Bücherwurm

Bücherwurms Bibliothek

2.556 Bücher, 470 Rezensionen

Zu Bücherwurms Profil
Filtern nach
103 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



Der Augensammler
LOVELYBOOKS-Statistik

(463)

806 Bibliotheken, 11 Leser, 7 Gruppen, 82 Rezensionen

berlin, thriller, mord, psychothriller, entführung

Der Augensammler

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 439 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 25.05.2011
ISBN 9783426503751
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Der Augensammler von Fitzek war mein erstes e-book.
Ich brauchte eine Weile um zu erkennen, dass die Seitenzahlen rückwärts laufen, das Buch mit dem letzten Kapitel beginnt und nicht wie üblich bei Kapitel 1.
Sicher eine schöne Idee, wird sich im Buch auch dementsprechend in Geltung setzen, vor allem, weil es sich bei der Geschichte ja um ein Versteckspiel um Zeit handelt.
Zeit verrinnt und vergeht und läuft ab, was durch die kurzen Kapitel, die rückwärts zählen ja sehr gut dargestellt wird.
Tja, dieser Effekt fehlt beim e book natürlich völlig. Man beginnt ganz normal bei Kapitel 1 und wundert sich..., probiert dann mal die andere "Seite" des Buches und blättert erst mal in Buchrezensionen nach, bis man tatsächlich erfährt, dass dies ein besonderer "Gag" darstellt.
Tja, damit ist das letzte Kapitel schon fast gelesen. Der End-Knall-Effekt dahin.
Zur Geschichte: Der Thriller lässt sich locker und schnell runterlesen, er ist flüssig und in einfacher Sprache geschrieben. Keine tiefgehenden Gedanken, keine Erkenntnisse, über die man nachsinnen muss, einfach trivial.
Aber eben leider auch nicht sehr ergreifend, kein Horror, selten spannend. Spannend sind dann eigentlich nur die letzten 3 Kapitel, die mich etwas entschädigten für den phasenweise völlig ausgekochten Mist.
Völlig überzogenen Charaktere, völlig kranke Geschichte, ich liebe eigentlich wirklich harte Psychothriller, aber der Trick liegt darin, es so glaubwürdig zu beschreiben, dass man sich mit den Protagonisten identifizieren kann und damit sich selbst in dieser grausigen Geschichte wiedererkennen kann.
Das kann bei Fitzek nicht passieren. Leider.
Er schreibt so abgedreht, überzogen und unglaubwürdig, dass man nur noch sitzt und sich fragt, warum man eigentlich überhaupt weiterliest.
Und das ist sehr schade, denn ich hatte mich sehr auf eine Story mit Medium und Thriller gefreut.
Da es sich wirklich schnell runterliest, wenige Stunden reichen, um locker die Hälfte gelesen zu haben, da es nie wirklich grauenvoll wird, kann man also durchlesen. Immer, wenn man denkt, jetzt wird es richtig ernst, macht er ein Schnitt und zieht die Geschichte entweder unnötig lang in die Länge, oder er macht mit einem anderen Erzählstrang weiter, was das Grausen beendet.
Leider endet der Thriller auch dann, als es anfängt wirklich loszugehen mit der Geschichte.
Ich werde das e book "weglegen" und nicht weiter darüber nachdenken, es wird mich nicht nochmals beschäftigen und das ist schade. Die Idee der Geschichte hätte so schön für wochenlange Alpträume sorgen können, wenn, tja wenn es nicht so abgedreht geschrieben wäre.

  (21)
Tags:  

  

 

DAS KARTELL DER VERSCHWÖRER Albtraum oder Wirklichkeit?
LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

thriller, theorien, psychose, verfolgung, verschwörungen

DAS KARTELL DER VERSCHWÖRER Albtraum oder Wirklichkeit?

Thomas Herrmann
E-Buch Text
Erschienen bei epubli GmbH, 24.10.2011
ISBN B0062O2LBY
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Das Kartell der Verschwörer" mit dem Untertitel "Albtraum oder Wirklichkeit" ist ein gelungenes, humorvolles kleines 91-Seiten Stück. Vom Autor Thomas Herrmann toll entwickelt, gerät sein Protagonist Diddi schon von Kind an in eine persönliche Verschwörung und entdeckt als Schulkind die Vorliebe für berühmte oder weniger bekannte Verschwörungstheorien.
Während er sich berufen fühlt, den Verschwörungen auf den Grund zu gehen und sie aufzuklären, verstrikt er sich selbst immer tiefer in eigenen Lebens(not)lügen, die mich oft schmunzeln liessen.
Ist es nun sinnvoll, den Dingen immer auf den Grund zu gehen, oder sollte man machnes Ereignis als "unerklärlich" einfach hinnehmen?
Sehr schön zusammengetragen die vorgeführten Fälle, ob die Leichen im Keller des Vatikans, die unklare Sachlage um den Tod der Lady Di oder der die Existenz der Illuminati, es scheint einfach menschlich, in jede interessante Begebenheit Gerüchte zu streuen und Theorien zu entwickeln!
Einzig in unserem eigenen Leben können wir Lüge, Wahrheit und Gerüchte selbst beeinflussen, sofern wir es dann wollen!
Ich habe mich herrlich amüsiert und werde auch durch den Autor Thomas Herrmann mehr und mehr Fan von kurzen, übersichtlichen Romanen, die so herrlich mal 1- 2 Tage unterhalten.
Sehr gut geschrieben, tolle, ausgefallene Idee, ausbaubar, aber eben durch die Kürze spannend gehalten, eine wunderbare Lektüre auch gerne für Leute, die nicht unbedingt gerne lange lesen!
Mal abgesehen davon, dass es erneut einige Fragen aufwirft zu erstaunlichen Phänomenen, über die ich jetzt erst mal nochmals genauer nachdenken muss, hoffentlich mit einem anderen Ausgang!

  (8)
Tags: psychose, theorien, verfolgung, verschwörungen   (4)

  

 

Forgotten
LOVELYBOOKS-Statistik

(111)

213 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 57 Rezensionen

vergangenheit, liebe, zukunft, vergessen, erinnerungen

Forgotten

Cat Patrick , Sybille Uplegger
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Schroeder, Marion von, in Ullstein Buchverlage GmbH, 27.09.2011
ISBN 9783547711820
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Lesen!
Eine einfache Empfehlung. Es kann keine andere Aufforderung für dieses Buch geben!
London Lane ist 16 Jahre alt und hat eine absonderliche Gabe, auch Fluch: Jede Nacht wird ihr Gedächtnis auf null gesetzt, alles, was sie nicht aufschreibt und tagebuchartig festhält, ist am nächsten Tag "forgotten".
Dafür erinnert sie sich an die Zukunft. Alle Menschen, Dinge, Räume, die in ihrer Zukunft eine Rolle spielen, füllen ihr Gedächtnis, auch zukünftige Geschehnisse sind so lange als "Erinnerung" vorhanden, bis sie passiert sind, dann werden sie gelöscht.
Bis London Luke kennenlernt und sich in ihn verliebt. Er ist in ihrer Zukunft nicht vorhanden als Erinnerung, dabei hat sie täglich mit ihm Kontakt! Dafür kommen Erinnerungen, die sie vor der ersten Begegnung nicht hatte, Erinnerungen, die ein erschreckendes Erlebnis zeigen, noch ist es unscharf, aber die Erinnerung wird deutlicher und klarer.
Kann sie die Zukunft verändern?
Dieses Buch wollte ich eigentlich mal eben nur "anlesen", mal reinkucken, eben reinschmökern und blieb hängen. Ich konnte nichts anderes mehr lesen und habe nach wenigen Kapitel erschreckend festgestellt, wie schmal das Buch doch ist. "Forgotten" ist ein Buch, das man nicht weglegen, das man endlos weiterlesen möchte.
Die Idee ist so genial, so raffiniert, ständig dachte ich, das kann doch gar nicht gehen, irgendwo muss doch ein Fehler sein, aber nein, genial durchdacht!
Und jetzt, nachden ich das Buch beendet habe, habe ich wirklich Sehnsucht danach, es weiterzulesen, London weiter durch ihr Leben zu begleiten, zu erfahren, was noch so alles passiert, Andeutungen an ihre Zukunft gab es im Buch ja genug.
Ich fühle mich allein gelassen, betrogen um all die Erfahrungen, um die familiäre Situation, ach, ich will nciht zu viel verraten, jedenfalls nimmt das Buch einen völlig anderen Verlauf als man anfangs denkt.
Es ist flüssig und toll zu lesen, London ist unglaublich sympathisch mit all ihren Macken und Ängsten.
Ein wirklich schönes Buch mit wunderschönem Cover und viel Gänsehaut, wenn man den Trailer dazu ansieht!
Toll gemacht, kein Zögern: 5 Sterne!
Viel Spass an Alle, die das Buch lesen mögen, ich beneide Euch um die Zeit, die ihr mit London verbringen werdet!

