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Unser Vater Charles Dickens
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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

dickens, biographie, leben, tod, geschichten

Unser Vater Charles Dickens

Mary Dickens , Charlie Dickens
Fester Einband: 206 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 12.10.2011
ISBN 9783351033668
Genre: Biografie

Rezension:

Vor allem um die Weihnachtszeit erinnern wir uns an den Geizkragen Ebenezer Scrooge den Charles John Huffam Dickens erschaffen hat. Die Weihnachtsgeschichte – eine Geschichte bestehend aus moralischem Zweck und phantastischer Handlung. Doch wer war Charles Dickens eigentlich, wie hat er gelebt, wie haben ihn die Menschen die ihm nah standen betrachtet.

Charles Dickens Kinder Mary, Mamie genannt, und Charlie haben die Erinnerungen an ihren Vater nieder geschrieben und bringen ihn Wort für Wort näher.

Dickens war ein Mann, der den ganzen Tag in Action war, könnte man sagen. Hatte er keine einfache Kindheit, geprägt vom zeitigen Arbeiten in einer Schuhpoliturfabrik und von einem armen Elternhaus, sollte sein Erwachsenleben ganz anders werden. Er wollte studieren und schreiben und wurde Berichterstatter. Er schrieb und schrieb, wurde Journalist, reihte Geschichten an Geschichten und wurde immer bekannter. Er hielt erst einzelne Lesungen, ging dann auf Lesereisen und hatte zudem noch 10 Kinder, die zu versorgen waren. Dickens liebte es, auf den Bühnen zu stehen, selbst Stücke aufzuführen und immer viele Menschen um sich zu haben. Das war sein Ruhepol, der Trubel in seiner Familie, unter seinem Leservolk. Dickens erweckte Romanfiguren ins Leben, die uns heute noch bekannt sind, die durch ihre charakterlichen Besonderheiten, einfach nicht in Vergessenheit geraten können.

Das kleine rote Büchlein ist ein wahrer Schatz, Inhalt und Aufmachungen gehen Hand in Hand. Zwar kein Weihnachtsbuch, aber für die ruhige, entspannte Phase im Jahr, könnte es passender nicht sein. Ein guter Lesezeitpunkt. Ein Dickenswörtergeschenk, in dem seine Kinder auch ein paar Themen erwähnen, die er vielleicht dann doch lieber etwas geheimer gehalten hätte.

Einen wahrlichen Worteschwall und Bilder von Mr. Rail findet ihr hier:
http://blog.lovelybooks.de/2011/12/04/mein-vater-charles-dickens-eine-klassische-annaherung/

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Tags: dickens, familie, geschichten, leben, tod, werke   (6)

  

 

Und in mir der unbesiegbare Sommer
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87 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

sibirien, litauen, jugendbuch, krieg, russland

Und in mir der unbesiegbare Sommer

Ruta Sepetys , Henning Ahrens
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 19.08.2011
ISBN 9783551582546
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

…unscheinbar, leise und weiß wie frisch gefallener Schnee schleicht sich das Buch ins literatwoische Wohnzimmer. Es liegt ganz ruhig da, traut sich nicht sich zu bewegen, es scheint eingefroren zu sein. Der Schutzumschlag fühlt sich kalt an. Und doch zieht es magisch an, etwas unbesiegbares scheint in ihm zu warten. Es ruft, es möchte gelesen werden, es trägt eine Geschichte in sich, die warm und kalt zugleich ist. Die wunderschön und doch so grausam ist, die etwas Liebe und mehr Leid in sich bereit hält. Weiß - die Hauptfarbe des Covers – rein, unbefleckt, unschuldig, frisch. Weiß – die Farbe des Glaubens, des Lichts, der Bescheidenheit, der Wahrheit und der Klugheit.

