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Vatermord und andere Familienvergnügen
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australien, familie, familiengeschichte, vater, gegenwart

Vatermord und andere Familienvergnügen

Steve Toltz , Clara Drechsler , Harald Hellmann
Fester Einband: 789 Seiten
Erschienen bei DVA, 16.03.2010
ISBN 9783421043894
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Wow, was für ein Buch. Wenn man den Titel "Vatermord und andere Familienvergnügen" so liest, hat man bestimmt gewisse Vorstellungen vom Buch. Die hatte ich auch, aber das hier ist ein Buch der anderen Art.

Wer jetzt hier hauptsächlich lustige Anekdoten einer Familie erwartet, liegt hier falsch. Das Buch ist aus der Sicht von Jasper Dean, dem Sohn von Martin Dean geschrieben. Die Erzählsicht wechselt hin und wieder zwischen Jasper und Martin, aber letzten Endes ist es ein Buch über seinen Vater.

Schon Martin hatte es in seiner Kindheit schwer. Alle liebten seinen Bruder Terry, der irgendwann auf die schiefe Bahn geriet und alle unterhielten sich am liebsten mit ihm oder über ihn. Ständig stand Terry im Mittelpunkt und auch zu Hause schien Martin keine richtige Liebe zu bekommen. Seine große Jugendliebe war auch keine, wie man sie sich vorstellt. Also beschloss Martin, ein neues Leben in Übersee zu starten.

Aber auch dort wurde das Leben nicht besser, denn eher aus Versehen schwängert er eine junge Frau, die jedoch kurz nach der Geburt ihres Kindes sterben soll. Was soll Martin also mit einem kleinen Kind in der Blüte seiner Jahre anfangen? Er weiß es selbst nicht und versucht damit zurechzukommen. Aber auch sein Sohn Jasper wird es genauso schwer haben, wie Martin einst in seinem Leben.

Das Buch ist zwischendurch wirklich bedrückend, weil die Familie viel negatives erlebt hat, in der Schule gibt es sogar eine Selbstmordglocke, die regelmäßig zum Einsatz kommt, Kinder, die von ihren Eltern nicht richtig geliebt werden und natürlich darf der Tod auch nicht fehlen.
Aber es sind auch lustige Passagen dabei, die das ganze wieder auflockern. Es wird hier das Leben von 2 Männern, Vater und Sohn, beschrieben, die es im Leben aus unterschiedlichen Gründen nicht einfach hatten. Es sieht eben nicht in allen Familien so rosig aus, daher gibt es in diesem Buch auch negative Passagen, die die positiven überwiegen.

Das heißt aber nicht, dass das Buch schlecht ist - im Gegenteil. Ich habe es gerne gelesen und kann es auch jedem weiterempfehlen, der mal eine Familiengeschichte der anderen Art lesen möchte. Es ist zwar nicht immer leichte Kost, weil viel auf einmal zusammen kommt, aber es lohnt sich, die Geschichte bis zum Ende durchzuhalten.

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