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Gebrauchsanweisung für Irland
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irland, reisebericht, geschichte, reiseführer

Gebrauchsanweisung für Irland

Ralf Sotscheck
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Piper, 10.03.2010
ISBN 9783492275941
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ich verbringe im Juli zehn Tage in Irland. Im März war ich in Leipzig auf der Buchmesse und da stach mir dieses niedliche Büchlein ins Auge. „Gebrauchsanweisung für Irland“. Perfekt, habe ich mir gedacht. So kann ich mich schon ein bisschen auf meinen Urlaub einstimmen und das Land zumindest schon einmal auf dem Papier kennen lernen. Also habe ich es mir gekauft und dann immer mal wieder, meistens abends vor dem Schlafen gehen ein Kapitel gelesen.

Die einzelnen Kapitel, 16 an der Zahl, befassen sich mit verschiedenen Themen. Vom Straßenverkehr hin zum Telefonieren, über die Nationalspeise der Iren: die Kartoffel. Es wurde erklärt, warum Graf Dracula eigentlich in Irland lebt, der irische Fußball wurde erklärt, der sich ziemlich von dem unterscheidet, was wir kennen. Es wurde auf sprachliche Besonderheiten hingewiesen, die jemanden, der mit Schulenglisch aufgewachsen ist, entweder schmunzeln oder zusammenzucken lassen. Berühmte irische Schriftsteller wurden vorgestellt, die typische irische Musik wurde beschrieben. Die Trinkgewohnheiten wurden erläutert, auf die Leidenschaft der Iren für das Wetten wurde eingegangen, seien es nun Windhundrennen oder Plastikentenrennen, Bingo spielen oder Brieftauben Wettfliegen. Auf amüsante Art wurde die Angewohnheit irischer Politiker, mal eben auf Begräbnisfeiern aufzukreuzen, erklärt. Und was natürlich nicht fehlen darf: das irische Wetter.

So konnte ich mir einen guten Überblick über das Land verschaffen, dass ich nun schon bald bereisen werde. Der Autor hat es mit seiner humorvollen Art zu schreiben geschafft, dass ich selbst das Kapitel, in dem es um die irische Politik ging, mit Freude gelesen habe. Insgesamt war diese erste Reise nach Irland auf dem Papier für mich sehr gelungen, sodass ich mich nun noch mehr auf die wirkliche Reise freue, als sowieso schon. Deshalb gebe ich der Gebrauchsanweisung für Irland, obwohl auch auf negative Dinge eingegangen wurde, wie zum Beispiel die Tatsache, dass das eigentliche Irland, das für mich als Tourist viel interessanter wäre, immer mehr durch Themenstädte oder ähnlichen Murks abgelöst wird, ohne schlechtes Gewissen fünf Sterne.

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Göttlich verdammt
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liebe, götter, halbgötter, fantasy, griechische mythologie

Göttlich verdammt

Josephine Angelini , Simone Wiemken
Fester Einband: 494 Seiten
Erschienen bei Dressler, 13.05.2011
ISBN 9783791526256
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

„Irgendwie kommt es mir so vor, als wäre nichts von dem, was ich erlebe, wirklich wahr, so lange du nichts davon weißt.“ (S.492)

Helen ist anders. Sie ist größer als alle anderen Mädchen. Sie ist unglaublich klug, sie läuft schneller als jeder andere, sie verletzt sich so gut wie niemals. Ihr ganzes Leben lang versucht sie dieses Anderssein vor ihren Mitschülern und Mitmenschen zu verbergen, doch irgendwie bleibt sie doch immer die Außenseiterin. Die Einzige, die zu ihr hält, ist Claire Aoki, ihre beste Freundin, schon seit Säuglingstagen.
Aufgewachsen auf einer kleinen Insel namens Nantucket gibt es im Leben von Helen und Claire nicht viel Neues. Doch eines Tages gibt es in der ganzen Schule und auf der ganzen Insel nur ein Gesprächsthema. Die Familie Delos, die gerade frisch hergezogen ist.
Als Helen Lucas, einem Spross der Delos-Familie, das erste Mal begegnet, verspürt sie einen unbändigen und vor allem unerklärlichen Has auf ihn, so schlimm, dass sogar versucht, ihn umzubringen. Dabei kennt sie ihn doch gar nicht, hat ihn noch nie zuvor gesehen.
Doch die Familie Delos scheint eine Erklärung für Helens Verhalten und auch für ihre Fähigkeiten zu haben. Eine unglaubliche Erklärung, in der Götter, Familienfehden, ein uralter Fluch und Furien vorkommen. Auch von Lucas kommt Helen nicht los, genauso wenig wie er von ihr. Was erst Hass war, wird bald zu Liebe. Doch da ist immer noch dieser alte Fluch, der nicht nur ihr Leben in Gefahr bring, sondern auch das ihrer Familien und ihrer Mitmenschen. Wofür sollen sie sich entscheiden? Für die Liebe?