Bereits die erste Begegnung mit Lina, einem fünfzehnjährigen Mädchen aus Litauen, verläuft hektisch. Lina muss packen, jetzt sofort. Es stehen Männer vor der Tür, böse uniformierte Männer, sie reden mit ihrer Mutter in einem unfreundlichen Tonfall. Lina soll sich beeilen, es bleiben 20 Minuten in denen sie schnell ein paar Sachen einpacken soll, viele warme Sachen und auch wertvolle Gegenstände, nur nützliches darf mit. Lina versteht die Welt nicht mehr, sie steht unter Schock, ihr Vater ist nicht da, ihr 10jähriger Bruder Jonas ist völlig durcheinander und ihre Mutter ist voller Panik und die Männer der sowjetischen Geheimpolizei schauen auf die Uhr und warten ungeduldig. Sie müssen los, ein Lastwagen steht vor der Tür, in dem bereits einige andere Menschen mit ihrem Gepäck sitzen. Menschen die auch auf der Liste stehen. Angstvolle Gesichter blicken Lina an, Lina die noch immer ihr geblümtes Nachthemd anhat, wie sie erst jetzt merkt. Eine lange Reise ins Ungewisse beginnt, eine Reise die leider kein fürchterlicher Alptraum ist.

Die Fahrt im Lastwagen gleicht einem beginnenden Höllentrip. Angst, Verzweiflung und Panik liegen in der Luft und ständig kommen mehr Menschen dazu. Vor allem Frauen und Kinder, einige sind verletzt und eine Mutter die soeben ihr Kind entbunden hat, liegt blutend auf dem Boden. Ein glatzköpfiger Mann murmelt, dass alle sterben werden. Lina versucht nach draußen zu schauen, sie sucht ihren Vater, Kostas Vilkas, der Rektor der Universität ist. Sie sieht ihn nicht, dafür aber Mutters Cousine, die nach ihnen ruft, doch Mutter schaut sie nicht an. Die Fahrt endet an einem Bahnhof. Dawai!, Dawai!, rufen die sowjetischen Offiziere. Dawai!, dawai!, alle Gefangene sollen in die Waggons einsteigen, Beeilung, alles muss schnell gehen. Hunderte, tausende von Menschen hetzen, werden getrieben, alle als kriminell eingestuft. Fast wurde Jonas von ihnen getrennt, Linas Mutter konnte mit einer Taschenuhr, die sie zum Glück bei sich trug, schlimmeres verhindern.

„Habt ihr euch je gefragt, wie viel ein Menschenleben wert ist? An diesem Morgen hatte das Leben meines Bruders den Wert einer Taschenuhr.“

Der Waggon ist überfüllt, es stinkt und niemand kennt den Grund warum er gefangen ist. In einem Waggon mit der Aufschrift „Diebe und Huren“, ein Waggon der anfängt zu rollen, in eine Zukunft die keiner kennt. Noch nicht. Lina und Jonas vermissen ihren Vater, er muss doch auch irgendwo sein, in einem Männerwaggon vielleicht. Auch Andrius der mit seiner Mutter im Waggon sitzt, hält nach seinem Vater ausschau und springt aus dem Wagen als dieser hält. Lina und Jonas folgen, sie kriechen zwischen den Rädern von Wagen zu Wagen, neben diesen stehen die Offiziere mit geladenen Gewehren, bereit auf jeden zu schießen, der sich außerhalb des Zuges befindet, der flüchten will. Lina kann ihr Glück nicht fassen, für einen kurzen Moment ihren Vater zu sehen um anschließend wieder lebend zurück zu ihrer Mutter in den Waggon zu rennen. Die Fahrt geht weiter, es wird kälter, die Zeit scheint kaum zu vergehen. Es ist eng, es stinkt, es ist dunkel, niemand weiß wo der Zug lang fährt, ob er je wieder halten wird und vor allem was dann passiert. Ungewissheit und Hunger machen sich breit, fressen sich in die Seelen der Gefangenen.

