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Scherbenmond
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777 Bibliotheken, 22 Leser, 11 Gruppen, 99 Rezensionen

liebe, hamburg, colin, nachtmahr, paul

Scherbenmond

Bettina Belitz
Fester Einband: 686 Seiten
Erschienen bei script5, 13.01.2011
ISBN 9783839001226
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Längst ist der Sommer vergangen, der Elisabeth Sturm die Augen öffnete für die gefährliche Welt der Mahre, der Sommer, in dem sie sich in einen von ihnen verliebte. Seit Monaten ist Colin nun verschwunden und Ellie quält sich durch einen nicht enden wollenden Winter. Die Tage tröpfeln gleichförmig vor sich hin, in den Nächten dagegen wird Ellie von Albträumen heimgesucht, die sie verstört zurücklassen.
Um auf andere Gedanken zu kommen, quartiert Ellie sich bei ihrem Bruder in Hamburg ein. Doch sie erkennt Paul kaum wieder: Er wirkt erschöpft und gehetzt und scheint etwas vor ihr zu verbergen. Je mehr sie in Pauls Welt eintaucht, desto deutlicher überkommt Ellie ein Gefühl der Bedrohung und plötzlich weiß sie nicht mehr, wem sie noch trauen kann. Sie ahnt nicht, dass ihre Sorge um Paul und ihre Liebe zu Colin sie tiefer verletzen könnten als der abgründigste Traum'

Was soll ich sagen, was ich nicht schon in meiner Lobhudelei über Splitterherz geschrieben habe? Ich war wieder endlos begeistert von der Geschichte zwischen Ellie und ihrem Nachtmahr Colin! Bettina Belitz versteht es, den Leser zu fesseln und kann selbst den Tod einer dicken ekligen Spinne so beschreiben, dass ich wirklich traurig darüber war.
Viel Raum wird der Geschichte für die Entwicklung von Ellies und Colins Liebesbeziehung gegeben, was mich überaus gefreut hat, auch werden einige Hintergründe der Nachtmahre erklärt. Kaum zu glauben, wie die Spannung des Buches - über die Fragen "Wo ist Ellies Vater?" und "Was passiert mit Paul?" - in den knapp 700 Seiten aufrecht gehalten wird. Zum Schluss des Buches kommt es erwartungsgemäß - wie bereits im ersten Teil - wieder zum großen Showdown samt einem Kampf zwischen Nachtmahren. Diese Stelle war für mich leider etwas schwächer als der Rest des Buches, da ich nicht alle Verwicklungen wirklich greifen konnte und mir manches nicht ganz logisch erschien, doch auch hier war ich gespannt, was weiter passieren würde, und meine Lesefreude an "Scherbenmond" hat dies keineswegs mehr trüben können.
Der Schreibstil ist wie schon im ersten Teil wunderschön detailliert und gefühlvoll, ohne dass es langweilig wird. Ich habe mich erneut in die Landschaften verliebt, die Bettina Belitz so detailgetreu beschreibt: die kleine Altbauwohnung von Ellies Bruder Paul im lebendigen Hamburg, die kleine Hütte auf der Vogelinsel Trischen, in die ich trotz aller Unannehmlichkeiten sofort einziehen würde, und das stürmische Sylt fernab aller Touristengegenden.

Köstlich amusiert habe ich mich wieder über Ellies Art, zum falschen Zeitpunkt pragmatisch zu werden und unromantische Kommentare in Momenten trauter Zweisamkeit loszuwerden - wodurch die Handlung zu keiner Zeit gefährdet ist, ins Kitschige abzudriften. Herrlich war ebenfalls wieder die Art und Weise, wie mit den unübersehbaren Parallelen zu "Twilight" und Co. umgegangen wird, beispielsweise als Ellie über Colin ausgefragt wird: "Glitzert er, wenn er sich in die Sonne stellt?"

Neben alten Charakteren wie Ellie, Colin, Tilmann und Ellies Familie werden durch das Umfeld Hamburg genügend neue Charaktere eingeführt wie etwa Ellies Bruder Paul, sein Freund Francois, die Journalistin Gianna und der Traumforscher Dr. Sand, die der Geschichte neues Leben einhauchen und weitere Wendungen versprechen. Der Schauplatzwechsel tut aber nicht nur der Spannung von "Scherbenmond" sehr gut, er hilft auch Ellie und Tillmann, fernab ihrer Eltern deutlich reifer und eigenständiger zu werden.

