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54 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen
Angela S. Choi
,
Ute Brammertz
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei btb Verlag (TB), 01.05.2012
ISBN 9783442741267
Genre: Gegenwartsliteratur
Ein sehr seltsames Buch!
Ich weiss nicht mehr, was ich erwartet habe, aber ganz bestimmt nicht diesen seltsam zusammengewürfelten Inhalt!
Dazu muss ich folgendes berichten: Als ich das erste Kapitel las, habe ich mich ausgeschüttet vor Lachen, habe es meinem Ex laut vorgelesen, und wir hatten wirklich Spass. Dann las ich das zweite Kapitel und beschloss spaontan, dieses Buch muss ich nicht weiterlesen, das wird abgebrochen, so einen Mist muss man sich nicht antun! Das Buch wurde verpackt und sollte als Wanderbuch weitergeschickt werden. Zwei Tage kam ich nicht zur Post, am dritten Tag habe ich das Buch wieder ausgepackt und weitergelesen!
Ich nehme an, es war die Farbe pink, die mich zum Weiterlesen zwang.
Nichtsdestotrotz, mehr als zwei Sterne ist einfach nicht drin!
Fiona ist eine 28jährige Anwältin in San Francisco. Zweihundertfünfundsiebzig Dollar rechnet sie pro Stunde ab, teuerste Schuhe, Kleidung und Bars. Aber sie wohnt bei den Eltern, weil man so viel Geld spart und das Essen sich "von alleine kocht"!
Allerdings prallt Fiona täglich mit der strengen, ihrer Meinung recht unlogischen, chinesischen Kultur zusammen, endlose Diskussionen mit Vater und Mutter, Fiona ist nicht wirklich glücklich. Sie ist noch Jungfrau und das unzerstörte Hymen belastet sie doch sehr. Als nach unzähligen Selbst-Entjungferungsversuchen feststeht, dass sie offensichtlich gar kein Hymen hat, ist das Drama perfekt! Aber man lebt ja als reiche Anwältin ohne grössere Sorgen (Sorry, meine Auslegung!) nicht umsonst in den USA, in denen nicht nur Brust vergrössert, Gesichter verändert, sondern auch täglich unzählige zerstörte Hymen rekonstruiert werden!
Die Überraschung ist gross, als der Hymen-Operateur ein ehemaliger Schulfreund ist, der nach Knastaufenthalt zum erfolgreichen Hymen-Operateur aufstieg, allerdings sein ehemaliges Hobby nicht aufgegeben hat!
Wo fange ich an?
Das Buch ist sehr locker und teils auch witzig geschrieben, mir blieb allerdings oft das Lachen im Hals stecken, weil diese unglaubliche Wut der Autorin auf ihre Herkunft, ihr chinesisches Aussehen und der Druck der Kultur, gepaart mit vielen Vorurteilen, im Vordergrund steht, und das war nicht mehr komisch! Statt lächelnd darüberzustehen, mit Abstand entweder ernsthaft über die Probleme zu berichten, oder aber das Ganze ad absurdum zu ziehen, ist es eine sehr verbitterte Anprangerung von Tatsachen, die man nun mal nicht ändern kann. Schon gar nicht so!
Es war sehr interessant für mich über viele chinesiche Gepflogenheiten aufgeklärt zu werden, aber meine Güte, dieses Mädel könnte auch anders, erwachsener und reifer damit umgehen.
Und dann wieder war das Buch ein "umgedrehter Thriller eines Serienmörders". Allerdings komplett unlogisch und nicht wirklich spannend oder raffiniert. Es gibt ja schon einige dieser Bücher, bei denen der Mörder Protagonist ist und scheinbar schuldlos zum Serienmord gezwungen wird. Das ist hier nicht so, hatte aber die gleiche Strickmasche. Es fehlte allerdings der Humor, der Sinn der Tat, die Glaubwürdigkeit, sehr nüchtern und ehrlich könnte man auch sagen: Kompletter Unsinn, Zeitverlust.
