Binea

Bineas Bibliothek

859 Bücher, 520 Rezensionen

Zu Bineas Profil
Filtern nach
42 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



Mit Blut signiert
LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Mit Blut signiert

Matt Beynon Rees
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Beck, 01.02.2013
ISBN 9783406646966
Genre: Historischer Roman

Rezension:  
Tags:  

  

 

Mary, Tansey und die Reise durch die Nacht
LOVELYBOOKS-Statistik

(20)

43 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

tod, geist, generationen, jugendbuch, irland

Mary, Tansey und die Reise durch die Nacht

Roddy Doyle , Andreas Steinhöfel
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbj, 01.11.2012
ISBN 9783570154717
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:  
Tags: emer, geist, mary, reise, scarlett, tansey, tod   (7)

  

 

Mein Leben mit Mozart
LOVELYBOOKS-Statistik

(25)

46 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

mozart, musik, briefe, leben, frankreich

Mein Leben mit Mozart

Éric-Emmanuel Schmitt
Flexibler Einband: 133 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 03.03.2008
ISBN 9783596175079
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Eric-Emmanuel Schmitts Liebe zu Mozart begann mit der Hochzeit des Figaro, speziell die Arie der Gräfin hatte es ihm angetan. Sie hielt ihm am Leben, um es ganz genau zu sagen. Wenn ihr jetzt denkt, Eric Emanuel Schmitt hat schon viele Jahre seines Lebens gelebt und Mozart nun im fortgeschrittenen Alter entdeckt, irrt ihr euch. Genau 15 Jahre jung war der Autor, als er sich das Leben nehmen wollte.

Mit 15 Jahren? Ganz genau mit 15 Jahren, denn da begann sich sein Körper zu verändern, der Schritt ins Erwachsenenleben war unaufhaltsam und die leichten Jahre der Kindheit neigten sich dem Ende zu. Doch warum überhaupt leben, wenn wir doch sowieso sterben müssen und jeder Schritt ein Schritt in Richtung Grab ist? Ungekannte Empfindungen um das Thema Tod trieben den jungen Eric-Emanuel um und der Gedanke Tod ließ ihn nicht mehr los. Er steigerte sich immer weiter hinein, wollte seinem frühen Leben ein Ende setzten, da es früher oder später ja doch kommen würde und man somit das Leben gar nicht erst beginnen bräuchte. Er wird krank, sein Körper wird immer schwächer, gibt sich dem Nihilismus hin und hat sich bereits seinen Selbstmordplan zu Recht gelegt.

In der Oper von Lyon änderte sich alles innerhalb kurzer Zeit, denn Eric-Emmanuel Schmitt kam zum ersten Mal mit Mozart in Verbindung. Völlig fasziniert bekam er Lebenshunger, denn die Welt scheint doch allerhand bereits zu halten, bevor man sie wieder verlassen muss. Eric-Emmanuel schöpfte Kraft und begann sein Leben mit Mozart an seiner Seite zu Leben. Briefe sollten nun dazu dienen, dem Seelenverwandten zu schreiben und ihm von seinem Leben erzählen. Mozart antwortet ihm auch, meist unverhofft zum Beispiel mit einem Konzert an einer Straßenecke.

Nach drei weiteren Jahren stellt er Mozarts Cherabino in den Vordergrund, denkt tief über ihn nach, zieht Parallelen. Er verfasst immer wieder, oftmals spontan Einträge in sein Tagebuch. Manchmal liegen Jahre zwischen den Einträgen, doch auch in diesen Jahren denkt er oft an Mozart. Ein Mozart-Tagebuch im wahrsten Sinne des Wortes. Ihm gesteht er seine innersten Gefühle, schreibt über seine guten, wie auch seine schlechten Zeiten und lässt sich tief fallen.

Eric-Emmanuel Schmitt ist heute 52 Jahre und heute sind zu den 30 Tagebucheinträgen sicher noch weitere dazu gekommen. Es wäre schön, noch mehr über sein Leben mit Mozart zu erfahren. Gleichzeitig ist es für den Leser selbst ein großes Geschenk, in dem Tagebuch eines großartigen Autors blättern zu dürfen. Bisher kannte ich nur den Roman „Oskar und die Damen in Rosa“ von ihm und wusste wenig über sein Leben. Das ich in diesem Werk von ihm nur ihm selbst begegnen würde und er so viel von sich Preis gibt, war mir nicht bewusst. Für Schmitt selbst muss dieses Buch eine große Bedeutung haben, da auch Mut dazugehört, so offen zu schreiben.

Was Eric-Emmanuel Schmitt mit Mozart passierte, bestätigt dass Mozart und seine Musik einfach magisch sind. Mozart wird im musikalischen Himmel das Herz vor Freude erblüht sein, denn nicht nur Schmitt, sondern auch Matthias Wolf und Clara Luisa Demar konnten Wunder durch ihn erleben.

Bilder, Hintergründe - Literatwo - http://literatwo.wordpress.com/2012/08/07/mein-leben-mit-mozart-eric-emmanuel-schmitt/

  (14)
Tags: briefe, eric-emmanuel schmitt, mozart, tagebuch   (4)

  

 

Mozarts letzte Arie
LOVELYBOOKS-Statistik

(16)

38 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

wien, mozart, freimaurer, zauberflöte, wolfgang amadeus mozart

Mozarts letzte Arie

Matt Beynon Rees , Klaus Modick
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei C.H. Beck, 01.02.2012
ISBN 9783406629945
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:  
Tags: biografie, gift, mozart, tod, wien, zauberflöte   (6)

  

 

Mein böses Herz
LOVELYBOOKS-Statistik

(165)

322 Bibliotheken, 3 Leser, 7 Gruppen, 79 Rezensionen

halluzinationen, thriller, halluzination, wulf dorn, bruder

Mein böses Herz

Wulf Dorn
Fester Einband: 413 Seiten
Erschienen bei cbt, 24.02.2012
ISBN 9783570160954
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Dorothea, Doro genannt, ist untergetaucht, in einem Schwimmbecken im Freibad. Dort unten an der Beckenwand leuchten vor ihr drei Worte auf, die sich in ihr festbrennen. Innerhalb des Glases vor dem Scheinwerfer sind diese mit dem Finger untereinander in die Wasserperlen geschrieben, wie an eine beschlagene Fensterscheibe.

„Mein böses Herz“

Doro erschrickt und die Stimme in ihrem Kopf holt sie wieder ein und auch Kai ist wieder in ihrer Nähe. Kai, ihr Bruder, den sie tot in seinem Kinderbett gefunden hat. Er verfolgt sie seit dieser Nacht. Was in dieser Nacht passierte, weiß Doro nicht mehr. Sie hat diese Stunden aus ihrer Erinnerung gebannt. Jetzt hört sie Kai wieder nach seiner Mama rufen, immer und immer wieder. Sein blau angelaufenes Gesicht, die hervortretenden Augen, sein lebloser Körper, alles erscheint vor ihrem inneren Auge. Doro greift blitzschnell nach einem realen Gegenstand, denn nur dieser kann ihre Gedanken und die Bilder, die vor ihr auftauchen, wegwischen.

Vor ein paar Tagen ist die fast siebzehnjährige Doro mit ihrer Mutter nach Ulfingen gezogen. Ihr Vater hat sich nach dem Tod von ihrem Bruder Kai getrennt, er hat sich von einer anderen Frau trösten lassen. Über ein Jahr ist es her, dass sie Kai in seinem Bett gefunden hat. Hier in dem kleinen Dorf ist Doro noch neu und versucht Freunde zu finden, bevor man sie wie in ihrer alten Heimat als Freak bezeichnet.

In Ulfingen weiß noch keiner, dass sie in Behandlung ist, in einer Klinik war und andauernd von Halluzinationen verfolgt wird. In ihren Träumen wird sie immer wieder mit Stimmen konfrontiert und erwacht oft schweißüberströmt. Bisher weiß dies außer ihrer Mutter und der Psychiater Dr. Nord, der gleich nebenan wohnt, niemand. Noch nicht. So gelingt es ihr einen Freund in David zu finden und auch in Julian, Dr. Nords Sohn.

Als Doro jedoch in einer stürmischen Nacht einen Jungen im Garten findet, scheinen sich ihre bisherigen Fortschritte in Luft aufzulösen. Sie ruft die Polizei und erzählt über den abgemagerten und verstörten Jungen. Doch als Hilfe naht, ist er verschwunden. Doro und Julian fahren ihn suchen, vergeblich. Außer einem umherirrenden und besoffenen Obdachlosen finden beide keine Spur. Tage später erkennt sie den Jungen auf einem Plakat wieder. Kevin – der Junge, der sich durch Selbstmord das Leben genommen hat, der Junge, den sie nie gesehen haben kann. Nun weiß auch ganz Ulfingen, dass Doro nicht nur eine Synästhetikerin ist, also ihre Sinne vermischen kann, in dem sie zum Beispiel Menschen eine bestimmte Farbe zuordnet, sondern auch ein Freak.

Ihr kann man nicht glauben, sie sieht Gespenster und bildet sich alles nur ein. Doro verzweifelt an den Stimmen in ihrem Kopf, denn diese wollen sie nur verwirren. Sie ist der festen Überzeugung, dass der Junge existiert, dass er da war und dass er in Gefahr ist. Sie möchte allen beweisen, dass sie kein Freak ist. Vor allem sich selbst, doch um das zu können, muss sie die Vergangenheit an sich heran lassen und ihren Erinnerungen das Auftauchen aus ihrer Seele erlauben.