Fazit: Eine wunderschöne Fortsetzung von "Splitterherz" - man möchte die Welt von Ellie und Colin am liebsten gar nicht mehr verlassen!

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Splitterherz
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1.428 Bibliotheken, 21 Leser, 19 Gruppen, 218 Rezensionen

liebe, träume, fantasy, nachtmahr, colin

Splitterherz

Bettina Belitz
Fester Einband: 630 Seiten
Erschienen bei script5, 15.01.2010
ISBN 9783839001059
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Es gibt genau einen Grund, warum Elisabeth Sturm nicht mit fliegenden Fahnen vom platten Land zurück nach Köln geht, und dieser Grund heißt Colin. Der arrogante, unnahbare, aber leider auch äußerst faszinierende Colin gibt Ellie ein Rätsel nach dem anderen auf, und obwohl sie sich mit aller Macht dagegen wehrt, kann sie sich seiner Ausstrahlung nicht entziehen. Bald muss Ellie einsehen, dass Colin viel mehr mit ihrer Familie verbindet, als sie sich je vorstellen könnte. Ihr Vater Leo verbirgt ein Geheimnis, das ihn und Colin zu erbitterten Gegnern macht ' und das Ellie in tödliche Gefahr bringt. Dass sie mit ihren seltsamen nächtlichen Träumen den Schlüssel zu dem Rätsel in der Hand hält, begreift Ellie erst, als ihre Gefühle für Colin alles zu zerstören drohen, was sie liebt.

Die Geschichte von "Splitterherz" hat mich in ihren Bann gezogen wie lange kein anderes Jugendbuch mehr. Auch das hauptsächliche Thema - und das ist die Identität Colins (und die Probleme, die sich daraus ergeben), habe ich so bisher in keinem anderen Buch gefunden habe. Auch wenn Colins "Rasse" sicher in anderen Bücher schon vorher aufgetaucht ist, so wird sie hier auf eine ganz andere Art umgesetzt. Man sollte sich Zeit für das Buch nehmen und sich darauf einlassen können - dann führt es seinen Leser wahrlich in eine fremde Welt. Mich hat das Buch so gefangen genommen, dass ich seine 630 Seiten nach drei intensiven Lesetagen ausgelesen hatte.

Protagonistin Ellie war mir sofort sympathisch, auch wenn (oder gerade weil?) sie ein Mensch mit vielen Schwächen ist. Sie zieht sich zurück, obwohl Leute freundlich zu ihr sind, ist egoistisch und manchmal ganz schön zickig. Trotzdem kann man sich gut in ihre Lage hineinversetzen, wie fremd sie sich in der neuen Umgebeung fühlt und welche Probleme sie hat, sich einzuleben. Wenn die Geschichte aber anfängt, ins Romantische abzudriften, hat sie einen lockeren Spruch auf den Lippen parat und holt den Leser so zurück in die Realität. Diese Brüche habend das Buch gleichzeitig real und sehr charmant gemacht und gezeigt, dass Ellie auch eine recht direkte und witzige Seite hat.

Colin ist dagegen der typische Mädchenschwarm á la Edward und Co.: Geheimnisvoll, stark und wunderschön übt er - natürlich - eine unglaubliche Anziehungskraft auf Ellie aus. Trotzdem haben mir seine teilweise altmodischen Ansichten wirklich gefallen und sie warfen einen guten Kontrast zu der quirligen Ellie. Und so viel kann ich euch schon verraten: Er ist mit Sicherheit kein Vampir, sondern birgt ein ganz anderes, übernatürliches Geheimnis, das mich fasziniert hat. Bettina Belitz ist sich der Parallelen zu Vampirromanen aber ganz offensichtlich bewusst und bindet so auf augenzwinkernde Weise kleine Anspielungen in ihr Buch ein, z.B.:

'Ach, ihr mit euren ewigen Vampiren', brach es aus Colin heraus. 'Als gäbe es nicht anderes. Immer diese Verherrlichung der Blutsaugerei.'