Ein anderes Leben beginnt für Lina, Jonas und deren Mutter. Kein weiß was er tun soll, es heißt abwarten und hoffen. Alle noch lebenden im Waggon wachsen immer mehr zusammen, sind füreinander da und schwören sich, immer beeinander zu bleiben. Lina versucht ihren Schockzustand abzuschütteln, ihr Gedankenkarussell für einige Momente anzuhalten und beginnt in den Staub auf dem Boden zu zeichnen. Sie wollte Kunst studieren und nutzt jede Möglichkeit sich kreativ auszuleben. Nun sucht sie Zettelfetzten und irgendwelche Gegenstände mit denen sie zeichnen oder schreiben kann. Sie ritzt ins Holz, sie möchte festhalten, was ihr und den anderen passiert. Sie verarbeitet Momente in Zeichnungen mit der Hoffnung, dass diese gefunden werden. Zettel voller Botschaften fertigt sie an, vor allem für ihren Vater, damit sie ihn irgendwo wiederfindet. Wo auch immer es möglich ist, versucht sie Spuren zu hinterlassen, Hilfeschreie, damit irgendwann bekannt wird, was ihnen passiert ist. Nach tagelanger Reise hält der Zug mit den abgemagerten, frierenden und kranken Menschen endlich an. Dawai!, dawai!, ertönt es unermüdlich aus den Mündern der sowjetischen Offiziere. Dawai!, dawai!, willkommen im neuen Leben, willkommen im Arbeitslager. Der Alptraum geht weiter und steigert sich ins unermessliche. Tod, Krankheit, Gewalt, Angst, Schmerz, Kälte, Hunger, und Arbeit kennzeichnen die Tage.

„Ich pflanzte einen Samen des Hasses in mein Herz und schwor, dass er zu einem großen Baum heranwachsen würde, dessen Wurzeln alle Feinde erwürgen."

„Ich zeichnete ein Hakenkreuz auf Jonanas Handfläche, Hammer und Sichel auf meine Handrücken und dazwischen eine zerfetzte, fallende litauische Flagge.“

Mit ist kalt, ich bin emotional, ich bin ergriffen und kann kaum schlucken während ich lese. Die Autorin Ruta Sepetys lässt mich zu Lina ihrem Schatten werden. Ich musste genauso hektisch meinen Koffer packen, saß mit im Lastwagen, saß mit im Waggon nach Sibiren, war mit im Arbeitslager. Meine Hände konnten vor zittern kaum das Buch halten, ich fühlte mich kraftlos und fröstelte. Und doch lebte die Hoffnung in mir, wie ein unbesiegbarer Sommer. Lina kämpfte innerlich, zeichnete und musste stark sein. Ihr Schicksal akzeptieren, ihr Schicksal leben, ihr Schicksal in Leben umwandeln. Sie klammerte sich an jeden noch so kleinen Lichtblick, umgeben allerdings von dunkelster Dunkelheit. Fühlte täglich die Pistole im Nacken, den Tod im Blick, doch kleine Atemzüge voller Glück erwärmten ihren innerlichen Kämpfermotor. Jonas und ihre Mutter konnte sie nicht im Stich lassen und der Stein, welchen ihr Andrius schenkte, hielt ihr dieses Ziel unermüdlich vor Augen. Bestimmte Worte und Handlungen erzeugten in Lina Gedanken an ihr bisheriges Leben, an das sie fortwährend denkt. Ein Leben voller Wärme, Liebe und Wohlbefinden. Ein Leben was es nur noch in ihren Erinnerungen gibt.

Ruta Sepetys widmet dieses Buch ihrem Großvater Jonas Sepetys, er war hoher Offizier als der Hitler-Stalin-Pakt geschlossen und Litauen sowjetisch besetzte wurde. Menschen wurden in Gruppen eingeteilt, deren Namen auf Listen notiert, Männer und Frauen getrennt und schließlich deportiert. Er wurde exekutiert.

Die Autorin hat mit ihrer Hauptprotagonistin und Ich-Erzählerin Lina einen Charakter geschaffen, der stark und verletztlich zugleich ist. Lina erzählt eine Geschichte, die leider nicht nur eine Geschichte ist und zwar so authentisch, direkt und unverschönt, dass man als Leser einen Gefühlsstrudel erlebt, schwitzt und friert zugleich. Gezielte Wortestiche lösen im Leser das Nachdenken über die Kriegszeit aus, machen noch bewusster, was damals passierte. Die Meisten kennen nur die deutsche Geschichte über den Nazionalsozialismus, die mindestens genauso grauenvolle Zeit in den baltischen Ländern jedoch wird selten erwähnt, bleibt oft unerwähnt.

Hätten wir das überlebt?

Was Lina in all den Jahren passierte, unter welchem Druck und unter welchen Ängsten und Qualen sie litt, was sie mit erleben und ansehen musste.