Nein – das hätte ich nicht erwartet. Dieser unwahrscheinliche Sogeffekt in einem Jugendthriller, diese psychische Angespanntheit. Mit „schwarze Erinnerung“ ist das erste Kapitel betitelt, dann beginnt der erste der fünf Teile. Als Leser findet man sich sofort neben Doro, der Ich-Erzählerin, wieder und weicht keine Sekunde von ihrer Seite. Eine feinfühlige, verletzliche und doch so starke Protagonistin, deren Seele schwer beschädigt ist. Der Gänsehauteffekt stellt sich unmittelbar nach den ersten Sätzen ein, denn die Ungewissheit und die Ahnungslosigkeit drängen sich in den Vordergrund.

Kursive Sätze kennzeichnen die Stimmen in Doros Kopf, die Erscheinungen, die sie sich einbildet, und mischen sich immer wieder zwischen die Handlungen. Das psychische Kopfkino malt tausend Bilder und beginnt sich immer schneller zu drehen. Wulf Dorn beabsichtigt genau das, die Undurchschaubarkeit, immer und immer wieder wird diese verdeutlicht. Man möchte Doro helfen, ihr glauben, sie verstehen, doch sie kann für sich ihre Hand nicht ins Feuer legen, als Leser kann man dies ebenso wenig.

Die Schuld oder Unschuld, die auf Doro lastet, springt auf den Leser über, ein gemeinsames Suchen nach der Wahrheit beginnt. Doch nicht nur die Suche nach Doros Vergangenheit, sondern auch die Suche nach den Antworten auf die Fragen, die im Laufe der Handlungen aufkommen, intensiviert sich.

Ein Psychospiel, das nicht endet, bevor das letzte Wort im Buch gelesen ist. Ein Psychospiel, auf das man sich gefasst machen sollte. Ein Psychospiel zwischen Gut und Böse mit mehr als realem Hintergrund. Ein Psychospiel wie das Leben selbst, denn wir alle handeln nicht immer so, wie wir es wollten, und müssten genau mit diesen Taten weiterleben, so gut es geht.

Achtung – Mitten im Buch sind die Finger vor Angstschweiß so nass wie die Tränen am Ende.

Bebilderte Rezension gibt es hier:
http://literatwo.wordpress.com/2012/02/27/mein-boses-herz-ein-psychospiel/

  (13)
Tags: bruder, doro, psycho, stimmen   (4)

  

 

Mister Pip
LOVELYBOOKS-Statistik

(18)

34 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

bürgerkrieg, krieg, lesen, bücher, lehrer

Mister Pip

Lloyd Jones , Grete Osterwald
Fester Einband: 282 Seiten
Erschienen bei Rowohlt, 02.05.2008
ISBN 9783498032296
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Matilda zieht es förmlich mit einem Ruck aus ihrer Depression, aus ihrer tagelangen Schlafphase. Sie befindet sich in London und beginnt zu schreiben.

„Alle nannten ihn Pop Eye.“

Diese fünf Worte lösen in Matilda eine Welle des Schreibens aus. Matilda denkt zurück, an ihre Kindheit in Bougainville – dem eigentlich paradiesischen Idyll im Südpazifik. Ihr Leben verlief ruhig und unspektakulär. Sie ging zur Schule, half ihrer Mutter und verbrachte stundenlang Zeit mit ihren Freunden. Ihr Vater ist seit einigen Jahren fort, zum Arbeiten in Townsville. Er muss Geld verdienen und sobald er eine neue Heimat aufgebaut hat, wollten Matilda und ihre Mutter nachreisen. Doch daraus wurde nichts, denn die Rothaut-Soldaten von Port Moresby fielen über die Insel her und blockierten sie.

“Wenn alles was wir tun, sinnvoll wäre, sähe die Welt anders aus.”

Es gab kein Hereinkommen oder Herauskommen mehr, die letzten Boote legten so schnell es ging von der Insel ab, darunter in einem davon auch ihr bisheriger Lehrer. Die Zeit der Ruhe und Stille legte sich über die Insel, die Schule geschlossen, keine Perspektiven – die Leben der Inselbewohner müssen sich neu ordnen.

Mr. und Mrs. Pop Eye erregen täglich die Aufmerksamkeit der Kinder. Eigentlich heißen die beiden Grace und Tom Christian Watts, aber da sie so ein ungleiches und merkwürdiges Paar sind, haben die Kinder sie umgetauft. Keiner möchte etwas mit den zurückgezogen Lebenden zu tun haben, vor allem die Erwachsenen nicht.

Als Mr. Watts den Schullehrer ersetzt und die Kinder in seinen Unterricht kommen, ist dieser noch mehr ein Dorn in den Augen der Erwachsenen. Vor allem Matildas Mutter ist empört, doch sie muss hinnehmen, dass ihre Tochter die Schule besucht. Kein anderer Mensch der auf der Insel lebt, hätte die Fähigkeit zu unterrichten und schließlich müssen die Kinder etwas lernen. Mr. Watts gestaltet den Unterricht so, wie er es für richtig hält und nutzt seine ihm gegebenen Mittel dazu. “Große Erwartungen” von Charles Dickens stellt er den Kindern vor und möchte es mit ihnen zusammen lesen. Zudem lädt er nach und nach die Eltern der Kinder in den Unterricht ein, denn diese sollen teilhaben, mitwirken beim Öffnen neuer Welten, fernab des bisherigen Daseins.

Matilda lässt sich immer mehr in den Roman fallen, ihre großen Erwartungen werden erfüllt und Pip schleicht sich immer mehr in ihr Herz. Pip wird zu ihrem besten Freund und Begleiter und er eröffnet ihrer Fantasie und ihren Gedanken eine ganz eigene kleine Welt. Sie fühlt sich wohl und hätte Pip gern immer um sich. Bei ihm findet sie Zuflucht, was ihr und auch den anderen Kindern den Verstand rettet.

Auf der Insel scheint etwas Frieden einzukehren und das Gleichgewicht unter den Bewohnern und das Leben im Allgemeinen bekommen eine neue Basis. Doch der Frieden währt nicht lange, denn die dünne Schale die sich um die Insel gelegt hat, um sie zu schützen, wird aufgebrochen und auch unter den Bewohnern wird das Feuer des Unglaubens und Misstrauens angeschürt.

Wir Literatwos haben uns auf eine Insel begeben und sofort wohl und zuhause gefühlt. Lloyd Jones schreibt poetisch, malt mit seinen Worten Inselbilder und bringt tiefe Gefühlswelten ins Leserherz.

Ein Buch im Buch hat der Autor uns geschenkt, eine ungewohnte Romanart, die aber genau mit dieser Eigenschaft besticht. Die Atmosphäre der Insel und deren Bewohner sind so lebendig, dass man das Gefühl hat, sich jeden Abend auf der Insel schlafen zu legen und jeden Morgen auf der Insel zu erwachen, selbst wenn man gerade nicht im Buch liest. Lloyd weiß wie er den Leser mit Poesie und einem Mädchen namens Matilda fesselt, ergriffen macht und zum Nachdenken bringt. Doch nicht nur Matilda, sondern auch die Rolle des Mr. Watts ist purer Tiefgang. Tränen können am Ende einfach nicht unterdrückt werden, denn das Leserherz ist gefühlig angespannt und hätte die letzte Seite nie erreichen wollen. Es war einfach zu schön…

“Mister Pip” hat sich zum Herzensbuch entwickelt, Literatwo an die Hand genommen, entführt und eine Welt entblättert, in der sich auch Charles Dickens wohlgefühlt hätte. Ja – das glauben wir und es wäre schön zu wissen, was Dickens dazu sagen würde, Pip in einem weiteren Roman über den Weg zu laufen.

Kompletter Bericht & bebilderte Rezension: http://literatwo.wordpress.com/2012/04/30/mister-pip-weckt-grose-erwartungen/

“Wer von einem Buch gefesselt ist, vergisst einfach zu atmen. Da mag das Haus in Flammen stehen, ein versunkener Leser wird erst aufblicken, wenn die Tapete Feuer fängt.”

  (19)
Tags: bougainville, charles dickens, geschichte, grace, insel, krieg, lehrer, matilda, mr. pip, mr. watts, pop eye, rambos, rothäute, schwarze, soldaten, verbindung, weiße, zusammenhalt   (18)

  

 

Morgenschwimmer
LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

irland, industrie, zwischenmenschlichkeit, beziehungen, liebe

Morgenschwimmer

Gerard Donovan , Rudolf Hermstein
Fester Einband: 220 Seiten
Erschienen bei Luchterhand Literaturverlag, 28.09.2011
ISBN 9783630873329
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:  
Tags:  

  

 

Madame Hemingway
LOVELYBOOKS-Statistik

(29)

60 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

liebe, hemingway, paris, ernest hemingway, bohème

Madame Hemingway

Paula McLain , Yasemin Dinçer
Fester Einband: 456 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 28.06.2011
ISBN 9783351033583
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Literatwoische Rezension

Lebendig.

Paula McLain scheibt einfach authentisch! Warum ich dies sagen kann, obwohl ich Hemingway leider nicht persönlich kenne? Man nehme sich nach diesem Buch einfach seinen Roman „Paris ein Fest fürs Leben“ zur Hand. In diesem trifft man viele Bekannte aus „Madame Hemingway“ wieder und erlebt ihn genauso, wie im genannten Buch. Sein Handeln, sein Denken, seine Art – diesmal aus einer anderen Sicht. Paula McLain beschreibt Hemingway genau wie er sich selbst beschreiben, sich selbst sehen und wahrnehmen würde.