  (9)
Tags: beerdigung, gedächtnis, london lane, vergangenheit, zukunft   (5)

  

 

Scarpetta Factor
LOVELYBOOKS-Statistik

(22)

53 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

thriller, new york, mord, usa, krimi

Scarpetta Factor

Patricia Cornwell , Karin Dufner
Fester Einband: 575 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 17.08.2010
ISBN 9783455401738
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Nach Jahren des Scarpetta-Entzugs habe ich nun endlich mal wieder ein Buch dieser Reihe gelesen.
Ich weiss noch, dass ich die ersten Bände vor mindestens 10 Jahren verschlungen habe, mit dieser Autorin meine Leidenschaft zu Pathologen entdeckte, die Serie aber mit zunehmender Länge mehr und mehr anstrengend empfand.
Einige Zwischenbände habe ich ausgelassen und jetzt mit diesem Band festgestellt, dass ich mich doch dunkel an vieles erinnern kann, relativ schnell wieder in der Geschichte war und eher das Gefühl hatte, nie weg gewesen zu sein.
Allerdings habe ich in den vergangenen Jahren natürlich auch viele andere Thriller gelesen und habe mich an ein anderes Tempo und an raffiniertere Geschichten gewöhnt. Dieses Buch hatte eher den Beigeschmack des aufgewärmten Kaffees.
So wirkliche Spannung oder eine runde Ermittlung konnte ich hier nicht entdecken.
Das Buch beginnt mit der Untersuchung des Todes einer jungen Frau, die im winterlichen Park in New York tot aufgefunden wird. Die Todesursache und die Position der Leiche passen nicht zusammen. Gleichzeitig wird eine andere Frau vermisst und Kay Scarpetta in einer Fernsehsendung, die sie seit längerem als fachliche Ratgeberin, dem "Scarpetta-Faktor", betreut mit falschen Aussagen konfrontiert.
Spontan würde ich jedem interessierten Leser raten, die Serie doch von Beginn an zu lesen, denn eine Einführung in die einzelnen Personen mit Vorgeschichte geschieht nicht wirklich, ich finde, es wird doch sehr vieles einfach vorrausgesetzt.
Ansonsten ist es natürlich mit vielen interessanten fachlichen Aspekten geschmückt und flüssig zu lesen.
Ich werde mir jetzt die fehlenden Zwischenbände besorgen und die Serie auf alle Fälle weiter verfolgen, auch wenn sie vielleicht nicht zu den bevorzugten Reihen gehören wird.
Hier mal die Auflistung der Reihenfolge: (viele Bände wurde nochmals neu unter einem anderen Titel herausgebracht)
1. (1990) Mord am Samstagmorgen oder Ein Fall für Kay Scarpetta
2. (1991) Ein Mord für Kay Scarpetta oder Flucht
3. (1992) Das fünfte Paar oder Herzbube
4.(1993) Vergebliche Entwarnung
5. (1994) Body Farm oder Das geheime ABC der Toten
6. (1995) Die Tote ohne Namen
7. (1996) Trübe Wasser sind kalt oder Schuld
8. (1997) Der Keim des Verderbens
9. (1998) Brandherd
10. (1999) Blinder Passagier
11. (2000) Das letzte Revier
12. (2003) Die Dämonen ruhen nicht
13. (2004) Staub
14. (2005) Defekt
15. (2007) Totenbuch
16. (2008) Scarpetta
17. (2009) Scarpetta Factor
18. (2010) Bastard
19. (2011) Red mist - englisch

  (14)
Tags: benton, kay scarpetta, lucy, marino   (4)

  

 

Der letzte Schattenschnitzer
LOVELYBOOKS-Statistik

(88)

150 Bibliotheken, 4 Leser, 6 Gruppen, 67 Rezensionen

schatten, magie, fantasy, engel, jonas

Der letzte Schattenschnitzer

Christian von Aster
Fester Einband: 312 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 26.09.2011
ISBN 9783608939170
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

"Der letzte Schattenschnitzer" von Christian von Aster ist wieder ein deutscher Fantasy-Roman, der mich so vollständig in seinen Bann zog.
Ich bin immer erstaunt, dass wir in Deutschland unglaublich fantasievolle und fähige Autoren in diesem Genre haben, während im Thriller-Bereich gähnende Wüste herrscht.
Im Gegensatz zu den anglo-amerikanischen Werken, die sich mit Werwölfen und Vampiren, mit viel Erotik den Weltmarkt streitig machen, ging die Fantasie hier mal ganz andere Wege: In die Schattenwelt!
Und damit eröffnete sich mir ein ganz persönlicher neuer Horror! Zukünftig werde ich mich noch häufiger umdrehen und schlecht schlafen, denn mir wurde Dank des Autors jetzt erst bewusst, dass ich meinem Schatten meist hilflos ausgeliefert bin!
Bisher habe ich mir nie Gedanken gemacht, dass ich 24 Stunden täglich beobachtet werde. Ist mein Schatten mir gut gesonnen? Mag er mich und hilft er mir? Oder beutet er mich aus, beklaut er mich gar? Lacht er über mich, wenn er andere Schatten trifft und plaudert meine Geheimnisse aus? Gut, ich gebe zu, letzterer Punkt wäre nicht so dramatisch, da ich immer alles selbst ausplauder und dies in sagenhafter Geschwindigkeit, da hält mein Schatten bestimmt nicht mit!
Und ist mein Schatten eine Schattin, zickig und schlampig, also so ganz anders als ich?
Ich muss zugeben, dieses Buch wird mich noch eine Weile geistig und physisch beschäftigen! (Vielleicht hat mein Schatten so zugenommen und gar nicht ich?)
Okay, ich hör besser auf, es droht noch eine Schattzophrenie, wenn ich so weitermache!
So, vielleicht mal ein wenig zum Inhalt des Romans:
Viel möchte ich nicht verraten, denn der geneigte Leser soll selbst die Abgründe seines Schattens erforschen!
Der in sich abgeschlossene Roman handelt von Jonas Mandelbrodt. Einem kleinen Jungen, der eine ganz eigenartige Fähigkeit hat: Er hört die Stimme seines Schattens! Spontan beschliesst der Schatten, dem kleinen Jungen das allumfassende Wissen der Schattenwelt zu vermitteln! Diese Entscheidung bleibt nicht unbemerkt und wird vom Rat der Schatten, die über gewisse Portale der Welt herrschen, wahrgenommen und natürlich für nicht gut empfunden.
Als dann etwa 5 Jahre später am anderen Ende der Welt ein kleines Mädchen geboren wird, welches über keinen Schatten verfügt, steht die Welt Kopf! Die Energien der Welt haben sich verschoben, es geht ein Ruck durch die Schattenwelt und der Krieg um die Portale beginnt!
Hab ich jetzt doch zu viel verraten?
Was mir an der Gestaltung des Buches besonders gut gefiel sind die unterschiedlichen Erzähler, die jeweils aus anderer Sicht die Geschicht voranbringen. Man erkennt den Erzähler an der für ihn typischen Schriftform, mal fett, mal kursiv, eine wunderbare Idee, den Text an sich aufzulockern. Dazu noch die passend ausgesuchten Anfangszitate, die doch beweisen, wie oft schon Schatten die Gemüter bewegten.
Es ist ein sehr schönes, gelungenes Buch, das trotz gewisser Ähnlichkeiten zu Endzeit- Thrillern doch eine ganz eigene Geschichte entwickelt! Raffinierte und sprachlich sehr schön ausgearbeitete Ideen mit nicht wenig unerwarteten Wendungen, leider musste ich das Buch nahezu nahtlos lesen!

  (10)
Tags: hüter, portale, schatten, weltuntergang   (4)

  

 

Schuld währt ewig
LOVELYBOOKS-Statistik

(100)

163 Bibliotheken, 0 Leser, 5 Gruppen, 46 Rezensionen

münchen, mord, schuld, krimi, dühnfort

Schuld währt ewig

Inge Löhnig
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 01.11.2011
ISBN 9783548610696
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Der inzwischen 4. Fall für den schrulligen, leicht depressiven Kommissar Dühnfort!
Wobei in diesem -scheinbar seinem schwierigsten- Fall, die Depressionen sich im Rahmen halten: Vielleicht liegt es daran, dass sich endlich im Privatleben eine positive, wenn auch unverständliche Veränderung ergeben hat! Er ist mit seiner Angestellten Gina zusammen! Juchhei!
Und schon beginnen die neuen Probleme: Geheimhaltung der Beziehung vor den Kollegen, Streitigkeiten, neue, scheinbar unlösbare Fälle, bei denen sich absolut kein Fadenanfang finden lässt, dazu kommt noch die neue, alte Gefahr seitens eines ehemaligen Häftlings, der freigelassen wurde und sich offensichtlich vorgenommen hat, Dühnfort die ehemalige Verhaftung heimzuzahlen.
Leider fand ich den letzten Punkt etwas zu einfach und zu stiefmütterlich behandelt, da wär doch sicher mehr Nervenkitzel drin gewesen.
Und leider hatte ich schon recht früh den richtigen Verdacht, was bei mir sehr selten vorkommt! Aber es war so naheliegend, da einfach auch zu wenig Alternativen an Tätern, die passten, dass ich eigentlich enttäuscht war.
Ansonsten ist der Nachfolgeband natürlich wie immer: Leichte Kost, also innerhalb 2 Tagen locker zu lesen, nicht wirklich tiefgehend, keine neuen Erkenntnisse über die menschliche Psyche, kein Knalleffekt, alles recht rund und durchschaubar, leicht und flüssig zu lesen. Also für Leute ohne Anspruch an Raffinesse oder besonderen sprachlichen Feinheiten ein sicheres Gefilde, um sich mal kurz zu entspannen. Ich fürchte, auch diesen Band werde ich wegstellen und nach wenigen Wochen nicht mehr recht wissen, was eigentlich der Inhalt war, da das Thema einfach zu oberflächlich behandelt wird.
Ich denke, der Reiz liegt auch hier eher an der Hintergrundgeschichte der Ermittler: Wie gehts weiter? Ziehen sie zusammen, wer wechselt die Stelle, hat die Beziehung eine Zukunft, wird Dühnfort doch noch Vater? Wann wird die Diabetes zuschlagen? Welche Espressosorte bevorzugt er im nächsten Fall?
Ich bin gespannt, ob es einen Folgeband gibt und werde auch diesen wieder lesen!
Ich gebe 2 Sterne, da mir bewusst wurde, wie sehr diese Bücher ohne Recherche auskommen UND das Coverbild wirklich nichts mit dem Inhalt zu tun hat!
So, jetzt mal hier nochmal für alle, die die Reihenfolge nicht kennen:
1. Der Sünde sold
2. In weisser Stille
3. So unselig schön
4. Schuld währt ewig

  (9)
Tags: dühnfort, ermittlung, gina, rache   (4)

  

 

X- Men Sonderheft #28: Wolverine (2010, Panini)
LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

logan, wolverine

X- Men Sonderheft #28: Wolverine (2010, Panini)