Die Autorin hat aus meiner Sicht ihr Ziel erreicht. Sie wollte ein Stück der Geschichte Litauens unvergessen machen. Das ist ihr mit diesem Buch mehr als gelungen, mehr als das. Im Video auf ihrer Homepage erzählt die Autorin selbst, warum sie dieses Buch schrieb und warum es für sie eine Liebesgeschichte ist…

Ich bin ergriffen, vor allem nach dem Epilog und meiner persönlichen Erkenntnis, das nach allem was passierte, nach allen Qualen, nach allem Leid, eine Person, die ich während des Lesens abgrundtief hasste, doch etwas liebenswertes an sich hatte. Die damaligen Menschen waren auch nur Menschen und taten das, was sie tun mussten, ob sie es wollten oder nicht. Emotional lausche ich immer wieder den Worten der Autorin und den Menschen, die sie in Litauen getroffen hat, um mehr über die Vergangenheit zu erfahren.

LIEBE IST DIE STÄRKSTE ARMEE – ein Satz von ihr, der wunderschön ist, absolut hervoragend zum Buch passt und vor allem so wahr ist.

Tief, tiefer, grenzenloser Tiefgang…Danke Ruta Sepetys für diesen Roman, ich bin immer noch bei Lina.

Bebilderter bericht auf:
http://literatwo.wordpress.com/2011/11/17/und-in-mir-der-unbesiegbare-sommer/

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Tags: angst, arbeitslager, deportation, glaube, glück, hitler-stalin pakt, jonas, leid, liebe, lina, litauen, schmerzen, stärke, tot, verzweiflung   (15)

  

 

Und im Zweifel für dich selbst
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204 Bibliotheken, 5 Leser, 7 Gruppen, 36 Rezensionen

tod, freundschaft, trauer, liebe, berlin

Und im Zweifel für dich selbst

Elisabeth Rank
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 01.02.2010
ISBN 9783518461433
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Gerade bin ich von einem Roadmovie, was glücklich ausgegangen ist, zurück, schon falle ich ins nächste Roadmovie hinein.

Gut oder schlecht?
Ein Medaillon hat meist zwei Seiten und nach der Sonne folgt nun der Regen.

So geht es Lene, sie ist verliebt, fliegt förmlich mit ihrem Tim durchs Leben und genießt die gemeinsame Zeit, die Liebe.
Doch dann kommt alles anders, denn Tim verunglückt tödlich.

„Ich habe Angst. Ich habe plötzlich vor so vielem Angst, dass ich glaube, ich werde verrückt, wenn das nicht bald weggeht.“

Als Leser kenne ich niemanden, selbst auf den ersten Seiten erfahre ich nicht wirklich, mit wem ich es zu tun habe. Das Buch liest sich wie von hinten nach vorn, der Tod zuerst und dann wird das Leben vor dem Tod und parallel dazu das jetzige Leben aufgeblättert. Nach und nach lerne ich Lene und Tonja kennen und drei Männer, die den beiden Frauen sehr nahe stehen. Es zieht, es schmerzt, es fließen Tränen, dennoch ist die Stärke da, mit Lene und Tonja die Trauerzeit zu durchleben. Eine Flucht zu begehen, in der gerannt wird, geschwiegen wird, der Körper nicht mehr beim Geist ist und dennoch eine Flucht, auf der alles wieder vereint werden soll.

Ein Roadmovie, in dem Angst, Verzweiflung, Selbstfindung, Wahrnehmung, Trauer, Schmerz, Verlust und eine große Bandbreite der vielschichtigsten Gefühle mitspielen.

Man sitzt dabei mal auf dem Fahrersitz, dann auf dem Beifahrersitz, hinten auf der Rückbank, im Kofferraum oder man rennt ein Stück hinter den beiden her, sieht sie von weitem kommen oder schaut zu, wohin sie fahren.

Ein langer und breiter Weg, viele Fragen auf dem Weg in ein plötzlich anderes Leben, mit verändertem Umfeld und auch ganz anders getaktetem Herz.

Leichte Wörter mit schwerem Hintergrund und viel Poesie machen die Protagonisten und deren Blickwinkel lebendig und lassen nicht mehr los.