Ein Buch was Literatwo begeistert hat!

Es war ein gewaltiger Moment, den wir nie vergessen würden... Als wäre es nötig gewesen, fast bis zum Himmel hinaufzusteigen und wieder hinabzufliegen, um diese Nachricht zu erhalten. Die Anstrengungen von Ernests Lehrjahren waren hiermit beendet, und das war nicht die einzige Veränderung.

Er würde nie wieder unbekannt sein. Wir würden nie wieder so glücklich sein.

Madame Hemingway (im Original “The Paris Wife”) von Paula McLain ist ein herausragend recherchierter Roman, der die Anfänge des Schriftstellers Ernest Hemingway aus der Sicht von Hadley Richardson schildert.

Sie war die erste Frau an seiner Seite – sie lebte mit ihm in einer Zeit, in der er mit allen Mitteln versuchte, sein erstes Buch zu schreiben – sie war die Frau, die erkennen musste, dass mit zunehmender Popularität immer mehr schillernde Persönlichkeiten des Pariser Lebens an die Seite ihres Mannes drängten – sie war es, die erkennen musste, dass sie dem Bild der intellektuellen Ehefrau eines angehenden Weltstars nicht entsprach – sie war die Frau, die Ernests erstem Sohn das Licht der Welt schenkte – sie war die Frau, der es nicht gelang, ein Genie dauerhaft zu domestizieren.

Und letztlich war es Hadley Richardson, die erkennen musste, dass eine gute Freundin der Familie alle Grenzen überschritten hatte, die überhaupt denkbar waren. Pauline Pfeiffer, ihre attraktive Nebenbuhlerin, verstrickte Ernest Hemingway in eine tragische “ménage à trois”, eine Dreiecksbeziehung, bei der die Verliererin von Anfang an feststand: Hadley Richardson.

Paula McLain lässt das Paris der turbulenten Zwanziger Jahre lebendig werden und brilliert sprachlich und in der Konstruktion des Romans. Natürlich schreibt sie fiktiv, sie erfindet neu, sie gestaltet Dialoge, sie verdichtet Atmosphäre. Hierbei bleibt sie jedoch so nah an der recherchierten Geschichte, wie man es sich als Leser nur wünschen kann. Die berühmten Persönlichkeiten aus dem Umfeld der Hemingways, die Verzweiflung des angehenden Autors und der Kampf einer Frau auf verlorenem Boden werden hier greifbar und packend erzählt.

Ganz nebenbei lässt Paula McLain in uns den Wunsch erwachen, auch nur ein einziges mal in unserem Leben jenen legendären Buchladen in Paris zu betreten, deren Besitzerin damals dem jungen Ernest Hemingway den Zugang zu den Klassikern der Weltliteratur öffnete.

“Shakespeare & Company – eine eigenständige und doch immer noch lebendige Legende!

“Madame Hemingway” ist ein Buch, das man lesen kann, ohne jemals zuvor einen einzigen Hemingway in der Hand gehabt zu haben – ein Buch, das man lesen sollte, wenn man jemals einen Hemingway sein Eigen nennen durfte – ein Buch, das man lesen muss, wenn man die Geschichte einer einzigartigen Liebe lesen möchte.

Mehr zu Hemingway und "Paris- Ein Fest fürs Leben" von Ernest Hemingway, das hier unbedingt im Zusammenhang gesehen werden sollte im Blog.Lovelybooks:

http://blog.lovelybooks.de/2011/07/01/hemingway-der-alte-mann-und-das-app/

  (16)
Tags: autor, beziehung, eheleben, ernest hemingway, frauen, gefühle, leben, liebe, manuskripte, pariser ehefrau, pauline, schreiben, sohn, vertrauen   (14)

  

 

Maria Christina
LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

liebe, maria christina, ehe, freundschaft, wien

Maria Christina

Rebecca Novak
Flexibler Einband: 527 Seiten
Erschienen bei August Dreesbach Verlag, 04.10.2010
ISBN 9783940061454
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ihr seht richtig – ja, es ist rosa. Absolut rosa -rosa, rosa, also überallrosa. Rundherum, innnendrinn, bis auf die Schrift, die ist schwarz.

Es heißt ja, der erste Eindruck zählt und dann wiederum heißt es, auf die inneren Werte kommt es an. Der erste Eindruck war für mich: es ist rosa, eine Farbe, die ich nicht wirklich mag und nicht nur das Cover, sondern auch die Seiten. Die inneren Werte haben mich überzeugt und bestätigt, dass die es sind, auf diese wirklich ankommt. Buch und innere Werte, hier meine ich natürlich den Inhalt. Und da ich gerade über das Buchäußere spreche bzw. die Farbe rosa, muss ich sagen, im Nachhinein habe ich mich genau an diese ungewöhnliche Aufmachung gewöhnt. Die über 500 Seiten um Maria Christina ganz in Rosa statt üblichem Weiß bescheren ein völlig anderes Lesegefühl. Mal ist das Rosa blasser, mal intensiver, je nach Tageslicht und genau das machte es für mich entspannt, ein sanftes Augengefühl. Man kann es schwer beschreiben, einfach anders und abwechslungsreich.

Der Inhalt des Romans ist die Creme de la Creme. Ein historischer Roman im Stil eines Tagebuchs verfasst, wundervoll spritzig und natürlich geschrieben, fern ab von trockener Geschichte.

Rundum in voller Pracht ein Mädchenroman, innerlich wie äußerlich.

Maria Christina, Lieblingstocher ihrer Maman und Schwester der legendären Marie Antoinette, schreibt am 17. Januar 1760 ihren ersten Tagebucheintrag. Sie ist 18 Jahre jung und hat dieses Buch von ihrer liebsten Maman zum Geburtstag bekommen.

Kein Juwel, sondern ein viel wertvolleres Geschenk. Maria Christina, meist von allen Mimi genannt, weiß dies zu schätzen und freut sich sehr. Ihre Freuden, aber auch ihre Unmut, ihre Ängste, Hoffnungen und Wünsche finden darin ihren Platz. Auch die Liebe, das Glück und der Tod sind große Themen im Tagebuch. Ein Buch als Zuhörer und Freund, mit dem man alle Geheimnisse und Erlebnisse teilen kann. Obwohl es ihr als Erzherzogin gut geht, würde sie am liebsten manchmal ganz laut schreien oder gar wegrennen. Ihr Leben ist wie auch unseres in der heutigen Zeit nicht immer leicht.

Darf man als vornehmes Fräulein zwei Männer, die sich unter dem Fenster unterhalten, belauschen?

Mimi hört unschöne Dinge, über sich. Sie kann es kaum glauben und ist empört. Was erlaubt sich der ihr bisher noch unbekannte Mann über sie zu sagen. Nach dem Konzert wird er ihr als Prinz Albert von Sachsen vorgestellt und bei Tisch ist er ihr Nachbar, den sie aber an diesem Abend weitgehend durch ihr Schweigen abwimmeln kann. Zur Schlittenfahrt nach Schönbrunn sieht sie ihn wieder, denn ihre Maman bestand darauf, dass sie ihn einlädt. Lange kann sich Mimi nicht beherrschen und sagt ihm in kurzen und knappen Bemerkungen, dass sie weiß, wie er über sie denkt, lässt ihrem brodelnden Ärger freien Lauf. Beim abendlichen Tanz allerdings bekommt ihre Laune eine Wendung, ein gewisser Ludwig verdreht ihr völlig den Kopf, sie möchte ihn öfter sehen. Albert kann nicht um Mimi kämpfen, er muss zurück nach Sachsen und seine Männer in die Schlacht begleiten. Aber auch Ludwig muss den Wiener Hof wieder verlassen. Mimi sieht Ludwig aber bald wieder, doch ihre Wiedersehensfreude hält nicht lange.

Ihre Enttäuschung und ihre Traurigkeit kann sie diesmal außer dem Tagebuch auch Isabella von Parma anvertrauen. Sie reist bald von Italien nach Wien, denn sie wird ihre Schwägerin werden. Beide bauen ein inniges Verhältnis zueinander auf, haben eine enge Beziehung, als wären sie Geschwister. Fast gleichzeitig beginnt ein reger Briefwechsel zwischen Albert und Mimi, die sich mit der Zeit immer sympathischer werden. Doch die Zeichen der Zukunft stehen nicht alle auf rosa. Es brechen schwere Zeiten an, Isabella wird Mutter, sie verliert ihren geliebten Bruder Karl und Mimi selbst ist im heiratsfähigen Alter.

Freiwillig greife ich zu keiner Biografie, aber was ist das Tagebuch?

Eine Biografie?

Ein Roman?

Ich meine es ist eine Biografie in tagebuchartiger Romanform.

Ein Schreibstil, den man sich öfters wünscht, vor allem bei biografischen Romanen. Etwas skeptisch und zögerlich las ich die ersten Seiten und stellte fest, wie wohl ich mich an Mimis Seite fühlte. Ob lange oder kurze Tagebucheinträge, jeder für sich hielt Neuigkeiten rund um ihr Leben bereit. Ich war die ganze Zeit über Mimis engste Vertraute, durfte lesen, was sie dachte, und wusste über ihre Gefühle Bescheid. Es ist ein Vergnügen mit der immer mehr erwachsen werdenden Erzherzogin zusammen zu sein. Sie hat Charme und als Lieblingstochter mehr Freiheiten als ihre anderen Geschwister, was das Leben für sie etwas vereinfachte. Gerade durch der Tagebuchstil wird das Lesen besonders, das Leben in Wien bunter und um ein vielfaches lebendiger.