D. Swierczynski, M. Deodato G. Hurwitz
Buch: 100 Seiten
Erschienen bei Panini Verlag, 01.01.2010
ISBN B004SAB3XG
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags: logan, wolverine   (2)

  

 

Entsetzen
LOVELYBOOKS-Statistik

(147)

294 Bibliotheken, 5 Leser, 5 Gruppen, 32 Rezensionen

entführung, thriller, will trent, mord, legasthenie

Entsetzen

Karin Slaughter , Klaus Berr
Fester Einband: 509 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 21.08.2010
ISBN 9783764503444
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Hammer das Buch!!!!
Der 2. Band aus der Serie der Ermittler mit Will Trent, dem interessanten, introvertierten Polizisten, der nicht lesen kann!
Also, wer Bücher von Karin Slaughter kennt, der weiss, dass die Protagonisten eigentlich immer ein typischer Fall für Klapsmühle sind!
Selten habe ich so viele Probleme und psychisch-absonderliche Menschen getroffen wie in den Bücher von dieser Autorin.
Meist bin ich nach dem Lesen völlig fertig und brauche erst mal eine Pause, bzw. "normale" Menschen um mich rum.
Hier war ich nun auf den 2. Band einer "neuen" Serie getroffen, den 1. Band "Zerstört" habe ich noch nicht gelesen, was ich aber nach Beenden des 2. Bandes sobald wie irgend möglich nachholen werde.
Im 2. Band wird eine reiche Mutter beim Nachhausekommen von einer aufgebrochenen Haustür überrascht. Den fremd-gehenden Ehemannn am Telefon, geht sie ins Haus und trifft auf einen jungen Mann, der sich über ihre tote 17jährige Tochter gebeugt hat und sie offensichtlich geschändet und getötet hat. Die Mutter dreht beim Anblick völlig durch und geht auf den jungen Mann los.
Zum Tatort wird Will Trent gerufen, der den Vater der getöteten Jugendlichen noch aus dme Kinderheim kennt, in dem beide aufgewachsen sind.
Die Vergangenheit holt Will Trent ein, unverarbeitete Wut und Frustration schwappt an die Oberfläche, gewürzt wird das Ganze damit, dass Will Trent eine Partnerin an die Seite bekommt, die von seiner Herkunft nichts weiss, aber eben selbst nicht wenig Gepäck mit sich schleppt. Als ehemalige Teenager-Mutter muss sie sich nicht nur mit dem sozial-inkompetenten Will rumschlagen, sie muss auch an der Schule ihres aufmüpfigen Sohnes recherchieren.
Also, wie immer bei Karin Slaughter, viele Probleme und viele interessante Ansätze.
Und Sätze, wie "Er sah auf seine Armbanduhr, um zu kontrollieren, ob die Batterie noch funktionierte." oder auch "Sie brachte ihn um, kurz bevor er starb!" tun natürlich ihre Wirkung: Selten hatte ich so viel Spass bei einem Thriller!
Ich muss es wirklich gestehen: Hatte mich die Autorin mit "Belladonna" noch genervt, so ganz langsam freue ich mich über jedes Buch, das ich von ihr zu lesen bekomme!
Ich kann dieses Buch nur empfehlen und freue mich auf den nächsten Titel mit Will Trent!

  (11)
Tags: analphabetismus, ermittlung, legasthenie, mord, verschleppung, will trent   (6)

  

 

Blinder Instinkt
LOVELYBOOKS-Statistik

(143)

289 Bibliotheken, 3 Leser, 7 Gruppen, 41 Rezensionen

entführung, thriller, blind, psychothriller, mädchen

Blinder Instinkt

Andreas Winkelmann
Flexibler Einband: 408 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 12.01.2011
ISBN 9783442473380
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

"Blinder Instinkt" von Andreas Winkelmann ist ein gut unterhaltender Psychothriller.
Ein bischen störte mich dieses übliche Strickmuster der deutschen Thriller, diese Liebesgeschichte, ohne die es im Deutschen nicht geht, diese Vorraussschaubarkeit des Happy Ends!
Allerdings nahm die Geschichte zum Ende hin Tempo auf und hatte doch einige nette Einfälle, dabei meine ich jetzt nicht die Giftspinnen, denn dieses Thema wiederholte sich ja auch ständig und wurde dadurch langweilig.
Mal abgesehen davon, dass man in Deutschland gewisseTiere nicht halten darf, und wenn, dann nur mit strengen Auflagen der Behörden, die diese auch regelmässig prüfen, eine kleine Ungereimtheit, die Herr Winkelmann mal einfach unter den Tisch fallen liess.
Schade eigentlich.
Ansonsten gleiches Strickmuster: Blindes Kind wird entführt, Polizistin ermittelt und trifft schwierigen Boxer, dessen Schwester 10 Jahre zuvor unter ähnlichen Bedingungen verschwand, verliebt sich natürlich sofort, Liebe fällt auf Gegenliebe, wie es eigentlich im wirklichen Leben niemals vorkommt und die Ermittlung nimmt seinen Lauf: Polizistin ermittelt alleine und kommt in lebensbedrohliche Lage, naja, den Rest kann man sich denken.
Verrate ich zu viel, wenn ich sage: Happy End auf allen Ebenen, keiner stirbt, alles lebt und liebt.
Langweilig.
Und schade.
Das hätte ich mir etwas anders gewünscht, aber irgendwie fehlt den deutschen Autoren oft der Mut mal einfach andere Wege zu gehen als die, die der Leser allgemein gerne liest. So ist es ein flüssig zu lesender Thriller mit Ausflug in die Biologie der Giftspinnen und -schlangen, viel lernen tut man nicht, ist vielleicht auch nicht wichtig, noch sind diese Tiere nicht in deutscher Fauna zu finden, das Tempo nimmt zu und so liest man etwa gemütliche 2 Tage einen Thriller, den man nach Beenden allerdings bald wieder vergisst, da zu gleichförmig und zu ereignislos.
Ich hab wirklich für mich bemerkt, dass diese gleichförmigen, "runden" Thriller mich nicht berühren und nicht so schocken, dass ich Jahre später noch mit leuchtenden Augen davon berichte, sondern dass nach wenigen Tagen bis Wochen ein "hab ich auch schon gelesen" das einzige ist, was sich im Kopf hält.
Und ich denke fast, Herr Winkelmann könnte auch anders! ;-))

  (13)
Tags: blindheit, entführung, exotische gifttiere   (3)

  

 

Vier minus drei
LOVELYBOOKS-Statistik

(41)

80 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

tod, trauer, unfall, verlust, liebe

Vier minus drei

Barbara Pachl-Eberhart
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Integral, 05.07.2010
ISBN 9783778792179
Genre: Sach- & Fachbuch

Rezension:

Frau Barbara Pachl-Eberhart erzählt in diesem flüssig zu lesenden Buch ihre dramatische Geschichte im Jahr 2008. An Karfreitag, kurz vor dem eigenen Geburtstag verunglückt an einem unbeschranktem Bahnübergang die gesamte Familie: Ehemann Heli, Sohn Thimo (7) und Tochter Fini (2).
Von jetzt auf sofort steht die junge Frau alleine da. Eben noch glükliche Familie, die grade in ein eignenes Haus umzog, die Pläne für die Zukunft hatte, nicht nur Vergrösserung der Familie, sondern auch generell zueinander gefunden hatte, und schon steht man vor den Trümmern: Der ehemann war sofort tot, der kleine sohn reanimiert, aber hirntot, die Tocher mit schwerem Kopf-Hirn-Schaden. Innerhalb der wneigen Tage um Ostern, in denen andere Familien mit kindern mit Osetereier verstecken und -suchen beschäftigt sind, nimmt barbara Abschied: Die Tochter verstirbt, den Sohn gibt sie zum Sterben frei.
Wie verarbeitet man diese Situation? Wie geht man damit um, welche stadien der trauer durchläuft man, wo findet man welche Hilfe? Und wie schafft man es, nach sage und schreibe 4 Monaten eine neue Beziehung Mann zusammen als Berufsclown.
Seltsamer und ungewöhnlicher Beruf, mir persönlich weltfremd, aber offensichtlich so gewinnbringend, dass man davon sehr gut und wohlhabend leben kann.
Und nicht nur das: In diversen Seminaren und Fortbildungskursen für Clowns lernt man eine Menge über Schicksal, Verarbeitung und Grundlagen des Lebens, eingestzt werden die Clowns gerne in Krankenhäusern auf den Todesstationen der Kinder.
Die ist auch die Grundlage für Barbara, den Weg durch die Trauer zu gestalten. Nicht nur, dass sie intensive Träume der Familie nutzt, sie besucht auch Kartenleger, Wahrsager und hört auf die esoterische Stimmen. Der unerschütterliche Glauben daran, dass das Leben und Überleben einen Sinn haben muss, dass es ein Leben nach dem Tod gibt und ihre Familie nach wie vor mit ihr verbunden ist und letzendlich auch die Grundlage des existentiellen "Versorgtseins" und Vorhandensein unzähliger Freunde (nicht nur eigene, auch die von Ehemann und kindern) geben ihr die Kraft und den Leitweg.

Wie soll man ein solches Buch bewerten? Der Inhalt ist dramatisch, eine fürchterliche Tragödie, der Weg in die Zukunft ein sehr persönlicher, einzigartiger, oft kaum nachvollziehender.
Aber ihr hat es geholfen. Das ist doch die Hauptsache. Wie soll man also so einen Weg beurteilen?
Dass ihr Weg nicht mein Weg wäre, dass ich über vieles den Kopf schüttelte, oftmals unverstanden vor den fremden Gedankengängen stand, das ist ja nicht zu bewerten, dafür sind wir Menschen unterschiedlich. Was den einen tröstet, das kann für den anderen entsetzlich sein.
Jedenfalls führt das Buch durch interessante Aspekte des Trauerns, der Esoterik, der Problemlösungen, der Strategien, den eigenen Körper, oder die eigene Seele zu überlisten.
Und zeigt, dass es kein Neuanfang am Punkt X gibt, sondern dass die Übergänge fliessend sind, wann immer man glaubt, die Trauer und das Entsetzen überwunden und "verdaut" zu haben, wird in oft simplen Momenten von einer Art Tsunami-Welle der Trauer erfasst, auch Jahre später noch.
Und entscheidend ist, dass man Ziele erfasst und verfolgt. Barbaras wichtigstes Ziel wurde recht schnell deutlich: Noch bevor sie sich beruflich neu orietieren wollte, stand für sie fest, dass sie einen neuen Partner möchte, eine neue Familie gründen möchte.
Ich wünsche dieser Autorin nach dieser schlimmen Erfahrung alles Gute!
Das Buch ist kein Tröstebuch! Sondern eine biographische Schilderung, eine Art Verarbeitung und Klar-werden über Schritte in einen Neuanfang, und so sollte man es sehen!