„Ich glaube nicht, dass es irgendwann aufhört. Das mit uns war irgendwie immer.“

„Denn wenn du gehst, dann ist das immer noch so, dann geht das nicht weg, was ich immer zu dir sage und was du zu mir sagst, denn auch wenn du schon am S-Bahnhof bist oder….“

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Tags: angst, aussichten, flucht, gefühl, leben, lene, schweigen, strand, tim, tod, tonja, vincent, zukunft, zweifel   (14)

  

 

Unser allerbestes Jahr
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152 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 27 Rezensionen

vater, filme, sohn, schule, drogen

Unser allerbestes Jahr

David Gilmour , Adelheid Zöfel
Fester Einband: 253 Seiten
Erschienen bei Fischer, S, 06.02.2009
ISBN 9783100278197
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Die Liebeserklärung eines Vaters an seinen Sohn.
Anders kann man dieses Meisterwerk fast gar nicht betiteln. Schon die ersten Seiten haben in mir verschiedenste Gefühle ausgelöst. Von Trennungsschmerz über Zuneigung zu Hass und Liebe.

David Gilmour´s Sohn Jesse hat keine Lust mehr auf die Schule. Generell ist er eher lustlos und hat kein Lebensziel vor den Augen. David bietet ihm nachdem ewig über Hausaufgaben und Schule diskutiert wurde an, die Schule zu schmeißen. Unter der Bedingung: Jesse soll sich die Zeit nehmen und mit ihm drei Filme pro Woche ansehen und auf jeden Fall keine Drogen konsumieren! Eigentlich ein leichtes Spiel, doch für Jesse mit seinem schwierigem Charakter bzw. seiner mangelhaften Konzentration eine Herausforderung. Doch er willigt ein und die erste Woche vor dem Fernseher beginnt. David will seinen Sohn nun auf seine Weise ausbilden und hat die Filme die er seinem Sohn zeigen möchte, sorgsam ausgewählt.
„Sie küssten und sie schlugen ihn“, „Basic Instinct“, „Showgirls“, „Die Faust im Nacken“ und „Frühstück bei Tiffany“ sind ein Auszug aus der breitgefächerten Filmsammlung. Vater und Sohn kommen sich immer näher und werden so gute Freunde, dass Jesse sogar seine verzwickten Liebesleben darlegt. Doch mit der Zeit fehlt Jesse die Konzentration für die Filme und er trifft auf Freunde, die keine wirklichen Freunde sind.

Ein Roman der Eltern wie auch Jugendliche anspricht, denn in diesen hunderten von Stunden Filmclub, wurden Türen zu allen möglichen Gesprächsthemen geöffnet. Der Leser sitzt praktisch neben den beiden und kann sich sehr gut in David wie auch in Jesse Gilmour versetzten, sie erleben und an dieser wirklich besonderen Beziehung teilhaben. Nebenbei lernt man sehr viel über Filme, deren Dreh, Hintergründe, Regisseure und wichtige Filmszenen. Wirklich beachtlich wie er diese Jahre mit seinem Filmkritikerwissen gestaltet hat und so seinen Sohn beeinflussen konnte, sich ein Ziel zu setzten. Auch vor Davids Frau kann man den Hut ziehen, sie hat das Experiment unterstützt und eine ruhige Position im Hintergrund eingenommen.

Ich habe zwischendurch mit der Gänsehaut und einem Kloß im Hals zu kämpfen gehabt, da doch einige Grenzsituationen waren wo mir David aber auch Jesse ziemlich Leid taten. Auch war das Ende überhaupt nicht vorhersehbar. Mir wurde immer wieder bewusst, dass dieser Roman WAHR und keine Geschichte ist.

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Tags: bedingungen, filme, jesse, kino, koks, liebe, rebecca, schmerz, schule, sehnsucht, sohn, tv, vater   (13)

  

 

Unter der Decke
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(58)

108 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

liebe, humor, frauen, marian keyes, kolumnen

Unter der Decke

Marian Keyes , Bärbel Radke
Flexibler Einband: 283 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 01.01.2003
ISBN 9783453864825
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Kurzgeschichten die mich überhaupt nicht vom Hocker gerissen haben. Kaum Anspruch, bisher die 1. Entäuschung von Marian Keyes.

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Tags: freundschaft, kurzgeschichten, liebe   (3)

  

 
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