Die Autorin Rebecca Novak vom August Dreesbach Verlag vereint in den Einträgen Mimis Gedanken, ihre Ideen, Lebenspläne, größte Hoffnungen wie auch vergangene Gespräche in wörtlicher Rede. So kommt das Gefühl auf, man erlebt das Geschehene noch einmal und ist in diesem Moment mit dabei. Obwohl Maria Christina ihr Tagebuch schon im 18. Jahrhundert schrieb, ist die unverstellte jugendliche Sprache und auch die allgemeine Denkweise, egal in welchen Kreisen man lebt, sehr, sehr ähnlich mit der unseren. Ein frisches Buch, Mimi ist ein starker Charakter und ich kann diesen historischen Roman einfach nur jedem Genussleser ans Herz legen. Das Leben am Wiener Hof sollte man kennen lernen, sich in die Vergangenheit begeben, in die Welt der Habsburger eintauchen. Dabei werden automatisch viele historische Ereignisse, wie zum Beispiel das Albertinum zu seinem Namen kam, aufgefrischt, man lernt sogar einen später sehr berühmten Komponisten kennen.

Kann man nach einem Buch Sehnsucht haben? Ja, kann man, das Tagebuch hat es mir gezeigt.

Unbedingt empfehlenswert ist die Hompage zum Tagebuch, auf der es umfassende aktuelle Informationen, wissenswertes über die Autorin und zur wahren Geschichte gibt.

  (13)
Tags: albert, bindung, ehe, erzherzogin, hochzeit, hof, isabella, liebe, ludwig, maria christina, prinz, tagebuch, versprechen, vertrauen, vertraute, wien   (16)

  

 

Magnolienschlaf
LOVELYBOOKS-Statistik

(35)

52 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

russland, krieg, alter, roman, russen

Magnolienschlaf

Eva Baronsky
Fester Einband: 184 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 28.02.2011
ISBN 9783351033385
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

In einem Vorort von Frankfurt liegt die 91-jährige Wilhelmine in ihrem Bett.

Seit sie gestürzt ist, kann sie nicht mehr laufen und muss rund um die Uhr verpflegt und gepflegt werden. Ihr Neffe Dieter hält sich aus allem weitgehend raus und überlässt die Pflege seiner Frau Karin. Diese ist genervt von Wilhelmine und verrichtet so schnell es geht die Besuche bei ihr. Nach getaner Arbeit verlässt sie sofort die Wohnung. Sie organisiert eine Pflegerin aus dem Osten, aus Smolensk, die sich in Zukunft um Wilhelmine kümmern soll. Die junge Russin Jelisaweta Fjodorowna Serebrjakow ist 23 Jahre jung und soll nun mit im Haus bei Wilhelmine leben und sie versorgen. Jelisaweta sieht für sich in Deutschland eine große Chance, will hier ihre Freiheit von der Mutter genießen und wird besser bezahlt als in ihrem Job im Krankenhaus in Russland.

Sie ist routiniert, umsichtig und herzlich.

Die beiden Frauen finden sofort einen Draht zueinander bis Wilhelmine hört, dass Jelisaweta, die sich als Lisa vorstellt, russisch spricht. Wilhelmine wird wütend, schimpft Lisa ein „Russenschwein“ und will sie nicht mehr um sich haben. Karin und Dieter haben sich bereits zurückgezogen und sind in den langersehnten Urlaub verreist. Lisa lässt sich beschimpfen und versucht trotzdem weiterhin Wilhelmine zu versorgen. Sie versteht nicht, woher die plötzliche Wut kommt, weshalb sie mit Ausdrücken beschimpft und mit Gegenständen beworfen wird. Sie bleibt dennoch da, aber sie kontert. Ein Krieg unter den Frauen beginnt. Jede versucht mit ihren Mitteln der anderen zu schaden. Lisa flüchtet nicht, sie möchte wissen was mit Wilhelmine los ist, welches Geheimnis in ihr schlummert, warum die russischen Menschen ihr ein Dorn im Auge sind. Sie denkt über ihre Familie nach, vor allem über die Erzählungen und Geschichten der verstorbene Babka.

Nach dem Prinzip der russischen Matroschkas enthüllt Eva Baronsky die Vergangenheit der Frauen. Die Wurzeln des Schmerzes werden frei gelegt, bei Lisa wie auch bei Wilhelmine. Die Kriegsvergangenheit von Wilhelmine ist der Auslöser für ihr Geheimnis, für ihre Wut und führt zu diesem schrecklichen Konflikt in der Gegenwart. Eva Baronsky beleuchtet die heutige Gesellschaft in Verbindung mit dem Zusammenleben und der Pflege von älteren Menschen. Die Gier nach Geld spielt und spielte in beiden Ländern eine große Rolle. Vor allem aber die Frage nach der Schuld am Erlebten, steht im Mittelpunkt. Der Krieg hat die Spuren lebenslang bei Wilhelmine gezeichnet, sie psychisch seit dem Tag im Bunker unter Kontrolle.

Etwas leichter ist es für uns, wenn die eigene Schuld anderen zugeschoben wird und man sich selbst nicht mehr im Mittelpunkt betrachtet. Dadurch wir das eigene Herz leichter, die Herzen anderer schwerer.

Lisa rennt nicht vor Wilhelmine weg, sondern bringt sie zum Reden, zu einem Geständnis. Sich selbst und ihre Familie verliert Lisa dabei nicht aus den Augen und versucht Verknüpfungen herzustellen um die Vergangenheit ihrer Mutter und der von Babka zu verstehen. Die eigene Identität, die eigene Vergangenheit und Familiengeschichte, rückt dabei immer mehr in den Vordergrund und beide Frauen können auf ihr Kriegsschlachtfeld blicken und verarbeiten was damals war und wie es heute weitergehen muss und kann.

Fesseln, spannend, unvorhersehbar – ein Roman der keine umfangreichen Handlungen benötigt um Tiefe zu erreichen um das Herz des Lesers zu berühren. Emotionen und Empfindungen werden feinfühlig wieder gegeben. In der Geschichte um die beiden Frauen wird deren ganz persönliche und eigene Geschichte lebendig.

Zwei Menschen innerlich so zart wie die Blätter der Magnolie. Wilhelmine äußerlich welk und am Verblühen - Jelisaweta äußerlich lebendig und am Aufblühen. Eva Baronsky lässt beide Protagonistinnen am Ende blühen - beide auf ihre ganz eigene Art.

  (20)
Tags: deutsche, russen   (2)

  

 

Mein Jakobsweg
LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

spanien, lebenserfahrung, selbstfindung, gedanken, jakobsweg

Mein Jakobsweg

Elke Sauer
Fester Einband
Erschienen bei Weltbild, 16.04.2008
ISBN 9783898979115
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Ein weiteres Buch, ein weiterer literarischer Schritt auf dem heiligen Weg.

Ich begleite Elke Sauer. Elke hat ihren Traum, nachdem sie ihre Krankheit, den Krebs, besiegt hat, verwirklicht. Alleine macht sie sich auf den Weg nach Spanien und beschreibt ihre Eindrücke und ihre Tagesabläufe. Schildert den täglichen Run auf die Pilgerherbergen und ihre Begegnungen mit anderen Pilgern. Unterwegs blickt sie zurück auf bewegende Lebensmomente, blickt aber genauso nach vorn. Das Ziel heißt Santiago de Compostela und bis dahin ist es ein langer Weg.

Sie findet einen für sich geeigneten Tagesablauf, liebt die frühen ruhigen Morgenstunden und findet sich schon in den Nachmittagsstunden an ihrem jeweiligen Tagesziel wieder. Dort lässt sie sich auf den Ort ein, erkundet die Sehenswürdigkeiten und kommt mit anderen Pilgern ins Gespräch. Die meiste Zeit versucht sie dennoch ganz für sich alleine zu verbringen. Ab und an tut ihr ein Wegbegleiter gut, doch oftmals kommt dadurch ihr persönliches Jakobswegbeschreiten zu kurz und sie sucht wieder etwas Abgeschiedenheit und Einsamkeit.

Die Gesundheit unterwegs ist ihr sehr wichtig und sie ist gut gerüstet. Nach und nach wird Elke Sauer aber etwas verleitet und besteigt immer häufiger den Bus oder mal ein Taxi um weiter voran zu kommen. Das Ziel rückt näher und auch ihr inneres Ziel, die Traumverwirklichung, wird wahr.

Elke Sauer erzählt in leichten Worten über ihr erstes und zweites Pilgern auf dem Jakobsweg. Sie zieht die schönen und auch unschönen Zeiten dieser unvergesslichen Tage hervor und schweift dabei aber immer wieder leicht ab. Die Bilder im Buch sind schön, sie rufen das Fernweh hervor, selbst diesen Weg zu beschreiten.

Ein Reisebericht, der sich zu lesen lohnt, leider aber immer wieder Schwachstellen aufweist, in dem es gehäuft um die Herbergen und deren Besonderheiten oder um motorisierte Fortbewegung geht.

Ultreia!