Wirklich schade, ich hätte diese Mischung nicht gewählt, sondern mir für dieses Buch etwas weniger Wut und Frustration, dafür mehr Spannung und Humor gewünscht.
Denn mal ganz ehrlich: Wirklich schlecht geht es weder der Autorin noch der Protagonistin, also eigentlich kein Grund für solch eine Wut auf die amerikanische und/oder chinesische Gesellschaft.
294 Bibliotheken, 5 Leser, 5 Gruppen, 32 Rezensionen
Karin Slaughter
,
Klaus Berr
Fester Einband: 509 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 21.08.2010
ISBN 9783764503444
Genre: Krimi & Thriller
Hammer das Buch!!!!
Der 2. Band aus der Serie der Ermittler mit Will Trent, dem interessanten, introvertierten Polizisten, der nicht lesen kann!
Also, wer Bücher von Karin Slaughter kennt, der weiss, dass die Protagonisten eigentlich immer ein typischer Fall für Klapsmühle sind!
Selten habe ich so viele Probleme und psychisch-absonderliche Menschen getroffen wie in den Bücher von dieser Autorin.
Meist bin ich nach dem Lesen völlig fertig und brauche erst mal eine Pause, bzw. "normale" Menschen um mich rum.
Hier war ich nun auf den 2. Band einer "neuen" Serie getroffen, den 1. Band "Zerstört" habe ich noch nicht gelesen, was ich aber nach Beenden des 2. Bandes sobald wie irgend möglich nachholen werde.
Im 2. Band wird eine reiche Mutter beim Nachhausekommen von einer aufgebrochenen Haustür überrascht. Den fremd-gehenden Ehemannn am Telefon, geht sie ins Haus und trifft auf einen jungen Mann, der sich über ihre tote 17jährige Tochter gebeugt hat und sie offensichtlich geschändet und getötet hat. Die Mutter dreht beim Anblick völlig durch und geht auf den jungen Mann los.
Zum Tatort wird Will Trent gerufen, der den Vater der getöteten Jugendlichen noch aus dme Kinderheim kennt, in dem beide aufgewachsen sind.
Die Vergangenheit holt Will Trent ein, unverarbeitete Wut und Frustration schwappt an die Oberfläche, gewürzt wird das Ganze damit, dass Will Trent eine Partnerin an die Seite bekommt, die von seiner Herkunft nichts weiss, aber eben selbst nicht wenig Gepäck mit sich schleppt. Als ehemalige Teenager-Mutter muss sie sich nicht nur mit dem sozial-inkompetenten Will rumschlagen, sie muss auch an der Schule ihres aufmüpfigen Sohnes recherchieren.
Also, wie immer bei Karin Slaughter, viele Probleme und viele interessante Ansätze.
Und Sätze, wie "Er sah auf seine Armbanduhr, um zu kontrollieren, ob die Batterie noch funktionierte." oder auch "Sie brachte ihn um, kurz bevor er starb!" tun natürlich ihre Wirkung: Selten hatte ich so viel Spass bei einem Thriller!
Ich muss es wirklich gestehen: Hatte mich die Autorin mit "Belladonna" noch genervt, so ganz langsam freue ich mich über jedes Buch, das ich von ihr zu lesen bekomme!
Ich kann dieses Buch nur empfehlen und freue mich auf den nächsten Titel mit Will Trent!
44 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen
Armistead Maupin
,
Michael Kellner
Fester Einband: 317 Seiten
Erschienen bei Rowohlt, 23.06.2008
ISBN 9783498045098
Genre: Gegenwartsliteratur
Ich liebe ihn.
Den Michael Tolliver.
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Jahre, gefühlte Jahrzehnte ist es her, dass ich die San Francisco Stadtgeschichten gelesen habe. Auch wieder mit Band 4 begonnen statt mit Band 1, egal, ich habe sie verschlungen..... und Jahrzehnte war mir nicht klar, was mir im Leben fehlt-----
Es ist mir klargeworden.
Es war meine logische Familie in San Francisco.