„Göttlich verdammt“ ist eines der Bücher, bei denen ich schon nach wenigen Sätzen vollkommen in die Handlung eingetaucht war, mitten in der Geschichte war, mitgefiebert und mitgelitten habe. Die Geschichte von Helen und Lucas hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Das Thema griechische Mythologie ins Moderne zu übertragen, fand ich sehr interessant, war aber zu Beginn skeptisch. Kann so etwas überhaupt funktionieren, ohne dass das Ganze an Überzeugungskraft verliert, ins Lächerliche gezogen wird?
Es hat funktioniert. Josephine Angelini ist es gelungen, das dem Thema Mythologie doch irgendwie etwas Altertümliches anhaften blieb, was mir sehr wichtig war. Man kann ein solches Thema nicht ins Moderne übertragen, ohne die damaligen Gepflogenheiten außer Acht zu lassen. Genau dieser Balanceakte ist der Autorin gelungen. Mit Helen und Lucas hat sie ein Paar geschaffen, dass es weiß Gott nicht einfach hat, es war keine 08/15-Geschichte, wie man sie sonst oft zu lesen bekommt. Auch die anderen Charaktere waren allesamt sympathisch, vor allem Hector habe ich irgendwie ins Herz geschlossen.

Am liebsten würde ich mich sofort auf den zweiten Teil stürzen, der auch schon hier bereitsteht, wenn da nicht so viele Wanderbücher wären… Doch so kann ich mich noch ein wenig mehr auf das baldige Vergnügen freuen, das mir hoffentlich auch der zweite Teil dieser tollen Trilogie bereiten wird.
Volle fünf Sterne gibt es von mir für diesen Ausflug in die griechische Götterwelt, die irgendwie ihren Weg n ach Amerika gefunden hat.

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Gone 1: Verloren
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jugendliche, dystopie, jugendbuch, gewalt, superkräfte

Gone 1: Verloren

Michael Grant , Jaqueline Csuss
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 25.01.2010
ISBN 9783473353163
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Von einem Augenblick auf den anderen verschwinden alle Menschen, die über 15 Jahre alt sind. Übrig bleiben nur die Kinder Nach dem ersten Schreck klingt das wie das Paradies, Ein Leben ohne Erwachsene, doch das ist es keineswegs. Denn nicht nur, dass auf einmal alle Erwachsenen weg sind, nein, einige der Kinder scheinen rätselhafte Kräfte zu entwickeln. So auch der fast fünfzehnjährige Sam Temple, der mehr oder wenige gezwungen wird, das Kommando zu übernehmen, bis sich die Situation wieder stabilisiert hat.
Doch das tut sie nicht. Im Gegenteil. Auf einmal tauchen dir Schüler der Coates Academy auf, die sich bisher strikt von den Perdilio Beach Kids abgesondert hatten. Da sie jedoch besser mit der ganzen Situation umzugehen scheinen, passiert es schnell, dass die Verhältnisse sich ändern und Sam an Einfluss verliert.
Nun heißt es Sam oder Caine, welche Seite wird sich behaupten? Dann ist da auch noch die Barriere, die auf einmal den ganzen Ort einschließt und aus der es kein Entkommen gibt. Und die wichtigste Frage: Wie ist das ganze überhaupt passiert?

Mit „Gone: Verloren“ hat Michal Grant den spannenden Auftakt einer Reihe geschaffen, die es sich weiterzuverfolgen lohnt. Obwohl als Jugendbuch konzipiert, ist es doch streckenweise ziemlich heftig. Die Charaktere waren im Allgemeinen gut gewählt und gut beschrieben, sodass ich sie mir gut vorstellen konnte. Ich gehe davon aus, das offene Fragen in den Folgebänden noch geklärt werden, die ich mir auf jeden Fall zu Gemüte führen werde. Außerdem finde ich das Setting gut gewählt. Welche Auswirkungen die unmittelbare Nähe zu einem Atomkraftwerk haben könnte, ist gut und teilweise ziemlich erschreckend beschrieben, wenn es sich auch um reine Fiktion handelt. Doch ich denke, auf die Zielgruppe, für die die Geschichte angelegt ist, könnte die Geschichte neben ihrer ganzen Spannung durchaus aufrüttelnden Charakter haben und zum Nachdenken anregen.

Für diese spannende Dystopie gibt es von mir 4 von 5 Sternen, weil sie wenn auch nicht das Beste, was ich in diesem Genre gelesen habe, aber doch ziemlich gut ist.

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