  (19)
Tags: einsamkeit, gedanken, gefühle, heimkehr, jakobsweg, lebenserfahrung, reflektion, selbstfindung, spanien, weg   (10)

  

 

Mädchenfänger
LOVELYBOOKS-Statistik

(267)

465 Bibliotheken, 8 Leser, 9 Gruppen, 75 Rezensionen

internet, thriller, entführung, usa, mädchenfänger

Mädchenfänger

Jilliane Hoffman , Sophie Zeitz
Fester Einband: 458 Seiten
Erschienen bei Wunderlich, 14.07.2010
ISBN 9783805208925
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:  
Tags:  

  

 

Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung
LOVELYBOOKS-Statistik

(25)

46 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

freundschaft, hoffnung, frankreich, enkeltochter, krieg

Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung

Philippe Claudel , Christiane Seiler
Fester Einband: 126 Seiten
Erschienen bei Kindler, 21.07.2006
ISBN 9783463404981
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Ein Auge lacht vor Freude Freudentränen, das andere Auge weint vor Traurigkeit Trauertränen. Lachenweinen – ein magisches Wort für mich. Ein Wort, was ich mit einem Menschen verbindet, eine Gemeinsamkeit, es passiert uns an ganz bestimmten Orten, zu ganz bestimmten Zeiten immer wieder.

Dieses Lachenweinen folgt auf ein Gefühl was tief in mir drin ist, ein Kreisel aus Freude, Glück, Trauer und Schmerz, eine ganz spezielle Mischung, die von zwei Menschen.

Philippe Claudel hat mir in diesem ruhigen, leisen Buch gezeigt, wie er mich zum Lachenweinen bringt und hat dies in einer Tour geschafft. Ich weiß es funktioniert bei mir nur mit diesem einen Menschen, es muss ein magischer Moment sein und das Buch hat bei mir diesen magischen Moment abgepasst.

„Guten Tag, guten Tag“ rufe ich laut, immer und immer wieder, genau wie Monsieur Linh. Für ihn sind diese Worte genauso heilig wie für mich das Lachenweinen und das macht ihn so stark.

Er ist einsam und alleine, keiner kennt seinen Namen. Er ist fast alleine, seine Enkelin Sang diu, gerade zehn Tage alt, ist bei ihm. Alle anderen sind tot, seine Heimat ist weit weg. Beide in einer fremden Stadt, in einem Flüchtlingsheim. Alleine, von anderen nur skeptisch beguckt. Sang diu ist für Monsieur Linh alles,wofür es sich zu leben lohnt. Der Verlust der Familie, der Verlust seines bisherigen Lebens, nur Sang diu kann diesen Verlust, diesen Schmerz kompensieren. Er behütet sie wie sein eigenes Herz, würde alles für sie geben. Die Tage ziehen ins Land und Monsieur Linh ist nach langer Zeit bereit den Schlafsaal zu verlassen. Auf der Straße, auf der Bank gegenüber des Parks trifft er Monsieur Bark. Er hat seine Frau verloren und klammert sich seitdem an Zigaretten, sie werden für ihn zu einem bestimmten Ritual, wenn er auf Monsieur Linh und seine Enkelin trifft. Auch das tägliche Treffen wird zu einer wohltuenden Gewohnheit, spezielle Treffen zwischen zwei Menschen, die äußerlich nicht die gleiche Sprache sprechen, aber innerlich genau dieselben Worte fühlen. Blindes Vertrauen und gehörloses Verstehen könnte man dies bezeichnen. Und dann passiert das, womit beide nie gerechnet hätten, eine Veränderung, die das gerade wieder lebenswerte Leben umstößt.

„Manchmal geschieht ein Wunder, manchmal, wenn man glaubt, alles um einen herum sei nur noch wüst und stumm, gibt es doch Glück, Lachen und neue Hoffnung!“

Eine Hymne an die Freundschaft, die keine Worte bedarf. Für mich mehr als nur nachvollziehbar, für mich lebbar, in allen Facetten. Eine freundschaftliche Liebe zweier Männer, die viel verloren und doch viel gefunden haben.

„Jeder Tag hat einen Morgen,
Immer kehrt das Licht zurück,
immer folgt ein neuer Tag…“

Ein wahrer Schatz, ein Herz voller Hoffnung, ein Buch was viele Sprachen spricht und einen festen Weg geht.
In einem Auge lacht die Sonne, in dem anderen weinen die Wolken nach diesem Buch, magisch ist es und weiterhin halte ich mit meinem Herz an der Hoffnung fest.

Genau wie Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung.

  (37)
Tags: enkeltochter, freundschaft, gefühl, hoffnung, land, liebe, sprache, tiefe   (8)

  

 

Märchen to go
LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

märchen, die nachtigall und die rose, der glückliche prinz, der geburtstag der infantin, oscar wilde

Märchen to go

Oscar Wilde
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Diederichs, 20.10.2009
ISBN 9783424350180
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  

  

 

Melodie der Meerjungfrauen
LOVELYBOOKS-Statistik

(20)

32 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

venedig, meerjungfrauen, maria, renzo, buch

Melodie der Meerjungfrauen

Michelle Lovric , Barbara Abedi
Fester Einband: 510 Seiten
Erschienen bei Loewe, 19.01.2010
ISBN 9783785568705
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Das alte Venedig als schwarz-weiß und eine am Meeresgrund tauchende Meerjungfrau in bunten Farben, verzieren das Cover des hochwertig gebundenen Buches.
Im Einband eine alt dargestellte Kartenfotografie von Venedig um1899. Über jedem Kapitel ist ein Ornament zu finden, in dem ein Hinweissatz steht und das Datum des Tages.

„Ist es so, wenn man stirbt?“ fragt sich Teodora, die nur Teo gerufen wird, kurz bevor sie bewusstlos wurde. Gerade als sie in der Buchhandlung in Venedig zu einem der Bücher ganz oben greifen wollte, fiel es ihr auf den Kopf. Als sie wieder erwachte und das Buch anschaute, zwinkerte ihr das Mädchen auf dem Cover zu, doch damit nicht genug, auf der ersten Seite steht ein Willkommensgruß und ihr Name oder besser gesagt, fast ihr Name. Teodora-von-der-traurigen-Erinnerung.

Die elfjährige Teo staunt nicht schlecht und merkt, dass in Venedig noch etwas mit ihr geschehen wird. Aber es wäre ja auch schade, wenn sie in Venedig nichts erleben würde, schließlich hatte sie ihre Adoptiveltern lange genug angebettelt, endlich nach Venedig zu reisen. Eine Reise war unumgänglich, denn beide sind Wissenschaftler und sollen auf der Wissenschaftlerkonferenz planen, wie Venedig gerettet werden kann. Teo sollte in der Zeit eigentlich etwas mit Maria, der Tochter einer anderen Wissenschaftlerfamilie, unternehmen, doch genau darauf hatte sie nicht die geringste Lust, Maria konnte ihr gestohlen bleiben. Dann findet sich Teo im Krankenhaus wieder und ein Buch findet den Weg durchs Fenster in ihre Hände. „Der Schlüssel zur geheimen Stadt“ für die Kinder von Venedig. Gerade als sie im Buch blätterte, schrak hoch, denn eine dunkle Figur stand am Fenster, ein Brustolon, eine unheimliche Statue. Dann überschlagen sich die Ereignisse und Teo gelangt auf eine Ebene, eine Ebene zwischen den Welten. Kinder können sie sehen, doch Erwachsene nicht und somit wird sie bald von ihren Adoptiveltern vermisst, trifft aber auf andere Wesen, wie zum Beispiel die Meerjungfrauen.

Das Buch hat viel mit ihr vor, schließlich soll Venedig gerettet werden und Teo spielt eine der Hauptrollen der Retterin. Doch ob der Plan aufgeht und wer ihr außer den Meerjungfrauen noch begegnet, ist ein großes Abenteuer und eine große Herausforderung. Teo hat nicht nur die Gabe, dass sie in den Köpfen anderer lesen kann, was diese gerade denken, nein, es steckt noch viel mehr in ihr und auch in ihrem Begleiter Renzo. Das versunkene Kind und der gelehrte Sohn Renzo sollen Bajamonte Tiepolo, den Verräter finden, fangen und vernichten, denn Venedig muss gerettet werden.

Ein leicht historisches Buch, ein dunkles Buch, ein trauriges Buch, eine gruselige aber abenteuerliche Geschichte. Keine liebevolle Reise mit den Meerjungfrauen durch das Meer, kein melodisches Miteinander der Protagonisten. Michelle Lovrics erstes Jugendbuch scheint vom Cover her für junge Teenager, vom Inhalt her ist es eher für reifere Jugendliche gedacht. Leider ist das nicht erkennbar, auch der Klappentext lässt nicht darauf schließen. Ein Buch, in dem viel gekämpft wird, denn das Ziel ist die Vernichtung des reichen, verwöhnten Adligen, dem umschränkten Herrscher von Venedig. Trotz einiger naiven und freundlich farbenfrohen Stellen ist der größte Teil des Buches schwarz-weiß und die düstere dunkle Stimmung hat die Oberhand. Zwar sind viele Handlungen unreal und hauptsächlich mit fantastischen Elementen durchzogen, dennoch bleibt die Grundstimmung dunkel, gefährlich und auch etwas brutal.

Absoluter Bonus zum Buch ist das Wissen um Venedig, das Michelle Lovric dem Leser vermittelt. Im Buch sind viele wahre Begebenheiten eingearbeitet und am Ende können diese nochmals erweitert und vertieft werden. Bajamonte Tiepolo, der Schlächter Biasio, die Beulenpest, venezianischer Sirup, Brustolons, die Kunst, die Sturmflut sowie viele Orte und Bauwerke wie die Rialto-Brücke, die Steinlöwen, das Haus der Geister, die Gräten von Sant’Elena, der Dogenplast, das Correr Museum und, und, und werden dem Leser näher gebracht.