  (8)
Tags: neuanfang, neues leben, tod, trauer, unfall, verarbeitung   (6)

  

 

Und ewig seid ihr mein
LOVELYBOOKS-Statistik

(18)

41 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 8 Rezensionen

thriller, hamburg, satanismus, profiler, serienkrimi

Und ewig seid ihr mein

Roman Rausch
Flexibler Einband: 349 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 01.02.2006
ISBN 9783499241062
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Auch dieses Buch von Roman Rausch ist schon ein paar Jahre alt. Ich frag mich, wie mir dieser deutsche Autor so entgehen konnte und freue mich unglaublich, dass ich jetzt wenigstens den Weg zu ihm gefunden habe!
Nachdem ich ja einige Krimis mit Kilian lesen durfte, die durch unglaublichen Humor und recherchiertem Wissen über Politik, Religion und anderen brisanten Themen bestachen, hier jetzt ein Thriller ohne Kilian!
Kriminalpsychologe Levy wird zu einem Fall zugezogen. Offensichtlich ist ein Serienmörder, dessen letzte Taten Jahre her sind, wieder aktiv und hat erneut zugeschlagen. Levy war damals der ermittelnde Kriminalpsychologe und hat durch den ungelösten Fall seine damalige Tätigkeit verloren. Sein ehemaliger Chef möchte ihn erneut hinzuziehen, auch, um Levy die Möglichkeit der Rehabilitation zu ermöglichen.
In einem interessanten Team beginnt Levy zu ermitteln, die Spannungen und Vorurteile, die ihm entgegenschlagen und der Druck, dieses Mal nicht versagen zu dürfen, kosten über Gebühr Kraft und Energie.
Wir haben es hier nicht nur mit einem spannenden Fall aus der Serienmörderabteilung, auch dem Satanismus zu tun, sondern auch mit der Psychologie des Psychologen höchstpersönlich.
Auf langeren Seiten recht eintönig, nicht so packend, wendet sich das Buch im letzten Drittel komplett. Ich möchte nicht verraten, in welche Richtung das Spiel danach läuft, aber ich habe über Seiten den Atem angehalten und Gänsehaut bekommen.
So ein raffiniertes Ding habe ich selten gelesen, schon gar nicht aus einer deutschen Feder erwartet, passt aber zum Schreibstil Roman Rausch, der hier mal nicht humorvoll und augenzwinkernd, sondern grausam und knallhart durch die Geschichte führt.
Dass mir mitunter der Kopf schwirrte, das bleibt bei diesem Thema nicht aus und ist durchaus erwünschter Nebeneffekt, Roman Rausch mal von einer vollkommen anderen Seite.
Ich schwanke zwischen 4 und 5 Sternen, einfach, weil ich mir doch ein weniger happiges Ende gewünscht hätte (nach all dem Stress der letzten 100 Seiten!)!

  (7)
Tags: organe, satanismus, schizophrenie   (3)

  

 

Sein letzter Auftrag
LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

thriller, reporter, internet, rachel walling, zeitung

Sein letzter Auftrag

Michael Connelly , Sepp Leeb
Fester Einband: 493 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 15.02.2011
ISBN 9783453266452
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Mein erstes Buch von Michael Connelly!
So, ich bin mir jetzt allerdings nicht sicher, ob es ein Band einer Serie ist, oder ein relativ allein stehender, in sich abgeschlossener Thriller.
Es ist jedenfalls ein Roman um den Polizeireporter Jack McEvoy.
Die Geschichte um den Poeten ist abgeschlossen, dieser Thriller beginnt mit der Kündigung. McEvoy soll nach 20jähriger Arbeitszeit bei der L.A.Times den Arbeitsplatz räumen. Man teilt ihm eine junge Reporterin zu, die er noch eben anlernen soll.
Verärgert über den Abschuss möchte Jack eine Sensationsstory schreiben. Der Vorgesetzte soll sich darüber ärgern, dass er ihn auf die Kündigungsliste setzte, also macht er sich auf die Suche nach einem dementsprechenden Thema.
Sehr gelegen kommt ihm da ein Anruf einer älteren Dame aus den Slums in L.A.. Ihr Enkel wurde wegen Mord verhaftet, sie ist sich aber sicher, dass er unschuldig ist und ärgert sich über die Nachrichtenzeile von Jack in der Zeitung.
Tatsächlich findet Jack sehr schnell Hinweise, dass der Jugendliche vorschnell verurteilt wurde und beginnt mit der Reporter-typischen Schnüffelei.

Ich hatte grosse Probleme mich mit dem Schreibstil von Michael Conelly anzufreunden. Der Thriller ist nicht schlecht, nimmt auch zum Ende hin an Spannung zu, aber dieses Milieu der Zeitungen, der Reporter, dieses ewige Wiederholen von Sachpunkten, die schon klar sind und dieses minutiöse Beschreiben von jedem Handgriff, jedem Gedankengang, Herr Conelly lässt der Inteligenz des Lesers keinerlei Platz.
Eine ähnlich langatmige Erzählart hat ja auch Mankell, jedes Stühlerücken, jeder Schritt und jede Minute wird dem Leser vorgekaut.
Man liest und liest und liest und hat nicht recht das Gefühl in der Geschichte vorwärts zu kommen. So habe ich für immerhin fast 500 Seiten doch fast 3 Tage gebraucht, weil ich eben nie in dieses "fiebern" kam.
Wirklich sympathisch war mir Jack McEvoy nie, dafür scheint es zu sehr ein Mann mit depressiver Grübelei zu sein. Dieses Klammern an Frauen, dieser Hunger nach Anerkennung, passt irgendwie nicht zu einem Mann, den man gerne als Held sieht. Wenn ich recht überlege, ist es eigentlich gar nicht passend, zu keinem Mann, eher würde ich einen solchen Charakterzug bei einer sehr unsicheren Frau erwarten.
Gut, aber ich kenne die vorherigen Erlebnisse dieses Mannes auch nicht, werde jetzt aber auch nicht loslaufen, um sie gleich zu kaufen, denn so sehr hat es mich nicht gepackt.
Schade eigentlich, eine verpasste Chance einen Fan zu gewinnen!

  (9)
Tags: computer, fbi, rechenzentrum, reporter, webseiten, zeitung   (6)

  

 

Allmen und die Libellen
LOVELYBOOKS-Statistik

(110)

148 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 28 Rezensionen

schweiz, krimi, libellen, allmen, diebstahl

Allmen und die Libellen

Martin Suter
Fester Einband: 194 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 03.01.2011
ISBN 9783257067774
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

"Allmen und die Libellen" ist ein Auftakt einer Serie um Johann Friedrich von Allmen aus der Ideenkiste des Schweizer Schriftstellers Martin Suter.
Von diesem Autor wollte ich doch unbedingt mal was lesen. Da ich an frühere Werke nicht rankam, und sich mir die Gelegenhait bot, bei dieser Serie mitzulesen, fing ich also mit hohen Erwartungen an zu lesen.
Beschrieben wird recht gradlinig der Adelige Jo von Allmen, der durch gewisse unglückliche Umstände völlig verarmte. Ich möchte jetzt hier eigentlich gar nicht so weit gehen und den Klappentext wiedergeben, denn bei einem nur 195 Seiten starken Buch ist mit dem Klappentext schon gut die Hälfte abgedeckt.
Interessant zu wissen ist nur, dass Allmen in seinem Leben eine interessante Mischung aus Lebemann und Betrügerei aufgebaut hat und damit ein eingeschränkt-wohlhabendes Leben führt, mit viel Glanz vornerum, hintenrum naja, besser man kuckt nicht.
Mit "geradlinig" meine ich übrigens, dass wenig Figuren und Beschreibungen vorhaneden sind, es wird sich auf das Wesentliche beschränkt, nur die Figuren erwähnt, die für die Geschichte nötig sind.
Wirklich Fuss fassen konnte ich in der Geschichte nicht, ich denke auch, man hätte etwas blumiger und umfangreicher auf manche Figuren eingehen können, vielleicht wäre dann auch die Spannung gestiegen. Aber vielleicht ist es ja der Schreibstil Martin Suters.
Es gab mir das Gefühl eines Schabernaks, eines böse-Buben-Streiches, der mal nett zu lesen ist, aber jetzt nicht unbedingt empfehlenswert.
Allerdings geht die Serie weiter und demnächst werde ich den 2. Streich lesen.