Es waren die Geschichten und Neuigkeiten, dieses Hoffen und Bangen, ob der HIV-kranke Michael nach Jon´s Tod eine Chance eines Lebens bekommt. In diesen Zeiten des Aids, diesen Zeiten des epidemischen Verlaufs in der Schwulenszene, dieses Nicht-Wissen, diese Zeit der Keine-Bahndlungsmöglichkeit, der Zeiten des Wen-beerdigen-wir-heute-aus-dem-Freundeskreis.
Wir durften in den 6 bändigen Geschichten miterleben, wie einer nach dem anderen sich infizierte, ein sympathischer Schwuler nach dem anderen krank wurde und elendig verstarb, mit dieser Serie wurde uns allen klargemacht, dass es nicht die "dreckige Szene" ist, nicht die "bösen menschen", die es trifft, sondern junge, kräftige, sympathische Kerle, die einfach nur eiskalt erwischt wurden und verstarben, noch bevor sie eine rechte Chance bekamen, ihr Leben richtig anzufangen. Männer in festen Beziehungen, mit intelligentem Wesen, wichtigen Arbeitsstellen.... das Schicksal nimmt keine Rücksicht. Was war ich im letzten Band foh, dass Michael in Thack nach Jon´s Tod einen neuen Partner fand, die Frage war nur, wie lange wird wohl Michael noch leben?
Umso überraschter war ich, als ich jetzt- gefühlte Jahrzehnte später- einen neuen Band sehe, mit dem passenden Titel "Michael Tolliver lebt"!
Ich muss dazu sagen, ich habe in meiner Kundschaft auch HIV-positive Leute, denn es macht nirgends halt. Auch diese stehen unter Dauermedikation, unter einem gesundheitlichen Auf und Ab, das ohne Unterlass an den Nerven zerrt und über Jahre zermürbt.
Eigentlich hat man ja schon vor Jahren abgeschlossen mit dem Leben, anfangs freut man sich über die "geschenkte Zeit", vielleicht wenige Monate, vielleicht noch 1-2 Jahre.... wenn daraus dann aber 20 Jahre werden, nie wirklich gesund, bei jedem Schnupfen neuer Abschied, dann klappt das nicht mehr mit dem Leben.
Das ist wie ein Auto fahren im roten Bezin-Bereich.... irgendwann bleibt der Wagen stehen, man weiss es, man weiss nur noch nicht, auf welcher Kreuzung!
So passend der Titel, wie eine Fanfare dröhnt es entgegen: Michael lebt!
Noch bevor man weiss, wie viel Zeit vergangen ist, seit dem 6. Band, kommt einem diese Nachricht fröhlich entgegen!
Hey, Michael lebt! Es geht ihm gut! Er hat ein Leben!
Aber wie geht es ihm? Was macht er heute? Wie alt ist er inzwischen? Was machen die anderen? Wo lebt er heute?
Oh Gott, ich muss mich erst mal setzten... nein, lieber gleich lesen.... man beginnt mit den ersten Sätzen... und ist drin!
Wie wenn man nur eben mal schnell Kuchen holen gewesen wäre!
Aber es sind Jahre vergangen, Michael ist alt geworden, alle anderen haben sich verstreut, Thack ist nicht mehr da, die schlimme Zeit danach hat Michael ohne uns durchgestanden.
Aber- oh Hoffnung!- nicht nur neues Glück gefunden, sondern DAS GLÜCK getroffen!
Und da wäre er nie hingekommen, niemals, wenn er nicht diesen schwierigen, verzwackten und verschlungenen Weg genommen hätte!
Er hat die Ruhe gefunden, die Aussöhnung mit so vielen Dingen, so viele Erkenntnisse gewonnen und er ist reif und weise geworden.
Das Buch ist wunderschön!
Ich wollte es eben mal schnell lesen, aber dazu bin ich dann doch zu sentimental, zu sehr verbunden mit den Figuren aus San Francisco. Damals wollte ich unbedingt nach den Staaten auswandern, mich unbedingt mal dort niederlassen, mal unbedingt diesen Flair erleben.
