Gouverneur ihn dazu überredet.
Gleichzeitig beginnt irgendjemand die Familie zu terrorisieren, Einbrüche, Diebstähle, Drohungen...
Aber wer sind die Verursacher? Und was wollen sie? Woher kommen sie? Wie kann Mike seine Familie retten, das Unglück abwehren und die Situation klären?
Ich muss gestehen, habe ich die früheren Bücher von Gregg Hurwitz verschlungen, so brauchte ich hier einige Male eine dringende Pause. Ich musste verarbeiten, was ich gelesen hatte. Anfangs las ich bis spät in die Nacht, aber die Alpträume, die mich nach der Lektüre packten, zwangen mich, das Lesen doch auf tagsüber zu verlegen.
Packend, intelligent, voll mit unerwarteten Wendungen, der typische Hurwitz´Humor, der hier sogar trotz Horror öfters auftaucht als in früheren Werken, dieses Buch reiht sich ein in die umfassende, unfassbar aussergewöhnliche Hurwitz´sche Bibliothek!
Ich bin froh, dass ich das Buch besorgt und auf englisch gelesen habe, auch wenn ich nicht bestätige, dass er von Buch zu Buch besser wird, denn die Bücher sind so eigenständig, so verschieden in der Thematik, dass jedes für sich ein Erlebnis ist!
Einzig der typische Stil: Man beginnt, ist innerhalb weniger Sätze drin, es braucht keine lange Einführung oder Erklärung, es ist als wären die Protagonisten schon längst bekannt, man fiebert mit, man fühlt mit, man ist in der ersten Reihe dabei.
Vollkommen normale Menschen, die in DEN Horror geraten und ähnlich wie der Leser hunderte Seiten benötigen, um rauszufinden, woher oder warum der Horror existiert.
Dabei flicht Gregg Hurwitz so raffinierte Wendungen und Nebengeschichten ein, dass das Lesen ein Genuss, Erlebnis und Unvergessen bleibt!
Studiert hat der Autor Psychologie und englische Literatur, um sich bestmöglichst auf den Beruf als Autor vorzubereiten. Er ist nach wie vor Spezialist für Shakespeare, schreibt aber auch regelmässig für einige Comic-Reihen, wie Batman und Wolverine, arbeitet für das amerikanische Fernsehen und schreibt für diverse Filmproduzenten.
Die Arbeit wird nicht weniger, sondern täglich mehr, eine Tatsache, mit der der sehr sympathische und bescheidene Autor nie gerechnet hätte.
Er lebt mit seiner Familie in Los Angeles.
2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension
Don Winslow
Fester Einband: 251 Seiten
Erschienen bei Blessing
ISBN 9783896670304
Genre: Krimi & Thriller
"Bobby Z" geschrieben von Don Winslow aus dem suhrkamp Verlag konnte mich nicht so wirklich überzeugen.
Die im Präsens erzählte Gechichte handelt von Tim Kearney. Er ist ein Krimineller, mit Händchen für Chaos und Ungeschicklichkeit par excellence. Dank dieser Charaktereigenschaften wird er auch des häufigeren gefasst und hinter Gitter gebracht. Aber auch im Gefängnis kann Tim sich ungeschickt verhalten und sein Tod scheint unabwendbar. Wenn da nicht die Drogenfahndung wäre, die Tims Dienste dringend benötigt: Er soll in die Figur eines berühmten, verstorbenen Drogendealers schlüpfen und gegen einen entführten Polizisten ausgetauscht werden. Damit ist er frei und hat eine neue Identität.
Leider läuft beim Austausch einiges schief und Tim findet sich in einer neuen, sehr gefährlichen Lage. Ausserdem hat ihm niemand gesagt, dass der verstorbene Drogendealer auch Nachwuchs und eine feste Beziehung hatte....
Was mir beim Lesen positiv auffiel, das ist der sehr humorvolle Umgang mit der Sprache. Es macht Vergnügen die Sätze zu lesen, die den Leser zum Schmunzeln bringen, auch wenn der Inhalt voller Gewalt und Grausamkeit ist.
Ein Widerspruch an sich, der absichtlich und wohl überlegt eingesetzt wird.