  (13)
Tags: diebstahl, lebemann, schulden, versicherung, von allmen   (5)

  

 

Der Ahnhof
LOVELYBOOKS-Statistik

(32)

46 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 22 Rezensionen

allgäu, krimi, walcher, mathilde, hof

Der Ahnhof

Joachim Rangnick
Flexibler Einband: 284 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.11.2010
ISBN 9783548609928
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

"Der Ahnhof" von Joachim Rangnick ist offensichtlich schon der 6. (?) Teil einer Serie um den Journalisten Robert Walcher, der mit Adoptivtochter und Haushälterin Mathilde, zusammenlebt.
Mathilde hat so eine Art "zweites Gesicht", so dass es sich hier eigentlich nicht um einen Krimi im herkömmlichen Sinn handelt, sondern eher um einen Mystery mit Schauplatz im deutschen Allgäu.
Eigentlich lese ich Mysteries sehr gerne, dieses leichte Gänsehautgekribbel, dieses Unerklärliche, das man ja auch so oft im wirklichen Leben erlebt, das dann so offen bleibt, ob es nun wirklich "Unerklärlich" ist, oder "Zufall" oder vielleicht einfach doch ein logischer Zusammenhang besteht, den man so auf Anhieb nicht sehen konnte....
Ja, eigentlich....
Und eigentlich hat Herr Joachim Rangnick einen sehr humorvollen Schreibstil, der aber eben nicht so wirklich passt, wenn man einen ernsthaften, dramatischen, gewalttätigen und logischen Krimi schreiben möchte.
Ich war hin und hergerissen.
Der Beginn dieses Buches ist unglaublich düster, grausam, traurig und spannend. Dann kommt der Switch in die heutige Gegenwart und nichts will mehr so richtig passen: eine alternde Hauhälterin, die offensichtlich alles "hellsieht", genaue Angaben zu Tatwaffen und Tathergang einen Tag zuvor per e mail schicken kann, aber eben dadurch als Haushälterin völlig Fehl am Platze ist. Ein verliebter Journalist, der die gute Seite darstellt, der keine Schwierigkeiten hat, sich Hals über Kopf zu verlieben und alles läuft so unsympathisch glatt... und der Bösewicht, völlig überzogen dargestellt, so unendlich das Böse an sich, sogar dem Exorzismus widerstehend, so grausam und über Generationen gewaltätig... ich mag dieses Schwarz-weiss-malen nicht. Das passt nicht, nimmt vollständig die Spannung und ist einfach so offensichtlich, dass es in keinster Weise spannend und gruselig wurde.
Recht begrenzte Personenzahl insgesamt, das kann zwar sehr angenehm sein, ist aber so unspannend und in der Fantasie einengend, dass ich hier einfach nicht mehr als 3 Sterne vergeben kann!
Schöne Lektüre für Zwischendurch zum Entspannen, nichts wirklich umwerfendes.
Bedeutet: Sollte ich Gelegenheit haben, weitere Bände zu lesen, werde ich sicher mal reinkucken, ich werde aber nicht in den Laden eilen und mir diese Serie selbst in den Schrank stellen!

  (7)
Tags: exorzismus, geister, mystik, schuld   (4)

  

 

Wintergeister
LOVELYBOOKS-Statistik

(51)

81 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 22 Rezensionen

frankreich, tod, suche, geister, trauer

Wintergeister

Kate Mosse , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Fester Einband: 220 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 02.11.2010
ISBN 9783426198902
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Ein schönes kleines Hardcoverbüchlein für mal eben zum Lesen.
Ruhig geschrieben, flüssiger Schreibstil, relativ einlullend.
Bei diesem Buch hatte ich häufiger das Problem, dass meine Gedanken abschweiften und ich zurückblättern musste.
Was hatte ich eben gelesen, worum ging es nochmal?
Nun habe ich das Buch vor 3 Tagen beendet und muss feststellen, dass ich mich kaum noch an den Inhalt erinnere.
Was war die Quintessenz? Was die Botschaft des Buches?
Eigentlich schade, ich hatte mich so sehr auf das Buch gefreut, so sehr gehofft, es würde mich so richtig berühren und mitreissen...
Gut, von der Autorin kenne ich bisher nur "Das verlorene Labyrinth", ein Buch, das mich auch sehr in Anspruch nahm. Mindestens 350 Seiten habe ich mich gequält, bis ich die letzten 150 Seiten mit dicker Gänsehaut verschlang.
Hier hoffte ich offensichtlich auf den Verlust der ersten 350 Seiten, auf ein packendes Gruselbuch mit Umkrempel-Faktor.
Der Handlungsort ist wieder Südfrankreich, es handelt sich diese Mal um den Urlaub, das Ausbrechen eines jungen Mannes, der nach einem Nervenzusammenbruch aus England floh. In der Fremde will er Abstand haben zu den Gespenstern der Nervenheilanstalt, zu dem Verlust des grossen Bruders, den ihn als kleiner Junge so schockierte, dass an ein "normales Leben" nicht zu denken ist. Weg von den enttäuschten Eltern, die doch so gerne ih ihm den verstorbenen Bruder shene würden, die nichts anzufangen wissen mit dem schwermütigen, belesenen Mann, den sie da als zweites Kind grosszogen.

Die Idee an sich war nicht schlecht. Die Umsetzung für mich jetzt nicht so, dass ich atemlos gelesen hätte und hingerissen gewesen wäre. Es hat mich nicht bewegt, ich habe es gelesen und gut.
Jetzt weiss ich, was drinsteht und kann es abhaken, ich will damit aber jetzt auch nicht sagen, dass ich es schlecht fand, es ist lesbar.

  (7)
Tags: geister, südfrankreich, unfall, verarbeitung, winter   (5)

  

 

Michael Tolliver lebt
LOVELYBOOKS-Statistik

(30)

44 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

san francisco, stadtgeschichten, liebe, aids, barbary lane 28

Michael Tolliver lebt

Armistead Maupin , Michael Kellner
Fester Einband: 317 Seiten
Erschienen bei Rowohlt, 23.06.2008
ISBN 9783498045098
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Ich liebe ihn.
Den Michael Tolliver.
------
Jahre, gefühlte Jahrzehnte ist es her, dass ich die San Francisco Stadtgeschichten gelesen habe. Auch wieder mit Band 4 begonnen statt mit Band 1, egal, ich habe sie verschlungen..... und Jahrzehnte war mir nicht klar, was mir im Leben fehlt-----
Es ist mir klargeworden.
Es war meine logische Familie in San Francisco.
Es waren die Geschichten und Neuigkeiten, dieses Hoffen und Bangen, ob der HIV-kranke Michael nach Jon´s Tod eine Chance eines Lebens bekommt. In diesen Zeiten des Aids, diesen Zeiten des epidemischen Verlaufs in der Schwulenszene, dieses Nicht-Wissen, diese Zeit der Keine-Bahndlungsmöglichkeit, der Zeiten des Wen-beerdigen-wir-heute-aus-dem-Freundeskreis.
Wir durften in den 6 bändigen Geschichten miterleben, wie einer nach dem anderen sich infizierte, ein sympathischer Schwuler nach dem anderen krank wurde und elendig verstarb, mit dieser Serie wurde uns allen klargemacht, dass es nicht die "dreckige Szene" ist, nicht die "bösen menschen", die es trifft, sondern junge, kräftige, sympathische Kerle, die einfach nur eiskalt erwischt wurden und verstarben, noch bevor sie eine rechte Chance bekamen, ihr Leben richtig anzufangen. Männer in festen Beziehungen, mit intelligentem Wesen, wichtigen Arbeitsstellen.... das Schicksal nimmt keine Rücksicht. Was war ich im letzten Band foh, dass Michael in Thack nach Jon´s Tod einen neuen Partner fand, die Frage war nur, wie lange wird wohl Michael noch leben?

Umso überraschter war ich, als ich jetzt- gefühlte Jahrzehnte später- einen neuen Band sehe, mit dem passenden Titel "Michael Tolliver lebt"!
Ich muss dazu sagen, ich habe in meiner Kundschaft auch HIV-positive Leute, denn es macht nirgends halt. Auch diese stehen unter Dauermedikation, unter einem gesundheitlichen Auf und Ab, das ohne Unterlass an den Nerven zerrt und über Jahre zermürbt.
Eigentlich hat man ja schon vor Jahren abgeschlossen mit dem Leben, anfangs freut man sich über die "geschenkte Zeit", vielleicht wenige Monate, vielleicht noch 1-2 Jahre.... wenn daraus dann aber 20 Jahre werden, nie wirklich gesund, bei jedem Schnupfen neuer Abschied, dann klappt das nicht mehr mit dem Leben.
Das ist wie ein Auto fahren im roten Bezin-Bereich.... irgendwann bleibt der Wagen stehen, man weiss es, man weiss nur noch nicht, auf welcher Kreuzung!

So passend der Titel, wie eine Fanfare dröhnt es entgegen: Michael lebt!
Noch bevor man weiss, wie viel Zeit vergangen ist, seit dem 6. Band, kommt einem diese Nachricht fröhlich entgegen!
Hey, Michael lebt! Es geht ihm gut! Er hat ein Leben!
Aber wie geht es ihm? Was macht er heute? Wie alt ist er inzwischen? Was machen die anderen? Wo lebt er heute?
Oh Gott, ich muss mich erst mal setzten... nein, lieber gleich lesen.... man beginnt mit den ersten Sätzen... und ist drin!
Wie wenn man nur eben mal schnell Kuchen holen gewesen wäre!
Aber es sind Jahre vergangen, Michael ist alt geworden, alle anderen haben sich verstreut, Thack ist nicht mehr da, die schlimme Zeit danach hat Michael ohne uns durchgestanden.
Aber- oh Hoffnung!- nicht nur neues Glück gefunden, sondern DAS GLÜCK getroffen!
Und da wäre er nie hingekommen, niemals, wenn er nicht diesen schwierigen, verzwackten und verschlungenen Weg genommen hätte!
Er hat die Ruhe gefunden, die Aussöhnung mit so vielen Dingen, so viele Erkenntnisse gewonnen und er ist reif und weise geworden.
Das Buch ist wunderschön!
Ich wollte es eben mal schnell lesen, aber dazu bin ich dann doch zu sentimental, zu sehr verbunden mit den Figuren aus San Francisco. Damals wollte ich unbedingt nach den Staaten auswandern, mich unbedingt mal dort niederlassen, mal unbedingt diesen Flair erleben.
Heute lebe ich in Berlin, halte mich viel in ähnlichen Umgebungen auf, meine Niederlasung im Stadtbezirk mit 90% der Bevölkerung als Transvestiten, Schwule, Lesben, Freigeister, mein Wohnort im Stadtbezirk mit 99% Immigrationshintergrund, manchmal denke ich, es fehlen nur die Cable Cars... und natürlich Michael.
Ich habe jedes Wort eingesaugt, jede Redewendung genossen und alles hat mich tief berührt und mir das Gefühl des "Nach-Hause-Kommens" gegeben.
Auch wenn es natürlich nicht nur fröhlich ist, es ist melachnolisch, alternd, ein Buch des Abschieds und des Erwachsen-Werdens. Die Realität ist nicht aufzuhalten, neue Generationen beanspruchen den Platz, die Jugend des neuen Partners kann nicht über springen.
So lebt man und wartet. Wartet auf den Tod, der nicht kommt und es wird klar, dass es immer mehr Positive gibt, die "ganz natürlich" an Herzinfarkt, Krebs oder anderen Alterserkrankungen sterben, die nicht durch das HIV Virus verursacht werden.
Das erscheint wie Betrug. Hat man doch so viele der Freunde verloren, die sich nie weiterentwickeln in den Gedanken, sondern immer jung bleiben und irgendwann nicht mehr ins Leben passen.
Ob für alle von uns so eine neue Chance wartet?
Ob wir damit umgehen können? Ob der Tod ab einem gewissen Alter immer präsent sein wird?
Es gibt kein 5. Ziel!