Heute lebe ich in Berlin, halte mich viel in ähnlichen Umgebungen auf, meine Niederlasung im Stadtbezirk mit 90% der Bevölkerung als Transvestiten, Schwule, Lesben, Freigeister, mein Wohnort im Stadtbezirk mit 99% Immigrationshintergrund, manchmal denke ich, es fehlen nur die Cable Cars... und natürlich Michael.
Ich habe jedes Wort eingesaugt, jede Redewendung genossen und alles hat mich tief berührt und mir das Gefühl des "Nach-Hause-Kommens" gegeben.
Auch wenn es natürlich nicht nur fröhlich ist, es ist melachnolisch, alternd, ein Buch des Abschieds und des Erwachsen-Werdens. Die Realität ist nicht aufzuhalten, neue Generationen beanspruchen den Platz, die Jugend des neuen Partners kann nicht über springen.
So lebt man und wartet. Wartet auf den Tod, der nicht kommt und es wird klar, dass es immer mehr Positive gibt, die "ganz natürlich" an Herzinfarkt, Krebs oder anderen Alterserkrankungen sterben, die nicht durch das HIV Virus verursacht werden.
Das erscheint wie Betrug. Hat man doch so viele der Freunde verloren, die sich nie weiterentwickeln in den Gedanken, sondern immer jung bleiben und irgendwann nicht mehr ins Leben passen.
Ob für alle von uns so eine neue Chance wartet?
Ob wir damit umgehen können? Ob der Tod ab einem gewissen Alter immer präsent sein wird?
Es gibt kein 5. Ziel!
173 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen
Harlan Coben
,
Gunnar Kwisinski
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 01.10.2009
ISBN 9783442468621
Genre: Krimi & Thriller
Ja, hier haben wir wieder das Problem: Auf dem Buchcover steht: "Psychologisch perfekt", "Temporeicher Thriller", "Fesselnd geschrieben".
Was hat man als Leser dann? Eine recht hohe Erwartung.
Da ich es liebe die Thriller von Gregg Hurwitz zu lesen und dessen Stil mit Harlan Coban häufiger verglichen wurde, wollte ich diesen Thriller unbedingt lesen.
Tja, das wars dann aber auch: Der Spannungsfaktor vor dem Lesebeginn war wesentlich höher als der während des Lesens!
Wobei ich nicht sagen möchte, dass dieses Buch nicht lesenswert ist, so für Zwischendurch, so als nette Lektüre, die man abends durchaus zufrieden und gemütlich beiseite legen kann, wenns in Richtung Bett geht. Nichts, was den Leser ausser Atem weiterlesen lässt, bis es morgens dämmert.
Zum Inhalt: Eine Familie mit 17 jährigem "schwierigem" Sohn entschliesst sich, ein Computerprogramm zu installieren, mit dessen Hilfe man die Aktivitäten des rebellischen Sohnes im Internet überwachen kann.
Big Brother is watching you, innerhalb der Familie!
Der beste Freund des Jugendlichen hatte kurze Zeit zuvor Suizid begannen, und die Hilflosigkeit der zurückgebliebenen Eltern gibt den entscheidenden Schubs, sich doch zu dieser schweren Entscheidung durchzuringen.
Allerdings ist die Frage, was die unverständlichen Chat-Beiträge und mails bedeuten, v.a. ist nicht unbedingt ersichtlich, wer sich hinter den Nicks verbirgt.
Als der Sohn aber plötzlich verschwindet, die Mutter des toten Freundes Hinweise auf Mordverdacht findet und sich plötzlich des Suizids ihres Sohnes nicht mehr sicher ist, beginnt eine Welle des Alptraumes für die Eltern.
Gleichzeitig begleitet den Leser ein zweiter Geschichtsfaden, der so gar nichts mit dem Klappentext zu tun hat: Ein Serienmörder entführt Frauen, um diese auf bestialische Weise umzubringen.
Ich hatte zu Beginn grosse Probleme, die beiden Geschichtsfäden haben so gar nichts gemein, sind so selbstständig, dass ich es eher als störend empfand. Wirklich Tempo konnte ich auch nicht erkennen, eher zogen sich für mich die Geschichten schleppend, unverständlich und umständlich dahin.