Was mich beim Lesen störte, abgesehen von den ausgiebigen Sex-Szenen, die einfach nicht sein müssen, das ist der déjà vue Effekt: Nix Neues.
Krimineller stolpert über 6 jährigen Jungen, fühlt sich verantwortlich und übernimmt Vaterrolle, und geht mit dem Lütten durch dick und dünn. Findet Frau des Lebens und beginnt neues, entspanntes Leben, nachdem unzählige Leichen den Weg pflastern.
Viel Blut, viel Gewalt, viel unschönes Gehabe und -wie schon erwähnt- viel Sex.
Wobei beim letzteren oft Andeutungen mehr sind als das Ausformulieren, aber gut, es scheint immer noch Leute zu geben, die lieber drüber reden, als es selbst zu geniessen.
Dass allerdings eine Frau nicht fähig ist, den Mann der Träume von einem anderen zu unterscheiden, das klärt der Autor ja noch auf, fand ich aber über Längen im Buch einfach unglaubwürdig.
Auch wenn das Buch als Parodie auf Action-Thriller gedacht ist, überzeugt hat es mich nicht:
Es war nicht wirklich spannend, zwar nett zu lesen, da flüssig geschrieben, weil der Autor dem Schreibstil durchgängig treu blieb, aber mich trieb nichts dazu, das Buch nicht aus der Hand zu legen.
Durch den Präsens hat man als Leser den Eindruck, unmittelbar einen Blick auf das Geschehen zu werfen, allerdings verhindert der Autor mit Absicht, dass der Leser Sympathie zu den Figuren fasst. Man darf zusehen, aber bitte nicht dabei sein. Der Junge ist altklug und unglaubwürdig, Tim ein Trottel und die Frauen typisch verblondet.
Ob das wirklich so sein muss?
3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen
Niklas Ekdal
,
Susanne Dahmann
Fester Einband: 447 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 08.09.2010
ISBN 9783866122697
Genre: Krimi & Thriller
28 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 12 Rezensionen
Gregg Hurwitz
,
Wibke Kuhn
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 09.02.2011
ISBN 9783426197882
Genre: Krimi & Thriller
"Tödlicher Fehler" von Gregg Hurwitz ist wieder ein spannungsgeladener Politthriller. Wie man es von diesem Autor gewohnt ist, legt man nach Beginn des Buches dies erst wieder aus der Hand, wenn man mit einem tiefen Seufzen den Buchdeckel zum Ende hin zuklappen kann, weil man weiss, alle lösbaren Fragen sind geklärt.
In diesem unabhängigen Action-Polit-Thriller geht es um Nick, der als 17 jähriger Junge miterleben muss, wie sein Stiefvater ermordet wird. Aus gewissen Gründen bildet er sich ein, Schuld zu haben am Tod des geliebten Stiefvaters, der zur damaligen Zeit als Agent des Secret Service arbeitete.
20 Jahre später wird Nicks Wohnung ohne Vorwarunung von einem Sondereinsatzkommando gestürmt. Er soll Verbindung zu einem Terroristen haben und wird sichergestellt.
Es wird Nick und dem Leser recht schnell klar, dass dieses absurde Vorkommnis eine Folge von Nicks Vergangenheit ist und der junge Nick offensichtlich von Beginn an in eine brisante Verschwörung verstrickt wurde, die zu Zeiten der Regierungswahl wieder absolut aktuell und explosiv ist.
Auch bei diesem Thriller ist man nach wenigen Zeilen mitten in der Geschichte. Temporeich und spannend geht es weiter, es bleibt keine Zeit nachzugrübeln, ob die Szenerie abstrus gezeichnet ist, denn in den USA ist ja schier alles möglich.
Auch die Szene im Atomkraftwerk, gerade Gesprächsthema aufgrund der Geschehnisse in Japan, könnte aktueller nicht sein.
Sehr sympathisch ist Nick als Protagonist. Mitte 30, ledig, gescheitert und im Leben eigentlich eher der "Wegläufer", der sich den Weg des geringsten Wiederstandes suchte, hier aber an die absoluten Grenzen geführt wird, sowohl privat als auch beruflich, man bemerkt als Leser den Hintergrund des Autors, der ja nicht nur englische Literatur, sondern auch Psychologie studierte, bevor er seiner Leidenschaft als Autor nachgab.