  (6)
Tags: aids, anna, hiv, homoehe, leben, liebe, michael tolliver, san francisco, schwule   (9)

  

 

Choral des Todes
LOVELYBOOKS-Statistik

(35)

75 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

thriller, chile, paris, frankreich, kinder

Choral des Todes

Jean-Christophe Grangé , Thorsten Schmidt [Übers.]
Fester Einband: 571 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 01.10.2009
ISBN 9783431037937
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Der Thriller "Choral des Todes" von Jean-Christophe Grangé beginnt relativ harmlos mit dem Tod eines Organisten in der Kirche. Es handelt sich um eine armenische Katedrale, der Organist selbst war ein unauffälliger, eher stiller Mensch.
Am Ort ist der hemalige Polizist Lionel Kasdan. Er hörte noch den Todesschrei, der durch die Orgelpfeiffen verstärkt nach aussen drang, aber er kommt zu spät: Vom Täter keine Spur, der Organist ist unwiderbringlich tot.
Kasdan empfindet dies als "Eindringen in sein Hoheitsgebiet" und beginnt, obwohl länger schon ausser Dienst, auf eigene Faust mit den Ermittlungen.
Da am Tatort Schuhabdrücke zu finden sind, die eher auf einen Chorjungen als Zeugen hinweisen, als auf einen Täter, beginnt Kasdan in diese Richtung zu ermitteln.
Wer war der Organist wirklich, hatte er Feinde, wie war dessen politische Stellung und sein Verhältnis zu Kirche und Chorknaben?
Ihm zu Hilfe steht ein Drogenabhängiger auf kaltem Entzug, ein Polizist aus dem Jugendderzernat.
Zwischen beiden Ermittlern entsteht eine eigenartige Freundschaft und Abhängigkeit und je weiter beide ermitteln, desto abenteuerlicher wird die Geschichte, desto bunter und zahlreicher die Motive und desto tiefer die Abgründe, in die beide schauen.

Der Thriller beginnt tückisch langsam und ausgeglichen. Noch denkt man als Leser, es wird recht schnell, da einleuchtend, eine Spur gefunden, erstaunt betrachtet man die Dicke des Buches mit immerhin 571 Seiten. Aber dann -so ganz langsam- wird es vielschichtiger: Nicht nur Themen wie Politik in Frankreich und Deutschland, Nazis und Pädophile, es ist so reichhaltig und doch so logisch, dass man niemals das Gefühl bekommt, der Thriller sei überladen oder vollgestopft mit unnötigen Themen. Man liest und liest und nach 300 Seiten beginnt der Horror. Mir krochen ganze Gänsehautschübe vom unteren Rücken über die Brustwirbelsäule und Nacken nach oben zur Kopfhaut, um da ewig zu verweilen. Ich dachte phasenweise wirklich, mir stünden sämtliche Haare zu Berge.
Oft musste ich das Buch aus der Hand legen, musste verarbeiten, was ich gelesen hatte, musste "Pause machen", so dass man doch einiges an Lesezeit einplanen sollte.
Raffiniert und logisch durchdacht, durchaus plausibel und möglich, sehr aktuell durch die Gewalt der Nazis und die damit verbundenen politischen Diskussionen derzeit, traut sich der autor an Themen, die für viele sicher sehr unangenehm sind.
Das Ganze gipfelt dann auf den letzten hundert Seiten in einem actionreichen Ablauf, der mich atemlos Haare raufen und mich mit Panik und Übelkeit auf und ab rennen liess.
Unglaublich, selten las ich solch einen dichten, intelligenten und schockierenden Thriller, nicht zu vergleichen mit den amerikanischen Thrillern, die eine klar strukturierte Geschichte mit Happy End präsentieren!
Mein Fazit: Unbedingt einplanen, hier sollte man Zeit mitbringen, dieser Thriller liest sich nicht einfach so in einem Rutsch!

  (9)
Tags: armenien, chile, drogen, entzug, hitler, mord, pinochet, pädophilie, religion, sekte, südamerika, vivisektion   (12)

  

 

Mindfuck
LOVELYBOOKS-Statistik

(13)

72 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

regeln, coach, selbstsabotage, erwartungen, erfahrungen

Mindfuck

Petra Bock
Fester Einband: 250 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 23.09.2011
ISBN 9783426655078
Genre: Ratgeber

Rezension:

Erfolgsratgeber der anderen Art

„Das Buch "Mind Fuck" von Dr. Petra Bock hat mir sehr gut gefallen. Das Buch handelt von unserer Gedankenblockade, die uns im Leben hindert frei, erfolgreich, glücklich und wohlhabend zu leben. Oft sabotieren wir unsere Möglichkeiten und Fähigkeiten durch Eigensuggestion, dass wir etwas nicht können, uns etwas nicht zusteht oder wir etwas nicht verdient haben. Wir setzten uns selbst unter Druck und damit Stress oder machen uns selbst klein und runter, mit teilweise althergebrachten Vorurteilen oder anerzogenen Denkmustern, die heutzutage wirklich mehr störend und zerstörend wirken als förderlich sind. War früher Sicherheit und der Gehorsam, das sich Einfügen nötig, so wird man in der heutigen Zeit nicht mehr lange gesund und leistungsstark sein, wenn man nicht lernt, flexibel die vorhandenen Potentiale zu nutzen, auch indem man erwachsen die Verantwortung für ein eigengesteuertes Leben übernimmt. Die Autorin, die selbst die Folgen des aufgezwungenen Leistungsdruckes kennenlernte, erkannte schon früh, dass man selbst die Wahl hat, unglücklich, überarbeitet und unzufrieden sein Leben zu fristen, das dann in dementsprechenden Krankheitsbildern endet, oder eben selbstbestimmt, durch die Änderung der Gedankenabläufe und der persönlichen Einstellung hinsichtlich des eigenen Leistungsvermögens und des Wohlfühlfaktors, zu einem glücklichen und wohlhabenden Leben kommen kann. Sehr schön fand ich dabei den Vergleich Kind -Erwachsener. Oft sammelt ein erwachsener Mensch Blockaden durch Negativ-Erfahrung an und gibt in schwierigen Situationen einfach auf, statt neugierig und vertrauensvoll eine andere Variante zu versuchen. Würde ein Kind sich so verhalten und zu solch grüblerischen Selbstvorwürfen und Selbstzerstörungen zurückgreifen, dann würden wir wohl alle im Krabbelstadium bleiben. Die Autorin teilt den Mind Fuck in 7 verschiedene Formen ein und erläutert anhand dieses Aufbaus, wie die ersten möglichen Schritte sind, sich diesem selbstzerstörerischen Gedankengang bewusst zu werden und ihn hilfreich zu bekämpfen. Da es auch häufig Mischformen gibt oder ein Mind Fuck gerne durch eine andere Form abgelöst wird, gestaltet sich "Umdenken" eben nicht ganz so einfach, wie es gerne andere Ratgeber propagieren. Mit wenigen Beispielen, in denen ich mich zumindest hier und da wiederfinden konnte, zeigte sie auch mit Hilfe Forschungsergebnisse anderer Psychologen, wie man den Mind Fuck mal eben ausschalten, bekämpfen, unterdrücken oder eben auch umpolen kann und als positiven Aspekt im Leben miteinbauen kann. Ich fand das Buch sehr gut geschrieben, flüssig und leicht zu lesen, allerdings enthält es sehr viele Informationen, so dass man sich doch Zeit lassen sollte, oder bestimmte Abschnitte mehrmals lesen sollte. Sehr gut gefiel mir, dass die Autorin niemals die Problematik als einfach darstellte, denn zu viele Vorurteile und festgefahrenen Gedankenstrukturen sind in unserer Gesellschaft üblich. Wirklich schade, da nicht erläutert, und spannend finde ich immer dieses "Umpolen" der Gedankenabläufe, die mich am meisten beschäftigt, was ich am wenigsten verstehe, was aber offensichtlich jeder für sich entscheiden muss. Ich habe es bisher nicht geschafft, gewisse Schalter im Gehirn umzulegen, auch wenn ich weiss, dass mich meine eigenen Gedanken ausbremsen, hoffe aber, dass mir durch mehrmaliges Lesen des Buches endgültig bewusst wird, wie einfach es ist, wenn man sich wirklich entschlossen hat, die alten Denkmuster loszulassen. Gerne empfehle ich dieses Buch jedem Menschen, der enrsthaft etwas ändern möchte, der vorurteilsfrei neue, erwachsene Denkmuster kennenlernen möchte. Hier wird nicht mit Anleitungen gearbeitet, keine Beschäftigungstherapien, wie Verbrennen von Wunschlisten bei Vollmond, vorgeschlagen, sondern auf Vernunftsbasis erklärt, wie unsere Selbstsuggestion funktioniert und positiv genutzt werden kann.”