Der Schreibstil ist nicht schlecht, aber dieses flüssige Reinrutschen, was ich doch von anderen Thrillern kenne, dieses "Einsinken" in die Sätze, das hatte ich hier nicht, eher holperig und unzusammenhängend reihten sich Satz an Satz.
Spannung habe ich gänzlich vermisst, das kam auch bis zum Schluss niemals wirklich auf, ich sage ja, ein gemütlicher Roman, der so gar nicht mitreisst.
Ob es daran liegt, weil ich keine Kinder habe, die im Teenager-Alter stecken und drogenverdächtig sind? Ich glaube es eher weniger, ich denke eher, ich bin durch die Thriller von Gregg Hurwitz verwöhnt, die mich so als Leser am Arm packen und durch die Seiten ziehen, dieses Identifizieren mit den Protagonisten, dieses Mitfiebern, das mich hier nicht ein einziges Mal ergriff, auch so gar nicht im Vordergrund stand, ich wurde weder mit Vater, Mutter noch mit Sohn richtig warm. Schade eigentlich.
54 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen
Libba Bray
,
Siggi Seuß
Flexibler Einband: 558 Seiten
Erschienen bei dtv, 18.04.2011
ISBN 9783423248792
Genre: Kinder- & Jugendbuch
Ein wunderbares Buch!
Ein Lieblingsbuch, zum immer wieder und wieder lesen und jedes Mal wird der Leser neues Verrücktes und Nachdenkliches finden.
Man kann natrülich auch vordergründig die fantasievolle Geschichte lesen, die vollkommen durchgeknallte Art der Autorin Libba Bray, die Probleme der Jugendlichen im pubertären Alter darzustellen.
Für mich stellte der Roman mehr dar: Eine fantastische Geschichte um den Sinn des Lebens, den Sinn des Daseins, die Erkenntnis, dass der Wert des Lebens oft ganz woanders liegt, nämlich da, wo man ihn niemals vermuten würde.
Diese Erkenntnis kommt dem Protagonisten Cameron auf einer verrückten Reise zum Tod.
Er hat sich mit der Jacob-Creutzfeldt- Erkrankung infiziert, einer unheilbaren Erkrankung, die durch Prionen im zentralen Nervensystem ausgelöst wird, bei den Rindern auch als bovine spongiforme Enzephalopathie (kurz BSE) vor Jahren durch die Presse bekannt geworden.
Diese Erkrankung, die sonst nur in Afrika die Menschen im beachtlichen Ausmass befällt, hat sich der Jugendliche Cameron eingefangen. Seine ersten Ausfallserscheinungen werden natürlich nicht ernst genommen, sind die Jugendlichen doch bekanntermassen unzuverlässig, bekifft und bedröhnt.
Als die Diagnose steht, ist die Erkrankung schon weit fortgeschritten, Cameron wird stationär in die Klinik aufgenommen.
Ist es Realität oder Fantasie, durch Medikamente bedingt, dass Cameron einen Engel sieht?!? Sie überreicht ihm ein Armband, mit dem er vorerst gesund eine Aufschubfrist erhält, in welcher er nicht nur die Welt retten, sondern auch einen Wissenschaftler aufsuchen soll, der ihn heilen kann .
Cameron flieht aus dem Krankenhaus, an seiner Seite der kleinwüchsige, Asthma-erkrankte Gonzo. Und gemeinsam erleben sie, was Freundschaft, Familie, Leben, Lebensinhalt, Liebe und Sterben wirklich bedeuten.
Aber was ist Wirklichkeit? Gibt es in unserem Universum die eine Realität oder sind alle Wege nur eventuelle Möglichkeiten in einer völlig unrealen Existenz, in der die Gedanken die Umwelt bestimmen? Haben wir darauf überhaupt Einfluss und wenn ja, was löst diesen Einfluss aus und wie kann ich mich diesem entziehen?