Hunderte Seiten lang weiss man als Leser definitiv nicht, ob Nick wirklich Grund hat wegzulaufen, oder ob er einer Paranoia unterliegt. Und wem soll er trauen? Wer ist in diesem Spiel böse, wer ist gut, wem kann man sich anvertrauene, vor wem muss man weglaufen? Nichts, aber wirklich nichts ist, wie es scheint, je weiter Nick versucht Licht ins Dunkel zu bringen, desto mehr Täuschungen, Intrigen und Lügen kommen zum Vorschein, aber wer ist denn nun der Lügner? Wer ist der Maulwurf? Wer hat wen umgebracht und aus welchen Gründen und warum wird Nick letztendlich von verschiedenen konkurrierenden Organisationen gesucht und verfolgt?
Spannung pur, ein typischer Hurwitz eben. Kaum angefangen, schon kommt man nicht mehr los.
Was mir bei Gregg Hurwitz auch immer sehr gut gefällt: Diese sehr verletzlichen, menschlichen und sehr gut ausgearbeiteten Persönlichkeiten, diese männlichen Helden, die eigentlich aus purer Verzweiflung gezwungen sind, über sich hinauszuwachsen und für die es dennoch nicht das Happy End gibt, auf das der Leser so hofft.
Nach "Black out" der zweite für sich stehende Thriller. Gregg Hurwitz hat sich damit endgültig zu meinen bevorzugt-gelesenen Autoren gesellt.
Der Autor lebt mit seiner Familie in Los Angeles. Von ihm stammen auch die Thriller um US Marschal Tim Rackley (Die Scharfrichter, Die Sekte, Die Meute, Die Ausbrecher).
53 Bibliotheken, 0 Leser, 5 Gruppen, 25 Rezensionen
Jamie Freveletti
,
Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 397 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.09.2010
ISBN 9783548281209
Genre: Krimi & Thriller
Nach "Lauf" hier das 2. Abenteuer der Biochemikerin Emma Caldridge!
So, ich muss allerdings sagen, dass ich zum Zeitpunkt des Lesens von "Flieh" nicht wusste, dass es ein 1. Buch gibt!
Die Idee kam mir, als ich beim Lesen immer häufiger über dementsprechende Andeutungen stolperte, es hat mich aber nicht weiter gestört und hat dem Actionthriller nicht geschadet, sprich: man muss nicht das 1. Buch gelesen haben, um dieses Buch zu verstehen!
Allerdings, und davor warne ich: Mit zunehmender Seitenzahl wurde mir klar, dass ich das Buch "Flieh" -war ja als Wanderbuch unterwegs- unbedingt selbst besitzen muss und, bei der Gelegenheit natürlich auch "Lauf" kaufen werde... in der Hoffnung auf weitere Bücher, die da noch folgen!
Wo fange ich an?
Im Buch "Flieh" wird Emma Caldridge nach Anschlag während ienes Ultramarathons und umständlicher Reise durch Afrika auf ein Passagierschiff gebracht, das von Piraten belagert und ernsthaft bedroht wird! Cameron Summer befindet sich bereits als gedeckter Special Agent auf dem Schiff, das offensichtlich eine brisante Ladung an Bord hat und eben nicht- wie ursprünglich angenommen, nur harmlos mit wenigen Passagieren an Bord im Golf von Aden getestet wird.
Beide Protagonisten kennen sich bereits aus einem Abenteuer in Kolumbien, siehe "Lauf".
Mir hat das Buch sehr gut gefallen! Sehr gute Recherche, über Drogenhandel in Afrika, über Piraterie -was ja derzeit kein unaktuelles Thema ist-, über biologische Waffen, Medizin, Sport und v.a. sehr interessante Protagonisten: Speziell ausgebildete, hoch intelligente Leute, mit Extremhobbies und Extremleben: Ich hatte bisher keine Ahnung von Ultramarathons, finde das aber sehr interessant, auch die Geschichte an sich logisch und temporeich!