  (13)
Tags: coach, gedanken, regeln, sabotage   (4)

  

 

The Cutting
LOVELYBOOKS-Statistik

(40)

79 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 13 Rezensionen

thriller, mord, herz, mccabe & savage, mccabe

The Cutting

James Hayman , Leo Strohm
Flexibler Einband: 520 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 01.03.2011
ISBN 9783442373574
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

The Cutting ist der Beginn einer neuen Thriller-Ermittler-Serie des Autors James Hayman.
Sehr begrüsst habe ich die Idee des Verlages blanvalet den Originaltitel einfach mal zu belassen. Wie oft ärgere ich mich über unpassende deutscheTitel, die mit dem Original nicht viel gemein haben.
Sehr grausamer Beginn, ab dem 1. Kapitel wirds dann "besser": Zwei sympathische Ermittler, eine alleinstehende Frau und ein geschiedener, alleinerziehender Mann werden zu einem Fundort einer Leiche gerufen: Ein junges Mädchen liegt tot auf einer Müllkippe, nicht weggeworfen, sondern präsentiert und vorgeführt wie eine Trophäe. Erst nach genauerem Hinsehen sieht man, dass der Brustkorb geöffnet und offensichtlich recht fachmännisch das Herz entnommen wurde, welches nicht aufgefunden wird. Gleichzeitig wird am Ort eine Frau als vermisst gemeldet, einige Indizien sprechne durchaus dafür, dass beide Fälle zusammengehören.
Ich war sehr positiv überrascht! Flüssig geschrieben, leicht zu lesen, nicht überladen mit Emotionen im chaotischen Privatleben, sondern mit der gesunden Mischung aus allem.
Obwohl der Leser schon früh ahnen kann, in welche Richtung die Geschichte sich entwickelt, gab es doch einige Wendungen, die raffiniert immer wieder in eine andere Richtung liefen.
Allerdings wäre es auch wieder eines der Bücher gewesen, die ich vermutlich 100 Seiten vor Schluss beiseite gelegt hätte, weil es abzusehen war, wie die Geschichte ausgeht und dass es zum Happy End kommt. Sprich: Für mich war nun keine atemlose Spannung, sondern lästiges, seitenfüllendes Ermittlergetue, wie Absprachen treffen, ewiges Hinfahren zu verdächtigen Orten und viel Telefoniererei.
Es ist halt ein typischer Thriller nach Strickmuster.
Aber das schadet ja nicht, es ist für Thriller-Fans sicher eine Bereicherung noch eine Ermittler-Serie kennenzulernen, in der man sich mit den Ermittlern anfreunden und neben interessanten Fällen die Hintergrundgeschichte im Privatleben miterleben kann.
Ich freue mich jedenfalls, dass ich dieses Buch gelesen habe und bin gespannt auf die nächsten Fälle!

  (9)
Tags: ermittlung, mord, organspende   (3)

  

 

Die Wildnis in mir
LOVELYBOOKS-Statistik

(23)

33 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

afrika, liebe, wildnis, auswanderung, tod

Die Wildnis in mir

Gina Mayer , Niklas Schütte
Fester Einband: 330 Seiten
Erschienen bei Thienemann, 10.08.2011
ISBN 9783522200745
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:  
Tags: 1900, auswanderung, hottentotten, liebe, südwest-afrika   (5)

  

 

Die Sternjägerin
LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

31 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

astronomie, sterne, hevelius, walz, observatorium

Die Sternjägerin

Eric Walz
Flexibler Einband: 411 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 09.10.2006
ISBN 9783442365234
Genre: Historische Romane

Rezension:

Mein erstes Buch von Eric Walz.
In diesem historischen Roman beschäftigt sich der Autor mit dem Lebenswerk und dem Schaffen der Astronomin Elisabeth Hevelius, die im 17. Jahrhundert in Danzig lebte (1647-1693), also zu einer Zeit, in der die Wissenschaft nicht wirklich weit gediehen war, in Europa viele Unruhen herrschten und Frauen schon gleich gar nicht anerkannt waren als ernstzunehmende Wissenschaftlerinnen.
Aber das Interesse am Weltraum und den Lebensräumen auf anderen Planeten war vorhanden. Erste Missionen Richtung Mond wurden geplant, u.a. wollte man Vögel abrichten, eine Art Schlitten Richtung Mond zu ziehen.
In diese Zeit wird die Kaufmannstochter Elisabeth geboren, ein starkes, mutiges Mädel, die von Kindesbeinen an ein unglaubliches interesse am Himmel und den Gestirnen zeigte. Mit einem Ehrgeiz, der für Damen dieser Gesellschaft nicht üblich war, verfolgt sie anfangs recht naiv das Ziel, eine anerkannte Astronomin zu werden. Sie heiratete auch aus diesem Grund den damals bekannten Astronomen Johannes Hevelius (1662) und ist heute noch bekannt als Zeichnerin der ersten genauen Mondkarte und Herausgeberin des grössten Sternenatlas der damaligen Zeit.
Eric Walz hat die wenigen Eckdaten, die überliefert sind, mit Erfahrungen anderer Astronominen des 17. Jahrhunderts gemischt, um die Atmosphäre und die Schwierigkeiten der damaligen Zeit möglichst zeitgetreu wiederzugeben und bettete die Geschichte in eine tragische Lebensgeschichte, die spannend und flüssig zu lesen ist. Auch für Leser, die an wirklichen historischen Begebenheiten nicht interessiert sind!
Damit ist ihm eine tolle Mischung gelungen: Spannung, tragische Liebes- und Lebensgeschichte und historische Überlieferungen vermischt zu einem nicht geschichtslastigem Roman. Eher trivial geschrieben, keine Technik, keine schwierigen langatmigen Ausführungen der Astronomie, sondern die Menschen mit ihren Gebrechen, ihren Gefühlen und den Schwierigkeiten des damaligen Lebens stehen im Vordergrund. Elisabeth starb im Alter von 46 Jahren, da ihre Gesundheit durch die Aufenthalte im Freien an den primitiven Teleskopen auch im Winter bei eisigen Minusgraden über die Jahre zu sehr gelitten hatte.
Eine grossartige Frau, ich freue mich, dass es dem Autor gelungen ist, sie uns in einem spannenden Roman in Erinnerung zu bringen und dort zu halten.

  (8)
Tags: astronomie, mondatlas, sternenkarten   (3)

  

 

Einfach erfolgreich sein
LOVELYBOOKS-Statistik

(18)

32 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

erfolg, ratgeber, glück, wegweiser, selbstfindung

Einfach erfolgreich sein

Pierre Franckh
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei arkana, 05.09.2011
ISBN 9783442338900
Genre: Ratgeber

Rezension:

So, auch hier ziehe ich wieder den Kopf ein...
Dieses Buch durfte ich -diesmal sage ich "leider"- im Rahmen einer Leserunde lesen.
Es handelt sich um einen dieser massenhaft den Markt bevölkernden Ratgeber, wie der Mensch zu seinem Erfolg und zu seinem persönlichen Glück findet.
In Kapiteln wie "Sich selbst finden", "Fesseln lösen", "Mentale Kraft stärken" , "Weiterentwicklung" werden zum Teil altbewährte Sätze wiedergekäut, die man schon ohne Ende zu hören bekommt, wenn man sich generell mit dem Leben beschäftigt.
Aufgepeppt mit rührseligen Geschichten, die mich wirklich nur nervten, weil eigentlich nicht mit dem Thema verbunden, reiht der erfolgsverwöhnte Autor relativ willkürlich Kapitel an Kapitel. Oftmals gerät der kritische Leser dabei ins Schleudern, denn oft genug widersprechen sich die Ratschläge von einem Kapitel zum nächsten.
Anfangs nur genervt und wütend, wurde mir mit der Zeit klar, dass dieser Effekt eine Folge davon ist, dass jedes Thema nur sehr oberflächlich angesprochen wird.
Es sind wirklich reine Wiederholungen von abgedroschenen Sätzen wie "Der Glaube versetzt Berge", "Nutze das Leben, denn es ist kurz" und "Sei dankbar für das, was du hast und bist".
Dafür hätte es keine 310 Seiten benötigt.
Wirkliche Hilfe findet man nicht. Zwar erwähnt der Autor mal kurz, dass auch er mal Pech hatte im Leben, existentiell wirklich bedroht war er nie, vielleicht ist es auch diese Erkenntnis, die mich so wütend machte, denn der Autor ist nicht wirklich in der Lage Lösungsansätze zu liefern, wenn man wirklich in einer schweren Krise steckt und wirklich existentiell am Ende ist.
Dass die Mitlesenden der Leserunde dann "Alltagssorgen" plötzlich als ernsthafte Lebenskrisen ansahen, das gab mir dann ziemlich den Rest. Man kann sich Probleme auch einreden und sich reinsteigern, genau für eine solche Leserschaft sind dann die Beschäftigungstherapien der Listenerstellung von Sorgen und Zielen und der Verbrennungsaktionen der Listen bei Vollmond gedacht.
Leider geht es mir derzeit ein bischen schlechter als dass Ratschläge wie "Abwarten", "Glauben" und "Ziele setzen" noch helfen.
Ich habe in diesem Buch leider keinen Ansatz gefunden, der wirklich weiterhilft und umsetzbar wäre.
Vielleicht hat sich der Autor, der von seinem Lebensglück auf die dummen Suchenden herablächelt, auch einfach zu viel vorgenommen, zu viele verschiedene Themen vermischt, denn gegen die Obdachlosigkeit kämpfen zu müssen ist ein völlig anderes Problem als eine Lohnerhöhung zu erbitten oder den richtigen Lebenspartner zu finden.
Ich habe mich schon ganz zu Beginn des Buches gefragt, für welche Altersstufe oder für welche Bevölkerungsschicht das Buch geschrieben ist.
Für Menschen, die wirkliches Unglück erleben und vielleicht aus diesem Grund zu diesem Buch greifen, die wirklich Hilfe und Anregung suchen, die vielleicht auch schon etwas älter sind und nicht mehr nur Lebensunerfahren, wie der Autor hier die Leser hinstellt, für diese Leser kann dieses Buch nur ein Flop sein.
Es tut mir leid für meine offenen Worte.
Vielleicht soll die Werbung am Ende des Buches, über seine Wochenendseminare, über seine Coach-Ausbildungen der eigentliche Zweck des Buches sein?
Das fände ich doch sehr peinlich und schade.