Cameron und Gonzo reisen durch Amerika, und alles ist möglich, ob Frühstück bei Preakfast Pretzel oder Übernachtung bei den Wissenschaftlern Dr A, Dr. T., Dr. O, Dr. M (Atom), die der Theorie vom Irgendwo Dazwischen, von Allem und einem kleinen bisschen Mehr nachgehen, der Geschichte Putopias anhängen, in der die tote Schrödingers Katze wiederaufersteht, dieser Roman ist die Verrücktheit an sich, und ich rufe jedem ein fröhliches Calabi Yau entgegen, der aufspringt und sich entführen lässt.
Nahezu federleicht werden dem Leser klare Lebensweisheiten untergejubelt, man verspürt eine ungeheure Lust, das Leben zu geniessen und möchte nach Beenden des Romans SOFORT von vorn beginnen.
Einfach zu wunderschön, Pflichtlektüre für jeden ernsthaften, grüblerisch veranlagten Menschen!
60 Bibliotheken, 2 Leser, 7 Gruppen, 24 Rezensionen
Alia Yunis
,
Nadine Püschel
,
Max Stadler
Fester Einband: 472 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 26.08.2010
ISBN 9783351033224
Genre: Gegenwartsliteratur
"Feigen in Detroit" ist ein Debüt der Autorin Alia Yunis.
Es ist eines dieser seltenen Bücher, die Heimweh verursachen, Heimweh nach der Heimat, aber auch nach dem Buch und den Protagonisten, noch bevor man zum Schluss den Buchdeckel zuklappt.
Fatima Abdulla, eine alte Araberin, die als Auswanderin in den USA lebt, erhält seit 992 Nächten Besuch der Prinzessin Scheherazade aus 1001ner Nacht.
Überzeugt davon, dass sie in der 1001ten Nacht sterben wird, erzählt Fatima Scheherazade aus ihrem Leben, von ihren Ängsten und Gedanken und Sorgen.
Sie hatte sich nach 50 Ehejahren von ihrem Mann Ibrahim getrennt, lebt derzeit bei ihrem schwulen Enkel Amir, der auf eine Schauspielerkarriere hofft und versucht von dort, noch die wichtigen Dinge vor ihrem Tod zu regeln.
Unter anderem möchte sie noch einge Familienmitglieder verkuppeln, und sie sucht verzweifelt einen Schlüssel, den Schlüssel zu dem Haus, welches im Libanon steht, ihrem Elternhaus, welches vererbt werden wird, allerdings ist noch nicht klar, welches von den 10 Kindern, deren Kindern und Kindeskindern den Schlüssel erhalten wird.
Immer wenn Fatima schläft, fliegt Scheherazade zu den Nachkommen, von denen sie durch das Gespräch mit Fatima erfahren hat.
So lernt der Leser nach und nach eine Familie kennen im Heute und Jetzt, mit allen Problemen, Sorgen und im ungeschönten Zustand der Wirklichkeit und Wahrheit.
Da nur Fatima fähig ist Scheherazade zu sehen, ist der Roman an sich sehr humorvoll, auch in den Momenten, in denen es eigentlich bitter ernst und traurig ist.
Ob Fatima im Bus Beifall erhält, weil sie die Mitfahrenden auf unverständlichem Arabisch unterhält, oder der Enkel Amir erstmals durch die vermeindlichen Selbstgespräche die Oma kennenlernt, die Geschichte berührt, unterhält, bringt den Leser zum Schmunzeln oder Lachen, aber auch zum Weinen.
Für mich eine völlig neue Art des Familienromans, durch die ineienandergeschachtelten Geschichten so voller Abwechslung, so unabhängig, so facettenreich.
Man sollte sich Zeit nehmen, dies ist kein Roman zum schnellen Runterlesen.
Zusätzlich gewürzt wird die Geschichte durch die Situation der Araber in den USA allgemein seit dem 11. September 2001.
Es zeigt, wie schwer es auch für die Nachkommen der Einwanderer ist, mit anderer Kultur, Sprache, Hautfarbe, Fuss zu fassen, heimisch zu werden, endlich anerkannt zu werden; es zeigt, wie unterschiedlich auch die Generationen mit dem Problem der Integration umgehen.