…Wenn Ratten die Stadt fliehn auf ängstlichen Pfoten…
…Wenn die Pest wieder ausbricht und holt sich die Toten.
… Wer kann uns retten vor des Verräters Taten?
Das Geheimnis liegt begraben im Knochengarten.

  (35)
Tags: dunke. venedig, düster, gestalten, meer, merrjungfrauen, rettung, zwischen den welten   (7)

  

 

Man Down
LOVELYBOOKS-Statistik

(44)

77 Bibliotheken, 0 Leser, 11 Gruppen, 29 Rezensionen

drogen, liebe, gewalt, freundschaft, sex

Man Down

André Pilz
Flexibler Einband: 275 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 04.02.2010
ISBN 9783852186238
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Wer sich auf dieses Buch einlässt, sollte mit direkten und harten Worten umgehen können und sich auf eine ganz andere Leseebene einlassen.

Hier geht es nicht um Sonnenschein und um die schönen Seiten des Lebens, hier kommt mal der Schatten zu Wort, auch dieser gehört zum Leben dazu. Bei einigen ist der Schatten dominierender als der Sonnenschein und gerade dieser Blick ins Dunkel zeichnet das Buch aus. Wenn man nicht selbst gerade im Schatten steht, kennt man meist jemanden, der gerade dort steht, wo man nicht hin will.

Kai lebt in seiner eigenen Welt, der Alkohol und die Drogen wie auch der regelmäßige Sex, meist mich sich alleine, bestimmen seinen Tagesablauf. So geht es auch seinem eigentlich besten Freund Shane, ein Türke, der meist nie wirklich nüchtern wird. Bei ihm gehen ab und an Frauen ein und aus, dabei lernt Kai die beiden Mädchen Burack und Marion kennen. Marion hat von Anfang an die volle Aufmerksamkeit von Kai und beide kommen sich mal näher, entfernen sich aber meist genauso schnell. Kai hat ein großes Problem, er hat kein Geld. Nach einem Unfall schuldet ihm sein ehemaliger Arbeitgeber ganze Monatsgehälter, doch keine Chance, dieser zahlt nicht, sondern meldet Insolvenz an. Es ist einfach nichts zu holen, ein Kampf, den Kai aber weiter kämpfen will und muss. Bisher ohne Erfolg und daher muss Kai Schulden machen, er leiht sich Geld von den Brüdern seines besten Freundes. Die Brüder sind skrupellos und haben Bedingungen. Wenn das Geld zu bestimmten Zeitpunkten nicht zurückgezahlt wird, kann Kai sich auf einiges gefasst machen. Drogenschmuggel lautet die vorübergehende Lösung. Dieser muss sich Kai beugen, um der Gewalt zu entgehen, wenn er nicht seinen Körper verkaufen möchte oder Flaschen auf der Straße aufsammeln will. Ein Kreislauf mit mehr Schatten- als Sonnenseiten beginnt und auch mit Marion gibt es Probleme. Liebe oder keine Liebe, wenn Kai gerade fliegt vor Liebesglück, stürzt er im gleichen Moment auch schon wieder ab. Auch im Leben von Junkies und deren Umfeld spielt das Vertrauen eine große Rolle und vor allem die Ehrlichkeit. Außerdem hat Kai zwischen Liebe, dem Dealen und dem selber Konsumieren noch ein ganz anderes Problem, was er dringend für sich lösen möchte und es auch unbedingt lösen muss. Große Schritte muss er bewältigen, doch das ist alles andere als einfach.

„Das Paradies ist immer nur ein Wort entfernt.“

„Mein Leben für nen Kuss.“

Das Buch ist ein Zugewinn der ganz anderen Art, kein alltägliches Buch, weder ein Unterhaltungsroman noch ein Familienroman, weder ein Psychothriller noch ein Krimi. Ein Roman, wie ihn das Leben schreibt. Man kann die Protagonisten förmlich hören, sehen und riechen, so nah sind sie am Leser dran, und selbst die nicht alltäglichen Romanprotagonisten erzeugen viele Emotionen und zwischen den ganzen harten Sätzen und Handlungen sind kleine Flecken Sonne und Poesie zu finden.

„ManDown“

  (35)
Tags: drogen, junkie, kai, liebe, marion, münchen, sex, shane, tiefgang   (9)

  

 

Mit 18 mein Sturz
LOVELYBOOKS-Statistik

(14)

20 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 7 Rezensionen

jugendbuch, gefängnis, vorurteile, buchserie, messer

Mit 18 mein Sturz

Mihrali Simsek , Daniel Oliver Bachmann
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2010
ISBN 9783401064345
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Drinnen und Draußen.
Mihrali Simsek ist drinnen, vorher war er draußen.
Er sitzt im Gefängnis und erzählt in neun Kapitel, in denen sich drinnen und draußen abwechseln, wie er von seinem normalen Leben ins Gefängnis gekommen ist.

Eigentlich war sein Leben ja für einen „Kanaken“ in Deutschland, so bezeichnet er sich, wirklich okay. Trotz seiner eher zurückgebliebenen und gewalttätigen Freunde geht Mihrali auf das Gymnasium. Er könnte andere Freunde haben, bessere, aber er mag Mahmut, Erman und Han. Mahmut ist sein Blutsbruder, für ihn würde er alles tun, denn Mahmut würde auch alles für ihn tun. Doch würde er das wirklich? Würde er genauso loyal wie Mihrali sein und wenn es darauf ankommt den Mund halten und schweigen? Dann kommt der Tag, an dem Mihrali einem Jungen das Leben nimmt. Mihrali hat immer die Grenzen gekannt, gewusst, wann man aufhören musste, doch an diesem Tag hat er sämtliche Grenzen überschritten, denn es hatten zwar alle Waffen, doch nur er hat sie benutzt. Das Stoppschild übersehen, an dem er sonst immer angehalten hat.

Warte ab mit deinem Urteil, bis du die Geschichte kennst!

Daniel Oliver Bachmann hat Mihrali Simsek im Gefängnis besucht und hat als Co-Autor für ihn nun dieses Buch geschrieben. Ein Buch, ohne etwas schön zu schreiben, ohne etwas richtig zu stellen, ohne damit irgendwas wieder gut zu machen. Mihrali Simsek schilderte Daniel Oliver Bachmann, wie er sein damaliges Leben gesehen hat, wie es dazu kam und wie er darüber denkt, was er im Gefängnis erlebt, wie er sich und andere Häftlinge sieht. Zugleich wagt er einen kurzen Blick in die noch ungewisse Zukunft. Wie wird sein Leben nach sechseinhalb Jahren in einer Zelle aussehen und was wird er danach empfinden?

In bin ein einfacher Gefangener
Der meistgehasste Mensch der Welt
Zu Hitlers Zeiten wäre ich tot
Was mich am Leben hält, weiß ich nicht
Jeden Tag denke ich an die Nacht
Im System bin ich das Virus
Im Satz der Grammatikfehler
Am Fließband die Fehlproduktion
Nur meine Texte schaffen es aus der Zelle
Wer urteilen will, muss verstehen
Wer verstehen will, muss wissen
Über mich weiß man nichts

Mihrali Simsek: Wer solche Bücher liest, landet nicht im Gefängnis.

  (31)
Tags: ablauf, blut, blutsbruder, deuschland, freundschaft, gedanken, gewalt, haft, kanake, knast, lebensinhalt, loyalität, messer, mihrali simsek, tat, türke, vertrauen   (17)

  

 

Mauergewinner
LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

12 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 5 Rezensionen

ddr, kurzgeschichten, mauergewinner, ostberlin, alkohol

Mauergewinner

Liona Toussaint , Mark Scheppert
Flexibler Einband: 212 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 18.06.2009
ISBN 9783839106044
Genre: Biografie

Rezension:

Schon wieder ein DDR-Buch? Mauergewinner? Nun gut, kann man bei Gelegenheit, bei Mangel an guten Büchern mal beginnen.

STOP

Falsch gedacht, denn einmal reingeblättert und reingeblättert und reingeblättert, ist man auch schon mitten drin und lebt mit Mark Scheppert in seiner Kindheit, seiner Jugend und in seinem Erwachsenenleben.

Er erzählt frei von der Leber weg, wie er die DDR damals wahrgenommen hat, schildert seine Eindrücke, erzählt über sein Umfeld und vor allem über sich selbst.

Dieses Buch ist kein Buch, was die DDR in den Himmel hebt, kein Buch, was die DDR schlecht macht, es ist kein Buch über die DDR, sondern über ein Leben in der DDR.

Hier steht keine Flucht in den Westen zur Debatte, sondern hier geht es um Sommerferien, um die Schulzeit, die Pionierzeit, die Zeit in der NVA, über das alltägliche Leben mit seinen Sonnen- und Schattenseiten in der DDR.
In einem Redeschwall so flüssig und schnell wie das Wasser, wenn es aus einem Eimer gekippt wird, wird über damalige Lebensschwerpunkte wie über den Jugendclub, die Disko, Fußball, Freundinnen, Diebstähle, Abenteuer und über die Familie erzählt.

Ein Wiedererkennen, wenn man damals in der DDR gelebt hat, aber auch ein Wiedererkennen von vielen bekannten Gewohnheiten und Begebenheiten aus Erzählungen von Eltern und Großeltern, findet man als Leser vor. Auch für neugierige Westdeutsche ein absolutes Muss, denn so war es und so sah damals das Leben auf der anderen Seite der Mauer aus.