Für alle Leute, die gerne Actionthriller lesen, die gerne schnelle, informationsreiche und intelligente Thriller lesen, ist dieses Buch auf alle Fälle ein guter Tip!
Jamie Freveletti ist eigentlich Anwältin, ist selbst Langstreckenläuferin und kennt sich mit vielen Kampfsportarten sehr gut aus. Sie lebt in Chicago.
vorhanden (8)
59 Bibliotheken, 0 Leser, 4 Gruppen, 29 Rezensionen
Patrick Woodhead
,
Michael Windgassen
Flexibler Einband: 413 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 25.08.2010
ISBN 9783499254307
Genre: Krimi & Thriller
Keine Frage: 5 Sterne für einen aussergewöhnlichen Thriller aus Tibet.
Nicht nur durch die Berge und dem damit verbundenen Tourismus-Rummel der Bergsteiger fasziniert uns Europäer der Tibet, es ist auch die religiöse Auffassung, das Leben und Denken der Tibeter.
Hier nun ein Thriller geschrieben von Patrick Woodhead. Selbst ein Abenteurer, der im Tibet einige Gipfel auch als erster Bergsteiger bestieg, verbindet er hier nun Religion, chinesiche Gewalt und Bergsteiger-Abenteuer in einem Buch.
Er geht dabei nicht gross auf den Inhalt und den Glauben der Tibeter ein, nur im Anschluss des Thrillers gibt er dem Leser einen kurzen Hinweis auf den Verlbeib des 11. Pancha Lama, eine mystriöse Angelegenheit, die ihn wohl zu diesem Thriller bewog.
Zwei amerikanische Bergsteiger klettern im Tibet, um einen Berggipfel zu besteigen, kommen in ein Unwetter und müssen gesundheitsbedingt kurz vor dem Ziel umkehren.
Beim Abstieg entdeckt einer der beiden Bergsteiger, Luca, eine seltsame Pyramidenkonstellation benachbarter Berggipfel, die ihn gedanklich nicht mehr loslässt. Kaum in Amerika versucht er zu erforschen, um welches Gebiet es sich handelt, wie diese Berge heissen und was es mit der Figur auf sich hat. Er möchte umgehend zurück in den Tibet, um diese Berge näher zu erkunden.
Allerdings liegt dieses Gebiet im chinesisch besetzten Areal, Erlaubnispapiere zu bekommen ist äusserst schwer und es scheint unmöglich, das begehrrte Gebiet auf legalem Weg zu erreichen.
Was diese Bergsteiger nicht wissen: In den Bergen versteckt liegt ein tibetisches Kloster, abgeschottet und geheim. Darin wird ein Junge versteckt, der von den Chinesen gesucht wird: der Panchen Lama.
Die Bergsteiger ahnen auch nicht, dass das chinesische, äusserst brutale Militär ihnen schon seit Betreten der Bergwelt auf dem Fusse folgt.
Spannend, intelligent, mystisch, dramatisch, brutal.
Diesen Thriller muss man lesen! Ein gelungenes Debüt eines Abenteurers, der diese Bergwelt selbst kennt, neben den Expeditionen und der Leitung einer grossen Firma offensichtlich noch Zeit fand, einen so komplexen Thriller zu schreiben!
11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen
Sam Bourne
,
Rainer Schmidt
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 06.04.2010
ISBN 9783596178971
Genre: Krimi & Thriller
"Das letzte Testament" ist ein rasanter, hoch spannender, intelligenter Acitonthriller um die Teilung und die Glaubenskriege in Jerusalem.
Sam Bourne ist ein Pseudonym für Jonathan Freeland, ein Korrespondent in Washington, der seit über 20 Jahren aus Nahost berichtet.
Zum Inhalt des Thrillers nur so wenig: Im Jahre 2003 stiehlt ein Junge in Bagdad aus einem Museeum eine kleine Tontafel. Nach Saddams Sturz wurden im Irak viele staatliche Einrichtungen gestürmt, zerstört und ausgeplündert. Das arme Volk witterte die Chance, endlich zu Geld zu kommen und sei es durch Schwarzhandel von gestohlenen Museumsgegenständen, an denen andere Staaten grosses Interesse hatten und haben.