Den beiden Protagonisten wird viel Zeit gelassen, sich ineinander zu verlieben - mir hat es ganz wunderbar gefallen, den beiden auf ihrem holprigen, mit Schwierigkeiten übersäten Weg zu folgen. Es gibt überaus romantische Szenen in dem Buch, die zum Träumen einladen, dann aber auch wieder drastische Momente, die einen beim Lesen auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Sicherlich muss man in einer passenden Stimmung dafür sein, wenn man das Buch in die Hand nimmt, um auch alle leisen Töne wirklich wahrzunehmen. Krimileser sind hier wohl definitiv am falschen Platz und sollten einen Ausflug in dieses "Romantasy"-Genre lieber lassen ;-)

Einige Fragen, die das Buch aufwirft, bleiben ungeklärt, auch der Konflikt am Ende hat sich in meinen Augen nicht ganz stimmig ergeben bzw. war zu schwach für solch ein dramatisches Ende. Ich bin aber gespannt, wie dies in den folgenden Bänden "Scherbenmond" und "Dornenkuss" aufgelöst wird. Es gibt keinen richtig fiesen Cliffhanger in "Splitterherz", das Ende ist realitv abgeschlossen, aber doch so offen, dass es durchaus Potential für zwei weitere Bände bereithält.

Ganz wunderbar fand ich die Sprache und die Beschreibungen von Bettina Belitz, die mich tief in die Geschichte eintauchen und alles um mich herum vergessen ließen: das malerische Dorf, der düstere Wald, das alltägliche Leben in der Schule und Ellies Elternhaus mit ihrem traumhaften Schlafzimmer unter dem Dachboden, in das ich sofort gerne einziehen würde. Das mit Abstand beste Beispiel für den schönen Schreibstil ist aber der gelungene Prolog, der aus Colins Sicht erzählt wird.
Bevor ich noch mehr vom Rezensieren abkomme und vollends in meine Schwärmerei für das Buch ausbreche lach, belasse ich es hierbei und sage euch nur noch: Bitte lest dieses Buch!

Fazit: Ein wunderschönes Buch, das mich mit seiner knisternden Liebesgeschichte und der traumhaften Kulisse begeistern konnte wie lange kein Buch mehr. Dafür gibt es von mir die Höchstwertung!

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Eine dunkle & grimmige Geschichte
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165 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 55 Rezensionen

märchen, grimm, hänsel, gretel, hänsel und gretel

Eine dunkle & grimmige Geschichte

Adam Gidwitz , Hugh D'Andrade , Hugh D´Andrade
Fester Einband: 250 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 09.09.2011
ISBN 9783760783666
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Adam Gitwitz führt uns in "Eine dunkle und GRIMMige Geschichte" ein in die Welt der Grimmschen Märchen - und erzählt diese doch ganz anders wieder. Aus den Märchen "Der treue Johannes", "Hänsel und Gretel", "Die sieben Raben", "Brüderchen und Schwesterchen", "Der Räuberbräutigam" und "Der Teufel mit den drei goldenen Haaren" hat er eine zusammenhängende Geschichte gewoben, die in ihrer Blutrünstigkeit und Mordlust den alten Märchen in nichts nachsteht. Die Geschwister Hänsel und Gretel, hier die Kinder eines Königspaares, werden dabei zu den Protagonisten der Geschichte und führen den Leser durch die verschiedenen Märchen, denen jeweils ein Kapitel des Buches gewidmet ist.

Aufgelockert ist die Geschichte durch sehr witzige kleine Unterbechungen, in denen der Autor selbst immer wieder mal zu Wort kommt. Darin spricht er den Leser - besser noch die Kinder, denen "Eine dunkle und GRIMMige Geschichte" vorgelesen wird - direkt an und nimmt der blutigen Geschichte damit schnell das Grauen; z.B. wird nach den ersten Kapiteln Folgendes gesagt:

"Sind kleine Kinder im Zimmer? Wenn ja, dann ist es am besten, wenn wir sie in dem Glauben lassen, das sei das Ende der Geschichte, und sie schnell ins Bett bringen. Denn jetzt wird es ... nun ... richtig, richtig toll. Aber auf eine Furcht einflößende, blutige Art und Weise."