„DDR gut, UDSSR sehr gut, BRD böse, USA sehr böse.“

Geschüttelt von Lachkrämpfen musst ich das Buch immer mal zur Seite legen, einfach herrlich, was Mark Scheppert erlebt hat, vieles kann ich einfach nur bestätigen, denn einiges ist einfach noch heute so und das ist gut so, weil es eben ist, wie es ist. Erlebnisse mit Freunden und vor allem die Rivalitäten im Fußball, zwischen den Bundesländern und vor allem die Dialekte und Späße untereinander.

Irgendwann ist dann die Mauer offen, Deutschland ein Ganzes und wir alle haben nicht nur mehr Land zum Reisen dazu gewonnen, sondern noch viel, viel mehr.

„Unsere Kerze, die wir zwei Tage zuvor an der Kirche angezündet hatten, war also hilfreich gewesen, und knapp einen Monat später wurden auch wir in unsere vermeintliche Freiheit entlassen.“

  (35)
Tags: alf, alkohol, bfc, club, ddr, dieb, dynamo dresden, freunde, fußball, keller, leben, mark, mark scheppert, mauer, osten, ostsee, park, pionier, stasi, taube, westen   (21)

  

 

Mieses Karma
LOVELYBOOKS-Statistik

(976)

1.357 Bibliotheken, 19 Leser, 12 Gruppen, 264 Rezensionen

wiedergeburt, karma, humor, ameise, liebe

Mieses Karma

David Safier
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 01.05.2008
ISBN 9783499244551
Genre: Comic & Humor

Rezension:

Wer denkt heute eigentlich schon über eine eventuelle Reinkarnation nach?
Eigentlich niemand, so auch Kim Lange, eine bekannte Moderatorin, nicht. Wieso auch, denn ihr Leben könnte besser nicht laufen. Kind und Mann geht es gut und soeben hat sie auch noch den lang ersehnten Preis, den deutschen Fernsehpreis, gewonnen. Obwohl ihr bei der Entgegennahme ein schreckliches Malheur passiert, schafft sie es anschließend noch, sich mit Daniel Kohn zu trösten. Doch so ein Fremdgehen wird meist bestraft. Kurzer Sinn, lange Rede – ein Trümmerteil der russischen Raumstation kommt auf sie zu und erschlägt sie.
Was passiert, wenn man in einem Leben mieses Karma gesammelt hat? Die Antwort erfährt Kim prompt. Sie wird als Ameise wiedergeboren und findet sich in einem Erdloch wieder. Doch so ein Leben mit gewöhnungsbedürftigen Fühlern und vor allem einem dicken Po will sie einfach nicht hinnehmen. Wer mag schon den ganzen Tag sich mit Essensresten der Menschen abgeben. Außerdem würde sie gern wissen, wie es ihrer Tochter geht und wie ihr Mann ihren Tod verkraftet hat. Der Schock trifft sie sofort, als sie Nina, die sich schon einmal an ihren Alex herangeschmissen hat, in ihrer Wohnung sieht. Sofort packt sie der Ehrgeiz, gutes Karma zu sammeln, denn nur so kann sie die Reinkarnationsleiter wieder höher klettern. Gemeinsam mit Casanova setzt sie ihren Plan um.

Was für ein witziges, aber an manchen Stellen mehr als übertriebenes Buch. Aber so muss es wohl auch sein. Kim ist eine wunderbare Protagonistin, die mit viel Ironie, Lebensmut und immer einem flotten Spruch auf den Lippen gespickt ist. Ihre Gedankengänge als Mensch, Ameise oder – wird hier nicht verraten – sind so was von köstlich, lautes Lachen ist hier garantiert. Aber auch Kims neuer Ameisenfreund Casanova hat es in sich. Die Anmerkungen aus seinen Erinnerungen verleihen dem Buch noch mehr Witz, als es überhaupt vertragen kann.
David Safier hat die Sicht, was nach dem Tod alles passieren kann, so wunderbar schräg beschreiben, dass man sich nun zweimal überlegt, ob man Ameisen tötet oder doch lieber laufen lässt.

  (28)
Tags: ameise, casanove, daniel kohn, familie, fernsehpreis, karma, kim lange, reinkarnation, tiere, tochter   (10)

  

 

Man tut, was man kann
LOVELYBOOKS-Statistik

(102)

163 Bibliotheken, 2 Leser, 5 Gruppen, 44 Rezensionen

männer, humor, liebe, hochzeit, wg

Man tut, was man kann

Hans Rath
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Wunderlich, 01.07.2009
ISBN 9783805208703
Genre: Unterhaltungsliteratur

Rezension:

Lachmuskelmuskelkater

ist in diesem Buch einfach vorprogrammiert.

Als Paul erwacht, liegt er neben Kathrin. Das wäre alles nicht so schlimm, würde er nicht gerade in ein unangenehmes Gespräch verwickelt werden. Und würde sie ihm dann nicht auch noch einen Apfel-Möhre-Fenchel mit einem Hauch Sellerie-Saft anbieten, hätte er sogar noch Lust auf weiteren Sex mit ihr gehabt.
Dr. Paul Schuberth ist frisch geschieden und arbeitet in der Personalabteilung eines Zeitungsverlages. Im Verlag wie auch im Privatleben ist Stress vorprogrammiert. Stress in dem Sinne, dass Paul einfach immer hilft, niemandem absagen kann und seine Hilfe auch irgendwie von allen benötigt wird.
Sein Bekannten- und Freundeskreis besteht zum einen aus Fr. Hoffmann, seiner Sekretärin, die trotz diverser Schulungen, die zusammengenommen die Dauer eines Harvardstudiums überschreiten, bis heute nicht in der Lage ist, mit dem Internet umzugehen oder E-mails zu versenden.
Zum anderen aus Kathrin, mit der Paul nun bereits zum dritten Mal geschlafen hat. Wie es diesmal dazu kam, wird mühsamer zu rekonstruieren sein als das Kennedy-Attentat.
Tommi, eigentlich Thomas, eine viktorianische Gouvernante, lebt mit seiner geschiedenen Frau und seiner Ersatztochter zusammen und bringt sämtliche Alkoholika in einer Art Waffenschrank unter, dessen Schlüssel wahrscheinlich bei einer Schweizer Bank deponiert wird und nur vor Festtagen eingeflogen wird.
Das Chaos vervollständigen Freund Günther, der unbedingt Iggy heiraten möchte, Bronko – Kathrins Bruder, der immer rechts oder links an Paul vorbeischielt. Zu allerletzt wären da Schamski, Vertriebschef, Freund und umgänglichster Kollege, Pauls Hund Felix, aber auch Fred gerufen, und vor allem jede Mengen Frauen.

Mitte vierzig ist das Leben noch längst nicht vorbei, es geht scheinbar dann erst richtig los.
Denn haben die Götter Paul die große Liebe missgönnt, ihm dafür aber eine passable Karriere zugeschrieben oder tauschen die Götter auch manchmal? Oder sollte man eher an Statistiken als an Zufall glauben?

Ein wirklich grandioses Buch, bei dem ich so oft lachen musste, dass ich richtigen Lachmuskelmuskelkater bekommen habe. Das geht nicht? Jawohl, es geht.
Man nehme dieses herrliche Buch zur Hand, tauche in die Welt von Paul oder werde am besten zu Paul und die Katastrophen nehmen seinen Lauf. Einfach witzig, in die Gedanken eines männlichen Wesens einzutauchen und in diese Achterbahn des trockenen Humors einzusteigen. In der Ich-Perspektive werden irrwitzigen Vergleiche, bildliche Umschreibungen detailgetreu erzählt, zum Schieflachen.

Ich möchte unbedingt wissen, ob Hans Rath Pauls Leben genauso weiterzeichnet, wie ich es tun würde.
Eine Fortsetzung ist dringend erwünscht!

  (23)
Tags: 42, chaos, hochzeit, liebe, männer, paul, wg   (7)

  

 

Mein kleines Märchenbuch
LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

jorinde, rosenrot, knüppel, schneeweißchen, vater

Mein kleines Märchenbuch

Gebrüder Grimm ,
Pappbuch: 91 Seiten
Erschienen bei Der Kinderbuchverl.
ISBN B0000BISAI
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Ein wunderbares Büchlein mit fünf Märchen der Brüder Grimm.
Das Waldhaus, Jorinde und Joringel, Schneeweißchen und Rosenrot sowie Frau Holle und Tischchen deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack.
Wie immer schön, vor allem auch die Illustrationen.

  (18)
Tags: frau holle, goldesel, jorinde, joringel, knüppel, rosenrot, sack, schneeweißchen, tischchen, vater, wald, waldhaus, zauber   (13)

  

 

Meine freie deutsche Jugend
LOVELYBOOKS-Statistik

(14)

20 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

ddr, mauer, fdj, berlin, mauerfall

Meine freie deutsche Jugend

Claudia Rusch
Flexibler Einband: 156 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 15.02.2005
ISBN 9783596159864
Genre: Biografie

Rezension:

Genau wie ihr zweites Buch "Aufbau Ost" hat mir auch ihr erstes Buch sehr gut gefallen. Das ganze DDR-Flair und die Mauergeschichte sind vor allem bei meiner gestrigen Zugfahrt durch Ost und Westberlin noch besser zum Ausdruck gekommen. Die Tafel am Mauerpark in Berlin hat mir die Einleitung zum Buch noch weiter vereinfacht.
Das Buch ruft in mir Erinnerungen wach vor allem an die Erzählungen von meiner Familie. Claudia Rusch erzählt wie sie in der DDR aufgewachsen ist und schildert ihre prägendsten Erlebnisse. Es hatte warscheinlich fast jeder DDR-Bürger die gleichen Ansichten. Mir hat es die DDR noch ein Stück näher gebracht und ich fand den Ausflug in die damalige Zeit und Lebensweise sehr anschaulich und informativ.
Empfehlenswert.