Für mich ist dieser Roman ein fabelhaftes Werk, ein Buch, das ich nicht wegstellen, sondern mit mir tragen werde und sicherlich noch mehrmals lesen werde. Und vermutlich wird es mich immer wieder entsetzen, berühren, amüsieren und zum Nachdeneken bringen.
Ich wünsche mir viele Leser für diese Buch!
29 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen
Earlene Fowler
,
Berthold Radke
Flexibler Einband: 286 Seiten
Erschienen bei btb Verlag (TB), 01.06.2002
ISBN 9783442729036
Genre: Krimi & Thriller
Tja, so einfach geht es... 5 Sterne, keine Frage.
Ein Debüt der Autorin Earlene Fowler, eigentlich ein Krimi.
Benni Harper arbeitet nach dem Tod ihres Mannes im örtlichen Museum, eine Quilt-Ausstellung steht ins Haus, mit Versteigerung.
Wenige Tage davor wird eine der Künstlerinnen im Museum ermordet. Was ist das Tatmotiv und wer ist der Mörder?
Benni versucht Licht in das Geschehen zu bringen und gerät erstmals mit dem neuen Polizeichef Gabe Ortiz aneinander. Da Benni die Leiche fand, ist sie natürlich auch verdächtig.
Benni ermittelt auf eigene Faust, denn offensichtlich scheint auch ihre Familie da irgendwie die Finger im Spiel zu haben, nach dem 2. Mord spielt auch der Tod ihres geliebten Ehemannes 9 Monate zuvor eine Rolle. Diese Angelegenheit ist Benni einfach zu persönlich, um sie einem Polizeichef zu überlassen, der nicht aus der Gegend stammt, immer dann auftaucht, wenn sie es überhaupt nicht braucht und dem sie mehr Gefühle entgegenbringt, als sie sich in Wahrheit eingestehen möchte.
Ich muss gestehen, der Krimi zog mich völlig in seinen Bann, aber weniger wegen der Suche nach dem Mörder, vielmehr amüsierte ich mich köstlich um diese Neckereien und dem Gezank zwischen dem temperamentvollen, spanischen Polizeichef und Benni. Jeder Beteiligte verstand, was sich da abspielt, nur die beiden Protagonisten nicht...
Unglaublich schlagfertig diese Benni, toller Familienanhang, sehr sympathischer Ortiz, ich musste unbedingt -ständig schmunzelnd- wissen, wie es mit den beiden weitergeht.
Nichtsdestotrotz ist der Krimi gut gelungen, schön ausgearbeitet, intelligent und verständlich---- aber das Salz in der Suppe sind eindeutig die Treffen und Dialoge von Benni und Gabe.
Ob beide eine Chance haben? Kommen sie zusammen? Überwinden beide ihren Stolz und stehen zu ihren Gefühlen? Wie geht es weiter?
Wirklich zu empfehlen, so mal was ganz tolles fürs Herz, toller Humor!
Ich muss unbedingt die weiteren Bände lesen!
60 Bibliotheken, 2 Leser, 6 Gruppen, 13 Rezensionen
Rebecca Goldstein
,
Friedrich Mader
Fester Einband: 559 Seiten
Erschienen bei Blessing, Karl, 24.03.2010
ISBN 9783896674234
Genre: Gegenwartsliteratur
68 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen
Kathleen McGowan
Flexibler Einband: 558 Seiten
Erschienen bei Lübbe GmbH & Co. KG, Verlagsgruppe, 13.05.2008
ISBN 9783404158638
Genre: Zeitgenössische Literatur
Wie war das mit der Kreuzigung Jesus? Ist Pontius Pilatus der Böse? Wer war Maria Magdalena denn nun wirklich? Hure, Verräterin oder Geliebte und Ehefrau, Mutter von Jesus Kindern? Als Thriller verpackte Aufarbeitung der Geschichte aus Sicht einer jungen Frau, die in Träumen Marias Geschichte sieht. Für jeden Leser ein Muß, der sich für die christliche Geschichte interessiert!
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