Bis hierhin fand ich die Idee des Buches, aus all den Märchen eine große Geschichte zu machen, sowie den Stil des Autors, sich "persönlich" an seine Leser zu wenden, wirklich genial und innovativ! Trotzdem habe ich zwei Kritikpunkte an dem Buch, die meine Lesefreude arg gebremst haben:

Der Schreibstil ist viel zu einfach gehalten, als dass er mich wirklich überzeugen könnte. Es fällt zunächst positiv auf, dass Adam Gidwitz sich mit Satzbau und Wortwahl an der typischen Märchenform orientiert, doch leider wirkt dies oft sehr kindlich und konnte mich als Erwachsene nie so ganz überzeugen. Die Charaktere nimmt man auf diese Weise leider nicht ernst genug, da immer ein gewisser Abstand zur Geschichte bleibt, und man so kaum mit Hänsel und Gretel "mitfiebern" kann.

Das letzte Drittel des Buchs wird von dem Kampf gegen einen Drachen beherrscht, der leider gar nichts mehr mit den Gebrüdern Grimm zu tun hat (verbessert mich bitte, falls ich hier etwas Falsches schreiben und ein Märchen übersehen haben sollte, aber in meiner Erinnerung gibt es keine Erzählung, die auch nur annähernd einen solchen Kampf beschreibt). Dieser Teil wirkte auf mich absolut unüberzeugend, da die Geschichte immer abstruser wurde und mit der eigentlichen Idee, nämlich die alten Märchen aufleben zu lassen, nichts mehr gemeinsam hatte. Für den Schluss hätte ich mir auf jeden Fall etwas "Größeres" vorgestellt, vielleicht eine überraschende Wendung hin zu einem anderen Märchen, einen aktuellen Bezug oder schlicht mehr Erklärungen in den Kommentaren des Autors - doch diese Erwartungen wurden leider enttäuscht. So hat mich das Ende etwas unbefriedigt zurückgelassen.

Fazit: Eine nette Geschichte, die für meinen Geschmack zu inkonsequent durchdacht wurde. Macht aber definitiv Lust, mal wieder die alten Märchenbücher zur Hand zu nehmen!

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Skinned
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396 Bibliotheken, 3 Leser, 11 Gruppen, 70 Rezensionen

tod, leben, zukunft, maschine, skinner

Skinned

Robin Wasserman , Claudia Max
Fester Einband: 376 Seiten
Erschienen bei script5, 15.01.2010
ISBN 9783839001066
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Lia Kahn ist reich, schön und beliebt bis ein Unfall sie beinahe tötet. Im Krankenhaus wacht sie in einem perfekten, künstlichen Körper auf. Lia wird nie wieder Schmerz empfinden, sie wird nicht altern und nicht sterben. Doch der Preis dafür ist hoch: Ihre Freunde misstrauen ihr, ihr Freund betrügt sie und alles, was ihr wichtig war, wandelt sich in einen Albtraum. Hin- und hergerissen zwischen dem Leben, das sie einmal kannte, und einer neuen, aufregenden Existenz, lernt Lia bald die bitterste Lektion: Niemand kann ihr die Entscheidung abnehmen, die sie treffen muss, um ihre Liebsten zu schützen.

"Skinned" spielt in einer spannenden Zukunft, die sich technisch sehr von unserer heutigen Medizin weiterentwickelt hat. Dem Leser wird das Leben in einem künstlichen - und damit unsterblichen - Körper nähergebracht; und was als Segen der Medizin scheint, entpuppt sich in der Wirklichkeit als erschreckender Alptraum. Das Genre des Buches bewegt sich also irgendwo zwischen Dystopie und einem Science-Fiction-Roman.