Allerdings sprach sich die Herkunft der gestohlenen Waren schnell herum, und niemand mochte damit in Berührung kommen. Obwohl die Waren hohen Wert besitzen, lassen sie sich bis heute weder verkaufen, noch sonst irgendwie absetzen.
Den Wert dieser kleinen Tontafel erkennt man lange Zeit nicht. Sie ist mit einer Keilschrift beschrieben, die nur wenige Wissenschaftler übersetzen können.
Wenige Jahre nach diesem Vorfall laufen in Jerusalem ernsthafte Friedensverhandlungen, die USA hat es geschafft, Israelis und Araber an einen Tisch zu bitten, um die tägliche Gewaltwelle endlich zu stoppen, und eine Lösung des Anspruches an der heiligen Stadt Jerusalem zu finden.
Während die Verhandlungen recht gut laufen, wird auf einer öffentlichen Kundgebung ein Jude erschossen. Es handelt sich um Professor Shiman Guttman, Historiker, Archäologe und Politiker, kurzum eine bekannte Persönlichkeit.
Und nicht nur das: In den folgenden Tagen scheinen alle Leute, die mit ihm in engerem Kontakt standen, ebenfalls ermordet zu werden.
Die Friedensverhandlungen drohen zu platzen, alle bisher erlangten Erfolge scheitern.
Unter Hochdruck versuchen die USA eine Aufklärung der Morde, eine Wiederaufnahme der Verhandlungen zu schaffen.
Hier lernen wir Maggie Costello kennen, Mediatorin von Beruf, lange tätig für Washington als Mediatorin bei Friedensverhandlungen in Afrika, bis ihr ein schwerer Fehler unterläuft mit fürchterlichen Folgen und sie aus dem Staatsdienst in ein Privatleben flüchtet. Aber so einfach ist es nicht. Sie kann ihr Versagen nicht so einfach abhängen, das Privatleben gestaltet sich nicht so, wie sie es sich vorgestellt hat, die Arbeit als Mediatorin (=Vermittlerin) bei Eheproblemen füllt sie nicht aus. Washington bietet ihr die Möglichkeit in ihren alten Beruf zurückzukehren, eine "Wiedergutmachung" ihres dramatischen Fehlers auf einer anderen Basis: Auklärung der Morde, Wiederaufnahme der Freidensverhandlungen in Jerusalem.
Sie nimmt an, und eine atemberaubende Suche und Aufklärung beginnt. Was immer sie tut und unternimmt, irgendjemand scheint ihr grundsätzlich einen Schritt voraus zu sein. Alle Spuren und Indizien sind immer verschwunden und vertuscht.
Die Frage bleibt: Wer ist derjenige, der offensichtlich alles weiss und immer schneller ist? Ist es eine politische Randgruppe? Sind es Muslime? Palästinenser? Die Hamas? Der Jihad? Die Fatah?
Warum sterben plötzlich auf allen politischen Seiten hochkarätige Wissenschaftler? Wie war deren Verbindung, falls es eine gibt? Welche Anschläge sind noch als Folge des Todes Guttmans zu sehen? Was steht denn nun auf dieser Tontafel und vor allem: Wo befindet sie sich?
Spannend ist gar kein Ausdruck! Es ist atemberaubend, undurchsichtig, dabei flüssig zu lesen, angenehme Sprache, nicht zu viele politische Datails, so dass es wirklich mehr ein abenteuerlicher Actionthriller bleibt und nicht zum trockenen Politthriller wird.
Seit langem sind mir manche Vorgänge im geheiligten Land klar geworden, auch die Tätigkeit einer Mediatorin ist so toll und spannend beschrieben, mir -als völlig undiplomatischer Person- sind manche Kniffe und Tricks zur Beeinflussung von Gesprächspartnern durchschaubar geworden.
Tolles Buch!
44 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen
Matilde Asensi
,
Silvia Schmid
Flexibler Einband: 639 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.11.2004
ISBN 9783423244299
Genre: Krimi & Thriller
"Wächter des Kreuzes" von Matilde Asensi wurde schon im Jahr 1999 von der spanischen Autorin in Spanien veröffentlicht. Die erste deutsche Ausgabe folgte im Jahr 2001, sie wurde neu aufgelegt und 2010 als Neuausgabe auf den Markt gebracht.