  (20)
Tags: 09.november 1989, alltag, bananen, berlin, ddr, jugend, mathe, mauer, mauerfall, ostsee, trabant   (11)

  

 

Mutige Menschen – für Frieden, Freiheit und Menschenrechte
LOVELYBOOKS-Statistik

(17)

26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

mahatma gandhi, martin luther, alice schwarzer, mut, nelson mandela

Mutige Menschen – für Frieden, Freiheit und Menschenrechte

Christian Nürnberger , Katharina Bußhoff , init
Fester Einband: 253 Seiten
Erschienen bei Gabriel Verlag/Thienemann, 22.09.2008
ISBN 9783522301589
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Mutig, mutiger, am mutigsten...
...sind die Menschen in Christian Nürnbergers Buch.
Wer genauso ein Geschichtsmuffel ist wie ich, wird durch dieses schulbuchgroße Buch vorerst abgeschreckt. Das Cover bzw. die Gestaltung des Buches ist nach meiner Meinung sehr langweilig und fade. Im Buchhandel wäre es mir sicher nicht aufgefallen, da es nicht zum zugreifen einlädt. Jedoch sagt die Gestaltung meines Erachtens aus, dass Gewalt/Krieg (Stacheldraht) nur mit Liebe/Frieden (Rose) zu lösen ist.
Der Inhalt ist einfach, sehr informativ und in einem romanartigem Schreibstil, das einem sämtliche Daten der mutigen Menschen, in Erinnerung beiben.
Im Vorwort wird Mut an einem Tierbeispiel erklärt und dieses Beispiel wird nach und nach auf das tägliche Leben bezogen. Die 12 mutigen Menschen werden teilweise schon im Vorwort erwähnt und ihre Taten hervorgehoben.

Zu den mutigsten der Mutigen gehören in Christian Nürnbergers Buch: Ayaan Hirsi Ali, Alice Schwarzer, Martin Luther, Bartolome de Las Casas, Nelson Mandela, Rosa Parks, Mahatma Gandhi, Wangari Maathai, Bertha von Suttner, Peter Benenson, Anna Politkowskaja und Bärbel Bohley.

An jedem Kapitelanfang ist die jeweilige Person als Karikatur abgebildet. In fast allen Fällen sind diese ganz gut getroffen, zumindest wird dem Leser ein Bild geboten an dem er sich orientieren kann. Die wichtigsten Daten der Personen sind zuerst stichpunktartig zusammengefasst. Dann beginnt die jeweilige Geschichte der Personen die in einfacher Sprache, kurzen Sätzen und verständlichen Worten geschrieben ist.
Die Wahl der Persönlichkeiten finde ich sehr gut, da nicht nur über die bekanntesten sondern auch über die nicht so bekannten Menschen geschrieben wird. Es werden nicht immer nur die Menschen, sondern auch deren Umgebung, Freunde, Familie und Organisationen beschrieben.

Das Buch regt zum Nachdenken an und bringt durch den einfach gehaltenen Stil die doch ab und zu sehr trockenen Informationen, gut an den Leser und das Merken der Daten wird etwas leichter. Dennoch ist es ein Sachbuch, was nicht wie ein Roman verschlungen werden kann.

Ein gelungenes Buch mit vielen Informationen, was stellenweise wirklich wachrüttelt und aufruft selbst mutiger zu sein.

  (16)
Tags: alice schwarzer, anna politkowskaja, ayaan hirsi ali, bartolome de las casas, bertha von suttner, bärbel bohley, mahatma gandhi, martin luther, nelson mandela, peter benenson, rosa parks, wangari maathai   (12)

  

 

Mein liebestoller Onkel, mein kleinkrimineller Vetter und der Rest der Bagage
LOVELYBOOKS-Statistik

(49)

72 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 28 Rezensionen

familie, humor, deutschland, geschichte, hunsrück

Mein liebestoller Onkel, mein kleinkrimineller Vetter und der Rest der Bagage

Frank Jöricke
Fester Einband: 248 Seiten
Erschienen bei Solibro Verlag, 24.08.2007
ISBN 9783932927331
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Das erste Buch von Frank Jöricke - Mein liebestoller Onkel.....- hat mir recht gut gefallen. Zum Schluss war ich geneigt dem Buch 4 Sterne zu geben, habe mich jedoch am Ende für 3 Sterne entschieden. Das Buch besteht aus 37 Kapiteln die jeweils für 1 Jahr stehen. Den Anfang macht das Jahr 1967, das Ende das Jahr 2003. In den Kapiteln sind immer geschichtliche Ereignisse mit den privaten Geschehnissen verknüpft. Einfach herrlich: z.Bsp. " In der Woche, als meine Mutter zu R.C zog, verklagten Alice Schwarzer und Inge Meysel den Stern wg. sexistischer Titelbilder". Fast alle Kapitel fangen mit so einer Verknüpfung an und sind oft sehr humorvoll und haben mich zum lachen gebracht. Leider sind aber die Kapitel immer genau dort am Ende wo man am neugierigsten ist und gern mehr erfahren möchte. Dann wiederum sind Kapitel die nicht allzu spritzig sind zu lang und dehnen das ganze nur unnötig in die Länge. Nach 2003, dem Ende des Romans hat Jöricke noch einmal alle Jahre kurz zusammen gefasst und bietet dem Leser zu den jeweiligen Themen noch Links, Bücher, Filme und und und zum Weiter - Nachlesen an.

  (23)
Tags: ddr, der super-gau, die flut, disco, femnismus, gute zeiten schlechte zeiten, internet, iran, jahre, klimawandel, lady di, maueröffnung, mercedes, neubausiedlungen, sonnenfinsternis, studentenunternehmen, viagra   (17)

  

 

Marionetten
LOVELYBOOKS-Statistik

(44)

77 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

hamburg, terrorismus, geheimdienst, terror, geheimdienste

Marionetten

John Le Carré
Fester Einband
Erschienen bei Ullstein Buchverlage
ISBN 9783550087561
Genre: Sonstiges

Rezension:

Wer ist von Wem die Marionette...
...wer zieht an welchen Fäden und wer zieht gemeinsam an einem Strang ?

John le Carre erzählt von dem tschetschenen Issa, dem Flüchtling der illegal nach Deutschland kommt. Vorerst lungert er auf den Straßen Hamburgs herum, findet aber in kurzer Zeit bei einer fremden türkischen Familie Unterschlupf. Melik der Boxer und seine Mutter Leyla nehmen Ihn mit ungutem Gefühl auf, da sie selber nicht 100%ig legal in Deutschland leben. Die Personen werden von le Carre sehr umfangreich beschrieben, der Leser kann sich gut in alle drei Personen reindenken. Doch schon bald kommen weitere Personen dazu, die Anwältin vom Fluchthafen Hamburg - Annabel Richter - und der Bankier - Brue Thommy -. Die Verfolgungsjagd beginnt und das Netz wird größer gesponnen. Es tauchen von Seite zu Seite immer mehr Personen mit unterschiedlichen Charakteren auf, die vorerst schlecht einzuordnen sind. Issa steht wegen seinem millionenschwerem Erbe im Mittelpunkt der Ermittlungen der Geheimdienste und wird nun beschattet, da eine Verbindung zu terroristischen Aktivitäten vermutet wird. Britische und deutsche Geheimdienste wollen nun schnellstmöglich "Operation Felix" beenden, stehen sich aber oftmals gegenseitig im Weg. Wer ist Issa wirklich - ein unschuldiger Flüchtling der den deutschen Pass benötigt um sein Arztstudium zu beginnen oder der gefährliche Tschetschene der terroristische Organisationen mit seinem Erbe unterstützen will ?

In "Marionetten" gibt es keinen Hauptprotagonisten, John le Carre erzählt immer wieder aus anderen Perspektiven. In seinem Buch geht es nicht darum die Spannung immer am Limit zu halten, sondern mit kleinen Details und immer wieder neuen Verwicklungen das Interesse des Lesers zu wecken. Wer aber dachte das im Vordergrund der 9/11 steht wird etwas enttäuscht, denn es geht um die Entwicklung in Deutschland nach dem Anschlag. Misstrauen, Skepsis und Vorsicht stehen auf der Tagesordnung. Bei den Romanfiguren spart le Carre etwas mit der Tiefgründigkeit, nur sehr wenig wird auf familiäres eingegangen.

Bei lesen habe ich oft Gänsehaut bekommen, da Hamburg nicht allzuweit entfernt liegt und dort warscheinlich bald täglich im "flucht-punkt" Menschen wie Issa ankommen. Das Buch hat mich sehr zum nachdenken angeregt, leider hat mich aber auch das offene Ende ein wenig enttäuscht. Gern hätte ich noch mehr über das Leben von Melik und Leyla erfahren und wie es mit Annabel und Brue weitergeht. Ein anspruchsvolles Buch was den Leser in eine nachdenkliche Stimmung bringt.

  (17)
Tags: 11. september, annabel richter, arzt, bank, computer, erbe, erna frey, fluchthafen, geheimdienst, geld, georgie, hamburg, holger, issa, kgb, leyla, lipizzaner, meilenstein, melik, operation felix, organisation, projekt, rucksack, schwarzgeldkonto, tommy brue, versteck   (26)

  

 
42 Ergebnisse