Aus der Ich-Perspektive erfahren wir von Lia, wie sie selbst und die Außenwelt auf ihren neuen unzerstörbaren Körper reagieren. Lia, die zugegebenermaßen vor ihrer Operation eine eingebildete und oberflächliche Zicke war, ist versunken in Selbstmitleid und daher keine wirklich sympathische Figur. Ihre Eltern, ihre Schwester, ihr Freund und ihre Freundinnen wenden sich nach und nach von der neuen Lia, dem "Skinner", ab, weil sie nicht mit ihr umgehen können, obwohl Lia doch eigentlich nur geliebt werden möchte. Sowohl Lia als auch die anderen Personen in ihrem Umfeld handeln dabei absolut nachvollziehbar - auch wenn das heißt, dass sie viele Ecken und Kanten aufzeigen, die erst einmal verstörend wirken.

Die einzige wirklich "nette" Person, die befreit ist von sämtlichen Oberflächlichkeiten, ist Auden, ein unauffälliger Außenseiter, der zusammen mit Lia auf die gleiche Schule gegangen ist, den sie aber vor ihrem Unfall niemals beachtet hätte. Er versucht nun, sich ein bisschen um die neue Lia zu kümmern und ihr zu helfen, sich in ihrem neuen Körper zurechtzufinden. Gleichzeitig bringt er so dem Leser etwas von seiner Welt bei: Das normale Leben wurde weitgehend digitalisiert, Menschen kommunzieren über das Internet statt miteinander zu reden und werdende Eltern bestimmen - mit den entsprechenden finanziellen Mitteln - den Gen-Pool ihres Babys. In den allgemeinen Lobgesang an die moderne Technik bzw. Medizin stimmt Auden nicht mit ein und ist vorerst die einzige kritische Stimme, die auch die Nachteile dieses Fortschritts bemerkt.

Lia bewegt sich in einem ständigen Spannungsfeld zwischen den "Mechs", anderen (mechanischen) Menschen mit künstlichen Körpern, und den "Orgs", den normalen (organischen) Menschen. Zu keiner dieser Gruppen fühlt sie sich zugehörig und sucht nach ihrem neuen Platz im Leben. Dies macht den Großteil der Spannung von "Skinned" aus, die Gedanken von Lia konnte ich zu jeder Zeit sehr gut nachvollziehen. Obwohl einem als Leser diese Situation natürlich völlig fremd ist, schafft Robin Wasserman es, sie realistisch und erlebbar zu machen. Ihr wunderbarer und gleichzeitig unsentimentaler Schreibstil half mir auch, nach und nach mehr Mitgefühl für Lias Probleme zu erwecken.

Was mich leider etwas gestört hat, ist, dass das Buch keine "richtige" Handlung aufweist, sondern mehr die Probleme des "Mech"-Seins aufführt - für mich wirkte es daher nur wie eine (trotzdem gelungene!) Einleitung der kommenden Teile. So besitzt das Buch keinen rechten Spannungsbogen - die Spannung wird allein aus der Situation herausgezogen und nicht aus weiteren Ereignissen, die im Buch passieren. Versteht mich nicht falsch, die Situation an sich ist schon spannend genug, um die knapp 400 Seiten zu füllen, doch ich persönlich hätte mir etwas mehr Action gewünscht. Gegen Ende des Buches überschlagen sich die Ereignisse dann auch und zeigen, dass die Geschichte durchaus weiteres Potential für die Folgebände "Crashed" und "Wired" birgt. Ich bin schon gespannt, wie es mit Lia weitergehen wird!

Fazit:
Ein nachdenklich machendes Buch mit einer starken Protagonistin, deren Gefühle man - trotz des ungewöhnlichen Settings - sehr gut nachvollziehen kann.

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Engelsmorgen
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455 Bibliotheken, 10 Leser, 7 Gruppen, 58 Rezensionen

engel, liebe, daniel, luce, fantasy

Engelsmorgen

Lauren Kate , Doreen Bär
Fester Einband: 445 Seiten
Erschienen bei cbt, 07.09.2011
ISBN 9783570160787
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Die Hölle auf Erden. Das ist es für Luce, wenn sie von ihrer großen Liebe, dem gefallenen Engel Daniel, getrennt sein muss. Seit einer Ewigkeit suchen sie nacheinander, und nun, da sie sich endlich gefunden haben, muss Daniel sie schon wieder verlassen. Solange, bis er die Unsterblichen besiegt hat, die Luce töten wollen. Daniel versteckt Luce in Shoreline, einem Internat an der kalifornischen Küste, wo sie lernt, die furchterregenden Schatten, die sie seit frühester Kindheit umgeben, zu kontrollieren...