Die Handlung beginnt im Vatikan. Eine Ordensschwester, die als Wissenschaftlerin (Paläographin) im Geheimarchiv arbeitet wird zur Aufklärung eines Falles herangezogen.
Bei einem Flugzeugabsturz kamen 2 Männer ums Leben, einer davon entpuppt sich als Äthiopier. Er trägt am gesamten Körper seltsame Zeichen und Tätowierungen, die man so noch nicht gesehen hat. Bei dem verunglückten Flugzeug findet man eine Reliquie, die kurz zuvor gestohlen wurde.
Es handelt sich um ein Teilstück des Kreuzes, an welchem Jesus Christus starb. Dieses Kreuz wurde einige Jahrhunderte nach dem Tod wieder aufgefunden und hat einen ähnlichen Kult wie das Grabtuch ausgelöst. Es endete mit der Zerteilung und Verbreitung der Teilstücke als Reliquie in alle denkbaren katholischen Kirchen der Welt.
Das Buch handelt von der Entdeckung einer geheimen Bruderschaft, den "Wächtern des Kreuzes". Sie wollen die Teilstücke wieder zusammenführen und haben offensichtlich schon häufiger zugeschlagen.
Niemand kennt diese Bruderschaft, die aber offensichtlich sehr geschickt und im Verborgenen agiert.
Die Ordensschwester wird Teil einer Aufklärungstruppe, die versucht, diese Verbindung ausfindig und dingfest zu machen, was bedeutet, dass sie die auferlegten Prüfungen der Kreuzeswächter, derer insgesamt 7 an sieben verschiedenen Orten dieser Welt, zu durchstehen haben.
Ich staune immer wieder über diese Autorin, ehemals Studentin des Journalismus. Hat man sich an ihre Art sich auszudrücken gewöhnt, liest man sich durch spannende 639 Seiten, gefüllt mit einer unglaublichen Phantasie, aber auch sagenhaftem Wissen. Mir war es schier unmöglich zu erkennen, wo Wissen aufhört und Fiktion beginnt.
Langeweile kommt nicht auf, denn kaum ist ein Schritt beendet, beginnt der nächste. Dieser Roman ist so erfrischend anders als die amerikanischen Thriller, ich möchte dieses Buch jedem empfehlen, der 1. dicke Bücher liebt, 2. sich nicht scheut, etwas dazu zu lernen und neue Wege zu beschreiten.
56 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen
Julia Navarro
,
Sabine Giersberg
Flexibler Einband: 413 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 01.12.2006
ISBN 9783442366552
Genre: Krimi & Thriller
Dieser Roman handelt vom Grabtuch Jesus. Es steht nicht die Frage der Echtheit und der Ergebnisse der C14 Untersuchung in Vordergrund, sondern es geht mehr um die Geschichte des Tuches. Angefangen von einem Brandanschlag auf den Dom in Turin, in welchem offiziell das Tuch für Besucher ausgestellt ist, bzw. aufbewahrt wird, handelt das Buch von der Wanderschaft des Tuches durch die Jahrhunderte. Wer hat es wann besessen, welche Gruppen und Organisationen erheben Anspruch auf das Tuch heute, ganz speziell: Handelt es sich bei dem Grabtuch um einen der legendären Schätze der Templer, gibt es diese Organisation doch noch heute! Sehr interessant für mich, da mich diese Themaen schon seit langem beschäftigen. 1 Kapitel allerdings leider sehr langatmig, aber Geschichte kann eben nicht immer spannend sein. Sehr interessant auch die Überlegung, ob das Tuch nicht doch echt sein kann, welche Möglichkeiten gibt es, dass in einem Tuch "neueren Datums" jahrhunderte alte Fasern zu finden sind?
Ich fand die drumherum gebastelte Geschichte nicht schlecht, eigentlich auch recht spannend, von daher empfehle ich dieses Buch gerne weiter, auch wenn es mich nicht völlig vom Hocker riss.
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