  (12)
Tags: erfolg, glaube, selbsttfindung   (3)

  

 

Das Wunder von Treviso
LOVELYBOOKS-Statistik

(37)

64 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 26 Rezensionen

italien, madonna, wunder, pilger, treviso

Das Wunder von Treviso

Susanne Falk
Fester Einband: 252 Seiten
Erschienen bei Kindler, 12.07.2011
ISBN 9783463406008
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Ich liebe es!
Es hat schon ein bischen was von Don Camillo und Peppone!
Ein italienisches Dörfchen, abgelegen, einsam und "fast" verlassen: Die jungen Leute ziehen fort, man liegt im Klinsch mit dem Nachbardorf und hat das Gefühl, man lebt im Dornröschenschlaf!
Da kommt doch die Kunde eines spanischen Dorfes mit religiösem Wunder genau recht!
Was würde passieren, wenns auch in Treviso ein Wunder gäbe?
Bekanntheit, Tourismus, Konjunktur, Rückkehr der jungen Leute, Ansehen der Dorfkirche... man kann sich gar nicht ausmalen, was das für Gemüt und Kassen bringen würde!
Gedacht und umgesetzt: Irgendwo muss doch noch eine hölzerne Madonna rumstehen!
Dass der Pfarrer sich mal eben den Ishias-Nerv einklemmt und die ungeliebte Schwester zur Pflege kommt, die irgendwie doch überall ihre Nase reinsteckt, das soll nicht stören, wer "A" sagt, muss letztendlich bis "Z" durchhalten.
Und das ist nicht so einfach, besonders da der Vatikan natürlich die Blut-heulende Madonna selbst prüfen möchte!
Was soll ich sagen: Ich habe Tränen gelacht, keine Seite ohne breites Grinsen. So voller Erkenntnisse, die man vielleicht auch ohne learning by doing hätte haben können, aber längst nicht so amüsant!
Wunderschön geschrieben, ich kriege nicht genug von solchen Parabeln, von dieser Klein-Dorf-Atmosphäre, in der die gläubigen Leute faustdicke Teufelsfäuste im Nacken tragen, sich ohne Ende verfeinden, um dann im entscheidenden Moment doch zusammen zu halten!
Vielleicht auch deswegen, weil ich aus einem kleinen Schwarzwald-Dorf stamme, in dem es damals ähnlich zuging. Man kämpfte gegen jeden, keiner mochte den anderen, über jeden hatte man endlos auszusetzen, aber letzendlich hätte man ohne den Nachbarn nie überlebt.
Für Leser, die gerne leichte, amüsante Bücher lesen, die doch zum Innehalten auffordern, die zeigen, dass das Leben, so wie es ist, doch oftmals nicht soo das Schlechteste ist, ist diese Lektüre genau richtig.
Für Fans von Don Camillo sowieso, auch wenn der ortsansässige Pfarrer nicht deutlich Jesu Wort im Ohr hat, die Geschehnisse und Vorkommnisse sprechen für sich!
Viel Spass!

  (10)
Tags: dorf, erfolg, katholische kirche, tourismus, wunder   (5)

  

 

Schrei in der Dunkelheit
LOVELYBOOKS-Statistik

(22)

39 Bibliotheken, 0 Leser, 5 Gruppen, 11 Rezensionen

eifersucht, thriller, wüste, studenten, abenteuer

Schrei in der Dunkelheit

Claudia Vilshöfer
Flexibler Einband: 318 Seiten
Erschienen bei Diana TB, 03.12.2010
ISBN 9783453354029
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Also, jetzt hab ich schon zum 3. Mal die Beurteilung geändert: Ich bin mir nicht schlüssig, sowas hab ich ja selten.
Sagen wir mal so, es ist der bisher beste Psychothriller einer deutschen Autorin, den ich gelesen habe!
Der Thriller ist wirklich einfach mal eben so runterzulesen, er langweilt nicht, flutscht einfach durch und unterhält.
Aber: Er macht jetzt auch nicht gerade atemlos und schlaflos, da man aber den Roman gemütlich in einem Tag lesen kann, ist das auch nicht nötig.
Eine junge deutsche Studentin verliebt sich in einen Basketball-Star der Uni. Ihre vermeintliche Freundin und Mitbewohnerin reagiert natürlich neidisch. Anfangs dachte ich, es ist ein Abklatsch von "Die Hand an der Wiege" oder ähnlichen Eifersuchts-Dramen, wenn eine Freundin ihr Glück findet und beneidet wird.
Aber es führt doch kurz und knapp in eine andere Richtung. Der Leser wird dabei bis zum Schluss im Unklaren gelassen, was nun wirklich genau abgelaufen ist in der Wüste, allerdings hatte ich schon einen frühen Verdacht, daher war weder das Ende des Thrillers, noch die Enthüllung wirklich überraschend.
Egal, es war unkompliziert zu lesen und eine schöne Unterhaltung zwischendurch, für mich eine Überraschung, aus einer deutschen Feder ein solchen runden Thriller zu lesen.

  (11)
Tags: drama, eifersucht, studenten, wüste   (4)

  

 

Forbidden
LOVELYBOOKS-Statistik

(277)

591 Bibliotheken, 9 Leser, 9 Gruppen, 112 Rezensionen

inzest, liebe, geschwister, familie, geschwisterliebe

Forbidden

Tabitha Suzuma
Fester Einband: 445 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 29.07.2011
ISBN 9783789147449
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

So, jaja, ich weiss, ich zieh den Kopf ja schon ein!
So, eine Rezension zum Buch: "forbidden" von Tabitha Suzuma.
Erst mal zum Inhalt: Angekündigt wurde ein Jugendbuch mit dem Thema Geschwisterliebe!
Also die Liebe, die gesetzlich verboten ist, nicht dieses "sich mögen", sondern die körperliche und seelische Liebe zwischen Bruder und Schwester, die, die als "Inzest" verboten ist.

Da ich mir bisher kaum Gedanken zu diesem sehr interessanten, umstrittenen Thema machte, auch deswegen, weil ich keine Geschwister habe, habe ich mich unglaublich gefreut, dass eine Autorin sich an ein solches Thema ranwagt!
Ich freute mich auf eine Aufklärung der Sachlage, aus früherer Sicht, aus heutiger Sicht, vielleicht genaueren Informationen, was so alles genetisch problematisch ist, welche Möglichkeiten es gibt, wie die Gesetzeslage in unterschiedlichen Ländern dazu steht und vieles mehr.

Gelesen habe ich dann allerdings ein tragisches Drama, das aus der Sicht der beiden betroffenen Jugendlichen erzählt wird, einem 16 jährigen Schulmädel und ihrem 1 Jahr älteren Bruder, der schon in den ersten Kapiteln als psychisch äusserst labil und gestört beschrieben wird. Der Vater der insgesamt 5 Kinder verliess die Familie schon vor Jahren, keine finanzielle Unterstützung, keinerlei Kontakt.
Die Mutter wird als Alkoholikerin dargestellt, die, wenn überhaupt vorhanden, besoffen auf dem Sofa liegt oder kotzend über der Klo-Schüssel hängt. Nachdem sie sich mit einem Kneipeninhaber einlässt, verlässt auch sie das häusliche Miteinander und hinterlässt 5 Minderjährige ihrem Schicksal.
Kochen, Putzen, Waschen, Rechnungen begleichen, Kinder betreuen obliegt den beiden ältesten Geschwistern, die also im Teenager-Alter die Elternrolle für 3 jüngere Geschwister übernehmen. Sich absprechen, sich ablösen, zusammen planen, sich aussprechen und immer enger zusammenwachsen.
Bis sie sich ernsthaft verlieben.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Maya, dem Mädel, und Lochan, ihrem Bruder, erzählt. Schon recht bald liest man sich in einen völlig verzweifelten Tunnelblick, der erwachsene Reife vermissen lässt und den Leser schon im ersten Buchdrittel erahnen lässt, dass die Geschichte sich zu einem Drama zuspitzen wird, da beide Jugendliche nicht einmal versuchen, Hilfe zu erhalten oder die seltsame Wohnsituation irgendwie zu ändern.
Es wird eine Hoffnungslosigkeit des Lebens, der Liebe und der Situation generell heraufbeschworen, die mir teilweise das Weiterlesen etwas erschwerte.
Es wurde langatmig, langweilig und immer düsterer.
Nichts wirklich Spannendes, keine Hoffnung, keine Aufklärung, keine Information, auf die ich mich so gefreut hatte.
Und zum Ende hin habe ich mich dann eigentlich nur noch geärgert: Würde ich eine Tochter und/oder Sohn im jugendlichen Alter haben, ich würde niemals wollen, dass dieses Buch alleine -ohne Besprechung mit Erwachsenen- gelesen wird!
Wäre wenigstens im Nachwort auf die dargestellte Geschichte eingegangen worden, wäre wenigstens durch einen Anhang das Drama erläutert worden, aber leider nein!
Ich empfand das Thema "Geschwisterliebe" auch nicht wirklich dargestellt, denn zwischen Lochan und Maya entwickelte sich keine Liebe im eigentlichen Sinn, sondern eine verkrampfte Abhängigkeit, die mit wirklicher Liebe nichts zu tun hat!

Daher habe ich mich überwunden hier "nur" 2 Sterne zu geben, trotz des aufwändig gestalteten Covers, dem Buchdeckel, der schönen Aufmachung, der extrem glatten Buchseiten, sprich, der ausgesprochen tollen Ausgabe!

  (10)
Tags: drama, geschwisterliebe, inzest, verbot   (4)

  

 
103 Ergebnisse