Im ersten Teil der Reihe, "Engelsnacht", war es so, dass mich die Geschichte mit einem wirklich vielversprechenden Anfang verzaubert hat, dann gegen Ende aber an Tempo und Spannung verloren hat. Genau andersherum ist es mir nun mit "Engelsmorgen" ergangen: Der Anfang war leider recht lahm, aber zum Ende hin wurde das Buch immer spannender und ich konnte es kaum mehr aus der Hand legen!
Der Beginn des Buches schien zunächst eine Kopie des ersten Bandes zu sein: Luce kommt wieder an eine neue Schule, muss sich dort erst zurechtfinden, lernt die Gepflogenheiten ihrer Mitschüler kennen... und auch wenn sie jetzt nicht mehr auf eine Schule für straffällige Jugendliche, sondern eine für Engel geht, zog sich das Ganze ein bisschen in die Länge und es kam nicht so recht Spannung auf.
Was mich aber schon hier mehr und mehr fasziniert hat, war die Idee mit den Schatten. Waren sie im ersten Teil noch ziemlich undurchsichtig, so klärt sich ihre Funktion bald auf: Es gelingt Luce, mithilfe der Schatten in der Zeit zu reisen und so einige ihrer früheren Leben ausfindig zu machen. Diese Reisen in die Vergangenheit machten einen großen Reiz des Buches aus - erhält man so doch erste Einblicke in die lange Vorgeschichte der unsterblichen Liebe zwischen Luce und Daniel.

Diese Liebe war zunächst leider etwas zerrüttet, Luce und Daniel streiten sich viel, die "unsterbliche" Liebe ließ sich teilweise gar nicht erkennen, dazu kam noch, dass Luce sich auf der neuen Schule bald in einen anderen Jungen verguckt, der meiner Meinung nach auch sehr gut zu ihr passen könnte :-) Luce schafft es aber, sich durch den Abstand zu Daniel etwas mehr zu emanzipieren und entwickelt sich von den vielen Schwärmereien des ersten Bandes hin zu einer unabhängigen jungen Frau. So kann auch zum Ende von "Engelsmorgen" die Liebe der beiden wieder erblühen. Insgesamt hätte ich mir zwar etwas mehr Romantik gewünscht, nichtsdestotrotz begeistert mich die Idee, dass zwei gefallene Engel sich immer aufs Neue ineinander verlieben, auch hier wieder sehr!

Am Ende kommt es erneut zum großen Showdown - der aber anders als im ersten Teil komplett stimmig und spannend eingebaut wurde: Gleich zu Beginn erfährt man, dass der Waffenstillstand nur noch 18 Tage dauern wird und so zählt jedes der 18 Kapitel einen weiteren Tag herunter bis es an Thanksgiving zum großen Kampf kommt. Diese Vorbereitung auf das düstere Finale finde ich genial gelöst, denn ab der zweiten Hälfte des Buches fieberte ich entlang dieses "Countdowns" richtig dem Aufeinandertreffen der guten und bösen Engel entgegen.

Das Buch lässt immer noch sehr viele Fragen offen (muss ja noch genügend Stoff für zwei weitere Bände geben lach), aber ein paar Hintergründe werden schon erwähnt. Es wird die Jahrtausende zurückliegende Geschichte der Engel und Dämonen erklärt (und wie sie dazu worden, was sie nun sind) - und das hat mir wirklich gut gefallen. Das Ende bietet uns (natürlich) einen Cliffhanger, fügt sich aber sehr stimmig in das Geschehen ein. Es wird schon angedeutet, dass Luce im nächsten Band wohl weiter durch die Zeiten reisen wird, worauf ich mich sehr freue! Leider wird es wohl noch etwas dauern, bis der nächste Band erscheint - noch steht nämlich nicht einmal der Termin dafür fest...

Fazit:
Eine würdige Fortsetzung von "Engelsnacht" - leider schwächelt der Anfang etwas, doch man wird mit einem umso spannenderen Finale und ersten Antworten versöhnt!

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